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Ar. 5 MiMvoch den 7. Januar 1920

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Das Neuefis.

In Frankfurt fand gestern eine inoffizielle Besprechung zwischen dem Unterstaatssekretär Nräf und Mitgliedern der Eisenbahndirektion über die Lage der Frankfurter Eisenbahnerbe­wegung statt. In verschiedenen Direktionsbe­zirken ist der Streik aus gebrochen.

Der Austausch der Ratifikationsurkunden wird wieder verschoben.

Hauptmann v. Kessel wurde wegen Mein- eidSverdachtS erneut verhaftet.

Die Auslieferung des Kaisers soll angeblich in den nächsten Wochen verlangt werden.

Technische Nochilfe.

Daß der Streik, einst eine wirtschaftliche Waffe zur Sicherung der Existenzbedingungen der Ar­beiter, jetzt kaum mehr etwas anderes darstellt, als ein politisches Machtmitel, mit den terroristi­sche Minderheiten auf Kasten der Mehrzahl der Arbeiterschaft und der Allgemeinheit überhaupt ihre politischen Einzelforderungen durchzusetzen versuchen, das haben die wahnsinnigen Streike- reien im vergangenen Jahre genugsam erwiesen, die Streikereien, die dort, wo sie auftraten, zum Teil die gesamte Bevölkerung in geradezu uner­hörter Weise terrorisierten. Am schnellsten und sichersten konnte dabei der Wille der Allgemeinheit durch Lahmlegung der lebenswichtigen Betriebe, die die Versorgung mit Licht, Kraft, Wärme, Wasser und Lebensmittel gewährleisten, gebeugt werden. Ungeschickt verkündeten unverantwortliche M ^Mnrfy daß gerade diese Sabotage der Allge- ' meinhett Die wirksamste Waffe im K amp je m> eigenen Ziele sei. So ist der Mißbrauch des Stcsikrechtes das Mittel einer Minderheit gewor­den, mit dem sie den Weg zur Diktatur frei zu machen hofft. Bedenkenlos nimmt sie eS dann in den Kauf, daß dadurch die Lebenshaltung und die Arbeitsmöglichkeit Hunderttausender Volksge- . nassen aufs schwerste gefährdet wird.

Das ist die innere Not unserer Tage. Aus ihr ergibt sich mit zwingender Notwendigkeit das Gebot der Stunde: unser wirtschaftliches Leben vor der Erdroffelung, die Volksgesamtheit vor schwersten körperlichen Schädigungen und Vernichtung ihrer Arbeitsmöglichkeiten zu schützen. Diese Aufgaben soll die Technische N o t Hilfe erfüllen und sie wird sie auch er­füllen, das hat ihr Eingreifen in den Stettiner Gasarbeiterstreik, wo die .Nothilfe" die vollkom­mene Verschlackung der Oefen verhinderte, ferner im Berliner Wirrwarr im Oktober v. I. bewiesen. Auch in Ha« au ist eine Ortsgruppe dieser »Nothilfe", eine Organisation, die sich über das ganze Deutsche Reich erstreckt und die bekannt­lich seinerzeit auf Noskes Anordnung in Kraft trat, gegründet worden.

»NotHilfe" ein gutes Wort? Diese Nothelfer find Freiwillige, technische Arbeiter aller Art, dir geeignet und gewillt sind, die ftiü= gelegten lebensnotwendigen Betriebe im Gang M erhalten, das wirtschaftliche Leben vor Terro- nsmung zu schützen, nicht durch Waffengewalt, sondern lediglich durch Arbeit. DieNothilfe" ^ in den immer rücksichtsloser tobenden inne­ren Kämpfen rein neutrale Arbeit leisten, wie he, etwa das Rote Kreuz während der Kampfe an der äußeren Front segensreich ver- M^le. Wie diese Aufgabe neutraler Natur m, W ist auch der innere Aufbau ihrer Organi- latmn frei von jeder Scheidung ihrer Glieder nach politischer Ueberzeugung, wirtschaftlicher Gliederung oder dienstlicher Rangordnung. Jeder onoet den Platz, für den er geeignet ist. Frei- luige Kräfte aus allen BoWkreisen finden sich sur gemeinschaftlichen Arbeit für das Wohl der Gesamtheit. Die Entlohnung während des Ein- Mtzes ist ausreichend, auch wird freie Ver- Wegung, Unterkunft und Arbeitskleidung ge- wcchrt. Für Unfall, Verwundung oder Er- --ankung während des Einsatzes besteht ein Ver- wr^ngsanspruch, desgleichen werden die Hin- - ^liebenen des Mitgliedes versorgt, wenn shen Tod durch Unfall oder Verwundung beim rasatz erfolgen sollte.

Es ergeht deshalb an die gesamte E i n - °y uer sch aft der zu der Ortsgruppe raau gehörenden Gemeinden der Ruf, in die einzutreten, um gegebenenfalls an der stechterhaltung unseres Wirtschaftslebens mit- ' Wir haben vor einiger Zeit von dem o^.'^üelegten, ausgedehnten Terrorisierungs- ^^^ ^^ Minderheit in England berichtet, ^ dem Verkehrsstreik, einer" der gefährlichsten MW/oben, die jemals das englische Wirt- ^l kleben betroffen hat, und der kläglich schei- e an dem aesunden Sinn des englischen Vol­

Me FrmrkfrrrZer WeMSZumg.

Lohn- und Teuerungszulagen als unzitreichrnd.

Im Frankfurter EisenbahndirektiorrsFebäude fanden gestern inoffizielle Besprechungen zvii- schen dem Unter staatssekretär Graf und Mitgliedern der EiienbnhndiveAion über die Lage in der Frankfurter Eisenbahuerbewegnng statt. In erster Linie be^Göftiate man sich mit der Wirtschaftlichkeit der WerkstÜttenbetriebr. Es wurde festgestellt, daß infolge der sinkenden Lei- strmgSfähigkeit der Arbeiter die F r i d c « 8= unten nicht mehr aufzubri ngen seien. Von den Werkstättenvorstehern wurde überein­stimmend festgestellt, daß in den Minderarbeits- lcistungen die A r b e i 1 s u n l u st nicht s ch uld sei. Der Ei sen5abnvräsident Dr. Stapf bezeichnete die augenblicklichen Lohn- und Teue- runaszulagen für Beamte und Arbeiter als un­

verlangt werden wird, daß Holland sich aber weigern könne, den Kaiser auSzuliefern. Man könne sich kaum denken, daß die Entente deswegen Holland mit Krieg drohen würde.

v. Lreffel verhafkel.

----- Berlin, 7. Jan. Hauptmann von Kessel, der wegen Meineid?, Anstiftung zur unerlaubten Eut- ferxung und Herausforderung zum Zweikampf feiner Zeit nach Schluß des Marloh-Prozesse? von den Zi- vilgerichi. in Haft genommen worden war und später, nachdem das Verfahren an das Militärgericht üben gegangen war, wieder freigelaffen wurde, ist erneut verhaftet worden, da sich bei dem ErmittelungSver- fahren neue Verdachtsmomente ergeben haben. Das Ermittelungsverfahren wird voraussichtlich bald abge­schlossen und Anklage erhoben werden. Als Haupt- belastungszeuge gilt der aus dem Marloh-Prozeß be­kannte Pfarrer Rump.

Der würtlembergische Demokralenlag.

In Stuttgart fand gestern ein württem» bergischer Demokratentag statt, in dessen Verlauf fol­gende Resolution angenommen wurde: Die Deutsch- Demokratische Partei erklärt: 1. Die außenpoli» t i s ch e Haltung des Reiches bat sich zu richten in erster Linie nach den wirtschaftlichen Lebensbedürf­nissen Deutschlands, nach dem Maß seiner Wieder- erstarkung und nach der Haltung der anderen Staaten. Sie muß in erschlossener Wahrung der nationalen Würde, offen und frei von Hintergedanken, eine R e Vision der unerfüllbaren Teile des V e r s a i l l e r Friedeusvertrage« durch einen unparteiisch zu geftaltenben Völkerbund anstreben. 2. Die innere Lage fordert eine einheitliche Politik derver- fassnngstrezren Parteien und baldige Feststellung beS Volkswillens in Neuwahlen nach vorheriger Verbesse­rung des Verhältniswahlgesetzes. Die Regierungs- politik ist auf die Hebung der Volkswirtschaft und der WährungSverhältnrfs« einzu- stellen. Gegen die im Gefolge bei ZusammenbruchS uub der Niederlage Ich entwickelnden Auswüchse auch innerhalb der Staatsverwaltung, tnSbeionoete- gegen KornPtionSerscheinuugen, ist schonungslos einzu« schreiten. Das Ueberwuchern der Behördenorganisa» tionen und der HeeresgutverwalNingSgesellschaften fordert durchgreifende Maßregeln. 3. Die Partei muß die Arbeit am Staat, an der Gesellschaft und an der eigenen Gemeinschaft planmäßig und entschlossen leiten, ihre Kräfte durch Arbeitsteilung fruchtbar machen und die Wahlvorbereitungen treffen. 4. Die Losung für die nächsten Wahlen muß sein: Wirt­schaftliche Entwicklung, sozialer Ausgleich, Verteidigung der Reichsvcrfassimg und des Parlaments gegen rechts und links unb die Sammlung aller Deutschen um den deutschen Gedanken und die deutsche Kultur.

Aeber 4000 amerrkamsche Kom- munisten verhafte!.

Daily Mail" meldet aus New-Aork, daß der Justizminister besannt gab, daß im Ganzen über 4000 Kommunisten und andere Revolutionäre im ganzen Lande bis jetzt verhaftet worden sind. Aus den be* schlagnahmteu Schriftstücken geht hervor, daß dir Kommunisten in engster Verbindung mit Rußland standen und die Gründung einer Sowjet-Republik in Amerika erstrebten.

Kleine Nachrichten.

Der Ncgierungssttz Koltschaks desetzt ? Wie Telegraaf" au? DtoSfau meldet, haben die Bolsche- wisten bte Stadt Marinst, 700 Meilen westlich von Jrkntsk, den Regierungssitz Koltschaks, an der trans­sibirischen Bahn besetzt. Ein in Honolulu erschei­nendes japanisches Blatt hat ein Telegramm auS Tokio erhalten, demzufolge große japanische Ver­stärkungen nach Jrkntsk geworfen worden sind, um den Streit!rüsten Koltschaks beizustehen.

Die frarrzösische Prästdentenwahl. Der französische Mimsterrat beschäftigte sich gestern mit der Festsetzung des Wahltages für die Präsidentenwahl, Man spricht allgemein vom 17. Januar.

Die deutsche Nationalverfnulmluna wird in ihrer ersten Sitzung im neuen Jahre, die am 13. Januar nachmittags 3 Uhr stattfindet, die zweite Beratung bei Entwurfes eines Gesetzes über die Betriebsräte vor­nehmen. Der Abgeordnete Schneider (Dem.) wird den Bericht über die Beratungen des siebenten Aus­schusses erstatten.

.vteiue Auslieferung deutscher Offiziere an Pole«. Wie dieP. P. M" mitteilen, findet keine Auslieferung deutscher Offiziere und Beamten an Polen statt. Bei den Verhandlungen über den sogenannten zcutsch-polnischen Amnestievertrag fei völlig klar fest- gestellt worden, daß die polnische Regierung auf die hr nach Artikel 228 des FriedensvertrageS etwa zu- tcbenben Rechte Verzicht zu leisten habe. Damit Hw ich die polnische Regierung aller Rechte auf Bestrafung ober Auslieferung von deutschen Reichsangehörigen beheben.

Die rheiuischcu KriegSgkfaugeurn. Das in Mginz erscheinendeEcho du Rhin" teilt mit, daß aus die Bitte TirardS, beS OberiommissarS »er französischen Regierung in den Rheinlanden, den Kriegsgefangenen der ^ rheinischen Gebiete bei der dem nach fügen Heim- sendung eine VorzugSbehandlung werbe zugebilligt werden.

kes, das Herr im eigenen Hause bleiben wollte und nicht gestattete, daß eine Minderheit das ganze Land vergewaltige. Dem Appell, den die englische Regierung an das ganze Volk, an jeden einzelnen richtete, folgte die gesamte Bevölke­rung. Männer von Ansehen im öffentlichen Leben, in großen amtlichen und gesellschaftlichen Stellen stellten sich der Regierung als Lokomo­tivführer, Heizer, Lastträger, Wagenreiniger zur Verfügung. Jeder einzelne fühlte sich als Volk, fühlte sich getroffen durch den Terroristerungs- versuch, durch den Anschlag der Minderheit gegen das Volksganze. Dieser Sinn muß, das wiederholen wir, auch jeden einzelnen deutschen Volksgenossen fortan erfüllen. Es wird die höchste Zeit, dass sich jeder einzelne auf seine Pflicht besinne.. Erst dann, wenn jeder einzelne Nothelfer" in der Bedrängnis des Vaterlandes geworden ist, wird die revolutionäre Propa­ganda unschädlich gemacht. Daß der einzelne sich immer nur auf die Regierung verläßt, daß er, der doch schließlich das, was dem Staat, der Volksgesamtheit angetan wird, selbst an dem eigenen Geldbeutel, an der eigenen Gesund­heit, den eigenen Lebensintereffen zu spüren be- kckmmt, untätig dem Zerstörungswerk staatsfeind­licher Minderheiten zusieht, ist ein Krebsschaden unserer Zeit, der endlich ausgemerzt werden muß. Möge sich immer und überall jeder be­wußt sein, daß er das Volk. darstellt, daß er selbst an seinem und seines Volkes Mißgeschick verantwortlich ist, wenn er sich nicht persönlich zur Wehr setzt gegen den alles und alle vernich­tenden Terror. Es handelt sich hier nicht um Streikbrecherdienste, wie es kürzlich in dem be­nachbarten Offenbach ausgesprochen wurde, son­dern um die Aufrechterhaltung der täglich not­wendigen Versorgung der Bevölkerung. rh.

Die EisenbahnerbewegURg.

In der Eisenbahner-bewegung im Deutschen Reiche scheint neuerdings eine bedeutende Ver­schärfung eingetreten zu sein. Aus allen Gegen­den treffen Nachrichten ein, die darauf schließen lassen, daß, wenn nicht in Bälde eine Einigung zustande kommt, wir einer Katastrophe entgegen- gehen. In Düsseldorf, Elberfeld, Hagen« ist die Arbeiterschaft bereits in den Streik getreten. In den Frankfurter Werkstätten scheint eine Besse­rung der Lage eingetreten zu sein. Auch fand dort gestern eine Besprechung mit dem Unter­staatssekretär Gräf statt. Ueber die Bewegung liegen folgende Meldungen vor:

Düsseldorf, 7. Januar.

Infolge des Streiks der Düsseldorfer Eisen­bahner geriet bereits gestern nachmittag der Eisenbahnverkehr ins Stocken. In kurzer Zeit wird der gesamte Personen- und Gü­terverkehr zum Stillstand kommen. Auf dem Düsseldorfer Bahnhof machte es schon Schwierigkeiten, die einlaufenden Züge abzu- fertigen. Die Führer der Eisenbahnerverbände', die die Verantwortung für den Streik ablehnen, haben erklärt, daß Notstandsarbeiten ausgeführt werden können, das gewährleistet aber nicht die Aufrechterhaltung der notwendigsten Trans­porte, auch nicht der Lebensmittelversorgung. Das Fahrpersonal sympathisiert mit den Strei­kenden.

Nach weiteren Meldungen hat sich die Streik­bewegung der Eisenbahnarbeitec auf die für die KohlenerzeuguNg besonders wichtige Eisenbahn­direktion Essen ausgebreitet, in dem ein Teil der Arbeiter des Knotenpunktes Güterbahnhof Dortmund die Arbeit niedergelegt hat.

Auch in Sachsen sind die Eisenbahner in den Streik eingetreten. Doch ist man in den dortigen Verwaltungskreisen der Ansicht, eine baldige Einigung zu erreichen. Auch die badischen Eisenbahner sind gestern mit neuen Forderungen an die Regierung herangetreten und haben beim Finanzministerium eine sofortige Lohnerhöhung von 109 Prozent verlangt.

zureichend und ersuchte den Unterstaatssekretär, in Berlin für eine Besserung der Lage einzu­treten.

Die Aemter des Direltionsbezirks Frankfurt haben sich mit dem Vorgehen der Frankfurter Eisenbahner solidarisch erklärt und deren Be­schluß sich zu eigen gemacht. Buch die Aemter der Bezirke Darmstadt und Mainz sind mit den Frankfurter Eisenbahnern über ein gemein­sames Vorgehen in Verbindung getreten.

Eine weitere Meldung aus Frankfurt besagt: ES scheint, daß die passive Resistenz feit Montag nicht mehr in der Schärfe der ersten Tage auftritt. Von einer vollen Wiederaufnahme der Arbeit ist noch keine Rede, es ist aber keine Verschärstmg der Lage eingetreten, eher eine leichte Besserung, es wird, wie ein Bericht­erstatter meldet,leidlich gearbeitet". Daher lag keine Veranlassung vor, es zum Aeußersten kommen zu lassen und den Fortgang der Verhandlungen zu stören, die bei nachgiebiger Einsicht auf beiden Seiten zu einem guten Ende geführt werden können. Die Hemmungen und Störungen im Harrptbahnhof dauern immer noch an, namentlich im Ortsverkehr.

Die Berliucr Verhandlungen.

WB. Berlin, 7. Januar.

Gestern sind die Verhandlungen über den Eisen- babner-Lohntarif an den eigentlichen Tarif gelangt. Die Regierungsvertreter erklärte», daß die beteiligten Minister den größten Wert barauf legten, über die für die Eisenbahnarbeiter wichtigste Frage sobald wie irgend möglich zu einer Einigung zu kommen. Die fachlichen Beratungen sind bereits in einem wichtigen Punkte zu einem Ergebnis gelangt: Als oberste Wirt- schaftsklasse wurde eine solche vereinbart, in der der Stundenlohn für einen Arbeiter von über 24 Jahren auf 3.50 Mark festgesetzt wird. Darüber hinaus soll jedoch eine Ausnahmeklasse allein für Berlin gebildet werden, in der dieser Lohn 3.60 Mark betragen soll. Es steht zu hoffen, daß die Verhandlungen rüstig fort­schreiten, da auf beiden Seiten bat Bestreben herrscht, | positive Arbeit zu leisten und den überaus umfang­reichen «eroff laoaio uw uiuyO^ y>>-

Eine Kampf»»fa-ze gegen Regiernng und Bürgortuln.

Die Zentrale der Betriebsräte, die aris dem unab- hängigen-kommunistischen Vollzngsrat hervorgegangen ist, veranstaltete gestern abend in Berlin eine Ver­sammlung der Funktionäre des gesamten Berkehrr- gewerbes Groß-Berlin. Es hatten sich ungefähr 900 Personen eingefunden, von denen etwa die Hälfte Eisenbahner waren. Maltza bn referierte über die Bedeutung der in Verkehrswesen Beschäftigten für das Wirtschaftsleben. Seine Rede war eine Kcunpfansage gegen die Regierung und das Bürgertum. Im Ral)- men der sozialistischen Rätevereinigung wurde dann ein provisorischer Hauptausschuß für das VerkehrSgewerbe gegründet.

Die Leistungen der Eisenbahn.

Wie voin Eisenbahnministerium nritgeteilt wird, betragen die Leistungen ber Eisenbahn gegenwärtig 73 % des Normalstandes bei einer Belieferung mit 90 % der normalen Befeuerungsmenge. Wenn die Leistimgen sich nicht in gleichem Maße wie die Kohlen- belteferungen gehoben haben, so wird das in erster Linie damit erklärt, daß die Qualität der gelieferten Kohle nicht die gleiche ist wie in Unebenheiten und die Bahn sich zu einem erheblichen Prozentsätze mit dem für sie minderwertigen Koks begnügen müsse.

Wsr ösr ZtaMkatton.

Der Srustansch abermals verschoben?

Trotz der bestimmt gefaßten HavaS-Meldung, daß der Austausch der Ratistkationsurkunben auf nächsten SamStag festgesetzt sei, muß man nach einer Pariser Meldung des LyonerProgrös" mit einer kurzen Verzögerung des Aktes rechnen, weil LI o y d George unb Nitti, die sich dabei an der Seite ClemenceauS befinden solle»:, erst am M o n t o g in Paris eiutreffeu dürften.

Man gewöhnt sich so langsam an die Taktik unserer Feinde! ,

Die Besetzung für die Abstimmungsgebiete.

In der Antwortnote des Obersten Rates über die Herabsetzung der für die Abstimmungebiete vorgesehenen Truppenstärke wird, nach einer Meldung auS Bern darauf bingewiefen, daß infolge der Nichtbeteiligung Amerika? die Stärke ber als Besatzung für die Ab­stimmungsgebiete vorgesehenen Truppen etwa um ein Viertel herabgesetzt wird. Unter diesen Umständen kommt eine weitere Herabsetzung der Truppenstärke gegenwärtig nicht in Betracht.

Sprengung der Schiffe in der Scapa-Flow- Biicht.

Wie demBerliner Lokalanzeiger" aus Ber» berichtet wird, bat nach einer Meldung des Korre­spondenten derEentral-Rews" die Kommission für die Frage der Hebung der in der Scapa-Flow-Bucht versenkten deutschen Schiffe entschieden, die versenkten Schiffe zu sprengen.

Irw Arrslisferrmg K§s Lmtstchen Kaisers.

Liäch einer kurzen Ruhepause taucht wieder eine Meldung über die AnS.iescrung des deutschen Kaisers an die Entente au st DerNieuwe Rotterdamschc Nourant* meldet aus L o n b o n ; Der Chromgueur desStar" sagt, daß die Auslieferung beS früheren deutschen Kaisers in der nächsten Woche von Holland