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Hanauer K Anzeiger

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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Saturn

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

Verlaasleitung: Ad. Jndermüble. ^ierantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil G. Schrecker- für lokalen und vrovinziellen Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen und rodt, alle in Hanau a.

..il sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a.M.

Rotationsdruckd.Watsenhausbuchdruckerei Sanau

Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

Nr. 303

Dienslag den 30. Dezember

1919

Unsere Versorgunsslage.

5m Gegensatz zu anderen Mitteilungen dringen die Vertreter der schaffenden Berufsstände rÄt Recht auf möglichste und restlose Aufklärung der Bevölkerung, weil es ihnen nur so möglich erscheint, die breiten Vevölkerungsschichten die Lasten tragen zu lassen, die der verlorene Krieg uns auferlegt. Wie groß sie für die Gesamtheit nach der Seite der Ernährung sein werden, läßt sich nur ermessen an einem ungeschminkten zahlenmäßigen Bilde von dem Rückgänge, den die inländische landwirtschaftliche Erzeugung unter den Wirkungen und Nachwirkungen des Krieges erlitten hat. Der Umfang des Zucker­rübenbaues ist der beste Maßstab für die Intensität des landwirtschaftlichen Betriebs; in der Rohzuckererzeugung sind wir aber von 18 auf 10 Mill. D.-Ztr. zurückgekommen. Die Anbaufläche der für die Ernährung direkt aus- . schlaggebenden Kattoffel hat sich durch die für den Hackfruchtbau bestehenden Schwierigkeiten und die Gebietsabtretungen im Osten von 3,4 auf 2,0 Mill. Hektar, die Ernte von 54,13 auf 29,5 Mill. To. verringert. Einem Gesamt- bedarfe von beinahe 10 Mill. To. Getreide steht eine amtliche Ernteschätzung von nur 7'/- Mill. To. gegenüber, sodaß sich jetzt die auf den Kopf dèr Bevölkerung verfügbare Brotgetreide­menge auf 1,238 D.-Ztr. stellt gegenüber 2,427 D.-Ztr. in der Vorkriegszeit, die damalige Einfuhr ungerechnet. Die Fleischbewittschaftung kann als züsammengebrochen gelten; die Fleisch­katten haben ihre Wittsamkeit verloren. Im Vergleich zum Jahre 1912, das kein Hochstands­jahr war, beträgt die Abnahme beim '/«Jahr ^/s**- VU^ ! w«it T A w A riH ^tu^r tmv^ Q ft 15t ^<im

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. und ist in einzelnen Ländern wie z. B. en Preußen noch wesentlich höher, rersorgung steht vor der Katastrophe, wenn es nicht den Kommunalverbänden aufs rascheste gelingt, sich durch Lieferungsvertrage , mittels von ihnen beschafften Futters wenigstens die für die Kinder und die übrigen wirklich bedürftigen Personen erforderliche Milch zu sichern. Nachdem die Zahl der Schweine im März des vergangenen Jahres mit 5,7 Mill. Stück ihren tiefsten Stand erreicht hatte, hat sie sich bis zur letzten Zählung am 1. September d. J. auf 11 Mill. Stück gehoben, worunter allerdings mehr als die Hälfte Ferkel und Jungtiere sind. Trotzdem so nur erst die Hälfte des normalen Bestandes erreicht ist, entstehen jetzt aber schon wieder Schwiettgkeiten in der planmäßigen Mästung der Schweine, die die Aussichten auf eine gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung mit Schweinefleisch schwinden lassen. Ein Aufsatz von Oekonomierat Keiser-Berlin in der Deutschen Tageszeitung (Nr. 633 vom 19. Dezember), dessen umfassenden Darlegungen die vorstehende Zahlen entnommen sind, ver­zeichnet deshalb folgende Posten im Stand unserer Ernährungslage: eine nicht ausreichende Getreideernte, eine nur beschränkt zureichende Kattoffelernte, ein gefahrdrohendes Versagen bei der Milch- und Fleischversorgung und ein ungemein starker Rückgang der Zuckererzeugunq. Für die Zukunft, .mindestens für das nächste Jahr stehen wir vor der Unmöglichkeit einer umfassenden Düngung der Felder, einem weiteren Sinken der Etträge der Arbeitsleistung, ins­besondere der tierischen Arbeitskräfte, einer völligen Unsicherheit bezüglich der Ausgestaltung der Preise und der Arbeitsverhältnisse, der fort­gesetzten Gefährdung durch sozialistische Be­strebungen, kurz vor einer allgemeinen Unsicherheit und Unbeständigkeit der wichttgsten Grundlagen der Betriebsführuna in so großem Umfange, daß man sich angesichts dieser Lage nach Ansicht des Verfassers fragen müsse, wie man es ver­antworten kann, die Landwirtschaft noch länger auf eine völlige Klarstellung der künftigen Produktionsmöglichkeiten warten zu lassen und ihr die von ihren Vertretungen geforderte Be­wegungsfreiheit vorzuenthalten.

Einstellung des Slratzenbahn- verkehrs in Kannover.

DDP. Hannover, 29. Dezbr.

Die wegen Kohlenmangels erfolgte Ein­stellung des gesamten Straßenbahnverkehrs hat tu Hannover große Erregung hervorge­rufen. Gestern vormittag zogen etwa 6000 Warnte und Arbeiter der Straßenbahn vor das Amtszimmer des Kohlenkommissars, holten den ^ochmifsar heraus und führten ihn zum Dirck- nonsgebäude der Straßenbahn, um ihn dem Erektor Battes gegenüberzustellen. Da mehrere ^"Wen infolge des Kohlenmangels ebenfalls itUhtehen. ist die Befahr gwß.

Das Reichslagswahlgesetz.

DDP. Berlin, 30. Dezember.

Wie dieVossische Zeitung" hört, sind die Referentenentwürfe für das Reichstags­wahlgesetz fertiggestellt und ihre Ver­öffentlichung unmittelbar bevorstehend. Die Entwürfe stimmen darin überein, daß auf je 60000 Stimmen ein Mandat entfällt. Ueber die Zurechnung der Reststtmmen, die entweder einheitlich auf das ganze Reich oder nach Provinzen erfolgen soll, gehen die Entwürfe auseinander.

Weitere Skeuerpläne.

= Berlin, 30. Dezbr.

Wie lautBerliner Lokalanzeiger dieBer­liner Parlamentarischen Nachrichten" erfahren, beabsichtigt der Reichsfinanzminister nach dem Wiederzusammentritt der Nationalversammlung einiges über die weiteren Steuerpläne mitzuteilen. Aus der Reihe der Projekte, die Gegenstand der Erötterungen waren, sei die Be- tciebsgewinnsteuer aus geschieden. Der als Er­gänzung zum Reichseinkommensteuergesetzentwurf gedachte Gesetzentwurf über die Aufwands- besteuerung sei nahezu fertiggestellt. Von einer gewissen Einkommens grenze ab soll der übermäßige Aufwand, durch den eine Kapitals- bildung verhindert wird, mit einer über die Be­steuerung des Vermögenszuwachses nach dem Besitzsteuecgesetz hinausgehenden besonderen Steuer belegt werden.

Der Grenzschutz.

Berlin, 30. Dezbr. (gelegt.) Ueber die Behandlung von bew

des We nigsberg, eine e r o r d n ,r n g, in der es heißt: Es ist zur Zeit die Hauptaufgabe des Grenzschutzes, den deutschen Boden vor diesen Banden zu schützen. Sie sind mit allen Mitteln beim Grenzübertritt unschädlich zu machen und gefangen zu nehmen. Bewaffneter Wider­stand ist mit der Waffe zu brechen. Bei Flucht­versuch von Festgenommenen ist gleichfalls rück­sichtslos von, der Waffe Gebrauch zu machen. Die Bevölkerung muß durch energisches Durchgreifen das Gefühl der Sicherheit vor diesen landfremden Elementen haben. Zusammenarbeiten mit der Einwohnerwehr und wenn möglich mit den gegen- überliegendekl lettischen Grenzschutzverbänden ist anzustreben.

Der Stand der TarLsverhand- lungen bei der Eisenbahn.

WB. Berlin, 29. Dezbr.

Es wird versucht, die Oeffentlichkeit durch die Nach­richt zu beunruhigen, daß die Tarifverhandlungen der Eisenbahnverwaltung mit den Gewerkschaften der Eisen- bahnarbciter gescheitert seien. Die Nachricht ist un­richtig. Die Tarifverhandlungcn haben bereits über eine Reihe wichtiger Punkte des Tarifvertrages zur Verständigung geführt. Sie sind kurz vor dem Fest, der Feiertag wegen, bis zum 5. Januar vertagt worden und werden dann ungesäumt fortgeführt werden. Vor der Vertagung bat die Verwaltung nach Fühlung­nahme mit den Gewerkschaften sich bereit erklärt, schon vom 1. Januar ab den Arbeitern nach Ortsklassen ge­staffelte Zulagen zum jetzigen Stundenlohn zu zahlen. Ferner besteht Einverständnis darüber, daß die Sätze des Tarifvertrages keinesfalls unter diese Zulagen heruntergehen werden und daß die Arbeiter ans jeden Fall die im Tarifvertrag festznstellenden Zulagen rück­wirkend vom 1. Januar 1920 nachgezahlt erhalten. Es handelt sich also bei diesen Zuschlägen nicht, wie behauptet worden ist, um einen Vorschuß, der etwa von den Arbeitern zurückgezählt werden müßte, son­dern um eine teilweise Vorwegnahme des Tarifver­trages. Nach Auffassung der Verwaltung besteht kein Grund zil der Annahme, daß der Tarifvertrag nicht zum Abschluß gebracht werden könnte.

Kohlen für Oesterreich.

--- Berlin, 30. Dezbr. (Telegr.)

Wie demBerliner Tageblatt" aus Wien mitgeteilt wird, hat die französische Regierung, um die Lieferung von Kohle aus der Tschecho- Slovakei nach Oesterreich zu beschleunigen, be­schlossen, 5000 Waggons zur Verfügung zu stellen.

Drohender Ausstand in Schweden.

WB. Kopenhagen, 29. Dezember.

Politiken" meldet aus Stockholm: Infolge der Einführung des Achtstundenarbeitstages zum 1. Januar verlangen die Arbeiter als Ausgleich meuo Lohnerhöhungen. Das Angebot der Arbeitgeber auf Erhöhung des Stundenlohnes ohne Erhöhung der Akkordsätze wurde von den Arbeitern abgelehnt. In mehreren Industrie­zweigen droht für den 1. Januar ein Ausstand iw 50 Lis. WÜMÄLbârn. H

Die Finanzpolitik Frankreichs.

WB. Paris, 30. Dezbr.

In der gestrigen Sitzung der Kammer brachte der Finanzminister Klotz die Anleihe­projekte ein. Der Minister legte die Gründe dar, die eine Umgestaltung dec Finanz­politik notwendig machten. Die Ausgaben während des Ktteges beliefen sich auf 220 Milliar­den. 6 Prozent der bewilligten Ausgaben wurden nicht aufgebraucht. Die Regierung wollte die neuen Steuern nicht vor der Beftetmrg des Lan­des einbringen. Die Einkommen konnten noch nicht zur Besteuerung erfaßt werden. Aus den Einkommen könnten 1486 Millionen und aus den Sonfumentenfteuern 1512 Millionen heraus ge­bracht werden. Die Einnahmen von 1919 werden auf 11 Milliarden beziffert, von denen 75 Proz. durch Steuern aufzubringen sind. Klotz drückte fein Vertrauen dem Volke gegenüber aus, das die Schwierigkeiten besiegen würde. Die verschiedenen Einnahmequellen haben 194 Milliarden der Aus­gaben gedeckt. Gegenwärtig sei eine dreifache Krise durchzumachea: auf finanziellem und wirt­schaftlichem Gebiete und in der Finanzverwal­tung. Das Budgtt wird gegenüber demjenigen vor dem Kriege die drei- bis vierfachen Zahlen aufwcisen. Die Kriegsgewinne müssen besonders herangezogen werden. Was Deutschland betreffe, so müsse es alle eingegangenen Verpflichtungen strikte halten. Frankreich ist der Bankier des be­siegten Feindes geworden, indem es Deutschland 25 Milliarden vorschoß. Um die schwebende Schuld zu verringern, muß der Papiergeldumlauf eingedämmt, die Ausfuhr mit der Einfuhr ins Gleichgewicht gebracht werden. Thomas verlangte Ausschluß über die Verhandlungen bezüglich der interalliierten Solidarität^ Ein sozialistischer An­trag, oer gegen Du S^ttiuny u^jev^ ^4U«é- rung ber Renten gerichtet ist, wurde mit 480 gegen 71 Stimmen abgelehnt. Ein Zufahanttag von Thomas wurde ebenfalls abgelehnt. Schließlich wurde mit 491 gegen 54 Stimmen das gesamte Anleiheprojekt angenommen. Die Sitzung wurde gegen Mitternacht aufgehoben.

Die Vorlage über die Anleihe Frankreichs.

WB. Paris, 29. Dezember. .

Die in der Kammer heute vorgelegte Anleihe­vorlage sieht eine öprozentige Renten-Anleihe vor, die während eines Zeitraumes von 60 Jahren durch halbjährliche Zinsen rückzahlbar ist. Der Rückzahlungspreis der aus den Zeich­nungen hervorgegangenen Teile wird 150 Francs für 5 Francs Rente betragen, d. H. 150 Prozent des Nominalkapitals. Die Bonds von Obligationen der nationalen Vetteidigung sollen zur Befreiung der Subskriptionen angenommen werden. Gleichwie alle früheren soll die neue Rente steuerfrei erklätt werden.

' 'WB. Paris, 29. èezember.

Die Kreditkommission hat die vom Finanz­minister eingebrachte Anleihevorlage mit allen gegen die Stimme Albett Thomas angenommen.

Die Präsidentenwahl in Frankreich.

--- Berlin, 30. Dezember. (Telegramm.)

Für die Präsidentenwahl in Frankreich voraussichtlich am 17. Januar werden ver­schiedenen Blättern zufolge umfassende Vor­bereitungen getroffen.

Mißstimmung in Italien.

DDP. Rom, 29. Dezbr.

Bei der Erörterung der auswärtigen Politik im Senat wandten sich die Redner in scharfen Worten gegen die Aeußerungen Clemen- ccaus. Frascara stellte den schmerzlichen Eindruck fest, daß Italien durch Clemenceau und das fran= zösische Parlament nicht allein hinter Serbien, sondern sogar hinter Jugoflavien zurückgesetzt wurde. General Robilant geißelte, daß der auglo- amcrikanische Kapitalismus alle Volksvechte mit Füßen tritt, deutsche Gebiete und Danzig an Polen ausliefert, wie er Fiume den Italienern vorentyalte.

Große Beute. j

DDP. Basel, 29. Dezbr.

Die Denikin'sche Freiwillige Armee hat bei der Station Proskurow 24 Eisenbahnwagen er­beutet, die den ganzen Staatsschatz Petljuras uftb das Staatsvermögen der Ukrainischen Staats­bank enthielten. Nach Schätzung stellen die be­schlagnahmten Vorräte an Gold, Silber und Banknoten einen ungefähren Wett' von mehre .

Deutschlands Wirtschaftsnot

WB. Berlin, 30. Dezbr

Ein Vertreter des AmsterdamerHa rdels- blat" hatte, wie dieDeutsche Allg. ZtgZ be­richtet über Deutschlands Wirtschaftsnot eine Un­terredung mit Dr. H eck s ch e c von der ^utM ew Gesandschaft. Dieser kehrte soeben aus Deutsch­land nach dem Haag zurück unb sprach die Be­fürchtung aus, daß Deutschland bezüglich her Nahrungsmittelvecsorgung einem ähnlichenSHickb sal entgegengehe wie Oesterreich, falls nich. bs- sondere Maßnahmen getroffen werden. D'e Ar- beitsfreudigkeit in Deutschland sei zurück-/Zehr!, obwohl die Lebensverhältnisse eines großen Tei­les des Volkes sehr traurig seien. Im Zusam­menhang mit der Valuta- und Rohstoffrage müsse eine Lösung gesunden werden. Die deutsche Re­gierung könne die Ruhe im Lände nur garan­tieren, falls sie Nahrungsmittel zur Verfügung habe. Wer Deutschland hilft, hilft Europa. Deutschland sei nur zu retten, wenn die führenden europäischen Staatsmänner die Atmosphäre der politischen Machtfrage verließen und sich ernst mit der Gefahr belästigten, die Deutschland und Europa drohe.

Ein schwedischer Kredit an Deutschland.

WB. Kopenhagen, 29. Dezbr.

Nationaltidende" meldet aus Göteborg" : Die -schwedischen Schiffsexporteure hielten am Samstag eine Versammlung ab unter dem Vorsitz von Landeshauptmann von Sydow, in welcher auch der schwedische Finanzm'nister. Thorson anwesend war Man verhandelte über die Gewährung eines Kredites an Deutschland

der schwedische Staar helfend Eingreifen M Der Finanzminister erklärte jedoch, daß dies^ nicht vor Zusammentritt des Reichstages im Januar geschehen könne. Man beschloß, vor­läufig einen Kredit auf privatem Wege zu be­schaffen.

Ein Abschiedsgrutz.

--- Berlin, 30. Dezember. (Telegramm.)

Im bayerischen Landtage wurde den Bergarbeitern der Westpfalz, die nach der Ratifikatton des Friedeèvertrages zum Saar- gebiet geschlagen und unter französische Ober Hoheit gestellt werden, ein Abschiedsgruß ge­widmet und der Wunsch von dem ganzen Hause mit lebhaftem Beifall ausgenommen, daß, was auch immer kommen möge, die Scheidenden gut bayettsch und treudeutsch bleiben würden, um nach Ablauf der 15 Jahre geschloffen zum Vaterlande zurückzukehren.

Der Freistaat Gotha.,

Berlin, 30. Dezbr.

In derDeutschen Allgemeinen Zeitung* wird die Nachricht als erfreulich bezeichnet, daß un­mittelbar vor Weihnachten die Landesversamm­lung in Gotha das Gesetz für die vorläufige Re- gierung-gewalt angenommen habe und sich zur staatsrechtlichen Form entschloß, die im wesent­lichen den reichsrechtlichen Anforderungen an die Verfassungen der deutschen Länder entspreche. Da der Freistaat Gotha der Gemeinschaft , dèr Thüringer Länder beigetreten ist, deren Zusam­menschluß zu einem einheitlichen Staatsgebilde günstig vorwärts schreite, so dürfe erwartet wer­den. daß das jetzige Gesetz in absehbarer Zeit durch die Verfassung des Landes Thüringen cr-

seht wird.

Durch einen Franzosen ermorde!.

Aachen, 29. Dezbr. (Privattelegr.)

Am vergangenen Sonntag wurde hier der Me^ H tallarbeiter Köppen von einem Franzosen durch letzteren herbeigeführten Wortwechsel erschossen.: Die gesamte Arbeiterschaft der Metallinduftrre wird dem heute nachmittag stattfindcnden Be­gräbnisse ihres Kollegen beiwohnen. Der Obel- bürgermeister veröffentlicht heut« nachmittag ein. Schreiben des Generals Targe, kommandierrnder Generäl der hiesigen Befatzungstiuppc. worin er sein Bedauern ausdrückt und der Familie des Ge­töteten die Summe von 1000 Mark als erste Bei­hilfe übermittelt. Die Ermordung des Köppen sei die Tat eines betrunkenen Mannes gewesen, wel-

eher sofort verhaftet/ worden sei und vor Kriegsgericht gestellt werde. Die Familie Z Opfers werde die Genugtuung erhalten,, welche sie Anspruch habe.