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Sanauer K Anzeiger

Einrückungsgebü hr:Die8gesv.Kolonelzeileod. deren Raum 60 Pfg., die 4geiv. Zeile i. Reklame- teil 2.00 Mk- 2S°joTeuerungszuschl. Ossertgebühr WPfg. Bezugspreis: Vierteljährlich 6.60 Mk^ monatl. 2.20 Mk,. für Postbezug vierteljährl. 6.60 Mark, monatl. 2.20 Mk. Die Nummer 10 Pfg. Posticheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

Nr. 7

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Eladl- und Landkreis Sana«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Freitag den 9. Januar

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Verlagsleitung: 3b.

Verantwortlich: für voliti

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gemeinen

1920

Das Neueste.

Die Verhandlungen über den Lohntarif mit den (Äsenbahnarbeiter-Organifationen nehmen auch weiterhin einen guten Verlauf. In ver­schiedenen Bezirken wird weiter gestreikt.

Ueber die Einzelheiten der Inkraftsetzung des Friedensvertrages ist es zwischen der Alliierten- md Deutschen Sachverständigen-Kommission zu einem Einvernehmen gekommen.

Die diplomatischen Beziehungen mit Deutsch­land sollen nach dem Austausch der Ratifi­kationsurkunden wieder ausgenommen werden.

Im Reichsfinanzministeriwn finden morgen , bezw. am nächsten Montag Behandlungen über Teuerungs- und Lohnfragen statt.

Discite moniti!

Ernste und schwere Bedenken wurden seiner­zeit, als der Entwurf eines Gesetzes über Betriebsräte bekannt war, fast einmütig von den Kennern unseres Wirtschaftslebens laut. Mahnend erhoben die Führer von Handel und Industrie, die praktischen und wissenschaft­lichen Vollswirte soweit fie frei in ihrer Meinung waren ihre Stimme und warnten vor einem so bedeutungsvollen und folgen­schweren Eingriff in das Wirtschaftsleben. Man wies auf die Gefahren hin, die dieser geplanten Umschichtung der Wirtschaftsordnung innewoh- nen und hob namentlich hervor, daß durch die Betriebsräte die Politik in den Wirtschaftsgang Mneingetragen und dieser so gehemmt und ge- lätznn fen ehrlichen Warnungen unlautere Beweg­gründe und Eigensucht, zum mindesten erblickte man in ihnen RückständiAeit. Am 13. Januar sollen nun in der Nationalversammlung Me Be­ratungen über das Gesetz fortgesetzt werden und man erwartet, daß diese Beratungen Kämpfe von äußerster Heftigkeit bringen werden. Der Aus- schuß für soziale Angelegenheiten der National­versammlung hat der letzteren bereits einen Be­richt über das Gesetz zugehen lassen, der 175 Druckseiten umfassen soll. Das Gesetz, so heißt es, hat gegenüber der Regierungsvorlage eine gründliche Umgestaltung erfahren, es gibt keinen einzigen Paragraphen, der nicht verändert wor­den wäre. Von einschneidender Wichtigkeit soll die Neugestaltung des 8 34 sein, in welchem die Aufgaben der Betriebsräte bis in alle Ein­zelheiten festgelegt find. Dieser Paragraph be­ruht auf einem Kompromiß der drei Regierungs­parteien. Man darf jedenfalls gespannt sein, wie diese Aufgaben aussehen. Hoffentlich hat dasMitbestimmungsrecht" des Arbeiters, von dem die Regierungsvorlage sprach, eine Aende­rung erfahren; denn wie sieht die Wirklichkeit aus? Wir erinnern an den Streik der Berliner Metallwarenfabrik Damelberg & Quandt. Die Ursache dieses Streikes war'bekanntlich die Ein­stellung eines Schlossers, die der Arbeiterrat ab- gelehnt hatte, weil dieser Schlosser Mehrheits- wzialist war. Die Betriebsleitung sagteJa" und begründete ihre Ansicht einwandfrei aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten, die un- widerlegbar waren, der Arbeiterausschuß sagte »Icein" und führte einen geradezu menschen- mndlichen Grund für seinen Willen an. Die ^triebsleitung würde ihre Pflicht gegenüber aem Werk und der Allgemeinheit verletzt haben, ^enn sie nachgegeben hätte; der Arbeiteraus- Ichuß und die Mehrheit der Arbeiter griff wegen Durchsetzung ihres Willens, dessen Unrecht ihnen ewußt sein mußte, leichtfertig zu dem schwer- an Zwangsmittel, das ihr zur Verteidigung lyrer Lebensnotwendigkeiten gegeben war: sie ,e lkte. Und dieselben Menschen, die eine Handlungsweise gegen Mitmenschen, eine leichtfertige Unterbrechung des Wirt- Imastsganges über sich gewinnen, diese selben na$ der Regierungsvorlage eingleich- "rechtlgtes Mitbestimmungsrecht" haben. Das das sie nährte, legten sie mutwillig still, ^Men zu haben, weil . . . nun ja, sie es eben so wollen. Und wissen nicht sie sich selbst an der Kehle fassen bei N-? beginnen, sich und ihre Frauen und ihre 1,5' Wie ein Warnruf in letzter Stunde »Z x ' unwillkürlich seinerzeit dieser Berliner em Warnruf an die Arbeiterschaft alle diejenigen, die ihre Interessen vertreten.

»^clte moniti! Beherzigt d i"e dr seid gewarnt! Wir wollen nJrA daß diese Warnung nicht wirkungslos

n ist und in der Sozialisterung der Auf- jkV^der Betriebsräte deutlich zum Ausdruck

bestehe in Frankreich eine starke Gegenströmung gegen die Beschäftigung deutscher Arbeiter und deutscher Unternehmer. Noch schwerer sei die Lage im Innern. Wenn wir für Frankreich ar­beiten sollen, müssen wir arbeitsfähig sein. Es fehlt uns aber am Wichtigsten, an Lebensmitteln und Rohstoffen. Der Minister ging auf die Kohlenfrage im besonderen ein. So lange wir. so viel an Kohlen abliefern müssen, daß nicht mal das Allernotwendigste für den heimischen Bedarf übrig bleibt, werden mir keine wirksame Hilfe leisten können Der Minister ging sodann auf die technischen Fragen des Wiederaufbaues ein und gab die Versicherung ab, daß er die deut­schen Gewerbezweige frei und unter eigener Verantwortung arbeiten lassen wolle. Die Schaffung eines neuen größeren Behördenappa- rates könne für ihn nicht in Frage kommen. Störend und der Sache hinderlich seien gewisse private Bureaus, die von gewinnsüchtigen und ausländischen Interessen geleitet würden. Zum Schlüsse ging der Minister auf die sonstigen Auf­gaben seines Ministeriums ein und hob beson­ders die furchtbare Lage der Ausländsdeutschen und der Deutschen in den abgerissenen Reichs­teilen hervor, denen Heimat und Habe genom­men sei. In der anschließenden Debatte wurde eine Reihe von Einzelfällen eingehend erläutert. Allgemein hob man die sstrchtbare Lage hervor, in der es uns selbst am Notwendigsten fehle.

An der Schwelle des Friedens.

Der Austausch der Ratifikationsurkunde morgen Samstag.

WB. Paris, 9. Januar.

Havas meldet: Der Austausch der Ratifikations­urkunden wird am 10. Ja nua r, 4 Uhr nachmittags, im Ministerium des Aeußeren stattfinden. Zugleich wird Herrn v on LerS ner ein Schreiben Clemen- eeaus wegen des abzugebendenschwimmend«Materials übergeben werden. Die Vertreter der Mächte, die den Friedensvertrag von Versailles unterschrieben haben, werden der Unterzeichnung des Protokolls beiwohnen.

WB. K>aag, 8. Jan.

Nieuwe Courant" berichtet aus Washington: Die Anhänger gemäßigter Vorbehalte erklären, eine Lösung des Konflikts in der Ratifikations­frage sei endgültig in Sicht. Man vertraut darauf, daß Bryan, dessen Einfluß die Schwenkung in der Haltung der Demokraten zu verdanken ist, eine Lösung herbeiführen wird. Große Bedeutung wird dem heute stattfindenden politischen Abendessen der Demokraten beigemessen, bei dem ein Brief des Präsidenten W i l s o n, der vom Weißen Hause als wichtig bezeichnet wurde, vorgelesen werden soll. Wenn Wilfon sich weigert, den Ausgleich anzunehmen, so bedeutet das zweifellos, daß der Friedensvertrag dem Urteil der Wähler unter­breitet wird. Eine weitere Meldung derChicago Tribune" besagt, daß Amerika weder an der Unter­zeichnung des Protokolls, noch an der Zeremonie des Austausches der Ratifikationsurkunden, noch an den Sitzungen des ausführenden Rates des Völkerbundes teilnehmen wird.

Wiederaufnahme der diplomatischen B^iehungen mit Deutschland.

Paris, 9. Januar 1920. (Havas).

Der Oberste Rat wird heute Freitag festsetzen, ob die Zermonien des Austausches der Ratifikations­urkunden veröffentlicht sein sollen. Er wird gleichfalls Beschluß fassen darüber, ob die Nationen, die den Ver­trag noch nicht ratifiziert haben, wie die Vereinigten Staaten, zu der Zermonie der Unterzeichnung der Protokolls zugelassen werden. Lord Georges, Nitti und Clemenceau hatten gestern die erste Zusammenkunft. An dem, dem Austausch der Ratifikationsurkunden folgenden Tage, also am Sonntag, dürften die diplo­matischen Beziehungen mit Deutschland wieder ausge­nommen werden. Demarcilly mirb nach Berlin abreisen.

Paris, 9. Januar. (Havas.)

Die Kommission der Alliierten und Deutschen Sachverständigen trat gestern nachmittag flind am Abend zusammen. Sie kam über die Einzel­heiten der Inkraftsetzung des Friedensvertrages zu einem Einvernehmen. Die Grundlagen wer­den schriftlich niedergelegt und dem Obersten Rat unterbreitet werden, der sich heute Freitag vormitag 10 Uhr 30 Min. im Ministerium deS Aeußern versammeln wird. Es ist wahrschein­lich, daß Lloyd Georges England und Nitti Italien in dieser Sitzung vertreten werden. Lloyd Georges und Nitti werden außer der Sitzung des Obersten Rats ohne den Delegierten der Vereinigten Staaten heute Besprechungen abhalten als Fortsetzung der in London begon­nenen Verhandlungen über die Fragen von Fiume, der Adria und der Türkei.

Die Eifenbahnerbewegung.

Amtlich wird aus Berffn mitgeteilt: Die Verhandlungen über den Lohntarif mit den Eisenbahnarbeiterorganisationen nehmen auch weiterhin einen g u t c n V e r l a u f. In den letzten Tagen ist ein E i n v e r st ä n d n i S über die Bildung der Lohnortsgruppen in den Eisen- HMMMLULbLLirlen Köln. Saatbäkteü. LlüL-

Wir sind nicht Gegner der Einrichtung der Betriebsräte; denn an sich kann diese Einrich­tung unserem Wirtschaftsleben eine große Hilfe werden, aber nur, wenn sie einen rein wirt- schaftspolitischen und sozialpolitischen, nicht, wenn sie einen staatspolitischen oder, noch schlimmer, einen parteipolitischen Cha­rakter erhält, wie es die Unabhängigen und Kommunisten wünschen. Die Unabhängigen ge­denken den Kampf in der jetzt vorliegenden Form mit den schärfften Mitteln zu betreiben. Ihr Organ, dieFreiheit", hat bereits eine völlige Neugestaltung des Betriebsrätegesetzes, und zwar auf durchaus revolutionären Grundlagen mit allem agitatorischen Aufwand zur öffent­lichen Diskussion gestellt. Der Entwurf dieser Partei bedeutet nichts anderes als den Anfang des politischen Rätesystems nach russischem Muster. Auch die Kommunisten entfalten, eine rege Tätigkeit wie aus der dieser Tage in Ber­lin erfolgten Gründung einer revolutionären Rätevereinigung, die u. a. die Belegschaft der Verkehrsbetriebe in dem Sinne aufklären soll, daß bei den kommenden Betriebswahlen die Wahl revolutionärer, auf dem Boden der revo­lutionären Betriebsorganisation stehenden Be­triebsräte gesichert ist, hervorgeht. Die kom­menden Wochen werden also scharfe parlamen­tarische Kämpfe bringen, die dem Betriebsräte- gesetz gelten. Ob das Gesetz zur Verabschiedung kommen wird, muß noch dahingestellt bleiben es wird auf den Ausfall der Bearbeitung durch den Ausschuß für soziale Angelegenheiten an­kommen. Tatsache ist, daß in letzter Zeit selbst die ehemaligen eifrigsten Befürworter des Ge­setzes stutzig geworden sind und erkannt haben, was der Entwurf in seiner früheren Form zu be­deuten hatte. rh.

Antrag auf Rückverwersung«

Wie wir erfahren, werden die Rechts­parteien erneut den Antrag auf eine Rück- verweisung des Betriebsrätegesetzes an den Aus­schuß zu einer nochmaligen Beratung stellen.

Die Entente gegen das Gesetz.

Wie aus Berichten aus dem besetzten Gebiet bekannt geworden ist, hat die Entente die schwersten Bedenken gegen das Betriebsrätegesetz und dessen Zulassung in den von ihr besetzten Gebieten. Diese Bedenken haben sich aber, wie man meldet, nicht zu einem diplomatischen Akt verdichtet.

Die Gewerkschaftskommission und das Gesetz.

Das Plenum der Gewerkschaftskommission be­faßte sich in seiner letzten Sitzung mit dem Kom­missionsentwurf des Betriebsrätegesetzes. In einer lebhaften Aussprache erklärte der rechts­sozialistische Abg. Bernhard Müller als Kor­referent, er wisse nicht, wie sich die Fraktion der sozialdemokratjschen Mehrheitspartei zu dem Entwurf stelle. Wenn sie ihn annehme, müsse sie ihre guten Gründe dafür haben. Ein Vertreter der Eisenbahner teilte mit, daß die Eisen­bahner das Gesetz ablehnen würden, da sie in ihm als Arbeiter zweiter Klasse behandelt wür­den. Gegen 6 Stimmen wurde eine Reso­lution angenommen, worin die Vollversamm­lung der Gewerkschaftskommission Groß-Berlins erklärt, daß weder der Regierungsentwurf noch die Ausschußvorlage des Betriebsrätegesetzes als ein dem Interesse des Proletariats entsvrechen- des Rätegefetz aufgesaßt werden könne. Sie be­trachte es als eine Verhöhnung und Pro­vokation der Arbeiterschaft, wenn dieses Gesetz als Rätegesetz bezeichnet werde, und verpflichte sich, für die Durchführung eines Rätesystems einzutreten, das dem Willen der Arbeiterschaft Rechnung trägt und die Arbeiter zu Trägery der Produkion mache.

Wiederaufbau Nvrdsraukreichs.

. Essen, 9. Januar.

Der Wiederaufbauminister Seiler sprach gestern im Saal des Kaiserhofes zu Essen vor einer Versammlung von Arbeitgebern und Ar­beitnehmern des unbesetzten Teiles des Regie­rungsbezirkes Düsseldorf und der Provinz West- ulen über die Frage des Wiederaufbaues von Nordfrankreich. Der Minister entwickelte in län­gerer Rede die äußeren und inneren Schwierig­keiten angesichts dieser Aufgabe, die in der Aus­räumung der zerstörten Gebiete, dem Wiederauf­bau der zerstörten Ortschaften und Gebäude und endlich in der industriellen Wiedergutmachung )Hehe. Politisch sei hervorzuheben, daß Deutschland im weitesten Umfange zur Bewälti- ;ung dieser Aufgabe bereit, aber ganz ungewiß mrüber sei, ob und in welchem Umfang unsere Leistungen und Lieferungen von der anderen Seite .ülteihäiittt. üewürMt werden.

feld und Essen erzielt worden. Ferner hat eine Einigung darüber stattgefunden, daß der Unter­schied im Stundenlohn zwischen den einzeln« Lohnortsgruppen 20 Pfg. betragen soll.

Eisenbahner! Bewahrt kaltes Slnt!*

Der D^rbeausschuß der sozialdemokratische« Eisenbahner Groß-Berlins veröffentlicht im Vorwärts" einen A^fruf an alleEisen. b ah n er, in dem es heißt:

Die gewissenlose Hetze zum Streik, die unter der Flagge der Wirtschaftspolitik getrieben wird, ist weiter nichts als eine politische Maß- nähme. Sie soll der Einführung des Räte­systems nach kommunistischem Muster auf der Eisenbahn die Wege ebnen. Ein Verkehrsstreik im jetzigen Augenblick wäre ein unverantwort­liches Verbrechen am Volke. Eisenbahner! Be­wahrt kaltes Blut! Zeigt, daß Ihr Euch der Tatsache bewußt seid, daß Ihr am Wiederauf­bau des niedergebrochenen Wirtschaftslebens den tätigsten Anteil nehmen wollt. Laßt die ge­wissenlosen Hetzer nicht triumphieren, umso- weniger, als die Vorschüsse auf die noch in der Beratung befindlichen Tarif«, schon jetzt bezahlt werden,"

Essen, 9. Januar.

Im Bezirke Münster sind die Eisenbahner auf den Stationen Haltern und D ü h n e n in den Ausstand getreten. Im Bezirke E l b e r- f e l d haben sich in verschiedenen Orten, so auch in H a g en, die Beamten dem Streik ange­schlossen. Selbst Lebensrnittel- und Kohlenzüge verkehren nur noch unregelmäßig. Auf dem Bahnhof Mülheim (Ruhr) find die Eisen­bahner ebenfalls dem Streik beigetreten; doch konnte der Durchgangsverkehr noch auftecht er­halten werden.

Duisburg, 9. Januar.

EifLstbahnarM von Groß-Duisburg beschlossen' gestern in einer Versammlimg. heute früh in den Streik zu treten: Die Nofftands- arbeiten sollen ausgeführt werden.

Die Keimkehr der Kriegsgefangenen.

Ueber die Heimkehr der Kriegsgefangenen wird aus Stuttgart berichtet, daß nach Mit­teilung von zuständiger amtlicher Stelle, die Entente versprochen habe, täglich 6000 Kriegsgefangene abzutransportieren. Im Ganzen werden 450 000 in Frankreich befind­liche Kriegsgefangene zurückerwartet, die bei flotter Heimbeförderung bis Ende April d. J. abgeliefert sein können.

Vsrhm»ö;unsen Khsr Teuerungs- und Lohnfragen.

Berlin, 8. Januar.

Am Samstag den 10. b. M?. findet im Reichs- finanz-Ministerinm eine Besprechung über die vor­läufig zu treffenden Maßnahmen binsichtlich der Teneningszulagen, bis die BesolduniSreform in Kraft getreten ist, statt. An der Besprechung werden Ver­treter der Beanitcnschaft teilnehmen; weiterhin wird m einer auf Montag den 19. d. Mts. festgesetzten Besprechung mit den Gewerkschaften und anderen Ver­tretern der Arbeitnehmer-Organisationen über di« Neu­regelung der TeuenrngS- und Lohnfragen beraten werden.

Der Bolschewismus in Bulgarien«

--- Mailand, 8. Januar.

DerAvanti" gibt eine Meldung der Agew turDacia" aus Sofia wieder, nach der bei Bolschewismus in Bulgarien außerordentliche Fortschritte mache. Selbst einige Minister er­klärten sich zu den bolschewistischen Ideen und begünstigten die Werbetätigkeit. Die Kommu­nisten verfügten über zahlreiche Waffen und Munition. In Philippopel kam es zu kommu­nistischen Unruhen gegen die Regierung und Blutvergießen, die den Eharakter einer wahren Schlacht tragen. 100 Tote und Hunderte von Verwundeten wurden gezählt.

Kleine Nachrichken.

Die Gesamtkosten des Wiederaufbaues Nordfrankreichs etwa 45 Milliarden Francs. In der Kammerfitzung am Montag teilte Finanzminister Klotz mit, daß für den Wieder­aufbau im zerstörten Gebiet Frankreichs 2A Milliarden Francs für Rechnung Deutschlands verausgabt und daß die gesamten Kosten für den Wiederaufbau mit 33 bis 45 Milliarden Francs zu veranschlagen seien.

Trotzkis Ermordung von Litwinoa dementiert. Das sozialdemokratische Presse» kontor in Ehristiama hat sich an Litwinow m8 der Anftage gewandt, ob die Gerüchte von bei Ermordung Trotzkis auf Wahrheit beruhen. Litwinow hat geantwortet, daß an der ganzes Lücke kein wahres^WortM.