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Hanauer K Anzeiger

General-Anzeiger

AmMches Organ fät Elaöl- und Landkreis Sana«

Erscheint täglich mit Ausnahme dei'^Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Jnd^rmSble.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil E. Schrecker^für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a. M.

Rotationsdruckd.Walsenhausbuchdruckerei Hanau Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

____ Dienstag den 11. November_____1919

Die Lage im Osten.

Die zahlreichen und oft einander sehr wider- prechcndsn Mârmgen über die Kämpfe an den verschiedenen russischen Kriegsschauplätzen lassen rkemen, so urteilt zusammenfassend dieKöln. M/, bafi im allgemeinen die Bolschewiken die herre» der Lage sind. Von der Heeresgruppe ioltschak berichtet dieTimes" aus Omfl, daß sie ich unter dem Drucke einer großen bolschewiki- chm Uebermacht zurückziehe, und daß die Bol- chewikenführer möglicherweise die Absicht hätten, hr Hauptquartier in Zentralasien aufzu- , chlageir, falls Europa für sie verloren gehen Me. Von der Heeresgruppe Denikin.werden Äwährend Erfolge gemeldet, ohne daß sie aber ârch weiterkäme; im Gegenteil, sie hat vorn Mnde verloren, u. a. den bedeutenden Punkt Drei. Judenitsch steht in schweren Kämpfen, reine Stellung ist so ungünstig, daß einige ge- raubte Schachzüge der Bolschewiken eine Kata­trophe herbeiführen können. Recht peinlich »irrste es für Judenitsch werden, daß seine Bun- »esgenoffen, die Esten, immer offenkundiger mit Koskau liebäugeln. Dieselbe Richtung nimmt ulte Strömung in Letland, die täglich an Um- Äng gewinnt und über kurz oder lang zu einer rolllommenea Radikalisierung der Regierung füh- :en muß. Gefordert wird «. a.: Friede mit den Vllschewiken, Enteignung des Großgcundbe- itzes, Abgabe des Landes an die Landlosen und schärfste Bekämpfung des Deutschtums, Es steht jcharfalls fest, daß Estland und Lettland im Be­griffe sind, sich mit dem Bolschewikemtum zu ver- niriMm Starke Neigungen zum Anschluß an diese Koalition zeigen auch Litauen und Polen. Sine am 9. November in Dorpat zusammew- Jtfrtf ne Konferenz sollte die Politfl dieser Länder WWen «Hut bringen. Judenitsch steht fo- mt eingekeilt in bolschewMsche Gruppen, ote ihn mr drei Seiten umgeben. Im Rücken hat er das Meer, aber keine Schiffe also eine wenig empfehlens werte Rückzugslinie. Er hat sich des­halb hilfesuchend an Finnlarck gewandt und seinen Minister Lianosow nach Helstngfors ge­sandt. Me Bemühungen Lianofows haben bis­her noch keine greifbaren Erfolge gehabt, denn obwohl in Finnland einflußreiche Kreise für ein bewaffnetes Einschreiten in Rußland find, stem­men sich dem die Arbeiter-massen .und muh zum bürgerliche Elemente entgegen. Der Träger antibolfchewikischen Offensiv geb ankens in Finnland ist General Mannerheim, der als Be­freier Finnlands von den roten Horden im Früh­lahr 1918 in allen konservativen Kreisen'und auch bei dem Land« im gutem Andenken steht. Man­nerheim ist kürzlich von einer Werbereise aus Paris zurückgekehrh, wo er offenbar nicht viel «hmpathie gefunden hat. Eine umso kräftigere Artigkeit entfaltet er jetzt in seiner Heimat. Für mnnlanb steht tatsächlich viel auf.dem Spiel, and der Entschluß, entweder aus der bisherigen Neutralität herauszugehen und Petersburg an- Wreifen, um sich so auf die künftige Gestaltung ^mßlands einen starken Einfluß zu sichern, oder mseite zu sichen-, wenn die Welt des nordwest- slchen -russischen Länderblocks neu verteilt wird, schwerwiegend. Indessen steht Awalow-Ber- Mndt mit feinen vorzüglichen Truppen nach wie bor ab wartend an der Düna. Wenn es gelänge, W drei Gruppen: Mannerheim, Judenitsch und Bermondt zusammenzufassen, so wäre das Schicksal Petersburgs in wenigen Tagen be= Wett, und die Bolschewiken würden so ge- tnoffen, daß sie sich kaum erholen dürften. Aber ich eint eher, daß die ausschlaggebenden Kräfte nuernd am Werke sind, eine derartige Einigung Su verhindern, damit nicht etwa deutscher Eiy- ' un der Newa zur Macht gelange. Wie Ber- uiondt bewertet wird, ist bekannt. Da man aber uuch des Generals Mannerheim nicht ganz sicher Su sein scheint denn er hat seinerzeit zwar miinlanb befreit, aber im engen Zusammenwir- mit v. der Goltz -, so läßt sich daraus fol- baß über Petersburg wohl noch lange die ^te Fahne wehen wird.

Aeich an neuen EMHMuugen.

Berlin, 11. Novbr.

Ueber das jetzt erscheinende Buch des frühe­rn Chefs des Eeneralstabes des Feldheeres, von Falkenhayn,Die Oberste Heeres- xM"g von 19141916 in ihren wichtigsten Ent- Mließungen" ist, wie dieKreuzzeitung" und CteTägliche Rundschau" mitteilen, reich an fetten Enthüllungen. Die Verschiede ruh eit uer strategischen Beurteilungen kommt veutlich zum Ausdruck und zieht sich, wie ein »iter Faden durch das ganze Buch.

Die Kriegsgefangenen in Frankreich.

Eine neue deutsche Note.

WB. Berlin, 10. Novbr.

Die deutsche Regierung hat in Paris folgende Note überreichen lassen:

Herr Präsident! Am 29. August wurde durch amtliche Veröffentlichung der Agentur Havas mitgeteilt, daß die alliierten und assoziierten Re­gierungen sich entschlossen hätten, den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Fciedensvertrages, soweit er den Rücktransport der deutschen Kriegsge­fangenen betrifft, vorzud alleren. Hinzugefügt war, daß die Vorbereitungen zum Rücktransport unverzüglich beginnen würden. Die Heimbeför­derung der in amerikanischer, belgischer, eng­lischer und italienischer Hand befindlichen Kriegsgefangenen setzte seit dieser Zeit ein. Sie hat im allgemeinen einen normalen Verlauf ge­nommen, während sich gleichzeitig, wenn auch in­folge des bestehenden Mangels an Schiffsraum nur langsam die Rückkehr der Deutschen aus der Gefangenschaft in den überseeischen Ländern vollzieht oder vorbereitet. Die französisch« Re­gierung allein versagt den deutschen Kriegsge­fangenen die Freiheit. Sie hat sich zwar auf Drängen der deutschen Regierung und die warme, einer rein menschlichen Empfindung ent­springende Fürsorge des internationalen Komi­tees vom Roten Kreuz zu der Erklärung ver­standen, daß die Heimbeförderung der Kriegsge­fangenen unmittelbar nach der Ratifikation des Friedens durch Frankreich beginnen solle. Frankreich hat ratifiziert, dec Friedenszustand für Frankreich ist durch amtliche Erklärung her- gestellt und damit der Zeitpunkt für die--

Volk auf die Rückkehr der Gefangenen, ja sogar auf eine nur annähernde Angabe über den Zeit­punkt, wann darauf gerechnet werden kann. Auf niemand können die Leiden von über 400 000 Menschen, di« zum Teil seit langen Jahren das bittere Los der Gefangenschaft tragen, ihren tiefen Eindruck verfehlen. Der zweite Winter seit dem Aufhören der Feindseligkeiten rückt mit seiner Härte und Entbehrung heran. Die in den La­gern Frankreichs zurückbleibenden Gefangenen haben ihre glücklicheren, aus amerikanischer, bel­gischer und englischer Gefangenschaft der Freiheit zurückgeführten Kameraden an sich vorbeiziehen sehen müssen, ohne selbst auch nur einen schwa­chen Ausblick auf die Stunde ihrer Befreiung zu erhalten. Das Werk der Zermürbung und Zer- mârterung an Seele und Körper ist an vielen Tausenden in den seit Abschluß des Waffenstill­standes vergangenen Monaten in täglichec Er­wartung des Friedens vollendet worden und for­dert mit jedem Tage neue Opfer. Wer sich nicht mit eigenen Augen überzeugen konnte, braucht nur die Briefe der Gefangenen zu lesen, aus denen in ergreifender Weise die endlose Qual enttäuschter Hoffnungen spricht. Man darf sich über die unheilvollen Wirkungen nicht täuschen, die diese Zurückhaltung der Gefangenen in Frank­reich für das Schicksal des deutschen Volles mit sich bringt. Die zahlreichen Vertreter Frank­reichs, die sich jetzt in Deutschland befinden und Gelegenheit haben, die Stimmung im Lande zu ermitteln, können die ftanzösische Regierung darüber nicht 'im Zweifel gelassen haben, daß weit über die Kreise der Angehörigen der Kriegs­gefangenen hinaus die im ganzen deutschen Volke herrschende Erbitterung über die Hinauszöge­rung der Heimschaffung der Kriegsgefangenen aufs Aeußeoste gestiegen ist. Das deutsche Voll kann die Haltung der französischen Regierung, die es als eine grausame Härte empfindet, nicht verstehen. Die Sorge, die Deutschland nicht zur Ruhe kommen läßt, wächst ständig, da es sich von Monat zu Monat in der Hoffnung auf die Wie­derkehr seiner Söhne getäuscht sieht. Die deutsche Regierung fürchtet diese Entwicklung umsomehr, als gleichzeitig die innere Gesundung des Volks­körpers durch schwerste wirtschaftliche Krisen in Frage gestellt ist. Ein Voll, an dessen Körper durch die Zurückhaltung der Kriegsgefangenen eine der schwersten Wunden künstlich offen ge­halten wird, vermag nach all dem Schweren, was es erdulden mußte und noch erdulden muß, in der Tat nicht mehr diese neue Belastung zu er= tragen. Sie muß unausbleiblich zu einer Läh­mung dec Kraft führen, deren das Voll nicht nur für seinen eigenen Bestand, sondern auch für seine Mitarbeit an dem gemeinsamen Wiederauf­bau der durch den Krieg zerstörten materiellen und geistigen Werte so notwendig bedarf. In der Zurückhaltung der Kriegsgefangenen, die in ihrer Folge weit über die Grenzen des Landes

hinausreicht, erblickt die deutsche Regierung eine schwere Gefahr. Sie hält es für ihre Pflicht, hierauf mit tiefstem Ernst und feierlich vor aller Welt hinzuweisen. Die deutsche Regierung muß noch auf folgendes aufmerksam- machen: Seit der Unterzeichnung des Friedensvertrages und schon vor seinem Jnkrafttteten hat sich die deutsche Re­gierung bis an die Grenzen des Möglichen be­müht, den schweren Friedensbedingungen zu ent­sprechen. Sie hat sich sogar über die Bedingun­gen hinaus. gu weitgehendem Entgegenkommen bereit gefunden, Nachdem von autorisierter fran­zösischer Seite ihr ausdrücklich versichert worden wär, daß ein solches Entgegenkommen auf die Frage der H"eimbeförderung der Kriegsgefan­genen einen günstigen Einfluß haben Werve. Mit vollen: Recht glaubt die deutsche Regierung er­warten zu können, daß die ftanzösische Regierung die Kriegsgefangenenftage, die nur noch vom Standpunkte der Menschlichkeit aus behandelt werden kann, in einem entgegenkommenden Geiste löst und die Kriegsgefangenen ohne weiteren Aufschub der Heimat wiedergibt.

Die Frage der deutschen Walula.

WB. Bern, 10. Novbr.

Wie der Berner Vertreter des Walffschen Telegraphenbureaus von einer führenden Per­sönlichkeit in Schweizer Finanzkreisen erfährt, besteht im Gegensatz zu anderslautenden Gerüch­ten in maßgebenden schweizerischen Kreisen nicht die Absicht, an einer Stützungsattion für die deutsche Valuta aktiv Anteil zu nehmen. Obwohl die Schweiz die Schwierigkeiten nicht verkennt, die der außergewöhnlich hohe Stand des Schwei­zer Franken bei einer längeren Dauer dieses un­gesunden Zustandes mit sich bringt, vertritt sie doch den Standpuntt, daß alle Versuche zur G«-- auszugehen haben und daß zunächst einmal w:M lich radikale Maßnahme erfolgen müssen, um den deutschen Notenumlauf einzuschränren. Es ver­dient in diesem Zusammenhang Erwähnung, daß die Absicht der italienischen Regierung, zur Ein­dämmung der Notenemission eine Zwangsanleiche auszuschreiben, eine sehr sympathische Aufnahme auf dem schweizerischen Geldmarkt gefunden hat. Einige deutsche Transaktionen in der letzten Zeit, in denen unter Uebertueifung von deutschen Noten Millionenftedite bei einigen Schweizer Großbanken nachgesucht wurden, haben geradezu verheerend gewirkt. Während früher etwa zechn Millionen benötigt wurden, um die deutsche Va­luta gewinnen oder verlieren zu lassen, genügen heute die kleinsten Verkäufe, um die Baiffestim^ mung zu verstärken. Da Belgien und Frankreich noch über erheblichen Besitz an deutscher Mark verfügen, wird eine Besserung des gegenwärtigen Zustandes am Schweizer Markt in absehbarer Zeit nicht erwartet, wohl aber wird angenommen, daß sich der deutsche Kurs auf einer Höhe von 1015 Centimes für die nächsten Monate halten wird. Wie wir hören, bestätigen sich die Mel­dungen, von den Schweizer Santen seien durch­weg die deutschen Kredite gekündigt worden, in dieser allgemeinen Form nicht. Die Großbanken sind entschlossen, solche Kredite, die mit Unter­stützung dec deutschen Großbanken als Bürgen durchgeführt wurden, nicht zu kündigen, so lange die Zinsen regelmäßig eingehen. Dagegen sind diejenigen'Kredite, die unter Hinterlegung beut ^#r Wertpapiere, besonders Düegsanleihen auf­genommen wurden, fast allgemein gekündigt worden.

DerBErUtterMskallKrbettsrskrsrk

DDE. Berlin, 11. November.

Die Streikleitung der Metallarbeiter berichtet über die gestrige Urabstimmung: Der Metall­arbeiterstreik geht zu Ende. Das bishettge Er­gebnis der Abstimmung läßt erwarten, daß die Arbeitsaufnahme beschlossen wird. Die Streik­leitungen sind ermächtigt, in allen Betrieben die zur Wiederaufnahme der Arbeit nötigen Vor­arbeiten (Heizer-, Maschinisten- sowie sonstigen Notstandsarbeiten) 'sofort vornehmen zu lassen.

Eupen und Malmeöy.

--- Paris, 11. November.

Der Oberste Rat stimmte dem Entwurf der Antwort auf die deutsche Note bett. Eupen und Malnredy, wo die Deutschen ein Plebiszit durch- geführt haben, zu; die Antwort wird ablehnend sein.

Die innere Lage der Türkei.

WB. Konstantinopel, 11. November.

Dem Berliner Lokalanzeiger wird gemeldet, daß die innere Lage der Türkei sehr ernst ist. Ein Staatsstreich zum Sturze des Sultans ist aufgedeckt und vereitelt wordrs.

Die Gemeinderatswahlen in Oberschlesien.

Berlin, 11. Novbr.

Die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen in Oberschlefièn liegen noch nicht vollständig vor. Jedoch läßt sich schon jetzt eine starke Ein­buße der Mehrheitssozialisten fest­stellen. Gegenüber den Wahlen zur National­versammlung haben die Mehrheitssozialiften 70 pCt. Stimmen verloren. Das Zentrum hat etwas gewonnen. Die Deutsch-Demottaten sind sich ungefähr gleich geblieben. Die Verluste der Mehrheitssozialiften sind zum geringeren Teile den Deutsch-Nationalen, überwiegend aber den Unabhängigen zu Gute gekommen. Die Polen haben fast überall, wie dieDeutsche Allgem. Zeitung" mitteilt, an Stimmen gewonnen, je­doch nach vorläufiger Schätzung nicht mehr als 35 pEt. Nach dem Ausgang der Wahlen, sagt das genannte Blatt, ist hinsichtlich der Zukunft Oberschlesiens Pessimismus nicht am Platze. Von großer Bedeutung bei der Volksabstimmung wird die Haltung der Unabhängigen sein. Wäh­rend früher ihre Stellung in nationaler Be­ziehung schwcnflend war, läßt sich in neuerer Zeit eine stärkere Hinneigung zu Deutschland bei den Unabhängigen feststellen.

DDE. Berlin, 11. Novbr.

Zu den Oberschlesischen Gemeinderatswahlen schreibt dasBerliner Tageblatt": Zum ersten Male trat die eigentliche polnische National- Partei in den Vordergrund. Sie konnte überall einen namhaften Gewinn verzeichnen, besonders auf dem Lande, wo sie überall eine über­wältigende Mehrheit errang und die deutschen Patteien zumeist infolge ihrer großen Zersplit­terung in das Hintertreffen drängte. Im Großen mit) Linsen kann gejagt werde«, sas gui dem, Lande die Polen 75 Prozent der Mandate auf sich vereinigt haben, in den Städten dagegen 60 Prozent Deutsche und 40 Prozent Polen zu verzeichnen sind.

DDE. Paris, 11. Novbr. (Telegr.)

Der Oberste Rat behandelte Frage der oberschlesischen Gemeinderatswahlen, die unter der Leitung deutscher Behörden statt­gefunden haben. Da diese Wahlen, nach An­sicht des Obersten Rates im Widerspruch mit der Freiheit der Volksabstimmung stehen, ent­schied er, daß sie annulliert werden müssen.

Dèe Ernte im Osten.

Berlin, 11. November.

Ueber die dftsjähnge Ernte im Osten be» richtet von Oldenburg-Ianuschau imLokal­anzeiger": Der erste Schnitt der Futterernte ist größtenteils verfault. Die (Setreibeernte hat sich um drei Wochen verspätet, ist aber be­friedigend. Die Ernte der Hackfrüchte, die, was die Kartoffeln anlangt, doch noch eine Mittel­ernte gewesen wäre, ist etwa zur Hälfte beendet. Der jetzt eingetretene starke Frost, hat die noch in der Erde befindlichen Kartoyeln sfr schwer geschädigt, daß ihr Wett für die menschliche Ernährung nicht mehr in Frage kommt. Die Kartoffeln sind, falls ihre Emte überhaupt noch möglich ist, in Fabriken bei schneller Ver­arbeitung noch zu retten. Es ist dazu erforderlich, daß sofott die Brennerlaubnis auf die Ver­arbeitung erfrorener Kartoffeln ausgedehnt wird. Es geht sonst nicht nur Spiritus, sondern was noch mehr sagen will, die Schlempe und dadurch Fleisch und Milch verloren.

v. Mackensens Freigabe.

DDE. Paris, 11. November.

Der Oberste Rat hat in seiner gestrigen Sitzung seine Vettreter ermächtigt, Generalfeld. marschall von Mackensen, der sich zur Zeit in Saloniki befindet, in Berücksichtigmrg seines hohen Alters und seines Gesundheitszustandes sofott freizugeben und ihm die Heimreise zu ermöglichen.

Ein Appell an -en Völkerbund.

--- Paris, 11. November. (Telegramm.)

Der Oberste Rat ist übereingekommen, an den Völkerbund zu seiner ersten Sitzung den dringenden Appell zu richten, alle Möglichkeiten zu erwägen, um die Situation zu klären, big entsteht angesichts der Verzögerung bei Ratifikation des Friedensvettrages durch Amerika.