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Sanauer A Anzeiger

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Amlliches Organ für ElaLl- und Landkreis Kanon

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

Verlagsleitung: Ab. Jndermüdle. Verantwortlich: für politischen und äuget» TeilRich.Sultsch: nir letale.t ,.'________ il sowie Sport. Moritz: für Änzeigen »ud Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a. M. Rotationsdruck d. Waisenhausbuchdruckerei Hanau Fernsprechanschlüge Nr. 1237 und 1238

Teil iowie Sp

_.gemeinen en und provinziellen

Nr. 17

Mittwoch den 21. Januar

1920

Das Neueste.

Kei Schneidemühl ereignete sich, an- schtimmd infolge eines verbrecherischen An­schlages, ein schweres Eisenbahnunglück. 18 Per- Men wurden getötet, 20 verletzt.

SHtti ist gestern nach Rom abgereist.

DerNieuwe Rotterdamsche Courant" weist Mtaitf hin, daß der Kaiserprozeß auf die Mensch­heit eine äußerst verweltliche Wirkung ausüben würbe und daß er sogar Jahre dauern könnte, « er ehrlich geführt würde.

Das Ministerium Millerand ist endgültig ge- Met, es enthält 21 Parlamentarier.

Kohlennot!

Das Wesen des Dilettantismus besteht darin, daß er etwas um nchi zu sagenalles-" an- greift, was er nicht kennt und nicht kann. Sein

httvorragendftes Kennzeichen ist U Stiller charakterisiert das in seine

nklarheit.

in seinenProsaischen

Schriften folgendermaßen:Er nimmt das Dunkle für das Tiefe, das Wilde für das Kräf­tige, das Unbestimmte für das Unendliche, das Sinnlose für das Uebersinnliche/ Dieser Dilet­tantismus ist auch die Ursache unserer gegenwär- tigm Kohlennot- Aus allen Teilen des Reiches treffen Hiobsposten ein, die über die Stillegung zahlreicher Betriebe infolge Kohlenmangels be­richten. Auch Hanau steht vor einer Kata- ^""he, wenn nicht bald Hilfe kommt. Unser täts- und Gaswerk lebt, um mit dem zu reden, aus der Hand in den Mund, s Es weiß am Abend nicht, wann eS am nächsten Tage Strom und Gas abgeben, wann es der Jn- Nme die Möglichkeit geben kann, zu schaffen, ihre Arbeiter zu beschäftigen^, produktive Arbeit, dir wir heute doppelt brauchen können, zu leisten. Kroße Aufträge, die verschiedenen Zweigen der hiesigen Industrie erteilt wurden, können nicht erledigt werden, weil es an elektrischer Kraft, an Kohlen mangelt. Diese Kohlenkalamität war im vergangenen Sommer vorauszusehen, und den- "»ch ist man trotz ernster Mahnungen über hapierne Maßnahmen nicht hinausgegangen, alle gutgemeinten Ratschläge haben bei den Herren °er Regierung, die jedenfalls in warmen Räu- ^ fitzen, keine willigen Ohren gefunden, in unserer Wirtschaft herrschte, um mit Schiller zu Men, das Dunkle, das Wilde, das Unbestimmte, W Sinnlose. Ich habe bereits in den Tagen »es Vorsommers an anderer Stelle darauf hin- Mvirsen, daß nur ein großangelegtes Hilfswerk, slN Hindenburg - Programm der Arbeit der drohenden Not steuern könnte. Ein Mdenbucg-Programm, wie wir es im Kriege Schabt haben. Gleichzeitig erinnerte ich aber °uch daran, die Versorgung der Bergleute mit ^oensmitteln zu verbessern, da was die For- Mmgm inzwischen ergeben haben eine der Möeutenbften Ursachen des Sinkens der Kohlen- > raerung die jahrelange Unterernährung der ^gleute sei. Maßnahmen zu einer besseren Be- cherung der Bergleute mit fetthaltigen Lebens- »Meln hätten damals ungesäumt ergriffen ^rven müssen, da selbstverständlich eine bessere J"^^ Zeit gebraucht, um ihren Einfluß auf ..' Forderung auszuüben. Wenig oder nichts m dieser Hinsicht getan worden erst seit dem oanuar d. Js. erhalten die Bergleute Zusatz- t»^^Eel. Wann die Wirkung dieser Not- adsaktion eintritt, läßt sich nicht sagen, jeden- »ak ^. Diesem Winter nicht mehr. Diese Maß- >^^ lst ein Musterbeispiel, wie heute regiert konnte die Regierung nicht schon im ... ^c zu der Einsicht kommen, die bei ihr heute ktanuntrn beginnt, zumal es an ernsthaften S"W nicht gefehlt hat? Heute ist die ^ Muhrung dieser Maßnahme schwieriger als ^ vergangenen Sommer, wo uns die Lebens- j.f, Im Ausland in Hülle und Fülle ange- m^den» wo sie noch die Hälfte des heuti- ^ Efes kosteten. Damals mußte die Regie- k® zugreifen, um den Schwerarbeitern unter W die physische Möglichkeit für eine Mehr- i(3 zu sichern. Doch man tat es nicht, wie kuf, ^ unterblieb. Man traktierte die Serg= U.^-^ Zetteln und Plakaten und Aufrufen, to r y b Augen übergingen, aber weder satt Hj7 k uungsfähig davon wurden. So stehen iltohs r Sitten in einer Kohlennot, die kata- ^Kn^Tlm unb angesichts der zahlreichen ^ Regungen zu unserem Untergang füh- i^.^siverständlich muß neben diesem soeben ih»86^^ schweren Unterlassen auch die unzeit- keEurführung des AchtftundentaaeS

für die Minderförderung an Kohlen verantwort­lich gemacht werden. Man mag zu dem Acht­stundentag stehen, wie man will; in einem Augenblick, wo N o t st a n d s a r b e i t zu lei­sten war, Arbeit wie nie zuvor, wo alles, aber auch alles nach Mehr arbeit schrie, in diesem Augenblick durfte man nicht daran gehen, zwangsweise die Arbeitszeit zu beschrän­ken; man wird es auch ablehnen müssen, die Sechs stundenschicht einzuführen. Es mußte damals klar ausgesprochen werden, und muß auch heute wieder vor unserem Volke als nationale Forderung aufgehängt werden, daß Notopfer nicht nur vom Besitz, sondern auch von der A r b e i t zu bringen sind. Gesetze gelten immer nur für die Zeit und es gibt keine Menschmsatzung, die unabänderlich wäre. Unsere Kriegsgesetze", die alles über den Hausen ge­worfen haben, beweisen es.

Fassen wir endlich Gegenwart und Zukunft ins Auge. Wir sind heute ohne Kohlen, unsere Hände werden steif gemacht, Hunderttausende von Händen werden zumFeiern" gezwungen, die Betriebe werden stillgelegt, eine Verkehrs- specre wird bereits angedroht. In diesem Augen­blick dürfen wir nicht abwärten, sondern handeln? DaS geben, was nötig ist, rasch und aus­reichend, ohne zu zögern, bis d a t q u i cito dat. Doppelt gibt, wer schnell gibt. Und im übrigen, niederschlagen alles, was unser Voll von der Arbeit abhalten will. Die Kohlenfrage ist heute die Arbeitsfrage schlechthin, von deren Erfüllung für uns alles, aber auch alles abhängt. Oder ist man etwa immer noch anderer Ansicht? Die letzten Tage dürften auch in Hanau Niemand im Unklaren darüber ge-

lassen haben.

rh.

interniert wird und zwar zu Bedingungen, welche den Alliierten die Bürgschaft geben, daß seine Bewegungsfreiheit wesentlich beschränkt wird-

Eine bemerkenswerte holländische Stimme.

Amsterdam, 21 Jan. (Priv -Meld.)

DerNieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt in seinem Leitartikel, man habe stark den Ein­druck, daß das Vorgehen gegen den Kaiser mehr auf Völkerrecht und den Einfluß von Geistern zurückzuführen sei, die man einst rief und jetzt nicht wieder los werde, als auf Erwägungen über die Menschenrechte. Das Blatt weist darauf hin, daß der Prozeß auf die Menschheit eine äußerst verwerfliche Wirkung ausüben würde, und daß er vielleicht Monate, ja sogar Jahre dauern könne, wenn er ehrlich geführt werde, und daß dabei die gesamte schmutzige Wäsche der europä­ischen Politik von 1916 zum Vorschein kommen werde und daß Fluten des Haffes hochschlagen würden. Und dies gerade zu einer Zeit, in wel­cher vor allem an Aufbau gedacht werden und die Versöhnung zwischen den Völkern gesrrcht werden müßte, wenn nicht das gesamte Zusammenleben im Chaos untergehen solle. DerNieuwe Rot­terdamsche Courant" kommt zu dem Schluß, daß Holland daher dem allgemeinen Zusammenleben keinen größeren Dienst erweisen könne, als wenn es sich weigere, den Kaiser herauszugeben.

MilleranSs Kabinett.

«« Genf, 21. Januar.

Unter den neuen Persönlichkeiten des Kabinetts Millerand ist die für uns wichtigste die Andre Lefev- res, der das Portefeuille des Kriege? übernimmt. Dieser außerordentlich einssußreiche Deputierte -orderte

sq-Achnu-Wi-k 6d a^iiji®rttB

während der ganzen Friedensverbandlungen die voll

18 Tote 20 Verwundete.

WB. Berlin, 20. Januar.

Eestem nacht zwei Uhr entgleiste kurz vor Schneidemühl der in der Richtung von Berlin kommende Post- und Eilgüterzug 6117. An­scheinend infolge eines verbrecherischen Anschlages durch Lösen der Schienenlaschen entgleisten die Wagen des Eilgüterzuges und sperrten das nebenliegende Gleis der Richtung SchneidemühlBerlin. Kurz darauf fuhr der von Schneidemühl kommende Vorzug des D-Zuges 4 in die Trümmer der umgestürzten Güterwagen hinein und entgleiste. Die zur Deckung des entgleisten Eilgüterzuges auf das Gleis des D-Züges ausgelegten Knallkapseln, die diesen Zug zum Halten veranlassen sollten konnten wegen der kurzen Zwischenzeit nich mehr weit genug vorgelegt werden, um den Zug rechtzeittg zum Halten zu bringen. Von den Reisenden des D-Zuges sind 18 getötet und 20 verletzt, darunter acht schwer. Die Namen der Getöteten und Verletzten werden möglichst bald bekanntgegeben. Aerztliche Hilfe wurde sofort von benachbarten Orten herantzezogen. Der Personenverkehr wird durch Umstergen an der Unfallstelle aufrecht erhalten.

Zur Austteferungsfrage.

Inland wie Ausland beschäftigt sich gegen­wärtig mit der Frage der Auslieferung des ehe­maligen deutschen Kaisers. Ein großer Teil der holländischen Blätter hüllt sich allerdings in Stillschweigen, sie begnügen sich mit dem Ab­druck der Ententenote. Die auffallend gemäßigte Haltung eines großen Teiles der alliierten Presse läßt darauf schließen, daß es zu den äußersten Bewicklungen nicht kommen wird. Hier­mit ist aber nicht gesagt, daß nicht von alliierter Seite ein Versuch unternommen werden wird, bestimmte Forderungen über die Bchandlung des Kaisers in Holland zu stellen.

Der Haager Korrespondent desBerliner Tageblattes" berichtet über die AuSlieferungs- frage:Vaderland" schließt mit einigen ironi­schen Worten über die gegen den Kaiser gerich­teten Anklagen, die auf die Engländer im Buren- kriege ebenfalls aufreffen würden:Holland hat immer seinen Respekt vor dem Recht und seine Liebe zur Gerechtigkeit bewiesen. Das steht am Schluß der Note. Dieses Lobes werden wir uns dadurch würdig erweisen, daß wir den Aus- lieferungsantrag abweisen." . . . Ich erfahre mit Bestimmtheit, daß Pichon sich geweigert hat, seinen Namen unter das Äuslieferungsgesuch zu setzen, nachdem die völlig ablehnende Haltung Amerikas schon auf der Friedenskonferenz bei der Beratung des Art. 227 unumwunden zutage trat.

Daily Chronicle" meldet, daß es nicht un= wahrscheinlich ist, daß man zur Lösung der Schwierigkeitcri und zur D^Mlsidung gespannter Beziehungen zwischen den Alliierten und Holland ein Abkommen treffen wird, nach dem der Kaiser

........., ^ barnhotsts vermieden werde, - und gerade jetzt bat Lefevre seine Propaganda in der Presse

nex ausgenommen und hat dieser Tage bei der Bera­tung der provisorischen Budgetzwölitel die Forderung der Entwaffnung Deutschlands abermals auf die Tribüne der Kammer gebracht. Daß Millerand diesem Mann jetzt das wichtige Portefeuille des Krieges gibt, wird von einigen Blättern als Zeichen einer erhöhten

Wachsamkeit- gedeutet. Anzeichen dafür, daß naueften Ausführung werde.

Zum mindestens sei eS ein der neue Minister auf der ge« bei Friedensvertrages bestehen

WB. Paris, 20. Januar.

Das Ministerium Millerand enthält 21 Parlamen­tarier. Davon entfallen auf dir republikanischen Socialisten 5, auf die Linksrepublikaner 8, auf die Radikalen 2 und auf die Radikalsozialisten 4, auf die republikanische Linke einer, auf die demokratische En­tente auch einer. Dem Parlament gehören nicht an: der Finanzminister, der Ackerbanminister, der Minister für die befreiten Gebiete und der Unterstaatssekretär für den technischen Unterricht.

WB. Paris, 20. Januar.

DemTemps zufolge hat die französische Friedens­delegation ihre Demissio» beschlossen.

Die Frume- und Adrra-Frage.

Nnabhänrgkeit Albaniens.

WB. Berlin, 21. Jan. (HavaS).

Die jngo-stawische FriedenSdelegation erhielt gestern nachmittag" 4 Uhr die Antwort der Belgrader Regie­rung hinsichtlich de« von Clemenceau, Lloyd George und Nitti ausgearbeiteten Planes zur Lösung der a d r i a t i s ch e n F r a g e. In dieser Antwort unter­breitet die Belgrader Regierung folgende Vorschläge:

1. Jugo - Slawien verzichtet barauf, die Herrschaft über Fiume zu fordern und willigt ein, daß dieses unter die Oberhoheit des Völkerbundes gestellt wirb, dem auch die diplomatische Vertretung übertragen wird.

2. Die Jugo-Slawen willigen gleichfalls ein, daß die in Dalmatim gelegene Stadt Para als unab­hängige Stadt erklärt und unter denselben Bedingungen lote Fiume unter die Oberhoheit des Völkerbundes ge­stellt wird.

3. Die Jugo-Slawen willigen in die Annektion der Inseln Lussin und Pelagola durch Italien ein.

4. Der serbisch-kroatisch-slowenische Staat gesteht den italienischen Dalmatinern, die einige tausend Per­sonen umfassen, das Recht zu, für Italien zu optieren, ohne das Gebiet der Jugo - Slawen verlassen zu müssen.

5. Der serbisch-kroatisch-slowenische Staat gibt seine Zustimmung dazu, daß die von den italienischen Staats­angehörigen hinsichtlich ihrer industriellen Unterneh- niungen in Dalmatien erworbenen Rechte durch ein internationales Abkommen garantiert werden.

6. Die Jugo - Slawen erklären sich einverstanden mit der Demilitaristerung der adriatischen Inseln, je­doch unter der Bedingung, daß Lissa, das ganz von Slawen bewohnt wird und wirtschaftlich mit Dalmatien verwachsen ist, dem serbisch-kroatisch-slowenischeu Staat verbleibt.

7. Die Belgrader Regierung weist jedoch jede Aen­derung an der Wilson'schen Linie sowohl in der Rich-I tuncf von Seuosetsch, als auch von Volasc« - Abbadia I zurück. I

8. Bezüglich Albaniens wünscht die Belgrader Re-I ateruna. daß besten Unabbänaiakeit anerkannt wird.*

Wenn das aber nicht der Fall wäre, würde sie sich dem Vorschläge der alliierten Regierungen anschließen.

Diese Konzessionen, so wird in der Antwort auS- geführt, die neben der Aufgabe von 400 000 Jugo» Slawen, die durch die Wilson'sche Linie innerhalb der italienischen Grenze zu wohnen kommen, gewährt werden, stellen von Seiten der Jugo - Slawe« dar Aeußerste dar, was' angeboten werden kann, um mit Italien zu einem freundschaftlichen Abkommen zu ge­langen. Sie hoffen, daß diese Konzessionen in dem versöhnlichen Verhalten der italienischen Regierung ein Gegenstück finden werden und ebenso in der Rechtlich­keit der Alliierten.

Nittis Abreise.

N i t t i ist am Dienstag abend nach Rom zurück« gereist.

Eine kommunistifche Geheimdruckerei

--- Berlin, 21. Januar.

Bei der polizeilichen Nachforschung über die Hersteller der kommunistischen Hetzflugblätter Der revolutionäre Arbeiter" und dieRote Fahne" wurde eine Geheimdruckerei entdeckt. Die Hersteller der Flugblätter wurden verhaftet.

Laut Blättermeldungen wurde auch Dr. Alfons Goldschmidt, der Herausgeber der Rätezeitung verhaftet.

Kleine Nachrichlen.

Der Wiesbadener Polizeidirektor verhaftet Polizeidirektor Dr. Thon in Wiesbaden ist von der französischen Behörde verhaftet worden.

Die Verkehrslage in Bayern. Laut amtlicher Meldung ist der Personenverkehr in Bayern gestern teilweise wieder ausgenommen worden. Auf jeder Hauptbahnstrecke wird ein Personen- zugspaar verkehren. Wegen der fortdauernden Kohlennot ist damit zu rechnen, daß auch dieser vorläufige Verkehr bald wieder eingestellt werden muß,. Lte LGneuzüge KA ÄU^ D 26 ab Berlin verkehren.

Auflösung einer Konununistenversamnrlung. In E l b e r f e l d ist eine Versammlung der Kommunisten des Rheinlandes und Westsalens aufgelöst worden. Das im Sitzungssaal beschlag­nahmte Material gab Anhaltspunkte für Vorbe; Teilungen zu einem Sturz der bestehenden Regie­rung. Sämtliche 25 Teilnehmer wurden festge­nommen.

Erledigter Eisenbahnerstreik. Nach demBer­liner Lokalanzeiger" ist in den Eisenbahnwerk­stätten Leipzig-Engelshof nach fünftägiger Dauer des Streiks, an dem 2000 Arbeiter beteiligt waren, gestern die Arbeit wieder ausgenommen worden.

Auflösung eine» Sicherheitswehr. Aus Essen wird berichtet: Der Militärbefehls hab er bat die Sicherheitwehr von Hamborn aufgelöst und ihren Führer festnehmen lassen, weil die Wehr sich bei den Unruhen am 12. d- Mts nicht nur völlig untätig verhalten hat, anstatt die Polizei zu un­terstützen, sondern einzelne ihrer Mitglieder sich an den Plünderungen beteiligt haben.

Beendeter Bergarbeiterstreik. Der Ausstand auf den drei Zechen der Niederrheinischen Berg- werksgesellschaft ist beendet-

Die militärische Räumung in Polen beendet. Die dritte Zone des an Polen abzutretenden Ge­bietes ist gestern ohne Zwischenfall geräumt wor­den. Die militärische Räumung ist damit beendet

Ein Dementi. Die Nachricht, daß Belgien die Provinzen Urundi und Ruanda (Ostafrika) an England abtreten werde, wird dementiert-

Die Riesenverluste durch den Eisenbahner- streik. Durch den zehntägigen Eisenbahnerstreil sind in den preußischen Staatsbahnbetrieben Verluste von über 9 0 0 Millionen Mark entstanden Die Lohnausfälle der Arbeiterschaft für die Streiktage werden mit fast 50 Millionen Mark beziffert.

Verlegung der Zentralleitung der Kommu­nisten. Wie dieP. P. N." erfahren, soll die kommunistische Partei ihre Zentralleitung von Berlin nach Chemnitz verlegt haben.

Das Ende einer Hochverräterin. Das Organ der pfälzischen Separatisten, die in Landau herausgegebene .Freie Pfalz", hat ihr Erschei­nen ganz eingestellt, wohl infolge Mangels an Abonnenten und auch, weil die Franzosen ihre Unterstützung zurückgezogen haben. Den pfälzischen Abtrünnigen und Hochverrätern ist es nicht ge­lungen, ihre Pläne zu verwirklichen und die inksrheinische Pfalz vom Reiche und von Bayern abzutrennen.

Der erste deutsche Dampfer mit einer deutschen Besatzung seit 1914 ist in London eingetroffen, um kondensierte Milch und Seife nach Deutsch­land zu bringen. Es handelt sich um den Ham­burger DampferBorussia". Der Besatzung ist eS nicht erlaubt, von Bord zu gehen.