<?r«rückongsgebübr:Dis8gesp.Kolonelzeileod. beten Raum 40 Mg., die 4gesv. Zeile i. Reklame» ^ril ISO Mk.. 25°/o Teueruuaszusch!. Offertgebühr 25 0. Bezugspreis:Ni erteljährli ch 4.20 Pik.. Donati. 1.40 Mk.. für Postbezug Vierteljahr!. 4.20 «?crL monatl. 1.40 Mk. Die Nummer 10 Pfg.
PoÄLeck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
General-Anzeiger
AnMchss Organ für SkaSk- und Landkreis Kanan
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags
ES
M. 261
Freilag den 7. November
1919
Der FrieHensleichKEM.
In den Ententeländem und insbesondere in Frankreich geht heute dasselbe vor sich, was wir in Deutschland während des Krieges erlebten 7 die Friedensgesinnung ringt mit dem Militaris- nms, und der Militarismus ist in den allermeisten Fällen Sieger. Wir haben das jetzt wieder von neuem erlebt. Die deutsche Friedensdelegation hat in Paris vom Obersten Rat eine Note erhalten, in der mitgeteilt wird, daß die Ratifizierung des Friedens in einem Protokoll nun festgelegt werben kann. Es wäre also bet Tag nicht fern, an dem der Friedenszustand effeftto mürbe. Da will man denn zum letzten Molle noch alle die Mittel anwenden, die den Feinden durch den Druck des Waffenstillstandes M Verfügung stehen. Was neulich die franzö- K Blätter andeuteten, hat seine Bestätigung
: überreichten Note gefunden. Die Entente behauptet, daß wir alle Bedingungen des Waffenstillstandes noch nicht erfüllt hätten und nimmt uns deshalb in Strafe. Wir sollen fünf leichte Kreuzer und 400 000 Tonnen an schwimmenden Docks, Kränen, Schleppern und Baggern obgeben. Das bedeutet also, daß wir die paar Skiffe, die wir noch haben, noch abgeben müssen »nd daß wir dadurch nicht mehr in der Lage find, uns ein ungefährdetes Fahrwaffer an der Küste und an den Flußmündungen zu erhalten. Auch aus der anderen Forderung, der Abgabe von Docks, ist der Pfewefuß nur allzu deutlich sichtbar. Wir sollen nicht in der Lage sein, miete Handelsflotte wieder aufzubauen. Man will uns außerdem die Verdienstmöglichkeit dadurch nehmen, daß die ausländischen Schiffe keine Gelegenheit mehr haben, bei uns zu docken. Bezeichnend für den Geist der Friedensgesin- wg, der ile ,^ iL^.LUlh diese. Stimmung, daß die Besatzung der in Scapä Flow versenkten Schiffe als Geiseln solange zurückbehalten werden sollen, bis wir unseren vormögensrechtlichen Verpflichtungen nachge- kommen sind. Außerdem wird ein Ersatz für die versenkten Schiffe gefordert. Diese Forderung wird als Wiedergutmachung aufgemacht. Darunter versteht der Friedensvertrag nur einen Ersatz von Schäden, die ' m feindlichen Ländern im Kriege zugefügt worden sind. Das ist aber bei der Versenkung der Schiffe keineswegs der Fall, denn diese Waffenstillftandsforderung bezweckt ja nichts anderes, als Deutschland zur vee wehlos zu machen. Eine Verewigung des Kriegszustandes bedeutet auch die angedrohte Zwangsmaßnahme, daß Foch jederzeit den Vormarsch über den Rhein antreten kann. Die Reichsregierung hat zur Stunde noch keine Stellung zu dieser neuesten Vergewaltigung der Entente genommen, die Bevölkerung erwartet aber, daß sie würdige Worte findet, um die unberechtigten Vorwürfe und die unberechtigten Forderungen abzulehnen. Wenn das der Friede Mn soll, den wir zu erwarten haben, dann bleibt uns allerdings nichts mehr zu hoffen.
Hoffnungen r
«- Berlin, 7. November.
2n Tondern führte der Reichskanzler auf änem Essen, das ihm zu Ehren veranstaltet morden war, der „Deutschen AllgemsmenZeitung" zufolge u. a. aus: Diejenigen Bevölkerungskreise, m national strittigen Grenzgebieten wohnen, haben wohl eine zwar schwierige, aber auch äußerst dankbare Aufgabe zu erfüllen. Sie sind "je Vorkämpfer des Deutschtums. Wir haben emen so überaus harten Friedensvertrag unter- «ichrerben müssen. Ich lebe der Hoffnung, daß 65 uns gelingen werde, eine wesentliche Aende- Ulng herbeizuführen. Je mehr die Atmosphäre
Krieges weicht und wir wieder in Friedens- oorhältnisse kommen, um so größer wird dann wieder bie Aussicht, daß die Arbeitssamkeit des putschen Volkes uns wieder emporbringt. Wenn M'-r wieder wie ein Mann zusammenstehen, werden wir der Welt zeigen, daß Deutschland ^besiegbar, wirtschaftlich nicht geknechtet werden
Gegen Aeberraschrmgen geschützt.
--- Berlin, 7/ Novbr. (Telegr.)
„ Die „Deutsche Allg. Ztg." schreibt: Die besonnene .^iserung kann sicher sein, daß eine wirkliche Ge- Wr, die uns eine Wiederholung der Märztage bringen “»to, ausgeschlossen ist. Gegen Überraschungen, wie " von wenigen staatsfeindlichen Elementen geplant "urdc, sind wir geschützt.
Ablehnung ösr Akkord-Ardsit.
— Ber/in, 7. Novbr. (Telègr.)
«n^fm „Lokalanzeiger" .zufolge, ist auf den Kieler -uvrftcn die Einführung der Akkordzeit mit 7745 gegen
Stimmen abaclebnt worden.
Parlamentarischer
Antersuchungsausschuß.
WB. Berlin, 6. Novembr.
In seinen Darlegungen über den U-Bootkrieg wie» Admiral Koch darauf hin, daß durch das U-Boot zum ersten Mal die Möglichkeit gegeben war, ohne Besitz der Seeherrschaft die Aft an die englische Seehcrrschast zu legen. Im Herbst 1916 war es immer klarer geworden. daß die physischen und wirtschaftlichen Hilfsmittel Deutschlands und vor allem der Bundesgenossen Deutschlands, binnen absetzbarer Zeit zur Neige gehen würden im Erschöpfungskrieg und der Hungerblockade. Es blieb also nur die Wahl zwischen zwei Mitteln, wovon das eine der sichere Untergang war. Admiral v. Holtzendorff war der Ansicht, daß der Krieg auf dem Lande nicht mehr gewonnen werden könne. Außerdem verlangt die Oberste Heeresleitung die Unterstützung durch die Marine. Ans die Frage des Vorsitzenden, ob auch die Oberste Heeresleitung darüber orientiert war, daß das Wilsonsche Friedensangebot von Deutschland angeregt worden war und ob sie dauernd auf dem Laufenden gehalten wurde, verwies der frühere Reichskanzler von Bethmann Hollweg auf ein Telegramm der Kaisers rom 1. 10. 1916: Graf Bernstoff ist auf persönlichen Befthl Sr. Majestät des Kaisers angewiesen, Wilson zum Erlaß einer Friedensappells zu veranlassen.
Aus den Akten wird sestgestellt, daß nicht nur Hindenburg, sondern auch Ludendorff unterrichtet waren. Das Telegramm Ludendorff» vom 25. Dezember 1916 besagt, daß trotz aller Friedensschalmaien der Krieg mit allen Mitteln fortgesetzt werde. V. Bethmann Hollweg erklärte ergänzend, daß die Skepsis der Oberste« Heeresleitung in der Politik Wil'onS ungeheuer war und so sich das Lndendorffsche Telegramm, erklär». Nach der Vereidigung Helfferichs wird von Admiral v. Capelle darauf erwiesen, raß eine genaue Angabe über die Zahl der zur Verfügung stehenden U-Boote für alle, die nicht mitten drin standen, außerordentlich schwierig war, da wir bis zu zehn Typen gehabt hätten, solche die für den Torpedokrieg und solche, die für den Minenkrieg bestimmt gewesen seien. Dr. Sinz- hemrer ireuie fest, daß nach den Akten Bethuiaun Hollweg monatelang kämpfen mußte, um eine zweifelsfreie Auskunft über die U-Bootstärke in bekommen. Admiral Holtzendorff stand auf dem Standpunkt, dazu sei er nicht verpflichtet. Ueber die Wirkung des U-Bsotkrie- geS führte Admiral Koch noch aus: Holtzendorff war zu der Ueberzeugung gelangt, daß der U-Bootkrieg England in fünf Monaten niederzwingen würde. Wir hofften auch auf physische und moralische Wirkungen des U-Bsotkrieges. Die U-Boote haben uns nicht im Stich gelassen. Sie haben mehr versenkt, als wir berechnet hatten. Auch wirkungsloS'war der U-Bootkrieg nicht, da nach dreimonatiger Miner Admiral Sims zu Jellicoe sagte: Deutschland würde den Krieg gewinnen. Die englischen Schiffsverluße waren viermal so groß, als die englische Presse sie meldeten.' Abschließend bemerkt Admiral Koch, daß seitens der Admiralstabes die militärische Bedeutung bei Krieges mit Amerika niemals unterschätzt worden sei. Abg. Dr. Cohn verweist auf die englischen Angaben, wonach'die Ziffer der transportierten amerikanischen Mannschaften 1800 000 gewesen sei. V. Capelle: Seitens der See- kriegsleitung wurde immer die Ansicht vertreten, daß der rücksichslose U-Bootkrieg innerhalb fünf oder sechs Monaten die Beendigung des Kriege» herbeiführen werde. Dieser Gedanke zietzt^sich wie ein roter Faden durch alle Denkschriften und Aeußerungen, auch durch die Verhandlungen im Hauptausschuß. Forschung der Vernehnutng am Freftag.
Der Suftschiffverkehr.
— Berlin, 7. Novbr. (Telegr.)
DaS Lufschiff „Bodensee" hat gestern große Postsendungen nach Süddeutschland mit an Bord genommen. Heute werde» von Berlin Postsendungen nach Breslau, Leipzig und Warnemünde abgehen.
Revslulisn in Aegypken.
--- Berlin, 7. November. (Telegramm.)
Einer Genfer Meldung des „Lokalanzeigers" zufolge ist nach einem Bericht des ägyptischen Nationalkomitces in Aegypten die Revolution ausgebrochen. 9(m6 allen Teilen Aegyptens kommen Nachrichten, daß der Kampf gegen die Engländer im Gange sei. Vorläufig soll eine nationalistische ägyptische Regierung gebildet werden.
Die Kriegserinnerungen des Admirals Scheer.
Die Kriegsliteratur wächst noch weiter an. Binnen kurzem werden die Erlebnisse des Admirals Scheer im Weltkriege im Verlage August Schetzl E. m. b. H. Berlin erscheinen. Der Sieger vom Skagerak wird von der Warte des militärischen Führers aus eine umfassende Darstellung der Kämpfe unserer Hochseeflotte geben, in der die Slagerak-Schlacht und der ll-Vootkrieg die Höhepunkte bilden. Die Nieder- chrift des Admirals Scheer war schon vor Er- cheinen der Tirpitz-Erinnerungen vollendet, ist also von diesen unabhängig,
Die Gröroffelung Ser deutschen Kanöelsschèffahrk.
ddp. Bremsn, 7. November.
Generaldirektor Heinecken äußerte sich in der Wasserzeitung über die neuen Forderungen der Entente folgendermaßen: Die verlangte Ablieferung von Schwimmdocks, Krähnen, Schleppem und Baggern in der Eesamthöhe von 400 000 Tonnen ist ein neues Glied in der beabsichtigten systematischen Erdrosselung der deutschen Handelsschiffahrt. Mangels der nötigen Bagger werden die Hafen und Schiffahrtswege, insbesondere die Weser, rettungslos versanden. Durch die Ablieferung der Schwimmdocks und Krähne wird uns die Möglichkeit zur Vornahme der nötigen Reparaturen auf das Schwerste gefährdet. Durch die Wegnahme der Schlepper wird unsere heute in bedeutendem Maße auf dem Wasterwege erfolgende Lebensmittel- und Kohlenversorgung auf das Empfindlichste bedroht.
Die Bewegung Her Mâlr- ardetter.
- -- Berlin, 7. November. (Telegramm.)
Der Reichsarbeitsminister hat die Metallarbeiter und die Arbeitgeber zu einer neuen Besprechung eingeladen. Es dürste sich heute entscheiden, ob die beider- sestigen Orgenisationen der Einladung folgen werden.
Das Allimalum der Saarbsrgleukè.
D DP. Karlsruhe, 7. November.
Die Saarbergleute haben sich bereit erklärt, Ueberschichten zur Förderung von Kohlen zu verfahren, die zur Steuerung der großen Kartoffelnot im Saargebiet als Austausch gegen Gridin im unbesetztem Gebiet Verwendung finden sollen. Diesen Vorschlag der Saarbergleute lehnte General Audlauet unter Hinweis auf das alleinige Recht Frankreichs auf Saar- kohlen rundweg ab. Nunmehr haben die Arbeiterorganisationen General Audlauer ein Ultimatum überreicht, die Abfuhr von Saarkohle zu genehmigen, andernfalls ein allgemeiner Generalstreik unvermeidlich wäre.
Der Ausstand im Siegertand beendet.
= Köln, 7. Novbr. (Telegr.)
Laut Zeitungsberichten kann der Ausstand im Siegerland als beendigt angesehen werden, nachdem ReichSwehrtruppen zum Schutze der Arbeitswilligen eingerückt sind und die Durchführung der Notstandsarbeiten gesichert ist.
Der Kampf mit den Bergarbeitern.
- -- Haag, 7. November. (Telegramm.)
Die Blätter melden aus Newyork, daß die Regierung sich auf einen langen Kampf mit den Bergarbeitern vorbereite.
Mik Volldampf in die A-BootZvne
- .- Berlin, 7. Novbr. (Telegr.)
Nach einer Meldung des „Lokalanzeigers" erfährt die „Newyork.Times" aus Londoner parlamentarischen Kreisen, daß der Kapitän der „Lusitania" zugegeben habe, daß er entgegen dem vom Ädmiralstab erhaltenen Befehle, im ZickzaÄurse zu fahren, mit Volldampf in die U-Bootzone gefahren sei. *
Elemenceaus Abstecher nachKehl.
DDP. Genf, 7. Novbr.
Von Straßburg aus hat Clemenceau einen kurzen Abstecher nach Kehl gemacht, hat also deutschen Boden betreten. Clemenceau ist bei dieser Gelegenheit von deutschen Behörden begrüßt worden. Die Begegnung soll französischen Gerüchten zufolge, sehr korrekt verlaufen sein. Am Rheinuser stand der Landrat mit zwei Sekretären mit dem Hut in der Hand. Als Clemenceau die drei Herren erblickte,' trat er ans sie zu. Er zögerte einen Augenblick, dann streckte er dem Landrat die Hand hin. Als Clemenceau im Automobil durch Kehl fuhr, war die Stadt wie ausgestorben. Alle Einivohner hatten sich in die Häuser zurückgezogen und auch in den anliegenden Dörfern zeigte sich niemand. Einige Plakate mit der Inschrift „Willkommen" erregten Clemenceau» Aufmerksamkeit. Aber man belehrte ihn, daß dieser Gruß nicht ihm gelte, sondern den hcimkchrenden Kriegsgefangenen. .
Um Petersburg.
— Berlin, 7. Novbr. (Telegr.)
Nach Berichten aus Petersburg hat Trotzki einen Tagesbefehl erlassen, wonach der Feind aus der Umgebung der Hauptstadt vertrieben sei.
Bükkreife des Königs Alfons.
- -- London, 7. November. (Telegramm.)
König Alfons von Spanien ist über Paris nach Madrid abgereist.
Preußische Landesversammlmrg.
(Sitzung vom 6. November.)
Am Ministertisch: Kmmniffare. — Präsident Lei« 'n e r t eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 20 Min. — Die 2. Beratung des Gesetzentwurfs 4m Erweiterung der Selbständigkeitsrechte der Provinziakverbände wird fortgesetzt. — Abg. Hoetzch (Deutsch-natl.): Aus nationalen Gründen lehnen wir die Vorlage ab. Sie ist der Anfang vom Ende des preußischen StaateS. Wefln die Vorlage ans Oberschlesien beschränkt geblieben wäre, wären wir bereit gewesen, den Entwurf auzunehmen. — Unterstaatssekretär Freu«d: Im Ausschuß haben die Deutschnationâlen eine ganz andere Haltung zu dieser Vorlage eingenommen. Es handelt sich bei diesem Entwurf um die Sicherung nach oben nub unten. — Abg. Leidig (D. Vp.): Die Mehrheit des Hauses hat anscheinend die Bedeutung dieser Vorlage noch nicht erkannt. Wir sind Freunde der Selbstverwaltung, aber ihr Ausbau fiubet ihr Ende darin, daß das Staatsgefüge nicht gelockert wird. Wir sind bereit, die Vorlage des Ausschuffes auzunehmen, darüber hinaus werden wir nicht gehen. Insbesondere verwerfen wir die Seldstverwaltungsbciräte. DaS wäre das Ende der Einheit des deutschen Volkes. — Abg. Hennig (Uuabh.): Dieses Gesetz wird Unruhe in den Provinzen schaffen. Wir lehnen eS ab. Wir wollen ein einheitliches Preußen, aber Selbstverwaltung auf demokratischer, sozialer Grundlage, vor allem auch in den Gemeinden. — Abg. Neggenberg (Dem.): Der Zentrumsantrag, der die Beiräte wieder einfügen will, ist für uns unannehmbar. Mit Festigkeit wird die Reichsregierung mehr erreichen, als wenn sie allen Versuchen der Lockerung nachgibt. — Der Zentrumsautrag auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage dahin, daß die Provinzialverwaltungen die Zulassung anderer Amtssprachen neben der deMschen in gemischtsprachlichen Landesteilen genehmigen können, wird angenommen, ebenso der Antrag auf Wiedereinführung der Beiräte, mit der Maßgabe, daß sie in grundsätzlichen Fragen gutachtlich zu hören sind. Im übrigen bleibt es bei den Beschlüffen des Ausschusses. — Die Vorlage betr. die Amtsdauer der Handels- kammermitglleder wird angenommen. — Es folgt die 2. Beratung des Gesetzes betr. Lj- LüLlWWLifficrnu^ des Charlottenburger Wasserwerkes. Abg. Bruß (gj beantragt im Hinblick auf das kommende ReichS- kommunalisicmngsgesetz die Absetzung. — Abg. H e i b mann (Soz.) widerspricht, da nach seinen Informationen mit der Einbringung des Reichskommunali- siemngsgesetzes in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. — Berichterstatter Dr. T e w c r s (Z.): Die Vorlage ermächtigt den Minister des Innern, die Aktien des Charlottenburger Wasserwerkes den Aktionären gegen Entschädigung zu entziehen. — Abg. Kloos (Dents<^natl.): Nach meiner Auffassung steht es im Widerspruch mit der Reichsverfassuug, wenn die Lau- desversammlung dieses Gesetz verabschiedet. Die Vorwürfe der Rechtssozialisten, daß Dr. Rosenfeld als Vorsitzender b$ Ausschusses die Erledigung der Vorlage verschleppt habe, kann ich als berechtigt nicht anerkennen. (Hört, hört, bei den.Unabhängigen.) — Freitag 12 Uhr: Fortsetzung; zuerst Anfragen.
Kleine Nachrichlen.
Schluff der Verleihung von KriegsanSzeich- mmgen für den FeldMg 1914/19. ,1. Nach den Meldungen dec Aüwickeluugsämter der Armeekorps usw. sind die seit 8 Monaten im Gange befindlichen .Nachverleihungen Eiserner Kreuze nunmehr im allgemeinen durch geführt. Infolgedessen wird hierdurch als Schlußtermin für die Eindeichung von Auszeichnungsvorfchlägen und -Anträgen für die Armee der 30. November 1919 festgesetzt. Alle bis einschließlich 30. November 1919 bei den militärischen Dienststellen und Behörden eingehenden Anträge und Vorschläge sind nach den bisherigen Bestimmungen noch zu ergiebigen. Zum 1. Februar 1920 teilen die Abwicke- lungSämtec und Befehlsstellen ‘ der Armeekorps sowie die Wehrkreiskommandos und die beteiligten Reichswehr-Gruppenkommandos dem Reichswehrministerium (Personalamt) mit, daß diese Restverleihungen sämtlich durch geführt sind. Ber- leihungsauträg« jeder Ari, die nicht rechtzeitig zum 30. November 1919 eingereicht werden oder aus irgendwelchen besonderen Gründen erst nach diesem Tage bei den Dienststellen ringchen, können grundsätzlich keine Berücksichtigung mehr finden. Antwort darauf wird nicht erteilt. 2. Von den Feststellungen in Ziffer 1 werden: a) auch betroffen die bis 1. August 1919 aus unverschuldeter Kriegsgefangenschaft und der Internierung oder sonst aus dem Auslande zurückgekebrten Kriegsteilnehmer, b) nicht betroffen, diejenigen dieser Heeresangehörigen, die erst nach dem 31. Juli 1919 in die Heimat zurückgekehrt sind. An diese findet die Verleihung des Eisernen Kreuzes wie bisher je nach der Rückkehr statt, sobald die Zustimmung des letzten Feldtcuppenteils der ein-' zelnen Heeeresangehörigm vorliegt. Drei Monate nach Eintreffen des letzten Transports in der Heimat ist jedoch auch für diese Kriegsgefangenen usw. Schluß für die Beantragung des Eisernen Kreuzes nach Ziffer 1. Die Bekanntgabe des Eintreffetages des letzten Kriegsgefangenen, transparts bleibt Vorbehalten. 3. Wegen Verleihung des VerdienstkreureS für Krieashilfe und