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Amtliches Organ sät Stadt- und Landkreis Kam»

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

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Nr. 13

Freitag -sn 16. Iasuar

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich. Hultich: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a. M. Rotationsdruüd.Waisenhausbuchdruckerei Hanau Fernivrechanichlüsse Nr. 1237 und 1238

pur

1926

Das Neueste.

Die ftanzösischen Regiernngschefs genehmigten den Wortlaut der Note an Holland über die Ansliefernng Kaiser Wilhelms II. Die Note wird morgen über- uicht werben.

Clemenceau hat seine Kandidatur für die französische Präsidentschaft angenommen.

In Frankfurt kam er gestern nachmittag zu einem Zusammenstoß zwischen Dcmonstrantkn und Reichs- wehrtruppen. Drei Personen wurden verletzt.

Vor dem Münchener Volksgericht begann gestern die Verhandlung gegen den Leutnant Grafen Anton Arco-Vallley, der im vorigen Jahre den baye­rische» Mnisterpräsidenten EiSner erschaffen hat.

Sie wird zur Anwendung der Macht greifen müssen, um die Arbeit zu schützen, um die not­wendige Sicherheit für Leib und Leben denen zu geben, die das Evangelium des Sozialismus nicht nur mit den Worten, sondern mit der Tat bekennen wollen. Anwendung der Macht bedeutet heute Nothilfe für unser Volk, und in dieser Nothilfe muß jeder einzelne die Regierung, welcher Partei sie auch immer angehören mag,

unterstützen.

rh.

An die Vernunft!

»Mit den an den unglücklichen Opfern schul­digen unabhängigen und kommunistischen Draht­ziehern muß die Arbeiterschaft endlich aufräumen Jetzt wi rd die Parole zum Generalstreik aus ge­geben. Die Anhänger der Diktatur und des TerrorismuS wollen mit dem Blut ihrer Opfer ihre Agitation treiben. Aus dem Unglück und der Not unseres Volkes, dem Zufammen-- druch unserer Wirtschaft hoffen sie, ihre Herr­schaft aufrichten zu können. Arbeiter, Angestellte, Ihr steht vor der schwersten Entscheid Kg. Es geht um Sieg oder Vernichtung des deutschen Volkes. Generalstreik bedeutet Sieg der rohen Gewalt und Hungersnot! Nieder mit dem Ge-

Terror.

ImVorwärts" häufen sich wieder die Klagen darüber, daß die Arbeiter vielfach mit roher Gewalt zum Mitstreiken gezwungen werden. Es wird in diesen Zuschriften auch beklagt, daß in gleicher Weise die Arbeiter vielfach zur Teilnahme an dem Demonstrationszug am Dienstag gepreßt worden sind. So habe mittags in einer Werkstätte der Eisenbahner eine von unabhängigen und kommu­nistischen Drahtziehern wohl vorbereitete Versamm­lung stattgefunden, in der an Demagogie, Lüge und Verdrehung das Menschenmögliche geleistet worden sei. Mit Wut im Herzen und gepackt von einem heiligen Zorn gegen die gehässigen Aufwiegler habe dann etwa die Hälfte der Kollegen, die nicht den Mut aufbringen konnte den gewissenlosen, sich wild und stark gebärdenden Verführern entgegenzutreten, die Versammlung verlassen. Sie hätten das auch aus der Empfindung herausgetan, daß die Eisen­bahnverwaltung die Kollegen gegen den Terror,, der auch von den Kontrollausschußmitgliedern, die die Produktion heben sollen, ausgeübt wird, nicht schütze. Es sei dringend notwendig, daß Maß­nahmen getroffen würden, damit alle verantwort­lichen und besonnenen Arbeiter und Beamten wieder Zutrauen haben und sie vor dem Terror der ge­wissenlosen Aufwiegler geschützt werden.

Wehrtruppen und Sicherheitsmannschaften absperren. Gegen 4 Uhr sammelten sich hinter der Absperrungs- linie große Menschenmassen an, die die Sicherheits- truppcn beschimpften und in das Schunranutheater einzndringen versuchten, was aber von den SicherheitS- mannschaften verhindert wurde. Darauf bildete sich ein Demonstrationszug, der sich unter Vorantragung einer roten Fahne durch die Kaiserstraße nach dem Bismarckdenkmal, wo Bezirkssekretär P o r t n n c itnb Toni Sender Ansprachen hielten gegen die Re­gierung im allgemeinen und gegen WoSte." Kurz nach 5 Uhr rückten Reichswehrtruppen an, die den Platz absperrten und die Menge nach der Kaiserstraße zurück- zudräugen suchte. Die Soldaten wurden von der Menge in der wüstesten Weise beschimpft und mit Gegenständen beworfen. Als die Menge versuchte, mehreren Soldaten die Gewehre zu entreißen und gegen sie vorzugehen, ließ der Abteilungsführer mehrere Schreckschüsse in die Luft abgeben, worauf die Menge auseinanderstob. Nach wenigen Augenblicken war die Ruhe wieder hergestellt. Zur Sicherheit der öffent­lichen Gebäude sind umfassende Maßnahmen getroffen. Durch die Schreckschüsse wurden drei Personen ver- wundet.

Abends gegen 10 Uhr drang eine größere Menschen­menge in den Hauptbahnhof ein. Die Reichswehr entfernte die Leute, räumte die Wartesäle und ge­stattete den Eintritt in den Bahnhof nur noch gegen Fahrtausweis.

Eme Mole über die ArtsliLferuNZ Wilhelms!!.

'= Paris, 16. Jan. (Privat.-Telegr.)

Havas meldet: Die RtgiernitgSchefs ge- nehrnlgten gestern Donnerstag den Wortlaut der Note, die im Namen des Dürrsten Rates an die Mdllandifche Regiernng gerichtet wird, und das Begehren anf Auslieferung Kaiser Wilhelms II. enthält. Die Note, die wahr­scheinlich morgen Samstag übermittelt wird,

mannes wenigsten? in Betrieben des Handwerks und des ZertungSgewerbeS die Zahl der erforderlichen Ar­beitnehmer von 5 auf 10 heraufsetzen will. Die Ab- lehwmg dieses Antrages erfolgt in namentlicher Ab­stimmung mit 227 gegen 66 Stimmen.

In 8 4 wird für Land- und Forstwirtschaft die Wahl eines Obmannes von dem Vorhandensein von mindestens 10 ständigen Arbeitern abhängig gemacht. Unter Ablehnung von Abänderungsanträgen der Deutschnationalen und der Unabhängige» wird § 4 angenommen.

In 8 5 wird die Errichtung von Arbeitnehmer- vertretungen für die See- und Binnenschiffahrt einem besonderen Gesetz vorbehalten.

Nach 8 6 sind neben Betriebsräten, in denen Ar­beiter und Angestellte sitzen, noch Arbeiter- und Auge- stelltenräte zu errichten zur Wahrnehmung der beson­deren Interessen der Arbeiter und Angestellten.

Abg. Kähnen (Unabh.) beantragt Streichung dieses ominösen Paragraphen. Er untergrabe in reak­tionärer Weise die einheitliche Aufgabe der Betriebs­räte.

Reichsminister Schlicke: Der RegierungSentwurf stellt die Betriebsräte in den Vordergrund. Die Bemängelung des Vorredners trifft also nicht zu.

Der Antrag der Unabhängigen wird abgelehnt. Gegen 2 Uhr tritt eine Mittagspause ein

Mso lautet du .Die Sitrt Opfer der Stäre- btftatur* Werschriebener Aufruf des Vorstandes der Berliner Bezirksorganisation der sozialdemo- kraftscheu Partei an bie Arbeiter, Angestellten wb Parteigenossen. .Es geht um Sieg oder Veinichtung des deutschen Volkes^ Ganz richtig, es geht heute um Sieg oder Vernichtung des deut­schen Volkes und der Eintritt in einen General­streikes bedeutet das letztere. Die ausländischen Preffestimmen lassen bereits erkennen-, welchen ab­schreckenden Eindruck das letzte Berliner Blutbad auf das Ausland gemacht hat und dieser Eindruck -an» für uns heute schwere Folgen haben u. unsere auf die Höhe treiben. Man leiht einem Un- ernehmer kein Geld, dessen Betrieb im Feuer und die Hilfe für uns kann doch nur aus dem Auslande kommen. .Generalstreik bedeutet ^ra her rohen Gewalt und Hungersnot!" Ge­neralstreik macht uns zu einem vollkommenen Lrummerhaufen, bringt uns die Blockade, die yunderttausende und Millionen Menschen unseres -bolles in den Hungertod führen würde. So und M anders würde es kommen. Deshalb muß der "Usruf der sozialdemokratischen Partei von jeder­mann unterstützt werden, weil er einen Appell an die Vernunft bedeutet.

. .Die Lehre der Anhänger der Diktatur und 2 -errorismus bedeutet Krieg nach innen, nach außen; sie will mit Feuer und $Wrt, mit brutaler Gewalt durch die Welt dn-ng-en, die Lehre des Wahnsinns. Willig, nur □u willig folgt die Arbeiterschaft gegen die fisere Einsicht und gegen ihre eigene Ueber- PSung den Parolen dieser die Diktatur veMa- enden Führer. Das muß anders werden, wollen K nicht untergehen in Hunger und Elend. Wir nnen heute keinen Generalstreik, sondern nur gebrauchen. Nur die Arbeit kann und muß "-ster Volk aus den eisernen Ring von Nöten ^^aushauen. Arbeiter Deutschlands, besinnt euch ^-s euch selbst und eure Mission dem deutschen gegenüber! In eure Hände ist das chichal unseres Volkes, das Schicksal eurer Kin- av gegeben! Nehmt die Freiheit, die das neue k ^ jedem bietet auch für euch, packt sie

, ^^ Händen zugleich mit der G er e ch- Bfi? ^ Denn wo diese fehlt, da ist keine Frei- d/<§Pe Freiheit, die dem Mitbürger im Staat Uns auf den Nacken setzt, ist Tyrannei.

Tyrannei ist es, die wie als Todfeind supfen müssen, bis zum letzten Atemzüge.

^^^.. deutsche Volk steht vor der schwersten zu^'^dung: Sieg oder Untergang! Kommt es sj.^ '^neralstr-eik, dann ist unser Schicksal be- iwi richten deshalb heute nochmals einen Jiwr an ^" letzten und höchsten Richter, einen feih, 101 die Vernunft. Sie soll und muß ent- tz,,E"' Deutsches Voll laß die Stimme der Wv ' ^c ^^ Gott dir gab, nicht übertönen fon^.e dröhnenden Worte der Brandrednec, b^ Abgrund, der sich vor dir, dich Zukunft auf tut! Die Regierung fe«!^' d"S ist zu erwarten, an den nötigen fet&M ^ ^ur Unterdrückung des neuen Ver-

an unserem Voll«. rMt Mm lassen.

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ian. »ott Deut

Wie der Verband der Metallindustriellen mit- teilt, ist den Arbeitern die gestern streikten, gekün­digt worden. Die von Unabhängigen und Kom-

bezieht sich auf Artikel 227 des Beesailler

^i^iAc.&_ .hte hie 9t-uset^tUL des Kaisers

, ___tfÄland in den Ar:Mgezttfkrrnd »or= steht. Die 91 Hürnen laden .Holland ein, fich

muniften für gestern beabsichtigten Versammlungen, die Liebknecht und Rosa Luxemburg gewidmet sein sollten, wurden von der Sicherheitspolizei ver­eitelt. Darnach sollen geheime Versammlungen in einzelne:! Häusern stattgefunden haben, wo zur Fortsetzung des Kampfes gegen die Regierung auf­gefordert worden sei.

In Berlin ist gestern ein Aufruf zum Ge­neralstreik verbreitet worden mit der Unter­schrift: Die Gewerkschaftskommission. Natürlich ist diese Unterschrift gefälscht. Es geht daraus aber hervor, daß Bestrebungen für einen Generalstreik, und sei es auch nur für 24 Stunden, im Gange sind. Tatsächlich ist festzustellen daß in zwei Be­trieben die Arbeiter nach starkem terroristischen Druck die Arbeit niederge-egt haben und daß auch die städtische Straßenbahn streikt. Im übrigen aber wird gearbeitet. ,

= Königsberg i. Pr., 16. Jan.

Der militärische Befehlshaber forderte die Ar­beiter, die heute in den lebenswichtigen Betrieben die Arbeit niederlegten, auf, die Arbeit wieder auf- zunehmen. Im Elektrizitätswerk wurde die tech­nische Nothilfe eingesetzt, sodaß es in den Mittags­stunden wieder Licht gab.

WB. Gaffel, 16. Jan.

Eine hier abgehaltene Versammlung der hiesigen Telegraphenarbeiter beschloß, in den Ausstand zu treten. Die Telegraphenarbeiter hatten eine 70- prozentige Lohnerhöhung gefordert. Es wurde ihnen aber nur eine 25prozentige zngesagt.

= Essen, 16. Jan.

Der Versuch der Kommunisten zur Durchführung ihrer politischen Forderungen und der Einführung der Sechsstundenschicht einen allgemeinen Berg­arbeiterausstand herbeizuführen, ist vorläufig als vollkommen gescheitert zu betrachten.

Keipzig, 16. Jan. Der Streik in den Eisen­bahnbetriebswerkstätten in Engels b!o r f bei Leipzig dauert an. Wie verlautet, bat die Streikleitung sich hinter das nuabbängig-kommnnistische Ultimatum an bie Reichsregierung gestellt, das die Umgestaltung des Betriebsrätegesetzes im revolutionärem Sinne ver­langt. Dieses läuft morgen ab. Im Falle der Ab­lehnung soll am Samstag über den Eintritt in den Generalstreik beschlossen worden. Die Stimmung der Streikenden ist jedoch sehr geteilt. Die Ar­beiter des Leipziger Hauptbahnhofs haben sich dem streik bisher nicht angeschlossm und die Beamten stehen dem Streik überhaupt ablehnend gegenüber. Die Stadt, deren wichtigste Gebäude seit Montag früh durch Truppen der Reichswehr und des Zeitfrei­willigen Regiments besetzt sind, ist ruhig. Gestern abend wurde ein .kommunistischer Demonstrationszug militärisch aufgelöst. Die militärische Besetzung ber Stadt bleibt vorläufig aufrecht erhalten.

SkraheKursrNhen m UrmMurk.

Anläßlich der Berliner Vorgänge war von der U. S. P. für gestern nachmittag eine Protestversamm- luitg nach dem Schumanntbeater einberufen worden. Polizeipräsident Ehrler verbot «ufgrunb des Be­lagerungszustandes diese Verswmnluug und ließ int Laufe des Nachmittags den Bahnhofsplatz, besonders die Umgebung der SchmnarmtheaterL durch Reichs-

an der-Erfüllung dieses Werkes der Gerech­tigkeit z« beteiligen. Die Rote ist in freund­schaftlichem Tone gehalten.

Berlin, 16. Jan. (Priv.-Meldung.)

DerB. Z." wird aus Rotterdam gemeldet: Die holländische Regierung hat die Entente inoffiziell be­nachrichtigt, daß ihr die Anfrage über ihren Stand­punkt in der Kaiserfrage unangenehm wäre. Sie sehe im .Kaiser uiib Kronprinzen politische Flüchtlinge, denen sie Asylrecht gewähren müsse.

Dsr ALLST ErzbLschof von MKKr.

Köln, 16. Jan.

Gestern ist als Nachfolger des verstorbenen Kardinals von Hartmann Dr/Karl Joseph Schulte gewählt worden, der bisherige Bischof von Paderborn.

Dr. Maysr Gsschästskräger ist Paris.

WB. Berlin, 16. Januar.

Wie dasV. T." hört, ist der Posten cM deutschen Esschästströqery in Paris dem bis­herigen Reichsfchatzminister Dr. Mayer-Kauf- beuren, der schon von seinem Ministerposten zurücktrat, übertragen worden. Wie das Blatt weiter oernimmt, ist es ziemlich sicher, daß der Hamburger Senator Stamer, der als Bot­schafter nach London gehen sollte, bereit sein wird, den Posten des Geschäftsträgers dort zu übernehmen.

Drs frMLZMchS PrÄsiDenieAMahZ.

Paris, 16. Jan. (Priv.-Meld.).

Die Delegierten-der Gruppen des Senats und der Kammer haben die vorbereitenden Btaßnahmen zur Wabl des Präsidenten der Republik auf heute Freitag 2 Ubr angesetzt. Es wird sich keine Diskussion entspinnen, sondern nur das Wahlgeschäft erledigt.

Clemeneeau nimmt die Kandidatur an.

Paris, 16. Jan. (Priv.-Meld.).

Von einigen Mitgliedern des Parlaments gellern befragt, erklärte der Ministerpräsident, daß er seine Kandidatur für die Präsidentschaft der Republik nicht angeboten habe, sondern daß er für diese mit seiner Zustimmung von seinen Freunden ausgestellt worden sei. Damit nimmt Clcmcnceau die Kandidatur an.

Um */<4 Uhr wird die Verhandlung fortgesetzt. Za 8 8 beantragt die Deutsche Volkspartei folgenden Zu­satz: Tarifverträge, die den Betriebsräten mehr Rechte einräumen als dieses Gesetz bedürfen der Zustimmilno der zuständigen Arbeitsgemeinschaft.

Abg. Henke (Unabh.) Beim Charakter der Arbeitsgemeiu-fchaften müssen wir den Antrag der Deutschen Volkspartei ablehuen- Die Betriebsräte haben noch besondere Aufgaben, die weit über die der Gewerkschaften hinaus geben. Die Gewerkschaften dürfen nicht über den Betriebsräten stehen.

Nach Ablehnung des Antrages der Deutschen VolkS- Partei wird 8 8 unverändert angenommen.

§ 9 wird in der AuSsckußfassung angenommen. Ein nach 8 9 von den Unabhängigen gestellten Antrag aas M von Hsldaieiiiäten wird stetem.

Nach 8 10 sind Arbeitnehmer im Sinne dieses Ge­setzes Arbeiter und Angestellte mit Ausnahme der Fa- inilienangehörigen des Arbeitgebers. Die Unabhängigen wollen auch die Hausgewerbetreibenden alS Arbeit­nehmer im Sinne dieses Gesetzes betrachtet wissen. 8 10 wird unter Ablehnung der unabhängigen An­träge im wesentlichen unverändert in der Fassung des AuSschusies angenommen. Ebenso werden die §§ 11 itnb 12 angenommen.

Zu 8 13 kann durch Verordnung der Reichsregie» rung für die öffentlichen Behörden und die Betriebe des Reiches, sowie für die öffentlich-rechtlichen Körper­schaften, die der Reichsaufsicht unterstehen, benimmt werden, daß gewisse. Gruppen von Beamten als Ar­beiter und Angestellte im Sinne dieses Gesetzes zu be­trachten sind. Ein Antrag der Unabhängigen will diese Bestimmung für alle Beamte obligatorisch machen. Der Antrag der Unabhängigen, sowie Einträge der deutschen Volkspartei werden abgelehnt. Ein Antrag der Deutsch-Nationalen, auch die Beamtenanwärter in diesen Paragraph einzubezichen, wird angenommen imi damit der ganze § 13.

8 14 bleibt unverändert.

8 15 umfaßt die Zusammensetzung der Betriebsräte und die Bemessung der zahlenmäßigen Stärke des Be­triebsrats nach ber Stärke der Belegschaft. Nach kurzer Begründung der Anträge durch die Abgg. Winne- selb (Deutsche Volkspartei) und Schiele (deutsch- natL) wird 8 15 unter Ablehnung der Anträge ange- nontmeu. Eingefügt wird auf Antrag der Mehrheits- Karteien die Bestimmung, daß den Mitgliedern bei Betriebsrates die entsprechende Anzahl von Ergänzungs- mitglicberu hinzugesetzt wird. Dre 88 16 unb 17 wer­den nach kurzer Debatte unverändert in der Ausschuß-

Deutsche AMsKa!VersaMM?Lrrrg.

Donnerstag den 15. Januar.

Das Betriebst'ätegesetz.

Die zweite Beratung beS Betriebsrätegeletzes wird fortgesetzt. Paragraph l. der die Errichtung von Be­triebsräten für solche Betriebe Vorsicht, die in der Regel mindestens 20 Arbeiter beschäftigen, wird angenommen, nach Ablehnung eines Antrages H e i n z e' (Dt. Vp.) der die Ueberweisnng der ganzen Vorlage an ben künftigen RefchSwirtschaftsrat fordert. Nach Para­graph 2 ist in Betrieben, die in der Regel weniger als 20, aber mindestens 8 wahlberechtigte Arbeiter beschäf­tigen, von denen mindestens 3 wählbar sind, ein Be- triebsc-Lmann zu wähle». Abgelehnt wird u. a. ein Antrag der Deutschnationalen auf Eiiiführung einer besonderen Paragraphen, der für dir Wabl bei Ob»

fassung angenommen.

Nach 8 18 werden die Mitglieder des Betnebs» rates auf die Dauer von eisern Jahre gewählt. Die Rechtsparteien wollen die Wahldauer anf zwei Jahre feilschen. Die Unabhängigen verlangen, daß die Ab­berufung der Gewähltcn, die das Bertranen der Mehr- beit verloren haben, jederzeit durch einfache Mehrheit dxr Mitgliederversammlung erzwungen werden kann. Die AbändernngSanträge werden abgelehnt und § 18 in der AuIlchußfassuug angenommen.

Nach § 26 sind wahlberechtigt alle m i n» d e st e n 8 18 Jahre alten männlichen und weiblichen Arbeitnehmer, die sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Wählbar sind die mindestens -4 Jahre alten reichSangehörigen Wahl berechtigten, die mindestens 6 Monate dem Betriebe sowie mindestens 3 Jahre dem Gcwcrbszwcige, in dem sie tätig sind, angchöreu.

Abg. Knhncrt (U. S.) begründet einen Antrag, der das Wahlalter auf 16 Jahre berabsetzt und das Erfordernis des Besitzes der bürgerlichen Ehrenrechte streichen will. Vielen Leuten, die aus Not das Straf­gesetz übertreten haben, sind die Ehrenrechte abgc- sprochen, während Lebersmittelschieber und Massen­mörder wie Marloh und Noske sich der Ehrenrechte erfreuen. (Ordnungsruf.)

Abg. Schiele (bitt.) befürwortet einen Eintrag, das Wahlalter auf 20 Jahre heranfznsetzen und bean­tragt hierüber namentliche Abstimmung. D-r An­trag der Unabhängigen wird abgelehnt. Die Ab­stimmung über den Antrag der Deutsch-Natlonalen

wird bis morgen ausgesetzt. . .

Nach § 30 und 31 sind die Sitzungen des Betriebs rats nicht öffentlich und finden möglichst außerhalb der Arbeitszeit statt. Auf Antrag von einem Viertel der Betriebsratsmitglieder ist ein Beauftragter der im Be» . triedsrat vcrtrcterwn wirtschaftliche« Arbeü«chmew«>y