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Hanauer K Anzeiger

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GmeraZ-Anzeiger

Amtliches Organ für ElaSt- und Lanökrcls Sana«

Erscheint täglich mit Ausnahme bei* Sonn- und Feiertags

Verlaasleitung: Ad. Indermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil G. Schrecker- für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Mor > tz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a. M.

Rotationsdruckd.Watsenbausbuchdruckerei Hanau Ferniorechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

Ema

ar. 250

Samstag den 25. Oktober

1919

Krieg im Mieden.

Nicht um das harmlose Lustspiel aus Friedens- tâgen von einst, das diesen Titel führt, handelt s sich, sondern um eine verdammt ernste Angelegenheit, nämlich darum, daß wir heute nach Unterzeichnung des Friedens immer noch M Kriege leben, und daß wir diese Kriegs- wickungen erst kürzlich in der verhängten Ostsee- [perte wieder erkennen mußten. Fünf Jähre gut bas deutsche Volk unter der Blockade gelitten, tobet, Frauen und Greise sind ihr massenhaft mm Opfer gefallen, doch warum sollen wir das Bes wiederholen, was jeder von uns zur genüge am eigenen Leibe erleben mutzte. Was mr aber jetzt erleben, ist schließlich nichts weiter ils eine Wiederholung der Blockade von einst, wenn auch in abgeschwächter Form. Diè feind­liche Manne-Waffenstillstands-Kommission hat MS London die Sperre für die deutsche Schiff­ahrt in der Ostsee ausgesprochen und hat die Sperre mit dem Angriff der westruffischen Armee auf Riga begründet. Aber diese Begründung ist keine Begründung, sie könnte nur eine sein, nenn Deutschland Schiffe mit Menschen und Material, mit Lebensmittel, mit Munition zur Unterstützung der westrussischen Armee gesandt hatte. Das aber ist nicht der Fall, und hier gilt die klare Erklärung der Regierung, datz wir mit der westrussischen Armee überhaupt nichts zu tun haben. Eine Begründung im besonderen ist bis heute bei den zuständigen Stellen noch li^t eingelaufen; es besteht aber überhaupt feine Möglichkeit für eine solche Begründung. Die Reichsregierung hat angesichts der Lage einen Protest nach Versailles gerichtet, und wie mit über Paris erfahren, hat der Oberste Rat beschloßen, daß die Ueberwachungsmatznahmen eeniger streng durchgeführt werden sollen. Das ist ein geringer Erfolg, der uns indessen nicht een kann, da hier weit Größeres auf dem e steht. Schon jetzt beträgt der Ausfall m Fischfang in der Ostsee mehrere taufend Rentner täglich. Was das für unsere Ernährung éebeutet, kann sich jeder ausmalen. Durch die Sperre sind aber auch die Ostseefischer selbst in eine überaus traurige Lage gekommen, fis sind in ihrer Erwerbstätigkeit gehindert und müssen schuldlos finanzielle Verlustehinnehmen. Es ist weiterhin bekannt, daß die Kohknversorgung In den östlichen Gebieten geradezu trostlos ist. So ist in Königsberg schon die Gasversorgung gefährdet. Mit der Bahn können wir nicht genügend Kohlen befördern, da wir keine Wagen haben. Die Schiffsbeförderung ist aber gerade «.diesen Tagen noch deshalb von besonderer Bedeutung, weil bald der Frost einsetzt, der eine Beförderung mit dem Schiff überhaupt unmöglich wacht. Anderseits können aber auch die land­wirtschaftlichen Erzeugnisse aus dem Osten nicht nach Mitteldeutschland befördert werden. Diese Tatsachen kennzeichnen in kurzem die Lage. Wir müssen deshalb von der Regierung erwarten, daß sie alle Maßnahmen trifft, die sie überhaupt treffen kann, um dieser neuen Blockade ein baldiges Ende zu bereiten.

3m Interesse der deutschen Valuta.

WB. Mainz, 24. Oktbr.

Nach einer amtlichen Mitteilung des Hessi- lyen Landesernährungsamtes in Darmstadt hat die Reichseinfuhrstelle für Lebens- und Futter- Aittel nunmehr eine Einfuhrkontrolle für aus- landische Lebensmittel und Futtermittel an der Stenge zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet eingerichtet. Diese Maßnahme ist ledig­lich im Interesse der deutschen Valuta getroffen worden. Beschlagnahmefrei sind vorläufig noch Reis, Hülsenfrüchte, Kaffee, Kakao und Choko­lade.

Erhebung über miMSrische Pflichtverletzungen.

WB. Wien, 25. Oktbr.

, Die Kommission zur Erhebung über die militärischen Pflichtverletzungen wird am Sams- lag die beiden verantwortlichen Leiter des ehe­maligen Oberkommandos Generaloberst von Arz M Feldmarschall-Leutnant von Waldstetten »erhören.

DDF. Wien, 25. Oktbr.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: Die Kommission zur Erhebung über Pflichtver­letzungen wird sich mit den Vorgängen befassen, die sich nach Abschluß des Waffenstillstandes Mit Italien an der Front der österreich-unga- Men Armee abspielten. Bekanntlich wurde damals an der ganzen österreich-ungarischen «tont irrtümlich ein Befehl verbreitet, der den Truppen den Eintritt des Waffenstillstandes um 86 Stunden zu früh mittelste. Die Italiener "ahmen deshalb mehrere 100 000 Soldaten ge- KlLM.

Der nächste Zeugs: Ksrr VVK WsthMUnn KsLlweg.

Nachdem Graf Bernstorff nunmehr drei Tage Untereinander jedesmal mehrere Stunden Hin- )urch einem eingehenden Kreuzverhör unterwor- 'en worden war, wurde seine Aussage endlich ab= feschlossen. Dec Vorsitzende teilte mit, daß eine etwa achttägige Derhandlungspause eintrete und Jie nächste Sitzung am letzten Tage des Oktober m ehemaligen Preußischen Herrenhause ftattfln= den werde. Als nächster Zeuge sei der frühere Reichskanzler v. Bethmann Hollweg ^Müden, Graf Bernstorff habe sich zu Konfrontationen gleich- älls einzufinden. Graf Bernstorff wurde aber richt entlassen, ohne daß es noch kurz vor dem Ende einige Sensationen gegeben hätte. In der ersten halben Stunde sprach man am Donnerstag auf Anregung des deutschnationalen Vorsitzenden Warmuth des näheren über die Senatsbotschaft Wilsons vom 22. Januar, in der der Präsident ein selbständiges Polen verkündete. Graf Bern- torff hatte am Vortage erllärt, es sei zwischen hm, Wilson und House niemals davon die Rede gewesen, daß Deutschlands Gebietsumfang durch Jen Friedensschluß in irgendeiner Weise ver­ringert werden solle. Nun meinte Herr Warmuth, die Verkündigung eines selbständigen Polens mit einem Seeweg nach dem Meere hin setze ohne wei- eres die Abtretung deutschen Gebietes. voraus. In längerer Debatte, in der sich die verschiedenen Sachverständigen und Abgeordneten durch Zwi- chenftagen beteiligen, wird das Ergebnis erzielt, ) jedenfalls kein Stück deutschen Gebietes der deutschen Staatshoheit entzogen- werden sollte. Dann kam die erste Sensation: Herr Warmuth °cagt den Grafen Bernstorff, wann er die nachge- uchte Audienz beim Kaiser nach seiner Rückkehr erhalten habe. W MMorff.

nach meiner Rückkehr. Vorsitzender: Erschien Ihnen das nicht ungewöhnlich? Graf Bernstorff: Damals schien es mir so. Durch den Zuhörerraum geht eine Welle erregten Erstaunens. Aber der Graf kommt dann doch ins Hauptquartier und hat eine Unterredung mit Ludendorff. Dieser empfängt ihn mit den Worten: Sie wollten Frie­den mit Amerika machen, Sie dachten wohl, wir wären schon am Ende? Graf Bernstorff: Nein, das denke ich nicht, aber ic^wollle Frieden ma­chen, bevor wir zu Ende sein würden! Wieder be­mächtigt sich der Zuhörer staunende Erregung. Das war die zweite und größere Sensation des Tages. Man fragte sich und sprach dann auch des näheren darüber, von wem General Ludendorff informiert worden ist. Der Abgeordnete Spahn schien zu glauben, daß das ungenügend geschehen sei, der Sozialist Sinzheimer war entschieden der gegenteiligen Ansicht.

Die Oskfsebloâ-e.

DDF. Danzig, 25. Oktbr.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: Die angekündigten Erleichterungen in der Ostsee­blockade sind noch nicht in Erscheinung getreten. Der Hafen liegt völlig tot. Das weitere Ausbleiben der Kohlensendungen hat dazu ge­führt, daß das Gas- und Elektrizitätswerk vor der Vetriebseinstellung stehen. Die Geschäfte und Kontore müssen um 4 Uhr nachmittags ge­schlossen werden um Licht zu sparen.

WB. Berlin, 24. Oktbr.

Nach Meldungen aus Reval befinden sich auf der dortigen Reede folgende deutsche Dampfer, die englischerseits teils festgehalten, teils einge-. bracht wurden:Anna Kayser",Badenia", Hentsch",Barmen",Lupus",Thristtan Rus",Germar Christell Saling". Den Dampfem ist unter Androhung der Versenkung das Aus­laufen und der Verkehr mit dem Lande ver­boten. Die Einbringung der Schiffe erfolgte in den estnischen Hoheitsgewässern. Die deut­sche Gesandtschaft in Reval wurde angewiesen, diessrhalb Vorstellungen zu erheben.

Kelfferich gegen Erzberger.

DDF, Stettin, 25. Oktbr.

Auf dem Parteitag der deutsch-nationalen Volkspartei beschäftigte sich Helfferich mit den Ursachen des Verlusts des Krieges und gab einen großen Teil der Schuld der zersetzenden Tätigkeit Erzbergers in der bekanntenFrie- densresolution. Er wolle es bei der jetzt in Berlin tagenden Untersuchungskommission unter Eid nehmen, daß für Deutschland außer vor der Friedensresolution wieder die Möglichkeit eines Friedens vorhanden gewesen sei, ohne Einbuße unserer Selbständigkeit. Auf dem Parteitag fanden verschiedene Resolutionen Annahme, u. a. ein Mißtrauensvotum gegen den jetzigen Land- . wirtschaftsminister.

Preußische LanöesvsrfaMMlung.

Berlin, 24. Okt.

Präsident Leinert eröffnet die" Sitzung um 12 Uhr 20 Minuten. Vor Eintritt in die Tagesordnung verließt Abg. M a tz i e 8 (Soz.) eine Erklärung, in der es heißt: Die Memeler scheiden unfreiwillig vom Vaterland« und in der Hoffnung, daß die Trennung keine dauernde sein werde. (Lebhafter Beifall). Wir sind als Deutsche geboren und unser Herz wird deutsch bleiben. (Lebballer Beifall.) Präsident Leinert: Wir haben alle dieses Bekenntnis zum Deutschtum mit großer Genugtuuna gehört und versichern, daß die Deutschen an? den abzntretendcn ®?bitten niemals von uns vergessen werden können. (Lebhafter Beifall.) Zn der Beantwortung kleiner Anfragen erklärte die Regierung, daß über das Schicksal der UnteroffizwrS- ichulen noch keine endgültige Antwort, gegeben werden könne. Ferner wurde reoierunasseckig erklärt, es sei noch nicht bestimmt, wann die Rückverleguna deS Ober- vräsidiumS von Kiel nach Schleswig erfolgen könne. Ob die Polen von den fortziehenden Deutschen Ab- zugszebühren erbeben, sei noch nicht fektgestellt. DaS Auswärtige Amt sei zur Zeit mit d-eler Feststellung beschäftigt. Der Güterverkehr nach Schleswig wird auch in der,Zeit der Volksabstimmung unvermindert ausrechterhalten bleiben. Zum Schutze der Beamten in den besetzten Gebieten wird ein Ausschuß au» Mit- gliedern aller Parteien zussmm-ntrete«. Er folgt die Beratung eines Anträge» de» Ausschüsse» für Bevöl- kerungspolitik betreffend die Krüpvelfürsorge. Abg Schloßmann (Dem.): Der Antrag geht dahin, unbemittelten Krüppeln unter 18 Jahren öffentliche Fürsorge auf Grund eines einznbriugendep Gesetzes zu gewähren. Der Antrag wird einstimmig angenom­men. Ein Antrag der Ausschusses für Bevölkerungs- Volitik verlangt, daß die Aufführung von sogenannten Aufklärungsfilms, in denen das perverse Sexualleben zur Darstellung gelangt, verboten wird. Abg. Dr. Faßbender (Ztr.) empfiehlt die Annahme des Antrages. Abg. Dr. Wepl (Unadb. Soz.): Man darf gegen solche Scheuiâligkeiten nicht mit halben Maßnahmen vorgehen. Um der Kinoleuche zu steuern, W dir VxrstTktlichung der Mmmdustrie ^nnd die Kommunalisierung der Lichtspiele erfolgen. Die Zensnr verwerfen wir. Wir lehnen den Antrag ab, bis wir zu einer grundsätzlichen Regelung kommen. Abg. Bron ich ldeutsch-natl.) Die Partei des Vorredners erwartet alles von der Sozialisierung nnd^Komnin- nalisierung. Wir aber wollen feinen Tag länger wit dem Schutze unserer Jugend gegen die schlimmen Fol­gen dieser infames Aufführungen warten. Abg. Zimmer (Goz.) : Wir nehmen den Antrag an, obwohl auch wir für die Kommunali­sierung der Lichtspiele sind. Abg. Gchloß- m R n n (Dem.) Es ist Zeit, daß die Schweinereien in den Kinos aufhören. Der FilmAnders als die Andern" ist gar kein Aufklärungsfilm, sondern ein schmutziges Geschästsmanöver. Abg. Moldenhauer lDtlch. Vpt.): Wir stimmen dem Antrag ebenfalls zu. Der Antrag wird angenommen.. Darauf wird die zweite Beratung deS Haushalts bei der landwirtschaft­lichen Verwaltung fortgesetzt. Abg. Stendel (D. V. P.): Dem Antrag auf Zuziehung von Frauen zu den Landwirtschaftskammern begrüßen wir. Die Dioor- flächen sollten kleinen Landwirten ungeteilt werden. Unterstaatssekretär Dr. Hamm: Wir vergeben die Moorflächen an kleine Landwirte, soweit el irgend mit der Durchführung der großen LandeSknlturarbeiten vereinbar ist. Abg. Bergmann (Ztr.l: Unserem schwer­geprüften Volk könnten wir keinen schlechteren Dienst erweisen, als wenn wir mit bw Sozialisierung in der Landwirtschaft experimentierten. Unsere Aufgabe ist die Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung., Der unreelle Zwischenhandel muß aufhören, dann wird die Versöhnung zwischen Stadt unb Land zur Tat werden. Abg. zt l a u ß n e r (Unabh.): Wenn Sie mit dem Sozia­lismus zusammenarbeiten wollen, .dann müssen Sie baS wahre Christentum erst bei sich einführen. Bis jetzt ist es bei Ihnen nur Heuchelei. Abg. Koch-Oeyn- hausen iDeutlchnatl.): Seit dem 9. November ist das Bewußtsein, was Recht und was Unrecht sei, völlig geschwunden. (Unruhe links.) Die Landwirtschaft be­kommt keine Betriebsstoffe, aber die Berliner Antomobil­besitzer bekommen im Schleichhandel Benzin und Benzol soviel sie wollen. Minister Braun: Ich kann die Vorwürfe gegen mich nicht als berechtigt anerkennen. Es ist bisher nicht üblich gewesen, vor dem Erlaße dringlicher Verordnungen erst bte Jufiizbehörden zu befragen. Ohne die Agitation der Rechten hätte im Westen kaum ein Bauer von dieser Verordnung erfahren. Wenn Sie sagen, die Verordnung hätte die separa­tistischen Tendenzen gefördert, so tragen Sie selbst die Schuld. Der Antrag Kanitz ist nicht durchfübrbar. Der Ausschußantrag wird angenommen, die Abstimmung bis zur nächsten Sitzung vertagt. Die Bittschriften b.tr. die Steuerfreiheit der Teuerungszulagen werden für erledigt erklärt. Nächste Sitzung Dienstag den 4. November, 2 Uhr nachmittags. Tagesordnung: Anfragen.

Das große französische Hauptquartier wurde aufgelöst. General Petain verabschiedete sich in einer Ansprache von den Offizieren aller Dienstabteilungen.

Ter päpstliche Nunziun Valfor di Bonza ist begleitet von dem Wiener Monsignore Rizara in Prag eingetroffen und überreichte die offizielle Anerkennung der tschecho-slowakischen Republik durch den päpstlichen Stuhl. Monsignore Nizara ist gleichzeitig Representant des päpstlichen Stlch- les bei bet Tschecho-slowakischen Regierung,

Lokales.

Hanau, 25. Oktober.

Erhöhung des Drolpreises.

Nächste Woche sieht sich die Stadt genötigt, eine wesentliche Erhöhung des Brotpreise» eintreten zu lassen, weil die Mehlpreise und Geschäftsunkosten der Bäcker erheblich gestiegen sind. Die Mehlpreis- crböhung ist auf Erhöhung der Ankaufskoste« bei Getreides, erhöhte Betriebskosten der Mühlen, sowie auf bessere Ausmahlung des Getreides, die Erhöhung der Geschäftsunkosten der Bäcker auf die Preissteige­rungen aller Betriebsmaterialien und Erhöhung bet Löhne zurüchuführen. Das Weizenmehl kostet 18,35 Mk., das Roggenmehl 15,05 Mk. der Dz. mehr. Die Geschäftrunkoste» der Bäcker erhöhten sich per Dz. von 17,66 Mk. auf 25,77 Mk. per Dz., also um 8,11 Mk. Bei Berechnung der Geschäftsunkosten der Bäcker ist auch die bereit» beantragte Lohnerhöhung der Bäckergehilsen berücksichtigt worden. Der Brot- preis kommt für ein 1500 gr. Roggenbrot auf 1,10 Mark. Der Preis für dieses Brot ist in Fulda und Gelnhausen auf 1,05 Mk-, in Cassel auf 1,06 Mk., in Gießen auf 1,12 Mk. und in Offenbach auf 1,20 Mk. -stgefetzt worden. Die Ursache der Steigerung der Brotpreise um 22 Pfg. anstatt wie bisher um 46 Pfennig ist namentlich auf den bisherigen, im Ver­hältnis zu anderen Erzeugniflcn außerordentlich billigen Getreidepreis zurückzuführe« und ferner lauf Die wesentlich bessere Ausmahlung des Getreides. Hierdurch werden die Backwaren eine Besserung er« ahrcn und dies wird die Einwohnerschaft begrüßen.

Auch der Landkreis verausgabt mit dem Beginn der nächsten Woche das aus dem neuen Mehl berge« 'teilte Brot. Der Brotpreis ist derselbe wie in der Stadt.

Brerpreife.

Der Verordnuns bei Magistrats über Höchstpreis» für einheimische Biere vom 12. September 1919 ist nunmehr eine Verordnung über Höchstpreise für auswärtige Biere gefolgt. (Vergl. Bekannt­machung des Magistrats vom 24. Oktober 1919, die in heutiger Nummer der Zeitung veröffentlicht ist). Die Preise für einheimische Biere sind früher mr sämtliche «usschankbrtriebe einheitlich festge­setzt worden, ohne Rücksicht auf eine Klasseneinteilung der verschiedenen Schankbetriebe und ohne Ricksicht darauf, ob beim Ausschank musikalische oder gesellige Veranstaltungen (Konzert, Tanz, usw.) stattfinden. Nunmehr sind den einheimische« Bieren die soge­nannten auswärtige« Grenzbiere (Alze- nauer, Aschaffenburger, Seligenstädter, Frankfurter, Homburger, usw.) völlig gleichgestellt worden.

Für Letztere gelten somit die gleichen einheitlichen Preise, wie für die einheimischen Biere, also ebenfalls ohne jede Rücksicht auf irgend welche allgemeine Betriebsunterschiede oder befonbere Veranstal­tungen. Dagegen find bei Festsetzung der Preise für sogenannte auswärtige Edelbiere (Münchner, Pilsner, Dortmunder, Fürstcnberger, Kulm­bacher, Tücher usw.) allgemeine Klassenunterschiede der Betriebe gemacht. Es sind zwei Klaffen unterschieden, für die zweierlei Preissätze gültig sind, nämlich Klassel: Kaffes und Konzertkaffees, und Klasse III Hotels, Restaurationen und Gastwirtschaften. Für Be- triebe der Klasse I ist die Pr-isskala auf einer Prcir- basis von Mk. 2.35 pro Liter aufgebaut, während für Betriebe der Klasse II die Pr-isskala auf einer Basis von Mk. 2. pro Liter beruht. Die verschiedenen Preisverzeichnisse für einheimische Erzeugnisse und aus- wärtige Grenzbiere einerseits sowie für auswärtige Edelbiere, entsprechend der Klassenzugehörigkeit der Be­triebe, andererseits sind in sämtlichen Lokalen deutlich sichtbar auszuhängen; die Preisverzeichnisse habe« de» Stempel der Prcisprüfungsstclle zu tragen. Die Preis» sind Höchstpreise im Sinne beS GesetzrS.

Die neuen Preisfestsetzungen sind im Wege vo« Verhandlungen im Einvernehmen mit den beteiligte« Interessenten erfolgt. Die Preise find teilweise erheb­lich niedriger als in anderen Städten (Frankfurt). In anderen größeren Orten (Berlin) sind die Aus- schankbetriebe ohne Zutun der behördlichen Organe au» sich heraus im Wege ihrer Innung zu bindenden Preis­festsetzungen geschritten, allerdings sind die PreiSsâtz« hierbei sehr viel höher ausgefallen.

* Die Gasabgabe erfolgt von morgen Sonntag ab nun in den Stunden früh von 58 Uhr, vormittags von 10.301.30 Uh^ abends von 69 Uhr. Außerdem ist der Gebrauch des elettrischen Lichtes zu allen Geschäfts, zwecken nach 5 Uhr abends, Lebensmittelgeschäfte^ nach 6 Uhr abends, verböte».