Hananer 8 Anzeiger
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General-Anzeiger
Amlliches Organ für SlaLk- und Landkreis Sana«
Erschein! täglich mit Ausnahme dei-2onn- und Feiertage
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Rotationsdruckd.WaisenhausLuchdruckerei Hanau Fernsprechanschlusse Nr. 1237 und 1238
Nr. 2
Samstag den 3. Januar
1920
Das Neueste.
Wie aus Riga gemeldet wird, ist der Waffenstillstand zwischen Estland und Sowjetrußland unterzeichnet. /
Das Generalsekretariat der Pariser Konferenz ließ der deutschen Abordnung eine Note über die militärischen und Polizeikräfteüberreichen.
Die Kommunisten entwickeln in Sachsen, wie wahrscheinlich überall in Deutschland, eine rege Tätigkeit, die die Durchführung der zweiten Revolution bezweckt.
Eine Meldung aus Newyork besagt, daß es Lord Grcy gelungen sei, die internationale Rie- fenanleihe von 13 Milliarden Dollars zusammen zu bringen.
Die Kaiserbriefe.
Vor wenigen Tagen erst machten die Randbemerkungen des Kaisers die Rundreise durch die deutsche Presse und heute sind es die Kaiserbriefe, die in deutschen wie im ausländischen Blätterwald eine bedeutende Rolle spielen. Noch wenige Tage und weitere Kaiserbriefe — diesmal werden sie von Kaiser Karl von Oesterreich stammen — werden die Öffentlichkeit beschäftigen. Mit dem Abdruck der Briefe Kaiser Wilhelms an den Zaren Nikolaus haben wir gestern begonnen, wir werden ihn fortsetzen, da die Briefe von großem, historischem Werte sind. Man erhält aus ihnen neue mich wichtige Bestätigungen dafür, daß der Gedanke einer für Verteidigungszwecke zwischen Den tsch - land, Rußland und F r a n t r e i ch vor dem Kriege nicht nur längst bestanden hat, sondern daß er mehr als einmal seiner Verwirklichung ganz nahe gerückt war. Wir lernen weiter den Kaiser als vertrauensseligen Menschen kennen, der nicht lange wägt, sondern schnell sein Urteil fällt, — ganz gleich ob es das Richtige ist oder nicht. Besonderes Interesse verdient der Brief, der am 12. November geschrieben ist, in dem sich der Kaiser mit der nach dem Rücktritt des Fürsten Bismarck erfolgten Kündigung des deutsch-russischen Rückvecsicherungsvertrages, der damals durch einen Artikel der dem Fürsten Bismarck nahestehenden „Hamburger Nachrichten" der Oeffentlichkeit bekannt wurde, befaßt. Der Kaiser urteilt in dem Briefe über die von Bismarck veranlaßte Veröffentlichung der Kündigung des Vertrages: Ich bin tief traurig über Bismarcks schreckliches Benehmen, das, obgleich es ein Koup ist, der sich lediglich gegen meine Person richtet, nichtsdestoweniger ein Bruch der Loyalität gegen Deine Regierung darstellt und einen Flecken auf dem Gedächtnis meines geliebten Großvaters sowohl wie auf dem Deines geliebten Vaters zurück- laßt. Ich habe meinen Onkel, den Kanzler, bereits verständigt, was dem Parlament zu sagen ist, und rch hoffe, Du wirst zufrieden sein mit der Art, wie die Angelegenheit behandelt wird. Ich nehme an, daß bei diesem letzten Schlag des Fürsten und bei seiner schamlosen Art, wie er mich in seiner Presse behandelt, insbesondere durch den Versuch, dem Volke Glauben zu machen, daß ich unter engUjchem Einfluß war und es noch jetzt bin, die ^öpse zu verstehen anfangen werden, daß Grund hätte, diesen unbändigen Mann mit niedrigen Charakter aus dem Amte zu lchicken.
$ms Note über die militärisch en und polizeilichen Streitkräfte.
s DDP. Berlin, 3. Januar.
Wie gemeldet wird, hat das General- ' w V - d^ Pariser Konferenz der deutschen 'Ordnung heute eine Note über die militärischen und Polizeikräfte überreichen lassen, die der n eine aus Oberschlesien gemeldet worden seien. ~JC 1 wichen Behörden hätten in diese Gegenden nippen geschickt, die aus den baltischen Provinzen glommen seien. Ausserdem hätte die Entwicklung I r Sicherheitspolizei und der Einwohner- egnu einen anormalen Umfang angenommen.
; d "durch geschaffene Lage sei mit den für -Inkrafttreten des Friedensvertrages über- »unenen Verpflichtungen unvereinbar.
i einer M^^"^' Kriegsministerium schätzt, nach bei "^ London, die heutige Zahl
’ Million '^^ Soldate,: auf ungefähr eine ; 12006 Md^unter 400000 reguläre Soldaten, und MN' 50000 bewaffnete Polizisten VürgerweyrlE 500000 Zeitfreiwillige und
Das notwendige Gegengewicht.
Im Hinblick auf die Bestimmungen des Friedensvertrages, nach welchem deutsche Volksgenossen wegen angeblicher „Kriegsverbcechen" auszuliefern sind, fordert die „Braunschweigische Landeszeitung" ein notwendiges Gegengewicht zu schaffen, und zwar in Form einer dokumentarischen Denkschrift über die Greueltaten, die von den Mannschaften und Offizieren der feindlichen Mächte an deutschen Volksgenossen oder deren Besitztum begangen worden sind. Das genannte Blatt schreibt u. a. hierzu:
In der pathologischen Gier, sich vor den Augen hohnlachender Feinde zu geiseln, denkt der Deutsche kaum noch an die Schandtaten der seind-, lichen Soldateska, die sich noch heutigentags im besetzten Gebiet austobt und ein Denkmal der Schande neben dem anderen aufpflanzt. Hören wir noch von einem „B a r a l o n g" - F a l l? Denken wir noch an „King S t e p h e n" und Kapitän Fryatt? Wissen wir noch, daß Lord Derby das Wort sprach: „England besteht nur dann auf b^r Befolgung des Völkerrechts, wenn es ihm n ü tz t!"? Mit Kolbenstößen trieben schon in den ersten Kriegsmonaten die Briten deutsche Gefangene vor sich her, wenn ihre Kompagnien zum Sturmangriff einsetzten. Unter dem Schutz der Genfer Flagge und in deutschen Uniformen versuchten sie, die Besatzungen deutscher Schützengräben zu überrumpeln. Wilde Völkerstämme wurden mobil gemacht, um die franco-britische „Kultur" nach Deutschland zu tragen, und im französischen Parlament fiel das Wort: „Wenn es sich darum handelt, der Z i v i l i s a t i o n zum Siege zu verhelfen, ist auch die Verwendung halbtierischer Völkerschaften ein geheiligtes Mit- W- Dann,MM| truppen der „N e tt o y e u r s", deren Aufgabe es war, wehrlose deutsche Verwundete abzuschlach- ten; und die französische Presse brächte spalten- lange Berichte über die „Heldentaten" der Nettoyeurs, immer mit dem üblichen Achselzucken: „C’est la guerre! — So ist der Krieg!" Und heute wird das deutsche Volk, das einen Kant, einen Goethe und tausend andere Heroen hervorbrachte, deren Schöpfergeist die Welt erfüllt, von den Feinden als eine Verbrecherbande hingestellt. Und der deutsche Michel ist so töricht, daß er in depr Wahne lebt, er brauche nur die eigenen Söhne, auf die die Feinde zeigen, strafrechtlich zu verfolgen, um das Märchen von der deutschen Barbarei aus der Welt zu schaffen, er brauche sich nur immer selber zu beschuldigen, um zu gefallen.
Was aber wird getan um den Feinden zu beweisen, welche Greueltaten von ihrer Soldateska begangen wurden uhb noch begangen werden? Wir wissen recht wohl, daß im Auswärtigen Amt ein besonderer Referenz — es ist Dr. Bolz — Beweise für die Greueltaten der Feinde sammelt, Dokumente, deren Bekanntgabe etwas nutzbringender gewesen wäre als die Verbreitung her „Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch". Aber tpirb man von diesen Beweisen den Gebrauch machen, den die Mehrheit des deutschen Volkes von ihnen erwartet? Die Auslieferung Deutscher steht vor der Tür, die Auslieferung von deutschen Männern, die trotz der deutschen Maßnahmen zur Bestrafung von Kriegsverbrechen vor dem Richterstuhle der Feinde erscheinen sollen. Wird die deutsche Reichsregierung in Erwartung dieser Ereignisse eine dokumentarische Denkschrift ausarbeiten und die Bestrafung der schuldigen Feinde verlangen, um das notwendige Gegengewicht zu schaffen, ober sollen die Dokumente des Referates G im Auswärtigen Amt in den Aktenschränken bleiben?
Soweit die „Braunschw.^ Landesztg.". Die am Schluß aufgeworfene Frage, verbunden mit der Forderung auf Ausarbeitung einer Denkschrift ist u. E. nach Vollokmmen berechtigt und es kann nur der Wunsch ausgesprochen werden, daß die Reichsregierung dieser Forderung bald nach- kommt.
Letzte Schikanen Deutschlands.
Wie wir bereits gestern mitteilten, wird aller Voraussicht nach der Austausch der Ratifikationsurkunde, der für 6. Januar geplant war, eine Verzögerung erfahren. Auch das Pariser „Journal" bereitete gestern auf diese Verzögerung vor, weil der General Lerond es für nötig hält, alle Einzelheiten für die Ueber- tragung der Gewalt in den Abstimmungs- bezirken zu regeln, was etwa 10 Tage beanspruchen dürfte. Das offizielle Pariser Blatt bringt es fertig, diese L^rzögerung unter dem Titel anzukündigen: „Letzte Schikanen Deutschlands.^
Rege Tätigkeit der Kommunisten
Vorbereitungen zur zweiten Revolution.
Wie der Korrespondent der „Köln. Ztg." in Dresden von gut unterrichteter Stelle erfährt, entwickeln die Kommunisten in Sachsen wie wahrscheinlich überall in Deutschland eine rege Tätigkeit, die auf eine geplante Neuorganisation ihrer Propaganda zurückzuführen ist. Die Kommunisten wollen den wirtschaftlichen und politischen Umsturz mit Hilfe revolutionärer Betriebsorganisationen, die an Stelle der Betriebsräte treten sollen, für die nächste Zeit vorbereiten. Alle größeren Städte sollen in Bezirke eingeteilt werden, an deren Spitze besonders vorsichtig ausgewählte Bezirksführer stehen. Diese haben die Aufgabe, die Revolution in ihren Bezirken zu organisieren und an dem Tage, an dem die Diktatur des Proletariats erklärt wird, die Durchführung aller Maßnahmen zu übernehmen.
Radek in Berlin.
— Berlin, 3. Jan.
Am 7. Januar werden in Berlin die F e i er n für die im Januar v. I. bei den ersten großen Unruhen Gefallenen stattftn- den. Bei dieser Gelegenheit soll and) Karl Radek sprechen, der sich noch immer in Berlin aufhält und hier wieder eine rührige Propaganda entfaltet. Radek sollte bekanntlich nach seiner Haftentlassung Berlin verlassen, doch weigerten sich die Randstaaten, den bekannten Bolschewisten passieren zu lassen. Radek hat sich deshalb unter anderem Namen in Berlin atzfgehalten und auch mehrfach in Versammlungen gesprochen.
Bolschewistische Anruhen in Persien.
Die Pariser Zeitungen veröffentlichen folgende Einzelheiten über die Unruhen in P ersten:
Eine Depesche aus Teheran an die „Times" meldet, daß sich die Lage an der nördlichen Grenze Persiens rasch verschlimmert. Die Bol- s ch e w i st e n, die aus der Richtung von M e r w kommen, rücken längs der transkaspischen Bahn vor und machen erbitterte Anstrengungen, um die Stellung von Krasnowodsk, dem Endpunkt der Bahnlinie am Kaspischen Meer, zu erreichen. Obgleich amtlich in London eingetroffene Nachrichten melden, daß die roten Truppen noch mehr als 120 Kilometer von dieser Stadt entfernt feien, meldet der Korrespondent der „Times", daß sie viel näher seien, und daß sich die weißen Truppen zurückzägen. Der Grund für das Bestreben der roten Truppen, das Kaspische Meer zu erreichen, ist offensichtlich: Sie haben ein dringendes Bedürfnis nach Petroleum, und wenn sie dasselbe in Krasnowodsk nicht befriedigen können, werden sie das Meer überfahr/n und sich das Petroleum in Baku holen. Während dieser Zeit entwickelt sich eine lebhafte antienglische Propagackda unter den mohammedanischen Staaten Zentral- asiens Eine bolschewistische Liga unter dem Namen „Liga zur Befreiung des Ostens" proklamiert daß ihr Persien und Äfghanisten als Kanäle dienen, um das rote Evangelium in Indien ern- zuführen. Im Distrikt Taschkent glaubt man, daß die Bolschewisten den Bestand ihrer Armee dort bis zum Frühjahr auf 150 000 Mann erhöhen würden. "Ein Gerücht, das meldet, daß Enver Pascha kürzlich in Taschkent eingetroffen sei, scheint nicht ohne Begründung zu sein. Gleichzeitig scheint der Südflügel der Bolschewisten, die in Sibirien vorrücken, seine Operationen im Gebiet des Baikalsees zu konzentrieren. Ihr Ziel dürften die Goldvorkommen des Altaigebirges sein. — Eine Londoner Depesche aus Delhi an das gleiche Blatt meldet, daß sich die indische Regierung lebhaft mit der bolschewistischen Propaganda, ihrer Tätigkeit in Zentralasien und ihrer Absicht, ihr Programm in Indien einzu- führen, beschäftigt. Man ist immerhin der Ansicht, daß Afghanistan bolschewistische Truppen auf fesnem Gebiete nicht dulden würde. Es wird htzrvorgehoben, daß die roten Truppen, die versuchen, die p a n s I a w i s ch e B e w e g u n g aus- zubreiten, die muselmanische Bevölkerung Zen- tralasicns schamlos unterdrückten, als sie ihrer Sache in Europa noch sicher waren. Trotz alledem sst die indische Regierung wachsam, und die kürzlich veröffentlichte Verordnung, die den Besitz von Rubeln in Indien verbiete, ist gegen jeden Versuch bolschewistischer Propaganda gerichtet.
Rege Tätigkeit der Kommunisten.
Ernste Lage in Bulgarien.
Die Lage in Bulgarien wird von Tag zu Tag kritischer. Wie. die (genfer „Duisse" aus Sofia über Belgrad meldet, wird die Regierung wahrscheinlich den Kriegszustand über das ganze Land verhängen. In Düer MastenVersammlung der i-mmumsiischen fiftff'
wurde von einem Offizier eine Bombe geworfen, tu fünf Personen tötete. Der bulgarische Generalstabsches Neratow hat demissioniert. Er wird durch den Obersten Lesukanow ersetzt werden.
Eine internationale 13 Milliarden- Anleihe.
WTB. Pari«, 2. Jan.
Nach einer Newyorker Sondermeldung der „Chicago Tribune" hatte Lord Edward Grev in Amerika keine politische, sondern eine finanzielle Mission.' Er sollte nämlich eine Anleihe von 13 Milliarden Dollars auf 50 Jahre abschließen.
Eine weitere Meldung der „Daily Chronicle* aus New-Uork besagt, daß es Sorb Gren gelungen ist, die internationale Riesenanleihe von 13 Milliarden Dollars zusammenzubringen.
Rückkehr Loyd Georgs.
WTB. London, 3. Jan.'
Loyd Georg? wird heute nach London zurückkebre» Die für Donnerstag beabsichtigte Reise nach Rom wird vermutlich infolge der Unpäßlichkeit des italienischer Ministerpräsidenten eine Verzögerung erfahren.
Ein amerikanisches Kilsswerk.
--- Berlin, 3. Januar.
Eine aus 15 Herren und Damen bestehende anten* kam'che Quäker-Kommission nimmt heute am 3. Jan. auf einige Zeit ihren Sitz in Berlin, um ein großes amerikanische? Hilfswerk für Demschland durckzuführen. Die Konimission stellt eine Ergänzung der Tätigkeit des amerikanischen Lebensmittelkontrollenrs Hoover dar. Sie wird einen aus mehreren Millionen Dollar? bestehenden Geldbetrag, der in Amerika durch freiwillige Gaben aufgebracht worden ist, zur Anschaffung von Nahrungsmitteln und Bekleidungsstücken znr Verfügung stellen. Die Kommission wird brate vom Reichspräsidenten empfangen werden.
Der „Berliner Ldkalanzeizer" berichtet, daß nach Blättermeldungen aus Buenos Aires (Argentinien) dort ein deutsches Unternehmen mit einem Kapital von zehn Millionen Pesos ins Leben gerufen worden ist, das sich die Ver- proviantierung Deutschlands zum Ziel gesteckt hat. — Das neue Unternehmen hofft, sofort etlüa 350000 Tonnen Getreidtz und Mais, 30000 Tonnen Flachs, 70000 Tonnen Fleisch und 20000 Tonnen Fett einzukaufen und nach Deutschland senden zu können.
WaffenslittstanÄ zwischen Estland und SowZetruszland.
ZVIU. Kopenyagc«. 2. Januar.
„Natiaualtidendc" mclöet aus Riga, daß bei Waffenstillstand zwischen E'ü land und Sowjet- rußland in der letzte» Nacht unterzelchnek worden -ist. Er läuft vorläufig auf acht Tage, wird dann automatisch verlängert, wenn er nicht getünbigt tmr».
„Wiedergulmachung."
Was unsere Gegner unter „Wiedergutmachung" verstehen, zeigt eine vom „Peuble" veröffentlichte Verordnung, des belgischen Landwirtschaftsministeriums über die Verteilung der von Deutschland lau! Bestimmung des Friedensvertrages abgelieferten Ziegen. Diese Tiere köftnen nach der Verordnung nicht nur in den verwüsteten, sondern in sämtlichen Provinzen angesordert werden, und zwar ohne daß der Anfordernde selbst einen direkten Verlust an Ziegen erlitten haben muß, damehrTiere zur Verfügung stehen, als. r c q u i- riert worden sind.
Diese Verordnung gibt also ohne weiteres zu, daß Deutschland mehr Tiere abliefern mußte, als es in Belgien requiriert hat. In Belgien weiß man nicht wohin mit der Ueberzahl der abgelieferten Tiere, während in Deutschland zahllose Kinder sterben müssen, weil es an Milch fehlt. Das ist die „Wiedergutmachung" unserer Feinde.
Kleine Nachrichten.
Dr. Heim gegen die Einheitsbestrebungen. In Rosenheim fand zwischen dem Vorsitzenden des christlichen Bauernvereins, Dr. Heim, und dem Bayrischen Bauernbund, dessen Vorsitzender der Abg. Eisenberger ist, eine Einigungsver- Handlung statt, die zur Festlegung der programmatischen Punkte führte. Är. Heim sprach ich bei dieser Gelegenheit gegen die Einheit? wstrebungen und gegen die Verpreussung Deutschlands aus. Der Äbg. Eisenberger erklärte sich mit. den Ausführungen des Dr. Heim einver- tbem
Brüssels Heeresstärke 100 090 Mann. Aus Brüssel wird gemeldet: Der Senat nahm einen Gesetzentwurf an, der die 5ccresstarte auf 100000 Man n festsetzt. Auch die Kredite dazu wurden vom Senat einstimmig bewilligt.