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S»xrück»«gs8»bübr:Die8aesp.Kolonelzeileod. bete« Raum 40 Pfg die 4geh>. Zeile i. Reklame- 1.50 Mk 25°/o Teuerungszuschl. Offertgebühr WPfg. Bezugssrois: Vèerteliährlich 4.20 Mk «onati. 1.40 Mt» für Postbezug Vierteljahr!. 4.20 Marl, monatl. 1.40 Mr. Die Rümmer 10 Hfg.

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General-Anzeiger

AmMches Organ für EkaSl- «ad Landkreis Kana«

Erscheint täglich mit Ausnahme derLonn- und Feiertage

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Verantwortlich' für politischen und allgemeinen Teil G. Schreckerskür lokalen und vrovimiellen Teil sowie Sport W. Moritz: für AnreigenuaL Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a.M.

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Fernsvrechanschliille Nr. 1237 und 1238

8r. 247

Englische Zigaretten und französische Parfüms.

Ich« Foxtrott-Kavalier und Warenschieber s kinicht heute in Berlin nur englische Zigaretten, j die »on wilden Händlern an jeder Straßenecke ! kilgehalte« werden, und jedes Lebedämchen, die : rtwaS auf sich und ihren Ruf hätt, benutzt heute l nuc noch die Pariser Parfüms, die auf irgend ; welchen dunklen Wegen über die Grenze und über £ kn Rhein kamen. Da der Typ der Schieber und ? Lebedamen an Zahl aber ganz beträchtlich zugv- kommen hat und da leider auch andere Kreise für ; englische Zigaretten und französische Parfüms [ schwärmen, so muß man diesen Dingen doch die ; Aufmerksamkeit widmen, die sie verdienen. Es i hMdett sich hier nicht darum, den Wert franzö- j Escher Parfüms oder englischer Zigaretten, die ; ibecdieS in zahlreichen Fällen wertlose und direkt ; südliche Nachahmungen darstellen, herabzusetzen, sondern eS kommt darauf an, daß durch den Kauf solcher Dinge unsere schon so arg geschwächte Va­luta noch weiter geschwächt wird. Das Bedürfnis nach Zigaretten, nach Kaffee und Schokolade be­steht nun einmal, und eS ist nutzlos, darüber zu diskutieren, ob eS zu recht bestcht. Infolge der Mangelhaften Lebensverhältnisse war zweifellos ein starkes Bedürfnis nach diesen Dingen vorhan­den. Der deutsche Martt war vollkommen ausge- fogen, kein Wunder daß er, nachdem die Möglich- Kit dafür bestand, sich vollsog wie ein Schwamm. Nachdem daS erste Bedürfnis nun aber gestillt ist, « eine Mäßigung im Kauf der genannten Waren Antreten. Das ist eine volkswirtschaftliche Mah­nung, die keiner von der Hand weisen darf. Schon durch den Kauf der Dinge, die wir für unsere Ernährung dringend brauchen, des amerikanische« Specks, der Fische a«8 Norwegen, wird unser Kre­dit belastet, so daß wir den Erwerb von allerlei Luxusartikeln, von Luxurseifen, Modellhüten und seidenen Dessous unbedingt einschränken müssen, wenn wir uns nicht zu Ti^e kaufen wollen. Diese Mahnung ist besonders wichtig in einem Zeit­punkt, an dem das Loch im Westen noch nicht ver­stopft ist, und alle die genannten Dinge nur im Schieberveckehr zu haben sind. Me Valuta ist heute nicht mehr ein Ding, das nur den Volk- wirtschaftler oder den Berufspolitiker angeht, die Vrlutafrage spürt jeder Deutsche recht fühlbar am eigenen Leib. Es wird in der Pr^se mttgeteilt, daß dar deutsch-holländische Warenabkommen zu einem Abschluß gekommen ist. Durch dieses Ab­kommen wird die Beschaffung von Rohmaterialien str die deutsche Industrie ermöglicht. Die Indu­strien, die damit Beliefert werden, müssen einen Teil der Produttion wieder für den Export ver­wenden, da auf diese Weise nur unsere Valuta gehoben und somit unsre Kredit und unsere Ge- samtw'irtschaftslage gestärkt werden kann. Wir »uissen wieder Vecedelungsland werden, das heißt ruf deutsch, wir müssen hrieber arbeiten, und das ist das alte Lied, das immer wiederholt werden wuß, das aber für uns weit wichtiger ist, als der Kauf von englischen Zigaretten und französischen Parfüms.

Die Derkehrslage imRuhrrevier.

WB. Esse«, 22. Oktober.

Die Wagengestellung für die Zechen, die schon am 10. Oktoß« eine kleine Besserung zeigte, gestaltete sich im Anfang der vorigen Woche zunächst weiterhin günstiger. Da aber die Eisen­bahnverwaltung die auf Anordnung des Ministers zugunsten der Kohlenabfuhr getroffenen Maß­nahmen infolge des (Anspruchs der übrigen Versender zum Teil wieder aufheben mußte, ging die Wagengestellung, die am 15. Oktober etwa 17300 Wagen erreichte, in den letzten Tagen wieder zurück. Am Samstag den 18. Ottober betrug die Gestellung etwa 14000, die Fehl- ziffer fast 10000 Wagen. Zum Abtransport ton den Halden, der infolge der Besserung der Lage seitens der Zechen èingelettet war, kam es unter diesen Umständen kaum. Reben den schon erwähnten Gründen verursachten vor allem auch die verstärkt einsetzenden Herbsttransporte, sowie die lange Laufzeit der Wagen mit Wiedergut- wachungskohle, eine abermalige Verschlechterung der Eisenbahnverkehrsverhältnisse. Die Leistung der Kipper in den Duisburg-Ruhrorter Häfen hielt sich mit dem Umschlag von durchschnittlich 16900 Tonnen arbeitstäglich auf der Höhe der Borwoche.

Beigelegter Konflikt.

Frankfurt a. M., 21. Oktober.

Zwischen den Frankfurter Eisenbahnem (D.

V.) und der Eisenbahndirektion ist heute nachmittag der Konflikt in einer öffentlichen Versammlung des Deutschen Eisenbahner-Ver- barüxs beiaeleat worden.

Mittwoch

Der Mekallarbeikerstreik.

DDP. Berlin, 22. Oktober.

Der bisherige Verlauf der Schiedsgerichts­verhandlungen im Metallarbeiterstreik läßt auf beiden Seiten den Willen zur Einigung erkennen. Es ist allerdings, da die Streikbewegung erst nach vollständigem Abschluß der Verhandlungen beigelegt wird, in nächster Zeit noch nicht mit der gesamten Aufnahme der Arbeit in der Metallindustrie zu rechnen.

Gegen unwahre Behauptungen.

WB. Berlin, 21. Oktbr.

Im Sommer 1919 tauchten in Deutschland Meldungen auf, wonach den deutschen Kriegs­gefangenen von den bttttschen Lagerbehörden bekannt gegeben wurde, daß die deutsche Regie­rung die Schuld trage, wenn ihre Heimschaffung noch nicht stattgefunden habe. Das Auswärtige Amt hat daraufhin durch Vermittlung der schweizerischen Gesandtschaft in Berlin bei der britischen Regierung gegen die Verbreitung der- artiger Nachrichten ernsten Einspruch erhoben. Die britische Regierung hat zugesagt, daß sie die Angelegenheit untersuchen werde und jeden Ver­such, woher er auch komme, die deutsche Regie­rung auf diese Weise zu verdSchttgen, nachdruck- lichst entgegentreten würde.

Die Kriegsgefangenen in Frankreich.

WB. Berlin, 21. Oktbr.

5m Haushaltungsausschuß der Nationalver­sammlung erklärte der Minister des Aeußern, nach einer jüngst qus der Schweiz zugeganaenen Meldung sei damit zu rechnen, daß bis Weih­nachten per größte Teil der Gefangen aus Frankreich zurSckgesandt werde.

Die neue TStigkeit des Generals Mangin.

Paris, ZI. Oktbr.

DerMatin" sagt, daß die Ernennung des Generals Mangin zum Chef der interallierten Mission zur Kenntnis der Regierung gebracht worden ist. Er wird die Verwaltung der bal- tischen Provinzen während einer noch unbe­stimmten Zeit übernehmen.

Die Operationen in-rutzland.

WB. London, 22. Oktbr.

Der Kriegsminister teilte über dieOperatio- nen in Südrutzland mit: Die Kosaken setzten das Vorrücken westlich des Khewer fort. Sie schlugen die 14. bolschewistische Division in die Flucht, machten 5000 (Befangene und erbeuteten 27 Kanonen sowie zahlreiche Maschinengewehre. Der Kampf geht östlich von Horenesch weiter, ebenso östlich von Orel. Südöstlich von Orel wurde eine feindliche Kolonne von 10 000 Mann umzingelt, darunter auch chinesische Regimenter, und aufgerieben. Am 15. Oktober griffen die Bolschewisten Kiew an. Es gelang ihnen vorübergehend, die Stadt zu besetzen. Die ver­stärkten Freiwilligen warfen später den Feind aus der Stadt wieder zurück mit Ausnahme der westlichen und nordwestlichen Dorotten.

Das Befinden des Abg. Kaafe.

DDP. Berlin, 22. Oktober.

Ueber den Zustand des Abgeordneten Haase teilt der ihn behandelnde Arzt folgendes mit: Obwohl seit gestern eine gewisse Besserung fest­zustellen ist, kann doch nicht davon gesprochen werden, daß die Lebensgefahr für den Abgeord­neten beseitigt ist. Das Fieber ist gesunken, doch besteht die vollständige Vereiterung des gesamten Schußkanals, die jeden Eingriff sehr erschwert, weiter fort. Die Krisis wird sich wahrscheinlich in kürzester Zeit entscheiden.

Die Opfer des Krieges.

Nach einer amtlichen Statistik hat der Krieg für Deutschland einen Gesamtveclust von 5^ Mill. Menschen gefordert. In dieser Zahl sind alle Ver­luste durch Krieg, Blockade und Unterernährung einbegriffen. Im Jahre 1913 wurden in Deutsch­land 1839 000 Menschen geboren, 1 005 000 Men­schen starben.. 1918 starben (die Heeresverluste nicht eingerechnet 1630 000, geboren wurden 945 000. Dem Geburtenüberschuß von 834 000 im Jahre 1913 steht ein Sterbeüberschuß von 885 000 gegenüber. In den KriegSjahren sind nur 60 Pro­zent der Geburten des letzten FriedenSjahrck er­folgt, so daß im Jahre 1921 die Zahl der einzu- schulenden Kinder dementsprechend Meiner werden wird. Die Aussichten für die Ehe sind durch den Krieg bedeutend verschlechtert. Im Alter von 20 bis 30 Jahren kommen aurxeit auf 1000 Männer

22. Oktober

1230 grauen. Infolge der Nachwirkung des Krie­ges nehmen Tuberkulose und Geschlechtskrankhei- ten immer mehr zu, die steigende Wohnungsnot werd diese Krankheiten noch mehr fördern.

Denlsche Nattonalversamml»«-.

Berti«, 21. Oktober.

Am Ministertisch: Dr. Mayer. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung «m 1 Uhr 20 Minuten. Aus der Tagesordnung sieben «midist kleine Anfragen. Auf eine Anfrage eines ZentrmnSabge- orbneten. ob die Reichsregierimg ihren Verpflichtungen den DalutatAuldner« gegenüber genügen will, wird regierungsseitig geantwortet, daß eine restsos« 8er- vfficktnng deS Reiches nicht in tyrage kommt. Die Art der Abrechnnngen bilde den Gegenstand eingehender Erwägungen. Eine Anfrage Frau Weber (Ztr.) wegen Nstffandsmaßnabmr« zur Beschaffung von tkleidrmg imd Wäsche für kinderreiche Familien wird regierungsseitig dabin beantwortet, daß beträc&tlidie Mengen setzt bereitgesteSt worden sind. Auf eine Anfrage (Bergmann (Ztr.) wegen unerlaubter Au», bthr von Brotgetreide nach Holland und von schwark­geschlachtetem Fleisch nach Belgien wird geantwortet, daß die Gtrasbeffiumiungen verschärft worden sind, daß aber eine Aenderung erst zu erwarten sei, wen« die alten Zollgrenzen wieder bergeftefft seien. Auf eine Mfrage Schiele (deutsch-natl.) wegen Ermordung der Mm Biarch in Mainz durch einen französischen Sol­daten wird geantwortet, daß eine Antwort Frankreichs noch nicht vorliege. Hieraus wird die Beratung der ReichSbaushalts bei der AbteilungReichsschatzamt" fortgesetzt. Reichsschatzminister Dr. Mayer: Die Drrwaltnng der im Kriege entstandene« großen in­dustriellen Unternehmungen unter Keteiligun« des Reiches (Stickstoff, Almninium, Elektrizität) macht nicht mehr viel Arbeit, da sie in Gesellschaftsform überge- fit hrt wurden. Die finanzielle Kontrolle der Kriegs­wirtschaft bezüglich der ^tdjfübrung «nd HandelSab- schlüffe größerer Finanzgeschäfte wird uns nicht mehr allzulange beschäftige«. Die größte Arbeit liegt in der Berwaltmrg unb Verwertung der MsrsetzÄUch.«»l»t«cn maoite« m» IMWÜ!« Heeresgäter. An die Hrrwsktnne der mobilen Heeres­güter müßten wir herantreten ohne Kenntnis der Be­stände, eine jede Inventur und m Seftindige« Kampfe mit dem Diebstahl Zur Zeit haben wir 3000 Herres- lager unb 1000 weitere Stellen, wo sich Heeresgut befindet, fest in der Hand. Eine vollständige âJnvèn- tur ist jetzt durchgcfitbrt. 150 Millionen für ent­wendetes Gut find zurückgestoffen. Von weiteren 400 Millionen Mark ist es zu hoffen. (Beifall.) KontroL- ftationen nach innen und außen sind allenthalben er­richtet. 95 Prozent der Vorwürfe gegen das ReichS- verwertungsamt find gegenstandslos. Drei Milliarden sind aus dem mobilen Hecresgut erlöst worden. , I« der ersten Hälfte der nächsten Jahres wird das Reichs- »erwertungsamt feine Tätigkeit im wesentlichen be­endet haben. Die Heeresbetriebe sollen in Friedenr- betriebe umgewandekt 'werden 'und so weiterbetrieben werden, vorausgesetzt, daß sie sich rentieren. Betriebs- und Baukapitalien werden nach entsprechenden Ab­schreibungen in den Etat eingesetzt Werben, wobei da­für Sorge getragen wird, daß sie durch entsprechende Einnahmen verzinst »nd amortisiert werden. Diese Betriebe zusammen werden den größten Industrie- konzern der Welt bilden. Es waren dies alles So triebe, die mit bem äußersten Raffinement zu militä­rischen Zwecken «nfgebaut worden waren. Um so schwieriger ist ihre Umstellung für die Friedenszwecke. Die Pulverfabriken find nicht zu verwerten. Im Kriege wurden 940 000 Arbeiter beschäftigt, jetzt nur noch 45 000. Wir hoffen, diese Zahl vielleicht in einigen Monaten wieder erhoben zu können, doch wird bis dabin die Umstellung «och nicht durchgeführt sein, gür die Arbeiter und Angestellteu muß gesorgt werden über die vcrpfiichtung des Reiches hinaus. Ein diesbezüglicher Sefebenttourf ist in Vorbe­reitung. Die Akkordarbeit ist überall durchee- führt worden, wo es angängig war. (Bravo.) Wir brauchen Aufträge. In dieser Beziehung ist es gut vorwärts gegangen. Wir wollen in unseren Betrieben das Eisen vom Roheisen bis zum Fertigfabrikat ver­arbeiten. Nur so ist eine RentabiNtät möglich. Strenge Disziplin und Dnrchhaltiing nach kaufmännischen Ge­sichtspunkten und Verbindlichkeiten sollen unsere Betriebe zu Musterbetrieben machen. Eine eingehende Denk- ichrist wird ihnen zugehen. Dem Amt erwachsen aber auck noch neue Aufgaben durch die Uebernahme der gesamten Reichsbauverwaltung und die gesamte aktive Militârverivaltung. (Bauwesen, Versorgung des Heeres u. Marine, Konservenfabriken, Schlächtereien, Bäckereien.) Die Verpflegung her Belotzungstruppen, Ucbcrwachimgs- kommission »sw. der Miierteu werden pro Jahr 2'/, Milliarde erfordern. DaS ist unerschwinglich. (Sehr richtig.) Dabei kennen wir noch immer nicht die genaue Zahl der Truppen. Der BegriffHerpflegung" wird so weit ausgedehnt, als es überhaupt nur möglich ist. ©äsn konimen noch die Rcguisitivnen. Die Franzosen haben bis jetzt für 900 Millionen requiriert. Die beiden in Berlin zu erwartenden UebcrwackimgSkom- missionen werden die Berliner Hotels überschwemmen. Eine Verminderung ihres Umfanges wurde abgelebnt. <Hört I Hört!) Im besetzten Gebiet erfordert der Neu­bau von OffizierSwohniingen und Kasernen 300 Mill. Mark DaS ist nicht zum Ertragen. Die Fortsetzung dieses Gebabrcn» wäre ein Aurlau-ungsakt der Entente, der schließlich dieser selbst schadm wird. Unmittelbar nach Friedensschluß müssen die BesatzungStruppen ver­mindert werden. (Lebdafter Beifall.) -- Ab». Giebel (6»j.): Der 8<ri*t übn die Militârwerkstättcn zeigt ein trostloses Bild. Die Militärverwaltung in den Heeres- und Marincwerkstättcn hat unglaublich gewirt­schaftet. Die Arbeiterschaft bat ein vâS Verständnis

1919

^Hj^ - "âWWf dafür, daß die VroduktionSmöglichkeit gehoben inerbext m»ß, daher erscheint ihr das Akkordsystem aruoend» bar, nur darf eS nicht zur Lohndrücker«! benutzt werden. Die BelleidungSämter sollte« nicht pe stark vermindert werden. Musterbetriebe z« schaff«^ wird Bente schwerer sein, wie früher. Hier muß be»; sondert» ans das Mitbestimmungsrecht Bedacht ge­nommen worden, ebenso ans Tarifverträge der Ar­beiter und Angestellte«. Die jaristisch gebildete« Fi» nanzverwaltungsbeamte« sollten durch technisch borge», bildete Beamte ergänzt werden. Abg. * t f i n (Zentr.) Die Umstellung der Betriebe, für welche 495 Million«« Mark an gefordert wurden, ist ein Werk, daS noch kein Volk übernommen bat. Unrentable Betriebe müssen ausgkbaut werden. Die Natwnalversammlsnr bat der Regierung ihr Vertrauen bewiesen durch Be» wiMgung der Mittel. ES liegt nun «m Arbeitern «ab Angestellten, durch treue Pflichterfüllung dafür, zu sorgen, daß die Betriebe heute arbeiten. Der Minister soll einmal ordentlich in die Wespennester der Krieg»« gesellschafte« hi«einfahre«. Abg. Esther» (Dem.) Die finanziellen Bedingungen de» FriedcnSv«rtrages. find a» mtb für sich «»erfüllbar. Wenn die Feind» jetzt so unberechtigte Ansprüche an uns stellen, so wer­den biefe Beträge von unseren Verpflichtungen m Kb» zog gebracht werden müssen. Die Besatzungstruppe»! werden immer mehr demoralisiert. Umstellungen könne« ohn« Schädignng der Reichsfinanzen nur borgenomm« werden, nach Anhörung van Fachleute«.nr die Akkordarbeit kann aus der Lotterwirtschaft heraus­führen. Musterbetriebe können die ReichSbrtriehe nur werden, wen« Arbeiter «nd Angestellte restlos ihre Schuldigkeit tun. Alle Metall verarbeitenden Betriebe müssen unter einer Leitung zusammengefaßt »erben; - «kichsschatzmimster Dr. Mayer: Wir werben btt 12 Bekltidungsämter nach Möglichkeit weiter besteh« lassen. Aber wir dürft« auch dem Handwerk nicht alle Anfträge «tziehe«. Den Technikern sind bereit» in weitestem Maße leitende Plätze ein-eräxmt worden, Die Verwaltung der Liez«schaste« «nd b* atttbt Militärverwaltung befinden sich nicht allein m I»- ristischen Hâude». sondern auch zur Hälfte in m$f ft-riftischen. Hierauf vertag c fich daS Haus. Die Weiterboratrmg wird «xf Mittwsch 1 Uhr

Preutzifthe vKndesverf«mmlu«g.

(kB. Sitzung be« 31. Oktober).

Am Mixistertisch: Braun. Präsident Seiners eröffnet die Sitzung vor fast leeren Bänken nm 12 Uhr 25 Min. In Beantwortung einer Anfragi teilt die Regierung mit, daß zerschlagenes Klockengnt nicht mehr in größeren Mengen vorhanden sei. 64 fei eie Ausschuß eingesetzt Worben, der die gesamte vermlung unter die betreffenden Gemeinden vermitteln soll. Die Ergänzung des gelichteten Älockcnbestande« wird viele Jahre erfordern. Organisatorische Maßnahmen dafür seien im Einvernehmen mit den Kirchenbebörde« m Vorbereitung, -r Ans eine weitere Anfrage teilte bt< Regierung mit, den notleidenden Schauspielern aw ehemafigen Hannover'schen Hosthcater sei durch T««- rungSjulagen geholfen. Eine Gehaltserhöhung habe sich bisher nicht durchführen lassen. Auf eine wertere Anfrage wurde mitgeteilt, ein Zwang zur Ablsgung der religiösen Eidesformel beim Zeug-neid sei nach Auffassimg der Regierung mit der Rcicksverfaflung nicht vereiniar. Hierauf wird die zweite Haus- baltSberatung bei der Sandwirtschaft,Verwaltung fort« gefetzt. Abg. Graf Kanitz (deut'ck^-tl.) empfiehlt einen Antrag, daß die Zwangswirtschaft in dem Sst- sich deS polnischen Korridors lumenden Teck von West, prcußm und in der Provinz Ostpreußen cmfgehobe» werden soll. Abg. ».Scheffel (deutsch-natl.) bo antragt Maßnahmen zur Bekämpfung des Mangels an Arbeitern mtb Handwerkern auf dem Lande sowie gegen die Abschlachtung von Milchkühen. Abg." Jacobi- Raffauf (Ztr.) besingt die nach dem Frie- benSbertrag zu bewirkende Ablieferung von Milchkühe« an die ftindlichen Staate». Die Regierung «Me da­für sorgen, daß den Viehbaltern i« besetzten «eblete Erleichterungen zuteil werden. Redner beantragt, bei den Besatzungstruppen dahin zu wirken, daß die «e- bßfte, Scheunen und Stallungen z«r Sicherung der Ernte freigegtben werde«. Abg. Dr. Schreiber (Htm.) beantragt eine Nenregelun, der Zus««m«n. setzimg der Landwirtschastskammern- Abg. Frau Rehberger (Ztr.) befürwortet die Einstellnng von Frauen bei den Landwirtschaststammern und in bt^ Landwirtschaftsministerin«. Abg. Peters« .\5o*born (Soz.) wünscht die «usdehnun, der Klein« pachtordnung auf Grundstücke bis z« einem halben Hektar Größe. Abg. Ripp el (dentsch-natl.! fordert bi« AufhcbiMg der Verordnung über die Sicherstellung der landwirtschaftlichen Arbeiten, die viel Beunnlhiguug in die Landwirtschaft bineingetrage« habe. Der ^ laß ist überflüssig, denn der Mnister bat tegegebeitt daß die Tarifverträge in der Landwirtschaft alüvNiOc^ weise unglaublich schnell eingeführt worben find. An! LandwirtschastSminister, de« es m dieser Zeit M^t gelingt, die Produttion zu beben hat seinen Bem( »erfeylt. Der Minister darf sein Amt nicht »erlvech- sclnmitde«eine» sozi«lde«okraüschen Parteisckretârr.-^ Abg. Jacobi- Raffaiif (Ztr.) wünscht einen stärkeren Abschuß von SchwarzwUd nnd Hirschen in der Eifel,' im Hunsrück und im Rheingau. Die Landwirte leide« sehr unter der Wildplage. Redner beantragt eine Fristverlängerung für die Frühdruschprämie, Bekämp­fung der Schädlinge des Weinstocks und eme rochtzei« tige Belieferung der Winzer zur Traubeuerut«. Abg« Heß (Ztr.) fordert die 6tnberufnng des Weinparla­ments. In einer förmlich«« Anfrage ersuchen bis Demokraten um die Ausgestaltung der wiffentschaftliche« Forschung zur Föroerung der Landwirtschaft und Industrie, die Unabhängigen um Regelung der Land- aâiterocrbältnüsc und BekämvfuuL des Licferstr-ckh