Sanauer
Anzeiger
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Nr. 278
Freitag den 28, November
1919
Die -enèfche ArlffMrrng zum Schreiben Clemenceaus.
Das Schreiben ClemenceauS vom 22. November An die Abreise des Herrn V. Simson nach Berlin dtt sich mit der deutschen Antwort auf die Kriegs- CMennote gekreuzt. Zn diesem Schreiben itceauS wird von maßgebender deutscher Stelle
dieses bor«
lmerkt:
Es zeigt, baß die französische Regierung im Geffen Gegensatz zu den Behauptungen in der Kriegs- Dngenen-Note der Entente nun doch eingefallen ist, sie am 28. August Versprechungen über die Heiiu- fatbung der Kriegsgefangenen vor der Ratifikation ge- iw$t hat. Wenn sie nun die Zurückziehung Snsprechen», was sie niemals stillschweigend litten, sondern wenigstens der deutschen Regierung tniiteikn mußte, mit der Nichteinhaltung der deutschen Lapflichtungen erklären will, so fragt es sich, um Me nicht eingehaltenen Bedingungen es sich hier hmdkln kann. Dabei muß alles aus scheiden, was vor wm 18. September liegt, denn an diesem Tage wurde im deutschen Vertretern in Paris noch mitgeteilt, die gritgSgefangenenfrage sei erledigt, und die Transporte m^ Deutschland würden von jetzt ab ununterbrochen lotsen.
Damit fällt vor allem die angebliche Schuld in da Ecapa Flow-Sache fort, ebenso wie bie baltische Frage ausscheiden muß, da der Bericht der unter der Führung des Generals Nieffel stehenden Kommission N nicht vorliegt. ES bleiben also die spärlichen, bei dem beispiellosen Umfang der laut Waffenstillstand >u erfüllenden Leistungen kaum ins Gewicht fallenden Miftänbe, die wahrlich nicht als Vorwand für den Widerruf einer von Frankreich gegen erhebliche deutsche &i|iungen vertraglich übernommenen Verpflichtung bienen können.
Nun wird in der neuen Note die Freilassung der Defangmen innerhalb von acht Tagen in Aussicht ge- hllt, wenn Deutschland ohne neue Einwendungen wtcrzeichnet- Die Kriegsgefangenen sollen also noch- «ialr verkauft werden, und zwar für die Auslieferung m Bagger. Docks und Krahne, ohne die es ein
Aber notfimeijr/ um die Kriegsgefangenen zurück- Äekommcn, soll die Bestimmung anerkannt werden, durch die die Entente das Recht hat, auch fernerhin â militärischen und andere Maßnahmen zu ergreifen, die sie für angezeigt erachtet.
Wer bietet die Garantie dafür, daß auch nach Friedensschluß, gerade so wie heute, unter diesen 8vangsmaßnahmen nicht auch die Einstellung der Krieg-gefangenentransporte zu verstehen sein wird? Damit hätte die deutsche Regierung den letzten wertvollen Teil des deutschen Volksvermögens verschleudert mb durch ihre Zustimmung den Kriegszustand in den Stieben hineinverlängert und dennoch das Los der Kriegsgefangenen nicht gemildert.
. Die deutsche Regierung wird nach all den Er- lahrungen in der Kriegsgefangenenfrage, und nach fteimal nicht eingehaltenen bindenden Versprechungen, das dritte Mal sich nicht auf einen solch unsicheren "kchtsboden begeben, umsoweniger, als gerade heute Nachricht aus Pari» kommt, Clemenceau habe in Mer Ansprache erklärt, daß die deutschen KriegS- Stiangenen erst herausgegeben werden sollen, wenn Mvgg deutsche Arbeiter unter genau den gleichen Mngungen im Wiederaufbaugebiet eingetroffen seien.
Gegen Sie Abtrennung -es Memelgaues.
- ---- Berlin, 28. Novbr. (Telegr.)
Der neu gegründete Berliner Zweigverein °^deutsch-utauischen Heimatbundes hielt gestern "bend eine Protestversammlung gegen die Ab- »ennung des Memelgaues ab, in der der Were Abgeordnete für Memel-Heydekrug, Ee- sieimrat Schwabach, ausführte, daß die Welt- Michte keine größere Gewalttat aufweise als £as> was man jetzt den Memelern antue. Von Ermann Sudermann, der am Erscheinen verändert war, lief ein Telegramm ein, in dem E heißt: Ob man uns das Land unserer Väter Deutlich raubt, daß wir zu ihm gehören, lasten uns nicht nehmen. In der einstimmig angenommenen Entschließung wurde ein flammen- °er Protest zum Ausdruck gebracht gegen die ^altsame Losreißung vom deutschen Vater-
3ur Ratifizierung -es Friedens- vertrages.
- -- Amsterdam, 27. Nov. (Telegr.)
* Die Newyorker Presse meldet, daß der Republikaner
der Ansicht ist, der Friedensvertrag könne nicht J^njiert werden, wenn die Demokraten nicht allen ^behalten zustimmen. Um einen Ausweg herbeizu- wen, könne höchstens die Einleitung zu den L»r- MOltungen gestrichen werden.
Das WeMsSsrALZesetz.
WB. Berlin, 27. Novbr.
Der angekündigte Kompromiß der RegierungS- barteien über das Betriebsrätegeseb wurde vom Prä- fibiunt des Reichsverbandes dèr deutschen Industrie
als die s ch w e r st e Gefährdung des deutschen Wirtschaftslebens bezeichnet. Die ernsten und schweren Bedenken der Arbeitgeber müßten unbedingt Berücksichtigung finden. Das angekündigte Gesetz über obligatorische Schiedsgerichte sei kein Ausgleich. Es wurde beschlossen am 11. Dezember eine Protestkundgebung nach Berlin einzuberufen.
wuri
- - Berlin, 28. Novbr. (Tel.)
Zum SetriebSriitegeieb haben die Sozialdemokraten beschlossen, in der heutigen Sitzung des Ausschusses eine klare Stellungnahme des Zentrums zu verlangen, welches bisher erklärt hat, die Verantwortung ohne diè Mitverantwortung der Demokraten nicht tragen zu können. Der strittige Punkt über die Aufsichtsräte wurde entsprechend den Forderungen der Sozialdemokraten erledigt. Es handelt sich nunmehr noch um die Bilanzeinsicht. Sollte es heute zu keiner Beschlußfassung ober zu einer Ablehnung der sozialdemokratischen Forderungen kommen, so erwachsen daraus, 'wie der Vorwärts sagt, möglicherweise die größten Konsequenzen.
Der parlamentarische Unter» suchungsausschust.
= Berlin, 28. Novbr. (Telegr.)
Der parlamentarische Untersuchungsausschuß für die Vorgeschichte des Krieges einigte sich gestern auf die Feststellung der Fragebogens für die Zeit zwischen dem Attentat von Serajewo und der Kriegserklärung, sowie über die Zuziehung einiger weiterer Sachverständiger. Der Fragebogen soll an die Hauptaus- ku»ftSpersonen zu einer vorläufigen schriftlichen Beantwortung versandt werden. Nach einer Vervollständigung deS Arbeitsplanes will man nächste Woche an den Gesamtaurichuß herantreten, um die mündlicheu Vernehmungen über jene Zeit Anfang Januar be-
Beginn -es Kaiferprozeffes im Januar?
•“ Haag, 27. Novbr.
Die englische Regierung erwartet, laut „Verl. Tgbl.*, daß der Prozeß gegen den Exkaiser zu Neujahr in London beginnen wird. Der politische Korrespondent der „Dailly Mail" versichert, daß alle dazu notwendigen Vorbereitungen getroffen seien. Die Auslieferung könne erst nach der formellen Ratifizierung de» Friedensabkommens durch die Alliierten verlangt werden. Man erwartet, daß die Ratifizierung innerhalb einiger Wochen stattsinde» wird. Danach würde ohne Zweifel das Ersuchen um Auslieferung an die niederländische Regierung gerichtet werden. Man glaubt, daß diesem Ersuchen stattgegeben wird. Für daS dem Kaiser gegenüber anzuwendende Strafmaß ist keine Grenze festgesetzt. ES sei keine Bestimmung vorgesehen, die die TodeSsttafe ausschließe.
WB. London, 27. Novbr.
Im Unterhause erklärte Lloyd George auf eine Anfrage, daß die kürzliche juristische Konferenz in Paris sich nicht mit der Aburteilung de» Exkaiser» befaßt habe.
Ein „Schul-iger".
W. Namur, 28. November. (Telegramm.)
DaS Kriegsgericht verurteilte den Major Madaeaux, ;ort Malonne kommandiert hat, zu
der 1914 das
fünf Jahren notwendigen
und Degradierung, da er nicht die __________ ... „nahmen ergriffen hatte, um seine Leute an den Tagen des 23. und 24. August 1914 vor der Demoralisation zu bewahren, sowie nicht alle verfügbaren Verteidigung»mittel in Anwendung gebracht und das Fort übergeben habe, statt es zu
Halten.
Lan-arbeiler-Ausstan-.
- = Stettin, 27. November. (Telegramm.)
Die „Ostsee-Zeitung" meldet auS Greifswald: Im Landkreis Greifswald brach der Landarbefterstreik aus, der heute bereits 17 Güter umfaßte.
Die lettische Regierung «n- Deutschland.
WB. Helfingfors, 27. November.
Die lettische Regierung hat der deutschen Regierung radiotelegraphisch den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern notifiziert. Als Grund der Maßnahme bezeichnet die lettische Regierung die Erklärung des Generals Eberhardt, diejenigen Truppen unter seinen Schutz zu nehmen, die gegen Lettland kärfipften.
Die laufenden Teuerungszulagen WB. Berlin, 27. November.
Eine Abordnung des deutschen Eisenbahnerverbandes und der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner überreichte im preußischen Eisenbahn- ministerium und im Reichsfinanzministerium eine Denkschrift, in der bis zur Durchführung der Besoldungsreform eine Erhöhung der laufenden Teuerungszulagen gefordert wird. Die Teuerungszulagen sollen bei jeder Tariferhöhung neu festgesetzt werden, um so ,das Einkommen in organischen Zusammenhang zu bringen. Die Denkschrift enthält umfangreiches statistisches Material über das sprunghafte Emporschnellen der Warenpreise in den letzten vier Monaten.
Erfolgreiche Razzia in Warschau.
--- Berlin, 28. Novbr. (Telegr.)
Nach dem „Berliner Lokalanz." meldet die „Ostrauer Morgenzeitg." aus Warschau: Inden letzten Tagen wurde in Warschau wiedereine allgemeine Razzia veranstaltet. Mehrere Kommunisten, darunter auch ein russischer Bolschewist, wurden verhaftet. Die Untersuchung ergab, daß einer der Verhafteten an der Ermordung des Zaren Nikolaus teilgenommen hat. Bei der Verhaftung wurden Wäschestücke des Zaren und ein Tagebuch vorgefunden, in welchem Zar Nikolaus eigenhändig Aufzeichnungen gemacht hat. Im Verhör gestand der Bolschewist, daß er als Angehöriger der russischen roten Garde an der Durchführung des Todesurteils gegen den Zaren teilgenommen habe.
Die Hungersnot in Wien.
... ..........--- Wien, 27. November.
Wochenration der Wiener hat den Schleichhandelspreis für 2'/,pfündige Brote minderer Qualität, der in voriger Woche noch 15 Kronen betrug, auf 30 bis 40 Kronen hinaufschnellen lassen. Die Kutscher der Großbäckereien haben um polizeilichen Schutz für ihre Fahrten in die Vorstädte nachgesucht. Der Mehlpreis ist für das KUo minderen Schwarzmehls auf ungefähr 40 Kronen, für weißes Mehl auf 50 Kronen und darüber gestiegen. Der Butterpreis schwantt zwischen 150 und 200 Kronen für das Kilogramm, (Eier werden bis zu 8 Kronen das Stück bezahlt. Rindfleisch kostet pro Kilo 100 Kronen und Schweinefleisch etwa 120 Kronen, Gänse das Stück bis 1000 Kronen, Hühner ungefähr 300 Kronen. Trotz so ungeheuerlicher Schleichhandelspreise find die Waren nahezu unauffindbar. Das nasie Brennholz kostet 1.80 Kronen das Kilo ohne Zustellungsgebühr, Kohle ist überhaupt nicht aufgutreiben. Nimmt man hinzu, daß die Tabakpreise aus das drei- bis vierfache, die Postgebühren auf das Doppelte erhöht wurden und daß eine Fahtt mit der Sttaßenbahn 1 Krone (statt 60 Heller) kostet, so eraiebt sich für den Wiener eine Verdoppelung der Lebenskosten gegenüber dem vongen Jahr. Als der erste holländische Nahrungsmittelhilfszug, 13 Wagen, mit Kakao, Reis und Kondensmilch für Kinder, füllende Mütter und Krankenanstalten, im Wiener Nordwestbahnhof eintraf, versuchte das Bahnpersonal 3 Wagen abzukoppeln und fottzuführen, was der holländische Oberleutnant nur mit dem Revolver in der Hand verhindern konnte.
Berlin für Wien.
- -- Berlin, 28. Novbr. (Telegr.)
Zum Schluß der gestrigen Sitzung der Berliner Stadtverordneten erklätte Oberbürgermeister Wermuth: Obwohl wir uns selbst in tiefer Bedrängnis befinden, greifen doch die Nachrichten aus Wien über die Not der Schwester- und Freundesstadt uns mächtig ans Herz. Die Reichsregierung beabsichtigt nach den schwachen Kräften Deutschlands helfend einzugreifen. Daneben muß auch die freie Hilfs- tättgkeit ihr Bestes tun. Es ist ein Aufruf in Vorbereitung, um dessen Unterstützung ich dringend bitte. Der Stadtoerordnetenvorsteher Weyl sagte unter dem Beifall der Versammlung leb-
Die französischen Kammerwahlev
WB. Paris, 27. November. "
Vis jetzt sind 600 Resultate der Kammer- wahlen bekannt, 16 Sitze stehen noch aus. Gewählt sind: 133 LinksreMblikaner, 60 Radikale, 83 Radikalsozialisten, 27 republikanische Sozialisten, 68 unifizierte Sozialisten, 6 disfidente Sozialisten, 133 Progresfisten, 69 Vertreter der Actton liberale, 31 Konservattve. 250 Deputierte wurden nicht wiedergewählt, 350 wurde» neugewählt.
Finanzielle Belastung in Ungartu
--- Berlin, 28. November. (Telegramm.)
Laut Bett. Lokalanz. aus Budapest teilte beim Empfang einer Deputation der Ministerpräsident mit, daß die Kommunistenherrschast dem Lande 18 Milliarden und die rumänische Besetzung 36 Milliarden Matt gekostet habe.
Die inlernat. Arbeilerkonferenz.
— Amsterdam, 27. Nov. (Telegr.)
Da» Pressebüro Radio meldet, daß die von bet Internationalen Arbeiter-Konferenz in Washington geschaffene leitende Körperschaft aus 12 Vertretern der Regierung, 6 Vertretern der Arbeiter und 6 Vertretern d»x Unternehmer besteht.
Kleine Nachrichlen.
Keine neue Berkehrssperre. Die Nachrichten über eine bevorstehende neue Sperre des gesamten Personen Zugverkehr» sind unbegründet.
Der Kohlenmangel in Elsatz-Lothringen. Meldungen aus Elsaß-Lothringen zufolge ist die dorttge Eisenbahnverwaltung genötigt, wegen Kohlenmangels eine ganze Anzahl von Eistnbahnzügen ausfallen zi» lassen.
Beendeter Buchdruckerstreik. In Königsberg ist der fast 4 Wochen dauernde Ausstand der Buch-
Für die Zahlung der Zölle in Gold beträgt wie aus Berlin gemeldet wird, das Aufgeld für bie Woche vom 30. 11. bis 6. 12. 775 vom Hundert.
Denèsche NaNonalversammlung.
Berlin, 27. Nov.
Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 30 Minuten. Die zur dritten Lesung der Reichs- abgabenordnung neueingebrachten Anträge sind noch nicht gedruckt. Daher wird die gestrige Besprechung der Ernährungsinterpellation zunächst fortgesetzt. Abg. Stapf er (Z.): Die landwirtschaftlichen'Erträgnisse mußten mit der Einführung der achtstündigen Arbeitszeit zurückgehen. Die Regierung muß Düngestoffe zur Verfügung stellen. Völlig sinnlos sind die Sympathiestreik». Die Arbeiter sollten lieber Kohle fördern: bann gibt eS auch etwa» zu essen. Der Streit zwischen Stadt und Land hat keinen Zweck. — Abg. I a n d r e y (D. Nl.): Bei den heutigen Valutaver- Hältnissen müssen wir nur möglichst vom Auslande freimachen, und darin muß die Regierung helfen und die Produktion fördern. Die bisherigen Verordnungen der Regierung sind parteipolitisch beeinflußt gewesen. Die TranSporinot schreibt sich her von de« Zuständen in den Eisesbahnreparaturwerkstätten, in denen teiner • etwas tun will. Wenn Kartoffeltrankporte auf einer Strecke, die sonst wenige Stunde» dauert, neun Tage brauchen, so können während dem die Kartoffeln dreimal erfrieren. Das ist nicht Schuld der Landwirte, sonder» der Regierung. — Abg. Wurm (U. Soz.): Aufgehetzt vom Landbund und Großgrundbesitz weigern sich jetzt auch die kleinen Bauern abzuliefern. Die Verbraucherkommissionen müssen das Recht erhalten, auch die Eisenbahnwaggons und die Windmühlen zu kontrollieren, in denen vieles verdorben wird. Die Zwangswirtschaft ist ein notwendiges Uebel solange der Bedarf größer ist als das Angebot, solange wir keinen freien Markt haben. Die Landarbeiter müssen Schulter an Schulter mit den Industriearbeitern kämpfen. Damit schließt die Debatte über bie beiden ErnäbrungSinterpellatione» und den Antrag Blum betreffend Frostschäden für Hackfrüchte. Der letztere wird mit einem Abänderungsantrag Arnstadt und einem Antrag Löbe betreffeild Beschleunigung der landwirtschaftlichen Tarifverträge angenommen. ES folgt die dritte Lesung der Reiqsabgabenordnung. — Abg. Dr. Düringer (D. Ntl.): Der Gesetzentwurf ist ein die ReichSverfassung abänderndes Gesetz. Wir beantragen deshalb bei der Abstimmung über da» Gesetz, daß diese tu ben Formen vor sich geht, die für die Verfassungsänderung vorgesehen sind. Von einer Weiterführung der finanziellen Rettung unseres Vaterlandes seit dem Sommer, von welcher der Abg. Wirth gesprochen hat, ist keine Rede. Wir haben nach wie vor die schwersten Bedenken gegen den Gesetzentwurf« Wir finden ihn „»politisch und unmoralisch. Der Entwurf enthält die schärfsten Bestimmungen gegen
Deutsche SM - Prämiemuleche 1919
r Besitz erleichtert Deine Steuer»!