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General-Anzeiger

AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan

Ettcheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Nr. 246

Dienslag den 21. Oktober

1919

SS

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Hoffnung, Lebensmut.

Mitten in den deutschen Landen, im Herzen yes Reiches, liegt als letzter Ausläufer des Mitteldeutschen Gebirges, vor der lachenden Tiefebene, der Goldenen Aue, ein Wahrzeichen vergangener deutscher Größe und Einheit der Kyffhäuser mit seinem Denkmal.

Als Stammburg eines stolzen und mächttgen Veschlechtes hat der Kyffhäuser schon in der jähesten deutschen Geschichte eine hervorragende Rolle gespielt und auch später, als mit der 8röße des Reiches auch die stolze Stammburg in Trümmer gefallen war, hat der Kyffhäuser indem deutschen Gefühlsleben seine sagenhafte Bedeutung nicht verloren. Gerade in den schwersten Zeiten unseres Volkes, wo es sich nach Einigung und nach Erlösung von Fremd­herrschaft sehnte, war es die Kyffhäusersage, welche, gewissenhaft vom Urgroßvater auf den Vater und Sohn bis in weiteste Generationen getreulich fottgeerbt, die Hoffnungen der deut­schen Stämine aufrecht erhielt und als hell­leuchtender Stern in tiefbunfier Nacht eine bessere Zukunft verhieß. Ja, der Kyffhäuser war es, der als Symbol der verlorenen Einheit

md Zusammengehörigkeit, als heiliger H

Vaterlandgefühls und des nationalen 6i

iort des ehnens,

cüe deutschen Völkerschaften in idealem Schwünge bereinigte und in der Geschichte der deutschen Unterdrückung eine so bedeutsame Rolle spielte, ton, Rotbart, der letzte große Paladin des Rei­ches war nicht gestorben, der Reichsgedanke war mit seinem Hinscheiden nicht zu Grabe getragen, er war hinuutergesttegen in die tiefe Gruft des Kyffhäusers, um dort seine Zeit abzuwarten, zu Hartes bis ihm wieder ein würdiges Geschlecht tzuangewEMdeiner sein altes großes Deutschland aus den Trümmern wieder aufrichten Ihne. Viel hundert Jahre lang sind die Raben um den Berg geflogen, und haben mit ihrem gieri- Stn Gekrächze die sonnigen Fluren des geprüften Vaterlandes begeifert. Viel hundert Jahre hat das geplagte und zerrisime deutsche Volk in un= iiltwegtec Treue und felsenfester Hoffnung seine «eduldigen Blicke hin nach dem Kyffhäuser gerich­tet, bis ihm endlich nach der schweren Prüfung sein einiges und glorreiches Vaterland wieder er­fand. Unzählige Generationen haben in treuer Ueberlieferung die erhebende Geschichte vom Rot- fort tief drunten im Kyffhäuser weitervererbt und in treuer Pflegschaft dafür gesorgt, daß das große Erbteil zuversichtlicher und hoffnungsfreudiger Vaterlandsliebe im Volke dauernd lebendig er­halten blieb.

Wieder liegt das Reich in Trümmern, wieder m Todeszuckungen windet sich ein gequältes Volk. Trotzdem müssen wir uns zu der Ueberzeugung dlirchcingen, daß der deutsche. Genius nicht ge­worben ist. Er wird dereinst wiederkommen, Henn er wieder ein starkes Geschlecht findet.

Wahrlich eine heilige und schwere Aufgabe ist das Voll an diesem Gedanken aufzurichten und ihm mit jenem Khffhäusergeist wieder das Selbst- dectrauen und den Lebensmut zurückzugeben, ba= nit es sich zunächst wieder auf sich selbst besinnt wd wieder an vaterländische Ideale glauben lernt.

Das MiMarösn-Deffizil in PreMerr.

Im Haushaltungsausschuß der preiißischen LandeS- versammlunq gab bei Beratung be? KnltuSctatS der Finanzminister Dr. Südekum im Hinblick auf 33 vor­liegende Anträge, die für die Förderung des Unter- ttchtSweienS Geldmittel verlangten, eine Erklärung über das erschreckende Defizit der preußischen Staatskasse ab. Der Minister sagte: Der nunmehr endgültig feftgefteüte Fehlbetraa für daS Rechnuna?j"hr 1918 beträgt 2,3, ber für daS Rechnungsjahr 1919 sechs Milliarden Mk. Und das, obwohl die Steuern den Ansatz sogar einiger­maßen überschreiten. Die unverzinfien Schavan- Weisungen schwebende Schuld haben neun Mil­liarden überschritten und können nicht weiter vermehrt werden. Dazu kommt, daß wahrscheinlich schon morgen der FriedenSvertrag in Kraft treten wird, der jede Hoffnung auf ein menschenwürdiges Dasein der Ar­beiterschaft und des ganzen Volkes radikal austilgt. Er zwingt uns, den letzten Pfennig für die Erfüllung des Versailler Vertrages herzugeben, damit wir trage« stchts unsere» ehrlichen Strebens durch den Völkerbund von diesem Frieden befreit werden können. Wir müssen alle? hinter uns werfen, um bie eine Frage zu lösen: wie werden wir von diesen SUabenfetten frei? Im Volke herrscht noch immer keine Klarheit über die Lage. Die Sckulpläne des Ausschusses in allen Ehren, aber wir find zur vollständigen Knlffirlofiakeit und Verblödung verurteilt, wenn cs uns nicht gesinnt, in kürzester Zeit den FriedenSvertrag von uns abzuschütteln.

LloyD George über die Me-ens- wrrèfchaft.

Lloyd George hielt in Sheffield eine Rede, in der er den Wiederaufbau auf sozialem und industriellem Gebiet als daS Notwendigste bezeichnete. Er sagte, daß die Furcht der Arbeiter, wieder zu den Löhnen der Vorkriegszeit zurückkebren zu müssen, unbegründet fei; es sei aber anderseits schwierig zu sagen, wie die Zah-

(nnöLluyt werden solle, wenn

tium in Deutsch-Oesterreich 350 000 Frank zum An­kauf von Lebensmitteln und Rohstoffen Vorstrecken werde.

Graf Czernin über den früheren Kaiser Wilhelm.

W. Berlin, 21. Oktbr.

In feinen in derVossiscken Zeitung" veröffent­lichten Erinnerungen schreibt Graf Czernin über Kaiser Wilhelm u. a.t In den Jahren 1917 und 1918, in welchen ich amtlich mit Kaiser Wilhelm zu tun batte, war seine Scheu vor unangenehmen Er­örterungen so stark, daß eS oft die größten Schwierigkeiten machte, daS Notwendige an den Mann zu bringen. Ueber das Verhältnis Wilhelms II. zu England schreibt Czernin: Ich habe immer den Ein­druck gehabt, daß der Kaiser die geringe Sympathie, die er in England genoß, als störenden Mangel empfand. Sein Wunsch, aut beurteilt zu werden, entsprang jedoch nicht persönlicher Eitelkeit, sondern politischem Interesse, da er wußte, daß die Art und Weise, wie er persönlich in England eingeschntzt wurde, auf die englisch-deutschen Verhältnisse einwirken mußte.

Kleine Nachrichten.

Der EsWerkschaftsbund deutscher Eisenbahn beamten richtete an die Reichsreqierung am 17.0 tob er eine Kundgebung, in der gegen das terroristr sche Verhalten derjenigen Arbeiter, welche am 13. Oktober mit Gewalttätigkeiten gegen Ve amte der Eisenbahndirektton Frankfurt a. M vorgegangen sind, protestiert wird und Maß­nahmen zum Schutze der Beamten bei der Aus­übung des Dienstes verlangt werden.

Der Minister für Wiederaufbau. Wie der Fränkische Kutter" erfährt, hat sich der Ober­bürgermeister Dr. Geßler in Nürnberg ent­schlossen, den Posten des Ministers für Wieder­aufbau zu übemehmen. Er ist einer der füh-

gleichzeittg auch die Erzeugung durch die Arbeiter Yettueit rotänner der füüöeutschen Demokratie.

Abbau der Streikleitung im MetallarbeikerskreiK.

DDP. Berlin, 21. Oktbr.

Es ist jetzt mit dem Abbau der Streikleitung M Metallarbeiterstreik begonnen worden. Die Eewerkschaftskommission ist aus der Streikleitung ausgetreten. Die Leitung liegt nunmehr allein ?! den Händen der Fünfzehnerkommission. Wie^

größer wird. Es sei nötig, daß nicht nur der Form nach, sondern auch tatsächlich Frieden im Lande werde. Mit dem Feinde sei soeben Frieden geschlossen worden, und so lange Deutschland die ihm auferlegten Ver­pflichtungen erfüllen solle, müsse es Gelegenheit haben, ehrenvoll und friedlich zu bestehen. Das liege nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern auch Englands und der ganzen Welt. Der KriegSgeist fei für bie Industrie fatal gemehn. Die schwierigen Regelungen, die jetzt in der Industrie vorgenommen werden müßten, könnten nicht erfolgen, wenn es stets zu Reibungen käme. Man müsse unbedingt gegenseitiges Vertrauen haben. Lloyd George wünscht größeren Kraftaufwand und größere Zusammenwirkung. In dieser Hinsicht könne b'e Rezierung nicht viel tun; je weniger sie unternehme, desto besser. Arbeitgeber und Arbeit­nehmer toIlcH in die Lage versetzt werden, ihre Kon­flikte unter sich zu regeln.

Die Heulfch-yolrEchen Verhandlungen.

Berlin, 21. Oktober.

Zum Stand der deutsch-polnischen Verhand­lungen wird in derDeutschen Allgemeinen Zeitung" u. a. mitgeteilt, daß bei der Behand­lung der Beamtenfrage sich für die Regierung selbstverständlich die Forderung ergab, daß nicht nur für diejenigen Beamten, die in dem Gebiet verbleiben, von einer Vermögensliquidierimg abstand genommen wird, sondern daß diese Er­leichterung auch anderen Beamten und der übrigen Bevölkerung zuteil werden müßten. Bisher sind die Polen bedauerlicherweise auf die billigen Vorschläge der Deutschen nicht ein­gegangen, aber es besteht noch kein Grund, die Hoffnung enbgültig aufzugeben.

Der Siedlergedanke.

WB. Berlin, 20. Oktober.

Einem Mitarbeiter derBerliner Börsen-

- «I T7 °^ ,MNszeynerrommMon. ^ .eitung" erklärte Graf v. d. Goltz, er glaube, Is>s^r ^^Ä^' m t^ ^^^^r ourch seinen Abschied den Interessen der Heimat

Abschluß der Verhandlungen im Reichsarbeits- "lmisterium eine Generalversammlung der Metall­arbeiter über die Wiederaufnahme der Arbeit WUufj fassen. Die Heizer und Maschinisten ^r Metallbetriebe verbleiben weiter im Streik.

Aeber èie Kriegsschuld.

WB. Berlin, 20. Oktbr.

Der erste Unterausschuß des parlamentatt- Aen Untersuchungsausschusses über die Kriegs- Mld stellte heute die Fragen fest, die an die ^rantwortlichen Staatsmänner zu stellen sind. M etwa 14 Tagen gedenkt der Ausschuß mit s1 Befragung der Auskunftspersonen zu be-

Widersprechende Nachrichten.

Wien, 20. Oltbr.

Nach einem Funkspruch des Wiener Eorr- Ureaus aus Moskau vom 20. Oktober, 5 Uhr largens, finb entgegen den ausländischen Mel­angen Kronstadt und Petersburg fest in den 'anden der S evjettruovèn.

am besten zu dienen. Die noch reichsdeutschen Truppen wmdm alle dem Räumungsbefehl folgen. Aber eine nicht unbeträchtliche Anzahl, wohl die Hälfte, fei aus dem Verbände des Reiches ausgeschieden und würde bleiben. Eines Tages werde man doch erkennen, daß es- sich wirklich nicht um die Verwirklichung imperialistischer Ziele Deutschlands handele, sondern einfach um Privatunternehmen der Mannschaften. Es sei nicht zum beschreiben, mit welcher Stärke der Siedlergedanke die Massen beherrsche.

Kilse für Deutsch-Oesterreich.

DÜP. M en, 21. Oktbr.

Aeußere Anzeichen lassen darauf schließen, daß die Entente jetzt doch ernst icke Schritte unternehmen will, um Dentich-Oesterreich und Wien Hilfe in der g-^ö ten Not zu leihen. Die Arbeiten de» Subkom tecS bei

N-parationskommiisiou we den in der nächsten Zeff beginnen. Der amerikanische Delegierte Oberrat Smith ist bereits in Wien eingetroffen, ebenso der englische Delegierte Sir William Good. I

Deutsche NÄlioualversaMMkung.

Sitzung vom 20. Oktober.

Am Ministertisch Schlicke. Das Haus ist schwach besucht. Präsident Febrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min. Fortsetzung der zweiten Beratung des HauSbalts des Neicksarbeitsministeriums. Abg Winnefeld (D. V.-P.) tritt für baldige Schaffung eines ArbeitSreckteS ein. Die Schlichtuugsansscküsse muffen weiter ausgebaut werden und die Gewerbe- oder Erwerbskrankheiten müssen als Unfall anerkannt werden. Die Arbeitslosenunterstützung wird noch immer an Leute bezahlt, die die ihnen zugewiesene Arbeit nicht tun oder wieder niederlegen. Eilt Antrag Schiele (Deutscknat.) betr. Wohnungsfürsorge wird dem sechsten Ausschuß überwiesen. Weitere Titel wer­den angenommen. Abg. Bock (Unabh.) bemängelt dieBezüge derKnegsbeschädigten. Minister Schlicke: Das Unwesen der Simulanten und fallen Kriegs­beschädigten wird nach Möglichkeit beschnitten werden. Abg. Schneider- Sachsen (Dem.) Die Ange- stelltenversichernng darf nicht mit der Arbeiterversicke- rung verschmolzen werden. Dies würde bloß zum Schaden der Angestellten ausfallen. Minister Schlicke kann das nicht znaebcn. Zu dem Titel ^orberungen des Arbeitsnachweiswesens" liegt ein Antrag Scheidemann (Soz.) vor,die eingestellten 600 000 Mark auf 1600 000 Mark zu erhöhen. Abg. Sachse (Soz.) fordert eine Neuordnung des Arbeits- nachweiswejens im Bergbau und begründet den Antrag, mit dem Inter-sic der Allgemeinheit am Bergbau. Abg. Bolz (Zentr.) DaS Reich kann solche Summen an Vorschuß nicht bewilligen. Der Antrag ist nickt genügend begründet. Die Abgg. B i ck (Dem.) und Zu bei! (Unabh) stimmen dem Antrag zu. Abg. Schneider-Sachten (Dem.)'Dar Arbeitsnachweis Wesen darf nicht schematisiert werden. Die Bezirkr- arbeitSnackweise müssen nach Wirtlchastsgebieten abge­trennt werden und vor allem müssen sie wirklich Arbeit Nachweisen. Die Statistik muß auf das Notwendigste beschränkt werden. Das Reich muß das ganze Ar- beitsnachweiswesen übernehmen. -s» Der Antrag Scheidemann wird angenommen. Abg. Gleich­auf (Dem.» tritt für unparteiische Zuiammensctzunn der SchlichtungsauSscküsse ein. Wenn bafür starke Garantien geboten werden könnten, würde der Widerstand der Arbeitgeber gegen bie SchlichtungsauSschüsse schwinden. Abg. Frau le hm (Deutscknatl.>: Der Minister hat sich zur Re­form der Heimarbeit bekannt. Die Einbeziehung de Heimarbeiter in das Betriebsrätegesetz ist freudig zu begrüßen. Viele Tausende von Heimarbeiterinnen wollen arbeiten und nicht Arbeitsiosemmkerftütznng be­ziehen, aber sie wollen nicht in die Fabrik geben. Ar­beitswillige Hänge feßte man nicht zurückweisen. Auch wegen der Jugendpflege ist zu wünschen, daß die Heim­arbeiterinnen bei ihren Kindern bleiben. Natürlich mirß die Heimarbeit reformiert werden. Der Achtstunden­tag darf nicht gefäbrbet werden. Die Lölmc dürfen nickt gedrückt werden, die Kralle der Halb-rwerb»- äbi en können in der Heimarbeit auSgenutzt werden Es wird Zeit, daß das HcmsardeitSgcsetz in Kraft tritt. Die Fachausschüsse müssen Lohnämter werden. Die Regierungsstellen müssen Arbettsanllräge an die Hcim- arbeitsoigani'atioiien geben. (Dellall rechts.) Abz. H e r r in a n n ° Nc'itlmgcn (Dem.) wünscht die Rc-

weibliche Arbeitslose. Abg. Meyer-Sachsen(Soz.) verlangt Erböbung der Unterstützungssätze für die Kriegshinterbliebenen. Damit ist der Haushalt bei Neichsarb-itsministcrinm» erledigt. Er folgt die Be­ratung des Haushalts der ReichrichatzmimsteriumS. Abg. Stücklen (Soz.) berichtet über die Ausschuß. Verhandlungen. Dienstag 1 Uhr SBeiterBeratung, Vorher Anfragen.

Das Programm der Deutschen Wotksparteè.

In den Mittelpunft ihrer Leipziger Tagung hat die Deutsche Vollspartei die Beratung des neuen Parteiprogramms gestellt, das unter der UeberschttstGrundsätze der Deutschen Volkspar- tei" in der reichlichen Länge von drei engbedruck­ten Seiten am Freitag vom Zentralvorstand be­gutachtet wurde und am Sonntag vom Parteitag selbst beraten werden soll. Diesem Zweck wird auch die Fortsetzung der politischen Aussprache vom Samstag geopfert, die zunächst bis nach Ver­abschiedung des Programms zurück gestellt wird< Ueber den ersten Abschnitt

vom Staatswesen

berichtet nachdem mitgeteilt ist, daß im ganzen 565 Delegierte anwesend sind Abg. Dr. K a h l. An die Spitze stellt er den Satz, daß das politisch« Ziel der Einheitsstaat sein muß, nicht zuletzt des­halb, weil die Kleinstaaterei die Hoffnung der Gegner ist. Daher ist die Einheit die Bürgschaft für die Stärke, nur in ihr wird Deutschland eine seiner inneren Kraft entsprechende Machtstellung nach außen zurückgewinnen. Tatsächlich ist das Ziel aber heute noch nicht zu erreichen. Immerhin hat die Deutsche Vollspattei nach Kräften an möglichste Stärkung der Reichsgewalt mitgearbei­tet, In diesen Rahmen stellen wir auch

die Frage der Monarchie.

Von demokratischer Seite hat man uns den Vor­wurf gemacht, daß wir unsere Ueberzeugung ge­wechselt haben. Wenn eine Partei kein Recht hat der anderen Gesinnungswechsel vorzuwerfen, so ist es der Teil der Demokraten, der früher dec natio­nalliberalen Pattei angehört hat. (Stürmischer Beifall.) Wir lehnen ab und bekämpfen die ge- schichtswidrige, pietätlose Kritik an unserer Ver­gangenheit Ein Voll, das seine Vergangenheit verleugnet, kann keine große Zukunft haben. Auch die junge Republik hat ja ihre beste Ausgestal­tung von bet Monarchie erhalten. Die Republil als solche ist uns eine durchaus vollgülttge Staats­form, fraglich ist nur, ob sie gebrauchsfähig ist für

Kreiicn verlautete, daß ein französisches SanEemonior,

orgin sktmn ber Handwerkskammern, bie von allem Swange bestell uns der Selbstverwaltung pmeführt o per cuguim werden müßten. Abg. Frau Reitze (Soz.) wünscht Zu finanziellen bei dem KapitelArbellsiojenfüriorge" Beichleunigung ^">'-"'"'":- aller Notstandsarbellen und Erböbima der Sätze für

Deutschland als Dauerform des Staates Wir wollen uns heute noch nicht auf sie einschwören, wir wollen das dem Urteil der Weltgeschichte an­heimstellen. Die Republik soll erst ihren Befähi­gungsnachweis erbringen, bis dahin halten wir die Monarchie für die Deutschland entsprechendste Staatsform. Da§ Schauspiel, das Herr Scheide­mann am 9. November aufführte, entspricht nicht der endgültigen Stimme des deutschen Volles. Vorläufig ist die Republik eine Tatsache, die wir nicht ändern können, deshalb arbeiten wir mit, um des Vaterlandes willen. Wir wollen

keine Gegenrevolution,

wir erwarten alles von der Ueberzeugung der Volles. Die neue Monarchie soll aber keine Wie­derherstellung der monarchischen Kleinstaaten sein, da? ist unmöglich, für uns ist der Kaisergedanke die wirksamste Bürgschaft für die Einheit des Rei­ches. Wir waren doch auf dem besten Wege zum demokratischen Kaisertum, wenn nicht ein pflichi- vergeffener Reichskanzler selbsttätig in die Wege der Revolution eingelenkt hätte. (Stürmischer Beifall.)

Wichtiger als die StaatSform aber ist daS Volk. Daher ist die erste Aufgabe die Wiederaufrichtung der Ordnung, bis dahin hoffen wir auf die ge­sunde organische Entwickelung. Dann wird auch der geeignete Monarch zur Stelle sein. Die Frage des Kaisers ist nicht eine Personenfrage, sondern eine Schicksalsfrage der deutschen Zukunft. (Leb­hafter Beifall.) Es wurde ferner über andere Punkte gesprochen. Unter stürmischem Beifall wird das Programm einstimmig angenommen.

In seinem allgemeinen Teil besagt das Pro­gramm u. a.:

Die Deutsche DollSpartei vertritt auf der Grundlage nationaler StaatSgesinnung die Der- iefung und Aussöhnung der liberalen und sozia­len Gedanken. Eine starke, festgefügte Staatsge­walt gestützt auf sorgsame Pflege staatSbürger- ichen Pflichtbewußtseins, letzten Endes aber auch auf die unerläßlichen Machtmittel ist die erste Voraussetzung für eine gedeihliche Entfaltung der deutschen Vollskraft nach außen und innen. Je geringer die Machtmittel de? Reiches sind, um so notwendiger ist es, das Pflichtbewußtsein gegen den Staat biS »um Tode, die Manneszucht untz