Erschein! täglich mit Ausnahme ba Sonn- und Feiertage
Donnerslag den 18. Dezember
Nr. 293
1919
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Einrückungskiet'ükr:Die8yc!r>.Kolone1zeileod. deren Raum 40 Pig., die 4acw. Zeile i. Neklame- teil 1.50 Mk^ 25"In Teuerungszmwl. Oncrlardübr 25 Pfg. Bezugspreis: Bierteljäbrlick 4.20 Mk.. mouall 1.40Mk^ für Postbezug viertclöikrl. 4.20 Mark., monatt. 1.40 Mk. Die Nummer 10 Tin.
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Vorbildliche Vaterlandsliebe.
Eine ganze Anzahl von Landwirten des pom- Eschen Kreises Dramburg veröffentlichen eine Erklärung, in der es heißt: „Wir unterzeichneten Landwirte und bevollmächtigten Vertreter der landwirtschaftlichen Produktionszweige und Genossenschaften des Kreises Dramburg haben er- lannt, daß die Regierung die Zwangswirtschaft erst dann ausheben kann, wenn in anderer Form bis Ernährung des deutschen Volkes in den Hauptnahrungsmitteln sichecgcstcllt ist. Aus diesem Grunde erklären wir uns in der Erwartung, daß die ganze übrige deutsche Landwirtschaft sich diesem Beispiele anschließen wird, hiermit unverbindlich bereit, unsere gesamten Brotgetreide- und Kartofselvorräte der Ernte 1919 sotâ der Milch, ungeachtet der höheren Produktionskosten, zu den jetzt gültigen Preisen, restlos freiwillig an genossenschaftliche Stellen des Kreises Dramburg »eiter zu liefern,selbst wenn die Zwangswirtschaft jusammenbrechen und dadurch die Möglichkeit zu einer höheren Preisgestaltung gegeben sein sollte. Vic erwarten bestimmt, daß, wenn sich die übrige Landwirtschaft auf den gleichen Boden stellt, die Zwangswirtschaft mit ihren verheerenden Neben- nscheinungen und die Moral vergiftenden Falzen, alsbald aufgehoben werden wird und andrerseits, daß auch die Regierung die ungeheure Tragweite dieses uneigennützigen Entschlusses erkennt pnd unverzüglich die sich bietende Gelegenheit ergreift, um unser Wirtschaftsleben nun endlich durch Aushebung der Zwangswirtschaft und durch Freimachung der durch sie bisher gelähmten Produktion zu kräftigen und einer Gesundung httbeizuführen."
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--- Paris, 18. Dezbr. (Telegr.)
Laut „Temps" waren jetzt nur noch Massnahmen zux Uebernahme der Verwaltung in den Erbieten zu beraten, die geräumt werden müssen, iowie andere Einzelheiten für die Ausführung des Friedensvertrages. Man nehme an, dass diese Vereinbarung rasch erfolgen könnte, sodass dann nichts mehr dem Austausch der Ratifikations-Urkunde im Wege stehe.
---- Paris, 18. Dezbr. (Telegr.)
Der Minister Lauch eux erklärte laut »Temps" heute im Fünferrat: Die gestrige Antwort der Deutschen Kommission lasse darauf schliessen, dass die deutschen Sachverständigen indere Angebote, die man hätte erwarten können, licht machen wollen. Die deutsche Regierung ichcine nur die Hälfte des verlangten Hafenmate- rialz liefern zu wollen. Dort herrsche der Ein- nuck vor, daß die Unterredungen auf gutem We seien und in kurzer Zeit zu einem Einver- iindnis führen würde.
Das BeMebsrülegeseH.
WB. Berlin, 17. Dezember.
Wie wir hören, beschloss der interfraktionelle Ausschuss der Nationalversammlung vom 13. bis
Januar das Betriebsrätegesetz zu ^ledigen. Hierauf wird in den Plenarverhandlungen bis Mitte Februar eine weitere jiause eintreten, während die Ausschüsse inzwischen Weiterarbeiten. Der Aeltestenrat mitb zu diesem "eschlug noch Stellung nehmen.
Gegen öen EmheiZsslaft.
voll. München, 17. Dezbr.
Die „Sozialdemokratische Korrespondenz" sendet sich gegen den Einheitsstaat. In Artikel heisst es: Vor dem unglücklichen ^kpenment auf den politischen Einheitsstaat kvszusteuern warnen wir aufs Gründlichste. Die -cheoretiker des Einheitsstaates haben wohl keine Ahnung davon, wieviel sie wagen. Seien dankbar dafür, dass das Reich uns über Een Gefahren erhalten geblieben ist. Die Idee Einheitsstaates wird das Reich zerstören.
ErnheMichr Rrzsluni.
W. Berlin, 18. Dezbr.
Das Reichsfinanzminiflerlum hat der Natio- ^wersammlung einen Gesetzentwurf zur ein« vitIichen Regelung in Besol - ? u gsangelegenheiten vorgelegt. Du:ch lesez Gesetz werden, wie die „Deutsche Allgem. Jätung* schreibt, alle Beamtcnbesoldungsresor-
Im. Reich, in den Einzelstaaten und in den Immunen bis zum 1. April nächsten Jahres möglich gemacht DaS genannte Blatt meint, das um viele Beamte, die auf eine bal-i-'e Severing wr Besoldung hofften, schwer treffen, zumal die Gewährung neuer Teuerungszulagen ino dergleichen nicht gestattet lein lollen.
Sie Sparprämisnanlerhe.
3,8 Milliarden — dieses Ergebnis muß man leider gering nennen Man hatte auf Ueberzcich- nung gerechnet, und die hulb- und ganzamtlichen Stellen hatten diese Meinung anfänglich genährt, bis sie schließlich schon vor etwa einer Woche die Meldung verbreiten ließen, die Sparvrämien- anleihe werde anscheinend etwa die Höhe von 5 Milliarden Mark erreichen, aber die Zahl der Zeichner werde ungewöhnlich groß sein. Nun, die 5 Milliarden sind noch längst nicht erreicht worden und man wird sich über bieten Mißerfolg auch nicht mit der Hähern Zahl der Ein-elzeichner hinwegtrösten können! Für das Deutsche Reich ist allerdings das geringe Ergebnis umso bedauerlicher, als die 3,8 Milliarden wohl längst verbraucht sind und bei uns überhaupt nur einen Tropfen auf den Heinen Stein bedeuten. Ist schon der Eindruck des kleinen Zeichnungsergebnisses aufs Inland nicht erfreulich, so kann der Eindruck auf das »Ausland unter Umständen noch weniger angenehme Folgen haben. Denn das Ausland kann hieraus schließlich entnehmen, daß die Deutschen zu ihrem Wirtschaftssystem selbst kein Vertrauen haben. Ein solcher Schluß wäre bedauerlich, denn wir brauchen Vertrauen und Rettung aus Unserer Geldnot Da sie nicht allein aus dem Inland komnien kann, haben wir auch das Vertrauen und den Kredit des Auslandes dringend nötig. Die anerkennenswerte, aber doch schließlich noch nicht allzu bedeutende Schweizer Kredithilfe zur Stützung der Valuta rief schon in Börsen- und Handelskreisen eine zuversichtliche Stimmung hervor, und man glaubt an ähnliche Maßnahmen in anderen Staaten. Hoffentlich macht das tiefbetrühenbe Ergebnis der Sparprämienanleibe diesen Glauben nicht zuschanden und untergräbt^ unsere Wahrung im Ausland noch mehr. Früher, als wir noch mit normalen Ziffern und Werten rechneten, waren 3,8 oder 4 Milliarden eine Ricstnsumme: heute, da wir das Acht- bis Neunfache oder mehr allein an Banknoten umlaufen haben, bedeuten sie nicht viel. Fetzt kommt noch hinzu, daß in der Presse schwere Vorwürfe über die Werbetätigkeit für die Spar- Prämienanleihe erhoben werden, die zum Gegenstand eingehender Untersuchung gemacht werden sollen.
Die EnrschädiMng von Scapa Flow.
Amsterdam, 17. Dezember.
Nach einer Meldung aus Paris werden die Verhandlungen der deutschen und alliierten Sachverständigen über die Entschädigung non Scapa Flow bis Ende dieser Woche beendet 'ein. Das Inkrafttreten des Vertrages wird Anfang Januar 1920 erwartet.
Der neue Präfiösnl des ReèchsbLrgerrals.
Berlin, 18. Dezember.
Zum Präsidenten des Neichsbürgerrates wurde an Stelle des krankheitshalber zurückgetretenen Dr. Wessel der frühere Minister des Inneren von Loebell gewählt.
Sie Mannschaften des Kreuzers Emden.
Bafel, 17. Dezember.
Nach einer Meldung aus Holland sind die letzten Mannschaften des Kreuzers „Emden" von der Insel Halta in Venedig gelandet, worden und haben ihre Reise nach Deutschland fortgesetzt.
Oberst Vermondk.
--- 9* rlin, 18. Dezember. (Telegramm.)
Der Führer der Westrussischen Armee, der vielgenannte Oberst Bermondt ist gestern in Berlin eingetroffen und vom Reichsw^hrminister empfangen worden. Er dürfte, wie verschiedene Blätter melden, in den nächsten Tagen nach Neisse Weiterreisen. — Der „Berliner Lokalanzeiger will gehört haben, dass der Oberst m'olge des Zusammenbruches seines militäri'chen Unternehmens seelisch ausserordentlich schwer leidet.
Sie ösMschen Passagierdampfer.
-- Zürich, 17. Dezember. (Telegramm.)
Nach einer Meldung aus Paris wurden seiner : Zeit lautWassenstillstandsbedingungenl Idsutfche Passagierdampfer an die ' Bereinigten
Staaten ausgelièfert, um die amerikanischen Truppen in die Heimat zu befördern. Bis jetzt haben die !"
in einem großen einheitlichen Reich ausgehen.
- i Die Haltung der Deutschen Voyèpartei. der der ____
Vereinigten Staaten sieben von Antrag doch aus bei Seele gesprochen fein wollte, wird angenommen. Gegen den Staatshaushalt " . daß iiu der große nattonale Schwung völlig stimmen die Teutschnationalen und die Unab-
ei-ürben bet Vefemigteii erkoren gegangen sei. Der Ncbeimang der preu-, hängigen Um 9% Uhr abends vertagt sich das Staaten anhängig gemacht una sie wurden um ßisârn Eisenbahnen auf das Reich dürfe nichts Haus auf Mtttwoch den 21. Januar 1920,2 Uhr ^rMüm werden und die preußische« ßinaitaen nachmittags. Anrraaea usw.
Diesen Schein nicht a b g e l i e crt.
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gelegen^eil ist vor^.u
baldiae Abliefemna dieser Schiffe gebeten.
Die Stimmung in Ostpreußen.
•« Berlin, 18. Dezbr. Telegr.
Ani die Frage, welche Ei n d r ü cke er auf seiner Ostprentzenreise g-wonnen habe, antwortete her preußische Ministerpräsident Hirsch einem Vertreter des „Beiliiicr Tageblattes" : Die allgemeine ebrnnnnu sand er der kernigen deutschen Aeiinnnng der betreffenden Handesteile entsprechend gut. Die ZwangSwirt- schefft wollten weite Kreise für das Abffimmnngrgebict aufgehoben w ffen und statt dessen den Nebeischu^ge- bieten eine bestimmte Auflage ^ugcsprochm zu sehen. Die Produ'Nonsmcngt. die sie über die Anflgge binnns erzeugten, sollte dann dem freien Handel überwiesen werden. Ter Mmister beabsichtigt sämtliche ihm vor- getragenen Wünsche, die Don allen Bevölkerungsklaffen sta men, in einer Denkschrift ?u sammeln und diele dem StaatSiiiinisterinitt zu unterbreiten. — Was d e mi itärifdje Sicherheit der Grenze betrifft, so sei im allgemeinen der Wunsch auSgedrückt worden, daß die Hegitrilng iimmssendere Schubmaßnahmen treffen möge. Als erfreulich hob der Ministerpräsident hervor, daß fid) in ganz Ostpreußen die Mehrheitssozialiste« ebenso wie auch in den meisten Orten die Unabhängigen mit allen bürgerlichen Parteien zu Arbeitsaemeinscha'ten iitsimntengesdjjoffcn hätten, die für den Kampf um die Erhaltung, der Deutschtums gegründet worden seien.
Neuordnung in Rußland.
DDP. Wien, 17. Dezbr.
Das „Neue Wisner Journal" meldet, dass
in
Wien mit Vertretern der russischen Parteien und Ententeoertretern Beratungen über den Wiederaufbau Russlands auf demo
kratischer Grundlage eingeleitet worden sind. Als Voraussetzung für die Verhandlungen sollen der Rücktritt Lenins und Trotzkis und die Umbildung des Ministeriums, durch die Volksbeauftragten Sinowjew und' Tschitscherin gel-
ten. Es
M dass der tschechische Minister des . M^._.D,., ......w_
AeuMett Dr. Denesch und Dr. rirammrz oem- siege, was bie Legierung jur. Bervesserun,, des nächst in Wien mit den Russen konferieren "
wollen. Auch die polnische Regierung habe zu den Beratungen einen Delegierten entsandt.
Ferner sei der nach dem ukrainischen Zusammenbruch nach Rumänien entflohene General Petljura ebenfalls in Wien aufgetaucht.
Kiew von den Bolschewisten eingenommen.
Haag, 17. Dezember.
Aus Moskau wird gemeldet, daß Bolschewisten Kiew eingenommen haben, weißen Truppen sind auf der Flucht.
Kleine Nachrichten.
die Die
Die Markvaluta notierte vorgestern in Wien 365 (am Vortag 365), in Prag 120 (120), in Zürich 12 (11,75), in Kopenhagen 11,60 (11,30), in Stockholm 9,75 (9,75). Valparaiso: 12. d. M. Kabelauszahlung Berlin 8 M. für 1 Peso.
Preußische Lanbesversammlung.
Berlin, 17. Dezbr.
Präsident Leinert eröffnet die Sitzung um 12 Ugr 20 Min. Der Gesetzentwurf zur Sicherung der Ueberführung der Privatbergbau r e g a l e an den Staat werd endgültig angenommen. — Zur dritten Haushaltsvera t u n g führt Abg. Dc. F r i e d b c g (Dm.) äus, daß es ein ganz niedriger Vorwurf fei, zu lagen, d.e Demokraten seien gegen das Erzberger Ichs Reichsnotopfer, weil sie sich von ihren Millionen nicht trennen könnten. Der Redner fuhr Jana fort: Nach unserer Meinung handelt es sich hier um eine schwere wirtschaftliche Schädigung des Vaierwnres Das Betriebskapital der Unternehmer gerade jetzt durch eine hohe Steuer zu verringern, zeigt einen großen Mangel an wirtschaftlichem Verständnis. Erzbergers Steuerpolitik ist nicht nur blutiger Dilettantismus, sie ist geradezu Herostratentum. Der Mißerfolg der Spac- prämienanlcihe ist ein Zeichen für den Mißerfolg der ganzen Erzbergerschen Finanzpolitik. Redner hält es für unbegreiflich, daß die Rechte jetzt selbst den Etat ablehnt, da er doch noch andere Formen gebe, um sein Mißtrauen au^udrücken. Zn dieser Zeit der Nor müßten sich alle in der Arbeit für das Vaterland zusammenfinden und 'eine Partei darf das Recht haben, zu sagen: Ich )in Oppositionspartei! Der Antrag auf Gründung des deutschen Einheitsstaates sei nur zu verwirrlichen, wenn der unitarische Wille auch bei allen anderen druttchen Ländern vorhanden fei? Preußen soll nicht ver>splittert werden, sondern
dürfen nicht geschädigt werden. Es liege für die Rechte kein Grund vor, die jetzige Regierung Herabzujetzen. — Ministerpräsident Hirsch: Falls der Antrag auf Schaffung des Einheitsstaates angenommen wird, werden wir uns mit
der ReichSreglerung in Verbindung setzen, um eine Zusammenkunft der Länderregierungen zu veranlassen. An der preußischen Verfassung werden wir weiter arbeiten und sie bald dem Hause unterbreiten. Eine Initiative bezüglich des An» schlusses der thüringischen Staaten an Preuße« werden wir nicht ergreifen, einen von jener Seite an uns gelangenden Antrag aber auch nicht ablehnen. — Abg. Vellert (U. S.) erklärt, daß nur das Rätechstern, zu dem sich zahllose Arbeiter bekennen, den Wiederaufstieg ermögliche. Seine Partei werde im Kampfe gegen den Kapitalismus nicht nachlassen — Abg. Stendel (D, Vpt.) meint, daß bet Antrag auch für seine Partei annehmbar wäre, wenn in ihm die Worte gestrichen würden: „Noch vor Einbringung der preußischen Verfassung * Die Vorwürfe des Mi» Nisterpräsidenten gegen seine Partei weise er entschieden zurück. Wenn die deutschen Demokraten sich auf den Standpunkt stellen: Wer nicht arbeitet, mag verhungern, dann mögen sie endlich dafür ^sorgen, daß die Erwerbslosenunterstützung auf eine andere Grundlage gestellt wird. — Minister Heine erklärt, es nicht dulden zu können, daß Beamte sich an monarchischen Demonstra- itonen gegen die Republik beteiligen, aber auch terroristische Gewaltakte werde e? strafrechtlich verfolgen lassen. — Damit schließt die allgemeine .lussprache Der Antrag der Mchrheiispärteien, den deutschen Einheitsstaat betr., wird mit 210 gegen 32 Stimmen angenommen. In Bestechung ves Einzelhausholts begründet beim Eisenbahnlaushalt Dr. Hag«.r (Ztr.) die förmlid&H
^üge, was oie Regcerung zur yerbeperung oes Psrfonsnverkshrs tün wolle. Vor allem müsie der Schleichhandel tritt ^a^rTarten untcrb'taben werden. — Minister Oesec erklärt, daß die Einschränkung des Personenzugverkehrs, die die Mißstände zeitigte, noch eine zeitlang andauern werde. Unsere Elienbahnverhättnisse seien nicht schlechter als die ausländischen, trotzdem wir die besten Lokomotiven und Wagen hätten abgcben müssen. Die Kohlenförderung ist in allmählicher Steigerung begriffen. Die Wagenqestellung ist oesser als im Oktober. Die Kartoffelabfuhr der letzten Zeit ist glatt bewältigt worden. Der Mi- Nlster würde es mit Freude begrüßen, wenn die Reisebüros Einrichtungen treffen würKn, den Vorverkauf auch auf die vierte Klasse auszudehnen Dem Schleichhandel mit Bettkarten werde die Verwaltung mit verschärfter Kontrolle begegnen Eisendahnbeamte, die bei Diebstählen er- tapvt werden, werden rücksichtslos entfernt. Die Leistung der Eisenbahnen sind trotz der schlechten Beschaffenheit bet Kohlen in den letzten Wo- chen sehr, erheblich gestiegen. Für die Lokomotivführer, die lange Strecken zurücklegen, haben wie ein ausgezeichnet bewährtes Prämiensystem ein- geführt. — Abg. H a s e l o w (Dn.) bezeichnet als bestes Mittel gegen die Korruption der Beamten ausreichende Bezahlung. — Abg. Sie- r i n g (Soz.) lehnt namens seiner Partei den Antrag der Deutschen Volkspartei ab, der sich gegen die Uebernahme der preußischen Bahnen ourch^das Reich vor dem 1. April 1921 ausspricht. Die Frage der Uebertr.agung der Wasserstraßen an das Reich bedürfe noch gründlicher Erörterung Redner fragt den Minister, ob es zutreffe, daß die Lotomotivinduftrie mangels genügender Aufträge schon die Arbeit strecken müsse. — Abg. Riede l-Charlottenburg (Dem.) dankt dem Minister, daß er das Bahnwesen allmählich wieder zur Aufwärtsentwickelung führe. Das ganze Ver- kehrswejen müßte aber möglichst bald in des Reiches Hand vereinheitlicht werden. Man sollte damit nicht bis zum 1. April 1921 warten weil ss Zwischendurch an dem einzelstaatlichen Jn- iereffe sur den Ausbau der Bahnen fehle. - Minister Oeser: Die Denkschrift über den Mittel- andlanal ist fertiggestellt und wird dem Hause in aj,ebbarer Zeit äugeln Die Zahl der rmbeschäf- ttgten Eisenbahner geht ständig zurück. Ueber Widerstände Nachgeordneter Stellen kann ich nicht klagen. Wegen Förderung des Lokomotivbaues und besserer Kohlenbelieferung bin ich mit dem ^ohlenkommissar in Verbindung getreten. — Abg. ?aul Hoffmann (U S) wendet sich gegen as staatliche Schiebertum. — Der Antrag der Deutschen Volkspartei, der sich gegen die Uebernahme der Bahnen und Wasserstraßen durch das Reich vor dem 1 April 1921 wendet, wird abgelehnt. Eine große Reihe von Anträgen wird angenommen. Der Stâarshanshaltsplan für 1919