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MMchrs Organ für Skaöl- «nS Landkreis Lanan

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Rotationsdruckd. Waisenhausbuchdruckerei Sanas Fernfprechanschlüffs Nr. 1237 und 1238

Druckerei

Nr. 15

Monkag den 19. Januar

1920

Das Neueste.

Las BetriebSrätearsetz wurde in der gestrigen SonntagSsitzuna der Nationalver- sammluus in namentlicher Gesamtadstimmung Mit 218 gegen 64 Stimmen angenommen.

Zum Präsidenten der französischen Republik wurde Aul D e S ch a n e l gewählt.

Die Regierung hat außer der Eisenbahnhauptwerk-

Me Ried «och die Eisenbahnhauptwerkstätten Mühl- Hnm-Speldorf und Mitten-Crefeld, sowie die Werkstätte girchweiler geschlossen und sämtliche Arbeiter entlassen.

Trotz ki bezeichnet als die nächste Aufgabe der »»lschewistischen Streitkräfte den Angriff auf Polen und die baltischen Staaten.

Graf Arco, der vom bayerischen Dolksgericht zum £obe verurteilt wurde, ist vom Ministerrat zu lebens- länglicher Festungshaft begnadigt worden.

Der zweite UnterfuchungSaurschuß der National- »rrsammlung gedenkt die öffentlichen Vernehmungen im Februar fortzusetzen.

Das DelriebsrAegefetz angenommen.

An der Nationalversammlung wurde am gestrigen Sonntag die dritte Lesung des Betriebsrütegesetzes zu Ende geführt.

; In der mit Abschnitt 1 (allgemeine Bestimmungen) imdundenen allgemeinen Aussprache erklärt Abg.

(dnatl.), daß seine Partei das Gesetz ablehne, da es dem darniederliegenden Mrtschastsleben den Wiederaufstieg erschwere.

Abg. Dr. Most (D. Lp.) erftärt für seine Partei­freunde die Richtzustimmung zu dem Gesetz, das nicht dem sozialen Frieden dienen würde.

.Abg. Ehrhardt (Z.) betont im Gegensatz zu den beiden Vorrednern, daß die Vorlage für das Arbeiter­wohl einen großen Fortschritt bedeute. Seine Partei stimme dem Gesetz zu, weil sie es für eine zwingende Notwendigkeit halte.

Abg. Henke (U. S.) weißt darauf hin, daß das Reichstagsgebäude auch heute wieder mit Maschinen-

Ören besetzt sei. Unter Vorbereitungen zu neuem nmord werde das für seine Partei unannehmbare Gesetz verabschiedet.

Abg. Ost errath (S.) macht der äußersten Linken sum^Vorwurf, daß von ihren beiden Vertretern bei den 72 Abstimmungen immer mindestens einer fehlte. Das Betriebsrätegesetz sei als Großtat in der Mensch- Msgeschichte zx bezeichne«.

Reichsarbeitsminister Schlicke teilt mit, daß wegen da internationalen Regelung der Sechsstundensckicht den Bergwerkbetriebr» die Verhandlungen demnächst tofßtnommen werden.

Abg. Erkelenz (Dem.) glaubt nicht, daß die In­dustrie, wie es von der Rechten dargestellt werde, an ''isem Gesetz zugrunde gehen werde.

.Die allgemeine Erörterung schließt. Die allge- »emen Bestimmungen werden angenommen, ebenso 5 geringfügigen Aenderungen der Rest des Gesetzes. Das Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündigung in «rast.

. Ln namentlicher Gesamtabstimmung wird sodann das Gesetz mit 213 gegen 64 Stimmen der Rechten "ua Unabhängigen augenommen. Die Mehrheit be= W das Abstimmungsergebnis beifällig.

Der Präsident bittet um die Ermächtigung, den der nächsten Sitzung selbst festsetzen zu dürfe», Wib der Bericht des Steuerausschusses vorliegt.

. Abg. Henke (U. S.) hält eine Vertagung in Mer Zeit für bedenklich. Seine Partei wenigstens iMe sich nach den Neuwahlen.

, Abg. Schulz- Bromberg: Wann kommt endlrch m Wahlgesetz? Das ist doch die Hauptsache.

Das Haus schließt sich dem Vorschlag des Prast- «nten am Schlutz 6-/« Uhr.

Preffeftimmeu.

.. Zur Verabschiedung des Betriebsrätegesetzes hebt

, V o s s. Z t g. * hervor, daß die Geltendmachung Ullcher Bedenken seitens eines großen Teils der Männer, die dem Wiederaufbau der Wirtschaft dienen Wen, nichts zu tun hat mit der rein negativen die dem Unternehmerinteresse zu dienen vorgibt ,°kr mit der agitatorischen und gedankenlosen Be- Wnng durch die Unabhängigen, die nicht einmal Mtcn, die Gestaltung des Gesetzes durch ernste ^beit zu beeinflussen.

^.6MBerliner Tageblatt* heißt es: Das M wird, wie man hoffen darf, erzieherisch für die ^uterschaft selbst sein. Die Praxis ist immer die Lehrmeisterin gewesen.

. DieKreuzzeit nng* rügt die Sonntags- Miligung der Nationalversammlung und sagt, das -^M nehme seinen Lauf.

,. Damit, daß das Gesetz unter Dach und Fach ist, treibt derVorwärts", ist der linksradikale ch!"ummel, auf den sich die ganze Opposition und Mtionstutigkeit der Unabhängen aufbaut, iio.fi <Werlebigt. Das bolschewistische Wahnbild lebt in w Köpfen der Heißsporne weiter, solange die Dcma- «°«u noch Gehör m den Reiben der Arbeiter finden.

Die sranzöfischs PMsiÄerrleNWahl.

Zum Präsidenten der franzssischsn Repu­blik wurde Paul Deschanel mit 734 von 889 abgegebenen Stimmen gewählt.

Das souveräne Volk von Frankreich hat durch seine oligarchische Regierung, durch Senat und Kammer, PaulDeschanelaussieben Jahre zum Präsidenten der Republik küren lassen. Man mag über den Ausgang dieser Wahl denken wie man will, eines ist sicher: Clemenceau, der Tiger", der sich schon auf dem Pcäsidentenstuhl sitzen sah, ist zu Fall gebracht worden. Ganz ge­wiß haben bei dieser Niederlage irgendwelche außenpolitische Dinge, die sich insbesondere auf das Verhältnis zu Deutschland bezogen, keine Rolle gespielt, denn Deschanel ist im gleichen Maße Verfechter des Versailler Vertrages wie Clemenceau. Deschanel wird das von Clemenceau begonnene Werk ohne welche Rücksichtnahme fort­führen.

In der französischen Presse wird die Wahl Deschanels als ein sehr glückliches Ereignis be­grüßt. Die allgemeine Ansicht geht dahin, daß die einmütige Wahl durch die Nationalversamm- lung auf das Empfinden zurückzuführen sei, daß die Kandidatur Deschanels, weit davon entfernt, Kampfkandidatur zu fein, sich im Gegenteil als die ideale Kandidatur der nationalen Einheit darstelle.

Deschanel über die Friedensbedingnngen.

Pariser Blätter melden, daß Präsident Deschanel unmittelbar nach dem Wahlakt Vertreter der Presse empfing, denen er u. a. sagte: Dir Erfüllung der Fri edensbedingungeu durch die bisherigen Feinde werde ich als wichtigste politische

.den ,nc^hsten 6 Jahren ansehe,

Pariser Journal meldet, daß öic >:' n-mmnmrn der Alliierten hinsichtlich der besetzten Gebiete entgültig unabänderlich seien.

Demission des srLMZZMchezt Kabinetts.

WB. Paris, 19. Jan.

Clemenceau hat im Beisein der Minister und Unterstaatssekretäre Herrn Poincare die Kesamtdemission desKabinetts über­reicht.

Die AASttLfsmmgSNILS Msrrsicht

WB. Paxis, 18. Jan. (Havas.)

Dutasta ntergab gestern dem holländischen Ge­sandten in Paris die Note des Obersten Rates, welche die A n s l i e f e r u n g des Exkaisers beelaugt. Das Schriftstück, das sich auf Art. 227 des Versailler Vertrages stützt, appelliert an den Gerechtigkeitssinn der holländischen Regierung und ersucht diese, sich dem Wunsch der Alliierten anzuschließen, eine exempla­rische Strafe festzusetzen.

DieTimes" ntelbet aus Paris, daß an eine Verzichtleistung auf eine Aburteilung Wilhelms II. nicht zu denken sei.

Maßnahmen gegen Teutschkarrd?

Reuter meldet aus Paris: Die Alliierten werden sich mit einer Weigerung Hollands, Kaiser: Wilhelm zur Aburteilung herauszugebe«, nicht, zufrieden geben. Sofern Hollands Entschließung tatsächlich ablehnend sein sollte, hätten die Alliierten Vorkehrungen ge­troffen, durch Deutschland den Kaiser an­fordern zu lassen.

*

Die demokratische Fraktion des bayrischen Land­tags hat den Antrag cmgebracht, die bayerische, Re­gierung möge bei der Reichsregierung dahin wirken, daß von dieser alles geschieht, um die Bestimmungen des Versailler Vertrages über die Auslieferung, deren Ausführung Regierung und Volk mit anunslöschlicher Schmach bebeefen müßte, nicht zur Ausführung ge­langen zu lassen.

Wetters ^Schüetzrtng von Ettsn- LKhnWerWMen.

@ntl(MW0 der Arbeiter.

WB. Berlin, 19. Jan.

Außer der Eisenbahnhauptwerkstätte in Ried hat die Regierung während des letzten Eisenbahnerstreiles wegen Unwirtschaftlichkeit des Betriebes auch die Eisen- bahnhauptiverkstätte Mülh eim - Speldorf im Eisenbahndirektionsbezirk Essen und die Eisenbahn­hauptwerkstätte Witten-Crefeld-Bochum im Eisenbahndirektionsbezirk Köln geschlossen und sämt­liche Arbeiter entlassen. Ferner wurde den Eisenbahn- arbeitern und der Betriebswerkstatt K i r ch w e i l e r int Eisenbahndirektionsbezirk Münster, die zunächst pasnve Resistenz übten und dann gleichzeitig in den wilden Streik traten, eine Frist zur Wiederaufnahme gesetzt. Da Die Arbeiter von der Bereitwilligkeit der Verwal­tung, sie weiterhin zu beschäftigen, /einen Gebrauch machten, sondern weiterhin ihrem Dienst scrublieben, sind sie gleichfalls entlassen worden. Ju aUcn Kälten «lsnbis die Renierun« wie bei ber Eisen-

bahnwcvkstätte Nied eins weitere Vergenbnng von DtaatsAelbsrn vor dem Volke nicht ver­antworten $u können.

Ein porNische^ GewKttaKk.

Von amtlicher Stelle wird mitgeteilt: Mit dem polnischen Verbindungsoffizier beim Gouvernement Thorn wurde am 15. Januar vereinbart, daß die Polen am Abschnitt Arqenau am 17. Januar vormittags 10 Uhr die vorderen Linien überschreiten. Die deutschen Truppen sollten in der gleichen Zeit Seedorf, Wallow und Strchatoski mit den letzten Teilen überschritten haben. Dieses Abkommen wurde am 15. Januar nachmittags durch den polnischen Verbindungs­offizier durch einen Kurier der polnischen Be­fehlsstelle übermittelt. Am 17. Januar um 5.30 Uhr vormittags wurde die Feldwache am Stellwerk südlich der Station Argenau von polnischen Truppen überfallen. Ein Mann der aus acht Mann bestehenden Feldwache ist mit der Meldung zurückgekommen. Der Kompagnie- führer der Maschinengewehr-Kompagnie ließ darauf^ 3 Maschinengewehre am Südende von Argenau in Stellung bringen. Gegen 6.30 Uhr vormittags gingen starke polnische Schützenlinien umfassend gegen Argenau vor. An bem sich entwickelnden Gefechte nähmen auch mehrfach Einwohner von Argenau teil. Ein Zug M.-G. und eine Abteilung einer Infanterie- Kompagnie wurden zum Rückzug gezwungen. Der größte Teil der deutschen Besatzung mit einem Teil der Pferde und Geräte geriet in Gefangenschaft, Die Höhe der blutigen Verluste ist noch nicht bekannt. Der polnische Verbindungs­offizier ist mit einem Offizier des Gouvernements Thorn und der Führer der Maschinengewehr- Kompagnie zur Aufilärung und Feststellung des McMeMnves nach Argenau gesahrey. Das Gouvernement Thorn hat sofort die Herausgabe der Gefangenen, der Waffen, sämtlicher Pferde und der Fahrzeuge verlangt. Am Abschnitte Otlotschin ist die Räumung ohne Zwischenfall erfolgt.

. Der Einmarsch der polnischen Truppen in Thorn erfolgte am Samstag nachmittag. Die Straßen waren geschmückt. Polnische Vereine und Schüler bildeten Spalier. 3in Rathause erfolgte dann die Uebergabe der Stadt. Sn der Nacht hatte der polnische Volksrat an allen Ecken polnische Straßenbezeichnungen angeklebt. Die BslschLWMsn gsgerr Po!en.

DieWashingtoner Post" meldet, daß Trotzki er­klärte, die nächste Aufgabe der bolschewistischen HeereS- streitkräfte sei der Angriff auf Polen und die bal- schen Staaten.

GZHZNkssiEr öse NsichsgrünKung

Der Reichsclub der Deutschen Volkspartei bat sich gestern in den Festräumen des Abgeordnetenhauses zu einer Gedenkfeier der Gründung des Deutschen Reiches zusammengesunden. Die Festrede hielt der Rektor der Göttinger Universität Professor Brandt. Nach ihm sprach Abgeordneter Stresemann über das Programm der Partei. Sie wolle die kommenden Geschlechter darin schulen, daß sie mit aller Entschlossenheit den Kampf aufnehmen, um die durch den FriedcUsvertrag zerrissenen und zerfetzten alten Reichsgrenzen wieder bereist eilen. Als wichtigste Gegenwart-aufgabe be­zeichnete der Vorsitzende des Rcichsklnbs die Wieder­herstellung der Autorität, die Reubelebung der Arbeits­lust und die sachliche unpolitische Behandlung aler Wirtschaftsfragen inKammern bet Arbeit", die aus Berussorganisätionen zusammengesetzt seien.

Forderrmgen der Landwirlschaft.

Berlin, 19. Jan.

Die vier wirtschaftspolitischen Verbände der deutschen Landwirtschaft (Bund der Landwirte, Deutscher Landebund. Vereinigung der deutschen Bauernvereine und Deutscher Bauernbund), hielten mit Vertretern der vier bürgerlichen Parteien vom Reichs- und Landtag eine Beratung über unsers Ernährungs- und Wirtschaftslage ab. Die vier Verbände fordern in einem Programm u. a., die Freigabe der Viehwirtschaft, der Be­wirtschaftung der Kartoffeln, des Brotgetreides, der Milch und der Kuhbutter. In eingehender Debatte stimmten die Fraktionsredner dem Grund­gedanken zu. Es soll versucht werden, dem Reichs- wirtschaftsminister wegen der Schwere seiner Ver­antwortung einen parlamentarischen Beirat zur Seite zu stellen.

Eins ürtsrnaSLonale Airmnz- matznahme.

Die amerikanischen Zeitungen besürworten den bereits gemeldeten Plan einer internationalen Finanzmatznahme zur Gesundung der wirtschaft- lichen Weltlage. Die Preise weist auf die Festi­gung der deutschen Verhältnisse hin, die die raime Unterdrückung der Putsche erkenne« laße.

Aus StoStzokm wird weiter gemeldet:

Der Aufruf zu einer in teznationalen Hilfsaktion für die wirtschaftliche Wieder» aufrrchtung Deutschlands und Oesterreichs wvrde hier von den Spitzen der Finanz, den Führern der großen politischen Parteien, sowie mehreren Pro- feßoren der Nationalökonomie unterzeichnet. Marcus Wallenburg überreizte ihn gestern der schwedischen Regiemng, für die der Staatsminister das lebhafteste Jntereffe aussprach und die Unter­stützung auf einer internationalen Finanzkonferen, zusagte.

Lokales.

Hana«, 19. Januar.

Sln unsere Leser und Inserenten 5

Die Abgabe von elektrischem Strom soll nach einer unterm 17. d. Mts. erlassenen Anordnung des Magistrats von heute ab von 8 Uhr vor­mittags bis 1 Uhr mittags und von 6 bis 9 Uhr abends erfolgen. Entgegen dieser Anordnung setzte die Sperre heute früh schon um */»8 Uhr ein und wurde bis gegen 11 Uhr durchgefiihri. Durch diedamit verbündenentechnischen Schwierig­keiten mußten wir den Umfang der heutigen Nummer unserer Zeitung auf vier Seiten be­schränken und mehrere für dieselbe bestimmte polittsche und lokale Nachrichten sowie Inserate zurückstellen. Den Grund, der zu der besonders die wirtschaftlichen Betriebe überraschenden Maßnahme führte, konnten wir nicht in Er­fahrung bringen, da das Elektrizitätswerk telephonisch nicht zu erreichen war.

Gegen eine weitere Preiserhöhung des ZsitungsdruckpsNiers.

In einer am 14. d. M. in Frankfurt c. M stattgefundenen Kreisversammlung des Vereins Deutscher Zeitungsvsrlsger wurde gegen eine beabsichtigte wsiterePreiserhöhung des Zeitungs- druckpapiers scharf Stellung genommen und fol­gende Entschließung gefaßt:

Noch sind die unheilvollen Folgen des unge­heuerlichen Ausschlags des Zeitmigsdruckpapiers am 1. Januar nicht zu übersehcu, geschweige denn ver­wunden und schon melden sich Anzeichen, die anstatt der in Aussicht gestellten Senkimg eine abermalige Erhöhung des Papierpreises möglich erscheinen lassen.

Die ant 14. Januar in Frankfurt a. M. tagend« Kreittersammlung deS Vereins Deutscher Zeitung»- Verleger bittet den. Haupivorstand, dringend gegen jede Erhöhung des Pavierpreises energisch Front zu machen und bei den in Betracht kommenden Regierungsstellen und Papierfabriken alles aukzu- bieten, um den sonst unausbleiblichen Zusammen- bruch deS Zeitungsgewerbes zu verhindern."

Die Entschließung wurde dem Hauptvorstand telegraphisch übermittelt.

Pfsr-sMUfterung für die Enlenke.

Wir erhalten nachstehendes Stimmungsbild von den jetzt allenthalben im Kreise stattfinden-- den Pferdemusterungen, bei denen die an die Entente abzugebenden Pferde ausgesucht werden::

Nun stehen sie wieder da, wie in den Som- mectagen' 1914, all die schönformigen Oldenbur- ger, Ostpreußen, Holfteiner, Rheinländer und vereinzelt auch die schweren Belgier. Sie sollen alsWiedergutmachungsobjekte" für den gierigen Feind gelten. Mit unbesorgten Gesichtern halten die Führer die Halfter und doch sind es für sie bange Minuten, diese Mustecyngen. In ihrem Innern jagen sich die Gedanken. Eine Bio­graphie derBella" entrollt sich im Geiste vor deren Eigentümer. Wie er das aus dem Kriege zurückgekommene Tier erwarb, struppig, entkräftet, der landwictschaftlichen Arbeit entwöhnt. Welche Mühe er selbst und der Knecht darauf ver­wandten, das Tier herauszufüttern, aus ihm einen brauchbaren Helfer zu machen. Fast war es so weit. Und nun? . . . Werden sie dir das Pferd nehmen? Wird nicht gerade das meine der Kommission ins Auge fallen? Sollte alle Mühe umsonst gewesen sein und du wieder von vorne anfangen müssen? Das sind die Gedanken, die mehr oder weniger irr den Hirnen der Pferde­halter spielen. Und dann kommt der Moments Kritischen Blickes hält die Kommission ihre Schau und bestimmt, unbekümmert um den Gedanken­gang des Einzelnen die Herren sind ja keim Gedankenleser nach ihrem Gutdünken zwei, drei Tiere. Ein Aufatmen geht durch die Reihe nur diejenigen, deren Tiere notiert sind, verlassen gedrückt den Platz. Geopfert dem Vaterland! - >

Das Interessante bei diesen Musterungerr ist, daß fast überall im Kreise nach gut einem ^ahr« Waffenruhe trotz aller Futterknappheit nueder ein Stamm Pferde herangezogen wurde, der unsers! Landwirtschaft alle Ehre macht. Die meistert Tiere befinden 5eü outen. Formen, man wc»