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Ei«rückun8SgebuLr:Die8gesv.Kolonelzeileod. deren Raum 40 Pfg., die 4gesp. Zeile i. Reklameteil 150 Mk„ 25olo Teuerungszuschl. Offertgcbübr 25Pfg. Bezugspreis: Vierteljährlich 4.20 Mk.. monatl. 1.40 Mk„ für Postb^ug Vierteljahr!. 4.20 Mark., monatl. 1.40 Mk. Die Nummer 10 Pfg. Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
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General-Anzeiger
AMiches Organ für SkoSl- und Landkreis Lana«
Erscheint täglich mit Ausnahme bei Sonn- und Feiertage
Verlaasleitung: Ad. Indermühle.
Verantwortlich: für volitifchen und allgemeinen Teil G. Schrecker-für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M.
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Ak. 268
Samskag den 15. November
1919
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Parlamentarischer
I Antersuchnngsansschutz.
I Eine erregte Sitzung.
I WB. Berlin, 14. Novbr.
■ In der heutigen vor dem Parlamentarischen I Untersuchungsausschuß fortgesetzten Verhand- I (ung setzte Dr. Helfferich auseinander, wa- I mm er seine Meinung über den U-Bootkrieg ge- | ändert habe und sich schließlich für den U-Boot- I krieg im Januar 1917 aussprach. Die Versor- I gungsverhältnisse Englands seien infolge der ün- ■ günstigen Ernte schlechter geworden. Das Wort I M der Welthungersnot kam damals auf. Die I Preise stiegen geradezu rapid. Trotzdem England I die höchsten Preise bewilligte, ging seine Zufuhr ■ immer weiter zurück, und die Erfolge des U- I Bootkrieges stellten sich mit der größten Wahr- I scheinlichkeit in Aussicht, daß die Erfolgsberech- I nungen des Admiralstabs noch übertroffen wüv- I den. Nach der englischen Statistik war bereits I die englische Schiffahrt um 45 Prozent erdrosselt, I und man konnte vom unbeschränkten U-Bootkrieg I erwarten, England noch fühlbarer an der Wurzel I seiner Wirtschaft zu fassen. Als Bechmann mir I M 12. Januar die am 9. Januar in Pleß ge- I fallene Entscheidung bezüglich des U-Bootkrieges I überreichte, war ich auf das tiefste erschüttert; I denn ich hielt fie in diesem Augenblick, da mir die I Friedensfrage noch nicht abgeschlossen erschien, I für einen Fehler. Mein erster Gedanke war, durch I Rücktritt von meinem Amte meine Mitverantwoc- I tang f&r diese Entscheidung abzulehnen. Ich hatte mir die Fragx vorzulegen, ob ich jetzt den beschlossenen U-BooÜrieg in den Augen der Bun- ^genossen, des eigenen Volkes und unserer Feiâ^ ourch meinen ilUulu-.i*
sollte, eine Demonstration, die übrigens ganz nutzlos gewesen wäre. Ich wäre mir als Verbrecher vorgekommen, hätte ich so gehandelt. Ich hätte die Schuld auf mich geladen, die ich mitleidslos, den Leuten überlasse, die hier in diesem Hause am 19. Juli der KriegSleitung in den Rücken gefallen sind. (Große Unruhe bei den Ausschußmitgliedern; dec Vorsitzende weist diese Aeußerung entschieden zurück.) Helfferich fuhr fort: Die Entscheidung war also gefallen. Uns blieb nur die Wahl, uns schmählich zu unterwerfen oder das Letzte zu wagen. Ein ehrloser Miede oder ein ruhmvoller Untergang. Ehrlos aber kann das deutsche Volk nicht werden. Ich Wunsche mich weder hier noch vor einer anderen ^uanz darauf zu berufen, daß ich am 9. Januar
Entscheidung über den U-Bootkrieg widec- raten wollte. Ich übernehme vielmehr dafür die knoralische und politische Mitverantwortung. Die werteren Ereignisse bestätigen die Richtigkeit ^uer Auffassung über Amerika. 'Gleichwohl geben wir auch den letzten Versuch vom 28. Ja- uuar nicht unausgenützt gelassen. So erklärt sich unser Telegramm nach Amerika vom 29. Januar, zu keinem Ergebnis geführt hat. Wilson be- die übermittelten maßvollen deutschen Fcie- oensbedingungen streng für sich, so daß wir der Welt weiterhin als Kriegsverlängerer, Annexio- mpen und Länderverschlucker galten. Als Red- er m seinen weiteren Ausführungen auf die Rede des Reichsministers Dr. David vom ver- c^üenen Sonntag verweist, in der dieser be- n.R^. &aB der Reichstag in der Frage des 'Bootkneges hinters Licht geführt sei, während Wilson einen plumpen Betrug versuchte, diesen Aeußerungen Davids Stellen aus erards Buch entgegenstellte, in denen Gerard gmann Hollweg als einen Mann bezeichnete, Bern man zum Frieden kommen könne, und ^ ,,e Lanze Welt kenne und wegen seiner Ehr- °aikeit suchte, entsteht bei den Ausschußmitglied ®... A-°?^ Erregung, während dec Zuhörerraum oeifaü äußert. Der Vorsitzende bittet, die Schärfe wei^'^^ äu unterlassen, bezeichnet es aber ^ zulässig, wenn gegen ein Mitglied k.m?k^"eglerung, das der früherest Regie- k.,^ den Vorwurf eines plumpen Betrugsver- hJ?s ^^i' hier sachlich Stellung genommen'
Sohn widerspricht dieser Aus-
£ r« Reichsminister Dr. D a v i d erklärt, daß ni^rö6^ di? Antwort auf seine Aeußerungen cyt schuldig bleiben werde. Lachen im Zuhörerin«^ deranlaßt den Vorsitzenden zu der Mittei- bs-â' ""$' wenn diese Kundgebungen nicht unter-
^' w Zur Räumung schreiten werde. — In mnen weiteren Darlegungen kam H e l f f e r i ch - 'w Zoch auf die Wirkungen des U-Bootkrieges, ^sondere auf England, zu sprechen, das dann zugige Maßnahmen zur Hebung seiner Pro» Uttwn einleitet«. Er habe stets bén Gedanken ^uckgewiesen, daß der U-Bootkrieg in wenigen Sonaten zum Erfolge führen müsse, und im be-
Gegensatz zu der Festsetzung von Der-'
Iminen noch am 1. Januar 1917 den Satz hinzugefügt, daß Garantien natürlich nicht übernommen werden könnten. Zum Beweis dafür, daß er im Reichstag immer auf Englands Zähigkeit hingewiesen habe, verliest der Redner Stessen aus seinen Reichstckgsreden, und fährt fort: Es war ja alles in den Wind gesprochen, weil die Leute, die heute von Vertuschen sprechen, damals nicht hören wollten. Dabei wirkte der U-Boott krieg fühlbar, entlastete unser Heer und trug dazu bei, die Abwehr der feindlichen Offensive möglich zu machen, aber auch die schärfste Waffe wird stumpf, wenn der Glaube an sie bei Freund und Feind zerstört wird. Warum kam der U-Boot- krieg nicht zur Entwicklung, warum führte er nicht zum Ziele? Weil die U-Bootwaffe von Innen heraus stumpf gemacht wurde. — Damit sind die Bekundungen Helfferichs beendet und es werden noch einzelne Fragen an ihn gerichtet. — Reichsminister Dr. David führte aus, wie der Reichstag nach seiner Auffassung blind ins Verhängnis geführt wurde. Wenn er den Depeschenwechsel zwischen unserem Botschafter und dem Auswärtigen Amt gekannt hätte, hätte er seine Friedenshoffnung natürlich nicht mehr gehabt. Seine Partei würde damals vielleicht noch zu weitergehenden Beschlüssen gekommen sein. So habe der Eindruck erweckt werden müssen, daß unsere Diplomatie den Krieg mit Amerika geradezu provoziert habe. Das sei eine schwere Anklage, die er erhebe. Reichstag und deutsches Volk würden sich ganz anders gestellt haben. So sei dieses mit verbundenen Augen in sein Verhängnis geführt worden. — In leidenschaftlicher Erregung wendet sich Bethmann Hollweg gegen die Ausführungen des Reichsministers, deren Anklagen an Schwere und Schärfe garnicht
der Vorsitzende folgende einstimmig angenommene Erklärung gibt: Der Untersuchungsausschuß ist nach der Verfasiung ein selbständiges Organ zur Untersuchung von Tatsachen. Die endgültige Feststellung des Ergebnisses seiner Untersuchungen kann erst nach der Erschöpfung des Beweismaterials erfolgen. Werturteile von Nichtmitglredern des Ausschusses sind deshalb für den Ausschuß nicht maßgebend. Soweit die Form der Ausführungen zu Beanstandungen Anlaß gab, wurde sie aber von dem Vorsitzenden gerügt und wird gegebenenfalls «eiter gerügt werden. — Gegen Schluß der Sitzung wurde die Frage der amerikanischen Munitionslieferungen erörtert. Helfferich bekundete, die amerikanischen Interessen seien so eng mit denen der Entente verbunden gewesen, daß Wilson nicht einschreiten wollte. Bernstorff wies darauf hin, daß mit der persönlichen Stellungnahme Wilsons die Friedensfrage noch nicht erledigt war, denn bei der Wahl war ihm das Mandat gegeben worden, daß man von ihm den Frieden erwarte und daß er den Frieden auch wiederherstelle. Wir standen der ausgesprochenen Ansicht des amerikanischen Volkes gegenüber, und infolgedessen handelte es sich für uns nicht darum, ob Wilson zuverlässig war oder nicht, sondern darum, daß das amerikanische Volk diesen Wunsch ausgesprochen hatte. — Helfferich erklärte sich mit den Ausführungen Bernstorffs einverstanden, denn sie bestätigten ihm, daß Wilson von der amerikanischen Geschäftswelt und der öffentlichen Meinung getrieben wurde. Auch er habe die Vertrauenswürdigkeit Wilsons nicht bezweifelt. Helfferich wies schließlich noch auf die Note Lansings vom 18. Januar 1916 hin, daß die deutschen U-Boote sich auf den Kreu - zerkrie beschränken sollten und daß dafür
Unsinnige Gerrichte.
WB. Berlin, 14. Novbr.
Auf ein von dem bayerischen Handelsministei an den Reichskanzler gerichtetes Telegramm, das auf die in Süddeutschland kursierenden Gerüchte hinweist, man beabsichtige in Berlin aus Transportgründen die ganze süddeutsche Industrie stillzulegen und nur noch norddeutsche Betriebe mit Kohlen zu beliefern, ist vom Reichskanzler Bauer nachfolgende Antwort ergangen: Das dort ver« breitete Gerücht, in Berlin werde beabsichtigt, nur noch norddeutsche Bettiebe mit Kohlen zu beliefern und die süddeutsche Jndusttie stillzup legen, ist unsinnig. Diesem nur psychopatisch ver- stündlichen Gerücht kann im Interesse deS in unserer Notlage unerläßlichen reichstreuen Zu« sammenhaltens nicht energifth genug entgegengetreten werden. Die starkem Einschränkungen in der Kohlenbelieferung erfolgen grundsätzlich im ganzen Reiche gleichmäßig. Unbeabsichtigte,' sich aus der frachtlichen Lage ergebende Ungleichheiten find vorübergehend nicht völlig zu vermeiden. Gerade deshalb ist die jetzige Sperre deS Personenverkehrs verfügt, um besonders Süddeutschland mit Kohlen zu versorgen. Der tägliche Streckenversand nach Süddeutschland konnte dadurch nahezu verdoppelt werden. Da lebenswichtige Industrien zuerst berücksichttgt werden, ist auch in No cd deutsch land bei anderen Betrieben vielfach die Arbeitseinstellung unabwendbar: Beispielsweise können d'ie wichtigen Mitteldeutschen Kaliwerke wegen Kohlenmangels nicht arbeiten. Abhilfe ist nur möglich, wenn die jetzige verstärkte Abladung durch dauernde gute Leistungen in den Eisenbahnwerkstätten usw. anhält und womöglich noch gesteigert wird. Dafür' bitten wir auch die durch Arbeitseinstellung bedrohten
-.Stimme zu
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worden wäre, uns den FrMen noch 1916 gebracht. Die Lansingsche Note konnte für diesen
den. Dieser Vor
der Ausschuß schleunigst darüber schlüssig mache, ob er sich der Ansicht des Reichsministers anschließe. — Vorsitzender Warmuth: Ueber die Auffassung des Ausschusses bin ich noch nicht ju unterrichtet, doch geht meine persönliche Auf- deutung werden. Ich gewann aber die Ueber- fassung dahin, daß es nicht zu den Aufgaben des ;—...
Ausschusses gehört, sich ein Urteil in dieser Richtung zu bilden. Der Ausschuß hat nur Tatsachen festzustellen, wie das Herr v., Bethmann wiederholt als seine Aufgabe bezeichnet hat. Wir können also diesen Appell nicht aufnehmen. —. Bethmann Hollwe'g bittet darauf, wenigstens im Namen des Ausschusses festzustellen, daß
Krieg, ja für die Weltgeschichte von größter Be
zeugung, daß Wilson und Lansing nicht immer
David nicht imstande sei, durch solche Ausführungen der Entscheidung des Ausschusses irgendwie v o r z u g r e i f e n. Ich bitte, das das mit aller Schärfe erklärt werde. Reichsminister David: Den Vorwurf einer illoyalen Politik habe ich in erster Linie an die Adresse des damaligen Chefs des Auswärtigen Amtes gerichtet (Staatssekretär a. D. Zimmerman n-springt erregt auf), der am 10. Dezember verttaulich mitteilte, daß wir unseren Friedensschritt nur gemacht hätten, um dec Friedensaktion Wilsons zuvorzukommen. Das war ein illoyales Verfahren. (Zimmermann ruft sehr erregt: ^n dieser Weise werden wir hier öffentlich angeklagt!) Das Verhalten Zimmermanns ist die Grundlage für den Vorwurf einer illoyalen Politik. Ich halte diesen Vorwurf durchaus aufrecht. Daß Bethmgnn Hollweg für seine Person eine illoyale Politik nicht treiben wollte, davon bin ich fest überzeugt; aber in ihrer Wirkung nach Amerika mußte diese Politik sachlich so aufgefaßt werden. — Bethmann richtet an den Ausschuß die Frage, ob dieser Saal dazu dienen solle, daß Mitglieder der Reichsregierung gegen die frühere Regierung hier öffentlich die schwersten Anklagen erheben. — Dr. Helfferich erklärt im Anschluß hieran, daß er diesen Saal verlassen werde, wenn auf diese Frage keine befriedigende Antwort erfolge. — Bethmann: Ich stehe nicht hier, um mir von einem Mitglied der jetzigen Regierung solche Anklagen vor aller Oeffentlichkeit ins Gesicht schleudern zu lassen. (Neuer Beifall im Zuhörerraum.) Der Vorsitzende gibt der Auffassung Ausdruck, daß die Aeußerung von Dr. David in der Form, wie sie hier gemacht wurde, nicht dem Rechnung trage, was tatsächlich Gegenstand des ganzen Verfahrens sei. Der Ausschuß werde aber über die Frage beraten. — Dr. Z i m m e r- mann (sehr erregt) erklärt, bisher geglaubt zu haben, daß alle in diesem Saale von der Unparteilichkeit des Ausschusses so tief durchdrungen seien, daß so etwas unterblieben wäre. Wir, fährt Zimmermann fort, müssen aber anhören, was. Dr. David sagt, ohne daß wir, wie im Parlament, das Recht haben sollen, ihm sofort zu antworten. Der Vorwurf bet illoyalen Politik ist unerhört; ich weise ihn mit aller Schärft zurück. — Hierauf zieht sich der Ausschuß zu einer längeren Beratung zurück, als deren Ecaebnis
sehr intim zusammenarbeiteten. Nach Abgang der Lansingschen Note versuchten Wilsons englische Freunde, ein Gegengewicht zu schaffen und benutzten dazu die Zuspitzung in der Lusitaniafrage. Man verlangte plötzlich von uns, wir sollten die Ungesetzlichkeit der Versenkung zugeben, sonst wäre der Kriegsfall gegeben. Meiner Meinung nach wurde der Lufi- taniafall in diesem Augenblick nur wieder ausgenommen, um die amerikanische Note wieder zurückziehen zu können. Ich bin fest überzeugt, daß Amerika den Lusitaniafall mit Absicht in der Schwebe ließ, um ihn nach Belieben jeden
Augenblick wieder hervorholen zu können. Wäre Wilson auf den Boden des Lansingschen schlags getreten, Millionen von Menschen das Leben gerettet worden.
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Hierauf wurde die Weiterverhandlung Samstag vertagt.
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Der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete.
Berlin, 15. November.
Vom 25. bis 28. Oktober haben aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern zusammengesetzte deutsche Sachverständigèn-Kommissionen Besuchsfahrten in die zerstörten Gebiete Frankreichs gemacht, um einen allgemeinen Eindruck von den typischen Zerstörungspunkten und Schadengruppen, sowie von den Wiederherstellungsarbeiten zu gewinnen, an denen sich Deutschland beteiligen könnte. Der erstattete Sachverständigenbericht wird von der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" mitgeteilt. Auf allen Fahrten wurden zahlreiche deutsche Kriegsgefangene bei der Arbeit gesehen. Deutschland hat, wie die genannte Zeitung schreibt, durch diese Reise erneut seinen Willen zum Ausdruck gebracht, nach Kräften an dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete mit-- zuarbciten. Es wäre nun aber sehr wünschenswert, wenn endlich einmal Klarheit darüber geschaffen würde, ob Frankreich die deutschen Arbeiter zum Wiederaufbau haben will oder nicht. Die Aeußerungen der französischen Oeffentlichkeit darüber wechseln täglich.
Dervrönung gegen Sie äNikalflucht.
WB. Berlin, 14. November.
Wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" von maßgebender Stelle erfährt, tritt die Verordnung gegen die Kapitalflucht am 1. Dezember in Kraft. An eine Hinausschiebung der Verordnung, aus welchen Gründen es auch sei, könne nicht gedacht werden.
Eine Demonsirakion.
• Bertin, 15. Novbr.
Ueber die gestrige Versammlung der Liga für Völkerbund teilt der „Berliner 'Lokalanzei- ger" noch mit: Nachdem der Vorsitzende die Versammlung geschlossen hatte, blieben die Teilnehmer aber trotzdem beisammen. Der Abg. Laverrenz übemahm den Vorsitz. Laverrenz hielt eine mit Beifall unterbrochene Anklagerede gegen den Reichsverderber Erzberger. Nach ihm sprachen noch mehrere Anhänger der deutschnationalen Richtung. Es wurde dann ein» stimmig eine Resolution an Eiberger folgenden Inhaltes angenommen: Die im Oberlichtsaale der Philharmonie tagende Versammlung hat vergeblich auf das Erscheinen Ew. Exzellenz gè- loartet. Sie bedauert Ew. Exzellenz Femblei- ben nicht und weiß es genügend einzuschätzen. — In diesem Augenblick wurde die Versammlung von der Sicherheitswehr aufgelöst. Die Teilnehmer ordneten sich draußen zu einem Dèmonstrationszuge , der am Leipziger Platz von der Sicherheitswehr zur Auflösung aufge- forbert, sich trotzdem wieder zusammenfand und nach der Wilhelmsstraße mit dem Ziele Neichskanzlerpalais zog. Hier fanden die De, monstranten die Straße mit Stacheldraht versperrt. Sie begaben sich darauf vor das Reichs- finanzminifterium und brachten Pfuirufe auf Erzberger aus.
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Berlin, 15. November.
In einer von den freien Gewerkschaften in Köln veranstalteten Versammlung wurde nach der Feststellung, daß augenblicklich 250000 deutsche Kriegsgefangene beim Wiederaufbau beschäftigt sind, eine Entschließung angenommen, nach der sich die deutsche Arbeiterschaft bereit erklärt, bie Kriegsgefangenen durch freie Arbeiter abzulösen und tatkräftig am Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zu arbeiten.
WB. Berlin, 14. Novbr.
Die Deutsche Liga für den Völkerbund teilt uns mit: Die heute abend in die Philharmonie einberufene Versammlung, in der neben dem Hauptreferenten Geheimrat Goetz (Leipzig) auch Reichsminister Erzberger eine Ansprache halten öllte, wurde von radaulustigen Elementen, die ich zum größten Teile ohne Berechtigung im Saale aufhielten, gesprengt. Schon vor Beginn der Versammlung demonstrierte ein Teil der Anwesenden gegen Erzberger. Da bet Reichsminister, dessen Erscheinen noch zu erwar- en stand, nicht bei Beginn der Versammlung prach, steigerte sich der'Lärm so, daß der Ver- ammlungsleiter in halbstündiger Bemühuna weder dem Redner noch sich selbst das Wsv verschaffen konnte. Er schloß daher die Va» sammlung. Das Eintrittsgeld der gesprengt« Versammlung wird die Liga zum Beste« b« Kriegsgefangenen stiften