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General-Anzeiger

Awlliches Organ für Slaü!- mZ Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme betonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil G. Schrecker' für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a. M.

Rotationsdruck d. Walsenhausbuchdruckerei Hanan

Fernsvrechanschliisie Nr. 1237 und 1238

Nr. 251

Mvnlag den 27. Oktober

1919

ZV

Kerr Tirard «n- -èe deutschen Lehrer.

Man erfährt jetzt, daß die französische Re- zsming einen Herrn Paul Tirard zum Kommissar das besetzte Rheinlandgebiet ernannt hat, hei sich in Frankreich, wie anzunehmen ist, eines großen Ansehens erfreut, in Deutschland aber den weitesten Kreisen bisher unbekannt blieb. Bevor Herr Tirard sich von Paris in die wilden Agenden des deutschen Reiches begab, wurde ihm zu Ehren ein Festessen veranstaltet, weil er eineProgrammrede" auf Lager hatte und an den Mann bringen wollte. Diese Rede ist für Deutschland wie für Frankreich im gegenwärtigen Augenblicke gleicherweise kennzeichnend, und sie müßte auf Kosten des deutschen Reiches überall ungeschlagen werden, damit man erfährt, welche Borstellung man sich in den maßgebenden Kreisen jenseits der Vogesen von dem künftigen Berhâltnis zwischen beiden Ländern macht und wie man dort dieses Verhältnis in die Wege zu leiten gedenkt. Herr Tirard machte zuerst die außerordentliche Bemerkung, daß man Frankreich schweres Umecht tue, wenn man ihm unterschiebe, das Rheingebiet anektieren zu wollen. Solche schwarzen Gedanken hätte man in Frank­reich niemals gehabt und es widerspreche auch oller französischen Tradition. Weiter erklärte Herr Tirard, er werde bei seiner künftigen Tätigtest in erster Linie ein scharfes Auge auf die deutschen Uebungsplatze haben, damit kein neuer Krieg entstehen könne. In dem Rhein- gebiete hätten zunächst starke Sympathien für Frankreich bestanden, mit.ihnen sei es aber zur- nichts nehm da" schade aber urchaus nichts h V^rde sich schon ändern. Das Hauptgewicht hohe Kommissar" auf mg der deutschen Schuler, md Lehrer ei ten und durchzufüb' - st Die de- Ische Jugend dürfe nicht im Revanchegeist erzogen werden. Herr Tirard scheint nicht zu missen, daß er durch solche Politik den Revanchegeist erst großziehen würde. 3m übrigen scheint er die feste Absicht zu haben, die Geschäfte des deutschen Reiches in dem be­schien Gebiete zu führen, denn wenn es wirklich dazu kommt, daß er alle seine schönen Pläne reifen sieht, dann werden die nach seinem eigenen Eingeständnis durch die französische Säbel­henschast vernichteten Sympathien ganz gewiß nicht roiedèrkommen, sondern sich in das dirette Gegenteil verkehren. Das aber kann wiederum nur dem deutschen Einheitsgedanken zugute kommen. Und doch fragt man sich immer wieder kopfschüttelnd: glaubt man in Paris wirklich, ruf diese Weise der Völkerversötzmmg dienen zu tonnen?

Für den Völkerbund.

DDP. Magdeburg, 27. OÜtzr.

Der frühere deutsche Botschafter in Amerika Graf Bemstorff hielt heute in Magdeburg einen Vortrag, in dem er mit besonderem Eifer für den Völkerbund eintrat. Er sagte u. a.: Mag Wilsons Haltung auch noch so sehr enttäuscht haben, ich halte es für unmöglich, eine andere Politik zu machen, als mit der Richtung auf den Völkerbund. Es ist zu begrüßen, daß die Arbeiterkonferenz von Washington von uns be­schickt wird. Wir werden dort sprechen können von Mensch zu Mensch. Die ganze Situation hat daran gekrankt, daß wir nicht verhandeln konnten. Auch in Bezug auf die Regelung der Valtikumfrage erklärte Graf Bernstorff eine mündliche Regelung für notwendig.

Spaltung der Kommunistischen Partei.

WB. Berlin, 26. Oktbr.

Die Hamburger Morgenblätter bringen einen Aufruf der kommunistischen Arbeiterzeitung, wo­

nach die Kommunistische Partei Deutschlands (Spartakusbund) sich gespalten habe. Dem Auf- vufe zufolge überfiel die Zentrale der Partei die Delegierten mit Leitsätzen, die vorher den Organisationen zur Beschlußfassung nicht vor- Zelegt worden waren. Am Schluß der Leitsätze befand sich der Vermerk, dass alle Genossen, die vicht auf dem Boden dieser Leitsätze ständen, aus der Pattei auszuscheiden hätten. 18 von Delegierten stimmten gegen die Leitsätze und wurden deshalb, als außerhalb der Partei stehend erklärt, aufgefordert, den Parteitag so- wrt zu verlassen. Der Aufruf weist schließlich darauf hin, daß sich die Minderheit sofort neu Organisieren müsse, und daß die Parteiorgani­sation in Hamourg die Durchführung der SBop

arbeiten für die Organisation ded neuen Partei söè vor d«n 11. November, m-ülèrcyt nutzt vor M die Sand aeuommen habe. idem 30. November in Kraft toUev.

Fort mit -er Ostseebloâa-e !

Seit einer ganzen Reihe von Wochen steht das gesamte Leben in den deutschen Gebieten, die die Ostsee umkränzen, unter dem würgenden Druck der durch die Entente verhängten See­sperre. In den Häfen stauen sich die stillgelegten Schiffe und die Waren, die nicht abtransportiert werden können, in den Straßen dieser Hafen­städte aber wandeln die durch die Stillegung ihrer Schiffe arbeitslos gewordenen und dem Hunger preisgegebenen Hafenarbeiter und Schif­fer mit bedrückten Gesichtern umher. In den kohle- und lichtlosen Wohnungen aber sitzen ihre Familien und fluchen dem Geschick, das von Pacis aus über sie verhängt wurde. Wenn man bedenkt, daß der ganze Fischfang im Ostseegebiet völlig unterbunden ist, wird man wenigstens an­deutungsweise ermeßen können, was die Maß­regel der Entente bedeutet. Die Meldungen häufen sich, wonach die Wirkungen bei weiterer Dauer der Sperre unabsehbare Tragweite gewinnen werden. Die zunächst nur angedrohte Sillegung des Elektrizitätswerkes in der Hauptstadt Ost­preußens, Königsberg, ist infolge Kohlenman­gels inzwischen tatsächlich eingetreten. In Stet­tin sind allein 1000 Mann Schiffsbesatzung und 1200 Hafenarbeiter erwerbslos geworden, und zu ihnen kommen noch die Tausende von Ge­werbetreibenden, die von dem Verkehr mit den flandinavischen Ländern leben. Alleimim Hafen von Stettin liegen 58 große Seeschiffe und etwa 1000 Binnenschiffe, Hasenschlepper und Kähne, die keine Ladung haben und deren Eigentümer und Besatzungen ohne Erwerbsmöglichkeiten sind, und ähnlich wie in Stettin ist das traurige Bild in allen Hafenstädten des Ostseegebietes. Und dies alles warum? Weil man in Paris angeb­lich glaubt und hofft, dem Bolschewismus in Rußland durch die Abschnürung von der Zu­fuhr aus Deutschland den Garaus zu machen. Den Verkehr mit den skandinavischen Ländern hat man tatsächlich zu unterbinden weder ver­mocht noch gewagt, und doch liegt es auf der Hand, daß Sowjet-Rußland seine Strafte zum Widerstande gegen die Entente und die. west- ruffrsche Armee wirklich nicht aus Deutschland zieht, sondern sie aus eigenen Hilfsquellen be­streitet. Die Blockade Rußlands ist also eine Maßregel, die sich einseitig und zwecklos gegen Deutschland richtet und deren Aufrechterhaltung durch nichts zu begründen ist.

Reichslagskan-i-alurKelfferichs

DD. Stettin, 27. Oktbr.

Der frühere Staatssekretär und Vizekanzler Dr. Helfferich beabsichtigt zu den ReichrtagSwahlen in Pommern im Rahmen der Deutschnationalen VolkS- partei zu kandidieren. Auch Graf Westarp dürfte in Pommern aufgestellt werden.

Arbettswie-eraufnahmebeschlutz der freien Gewerkschaften.

DD. Krefeld, 27. Oktbr.

Die nach Krefeld einberufene Vollversammlimg aller Streikausschüsse der Kartelle der Freien, christlichen und Hirsch Duncker'schen Gewerkschaften, des Allgemeinen Eisenbahnverbandes, der Angestellten» und Beamten- vereinigungen, die an der allgemeinen Volkserhebung und am Svmpathiestkrik beteiligt waren, hat die Wieder­aufnahme der Arbeit beschloßen.

Einigungsbeskrebungen.

DDP. Berlin, 27. Oktbr.

Am Sonntag tagte im Herrenhaus die zweite Delegiertenhauptversammlung der Zentralstelle für eine Einigung der Sozialdemokratte. Es wurde ein Einigungsprogramm festgelegt, daß die Demokratte als Basis für eine Einigung bezeichnet und eine Ausschaltung alles Gehässi­gen und unnötig Verbitternden verlangt. Als Grundlage für die Einigung sind auch fernerhin die politischen Grundsätze des Erfutter Pro- gramms zu bezeichnen.

Projektierter Bau eines Rheinfeiten­kanals.

DDP. Mühlhausen, 27. Oktbr.

Das Projett des Baues eines großen Rhein­seitenkanals von Basel bis Straßburg soll im Laufe des nächsten Jahres verwirklicht werden. Es ist die Errichtung von 9 Elektrizitätswerken und 8 Schleusen vorgesehen. Das Projett be­zweckt, die Wasserkräfte des Rheins auszubeuten und zugleich die Rheinschiffahrt von Basel zum Meer, später vom Mittelmeer bis zur Nordsee einer neuen Entwicklung zuzuführen.

Das Gs-ul-spisl.

WH. Brrsaittes, 26. Oktbr.

Der Fried»nsvertrag mit Deutschland soll

Ermordung deutscherFSger durch litauisches MititSr.

DDP. Mita«, 27. Oft.

Der Führer des 6. deutschen Armeekorps General- leut««nt von Eberhardt hat durch den deutschen Ver- tretet in Kowno der litauischen Regierung wegen der Ermordung deutscher Jäger durch litauische» Militär seine äußerste Empörung aursprechen lassen. Für den Mord fordert Generalleutnant von Eberhardt eine feierliche Entschuldigung der litauischen Regierung bei der deutschen Reichsregierung. Eine Entschuldigung des litauischen Oberbefehlshabers bei dem General­leutnant von Eberhardt und eine Sühnezahlung für die Hinterbliebenen der Ermordeten in HSbe«von 20 50 000 Rubel für jeden einzelnen. Daß hinter dem feindlichen Auftreten der Litauer englischer Einstich steckt, ist nach demLskalanzeiger' zweifellos. Nach am 22. Oktober ist in Kowno ein englischer Oberst eingetroffen und ihm werden weitere elf englische Offiziere folgen, die in her .litauischen Armee Dienst nehmen.

Einführung -er allgemeine« Wehr­pflicht in der Tschecho-Slowskei.

DDP. Berlin, 27. Oktober.

Die Tfchecho-Slowakei führt die allemeine 14monatliche Wehrpflicht ein. Das Rekruten- konttgent beträgt 111255 Mann mit 9 Offizieren, wodurch dem Staat eine Gesamtjahresansgabe von 994 Millionen Kronen erwächst.

Erneutes Verbot

-erDeutschen Zeitung".

----- Berlin, 26. Oktober.

DieDeutsche Zeitung" ist wiederum ver­boten worden.

Abg. Haase ist gestern zum vierten Male operiert worden. Die Operation nahm jedoch einen negativen Verlauf, sodaß heute Eehèimra' Netter voraussichtlich die Amputation des ver­letzten Beines wird vornehmen müße...

Die AuabhSugigkeitsbewegung tu Aegypten.

DDP. London, 27. Oktbr.

Am 17. Oktober durchzogen Manifestanten die Stadt Alexandrien mit den Rufen:Nieder mit der Regierung,Hilm er! Es lebe die Unab­hängigkeit !"

Elektrisierung wird da» Ministerium die Bestrebungen der deutschen Eisenbahnverwaltungen zweckentsprechend zusammenschließen. Eine wesentliche Aufgabe wird el sein, eine einheitliche Wasserstraßenpolitik zum Nutzen der Gesamtheit zielbewußt durchzUsühren. Die zu- künfttge Tarifpolitik wird sich mit dem schwierigen Problem zu befassen haben, wie sich da» Verhältnis der Frachttarife von Eisenbahn und Schiffahrt zu­einander gestalten soll. Gemeinschaftliche Arbeit mrd rielbewußte« Zusammenwirken zwischen Reich und Ländern wird die Brite Gewähr für eine wirtschaftliche Ausnutzung der Wasserstraßen im gemeinsamen Interesse der ganzen deutschen Nation bilden. Der Minister kündigt sodann einen Gesetzentwurf über da» Rcichslnftschiffahrtscynt an. Für das Kraftfahrwesen soll lediglich die Verwertung der ftir- fiskalische Zwecke entbehrlich gewordenen Kraftwagen der Zuständigkett der VerwerttmgSabteilung deS Reichsschatzministeriums verbleiben, während das ReichSverkehrSministerium für die Bearbeitung sämtlicher übrigen Aufgabengebiete zuständig sein soll. Wir müssen zu neuen Richtlinien für die KonstruktionSsragen, die Be­schaffung, Abnahme imb Unterhaltung her ver­schiedenen Kraftwagen kommen. Zn der Verkehrsnot bemerkte der Minister, daß dieses Problem vor allem einen hochpolitischen Charakter habe. Gelingt eS nicht, in kürzester Zeit der weiteren Steigerung der Derkehrs- not einen Riegel vorzuschieben, so haben wir bestimmt mit dem Zusammenbruch unsere» WittscbaftslebenS und "der Versorgung deS deutschen Volkes mit den not­wendigsten Bedarfsartikeln zu rechnen. DaS ReichS- kabinett hat mich beauftragt, gemeinschaftlich mit ben betreffenden Reichs- und preußischen Reffortministerien die zur Durchkührnng der Besserung der VerkehrS- verhältnisse eriorderl-chen Maßnahmen in die Wege zu leiten. Die Reserven sind im Eisenbahnwesen längst eingesetzt imd erschöpft. Alle zweckdienlichen Maßnahme» werden unverzüglich und energisch durchgefühtt werde«. Präsident Fehrenbach teilt mit, daß, wenn in diesen Tagen nach Erledigung deS Etats eine Pause eintreten soll, deute daS VerkebrSministerium erledigt werden muß, am Montag und Tier?tag ReiwSwirt- schaftSminifterium, am Mittwoch bon 9 Uhr vormittags ab Heer und Marine, am ZLAUierStag dritte ielupg des Etats. Vom 18. November an beginnen dann die Beratungen der großen Steuernorlagen. Der nette Etat wird im neuen Job. vo gelegt werden.' Abg. Kotzur (Soz.t: Die Eisenbahnen befinben sich in einem trostlosen Zustande. Im Westen zeigt sich eine große Korruption im Eisenbahnwesen. Ganze Züge werden verschoben. Die Eisenbahn- verivaltung muß von kaufmännischem Geiste getragen sein. Die Besoldungsreform muß kommen. Zwangs­maßnahmen heben die Ardeitssreudigkeit nicht, wohl aber anständige Bezahlung, Demokratisierung und Mit- bestimmnngSrccht. Bei den Reparattiren ist das Akkord­system unmöglich. Abg. Schirmer iZtr.): Wa­rum benutzen wir zur Hebung des VerkebrSclendS nicht wie in England die Luxurâutomsbile, die Ber­lin und andere Großstädte verstânkern? Warum wird nicht zugunsten der Zufuhr von LebenSmiteln und Kartoffeln einmal für ackt Tage jeder Per­sonenverkehr eingestellt? VerkehrSminister Dr. Bell: Die großen Eisenbahnerverbäude find: zum 27. Oktober zu einer Besprechung geladen darüber, wieweit bet Kreis bet Verbände und Organisationen zu ziehen sei, die bei dem Ministerium bertreren sein sollen. Die auS Elsaß-Lotbnngen vertriebenen Ange­stellten, Beamten und Arbeiter und deren Familien werden nicht vergessen werden. Der Fonds ist auf 10 Millionen Mark erhöbt worden. Sm Werkstättenweftn liegt bei Hauptgrund für unsere VerkebrSnot. Von einem weiteren Angebot von Lokomotiven an unS seitens der Entsute ist der Regierung nicht bekannt. Rbg. Dr. Zöphel (Dem.): DaS BerkebrSministerium kann nicht scharf genug an seine praktischen Aufgaben Herangehen. Der finanzielle Ausgleich zwischen den Ländern ist schwierig, aber^eS muß doch bedacht mer- ben, daß sie zu einem gemeinsamen Unternehmer, sich zusammenschließen. Abg. T e gier! (Deutsch­nat. Lolksp.): Die Derreichlichung der Eisen­bahnen war schon Bismarcks Idee. Jetzt in dieser schlimmen Zeit soll sie Gestalt gewinnen. Nach ben großartigen Leistungen der Eisenbahnen im Kriege ist eS schmerzlich, daß von dem zersetzenden Einfluß der Revolution auch die Arbeiter- und Beamtenschaft in ihren jüngeren Mitgliedern ergriffen wurde. Die Eisen­bahner müssen sich selbst davon befreien. Dem Der» kehrSministerium fehlt jede Kraft, sied Geltung z« ver­schaffen. -Es ist ein Rahmen ohne Bild, wie e» der Minister selbst gesagt hat. A« feiner Spitze fleht ein Nichtfachmann. Er steht vor einer vollkommen neuen Aufgabe in schwerster Zeit. Wir zweifeln nicht an seinem guten Willen, aber wir haben keine Zeit zu solchen Experimenten. Die Einigkeit zwischen Preußen und dem Reich in Sisrnbahnsragen scheint nicht allzu groß zu sein. VerkehrSminister Dr, Bell: Die Verarbeiten für den Kaual vox H«»n»ver nach Magde­burg-sind abgeschlossen. Die Opposition der Vorred­ners war ohne jeden pofittven Gegenvorschlag. Goll der Fachmann an der Spitze des Ministeriums denn eix Eisenbahner, Wasserbauer eher Lustfahrer fein. Die drei Unterstaat-sekretär« find Fachmtnner. Ich habe mich in den Dirnst bei Vaterlands» gestellt. Ich habe bei dem preußischen Eisenbabnministei wirksame Unterstützung gefunden. Natürlich muß ich auf die VcrkchrSeinheit hmarbeiten. Bei den aeh-D beten Ausschüssen ist Paenßen hinreichend Vertreter Abg. B o ck (U. Soz.): Die finanzielle Ausnutzuil-, bei ReichSverkehrSwesenS muß für die Förderuu, kultureller Interessen dienen. Die Streiks resultiere: hauptsächlich auS der unwürdig«» Behandlung be Arbeit«». Das muß ander» werde«. Der »«st bet ètati wirb hierauf ebne Debatte erledigt. Mauta«

Deutsche Nationalversammlung.

Berlin, 25. Oktober.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt Minister Dr. Bell des schweren Eisenbakm- »nglücksfaller auf dem Bahnhof Kranowitz in Schlesien. Vier Wagen wurden zertrümmert, zahlreiche Reisende werden getötet oder verletzt. Der Minister sprach zn- gleich im Namen der preußischen Ministers der öffent­lichen Arbeiten den Angehörigen der Getöteten und allen bei dem Unfall zu Schaden gekommenen Reisen­den und Bahnbediensteten das tiefste Mitgefühl der Eisenbahnverwaltung und der ReichSleitnng au?. Dal HauS hatte sich von den Plätzen erhoben. Hieran! erfolgt die Fottfetzung der zweiten Beratung des ReichShanShaltS, ReichSeilenbahnamt, Verwaltung der ReichSeiienbabnen und ReichrverkehrSministtrium. ReichSverkehrSmiuister Dr. Be ll: Der vollständige Ausbau des neuen Verkehrsministeriums wird erst in die Erscheinung treten, wenn die Ueberleitnng der StaatSbahnen auf das Reich erfolgt. Bis zum 1. April 1921 wird der Geschäftskreis der Eisenbahnver­waltung eingeschränkt sein. Zunächst sind die Arckgaben deS bisherigen Reichreiseubabnamtes '»rtzuführe«. Dazu gesellt sich die Liquidation der Reichseisenbahnen in Maß-Lothringen. Die wichtigste Aufgabe deS ReichSverkehrSministerium» ist die Ueberleitung der StaatSbabnen ans das Reich. Bei der Besetzung des MiiiistcnumS iH auf die Be­teiligung der Länder weitgehende Rücksicht genommen. Sie Technik wird bei der Zusammensetzung die ver­diente Berücksichtigung finden. Auch Nichtakademiker auS dem prattischen Dienst sollen in leitende Stellen befördert »erdcn. Der Minister wirft alsdann einen kurzen Rückblick auf die EinheitSbestrebnnge« im deutschen Eisenbahnwesen. WaS bie Beteiligung deS Personals an den Arbeiten der Eisenbahnverwaltun« anbclamgt, so besteht die nächste Ausgabe darin, Ver­handlungen zur Bildung einer Vertretung der Orga­nisationen deS Eisenhahnpersonals beim ReichSver- febr? ministen mm mifzimednen. Die bisherigen Be­sprechungen haben jM einer erfreuliche» Klärung ge­führt. Die konstituierende Sitzung soll im März statt» finden. Dringend reformbedürftig ist besonders das Werksttttenwe?n. Wird diese Mi^urkunz in richtiger Weise durchgeführt, so wird auch der Geist der Unzu- stieben beit und Unruhe, der heutzutage im Eisen'-alm- personal steckt, der Erkenntnis von der Notwendigkeit der Steigerung der ArdeitSleistmigeu weichen. Hinzu kommt dre befenber» wertvolle Mitwirkung auch von Technik und Wirtschaft bei der Nengestaltung der Verkehrswesens. Besonders soll Beoackt genommen werden auf eine ständige Verbindung mit der Presse. Auf dem Gebiete der Tarifpolitik bezeichnet der Minister die AuSsichton als recht trübe. Eine be» m'bigenbe Lösung dieser Frage setzt die Wiederkehr der ArbeitSwilligkeit imd KchaffenSkaft iS notwendig« Vorbedingelaè für dm Ausbau be» Wittlchaftâb«» *tfl#». Auf ta* Mute bet