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Gerreral-Ayzeiger

AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Kana«

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Sir. 257

Montag den 3. November

1919

Wie wir es so herrlich weit gebracht!

Ein Erlaß des Reichskabinetts vom 1. No- vember verfügt die Einstellung des gesamten Personenverkehrs auf den Eisenbahnen für die Zeit vom 5. bis 15. ds. Mts. Zwar wird diese Anordnung mit einer Reihe von Milderungen versehen werden müssen, denn es ist kaum vorstell­bar, daß das ganze Verkehrsleben des deutschen Polkes für eine verhältnismäßig so lange Frist völlig zum Stillstand gebracht werden könnte. Aber dennoch wird den Beobachter der Zeiter­eignisse ein tiefes Erschrecken darüber packen, wenn er an diesem Beispiel erkennen muß, bis S welchem Tiefstand wir gelangt sind. Die aßnahmen der Regierung sind zuriickzuführen auf zwei Ursachen: wir haben erstens nicht genug Kohle und zweites nicht genügend rollendes Material, um gleichzeitig den Eisenbahnverkehr aufrecht zu erhalten und die Bevölkerung mit Kartoffeln und Heizmaterial zu versorgen. Da­mit ergibt sich aber auch automatisch der Gesichts­punkt, von dem aus diese so ungemein ein­schneidende Verfügung zu beurteilen ist. Der Kohlenmangel ist auf die ewigen Streiks zurück- zufiihren und die völlige Unzulänglichkeit des Eisenbahnmaterials außerdem noch auf die ge­waltige Abgabe an Lokomotiven an Frankreich. 3n weiterer Folge aber ist der Erlaß der Re­gierung auch ein inhaltsschwerer und drohender Mahnruf an diese beidenInstanzen". Auch wenn durch besondere Maßregeln den Arbeitern die Möglichkeit geschaffenwird, ihre Arbeitsstätten ju erreichen, wird ihnen doch alle sonstige Be­wegungsfreiheit in der sich ihnen etwa bietenden freien Zeit genommen und sie erfahren es auf diesem Wege am eigenen Leibe, welch' unmittel- ââ Olmrme Folgen die Streiks gerade für sie haben. Wenn in den Betrrebswerk- ftätten der Eisenbahn in den letzten Monaten wirklich intensive Arbeit geleistet worden wäre, dann wären vielleicht doch Waggons und Loko­motiven, Schienenstränge und Elevatoren in genügender Zahl verwendungsfähig, um den Anforderungen der Winterversorgung gerecht werden zu können. Vielleicht nimmt die Ar­beiterschaft also doch einmal aus der sich erge­benden Sachlage die entsprechende Lehre! Viel­leicht bequemt sich aber auch die Entente zu dem gleichen! Die Durchführung des Friedens- sertrages wird die allergrößten Anforderungen an den deutschen Wirtschaftskörper stellen. Das jetzt ergangene allgemeine Verkehrsverbot erweist lber, wie keine frühere Verfügung oder Regie- mngserklärung, in welchem in Friedenszeiten geradezu undenkbaren Umfange der deutsche Wirtschaftskörper herunter gewirtschaftet worden ist. Wir sollten meinen, es liege offen auf der Hand, welche Konsequenzen man in Paris und London daraus ziehen müßte.

Eirrsiellung des Personenverkehrs.

8. bis 15. November.

Das Wolffbâro veröffentlicht folgende Verordnung der Neichsregierung vom 31. Oktober 1919:

Auf Grund der die wirtschaftliche Demobilmachung betreffenden Befugnisse wird nach Maßgabe des Er­lasses betreffend die Auflösung des Reichsministeriums für wirtschaftliche Demobilmachung vom 26. April 1919 ReichSgesetzblatt Seite 438) mit Rücksicht auf die "misportnot und die Verbesserung der K a r - faffel. und Kohlenversorgung in Ueber- tlnstimmung mit den Eisenbahnverwaltungen der Länder angeordnet, waS folgt:

. 1. In der Zeit vom 5. bis 15. November 1919 "»schließlich, ist auf sämtlichen dem öffentlichen Ver- tchr dienenden vollspurigen Haupt- und Nebeneisen- bahnm der gesamte Personenzugverkehr "nzustellen.

Ausnahmen sind nur zulässig zu Gunsten des un­bedingt notwendigen Arbeiter Verkehrs und des Vorortverkehrs der Großstädte.

2. Nach dem 15. November 1919 dürfen auf den U 1. bezeichneten Bahnen bis auf weiteres für den Personenverkehr nur die im Interesse der Erhaltung

Wirtschaftslebens unbedingt notwendigen Züge gc- iahren werden.

-Das Reicksverkehrsministerulm hat die Durchführung ueser Verordnung zu überwachen.

Berlin, 1 November 1919.

Die Reichsregierung.

Bauer. Schmidt. Bell.

Einspruch Sachsens.

--- Leipzig, 3. November.

Segen die völlige Einstellung der Personenverkehrs tthob Sachsen Einspruch.

Nur neue Verwirrung.

*» Berlin, 3. Novbr. (Telegr.) - Der General der Infanterie von Freitag- ^.ori'nghov en bespricht in derKreuzztg." fr le Geiabr. daß der aanae Aooarat. der in Ce-

.stalt von Untersuchungsausschüssen und Staats- gerichtshöfen in Tätigkeit gefetzt werde, nur neue Verwirrung in unser Volk tragen werden. Auf die Feinde aber würden seine Feststellunaen nicht überzeugend wirken, weil sie nicht über­zeugt sein wollen.

WB. Berlin, 2. Novbr.

DieDeutsche Allg. Ztg." veröffentlicht eine Zustimmung, worin es heißt: Maßgebende Per­sönlichkeit für das gesamte Nachrichtenwesen blieb bis Ausbruch der Revolution Oberstleut­nant Nicolai. Man würde also Dingen Ge­walt antun, wollte man Bethmanns Zurück­haltung so deuten, als wünsche er die militä­rische Nachrichtenstelle zu decken. Das Kriegs- preffeamt war einzig und allein von der Nach­richtenabteilung des Großen Hauptquartiers ab­hängig , also nur Uebermittelungsstelle. Die Anregung derMagdeburger Zeitung", wonach Nicolai vor den Untersuchungsausschuß gehört, sollte befolgt werden.

Reparalur der Lokomotiven und Kohlennol.

W. Koblenz, 8. Novbr.

In einer Sitzung bei parlamentarischen Beirats beim Neickskommissar wurde fest»estellt, das durch eine schnellere Reparatur von Lokomotiven der Kohlennot die schlimmste Seite genommen werden könne. Die Zahl der reparaturbedürftigen Maschinen im Bezirk Köln belaufe sich allein auf 40 Prozent. Die deutsche Zolllinic läng» der Grenze des besetzten Gebietes wurden am 1. November fertiggestellt. Von den fran­zösischen Zollposton wurden vom 1. Febr. bis 1. Au­gust 37 Millionen Mark für deutsche Rechnung einge­nommen. Betreffs der Requisitionen wurde mitgeteilt, daß die Regierung alles tue, um die Kommunalbehör­den in den Stand zu setzen, den Ansprüchen auf An­zahlungen gerecht zu werden.

Die süSöeutsche Kohlennol.

WB. Berlin, 3. November.

Die bayerischen Vertreter bei der Besprechung der beteiligten deutschen Minister, die in Stuttgart über die süddeutsche Kohlennot statt­fand, fuhren lautDeutscher Allgem. Ztg." nach Berlin, um bei der Neichsregierung die be- schlossenen Maßnahmen zur Behebung der Kohlennot zu vertreten.

' Protest gegen die Ablieferung der Milchkühe.

«S Berlin, 3. Novbr.(

DasBerliner Tageblatt" erhält Mitteilun­gen von einer Protestaktion hervorragender englischer Persönlichkeiten gegen die von der Entente verfügte Ablieferung von 140 000 Milch­kühen aus Deutschland. Es wird Ablösung der Ententeforderung durch eine Eoldzahlung vor­geschlagen.

Der Friebensverlrag.

WB. Amsterdam, 3. November.

Laut Pressebüro Radio brachte Senator Lodge im Senat einen schriftlichen Antrag ein, daß der 12. November als Zeitpunkt für die endgültige Abstimmung für den Friedensvertrag von Versailles festgesetzt wird. Senator Hitchcock beantragt den 10. November als Abstimmungs­tag. Senator Borsh hat zwei neue Vorbehalte eingebracht.

Die Fluchl der Schieber aus Koblenz.

- °- Berlin, 3. November. (Telegramm.)

Aus Koblenz wird demBerliner Tageblatt" berichtet: Unter dem Eindruck des energischen Eingreifens der amerikanischen Behörden, die gegenüber dem Schieber- und Wuchertum mehr Entschloffenheit beweisen als die hiesige Verwaltung, hat eine fluchtartige Abreise der die hiesigen Hotels undKaffeehä er bevölkernden Schieber eingesetzt. Bei der Abfassung der Schieber waren auch Berliner Kriminalpolizisten beteiligt. In dem Lager eines einzigen der Ver­hafteten wurden allein für ungefähr 5 Millionen Mark geschobener WM? meist Schokolade und Zigaretten, beschlagnahmt.

Erkrankung des Kardinals v. Karlmann.

«s Köln, 3. Novvr.

Wie demBerliner Tageblatt" aus Köln berichtet wird, ist Kardinal Hartmann seit eini­gen Tagen an Eesichtsneuralgie erkrankt. Da eine Herzkomplikation hinzugetreten ist, ist eine Verschlimmerung im Befinden des Kardinals zu verzeichnen Der Kranke ist am Allerheiligen- tag mit den Sterb eiakramenten versehen worden.

Eine demokralifche Woche.

- --- Berlin, 3. November.

Wie dasVerl. Tageblatt" mitteilt, hat sich die deutsch-demokratische Partei zur Einrichtung einer demokratischen Woche in den Tagen vom 13.20. November entschlossen. Die parlamen­tarischen Vertreter der Partei in der National­versammlung und in den Volkskammern der einzelnen deutschen Länder werden in dieser Zeit in ihren Wahlkreisen Versammlungen abhalten.

Der 9. November in Hamburg,

- -- Hamburg, 3. November.

VondersozialdemokratischenPartei Hamburgs werden für den 9. November bezw. für den 8. November abends nicht weniger als 22 Fest­versammlungen in den größten Sälen angekün­digt mit Ansprachen, Konzerten, Gesang und Rezitationen. Die Vorbereitungen sind schon lange im Gange.

Graf Wedels Eulhüllungen über Amerika.

DDP. Camburg, 2. November.

Wie bet frühere Graf Wedel denHamburger Nach­richten" mitteilt, habe ihm Graf Albert Tarnowski, der letzte österreichisch - ungarische Botschafter in Washington erzählt, daß die Amerikaner anfangs über den uneingeschränkten U-Bootkricg gelackt hätten Al? aber die Meldungen über die große Zabl der Ver­senkungen eingetroften, wären die Spötter verstummt, und man habe sich zu bej Ueberzeugung durckge- rungen, daß Amerika aktiv in den Krieg eingreifen müsse, um England zu retten. Dem Grafen TarnowSki, der beute die auswärtige Politik in Warschau leite und der sich schon damals als Pole fühlte, darf man wohl ein objektives Urteil zu trauen, und man muß sich fragen, ob eine amerikanische Friedensvermittlung nicht unter allen Umständen einen proenglischen und antideutschen Charakter gehabt haben würde und ob sie für unS zu einem annehmbaren Resultat hätte führen können. Auch der amerkanische Botschafter in Wien, Penfield, war schon vor Kriegsbeginn antideutsch ge­sinnt. Seine stehende Redewendung war, gegen Oesterreich hat man ja xichtS, aber Deutschland muß zerschmettert werden.

Keraus aus dem Baltikum !

WB. Berlin, 1. Novbr.

Die Reichsregierung sandte an die Truppen im Baltikum, welche sich weigern, dem Befehl zur Rückkehr Folge zu leisten, fosgende letzte Mahnung:

Letztes Wort der Reichsregierung an die Truppen im Ba tikum!

Die Neichsregierung hat gegen die noch im Balti­kum stehenden Truppen, die sich bis heute weigern, das fremde Land zu räumen.' notgedrungen die schärfsten Maßnahmen ausgesprochen. Jeder, der nicht bis zum 11. November die deutsche Grenze überschritten hat, wird als Fahnenflüchtiger seiner deutschen Staats­angehörigkeit für verlustig erklärt. Die Reichsregierung weiß, daß die verwerflichsten Irreführungen angewandt wurden, um die Truppen im Baltikum von der Rück­kehr abzuhalten und weitere HeercSangehörige Herbei- zulocken. Man hat ihnen gesagt, die Neichsregierung müsse ja unter dem Druck der Forderungen der Entente sich den Anschein geben, als arbeite sie mit allen Mitteln ans die Räumung Lettland» und Litauen hin, im Grunde aber sei sie mit dem Vorgehen, wie eS die Eiserne Division und andere Verbände betreiben, vollkommen einverstanden. DaS ist eine Lüge. ES gibt nur eine einzige Politik der Neichsregierung n den Ostfragen, die beißt: Heraus aus dem Baltikum I Alles andere sieht sie als verbrecherische Abenteurerpolitik an, bie jetzt schon daS ganze deutsche Volk in die schlimmsten »ebronniffe geführt bat und drauf und dran ist, weitere unendliche Schwierigkeiten und Gcfahrcn heraufznbeschwören. DeSbalb hat sie zu den letzten, unerbittlichsten Mitteln gegriffen, um die irregelübtten Verleiteten in letzter Stunde zur Be­sinnung zu bringen, indem sie jeden für fahnenflüchtig und in kürzestem Verfahren seiner deutschen «taatS- aiigehörigkeit für verlustig erklärt, der nicht spätestens bis zum 11. November auf deutschen Boden zurückge­kehrt ist. Da« bedeutet, daß jeder, der die Rückkehr verweigert, seiner sämtlichen Vrrsorgungsansprüche in Deutschland verlustig geht. Er bekommt weder mili­tärische Bezüge irgendwelcher Art, noch Jnvaliden- imd Altersrente, und hat keine Ansprüche auf Unter­stützung, wenn er verwundet oder krank wird, Wenn er nach Dentschland zurückkèhren will, gilt er als Land- frember uns wird wegen Fahnenflucht bestraft. Im; Auslande ist er den Maßnahmen der fremden Regier­ungen preisgegeben, ohne daß eine Regierung sich seiner anntmnit. Auch seine jetzige oder zukünftige Fi an und feine Kinder sind keine Deutschen mehr oder werde« eS nicht. Auch sie verlieren jeden Auspruch aus irgendeine Fürsorge von deutscher Seite. Dies gibt die Neichsregierung denjenigen noch einmal auss ein­dringlichste zu bedenken, die im Baltikum stehen oder ins Baltikum wollen und die trüben Aussichten miß­achten, die ihr Tun für das Vaterland und iür sie selbst nach sich ziehen muß. Der Augenblick'ist näher, als sie glauben, ws sie in dem schweren gordischen Winter ohne Zu ubren, ohne Mnninon und »bne Verbandszeug den erbitterten Trupven jener Länder ilssioS ausgesetzt sein werden. Noch einmal, ehe daS Gchlinimste kommt: Heraus aus dem Baltikum 1 Zu­rück in die Leimatt *

Die Verwaltung der besetzten Gebiete.

WB. Versailles, 3. November.

Der Oberkommiffar für die besetzten rheinischen Gebiete, Tirard, erklärte in einer Unterredung, daß mit dem Inkrafttreten der Fri-denSvertrageS die ge­samte Verwaltung der besetzten Gebiete in bie Hände der deutschen Verwaltung übergebe. Da die Landrät« aber Landsremoe und ergebene Diener von Berlin oder München seien, stelle er sich die Frage, ob beim Jnkrafttretm der Vertrages die französischen Kontroll­offiziere verschwinden sollten. Solange diese Länder durch landfremde Beamte verwaltet würden, sei dieS unmöglich. Uebrigen« enthalte der Verttag auch eine Bestimmung, der Frankreich das Recht gebe, für die Sicherheit der Besatzungstruppen zn sorgen. Den Friedensvertrag wolle er in einem Geiste absoluter Loyalität und Wohlwollen? gegenüber der Bevölkerung auSfübten. Dabei sei ihm die Mitwirkung von O'fi- zieren lieber als von Zivilbeamten. Ferner sprach sich Tirard für die Beibehaltung der von Offiziere» gebildeten wirtschaftlichen Sektionen aus, die zu einer Art von Konsulaten werden sollten.

Ein neuer französischer Eingriff, w Wiesbaden, 2. November.

Der Oberbefehlshaber der alliierten Armeen bat den Oberbürqermeister von Wiesbaden Dr. Glaestnq feines Amtes enthoben und ihn aus dem von den alliierten Armeen besetzten Gebiet ausgewiesen. Es wird Glaestnq von französtschei Seite als Schuld zur Last qelegt, daß er durch schlechte Vrrwaltunq und Unvorsichtigkeit viel zur schlechten Laqè in der Kohlenversorgung Wiesbadens beiqetraaen habe. Außerdem soll er noch die französischen Behörden von Zwischen fällen, die die Tätigkeit der hiesigen Regierungs­kreise und die öffentliche Ordnung gefasste et können, erst spät in Kenntnis gesetzt haben.

Die Einfuhr aus Deuffchlsu- m Frankreich.

W. Versailles, 2. Novbr.

Eine Halbamtliche Note hebt hervor, daß die E«» fuhr au» Deutschland von der befenberen Ermächtig­ung durch das Ministerium für den wirtschaftliche« Wiederaufbau abhängig sei. Aus de« beseiten rhei- «' scheu Gebiet bedürfen nur Holz, Ralf, Zement, Eisen, Stahl, Backsteine und Ziegelsteine der Ermäch­tigung. Außerdem seien Briefe uns Telesraninie ge­stattet und die Wiederaufnahme geschäftlicher Verbin­dung mit dem Feinde sei straffrei.

Die Demokratie in der Regierung

--- Magdeburs, 3. Novbr. (telegr.)

In Magdeburg sprach Reichsjullizminister Schiffer vor seinen Wählern über die demokratischen Aufgaben in der Regierung und z ng davon «-r, daß die Demokraten seinen Anlaß hätten, een 9. No­vember festlich zu begehen. Die Sozialbemsken hätten bie Leitung nicht übernehmen können, wenn fk nicht Offiziere und Beamte und eine Roalitionlregierung zur Verfügung gehabt hätten. Der Wiedereintritt der Demokraten in die Ksalitisnrregierung erfolgt zu» Schutze der Reichsverfaffung gegen recht« und link». E« bestehe Aussicht, auch im BetriebSrätegeietz zu einer Einigung zu gelangen. Der Grundsatz der Unter­stützung des Unternehmungsgeistes würde auch von den Sszialdemokraten immer mehr verstanden.

Wie es in Petersburg ausfteht!

W. Amsterdam, 2. Novbr.

SautTelegraaf" meldet dieTimes" aus Helflng- fer» vom 30. Oktbr.: Der Präsident der nordwcft- ruisischen Regierung, Lianosow, erklärte in einer Un- terrebuitg mit dem Korrespondenten derTime«" : Die Regierung Estland» war durch da« verräterische Auf­treten Beimondt? gezwungen, einen teil ihrer Truppen gegen Bermondt zu verwenden, was die verprovias- tikiuug der «ordruksischen Truppen erschwerte. Durch diese« Zeitverlust waren die Bolschewisten im Stande, neue Truppen »ach vorn zu bringen. Die Eroberung Petersburgs wurde dadurch verzögert. D'an brauche aber an dem schließlichen Ausgange bes Kampf«» nicht zu kreiseln. Die Zustände in Petersburg feien hoff­nungslos. Die Bevölkerung sterbe buchstäblich bot Hunger. In Gatschina habe man Menschen gefunden, die in den letzten Tagen vor der Einnahme der StaM zi Gras gelebt hätten.

Kleine Nachrichten.

Der Oberste Rat billigte in seiner gestrigen Sitzung die Antwort auf die bulgarischm Bemerkung««. Die Bulgarien gestellten Bedingungen sind auftecht erhalten worden. Die getroffenen Aenderungen be­ziehen sich nur auf Details.

Der Zn ranb des Abg. Haase hat sich im Laufe des gestrigen Sonntag? wieder etwas gebeflert. Das Fieber hat nachgelassen und die Herztätigkeit hat sich geloben. Komplikationen sind im Augenblick« nicht zu befürchten.