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1920
Das Aeueste.
Der Vorsttzende der be'^'^en Fricdensdele-
gation ist erkrankt.
1 . Der Austausch der Ratifikationsurkunden dürfte nach einer Meldung der ..Petit Parisien" nicht vor dem 10. bis 12. Januar erfolgen.
Das Ausland wie Deutschland beginnen mit der Veröffentlichung der Kaiserbriefe Nikolaus. '
Die Belgrader Dynamitexplosion wird de-
an
mentiert.
Der frühere deutsche Statthalter in Elsaß- Lothringen, Fürst Wedel, ist in Stockholm gestorben.
Eine Kundgebung des Reichs- präftdenlen.
'chsPräsident Ebert ließ zum Neujahrs-
1 ? folgende Kundgebung veröffentlichen:
tion haben wir unsere Lcbenskrä,. und Weltbedeutung erwiesen. Und heute noch lauert unter dem Haß und dem Verwüstungswillen der Gegner die blasse Furcht vür — deutscher Kraft. Diese Furcht ist es, wie es von feindlicher Seite wiederholt ganz offen ausgesprochen wurde, die uns andauernd neue Gewaltmaßregeln auf er legt Besinn:.: wir uns deshalb auf unsere eigene Kraft. Und ist der Wirtschaftsbc^den, auf dem wir stehen und arbeiten, zunächst auch noch so schmal, wir werden ihn zu bestellen und zu verbreitern wissen. Die Tat voran, den Willen zur Arbeit am Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Fort mit der Selbstzerfleischung, fort mit dem Kampf im eigenen Lande, Bruder gegen Bruder, jeder Deutsche an seine Arbeitsstelle! „Vaterlandsliebe: und Pflichtgefühl" werden uns den Weg '.eige?, wenn wir ihn ernsthaft und ehrlich suchend Dieses Wort des Helden von Ostaftika, des Generals von Lettow-Vorbeck, soll uns auf
jck! vergangenen Jahr wurde zwar das Chaos wehrt und die Einheit des Reiches erhalten >: v gefestigt. Indessen mußte unter dem Druck losen Zwanges ein Friede geschlossen wer- ..i die Ehre unseres Volkes, seinen Wohl- A a«d und die Früchte vergangener und künftiger ember Gnade zu überantworten droht.
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eute beginnende Jahr Muß eiden, ob die Deutschen trotz nrals Nationund Staatsich zu -. e u 4 t e n hoffen tH-n n e n, oder durch c« ^ Hader, dem sich äußerer Haß zugesellt, , cn>igültigen Fusamurenbruch auch die Hoff- r'«r ♦ lirer ^^^^^
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unserem dunklen Wege zur Erhaltung von Nation und Staat voranleukhten. Verloren ist nur rh.
ein Volk, das sich selbst ausgibt.
Briefe Wilhelms II. an den Zaren.
Gin Gewährsmann des Pariser Journals hörte im vorigen Oktober in Berlin von einem Manne in Kopenhagen, der die sämtlichen Briefe Kaiser Wilhelms an Nikolaus II. in der Hand habe. Es sei ein amerikanischer Zeitungsmann russischer Herkunft, der mehrere Jahre in Rußland verbracht und dort das Zutrauen der Bol-
schewiken erworben habe, deren Behörsten ihm er- '' ' ^e zu vhsto-rwavb "ren und
Jn England wankt das Ministerium unter allgemeinem Hohngelächter seinem Sturze zu. Kürz, überall wird das „Principe de la monarchie" sich stark zeigen müssen. Ich freue mich deshalb über die ausgezeichnete Rede, die Du neulich vor den Deputationen in Beantwortung einiger Reformwünsche gehalten hast. Sie war sehr treffsicher und hat überall einen großen Eindruck gemacht. Zur Eröffnung unseres Kanals, für Juni, habe ich alle europäischen Regierungen eingeladen, Kriegsschiffe nach Kiel zu senden. Ich hoffe, auch Deine Flotte wird durch ein oder zwei Schiffe vertreten sein.
Mit ehrerbietigem Gruß an Dritte Mamy und vielen Grüßen an Alix verbleibe ich
Dein Dich herzlich liebender Freund
Willy.
Der zweite Brief ist nach dem chinesisch-japanischen Friedensschluß von Schimonoseki geschrieben und bezieht sich auf die gemeinsame Aktion der europäischen Mächte, die unter Führung Rußlands unternommen wurde. Der wichtigste Teil dieses Briefes, der aus Kaltenbronn im Schwarzwald vom 26. April 18^5 datiert ist, wird folgendermaßen wiedergegeben:
Ich danke Dir aufrichtig für die ausgezeichnete Art, in der Du die kombinierte Aktion Europas zur Wahrung seiner Interessen gegen Japan in die Wege geleitet hast. Es war hohe Zeit, daß energische Schritte getan wurden, und es wird in Japan und anderswo einen ausgezeichneten Eindruck machen. Es zeigt klipp und klar, wie notwendig es ist, daß wir zusammenhalten und daß es eine gemeinsame Jnteressen- grundlage gibt, auf welcher alle europäischen i gemeinsam für die Wohlfahrt aller vor-
die Reihen zu ist) liegen p ■ “ ls.'-' = -- '
an seiner Arbeitsstelle -enes ZertungÄnannes zu erfahren, .»
er den Wiederaufba« unseres Back a des das Aeußerstezu tun
M Reichspräsident Ebert.
H Also lautet die Neujahrskundgebung unseres eichspräsidenten. Nach dieser Kundgebung muß oas gestern neu angetretene Jahr entscheiden, ob die Deutschen trotz der Faust des Siegers, die f « schwer auf uns lastet, die das Deutschland zu einer feindlichen Kolonie zu machen droht, als Natton und Staat sich behaupten können, oder ob durch V inneren Hader, durch Selbstzerfleischung, der sich Süßerer Haß zugesellt, unser vollkommener Untergang 'erfolgen soll. Ob diese Schicksalsffage, eine solche ist es für uns und unsere Kinder im tiefsten Sinne des Wortes, das neue Jahr zu lösen wird, wie es jeder recht denkende Deutsche wünscht, läßt sich heute noch nicht sagen. Die Hoffnung ist vorhanden und diese lassen wir uns nicht nehmen, 8 — doch ihre Erfüllung wird von unserem Volke selbst abhängen. Wir müssen endlich damit aufhören, uns selbst zu zerfleischen, wir müssen die Gefahr erkennen, die uns umlauert und müssen uns zur Ablenkung dieser Gefahr zusammenschließen, zusammenschließen gegen einen Feind, der uns tödlich bedroht, der sich anschickt in den nächsten Tagen die um den Hstls des deutschen Volkes geworfeneMchlinge Ausziehen. Weg mit der gegenseitigen Bekämpfung im Lande, die nur ein Einschlägen der Köpfe zu Ehren bet Entente bedeutet und den FeindZmmer weiter in unser Land führt. Parteigegensätze sind in jedem Volke vorhanden; wir müssen fie^ ertragen, müssen auch die gegnerische Ansicht respektieren lernen, wie es jedes wahrhaft freie Volk tut. Der Feind aber, der, die Ehre unseres^Volkes nehmen, der uns zuni Enterbten, zum Sklaventum der Welt machen, aber den Ertrag unserer Arbeit für" sich in Sinfprud) nehmen will, der steht noch immer mit Hnnderttausenden an unseren Grenzen und gegen diesen Feind müssen wir uns zusammenschließen, müssen feine Absichten gemeinsam bekämpfen, Was uns Deutsche untereinander trennt, ist wenig, 'nas uns aber eint, ist die Gefahr, die unser Volt auf den Tod bedroht und der Wille und die Notwendigkeit für unser Volk zum Leben
; Don Lewin heißt, feu .1907 die auswärtige Po-
und Handeln.: Wir wissen sehr wohl, daß das jreMnde,Element in beut Kampfe Deutscher gegen X Deutsche da' ausländische ist, es ist auch sicher und erweislich, daß die katilinarischen Existenzen, Die der s-^??™ uns ins Land geweht
hat, die Geschäfte unserer Feinde besorgen und doch las niemand den Mut dem deutschen Arbeiter das Sinnlose dieses Selbstzerfleischungs- &mi< bot Augen zu halten.
Schließt die Reihen! Ein jeder an seine KrbciWVle geschritten und das Aeußerste getan für den^Wrcderaufoau unseres Vaterlandes. Dies ruft bei dim > Reich ruräsibent feinem Volke zu. ©Aiieftf bie - 'Y^n gegen ben Feind jenseits der Grenze, geht die Selbstzerfleischung auf und arbeitet! Die ^^wrene Kraft des Deutschtums
Irbis in der Newyorker Tribune behandelt und sich als Verfasser eines Werkes über die russische NevoMion und einer unter dem Titel „Jaschka" erschMencn Autobiographie der vielgenannten Maria Botschkorewa, der-Führerin des „Todesbataillons russischer Frauen", bekennt. Don Lewin befand sich in Moskau im Juli 1918, als Nikolaus Romanow in Katherinenburg -ermordet wurde. Die Mörder entdeckten bei der Durchsuchung der Habe der Ermordeten ein silbernes Kästchen mit dem kaiserlichen Monogramm, das die vertraulichsten Papiere des Kaisers enthielt. Sie sandten es an die Sowjetbehörden nach Mos^u^o. unter unteren Papieren ein Bündel mit „Willys an Nicky" nebst zwei Ent
würfen zu deutsch-russischen Geheimverträgen gefunden wurden. Die Briefe sind entstauben in den Jahren 1894 bis 1914, zwischen der Thronbesteigung Nikolaus II. und der letzten Zeit vor dem Ausbrnch des Weltkrieges. Sie geben im Zusammenhang die Europapolitik des Kaiserlich Deutschen Reiches wieder, so wie sie unter dem persönlichen Regime seines Herrschers siH gestaltete. Sie gehören zu den hervorragendsten Quellen der neueren Geschichte Europas und gewähren in das Wesen und Wollen des ehemaligen deutschen Kaisers tiefste Einblicke. ,
Die „Voss. Ztg." begann gestern mit der Veröffentlichung von diesen Briefen, die demnächst in Buchform erscheinen sollen. Der erste Bries, bet einig: Monate vor der Ablehnung der sogenannten Umsiur vorlgge im Reichstag geschrieben wurde, lautet:,
Berlin, 7. Februar 1895. Lieber Niki!
Eglöfsstein wird, wie ich hoffe, Dir den ganzen Haufen Porzellan ohne Schaden überbringen können. Er ist angewiesen, den Tisch so zu decken, wie er aussähe, wenn du ein Diner für 50 gäbest, sodaß Du das Ganze in Augenschein nehmen kannst Ich boffe, daß meine Manufaktur alles getan hat, um Deine Wüysche zu erfüllen, und daß das Geschenk für Euch beide nützlich sein wird.
Seitdem die traurigen Wochen, die'Du zu durchleben hattest, verflossen sind, hat sich in Europa viel ereignet Du Haff einen trefflichen alten Diener Deiner Vorgänger, den alten Giecs, verloren Er war ein sehr guter Mensch, für den ich viel Achtung empfand. Frankreich hat überraschender Weite sein Staatsoberhaupt und seine Regierung geuucbfelt und durch eine Amnestie die Türe all den schlimmsten Uebettätern geöffnet, die die ßruheren Leute unter großer Schwierigkeit haben ein sperren lassen. Der Impuls, der dadurch den Dbniokralen und der revolutionären Partei
Ä rletzen, immer fester Wurzel fassen; dann wird unzweifelhaft die Kriegsfurcht in Europa immer' mehr dahinschwinden. Die freundlichen und höchst wertvollen Botschaften, die Du mir durch Osten-Sacken durch Vermittlung des Grafen Eulexiburg in Wien über- sandt hast, haben mir einen deutlichen Beweis Deiner Loyalität und Offenheit mir gegenüber gegeben. Ich werde sicherlich alles tun, was in meiner Macht steht, um Europa ruhig zu halten, und auch den Rücken Rußlands decken, sodaß niemand seine Aktion in der Richtung des fernen Ostens behindern wird. Denn dies ist offenbar
Der Friede.
Die letzten Vorbereitungen.
WTB. PariS, 31. Dqjbr,
Wie die Morgenpresse lneldet, fand gestern nach« mittag in der Maisonde la Presse die erste Zusammenkunft der Kommission v. Simson und der alliierten Vertreter zur Regelung der Fragen der Inkraftsetzung des Friedensvertrages statt. - Von französischer Seite war General Lerond, von englischer Seite RenuiS und von italienischer Pavia anwesend; von deutscher Seite nahnren an den Verhandlungen Ministerialdftektor von Stmson, Geheimrat Göppert, Graf Lerchenfeld, Geheim- rat Leehre und Major v. Bötticher teil.
Der Slustausch der Ratifikationsurlundeu.
WTB. Paris, 31. Tezbr.
Der „Petit Parisien" ^meldet, man erwarte die Antwort der deutschen Regier un g betreffs der schriftlich fixierten Zugeständnisse der Alliierten in der Scapa Flow - Angelegenheit. Generalsekretär Du» tasta und Freiherr v. Lersner hätten den 6. Januar nur als möglichen Tag des Inkrafttretens des Friedensvertrages ins Auge^fassen können; es sei aber heute, schon fast sicher, daß dieses Datum überschritten werden würde. Hinsichtlich des strittigen G e richt?- standeS der Abstimmungsgebiete wolle General Lerond alle fragen so lösen, daß spätere Verwicklungen ausgeschlossen seien. Das sei ein heiterer Grund anzunehmen, daß der Austausch der Rati- fizieruugsurkundcn nicht vor dem 10., ja selbst dem 12. Saunas erfolgen dürfte. Samt Brice im „Journal behauptet, Lerond glaube, noch etwa nötigen, um die vielen juristischen, adm'w;. militärischer; Einzelheiten für Mer.ntnug, w oen AbstiinunngZ: : cc-n zu rege!».
v. L.»r»ner e.4cuA.i.
WTB. Paris. 1- Fan.
Man meldet, 'daß der Vorsitzend- der deutsche« Delegativri, v. Lersner. an euer Erkältung leise und deshalb einige Tage keine Ausgängc unternehmen könne.
Eine Konsequenz der
A.-S.-A.-Politik.
WB. Versailles, 3t. Dezbr.
Nach der „Heure" überreichten die Engländer dem Fünfer-Rat eine Note, in ber darauf hingewiesen wird, daß die amerikanischen Streitkräfte den Brückenköps
^ S ^ tr DJle^as poblens beseht hielten, daß aber die Vereinigten Äaaffn
in Zukunft die große Aufgabe für Rußland: feine gen Friesensvertrag von Versailles noch nicht ratifiziert Uufmertfamreit dem asiatischen Kontinent zuzu hätten, also auch keinen offiziellen Vertreter in der wenden urkd Europa gegen die Eingriffe der großen gelben Rasse zu verteidigen. Darin wirst Du mich immer an Deiner Seite finden, bereit, Dir nach besten Kräften zu helfen. Du hast den Ruf der Vorsehung wohl verstanden und die Bedeutung des Augenblicks schnell erfaßt. Es ist von ungeheurem politischen und historischen Wert und wird viel Gutes zur Folge haben. Ich werde der weiteren Entwickelung unserer Aktion mit Interesse entgegensehen und hoffe — ebenso wie ich Dir mit Freuden Helfen werde, die Frage einer etwaigen Annexion von Gebietsteilen für Rußland zu lösen —, Du wirst gütigst darauf sehen, daß Deutschland ebenfalls irgendwo, wo es Dich nicht geniert, einen Hafen zu erwerben vermag.
Ich fürchte, da die Norweger an einer an
interalliierten Hohen Kommiisivii für das Rheinland habm könnten. Die Note spreche die Ansicht aus, um den Beschlüssen dieser Kommission und der Verwaltung der besetzten Gebiete keinen Abbruch zu tun, werde es notwendig sein, daß der von den Amerikanern besetzte Bezirk in die französischen, englischen und belgischen Bezirke einbezogen werde.
gegeben wurde, ist auch hier fühlbar. Mein Reichstag führt sich so schlecht wie nur möglich auf. Er schnippt pru wärts gnb rückwärts zwischen ben Sozialstea, die von den Juden angetrieben wer- uiui;.vt. --■ uea ^euiimrums' den, und ber ultramondanen Katholiken. Beide
'Wird uns retten, -.ls ool.' des Geistes, als Volk Parteien sind, soweit ich sehen kann, bald reif, ' ” ^ '" ^^^..... , samt und sonders gehängt zu werden.
1M Waffen, als Wirts-üastsm^ie schassenden Na-
Jrrsinn grenzenden Verfassung sind, wird es mir nicht möglich sein, meine Sommerreise dahin zu machen, sondern ich werde an der Ostseeküste Schwedens herumkreuzen müssen. Sollte dies der Fall sein, könnten wir nicht irgendwo, wo es Dir paßt, mit unseren beiden Jachten zusammenkommen und ein: ruhige kleine Plauderstunde unter uns haben? Es wäre sehr nett.
Lebe wohl, lieber Niki, meine besten Grüße an Alix und respektvolle Empfehlungen an Deine Mama
von Deinem stets ergebenen und Dich liebenden Freund Willy.
PS. Nadolny ist in all meine Ideen, die ich Dir eben entwickelt habe, ganz eingeweiht.
Die Belgrader Explosion demenlierl?
Durch das Wolff-Büro wurde eine Meldnn» des Berliner „^okalanzeigers* verbreitet. nach der sich in Belgrad eine Dynchmtexplosisn ereignet haben sollte, bei der der Prinzregent Alcranser mit 26 Personen getötet worden sei. — Wir nehmen diese Meldung mit Vorsicht aus, da dieser Vorfall von Ler Belgrader Presse eil? unpolitisch und im lokalen Teil behandelt wurde. Das Tfcbccho'-Slowakische Pressebüro meldet denn i^t euch: Die Ge'andtsckaU von Zwgoslawien erklärt die von auswärtigen Blättern verbreiteten Gerüchte über die Vorfälle in Belgrad als eine Eifiii- dung. — Auch die Agentur Havas dementiert die Nachricht, daß Prinz Alexander von Serbien bei einer Explosion in Belgrad den Tod gefunden habe. Diese Nachricht entbehrt jeder, Grundlage. Bekanntlich befindet sich der Prinz in Frankreich. Er bat am Mon- tag Cannes verlassen, um nach Pari» zurückzukehren, wo er sich gegenwärtig aulbält.
Die Sozialisterung der Eleklrizi-' iütswMfchaft.
7 Wie gemeldet wird, ist zur Durchführung des Gesetzes über die Soz-alisicrung der Elcktrizttätswirtfchaft ein Betrag von.300 Millionen Mark vorgesehen, zu dem noch bei in der Ergänzung des Haushaltes des Reichsschatzmmisterinms für 1919 zum Bau und Erwerb von elektrischen HochspaNmingSleUungen, Transformatoren und Elektrizitätswerken ausgeworfene Betrag von 150 Millionen hinzutritt. Es stehen also zur Snrdirübrung des Gesetzes für das Rechnungsjahr 1919 450 Millionen Mark zur Verfügung. Wie die „Tügl. Rundschau" hört, sind davon angenommen: für staatlich zu übernehmende Kraftwerke und Beteiligungen an Kraftwerken ausschließlich der Vertellungsaulagen. aber einschließlich »el-jcuigcu Anlagen und Einrichtungen, die zum Betrieb der Kraftwerke erforderlich sind: 275 Millionen; für den Ausbau von Wasserkräften: 50 Millionen: für die Einrichtung von Hochspannungsleitungen und TraiiSfotmatorcn-Statioueu: 95 Mill.; für Erweiterungsbauten an Kraftwerken: 30 Millionen.
Graf Wedel -h
Laut „Berlingsle Tidende" ist der frühere deutsche Statthalter in Elsaß-Lothringen, Fürst Wedel, am 30. Dezember im Alter von 77 Jahren in Stockyolitz gestorben.
Graf Wedel geboren am 5. Februar 1842 in Oldenburg als Sohn des Oldenburgischen Generalleutnants und Kriegsministers Graf Wedel> tauschte im Jahre 1907 den Wiener Botschafter- pofv.-i mit der außerordentlich bedeutsamen Stellung eines Statthalters in Elsaß-Lothringen. Wedels Regierungszeit im Elsaß inar reich an '»genannten „Fällen". Erwähnt seien äls die be- u .:.-s cn: der Fall Wegelin in Mülhausen, der zu eiium ernsthaften Konflikt zwischen Berwal- tung und Militärkommando in der oberelsäßischen -JnduHciesiadt führte; der Gr afenstadener Fall: der im Reichstag eine erregte Debatte berborrief; die Auslösung der „Lorrainc-Spor- live", des „Souvenir fraacais" und „Souvenir Allacien Lorrour" und zuletzt der Zabener Fall.