Hanauer K Anzeiger
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General-Anzeiger
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8r. 276
Willwoch den 26. November
1919
Die Skaöl der Not.
Deutsch-Oesterreich im allgemeinen und Wien I W besonderen erleben trübe Tage. Seit der I Kründung des österreichischen Staates vielleicht I bie trübsten. So drückte sich auch Dr. Seitz, der ■ Präsident der österreichischen Nationalversamm- I suilg, aus. Wo ist der österreichische Frohsinn ■ gMeben? und wo die lockenden Waszermelo- I dien der früheren Kaiserstadt? Aus dem Heite- I rett, lebenslustigen Völkchen ist ein humgergeplag- I tö, irierendes Volk geworden. Alle Lebenslust, I aller Nebermut und Humor sind zum Teufel ge- I gangen bei 2% Pfund Brot die Woche und bei I bett paar Pfund Kartoffeln, die es geben soll I ob bei dem Dutzend der zugeteilten Briketts. I W, was der Wiener Magistrat ankündrgt, ver- I teilen zu wollen, wird in den meisten Fällen ■ überhaupt in diesem Umfange gar nicht verteilt. ■ Oesterreich hat seine Kunstwerke verkauft, um I überhaupt eine gewisse Zeit leben zu können. Es I gab Gemälde für Brot. Jetzt hat es nichts mehr, I was es verkaufen kann, jetzt ist die Katastrophe I da. Sie wird sich in wenigen Tagen zu nie ■ gèchnter Furchtbarkeit steigern, wenn nicht noch I chnell in letzter Stunde die Hilfe derjenigen I kommt, die dieses ganze Unglück verschuldet I haben. Schuld an dieser unsagbaren Not sind I diejenigen, die in St. Germain die Neuordnung I des südöstlichen Europas vorgenvmmea haben, ■ die nur nach Hcen Interessen, immer nur nach I ihren eigensten Interessen gerechnet haben, und I die deshalb falsch rechnen mußten. Sie stellten I in ihre Rechnung nicht die Lebensnotwendige ■ teilen ein, die auch das deutsch-österreichische I Boll braucht. Die Tschecho-Slowakea, die Polen, I die Jugoslawen, die Serben, alle Ansprüche die- f« Völker sollten befriedigt werden, befriedigt Kosten Derrtsch-Oeslerreicki s. das nun da- Mcr "zugrunde gegangen nr. Mae metrung âe noch geblieben: der Zusammenschluß mit Deutschland. Wir wußten, daß uns aus solchem ZusammenWuß wirtschaftliche Vorteile nicht erblühen konnten, aber wir hätten Genossen im Leid sein können, und dieses doppelte Leid wäre vielleicht doch für beide Teile leichter zu tragen gewesen. Die Herren in Versailles und St. Germain haben es nicht gewollt. Sie haben noch nachträglich eine Note an die Reichsregierung gesandt, damit auch ja kein Ausweg für einen etwaigen späteren Zusammenschluß blieb. Wir haben uns fügen müssen, Deutsch-Oesterreich hat ich fügen müssen. Der Staatssäretär Dr. Renner hat seinerzeit noch darauf hingewiesen, daß man nun ohne Deutschland auskommen müsse. Jcht sehen wir, welchen Erfolg das gehabt hat. 'jetzt sehen wir, wie das österreichische Volk, hören wir, wie Wien hungert. Wir können nicht Wen, aber was wir können, ist dies, alle Men- schen, die noch ein Herz in der Brust haben, Machzurütteln, damit noch zuletzt dem grausigen ^lend in Oesterreich gesteuert werden kann.
Der geschützte Steuerertrag.
== Berlin, 26. November. (Telegramm.)
Wie der Berl. Lokalanz. erfährt, soll die w ^Einkommensteuer ' acht Milliarden bringen. Bei der Kapitalertragssteuer ul chrer neuen Gestalt rechnet man mit 1—4 Milliarden Mark.
Der Wiederaufbau.
WB. Berlin, 25. Novbr.
* Der Reichsminister für den Wiederaufbau Dr. Geßler begab sich nach Süddeutsch- End, um in München, Stuttgart, Karlsruhe und Darmstadt mit den dortigen Regierungen und mit Vertretern der dortigen Wirtschafts- Wrete Fühlung zu nehmen. Anschließend darar Nnd Aussprachen gleicher Art in Frankfurt a. M., Dresden, Hamburg und Rheinland-Westfalen 'n Aussicht genommen.
Demonskratioueu.
DDP. Berlin, 26. Novbr.
2m Anschluß an die Ludendorff-Demonstra- sinn in der Potsdamer Garnisonkirche folgte N>ern noch eine weitere große monarchistische Kundgebung vor dem Hause des ehemaligen Zwlsionspfarrers und Hofpredigers 0. Vogel ?^r Breitenstraße zu Potsdam. Ludendorff ' bei Pfarrer Vogel Wohnung genommen ns hier sammelte sich ein nach vielen hunder- zahlendes Publikum. Der General trat an °5 Fenster des Pfarrhauses und hielt eine Lfeute Rede über den Preußengeist und den niitarismus. Die Menge sang „Heil Dir im ^'egerkranz" und brachte Hochrufe auf Luden- ,M und Wilhelm IL und Schmährufe auf die Wge Regierung aus. Laut „Berl. Tagebl." -»^En Reichswehrtruppen mit Stahlhelmen bis Pfarrhause aufgestellt.
Dèe beulfchen Kriegsgefangenen in Frankreich. '
WB. Berlin, 25. Novbr.
Dem Vorsitzenden der deutschen Friedens-ele- gation in Versailles wurde folgende von uns bereits im Auszug mitgeteilte Note übergeben:
Paris, 15. Novbr.
Herr Präsident!
Ich beehre mich, Ihnen den Empfang Ihres Schreibens vom 7. November wegen der Heimbe- förderung der deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich zu bestätigen. Sie machen mich besonders auf die tiefe seelische Erschütterung dieser Gefangenen aufmerksam, die die natürliche Folge der langen Gefangenschaft sei. Sie weisen außerdem auf die Sorge der deutschen Familien hin, die, wie Sie sagen, hofften, daß die Gefangenen zum Wethnachtsfeste nach Deutschland zurückkehren würden. Abgesehen von den nrensch- lichen Empfindungen dec französischen Regierung, berufen Sie sich schließlich zur Begründung Ihres Verlangens auf die Tatsache der Heimbeförde- rung der in den Händen der Amerikaner, Belgier, Engländer und Italiener befindlichen Gefangenen. Nach Ihrer Behauptung sollen wiederholt Versprechungen gemacht worden sein, welche die Annahme rechtfertigen, daß die Heimschaffung sofort nach der Ratifikation des FriedenSvertrages durch die französische Regierung stattfinden würde. Die französische Regierung hat niemals etwas anderes versprochen, als die Bestimmungen des।Friedensvertrages zu erfüllen. Angesichts der planmäßigen Verwüstung aller von den Deutschen besetzten Gebiete Nordfrankreichs darf sie einer Abweichung vom Vertrage zugunsten der deutschen Gefangenen an Frankreich nicht zustimmen. Die Gefangenen werden augenblicklich gerade dazu verwendet, mit der Wied ergutmary ung bietet abscheulichen Taten den Anfang zu machen. Die wüste Behandlung der Bewohner der beschien Gebiete und die schrecklichen Kränkungen, die den in deutsche Hand gefallenen unglücklichen französischen Familien zugefügt wurden, können nicht so bald der Vergessenheit überantwortet werden. Die tiefsten Gefühle des menschlichen Herze«? sind zu grausam verletzt worden, als daß eine Vergünstigung wie die von Ihnen erbetene von der französischen öffentlichen Meinung zugestanden werden könnte. Doch damit nicht genug. Deutschland hat durch Unterzeichnung des Versailler Vertrages die Herausgabe der Deutschen, die in ihrer Amtstätigkeit diese Greuel begingen, auf sich genommen, und jetzt erklärt sich ihre Regierung, bevor sie noch mit dec Frage befaßt wird, außerstande, das gegebene Versprechen einzulösen, was die schwersten Folgen haben könnte. Wenn unsere Verbündeten schon im September mit der Heimschaffung dec Gefangenen begonnen haben, so ist dies geschehen, weil die französische Regierung glaubte, dem nicht widersprechen zu sollen. Keiner unserer Verbündeten ist in seinen Gefühlen und Interessen so tief verletzt worden wie die Bewohner Nordftankreichs. Wie würden diese Bewohner, die in tragischer Not zwischen den Trümmern ihrer Heimstätten umherirren, es aufnehmen, wenn die zu den ersten dringenden Arbeiten herangezogenen (übrigens materiell wie moralisch durchaus gut behandelten) deutschen Gefangenen vor dem im Versailler Vertrag festgesetzten Zeitpunkte, nämlich vor der endgültigen Ratifikation, d. h, dem Zeitpunkte des Inkrafttretens des Vertrages, Frankreich verlassen würden? Dies ist umso weniger möglich, als mit der deutschen Regierung noch keine endgültige Verständigung darüber erfolgt ist, unter âlchen Bedingungen zivile deutsche ArbeitskrästMzur Verfügung Frankreichs gestellt werden sollen. Die deutsche Regierung verlangt die vorzeitige Erfüllung einer Vertragsbestimmung. Aber jedesmal, wann ihr Maßnahmen zur leichteren Ausführung der Fciedensbedingungen nahegelegt worden sind, um die Leiden der schwergeprüften Bevölkerung, sei es in Schleswig ober in Schlesien, zu vermindern, verschanzte sich Deutschland stets peinlich hinter dem Wortlaut des Vertrages und gab den Entschluß kund, von seinem Recht bis zuletzt Gebrauch zu machen.
Die deutsche Regierung begnügte sich aber nicht damit, eine streng juristische Haltung einzunehmen. Sie benoaerte planmäßig die Ausführung der Waffenstillstandsbedingungen, indem sie sich den an sie ergehenden Ersuchen entzog und die bindenden Vorschriften offen verletzte. Es muß erinnert werden an die Versenkung der Flotte in Scapa Flow, an die verzögerte Auslieferung der Schiffe, an die hinhaltende dem Buchstaben wie dem Meist des Waffenstillstandes widersprechende Politik, die in den baltischen Provinzen trotz aller Aufforderungen ber Verbündeten getrieben wurde, an die in die Vec- fassuna aufgenommenen (und bis jetzt beibehalte
nen) zweideutigen Artikel, an die Propaganda, die in Elsaß-Lothringen und überall mittels ungeheurer, durch die finanzielle Not nicht herab- geminderter Kredite unablässig gegen die Verbündeten getrieben wird! Wir schulden Deutschland nichts als die genaue Erfüllung der Bestimmungen des Vertrages, den es am Ende eines erbarmungslosen Krieges angenommen hat, eines Koieges, den Deutschland dm zivilisierten Völkern aufgezwungen hat.
Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung.
(gez.) Clemenceau.
*
Stimmen der Presse.
Berlin, 25. November.
Die neue Note Clemenceaus, schreibt der „Vorwärts", atmet den gleichen Geist der Unversöhnlichkeit, wie wir sie aus dem bisherigen Notenwechsel nicht anders kennen. Sie wird im deutschen Volke tiefste Bestürzung hervorrufen.
Die „Vossische Zeitung" bedauert den Ton der Note, der aus dem Gedankenaustausch zwischen Deutschland und Frankreich seit einiger Zeit ausgeschaltet zu sein schien; man werde in Paris nicht erwarten dürfen, daß die Wirkungen dieser Note in hier Richtung der für beide Teile unbedingt notwendigen Verständigung zu suchen sein werden.
Das „Berliner Tageblatt" gibt dem tiefsten Mitleid Mit der schwergeprüften Bevölkerung Nordftankreichs Ausdruck, betont aber, daß dieser Jammer Frankreichs nicht aus dec Welt geschafft wird, wenn man den deutschen Kriegsgefangenen die Freiheit verweigert und deutsche Familien in Kummer und Qual erhält. Die Taktik des Verhandelns, bei der unglückliche Menschen als Austauschgeiseln verwertet würden, gleiche nicht nur oâommen den WgUm..<MMÄ scheuten militaristischen, sondern auch den von Clemenceau bekämpften bolschewistischen Methoden und sei eine unwürdige Barbarei.
Die „Germania" schreibt: Die Notschreie hunderttaufender deutscher Frauen und Kinder sind wohl an Clemenceaus Ohr, aber nicht in sein Herz gedrungen. Diese Note Clemenceaus ist eine schwere Sünde wider den christlichen Geist. Das unbarmherzige Schriftstück Clemenceaus bedeutet neue Tränen für Hunderttausende deutscher Frauen und Kinder, und an Stelle des Festes des Friedens zu Weihnachten treten Tags tiefster Trauer.
Die „Tägliche Rundschau" sieht, wie auch andere rechtsstehende Blätter, Haß und nochmals Haß als den einzig leitenden Gesichtspunkt der französischen Politik. Die Antwortnote zeige, daß Frankreich auch nicht im entferntesten daran denke, uns je eine versöhnliche Hand entgegenzu- strecken.
Der „Lokalanzeiger" stellt fest, daß Deutschland jetzt die Folgen der Niederlage tragen müsse. Es müsse heute im November 1919 noch immer den Kriegszustand über sich ergehen lassen, nachdem es im November 1918 die Waffen streckte.
Die „Berliner Börsenzeitung" sieht in der Note den Triumph von Clemenceaus Wahlsieg, sie werfe uns im Ton und Inhalt wieder in die demütigenden Tage der Waffenstillstandsverhandlungen zurück. Mit Menschlichkeit hätten wir nun nicht mehr zu rechnen.
Der „Börsenkurier" verweist auf die Menschlichkeit, die Frankreichs Verbündete angeregt haben, aber die Regierung des Landes, das so gern seinen Großmut habe loben hören, zeige nicht den Ehrgeiz, den andern Alliierten in diesem Punkte Konkurrenz zu machen. Es gibt keinerlei, wie auch immer gearteten Grund, aus dem die seelischen Leiden der Gefangenen verlängert werden dürften.
Die „Freiheit" findet in der Note durchaus den Geist, der die ganze Politik Clemenceaus gegen Deutschland bestimme, er verschanze sich hinter der nationalistischen Stimmung der fran= zöstschen Bevölkerung, die ein Entgegenkommen an Deutschland nicht verstehen würde.
Die „Deutsche Zeitung" meint: Jeder Kommentar zu diesen Ausführungen Clemenceaus erübrige sich. Wir seien ja mehr als zwölf Monate keine andere Sprache gewöhnt, und wenn auch Millionen Herzen am Heiligen Abend dieses Jahres brechen ob der furchtbaren Tatsache, daß ihre Lieben nicht unter dem Weibnachtsbaum stehen und daß vorläufig gar keine Aussicht bestehe für eine bestimmte Angabe des Zeitpunktes, wann sie zurückkehren: Frankreich und Clemenceau, sowie die ganze andere „zivilisierte" Welt kümmere es nicht!
Die „Kreuzzeitung" unterstreicht die an den Haaren herbeigezogenen Gründe für die Ablehnung unserer Bitten, die zeigten, daß Frankreich stets genügend Plorivierungen für die Verneimm-
gen bei der Hand haben werde, wenn es sich darum handele, die Gefühl« der Menschlichkeit sprechen zu lassen.
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" faßt bte Besprechung der Antwortnote Clemenceaus dahin zusammen, daß die Note nach Geist in* Inhalt im höchsten Grade ungeeignet sei, bei den Bevölkerungen beider Länder diejenige Stimmung zu erwecken, die notwendig sei, um zu einem Ausgleich in den vielen Fragen zu kommen, in denen Deutschland und Frankreich aufeinander angewiesen sind.
Die Werftarbeèler und die Forderungen der Entente.
--- Berlin, 26. November.
Beim Reichskanzler erschien gestern eine Abordnung von Arbeitern aller deutschen Seeschiffswerften, die dringende Vorstellungen gegen die Ablieferung der von der Entente geforderten Docks, Hebezeuge und Bagger erhob. Sie stellte die den Arbeitern dwhenden Schäden eindringlich darund überreichte eine dahingehende Entschließung.
Das Bekriebsrätegesetz.
Berlin, 25. November.
Das Kabinett beschäftigte sich heute mit dem Betriebsrätegesetz. Einstimmig gab sich bte Ansicht kund, daß das Gesetz noch vor den Weihnachtsferien in allen drei Lesungen verabschiedet und von der Zusttmmung der die Regierung bildenden Parteien getragen werden müsse.
--- Berlin, 26. November. (Telegramm )
Zum Betriebsrätegesetz haben, wie der Lokal- anz. effährt, die Demokraten fest formulierte KompromißLnrräge ausgeaMitet» $’£„ ^rm Ausschuß heute vorgelegt werden sollen. Bor der Ausschußsitzung werde der interftaktiunelle Ausschuß zusammentreten, um zu versuchen, ein Kompromiß zustande zu bringen. Wie die Vossische Zeitung hört, einigte man sich in der demokratischen Fraktion auf einen neuen Vermittlungsvorschlag. Die FraMon erstrebe eine Fassung, die eine Einigung der drei Regierungsparteien ermöglichen solle. Es stehc dahin,' ob dieses Ziel erreicht werde.
Gegen die wilden Streiks.
DDP. Berlin, 26. November.
Das seiner Zeit bereits vom Reichskanzler angekündigte Gesetz gegen die wilden Streiks und über die Einführung obligatorischer Schiedsgerichte ist, wie die Vossische Zeitung erfährt, bereits so weit fertiggestellt, daß es unter allen Umständen iw* vor den Weihnachtsferien der Nattonaloersammlung zugehen wird.
Die Eènigungsfrage in der Sozialdemokratie.
--- Berlin, 26. Novbr. (Telegr.).
Zur Einigungsfrage in der Sozialdenwkratte wird dem „Vorwärts" aus dem Büw des Parteivorstandes geschrieben: Die Zentralstelle für Einigung habe an die Vorstände der sozial- demokratischen Parteien das Ersuchen gerichtet, einer von der Zentralstelle gebildeten Kommission eine Unterredung zu gewähren zur Herbeiführung einer gemeinsamen Front gegen die reattionären Treibereien. Die U. S. P. Hab« darauf geantwortet, daß sie diese Körperschaff als nicht geeignet betrachte. Vertreter des Vorstandes der S. P. D. hatten mit der Kommission der Zentralstelle auf deren Wunsch eine Unterredung. Sie wiesen auf den Beschluß des Weimarer Parteitages hin, erklärten aber, daß der Vorstand der S. P. D. jederzeit bereit sei, unter Vormistaltung der prinzipiellen Gesichtspunkte, über die unter Sozialisten keine Streitigkeiten bestehen, und unter Zurückstellung aller Meinungsverschiedenheiten persönlicher Art mit der Parteileitung der U. S. P. D. zu Unterhandlungen zusmnmenzutreten, die zur Bildung einer alle Sozialisten zusammenfassenden Arbeitsund Kampfgemeinschaft gegen die Reaktion führen könnten.
EnlSeâung eines Komplotts.
WB. Lonson, 26. Nov. Havas.
Ein Rapiotelegramm aus Moskau meldet, daß die Bolschewisten ein Komplott entdeckt haben, das aus Anhängern der . ehemaligen Regierung gebildet war. Die Organisation war mit allen Gencralstäben in Verbindung und lieferte au General Judenitsch du Details der militärischen Operationen durch die Vermittlung des Generalstabchef« der zweiten Armee. Me Führer der Organisation wurden »erbostet