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Freitag den 5. Dezember

Nr. 284

Vor dem kupfernen Sonntag.

Für den kommenden Sonntag, dem dritt­letzten vor Weihnachten, gelten die behördlichen Ausnahmebestimmungen. Der Geschäfts- erkehr in den offenen Verkaufs- Lsllen der Stadt Hanau ist von 2 bis 6 Uhr nachmittags zuge­lassen, es ist also Gelegenheit gegeben, Um­schau zu halten und mit den Einlaufen für das Leihnachtsfest zu beginnen. Und das Letztere ist gegenwärtig nicht leicht, denn gerade der Grundsatz, etwas Praktisches zu kaufen, ist im Hinblick auf den Preisstand schwer zu verwirk- chen. Zur kalten Geldspende will man doch licht gerne greifen, und da heißt es eben suchen. Ler zeitig beginnt, dürste schließlich doch finden, was er benötigt, um andere zu erfreuen. Auch für Sonntag den 14. und 21. d. Ms. ist das -Offenhalten der Verkaufsläden während der oben angegebenen Zeit gestattet.

Im Interesse einer sorgsameren Bedienung ist es angebracht, daß das Publikum wochentags die Vormittagsstunden zum Einkauf benutzt. Man kann in den Geschäften die Beobachtung machen, daß vormittags verhältnismäßig weniger zu tun ist, während nachmittags bei der kurzen Ge­schäftszeit der Ansturm oft derart ist, daß die Kunden überhaupt nicht oder nur sehr flüchtig bedient werden können. Also die Vormittags- Hunden zum Einkauf benutzen!

Zusammenbruch unserer Kartoffelversorgung.

<Sitzung der Notstandskommission vom 4. Dez.)

Don dem Leiter der Kartoffelstelle, Herrn Dw A l b e r t, wurde ein trauriges Bild der Kar- choffelversorgung entrollt. In einer der letzten Sitzungen war bereits auf den zu erwartenden Zusammenbruch in der Kartoffelbewirtschaftung Angewiesen worden, heute stehen wir auf itnem wüsten Trümmerfeld. Der Ver- orauch der Stadt Hanau beträgt 144 000 Zent- aer, davon sollten liefern der Landkreis Hanau 40 000 Schlüchtern 50 000 und Gelnhausen 54 000 Zentner. Schlüchtern und Gelnhausen erwiesen sich in der Belieferung birett als un­fähig, sodaß man sich nach anderen Lieferstellen umsehen mußte. Es wurden uns dann zugewie­sen die Kreise Gersfeld mit 15 000, Rinteln mit 12 000, Frankenberg mit 20 000 und Ost-Prieg- 1$ mit 10 000 Zentnern, außerdem wurde für den Landkreis Hanau das Liefersoll von 40 000 suf 60 000 Zentner erhöht. Geliefert wurden nun vom Landkreis Hanau 47 000, Gersfeld 5000, Rinteln 1000, Frankenberg 788 und Ost- Priegnitz 6000 Zentner. Es stehen noch aus vom Landkreis Hanau 10 000, von Gersfeld 10 000, von Rinteln 11000, von Frankenberg jein^Be. noch die ganzen 20 000 Zentner und »oaDst-Pygnitz 4000 Zentner E« war^ â nicht möglich lieferfähige Kreise zugewiesen zu erhalten. Der Landkreis Hanau war im Frieden imstande, so ziemlich dm Bedarf der Stadt Ha­nau zu freien, im Kriege unter Einwirkung der Zwangswirtschaft ist die Anbaufläche immer mehr zurückgegangen. Da sich der Kreis in der Belieferung sehr lässig zeigte, schritt man dann zu Zwangsmaßnahmen und es wurde in erster Linie gegen Niederdorfelden vorgegangen, wo ungefähr 2000 Zentner herausgeholt wurden. Man war nun der Erwartung, daß andere Ge­meinden fleißiger in der Belieferung sein wür­den, ein nennenswerter Erfolg ist aber nicht zu verzeichnen gewesen. Nun wandte man sich wieder an den Kreis und es sollten innerhalb 4 Wochen 20 000 Zentner geliefert werden. Nach einer mit dem Bauernverein herbeigeführten Verständigung sollten wöchentlich 5000 Zentner herangeschafft werden, in Wirklichkeit wurden aber nur 500600 Zentner geliefert. Der Bau­ernverein schlug nun vor, festzustellen, wieviel Kartoffeln sich in den einzelnen Gemeinden noch befinden und versprach, für die Herausschaffung derselben besorgt sein zu wollen. Bisher sind fest- gestellt in Roßdorf 400 Ztr., in Langendiebach 560 Ztr. und in Ravolzhausen 365 Ztr., weitere Ortschaften sollen noch folgen. Nunmehr bildeten die Preise Gegenstand von Meinungsverschie­denheiten, der alte Preis von 7.25 Mark wurde am 24. 10. rückwirkend für September erhöht um 75 Psg-, am 1. 11. trat eine weitere Ähnellig- keitsprämie von 2 Mark in Kraft. Die Regierung dnnte den von ihr eingeschlagene Weg nicht ein­halten, die getroffenen Maßnahmen versagten, kinseoe jetzige Lage ist nun folgende: Das Liefe­rungssoll von 144 000 Zentnern ist uns wohl zu­gewiesen, die Lieferfähigkeit erweist sich aber als unmöglich. Wir haben

noch einen Vorrat für 23 Wochen, Aussicht auf Lieferung besteht nur vom Landkreis Hanau, von auswärts haben wir so gut wie Lichts zu erwarten. Caffel ist so güt wie macht­los, da die Katastrophe eine allgemein e ist; He Schwierigkeiten bestehen für Frankfurt und Wiesbaden bereits seit 4 Wochen, auch Höchst hat Darunter zu leiden.

Wie zerfahren die Regierung in ihren Maß- cahmen ist, wird durch ein Telegramm illustriert, worin dem Kreis Hanau aufgegeben war, an den Kreis Höchst 5000 (!) Zentner Kartoffeln zu tiefern. Dagegen hat sich der Kreis natürlich auf ras entschiedenste verwahrt. Ist das nicht be­zeichnend für die Kopflosigkeit der Regierung, neinte der Redner, wenn sie annimmt, es könnten irotz unserer miserablen Lage noch 5000 Zentner aus dem Kreise herausgehen und an andere Ge­meinden geliefert werden? Das ist die Situation in der wir uns befinden.

Um dem Uebelstand zu begegnen, wurde be­antragt, von der Ausstellung von Bezugsschei­nen ganz abzusehon, denn es gehe nicht an, daß einzelne Familien.sich voll eindecken, während für die Allaemeinbeit nichts vorhanden üt. Dann

soll die Ration von 7 auf 5 Pfund herabge­setztwerden, dadurch ist er möglich, mit dem für 2 Wochen noch ausreichenden Vorrat bis An- fang Januar auszukommen.

Darüber hinaus steht uns nichts mehr zur Verfügung.

Es kommen auch noch Auslandskartoffeln in Be­ttacht, aber auch hier sind die Schwierigkeiten so groß, daß kaum eine Besserung zu erwarten ist. Unser Vorrat reicht, wie gesagt, bei äußerster Sparsamkeit bis Anfang Januar. Eine Erhöhung der Preise für die Verbraucher soll nicht eintte- ten, damit müßte das Kartoffelkonto belastet wer­den. Weiter schlägt Dr. Albert vor, persönlich in Berlin borst eilig zu werden, zwecks größerer Zuweisung von Auslandskartosfcln.

In der Diskussion erwähnte Herr P e n s e, daß man im vorigen Jahre besser daran gewesen sei, da hätte man den Vorrat noch aus Heeres­beständen ergänzen können, heute sehe es trostlos aus. Wenn die Bevölkerung keine Kartoffeln erhalte, verlange sie andere Lebens­mittel. Auch die Fleischlieferungen würden bald versagen, dafür sei Ersatz in 1000 Zentner Hülsenfrucht zugewiesen. Es müßte versucht werden, entweder Auslandskartoffeln heranzubringen, oder im Landtteise noch heraus­zuholen was herauszuholen ist. Der Zusammen­bruch der Kartoffelversorgung würde

den Zusammenbruch der gesamten Lebens­mittelversorgung bedeuten. Es müßte alles daran gesetzt werden, um Auslandskartoffeln oder Krrtoffelwalzmehl als Ersatz heranzuschaffen. Herr Spinger frägt an: Sind denn überhaupt keine Kartoffeln da, oder liegt es an der Preisbildung und was fehlt uns an Kartoffeln? Die letztere Frage wurde dahin beantwortet, daß wöchentlich für Markenbezieher 1500 Zentner Kar­toffeln benötigt würden, sodaß bis zum 1. August ein Fehlbetrag von 45 000 Zentner zu verzeichnen sei. Herr Dr. Heraeus ist sprachlos über die geschilderte Lage. Wir haben schon schwere Zeiten durchgemacht, aber s o tröst los war die Lage noch nie, daß vir in 2 Wochen ohne Kartoffeln sind. Er glaubt, daß man versäumt hat, diesem Uebelstand recht- zeittg entgegenzutteten Geschehen muß alles, um aus dieser Misere herauszukommen. Ueber )en jetzigen Zustand braucht man sich nicht zu trunbern, meinte Herr Nicolaus, wenn man bedenkt, wie zart die Erzeuger von der Regierung angefaßt werden, gegen Streikende zeigt man lanz anderes Auftreten. An dem ganzen Zustand ei die wankelmütige Politik dec R e- gierung fdjulb. Wenn heute die Kommifsion auf die Dörfer kommt, sei nichts mehr zu holen, )enn alles sei verschoben. Er warnt, die Ra­tion herabzusetzen und höhere Preise denen abzu­nehmen, als StrafeMfir, weil sie nWAttSt mit Scaffoffeln beliefert werden konnten. Die ent­stehenden Mehrkosten müßten auf die Allgemein­heit abgewälzt werden.

Herr Dr. Albert erwiderte, was geschehen konnte, ist geschehen um der Not zu steuern. Mit Herrn Hoch zusammen sei er bei der Reichskar­toffelstelle vorstellig gewesen und eS seien dann auch von den Toren Berlins weg 10 000 Zentner von denen 6000 geliefert wurden, zugewiesen worden. Mit Castel habe man telegraphisch und telephonisch verhandelt, aber zwecklos, da die Schwierigkeiten allgemein wären. Der Landkreis habe diefesmal nur 60 000 Zentner zu liefern, früher war es weit mehr, er sei aber nicht in der Lage, den Stadtkreis allein zu beliefern, ttotzdem ziemlich sämtliche Kartoffeln nach Ha­nau gekommen sind. Wir waren deshalb ange­wiesen, erhebliche Mengen aus anderen Kreisen zu beziehen.

Herr Kornhausdirektor Thylmann er­örterte die Frage der schlechten Versorgung, der Umstand, daß dem Landkreis nur ein Teil zur Lieferung an die Stadt aufgetragen werden konnte, beweise, daß die Anbaufläche zurückge- gangen ist. Es wmde zeitig genug der Ruf laut: Erhöht die Preise, sonst liegt es im argen. Auch in maßgebenden» Kreisen fei auf den bevorstehen­den Zusammenbruch der Kartofselwirtschaft hin­gewiesen worden. Die Kartoffeln seien wohl we­niger verschoben, aber verfüttert worden. Daß der Bauer sich widerspenstig zeigte, dürfe nicht wunder nehmen, daran sei die verkehrte Preis­politik schuld. Diese zeitigte, daß Frühkartoffeln in Hülle und Fülle vorhanden waren, während jetzt die Spätkartoffeln fehlen Die Preisfest- schung war grundfalsch. Es hätte nicht geschadet, einen höheren Preis für Spätkartoffeln festzu- ietzen, um einen Anreiz zu geben und zu ver­brüdern, daß die Anbaufläche reduziert würde. Fechenheim und Großauheim seien auch noch nicht voll beliefert, dafür müßte auch noch ge= for^ werden. Trete keine Aenderung in der Prct^bildung ein. dann würde es im nächsten Jahre mit dem Brotaetrerde genau so wie jetzt mit den Kartoffeln gehen. Herr Henrich bedauert ebenfalls die nützliche Lage, er hält es aber doch ratsamer, jetzt die Ration etwas zu verringern, um die Vorräte möglichst zu strecken. Herr S p i n g e r verspricht sich nicht« davon,' wenn d'« Preise erhöbt werden; diese Maßnah­men hätten andere Städte getroffen, aber ein Mehr von Kartoffeln fei nicht zu verzeichnen ge­wesen. Nur eine andere Wirtschaftsordnung könne uns retten. Trotzdem müßte alles versucht werden, um abzuhelfen, damit man sich beruhigt ^agen dürfte, was an uns gelegen hat, ist ge­schehen. um die Sache auftuhalten.

Eine KommiMon, bestehend aus den Herren Dr. Albert. Spinger und einem Magst stratsmAolied soll nun in Berlin vorstellig wer­den. Die Kürzung der Ration wird verschoben bis die Kommission Zurück ist, was in 8 Tagen sein dürfte. Damit fand dieses trau- riae Stabile! fonnen varlLukia«« Abschluß

Beleidigung durch die Presse.

Vorgestern abend stand der Redakteur Gustav Hammer von Frankfurt a. M., dec eine Zeit­lang für die hier erscheinendeFreiheit" ver­antwortlich zeichnete, unter der Anklage der Be­leidigung durch die Presse vor der hiesigen Straf- kammer. Im Juni ds. Js. war in dem genannten Blatt in Anschluß an eine mit der damals lebhaft erörterten Frage der Besetzung Hanaus durch die Franzosen sich beschäftigenden Abhandlung einDer Herr Land rat packt die Koffer" über­schriebener Artikel erschienen, in dem unter an­derem auch von Landrat Schmid als von dem Kommandeur des Blutbades vom 7. November 1918 gesprochen wurde. Wenige Tage später er­schienen dann zwei weitere,Unsere Helden" bezw.Nochmals unsere Helden" überschriebene MÄel.â denen

hiesigen Bürgerwehr zum Ungehorsam gegen die bestehenden Gesetze aufgesordect wurde. Endlich war noch eine Beleidigung des Landrats in einem unter der StichmarkeKirschen für Herr­schaften" erschienenen Artikel gefunden worden, in dem es zum Schluß heißt, daß bei einer Kir­schenverpachtung in Hanau der mit der Versteige­rung beauftragte Landrat die besten Kirschbäume für sich zurückbehalten hätte. Die Bezeichnung Landrat soll hier nach der Angabe des Beschul­digten irrtümlich erfolgt sein, es ist auch seiner­zeit eine dahingehende Berichtigung in einer späteren Nummer der Freiheit erschienen. Straf- antrag war in allen Fällen von den Beleidigten für die Bürgerwehr von dem damaligen Kom­mandanten gestellt worden. Obwohl keine der in Frage kommenden Nummern der Zeitung von Hammer verantwortlich gezeichnet war, hatte er in her Voruntersuchung die Verantwortung für die Artikel übernommen. Mittlerweile aber hat er jede Beziehung zurFreiheit" abgebrochen und als ihm vor Kurzem der Eröffnungsbeschluß zugestellt wurde, verständigte er das Gericht, daß ec die Verantwortung für die Arttkel ablehnen müßte. Vor den Richtern behauptete er jetzt, keinen von den Artikeln geschrieben zu haben wenn er früher die Verantwortung für dieselben übernommen habe, so sei das geschehen, weil er sich damals als zum Redaktionsverband der Freiheit" gehörig, hierzu moralisch für ver­pflichtet gehalten habe. Im übrigen habe er für die in Frage kommenden Nummern derFreiheit" Nicht gezeichnet, mithin könnte er auch nicht für deren Inhalt zur Verantwortung gezogen wer­den. Das Gericht war aber anderer Ansicht und verurteilte den Beschuldigten wegen öffentlicher Beleidigung des Landrats Schmid und der Bürgerwehr und wegen Vergehens gegen die §8 110 und 111 St.-G -B. (Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze bezw. zur Begebung strafbarer Handlungen) zu 5 Monaten Gefäng­nis. Auch wurde den Beleidigten die Publika­lionsbefugnis imHanauec Anzeiger", derHa­nauer Zeitung" und derFreibeit" zugesprochen. In der Urteilsbegründung hieß es u. a.: Nach der Beweisführung muß als erwiesen angesehen werden, daß Hammer zu jener Zeit tatsächlich Redakteur gewesen ist, daß die Arttkel durch seine Hand gegangen und durch ihn in die Zeitung gekommen sind, er ist also Täter.

Wegen Beleidigung durch die Presse hatte sich auch der früher an derFreiheit" tätige Redak­teur Friedrich Mundhenke von hier tu ver­antworten. Nach der im Juli d. I. stattgefun­denen Schwurgerichtstagung, während der in der .Hauptsache jene im Zusammenhang mit den Februarunruhen begangenen Straftaten zur Ab­urteilung standen, war in einem unter der Ueber- schriftEin unerhörter Just'zskandal" veröffent­lichten Arttkel dem Gericht unter Anspielung auf das gegen Frau Gimbel ergangene Urteil der Vorwurf der bewußten Rechtstäuschung gemacht worden. Einige Zeit später kam eines Tages âne Abteilung einer hier unteraebrackten Reichs­

Vorher gelangten noch einige andere Sachen zur Erledigung, so sind dem Landwirt Stettner wegen unerlaubter Schlachtung 52 Pfund Blut- unb Kochwurst und 150 Pfund Cervelatwurst beschlagnahmt worden. Er bittet um Entschädi­gung für den Erlös aus beth Verkauf der Wurst und von einem Abzug der Fleischmarken Abstand zu nehmen. Er habe seiner Zeit bei einer Haus­schlachtung zwei Schweinchen mehr geschlachtet, um das Personal, das er zur Aufrechterhaltung der Müllabfuhr benötigt, besser verköstigen zu können. Dem Anträge wurde nicht ftattgcgeben.

Von dem Regierungspräsidenten war vor einiger Zeit der Bedarf von Eiern für Kranke angefordert worden. Auf eine neuerliche Anfrage kam der Bescheid, daß aus der Sache nichts wird. Auslandseier, für die der Preis 2 Mark betrage, stehen auch nicht zur Verfügung, vorrätig seien nur noch einige Tonnen Eierpulver zum Preise von 30 Mark pro Kilo. Das Eipulver soll nicht schlecht sein, 1012 Gramm entsprächen dem Nährwert eines Eies. Dem Ankauf einiger Tonnen wird gugeftimmt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch mitgeteilt, daß von dem Eiervorrat der Stadt zu Weihnachten pro Person e i n E i, dessen Preis sich auf 1.42 Mark stellen wird, zur Verteilung kommen soll.

Dann lag ein Antrag der Bezugsvereinigung Hanauer Beamten vor, die um eventuelle Ueber- lassung von Fleisch aus den beschlagnahmten Beständen ersuchen. Auch diesem Verlangen kann nicht entsprochen werden, da die beschlagnahmten Mengen dem Schlachthaus zur Verteilung an die Gesamtbevölkerung überwiesen werden. Ebenso liegt die Sache bei den beschlagnahmten Kar­toffeln, die der Kartoffelstelle zur Verteilung überwiesen werden.

Der Stadt liegt ein Angebot von Apfelmus (ungezuckect) vor, zum Preise von 4.80 Mark für die 1 Kilo-Blechbüchse. Mit Rücksicht auf den hohen Preis wird von dem Angebot Abstand ge­nommen.

wehrtruppe unter Führung mehrerer bersip? Offiziere von einer in Mlhelmsbad abgeM nen Uebung auf dem Rückmarsch durch bie Das gab derFreiheit" Veranlassung ' einemProvokation" bezeichneten Artikel . abfälliger Weise über die Offiziere zu es wurde von Frechheit in dem Bericht u. a » gesprochen. Schließlich wurde in einem Verdienste die Krone" überschriebenen einem bei einem hiesigen Auflösungskomwand tätigen Leutnant nachgesagt, daß er für rJ tapferes Verhalten, aber nicht vor dem Feiâ sondern gegen die den militärischen DienststG so unbequemen Zivilangestellten das Eibn. Kreuz 1. Klasse erhalten habe. Gegen bin k in Frage kommenden Nummern der Zeitung uc antwortlich zeichnenden Mundhenke war der dazu befugten Stellen Strafantrag wm Beleidigung gestellt worden. Der Beschuldig gab zu seiner Rechtfertigung an, bie i6; kriminierten Berichte weder geschrieben, noch vor ihrer Veröffentlichung gesehen zu haben. Du- Gericht nahm zwar an, daß er bei sämtliche Artikeln als Verfasser nicht in Frage kommt, vk urteilte ihn aber als den damals beranttnortM zeichnenden Redakteur zu einer Gefängnis sich von 5 Monaten. Bei der Strafausmessung wüst strafmildernd die Jugend des Beschuldigten in Betracht gezogen, andererseits hielt das GniH eine strenge Bestrafung geboten, da es sich ® Beleidigungen schwerwiegender Natur Handels besonders gegenüber den vor dem Feinde sich bet'>ohrten Offizieren, die in schmählichster Ws, verhöhnt worden sind. Auch in diesem Fell wurde die Veröffentlichung des entscheidend« Teiles des Urteils in den hiesigen Tageszei tungen ausgesprochen.

Stadttheater. Der mit stürmischem Beisel aufgenommene SchwankDie drei Zwillinge' wird heute abend im Abonnement wiederholt Samstag nachmittag 3 Uhr findet die letzte Wie­derholung des KindermärchensRotkäppchen" bei kleinen Preisen statt. Abends 7 Uhr wirdDo- Schwarzwald mädel" wiederholt. Sonntag nach­mittag wird bei gewöhnlichen Preisen das Volls, stück mit GesangDer Herrgottschnitzer von Oberammergau" zum letzten Male zur Darstcllunz gelangen, während abends 7 Uhr der übermütig; SchwankDie drei Zwillinge" auf dem Spiel­plan steht. Die Erstaufführung des grotesken ZyklusNachtbeleuchtung" von Kurt Götz ist fiit Dienstag den 9. Dezember vorgesehen. Diese- originelle Werk erzielte überall einen überall? großen Erfolg.

* Winterfest. Morgen Samstag den 6. Dezbr. veranstaltet die Abteilung Hanau des Vereins der Hochspessarffreunde Rothenbuch in den Sälen der Centralhalle ihr diesjähriges Winterfest. Wic bei allen Veranstaltungen hat der Vergnügungr-. ausschuß auch hierbei fülL^fflltt»^ abwöchsllüngsreiches Programnr Sorge getcaM sodaß allen Besuchern einige frohe Stunden ge­boten sind. Besonders dürfte es die tanzlustige Jugend begrüßen, daß die Vortragsfolge so be­messen ist, daß noch hinlänglich dem Tanze ge­huldigt werden kann. Um eine Ueberfüllung vermeiden, kann Kindern unter 14 Jahren dec Zutritt nicht gewährt werden. Kassenöffnung be­ginnt 5 Uhr, Anfang 6 Uhr.

* Cafe Corso. In der Corso-Diele heulr bunter Abend. Im Cafe veranstaltet bei au^ wähltem Programm Herr Kapellmeister Dür einen Opern- und Solistenabend, worauf hier nochmals aufmerksanl gemacht wird.

Ein deutscher Oberlehrertag wmde kürzm in Cassel abgehalten. U. a. forderte der Veitre- tertag eine sofortige, den augenblicklichen Wirt schaftlichen Verhältnissen entsprechende Best! dungsreform, die im ganzen Reich nach einheit­lichen Gesichtspunkten für Staat und Gemeinde durchzuführen sei. Zu den Vorbereitungen seien von den Behörden die Verttauensmännec des Verbände: hinzuzuziehen.

* Siebe»: Vorträge für d^e Ha»»amk Fraire,»Welt. Der letzte Vortrag sinket näAstm Montag den 8. Dezember, abends 7 Uhr, im Verein!' Haus statt. Herr Generassuperintendent FubS wird sprechen über : Neue Straff aus unvergänglicher Q>â

* Katholischer Gesellenverei»». Heute abend Vaö Uhr Versammlung in deraroßen Krone".

Landkreis Kanan.

1. Niederrodenbach, 5. Dezbc. (Teuen Aepfel.) Eine üble Tat begingen der Formel Karl W. und der Fabrikarbeiter Johann H. vo" hier in der Nacht vom 9. zum 10. September. In der Nähe ihrer Wohnung hat der Hegeme-M R. eine Lbstplantage. Die Aepfel waren beinahe reif. In dieser Nacht verschwand der größte Teu. etma 34 Zentner im Werte von 250 Mark. Die Aepfelliebhaber konnten nur die beiden Genann­ten sein, denn es war beobachtet worden, daß ihr Haus um 914 Uhr abends verlassen, 2 Stun­den später wiedergekommen waren und eine 0^ ßere Menge Aepfel mitgebracht hatten. Die Aepfel und Apfelschalen, die bei der HaussuchunS gefunden wurden, rührten, wie der Bestohlene fcststellen konnte, von seinen Aepfeln her. beiden Personen wurden zur Anzeige gebrach und hatten sich gestern vor dem Schöffengericht in Hanau zu verantworten. Sie leugneten unö behaupteten, die Aepfel an diesem Abende cn Alzenau von unbekannten Personen gekauft haben. Sie wären um 9^4 Uhr fortgegangen um um /412 Uhr wiedergekommen. Abgesehen davon, daß man in dieser Zeit diese Wege nicht mache« kann, trugen ihre Behauptungen auch sonst dev Stempel der Unwahrheit, sodaß das Gericht hrer Schuld keinen Zweifel hatte und einev eben zu 2 Monate Gefängnis verurteilte. .

r. Hochstadt, 4. Dezbr. (S1 iftungsf e W Sonntag den 7. Dezember hält der hiesige Mgelzuchtverein im Saale des Herrn Gastwrn Rauch sein erstes Stiftungsfest verbunden uut Tanz, Verlosung usw. ab.