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Germal-Mzeiger

AurWches Organ für SisSl- ans LanSLrsis Sam»

Erschein! täglich mit Ausnahme der-Sonn- und Feiertags

Derlagsleitung: Ad. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil G. Schrecker' für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle tn Sanou a. M.

Rotationsdruckd.Walsenhausbuchdruckerei Hanan Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

Nr. 260

Donnerstag den 6. November

Mak öie WerkehrsMerre wOg ?

Es hieße Vogel Strauß-Politik treiben, wenn ntan leugnen wollte, daß die für die Zeit vom j. bis zum 15. d. Mts. angeordnete Stillegung des Pwsonenverkehrs in dem gesamten Gebiet der Reichsersenbahnen in der öffentlichen Mei- Eg und in der ganzen Bevölkerung lebhafte Mißstimmung und schärfste Kritik hervorgerufen hat. Ein Teil der Beschwerden wird u. a. des­halb erhoben, weil diese einschneidende Matz-- na^rne nicht rechzeitig genug angekündigt worden ist, damit sich die Bevölkerung und der Wirt- sHafisverkehr beizeiten darauf einrichten konnten. Nach wenn man aunehmev muß, daß der Ent­schluß der Regierung erst nach reiflichster Ueber- legung und unter unmittelbarstem Druck gefaßt worden ist, läßt sich denken, daß man schon früh* Mg von den gehegten Absichten hätte sprechen Men Statt dessen ist die Verordnung sozu­sagen über Nacht über die Bevölkerung herein- gebwchen und die erwartete Mißstimmung noch Ker das sowieso schon gegebene Maß gesteigert worden. Es kann mm kaum zu irgendwelchen fostjiven Ergebnissen führen, wenn man nach- träglich Betrachtungen darüber «»stellt, ob eine vorherige AnWndigung am den zweifellos schwer­wiegenden Folgen des Regterungserlafles irgend etwas geändert und gewildert hätte. Man kann das sogar nrkt gutem Grund einigermaßen be­zweifeln, mck jâufccklS wird dadurch die Tat­sache nicht beeinträchtigt, daß der Entschluß der Regierung durch die Sachlage unumgänglich or- zymrgen! wurde. Der preußische Eisenbahn- miwister Oeser hat sich einem Pressevertreter gegenüber dahin ausgesprochen, daß weitere starke Einschränkungen b^ Eisenbahnverkehrs seit langem zu erwarten gewesen seien und daß MN die VtrkehrTsperre restlos durchzuführen be- WMcge. Selbst wenn Steifen deutscher oder ausländischer Missionen und von RegierungS- bertretern nötig wären, so wird man höchstens irgend einen Eilgüterzug anhängen. Dagegen sollen die Transporte von Kriegsgefangenen und Nüchklingen aus dem Osten keine Einschränkun­gen erfahre«, und das wird dann also dieein­zige Milderung" sein. Herr Oeser verwies dann ober mit größtem Nachdruck auf die tatsächlichen Ursachen der Sperre und setzte dabei arks einan­der, daß der unmittelbarste Nutzen der Still­legung zunächst in einer Steigerung des Güter­deckehrs zur sicheren Durchführung der infolge der Getreideversorgung bisher gefährlich zurück­gebliebenen Kcrckoffrkversorguag bestehen würde. Ferner würden endlich die auf den Halden auf- gespeicherten Kohlenvorräte abgefahren und drittens die Eifenbahndirektionen in der Zwi- ichmzeit mit brauchbarer Kohle versorgt werden können. Der Minister hat dabei aber den eigent­lichen und entschekdenden Hauptgrund noch nicht genannt, der aber leider nun einmal be- W: die Regierung hat geglaubt, das Risiko mrr zeitlichen Stillegung laufen zu müssen, um kurz vor dem schwersten aller Winter den völligen Älammmbruch unseres Verkchrslebens zu ver­meiden.

-spreche« offen von dem nun politisch gewordenen Kampfe.

Das deutsche Volk will Frieden, Ruhe, Ordnung und Brot. ES weiß, daß die Arbeit dieser Tag« keinen Aufschub duldet und es wird sich in seiner überwiegen­den Mehrheit gegen Elemente wehre», die eS noch tiefer ins Unglück stürzen.

Wir sind verantwortlich für Leben und Gesundheit von 60 Millionen Deutschen. Wir werden sie mit Aufbietung aller Kraft stützen.

Volksgenossen! Steht unS in diesen schweren Tagenzur Seite. ES geht um Euch, um Eure Frauen und Kinder.

Berlin, 5. November.

Die Reichsregierunz: Bauer, Schiffer, Dr. Bell, Dr. David, Erzberger, Dr.

Geßler, Giesberts, Koch, Dr. Mayer, Müller, Noske, Schlicke, Schmidt.

Die preußische Regierung: Hirsch, Braun, Fischbeck, Hänisch, Heine, Oeser, Stegerwald, Dr. Südekum, Am Zehnhoff.

Aeußerungen Berliner Blätter.

Berlin, 6. Novbr.

Der von der Reichsregrerung und der preußischen Regierung erlassene Aufruf' an die Volksgenossen, ihr in diesen schweren Tagen zur Seite zu stehen, wird von den Blättern unterstützt. DieMorgenpost" spricht von einem Vorgehen der Radikalen, das die schärfsten Gegenmaßnahmen geboten erscheinen läßt. Die .Bossische Zeitung" sagt, in dem Aufruf gegen die Generalstreikshetzer werde die Gefahr zutreffend geschildert, die dem deutschen Volke drohe. Die Zuspitzung der Tage, so schreibt der Lokalanzeiger", kann die Regierung zwingen, von ihren Machtmitteln denjenigen Gebrauch zu machen, der vielleicht noch allein das Aeußerste verhütet. Der MetaLarbeiterstreik ist von den Führern absichtlich w lange hingezogen worden, um für eine Wiederholung der Novemberereignisse des Vorjahres den Boden zu bereiten. Gegen Volksgenossen, deren Verblendung so groß ist, daß ihnen Leben und Gesundheit ihrer Mit­bürger gerade gut genug ist, um als Objekt ihrer politischen Leidenschaft zu dienen, muß bie Staats­gewalt mit rücksichtsloser Entschlossenheit vorgehen, wenn sie sich nicht mitschuldig machen will an dem, was sonst unweigerlich kommen würde. In der Deutschen Allgem. Ztg." wird gesagt: An der ernsten Absicht, für nichts alles aufs Spiel zu setzen, be­steht nicht der geringste Zweifel. ES besteht aber auch nicht der geringste Zweifel, daß der Neichswehrmmister seinen Anordnungen die gewollte Wirkung zu ver­schaffen wissen wird.

Die GeMSrUchNftskommMsn unö -er Generalstreik.

--- Veâin, 6. November.

Die gestern tagende Plenarversammlung der Berliner Eewerkschaftskommission lehnte den Generalstreik mit 66 gegen 66 Stimmen ab. Dagegen gelangte ein Antrag Schmidt zur An­nahme, wonach der Ausschuß der Gewerkschasts- kommission beauftragt wird, mit deck maß­gebenden Behörden zu verhandeln, um, die Maßregelung der bisherigen Betriebs- vertrausnsleute rückgängig zu machen.

FaLKenhayn Über seine Tätigkeit.

DDP. Berlin, 6. Novbr.

Der ehemalige Eensralstabsschef Falken­hayn hat ein Schreiben an dasBerl. Tgbl." gerichtet, in dem es heißt: Zu dem Artikel des Herrn Theodor Wolff ersuche ich auf Grund des Preßgesetzes um Aufnahme folgender, Berich­tigungen: Die Behauptung, daß ich mich nach der Marneschlacht als Retter offeriert hätte, ist falsch. Ich bin ohne jede Anregung und ohne irgendwelches Zutun meinerseits in das Amt des Chefs des Eeneralstabs des Feldheeres be­rufen worden. Die Behauptung, daß nach der Marneschlacht keine Hilfe für die zurück­flutenden deutschen Truppen aus dem Elsaß ge­holt worden sei, ist, soweit meine Arntszeit in Betracht kommt, falsch. Die Bchauptung, daß die Schlacht von mir nicht wieder ausgenommen wäre, ist falsch. Einer der ersten Befehle, die ich nach meinem Amtsantritt erließ, war der Angriffsbefehl für die ganze Front westlich der Argonnen. Die Behauptung, .daß bei Pp ern die Truppen ohne Zweck und Ziel in das Mord­loch hineingeworfen wurden, ist falsch. Zweck und Ziel des Einsatzes der jungen Truppen war zunächst die Verteilung des großen Umfassungs­manövers der Feinde. Die Behauptung, daß auch der Kaiser bei irgend einer Gelegenheit im Sommer 1915 nach einem Vortrag meiner­seits für den Durchbruch in Richtung auf War­schau entschieden habe, ist falsch. Eine Opera­tion dieser Art ist nie in Betracht gekomnren. Sie folgte erheblich später. Von den tatsäch­lichen Angaben des Sirtitels ist, soweit es mich betrifft, nichts zutreffend.

AN Attfz-Ztf KN öas Dsutsche Wslk.

WB. Berlin, 5. Novembr.

Die NeichSregierimg und die preußische Regierung lassen folgenden Aufruf:

Volk sg enossen!

Sin v-ernicht en der Streik soll gegen Euch fiführt werden! Wir hatten dem Lande das lchivere Opfer der zeitweiligen Einstellung deS gesam- ik« Personenverkehrs auferlegen müssen, um im letzten Augenblick Kartoffeln mrd Kohlen in die ^âdte zu bringen. Diese für Zehntausende von Ein- ielexistenzen außerordentliche harte Anordnung mußte getroffen werden, um das Gespenst des HuugerS, der Eâltc und der Arbeitslosigkeit fernzuhalten. Bie kann ^ur zum Erfolg führ«!, wenn alle Kräfte angespannt werden, um die freiwerdenden Transportmittel auch möglichst bis zum letzten auSzunutzen.

Um diesen Erfolg soll das deutsche Volk betrogen werden. Gerade jetzt wird zum politischen. Generalstreik aufgerufen. Ein Anschlag auf ^en und Gesundheit wird damit geschiedet, in seinen Folgen so verhängnisvoll, daß die gesamte Bevölker­tes ihm. in einheitlicher Front den entschiedensten Widerstand entgegensetzen muß.

Der Kampf der Metallarbeiter ist, soweit er ein wirtschaftlicher Kampf war, durch Verhandlungen so 8*1 wie gegenstandslos geworden. Trotzdem soll weiter- ückämpft werden. So diktiert es eine zum Aenßersten breite Minderheit, an ihrer Spitze die von den Radi­kalen beherrschte Fünfzehner-Kommission und der un= Mänoia - k»«mu»istitLe Rumvi -Vollruasrat. Lie

1919

3aBMMMmMÜäiiäw.aMB»&a^^ sliefern, Zerstörung des deutschen Unterseebootes U. C. 48" im Seeraum von Ferrol auf Befehl eines deutschem Kommandanten und Zerstörung gewisser Unterseeboote in der Nordsee, die zwecks Ablieferung auf dem Wege nach England waren.

6. Entgegen der Verpflichtung, die von den alliiec-

Dse neue Enlente-Erpreffernote

W,. Berlin, 5. Nov.

Herr Clemenceau hat der deutschen Re­gierung am 3. November eine Note übersandt, in der er sie auffordert, nachdem die Vorbedingungen erfüllt seien, einen zur Unterzeichnung deS Protokolls über die Niederlegung der Ratifikationen bevollmächtigten Vertreter an den dtmnächst zu bestimmenden Tag nach Paris zu senden und ihn gleichzeitig zur Unterzeichnung des der Note beiliegenden zweiten Protokolls zu bevollmächtigen, das die Regelung der von Deutschland durch das Waffenstillstands- abtommen und die Zusatzverträge übernom­menen, noch nicht erfüllten Verpflich­tungen betrifft.

Die Note fährt fort: Das Inkrafttreten des Vertrages bringt schon jetzt gewisse Folgen mit sich, die ins Auge zu fassen wichtig sind:

1. Die hohe internationale Kommission deS Rheingebietes übernimmt die Geschäfte.

2. Die Militär-, See- und LustdelegMonen übernehmen die Geschäfte.

3. Die Wiedergutmachungskommission über­nimmt die Geschäfte.

4. Uebertragung der Oberhoheit im Falle Memel und Danzig, die Zurückziehung der deut­schen Truppen und der deutschen Behörden und die Besitznahme dieser Gebiete durch die intrr- aKiierien Truppen zur Folge hat.

5. Ucbergabe der Regierung im S a a r - decke n.

6. Uebergabe der zeitweise» Regierung im Ge­biete O b e r s ch l es i e n s, in dem die Volksab­stimmung stattfinden wird. Daraus ergibt sich die Zurückziehung der Truppen und dec deutschen Behörden welche die Kommission bestimmen wird, und die Besetzung, durch interalliierte Truppen, desgleichen die Uebernahme der Geschäfte durch die Regierungs- imb Volksabstimmungskommif- nonen in diesem Gebiete.

7. Uebernahme dec zeitweiligen Verwaltung hr dem Gebiete von Schleswig, in dem die Volksabstimmung stattfindsn wird. Daraus er­folgt die Zurückziehung der deutschen Truppen und der deutschen Behörden, sowie die Beschung! durch interalliierte Truppen und bie Uebernahme dec Geschäfte durch die Verwaltungs- und Volks­abstimmungskommissionen in diesem Gebiet.

8. Beginn der Frist von 15 Tag e n, in welcher die Räumung und die Uebergabe der vorläufigen Verwaltung in denjenigen Ge­bieten ftattfinden wird, in denen die Volksab­stimmung stattfinden wird» Ostpreußen, Allen- stem und Westpreutzen, Marienwerder, woraus sich die Zurückziehung der deutschen Truppen und der deutschen Bchörden sowie die Besetzung durch interalliierte Truppèn und -die Uebernahme dec Geschäfte durch die Verwaltungs- und Volksab- stimmungskommission in diesen Gebieten ergibt.

9. Beginn dervierzehntägigenFrist, innerhalb deren die Abgrenzungskom­missionen ihre Tätigkeit beginnen sollen. Daher wird die deutsche Règierung schon jetzt auf­gefordert, für den 10. November 1919 bevollmäch­tigte Vertreter nach Paris zu entsenden, um 1. im Einverständnis mit den Vertretern der alliier­ten Mächte die Einsetzungsbedingungen dec Re- gierungs-, Verwaltungs- imd VolksabstimmungF- kommissionen, sowie die Uebergabe der Vollmach­ten und Dienstb efugnisse, den,Einzug der alliier­ten Trupp-e», die Räumung durch die deutschen Truppen, die Ersetzung der bezeichneten deutschen Bchörden und alle oben vorgesehenen Fragen zu regeln. Es wird schon jetzt daran erinnert, daß die deutschen Behörden alle Dienst- und Woh­nungseinrichtungen, sowie alle Urkunden, welche die sofortige Tätigkeit der interalliierten Behörde ermöglichen sollen, an Ort und Stelle lassen müssen: daß ebenso die deutschen Truppen alle durch sie benutzten Einrichtungen an ihrem Ort belassen sollen. 2. Im Einverständnis mit dem Generalstab des Oberbefehlshabers der alliierten Armeen die Transportbedingungen der inter­alliierten Truppen zu regeln.

Es folgt das Protokoll, das nach kurzer Ein­leitung die nicht erfüllten Beding­ungen aufführt: 1. 42 Lokomotiven, 4460 Wa­gen sind noch zu liefern. 2. Die auf russischem Ge­biet befindlichen Truppen sind nicht zurückge­zogen worden trotz der formellen Aufforderung vom 27. August, 27. September und 10. Oktober 1919. 3. Die deutschen Truppen haben Requi- fitio nen, Pfändungen, Zwangsmaßnabmen auf russischem Gebiet fortgesetzt. 4. Die vollständigen Verzeichnisse der in den mit Krieg überzogenen Gebiets» von den Deutschen wea«enommene«, eix« Refammrftw und konfisziert»» Geld« und Wente find nicht übergeben worden. 5. Entgegen der Derviltchtuna, èe deutschen Unterseeboote ausru-

len und assoziierten Mächten zur späteren Aus­lieferung bestimmten deutschen Kriegsschiffe in den Mieten Häfen zu behalten und vor der Auslieferung kein Schiff zu zerstören. Zerftöcrmg der genannten Schiffe in Scapa Flow am 21. Juni 1919. 7. Alle nach dem unbesetzten Deutsch­land aus Frankreich und Belgien gebrachten Kunstgegenstände sind nicht zurückerstattot. 8. Zum 1. Oktober 1919 sind nicht geliefert worden: 4G Heucke-Dampfpfluggruppen, 1500 Schaufeki, 4407 Pflüge, 1834 Bcabantpflüge, 4282 Eggen, 2157 Stah Kultivatoren , 2674 Dün gerstreumaschinen: 9. Das aus dem ftanzösischen uud belgischen Ge­biete entnommene Judustriematerial, ist nicht zu- rückerstattet. 10. Entgegen der Verpflichtung, die ganze deutsche Handelsflotte den alliierten Mäch­ten zur Verfügung zu stellen, ist eine gewisse An­zahl von Schiffen, deren Auslrefecuug gefordert worden war, noch nicht aus geliefert worden. 11. Entgegen der Verpflichtung, Kriegsmaterial aller Art nicht auszuführen, Ausfuhr von Luftschiff- sahrtsmatecial nach Schwedien, Holland und Dänemark.

Eine gewisse Anzahl der unerfüllten oder un­vollständig erfüllten Bedingungen ist durch bett Vertrag vom 28. 6. 1919 erneuert worden, dessen Jnkraftsetzen die Bestimmungen von rechtsweger! anwendbar machen wird. Andererseits bildet die Frage der Räumung der baltischen Provinzen Gegenstand eines Notenwechsels und verschiedener Beschlüsse, deren Ausführung im Gange ist. Die alliierten Mächte bekräftigen ausdrücklich den In- Halt ihrer Noten, zu deren aufrichtiger und ge­nauer NusjühryNH Deutschland sich durch dieses Protokoll verpflichtet. Endlich vermögen die alliierten Mächte nicht, die übrigen Verfehlungen gegen das Waffenstillstandsabkommen und so schwere Verletzungen wie die unter Ziffer 5 und 6 angeführten ungestraft zu lassen. Deutschland verpflichtet sich infolgedessen: A) als Wiedergut­machung für die Zerstörung der deutschen Flotte in Scapa Flow abzuliefern: a) innerhalb 60 Ta­gen nach Unterzeichnung des gegenwärtigen Pro­tokolls die fünf leichten KreuzerKönigsberg", ..Pillau",Graudenz",Regensburg" und Straßburg"; b) innerhalb 90 Tagen nach Un­terzeichnung des gegenwärtigen Protokolls in vollständig gutem und gebrauchsfähigem Zustand an schwimmenden Docks, Kcähnen, Schlepper» und Baggern eine Anzahl, die insgesamt 400 000 Tonnen ergibt. Von den Docks müssen etwa 75 Prozent mehr als 10 000 Tonnen groß sein. B) Innerhalb 10 Tagen nach Unterzeichnung des gegenwärtigen Protokolls eine genaue Liste aller Schwimmdocks, Schwimmkrähne, Schlepper und Bagger, die deutsches Eigentum sind, zu über­geben. C) Die Offiziere und Mannschaften, welche die Besatzung der in Scapa Flow versenkten Kriegsschiffe bildeten und jetzt von den alliierten Hauptmächten festgehalten werden, werden mit Ausnahme derjenige», deren Auslieferung in Art. 228 des Friedensvertrages vorgesehen wor­den ist, spätestens nach Erfüllung der vorstehenden Bedingungen zu A utfb B durch Deutschland heimgeschasft. D) Der ZerstörerB. 98" rechnet zu ben 42 Zerstörern, beten Ablieferung im Frie­densvertrag vorgesehen ist.

Innerhalb 10 Tagen nach Unterzeichnung des gegenwärtigen Protokolls sind ferner abgufi.ef er« Maschinen und Motoren der UnterseebooteU. 137",U. 138" undU. 150" als Entschädigung für die Zerstörung des UnterseebootesU. C. 48"; ferner drei Motore des UnterseebootesU. 146", die noch als Entschädigung sich die in der Nord­see zerstörten Unterseeboote abzuliefern sind.

Dem alliierten Regierungen ist der Wert bei ausgeführten Luftfahrzeugmaterials zu zahlen.

Sofern Deutschland diesen Verpflichtungen tx ben oben vorgesehenen Fristen nicht nachkommen sollte, behalten sich die alliierten Mächte vor, all« militärischen und andere Zwangsmaßnahme» ju ergreifen, die sie für angezeigt halten.

Stimmen der Presse.

W. Berlin, 5. Nov.

In der Besprechung der neuen Entente- ..Erpressernote", wie einige sagen, weisen die Blätter darauf hin, daß »och festgestellt werden müsse, ob die angeblich unerfüllten Waffenstill- ftandsbedingungen wirklich nicht ganz erfüllt wurde» und aus welchen Gründen Me Erfüllung bisher teilweise unterblieb. Gegenüber ben D> mLngelungen der Entmtenote wird u. a. bar auf binoewieien. daß der Ententekommission lOOOÖ