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Verlagslsitung: Ad. Jndermuhle. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Xail G. Schrecker^ür lokalen und provinziellen sowie Sport W.Mor.tz; für Anzeigen und " Reklamen A. Vrodt. alle tn Hanau a. M. Rotationsdruckd.Waisenbausbuchdruckerei Hanau Fernsprschamchliisio Nr. 1237 und 1238

Nr. 238

Samstag den 11. Oktober

1919

Die deutsche ErnShrttugsSuge.

DDP. Berlin, 11. Oktbr.

Von unterrichteter Seite erfährt dasBerl. Tgbl." folgende Darstellung über die Verwen­dung des Reichszuschusses für Lebensmittel: Die IV« Milliarden find, soweit wir unterrich­tet fhtb, ausschließlich für Verbilligung auslän­discher Lebensmittel aufgewandt worden. Es betrugen die Käufe und Ablieferungen bei den Metten und assoziierten Regierungen bis Ende Juni etwa 718 Millionen Goldmark Wert, von betten 73 Millionen Goldmark auf Weizenmehl, 51 Millionen auf Bohnen und Erbsen, 165 Millionen auf Schweinefleischerzeugnisse, 104 Millionen auf Speck, 26 Millionen auf Kar­toffeln usw. entfielen. Diese Lebensmittelzufuh- ten find nun in den letzten drei Monaten fort­gesetzt worden. Die Aufwendungen dafür müssen mit der fallenden Valuta erheblich zugenommen haben. Soweit wir den Antrag auf den neuen SV« Milliarden Kredit recht verstanden haben, bebeutet auch er lediglich eine Verbilligung für ausländische Lebensmittel und soll auf die Zeit bis zum 1. Apttl 1920 verrechnet werden. Un­sere Ernährungslage ist nicht völlig geklätt. Wir scheinen zwar mit Getreide einigermaßen auskommen zu können, vorausgesetzt, daß nicht die Getreideschiebungen nach auswätts das Bild ändern. Die Kattoffelbelieferung dagegen macht wegen der Transportverhältnisse Schwierigkeiten, und daß selbst bei aller Anstrengung unserer kommunalen und Viehhändlerverbände unser Fleischbedarf nicht völlig aus dem Inland ge­deckt werden wird, liegt wohl klar zu Tage. Wir bleiben auck für das kommende Halbjahr Ä auf die Heranziehung ausländischer Lebensrnittel ^Eemiesen, soweit unsere' finanzielle Lage das überhaupt zulatzt. ^ÈWMW

s Die SssrbeEkerrmg?

DDP. Saarbrücken, 10. Oktober.

Die Saarbevölkerung wandet sich in einem Aufruf an das nichtbesetzte Deutschland. In diesem heißt es u. a.: Da alle unsere Be­mühungen, unseren Wünschen und Forderungen bei der französischen Militärverwaltung des Laargebietes Geltung und Gehör zu verschaffen, m dem Widerstand und der Willkür militärischer Zwischenstellen und einzelner Personen ge- scheitert find, wenden wir uns an Euch mit der düngenden Bitte, für unsers Wünsche an den maßgebenden Stellen einzutteten, um endlich von dem unerträglichen Joch französischer Militärdittatur befreit zu werden. Es werden einige Forderungen in dem Aufruf ausgestellt: 1. Anerkennung der deutschen Gesetze und Be­stimmungen und Wiederherstellung völlig freien dettehrs mit dem deutschen Mutterlands. 2. Einsetzung einer Volksvertretung auf Grund des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechtes. 8. Einsetzung eines provisorischen Regierungs- ausschusses für das Saargebiet. 4. Ausschaltung der Regierungsgewalt der französischen Militär­behörden. 5. Rückgängigmachung aller erfolgten Ausweisungen und 6. sofottige Rückführung aller Kolonialtruppen.

Gegen die AusNeserimg von Milchvieh.

WB. Haag, 10. Oktober.

Die neutrale Kommission, die zum Studium der teutschen Ernäbrungsverbältnisse in Deutschland weilte, totift auf das Nachdrücklichste auf den boffimnasloscn Austand hin, der eintreten wird, wenn Deutschland jetzt Milchkühe nach Frankreich und Belgien abgeben müsse. Infolge des Wangels des Viehfulters seien die Milchzufuhren in die Großstädte erheblich zurnck- gegangen, so z. B. in Berlin auf 190 000 Liter täg­lich gegen 1 Million im August 1916. Die Aus­lieferung von Milchvieh würde den Tod von tau­senden von Kindern im Gefolge haben. Deswegen sehen sich die Vertreter der Neutralen vcr- Wchtet mit Nachdruck darauf zu bringen, daß daS »ich nicht eher ausgeliefert werden darf, als bis eine ausreichende für die Ernährung der Kinder notwendige Milchzufuhr gewährleistet wird.Manchester Guardian" vom 28. 9. schreibt: Der Geist der Revo­lution wird in dem hungernden Volke g e= rächtet. Die Bitterkeit und die moralische Ent­artung wachsen schneller als die verkrüppelten Körper der kleinen Kinder.

Jnleressante MMsrlungen über -ss WeMebsrätegeseh.

DDP. Berlin, 11. Oktbr.

Nach demBerliner Tageblatt" machte der Abg. Dr. Wald stein in einem Vortrage über hie Finanzlage, den er in einer Versammlung des demokratischen Vereins hielt, bemerkens­werte Mitteilungen über die vorausstcht- üdje Gestaltung des Bettiebsrätegesetzes. Die EülürmlL des Reichskanzlers, er hoffe, daß das

Gesetz unverändert angenommen werde, sei nicht wörtlich zu nehmen. Die Aenderungen werden folgende Bestimmungen umfassen: Die Ein­stellung von Arbeitern und Angestellten wird nicht von der Zustimnmng des Betriebsrates abhängig gemacht werden; dis fristlose Wider­ruflichkeit bei? Wahlen wird beseitigt; den An­gestellten wird neben den Arbeitern eine selbst­ständige Rechtsstellung gegeben werden. Nicht zu beseitigen sei die Bestimmung über die Zu­gehörigkeit der Mitglieder des Betriebsrates zum Äufsichtsrat.

Die rnkermMmrsle ArdEilerkonferenz.

DDP. Berlin, 9. Oktober.

DieVossische Zeitung" teilt mit: Die deutschen und österreichischen Gewerkschaften werden auf der internationalen Arbeiterkonferenz, die gemäß des Friedensvertrages Ende dieses Monats in Washington stattfindet, nicht ver­treten sein. Der fitternationale Eewett'chafts- kongreß in Amsterdam hat beschlossen, drTeil- nahme an der internationalen Gewerkschafts­

konferenz in Washington davon abhängig zu den politischen Ministern fachlich durchgebildete machen, daß auch die deutschen und österreichischen Mitarbeiter zur Seite zu stellen. In der Haltung Gewerkschaften zur Tettnahme mit vollen Rechten der deutsch-nationalen Presse liegt System. Sie eingeladen werden. Diese Einladurg ist nicht will die Autorität dec Regierung untergraben. Die erfolgt, und darum lehnen die deutschen und Regierung hat nach dem Maße ihrer Leistungen

österreichischen Gewerkschaften die Entsendung von Delegationen nach Washington ab/ Da das internationale Büro von der Ablehnung der deutschen und österreichischen Gewerkschaften durch die Friedenskonferenz unterrichtet ist, ist damit zu rechnen, daß die Gewerkschaften der neutralen Länder eine Verteilung an der Washingtoner Rumpfkonferenz ablehnen und daß aus der internationalen Konferenz eine ententistische Konferenz wird. Damit würde aber

ck der Konferenz nrchr erreicht werden.

Die FroffKRNg Dsustch -Oesterreichs. WB. Wien, 11. Oktober.

Staatskanzler Renner erklärte in einer Wählerversammlung: Die Masse der Be­völkerung wird nie dulden, daß die alten finsteren Mächte, die das Land in die Ka­tastrophe Hineintrieben, zurückkehren. Man habe den Anschluß an das deutsche Volk verlangt aus der Not des wirtschaftlichen Lebens heraus und aus dem redlichen Gefühl, daß Deutsche sich mit Deutschen besser verstünden. Der Staatskanzler sprach die Zuversicht aus, daß das Volk Oesterreichs sich wieder aufrichten werde. Als er betonte, daß die ^Nationalver­sammlung die Trägerin aller Gewalten im Staate sei, ließen sich Zwischenrufe seitens der Kommunisten vernehmen. Der Redner hielt diesen vor, daß sie die errungene Freiheit kompromittierten. Das Proletariat ins Unglück zu stürzen wie in Ungarn, sei keine gute Taktik. Der Staatskanzler kündigte dann für die nächste Parlamentstagung Gesetzentwürfe zum Schutz der Republik und über den Achtstundentag an. Er schloß mit den Worten: Wir werden unser Land zum Musterland der Demokratie aufrichten, wenn das gesamte Proletariat einig zusammenstcht. Die Angriffe des Kommunisten Friedländer gegen den Staatskanzler begegneten stürmischem Widerspruch. 5

Deutschs NMormlVSkssMMlrmg

Sitzung vom 10. Oktober.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min. Auf dec Tagesordnung stehen zunächst Anfragen. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Heintze (D. Vpt.) wegen des bargeldlosen Verkehrs auch bei den amtlichen und militärischen Kassen wird regierungsseitig geantwortet, daß nach Möglichkeit dahin gearbeitet wird, daß in den Kassen so wenig wie möglich Barbestände aufbe­wahrt werden. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Oberfohren (deutsche) wegen ber, Nichtbe­schäftigung zahlre icher schlesw ig-h olsternisch er

Wassermühlen wird bemerkt, daß diese Mühlen nach Möglichkeit beschäftigt werden, daß sie aber teilweise, da sie keinen Bahnanschluß hätten, nicht geeignet seien, da ihre Belieferung eine Zer­splitterung der Vorräte bewirken würde. Eine Anfrage des Abg. Dr. T r a u b (deutschn.) wegen der Ermordung der deutschen Frau Biarch aus Mainz durch einen farbigen französischen Solda­ten wird damit beantwortet, daß Ermittelungen darüber im Gange seien. Abg. Dr. Mittel­mann (D. Vpt.) fragt an wegen Erhöhung der Vergütung der Postagenten. - Auf eine Anfrage des Abg. S ch m i d t h a l s (Dem.) wegen Belie­ferung der Leute auf dem Lande mit Holz in ge­nügenden Mengen und zu erträglichen Preisen wird mitgeteilt, daß das Reich und die Landes­regierung alle Bestrebungen unterstützten, um ge- .....^.--- . . , ... .

nügendes Brennholz zu beschaffen und, dem vorigen Mnter Unruhen und Hebelgriffe vorge-

Wucher damit entgegenzuwirken. Abg. Beuec- m a n n (D. Vpl.) fragt an, was geschehen soll, um den aus den besetzten Gebieten vertriebenen Deutschen zu Wohnungen zu verhelfen, welche be­einträchtigt würden durch den Zustrom von.land­fremden Russen und anderen Ausländern, deren Zahl allein in Berlin 75 000 betrage. Ein Rgierungsvertreter antwortet, den vertrie­benen Deutschen stände eine Vorzugsbehandlung zu. Die Gemeinden könnten ermächtigt werden, den Abschluß von Mietsverträgen vom Mietseini­gungsamt abhängig zu machen, wodurch der frem­den Einwanderung der Zustrom unmöglich ge­macht würde. Paßvorschriften für die Ostgrenzen seien erlassen. Hierauf wird die zweite Bera­tung des Haushaltsetats fortgesetzt, politische Be­sprechung. Abg. Bolz (Ztr.): Mit dem Regie­rungsprogramm und den Ausführungen des Reichskanzlers sind wir im wesentlichen einver­standen. Die Revolution war eine Folge des mili­tärischen Zusammenbruches. Wir haben uns auf den Boden der Verfassung gestellt und wollen mit­arbeiten am neuen Reiche. Wir treten dafür ein,

Änerkennung und Unterstützung ihrer Autorität verdient. Die Akkordarbeit muß wieder eingeführt

werden. Die Erbitterung der Landleute über die

Schikanen der Zwangswirtschaft ist nicht unbe­rechtigt. Bei der Kontrolle muß die Landwirtschaft selbst herangezogen werden. Der Staatsbankerott darf nicht kommen. Darum müssen wir an der Reichsfinanzreform eifrig Mitarbeitern Im vorlie­genden Etat könnte noch viel mehr gestrichen wer- den, (Beifall.) Abg. H e n k e (U. S.): Die Einwohnerwehren verfolgen gänzlich kapitaftsttsche und monarchistische Ziele. Das Verbot derFrei­heit" ehrt dieses Blatt. Sie soll durch Lügen Un­ruhen hervocgerufen gesucht haben. Dann hätte Herr Noske schon längst seine Entlassung nehmen müssen, denn auch diese Begründung ist erlogen. (Unruhe). Wenn Herr Noske behauptet, es gäbe keine Mörderzentrale in Deutschland, so ist das schamlos. (Ordnungsruf.) Eine Einigung mit Noske und seinesgleichen ist u n m ö g l i ch. Aber eine Einigung mit den Arbeitern, die noch hinter ihm stehen, wird erfolgen. Wenn man die be­waffneten Krlegervereinen und Einwohnerwehren zusammenzählt, haben wir viel mehr Soldaten in Deutschland, als Crispien behauptet hat. (Zwi­schenruf des Abg. Kahl (D. Vpt.): Gehen Sie doch als Aufstchtsocgan zur Entente.) Ich und meine Freunde sind international. (Pfui­rufe rechts und Lärm im ganzen Hause.) Gerade das muß dem Ausland gesagt werden. (Erneuter Lärm und Pfuirufe.) Das soziale Programm des

Reichskanzlers kann man am besten erkennen, wenn man seine Beurteilung in der Rechtspresse liest. Wenn Noske die baltischen Truppen nicht heim­

holen kann, so ist diese Ohnmacht der Regierung genügend, ihr die Existenzberechtigung zu nehmen. General von der Goltz ist ein Landesverräter, dec monarchistische Umtriebe plant. Reichskanzler Bauer: Herr Henke sollte doch Vorschläge ma­chen, wie wir es im Baltikum machen sollen. Es ist eine gewissenlose Opposition, zu sagen, wir brauchen uns nicht den Kopf der Re­gierung zu zerbrechen. Jedermann und vor allem jeder Abgeordnete sollte da mitarbeiten. Die Re­gierung ist gerne bereit, sämtliche unabhängigen Abgeordneten ins Baltikum zu entsenden, damit sie dort ihren Einfluß geltend machen. (Große Heiterkeit.) Das ungeheureMaßvonBe- schimpfungen, das der Abg. Henke gegen den Minister Noske anwendet, übersteigt alles, was bisher in diesem Hause üblich war. Ich habe nicht nötig, Herrn Noske in Schutz zu nehmen. Das Attentat gegen den Abg. Haase bedauere ich auch, denn es ist der tiefste Tiefstand, wenn Mei­nungskämpfe mit Gewalt ausgefochten werden. Der Attentäter hat mit keiner Partei etwas zu tun, allenfalls mit der Partei der Unabhängigen. Er ist übrigens geistig minderwertig. Es gibt keine niedrigere Art der Agitation, als eine solche Tat in der volitischen Propaganda auszunützen. (Bei­fall bei den Mehrheitsparteien.) Die Reichswehr beträgt gegenwärtig nicht mehr als 400 000 Mann. Die Einwohnerwehren sind nicht bewaffnet. Die Waffen werden an sie nur im Falle der Gefahr ausgeteilt. Sie dienen Polizeizwecken und haben für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Wenn die Ein­wohnerwehren nicht waren, dann würde Herr Henke mit seinen Horden in Bremen schon wieder alles von Unterst zu oberst gekehrt haben. Die ge­schulten gewerkschaftlichen Arbeiter werden, der Putschtaktik des Herrn Henke nicht Folge leisten. Ich will keinen Arbeitszwang einführen. Es ist eine Frucht Ihrer Politik (na chrechts), wenn im

kommen sind. Die Revolution ist eine Folge der unglaublichen Verwüstungen des Krieges. (Wider­spruch rechts.) Die Regierung würde ihre Pflicht vernachlässigen, wenn sie nicht mit aller Macht gegen die Drückeberger vorginge. (Beifall.) Die kommunistischen Hetzer muß man unschädlich ma­chen (Beifall), wenn sie Sabotage und Strâ predigen. Auch die Rechte hat hierbei Schuld, in­dem sie die Autorität der Regierung untergräbt. (Sehr richtig und Beifall.) Abg. Dr. Heinze (D. Vpt.): Wir können uns mit der Lethargie des Zentrums nicht befremden, das sich einfach mit dec bestehenden Republik abfindet. Das Volk muß zum monarchischen Gedanken zurückgeführt werde». Die Majorität des Volkes ist für die monarchische Staatsform. Monarchistische Putsche lehnen wir ab. Wir sind bereit mitzuarbeiten an den Auf- gaben des deutschen Volkes. Der wirtschaftlich- Wiederaufbau ist unser Ziel. Wenn wir zusam­menhalten und die nötige Energie aufwenden, können wir den Bolschewismus vermeiden. Die demokratische Partei hat die Hoffnungen weiter Kreise des Bürgertums auf eine demokratische Haltung im Gegensatz zu den Sozialdemokrat«, nicht erfüllt. Reichsjustizminister Schiffer: Der Vorredner hat behauptet, die Demokraten hätten Ministerien geschaffen, um ihre Leute un­terzubringen. Diese Unterstellung weise ich ent­schieden zurück. Die neuen Ministerien waren in dieser Zeit unbedingt notwendig. Besonders der Minister ohne Ressort war nötig wegen plötzlich auftauchender neuer Aufgaben und wegen der Vertretung im Reichsrat. Der Wiedecaufbaumi- nister hat ein unaeheures Arbeitsfeld vor sich von Aufgaben, die in^bie verschiedensten Ressorts hin­eintragen und wieder in sich Zusammenhängen. U-brigens geht die Duldung der Regierung soweit, daß noch eine ganze Reitze von Parteiführern der SM^rUBo^ar^ Reichs-ur.o Landesämtern sind. Sie muß uns das Zusannnen- arbriten mit ihnen nicht unmöglich machen durch Anwendung vergifteter Waffen. Es ist ein Ver­brechen, in dieser Zeit Parteien das nationale Gefühl abzusprechen. (Starker Beifall bei den Mehrheitsparteien.) Reichsminister David: Die Monarchie hat das deutsche Volk in das größte Elend gebracht. (Zurufe und Lärm rechts.) Die Monarchie hat Männer an die Spitze gebracht, deren Unfähigkeit an das Pathologische heran­reicht. Der Beweis dafür wird noch dokumentarisch erbracht werden. Es folgen persönliche Be­merkungen. Der Haushalt des allgemeinen Pen­sionsfonds wird erledigt. Hierauf vertagt sich das Haus auf morgen 1 Uhr. Fortsetzung der Etat­beratung. Schluß nach 6 Uhr.

Lokales.

Hana«, 11. Oktober.

WmèerksrisffelvLrsvrguKZ,

Bezug von Erzeugern gegen Bezugsschein.

Die Bezugsscheine für unmittelbaren Bezug von Winterkartoffeln durch Erzeuger sind auf Grund der abgelieferten Anmeldungsformulare nunmehr ausgefertigt. Den auswärtigen Erzeu­gern (Landwirten aus dem Landkreise Hanau) werden die Bezugsscheine auf dem Wege Kartoffel­stelle Landcatsamt Unterkommissionäre des Kornhauses übermittelt, den Erzeugern aus dem Stadtkreis werden die Bezugsscheine von der Kartoffelstelle direkt zugestellt. Die Bezugsschein- können daher alsbald beliefert werden. Bei der Ablieferung dec Kartoffeln hat der Lieferer den Bezugsschein (Lieferschein) als Ausweis mit sich zu führen und dem Empfänger der Kartoffeln ab. zugeben. Der Empfänger wiederum ist verpflich­tet den Lieferschein innerhalb drei Tagen nach Erhalt dec Kartoffelstelle, Marktplatz 3, zuzu­stellen. m . ,

Es liegt im größten Interesse der Bezieher, auf die Landwirte einzuwirken, daß die Beliefe­rung der Bezugsscheine raschestens erfolgt, da mit Ende dieses Monats für die Bezugsscheinbeziehei der Bezug auf Macken gesperrt werden muß.

* Eine Kirchenkollekte zum Besten der Rück­wanderer- und Auslandsflüchtlinge wird morgen Sonntag den 12. Oktober in den Gemeinden un­seres Bezirkes eingesammelt. Wir begrüßen die Anordnung dieser Kirchensammlung, denn die Not der Rückwanderer ist groß, viele derselben, die mit roher Gewalt ausgewiesen worden sind, bringen fast nichts über die Grenze mit, als das nackte Leben. Sie haben ein Recht auf unsere Bruder­hand und Bruderstütze. Lassen wir sie nicht ver- geblich drauf warten.

* Neustädter Kirchengemeinden. Morgen wird der gemeinschaftliche Gottesdienst in der Nieder, ländischen Kirche abgehalten. Vertretungsweise predigt Herr Pfarrer K r a n« p «AL