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Np. 288 Freilag den 19. Dezember
1919
Das Echo der deuifchen Vorschläge
In Paris haben sich die deutschen Sachverständigen mit denen der Entente am Verhandlungstisch zusammen gesetzt, und, bescheiden wie yit geworden sind, sind wir geneigt, diese Tatsache als etwas besonderes zu verzeichnen. Trotzdem sind wir aber natürlich himmelweit davon entfernt, schon jetzt irgendwelche Schlüsse über den Fortgang und das etwaige Ergebnis der mündlichen Verhandlungen an dèr Seine zu ziehen, denn wie immer die Sache auslaufen wird: große Freude werden wir nicht daran erleben. Immerhin aber zeigt sich in dem Verhalten der Entente-Presse im Unterschied zu frühe- «n Gelegenheiten diesmal doch ein erstes Aufdämmern des Verständnisses für die wahre Lage Deutschlands. Die französischen Boulevardblätter hatten nach der Abreise des Herrn v. Simson etwas darin gesucht, die Welt mit unablässigen Drohungen rücksichtslosesten Vorgehens gegen Deutschland zu schrecken, und es muß daher beinahe auffällig erscheinen, daß sie nunmehr beinahe einstimmig für mündliche Besprechungen über die deutschen Vorschläge eintreten Wir sind solche Töne, wie gesagt, gar nicht gewohnt, aber wir begrüßen sie im Namen — Europas. In der deutschen Presse ist so und so oft darauf hinge- lekfen worden, daß für den ganzen Erdteil, den mit bewohnen, ja darüber hinaus sogar für die ganze Welt, aus der von der Entente uns gegenüber befolgten Gewaltpolitik die schwersten Gefahren entstehen müßten In der Action fran« caife, der französischen deutschen Tageszeitung, hat Herr Theodore Bainville im Anschluß an die Reise Clemenccaus nach London gesagt, dieser habe wie einst 1870 ber greife Thiers Europa Fèlucht uyd es nicht gefunden. Und in der Tat Wil« âlâch-ble Do spr c in London nicht zu den gef
haben, auf die die französische Politik rechnete. Der Austritt Amerikas aus den Verhandlungen über das europäische Problem hat eine Lücke gë= Men, die — ebenfalls nach der Action francaise - auf Kosten Italiens zugestopft werden soll, und das ist natürlich ein Unterfangen, dessen Nachteiligkeit und Gefährlichkeit auf der Hand liegt. Aber wenn so Herr Clemenceau Europa nicht gefunden hat, so lag das, wie in aller Bescheidenheit angemerkt zu werden verdient, vielleicht nur daran, daß er es in falscher Richtung suchte. Das neue Europa ist nicht mit Garantieberträgen zu schaffen, e^ kann nur Heraufziehen, toenn man die europäische Politik treibt, die der Weltkrieg geboren hat. Sie muß sich gründen auf die Versöhnung ber Völker, auf den Verzicht auf Nationalhab (ber nach Goethe bil tiefste Stufe der Kultus darstellt) und auf das Bestreben, in den vom Kriege gleichmäßig schwer getroffenen Zandern die Arbcit wieder in Gang zu bringen.
diese Notwendigkeiten aber werden gerade durch Forderungen wie das auf das deutsche Dock- "alcrial brutal verneint, und es bedeutet wirklich uur ein selbstverständliches Zugeständnis in Nich- 'ung auf die tatsächlichen Verhältnisse Europas, ^cnn jetzt die französische Presse erklärt, daß die deutschen Vorschläge nickt von vornherein völlig unannehmbar schienen. Der nächste Schritt aber nun der, daß man in Paris von bloßen Wor- zu greifbaren Taten übergeht, und wir werden in kürzester Frist sehen, ob das geschieht.
Unsere Entwaffnung.
--- Berlin, 19. Dezbr.
Ein Mitarbeiter der „Deutschen Allgemeinen Leitung" hatte eine Unterredung mit dem Chef Heeresleitung, General Reinhard, der R darüber aussprach, daß in Paris Nervosität hwfje, weil die Entwaffnung der Verbände u'cht schnell und nicht nachhaltig genug "urchaeführt würde. In den Einwohnerwehren, Sicherheitspolizei- und Zeitfreiwilligen Ver- uanden sähe der Verband die Vertragsbestimmungen umgangen. Der General betonte, daß n den Zeitfreiwilligen keinerlei Umgehung des -er.rages beabsichtigt sei, und daß ihre 93er
1V1 dem Augenblick aufhören, in welchem Friedensvcrtrag in Kraft tritt, falls die t^ -^dsmächte ihren rein "olizeilichen Charak- KWt anerkennen. Was die SiA)erheitspolizei
?; > .so reiche sie allerdings für kleine ^kämpfe aus, ihre kriegerische Verwen- -M sei aber völlig ausgeschlossen. Ebenso
Je General Reinhard es ausgeschlossen, Girf die Reichswehr später die Ausgaben der "terheitspolizei übernehmen könnte.
Luftjchisfverkehr.
... > s« Berlin, 19. Dezember.
Umi ^ »Bodensee" wirb gegenwärtig einem vkw!'""m unterzogen. Sie soll Ende Februar KrJüriÄ^1 'ârz die Fahrten zwischen 0 ^urlchsbafen und Berlin wieder aut nehmen.
Nur Keine Sentimentalitätent
Ueber den „Weihnachisfrieden 1919" bringt
die , denen
Köln Ztg." lesenswerte Ausführungen, wir hier Raum geben. Sie lauten:
Das Wort Friede hat im deutschen Empfinden seine Bedetung gewandelt; ès ist uns nicht mehr die „gute, frohe Mär", die vom Himmel hoch her lomnit; Schmach, Schande, Scham und Trauer sind seine Sinnverwandten, und noch unsern U l e nk e t n wird cs im Halse dick auf- steigen upb die Schiäse rdtea, wenn sie unseres Wxihnachtsftzedens 19 19 gedenken. Jetzt. ist es da, das Schicksal, das wir an diesec Stelle vor Jahr und Tag den Schwachherzigen und Kleinmütigen und denen, die an eine v ö l- kerversöhnenve und menschheitsbeglückende Demokratie als unsere Rettung aus der Kricgsnot glaubten, immer und immer wieder vorgehalten haben: wir müssen unser Leben lang alle miteinander schuften und schaufeln für bie anderen, für die siegreichen Völker, die standhafter und slarkmütigcr waren als wir. Daran ist nun nichts mehr zu ändern, nichts zu tüfteln und nichts zu deuteln. Auch das Beschönigen und Beschuldigen, das jetzt im Schwange ist, hilft uns nicht, bringt uns nur um den Rest der Selbstachtung, der uns noch geblieben. Kampf mit dem Hunger ist unsere W e i h n a ch 1 s b d t s ch a f t. Darum um des Himmels willen an diesem Fest der Liebe keine Sentimentalitäten. Gott hilft nur dem, der sich selbst hilft; der Krieg hats bewiesen. Wir Deutsche haben kein Recht mehr, Feste zu feiern; erst wenn Herz und Hand schwielig geworden von harter Arbeit, mögen wir einen Augenblick aufblicken zu der Hoffnung auf bessere Zeiten.
. Amsterdam, 18.
„Morning Post" erklärt, daß es jetzt so gut wie sicher sei, daß der Vertrag von Versailles am 1. Januar 1920 in aller. Form ratifiziert sein und der Völkerbund infolgedessen auto- matisch in Kraft treten werde. Der Rat des Völkerbundes werde vermutlich am 7. oder 8. Januar in Pacis zusammentreten. England werde durch Lord Curzon vertreten sein. Der Rat wird sich nächst der Saarfrage mit der Ernennung eines Oberkommissars für Danzig befassen und wahrscheinlich Sir Reginald Towerin dieser Würde bestätigen.
Die Lage im Offen»
-8- Berlin, 19. Dezbr.
Zu der gestrigen Eröffnung des ostpreußischen Provinziallandtages hielt Oberpräsident Willig eine Ansprache, in der er sich in der Lage erklärte mitzuteilen, daß zwar von Osten her drohende Gefahr unverändert bestehe, daß aber der Reichswehrminister Anordnungen getroffen habe, jedweden erfolgenden Einfall mit Sicherheit abzuwehren. Es soll unverzüglich eine verstärkte Reichswehrbri- gade nach dem Osten in Marsch gesetzt werden und von den zurüükehrenden Baltcnkämpfern würden die zum Dienst in der Reichswehr geeigneten Mannschaften ausgesondert und in die Reichswehr eingestellt werden. Er habe die feste Ueberzeugung, daß die Durchführung dieser Maßnahmen der Provinz die feste Sicherheit gewähren werde, jedweden von Osten her kommenden Angriff abzuwehren.
Streikbewegung.
WB. Darmstadt, 18. Dezember.
Der Streik der hiesigen Angestellten von Industrie, Groß- und Kleinhandel ist heute nach eintägiger Dauer durch ein Uebereinfommen mit den Arbeitgebern beendet worden. Die Arbeit wird morgen früh wieder ausgenommen werden.
WB. Brüssel, 18. Dezember.
Es wird gemeldet, daß der Streik in den Kohlenbecken von Cwrleroi und ", Borinage an Ausdehnung gewinnt. Die Walzwerke uns Hochöfen von Louvain mußten infolge Kohlenmangel die Hochöfen ausgegen lassen.
w B. Barzelona, 18. Dezember.
Die Lage ist unverändert. Die Aussperrungen dauern an. Es geht das Gerücht, daß am Mosttag der Generalstreik beschlossen werden wird. Ruhestörungen sind nicht gèmeldet worden.
Die Heilquellen in Böhmen.
Berlin, 19, Depr.
V?ic her „Berliner Lv'alanzci:er“ aus Prag he richtet, hat das , eiiim bettoinuu enum einen X^t eg eiuiuiiri auigcarheitet, nach dem aü (e wucuen, auch Diejenigen bie erst aufgedunsen worden,- Eigentum des Staatel find.
Die Zukunft unseres Antzenhandels.
«» Berlin, 19. Dezbr. (Telegr.)
In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter bei Berliner Tageblattes" fintierte sich Hntertiaatltet etfir Kirsch im NeickSwirtschastsmimsterinm über bie Aufnnft unsere« Nnhenband^elS Er 'aase n er bie Maknabmen der Rnstgsirab'aben n. a.: Die Bbffcht der Malmabme ist ni*t finanzieller Natur, ^■s bandelt sich lediglich darum, Verlchlenderiing beut, Wer Warenmengen ins Ausland zu verhindern, He häufig noch unter besserem Marlkurie erworbene ^ns'gndsrvl's'offe enthalten nnd nun bei der Wiebce- her^eiruna ein vielfaches ber ietzt georderten Breise Stotien wurden. Anherdem muh bei lebenswichtigen Waren ei'er Entblößung deS JnlandSmgrkteS vorge- 6fit'’t werden. Auch zwingt zu einer gewiffen Regel' nng durch ba« Reich der heute bereits allgemein anerkannte Geffchtsvnnlt, daß der Exvort auch häufig w ,einem Mittel der Kapitalsver'chiebuna geworden ist. intern bie Gegenwerte für die ausgeknbrten Waren nicht immer turücf'ommen. b. h. dem Exportierenden ans sein Entbaben im Bnsland gntgeWrirhrn werden, "ll diese Momente erzwi«gc» ein Eingreifen der Regierung.
Der Arbettsulan Der NaUonalver- sammlung.
WB. Berlin, 17. Dezbr.
Der Nelteffenrat der Nationalversammlung hielt am Donnerstag abend eine längere Sitzuna über die Geschäftslage ab und einigte sich schließlich dahin, am 13. Januar 1920 wieder zu^ammenzutreten, um den Gesetzentwurf über die Betriebsräte in zweiter und dritter Lesung zu beraten. Man bofft, das Betriebs- rätegeseß in drei bis vier Tagen verabschieden zu können. Es ist ferner in Aussicht genommen, im Anschluß an das Betriebsrätegesetz die er'te Lesung kleinerer Steuergesetze (Besteuerung der auch
eine P a use eintreten, die sich bis in die zweite oder dritte Februarwoche erstrecken soll, jedenfalls solange, bis der Haushaltsplan von 1920/21 vorzelegt ist. Beim Zusammentritt des Plenums im Februar wird wahrscheinlich auch die Vorlage über ,das Reichstagswahlrecht und über die Wahl des Reichspräsidenten vorliegen. Die Ausschüsse, namentlich die Steusr- ausschüsse werden ihre Arbeiten im Anschluß an die Januartagung wieder aufnehmen. Ob morgen (Donnerstag) Schluß der Plenaroerhandlungen sein wird, hängt noch von der Abstimmung im Plenum ab, ob die Interpellation Heinze betr. die Steuerpolitik noch vor der Weihnachtspause zur Beratung gestellt werden soll.
Der Einhellsstaar.
DDP. Stnitgart, 18. Dezbr.
In ber Württemberg; scken Kammer gab der sozialdemokratische Abzeoronete Ulrich zur Frage des Einheitsstaates die Erk ârung ab, da'' feine Partei der energischen Hcrben'ührilna dcS Ein> dcilS'taates sympathisch g e g e n ü b e r st e h e. doch bürte die sortae'chrittenere süddeutsche Kultur nicht durch preußische Rücknändigkeit unterdrückt werden Conrad Haußmann erklärte: Die Veriaffiin' L.eußenr sann einen Elnbciir'kgt nur aiiüreben, wenn gleichzeitig bie Dczciitrali'ation auf das Programm gesetzt wird. Alw wollen wir die preußische ."Regierung dringend Bitten, um möglichst bald den Plan ^er Dezentralisation normte teil. Damit wir sehen, welche Bewcgnnas'reihcit Den veeiißischcn Gebieten ge« währt wirb und wie bie Bewegung? rei eit anderer »ent cher Staaten sein würde, wenn sie sich an Der Lösung beteiligen. Alles von Berl n zu holen. le inen wir ab. Wir haben zn ichlechte Erialnungen gemacht. DaS Zentrum gab wdaii» eine Erklärung ab, in der es pent EiiibeitSüaate ziiüinnnt mit der Forderung Der ielbâoenva Jung im weit lebtuben Ilm ange. Staatspräsident Bloß schloß sich den von der Sozlaldeino- trabe und Der deutschen beniofrati d)cii Partei geäußerten Ausführungen mit dem genannten Vorbehalte au.
Die Kohlennot.
Berlin, 19, Dezember.
Das rheinisch-westfälische Kohlensyndikat soll sich, laut „Berliner Lokalanzeiger", außer Stande erklärt haben, die Elektrizitätswerke in bisherigen Weise zu beliefern und zwar Rücksicht auf die hohen Ansprüche, die an
Syndikat bezüglich der Lieferungen an Entente gestellt werden.
Der Fall Skarez.
der mit das die
Berlin, 19. Dezember.
DerParteiausschutzderMehrheitssozialistischen Partei hat jetzt als höchste Instanz der Partei beschloßen fi.l) mit dem Falle Sklarcz zu be- schü tigen. Er hat einen siebsuzliederigen Aus- chuz unter dem Vorsitz des Abz. Sollmann- Aöln eingesetzt, der sich mit den gegen einzelne Parteimitglieder erhobenen Anschuldigungen befassen soll.
Die Ablieferungsprämien.
DDP. Berlin, 19. Dezbr.
Die Agitation gegen die Verordnung über die A b l > e f e r u n g « p r ä tu i e n für Brotgetreide, Gerste, Kartoffeln uito. nahm gestern abend in einer vom 3tutral6erbaub der Angestellten emberufenen Massen» Versammlung ihren Beginn. An diese Versammlung bat Oberbürgermeister Wermuth ein Schreiben gesandt, ras als Aübcilimttcl gegen die LebenSmitteluöte die rucküchtèloiesie und schönste Erfassung der inländischen Vorräte empfiehlt. um die wirtschaftliche Leistungs« sähigkett der verbrauchenden Bevölkerung zu bewahre«.
WB. Berlin, 18. Dezbr.
Der VolkSwirtschaftsausschuß der Wationalüeriamm« lung nahm die Regierungsvorlage über bie Zahlung von AblieieruNtzSprämlen lür Brotgetreide, Kartoffeln und Gerste, sowie den Antrag der Sozialdemokraten, nachdem eine Kommnsion zur Prüfung der lanowirt» id)aiüid)cu Produluoustostcu eingesetzt werden soll, an, iowie eine Verordnung zur Förderung der Zucker- erzeugung und des Zuckcrrrübenanbaues.
Die Matznahmen zur Sicherung Ser Ernährung.
— Berlin, 19. Dezbr. (Telegr.)
Mit der Verordnung, die unter des ReichS- rats unbesetztem Ausschuß der Nationalversammlung soeben erlassen wird, wurden mit sofortiger Wirrung neue Ablieferungsprämien für Brotgetreide, Gerste und Kartoffel eingefühct. Das Prä- mienjystem ist im Hinblick auf die Ablreserungs- schwierigkeiten der zweckmäßigste und erfolgver- lprechenste Weg zur Erzielung der unbedingt notwendigen Steigerungen der Ablieferungen. Bei dem Brotgetreide setzt die Prämie mit der Erfüllung von 70 Prozent des Mindestâh lieferungssolls ein und wird auf die ge ferung sachgezahlt Die Prämie betra
100 rozent 10 Mark, bis und 110 Prozent 15 Mark. Die Kartoffel ablieferungsprämie beginnt schon bet 50 Prozent des Ablieferungssolls mit 10 zu 10 Prozent mit 2, 2^, 3, 3^ und 4 Mark für jeden mehrabgclieferten Zentner, sowie 5 Mark für jeden über WO Prozent abgeliefcrten Zentner. Die Zuschläge für Lieferungen über 50 Prozent werden auch den Landwirten, die bei Erlaß der Verordnung 50 Prozent Kartoffel des Ablieferungssolls abgeliefert haben, bezahlt.
Der parlamentarische Unlersuchungs« ausfchuh.
DDP. Berlin, 19. Dezbr.
Laut »Berliner Tageblatt* wird sich der dritte Ulltcraiisschuß le« parlamentarischen UntersuchungS» au»schusseS unter dem Vorsitz deS Dr. Kahl zunächst mit der Prüfung besassen, in wie weit Magna Knie« gegen Gefangene im Auslande und im Jnlaude völkerrechtswidrig oder übermäßig hart und grausam waren.
Lokales.
Hanau, 19. Dezember.
Karloffelverforgung — Ausgabe von Erjatzlebensmitteln.
Da infolge des Frostes der letzten Wochen Karlossclverladungen an die Stadt völlig un-, möglich waren, ist in den nächsten Wochen mit einer Herabsetzung der gegen Marken zur Ausgabe gelangenden Kartoffelwochencation zu rechnen. Für diesen Fall ist Vorsorge getroffen, daß für die ausfallenden Kartoffelmengen Ersatzlebensmittel zur Verteilung gelangen, und zwar ist für jedes ausfallende Pfund Kartoffeln die Ausgabe von 100 Gramm Getreidemehl bezw. Kar^offelwalzmchl vorgesehen. Auf diese Ec satzlebensmittel haben selbstverständlich nur diejeni» gen Haushaltungen Anspruch leren Kartoffeloer sorgung durch die Stadt gegen Marken erfolgt.
Von der nächsten Markenausgabe ab gelangen rurch die Bezirksvorsteher an diejenigen Haushaltungen. welche im Besitze eines Kactoffelaus« weises sind, — gleichzeitig mit den Hustehenden Kartofselmacken — entsprechende Mengen Karos f e l e r s a tz m a r k e n zur Ausgabe.
Gegen diese Ersatzmarken wer* den nur dann Ersatzlebensmittelmarken ausgegeben, wenn bie Kar» toffelwochenration herabgesetzt roerben sollte. -
Die Herabsetzung der Ration und die Ausgabe von Ersatzlebensmitteln wird jeweils vorher amtlich bekannt gegeben.