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General-Anzeiger
AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Kana«
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiettage
Nr. 234
Dienstag Sen 7. Oktober
Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.
utlich: für volitischen und allgemeinen chrecker- für lokalen und provinziellen
Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil G. Schrecker- für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a. M.
Rotationsdruck d.Walsenhausbuchdruckeret Hanau Fernsprechanschlusse Nr. 12^7 und 1238
T7NA
1919
DerFriedensverkrÄg rmö Flatten.
WB. Paris, 7. Oktober.
Der römische Korrespondent des „Petit Journal" bestätigt, daß der König von Italien den Versailler Vertrag aufgrund der im letzten Ministerrat gefaßten Beschlüsse heute durch ein Dekret ratifiziert hat.
Tschechoslowakei u. Deutsch land.
---- Prag, 7. Oktbr.
Am 4. Ottober begab sich eine Abordnung von Regierungsvertretern, geführt durch den Staatssâetär des Handelsministeriums Dr. Schuster, nach Berlin, um dort die Handelsbeziehungen zwischen der Tschechoslowakei und Deutschlmrd vorzubereiten. Von Berlin beab- sichtigt die Abordnung nach Hamburg abzureisen behufs Stabilisierung des der Tschecho- slowcckei zugesprochenen Teiles des Hamburger Hafens. Die Kommission wird sich etwa 14 Tage in Deutschland aufhalten.
BeawtengehMer-Arhetterlshne
DDP. Berlin, 7. Otkbr.
Der Kommunale Beamtenverband Großberlin pnd der Verband der Beamten und Angestellten der Stadt Berlin haben zu der Beamtenbesoldungsreform eine Denkschrift ausgearbeitet, in der auf die große Not zahlreicher Beamten hingewiesen wird. Sie bemängeln das Anfangsgehalt vieler Beamten (1500—2000 Mk.) und fordern 5000 Mk. als Mindestgehalt für die unteren Beamtenklassen. Diese Forderungen erscheinen berechtigt. Gegenwärtig bezieht ein nur kurze Zeit im Rathaus angestellter Laternenanzünder rund 7925 Mk., ein alter Beamter dagegen an verantwortungsvoller
MM, der Direktor der Straßenreinigung, über 20 Jahre im Dienst, erhält 8760 Mk., sein Chauffeur aber 9127 Mk. Ein Studienassessor bekommt 4192 Mk., ein 19jähriger Laufbursche über 5000 Mark. Die Beamten sind entschlossen, es handelt
sich um 15 000, für ihre Forderungen mit allen gesetzlichen Mitteln zu kämpfen.
UrheikSZWKKgsMKtznahMen in Wsslfalen.
DDP. Münster (Wests.), 6. Oktbr.
Der Befehlshaber des Wehrkreises Nr. 6, Generalleutnant v. Watter, erläßt für die unter dem Belagerungszustand stehenden Gebiete mit sofortigem Inkrafttreten folgende Verordnungen: 1. Alle männlichen Einwohner im Alter von 17—50 Jahren sind verpflichtet, im Bedarfsfälle auf An- sveisung der Gemeinden Notstandsarbeiten in allen zur Erhaltung der Volkswirtschaft notwendigen Betrieben zu leisten. 2. Wer einer auf Grund dieser Verordnung an ihn ergangenen Anweisung nicht Folge leistet, wird mit einer Geldstrafe bis zu 1500 Mark oder mit einer Gefängnisstrafe bis M einem Jahr bestraft.
550 stimmten wettere Zuschüsse für Lebensmittel.
DDP. Berlin, 7. Oktober.
Wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" mit- teilt, ist der preus"'
teilt, ist der preußischen Landesversammlung ein Gesetzentwurf zugegangen, nachdem von Preußen weitere 550 Millionen Mark zur Verbilligung der Lebensmittel gewährt werden sollen. Die Summe soll durch Ausgabe von Staatsschuldverschreibungen aufgebracht werden.
Am Fiume.
WB. Bern, 7. Oktober.
Auf Veranlassung Tittonis läßt die italienische Regierung wahrscheinlich durch den Herzog Aosta und den General Erazioli neue Vermittlungsversuche bei d^Annunzio unternehmen. Man hofft angesichts der Verschlechterung der Lage in Fiume, wo die Arbeitsmöglichkeit fehlt und die Lebensmittel knapp werden, auf eine Nachgiebigkeit d'Annunzios und möchte durch Beilegung" des Streites verhindern, daß die Fiumefrage den Rationalisten eine vorteilhafte Position für die Wahlkampagne gibt.
Neues türkisches Ministerium.
WB. Versailles, 7. Oktober.
Wie die Pariser Abendpresse meldet, ist in Konstantinopel ein neues Ministerium Ali Riza Pascha gebildet worden, das sechs Minister des alten Kabinetts enthält. Minister für äußere Angelegenheiten ist Mustafa Reschid Pascha, Kriegsminister Dachomal Pascha. Das Jrade des Sultans erteilt dem neuen Ministerium den Auftrag, sofort die Wahlen vorzunehmen und das Parlament eiMberufea.
Die Seulen Truppen im VaMkuM.
DDP. Berlin, 7. Okt.
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht solgende Meldung aus Königsberg (Preußen), allerdings unter Vorbehalt, da die Quellen nicht angegeben sind, denen sie entstammt: Wie von glaubwürdigen Personen versichett wird, die soeben aus Mitau hier angekomnnn sind, hat sich die Haltung der deutschen Truppen im Baltikum durch den letzten Notenwechsel nicht verändert. Die Truppen wollen in ihrer Mehrheit nach wie vor in Kurland bleiben. Gegenüber den Angriffen durch die Betten zeigt sich zunehmende Disziplin und Entschlossenheit. Die General Bermontsche Division ist gewillt in Kurland zu bleiben. General Vermont hat sich dem Stabschef der Generals Judenitsch gegenüber nach längerem Zögern bereit erklärt, einen Teil der Truppen an die Narva-Great zu schicken. In einer Offiziersversammlung in Mitau hat sich dagegen die Mehrheit entschlossen, in Kurland zu bleiben.
Das neue Ministerium für die Wirtschaftlichen FriedensbeSingungen.
VW. Verlm, 6. Ottbr.
Nachdem Geheimrat" Wiedfeld und Dr. Melchior die an sie ergangene Aufforderung das neu gebildete Ministerium zur Durchführung i der wirtschaftlichen Fried ensbedin- aungen zu übernehmen, abgelehnt haben, kommen, wie das „Berliner Tageblatt" Hott, 1 für diesen Posten u. a. Oberbürgermeister Gèßler-Nürnberg und der badische Minister des ! Aeußeren Dr. Dietttch in Betracht. '
In amerikanischer Gefangenschaft.
W. Bettin, 7. Septbr.
Wie wir hören, ttchtete die deutsche Regie- : rung Ende September eine Verbalnote an die schwerzerucye Negierung betreffen» Äisâchâ
nischer Gefangenschaft. Es scheint hier eine Aenderung eingetreten zu sein, da häufige Klagen über grausame, ja menschenunwürdige Be- handlrmg kommen. In der Rote wird die Vermittlung der Schweizer Regierung dafür erbeten, daß eine Reche von Vorfällen zur Kenntnis der amettkanischen Regierung gebracht und schärfster Einspruch erhoben wird. Es wird gleichzeitig um die Entsendung von Vertretern in diese Gefangenenlager gebeten, die Ermitt- lungen anstellen und den Mißständen abhelfen sollen.'
Gegen Zen Bolschewismus.
Zürich, 6. Oktbr.
Wie dem „Berttner Lokalanzeiger" gemeldet wird, gründeten nach Pariser Blättern zehn republikanische" Gruppen gestern in Patts einen nationalen Block und zwar im Hinblick auf die Wahlen mit einem einheitlichen Programm gegen den Bolschewismus.
Wèr- der Vertrag in Amerika rattfiZiert?
DDP. Paris, 6. Oktbr.
Der amerikanische Senat hat die vorgeschlagenen 28 Zusatzanträge zum Fttedens- vertrag abgelehnt. Die Pariser Presse glaubt darin die Anzeichen zu erblicken, daß der Ftte- densvettrag ohne Zusätze von den Vereinigten Staaten ratifiziert werden wird.
WMchemsnhr nach Deutschland.
DDP. Kopenhagen, 7. Oktober.
Nach einer Mitteilung der Expottvereinigung der Anteilmeiereien von Laaland und Falster ist die Milchausfuhr vonLaaland nach Deutschland ausgenommen. Es werden täglich 20000 Kilogramm Milch ausgeführt.
Fabrèkantenbefnch sus Frankreich
«. Köl«, 7. Oktbr. (Telegramm.)
Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Solingen: Eine Abordnung von Fabrikanten aus der französischen Stahlwarcnsabrik Thiere wird demnächst Solingen besuchen.
Eine internationale Presse.
— Köln, 7. Oktbr. (Telegramm.)
Die „Kölnische Zeitung" meldet aus New-Nork vom 6. d. MtS.: Die New-Iorker „Times" berichtet aus Paris, daß Scheidemann versucht, eine große internationale Presse in bilden, die die auswärtige Presse mit fir Deutschland günstigem Stoffe versehe.
Kleine Nachrichten.
Die Besatzungskosten. Im Etat des Reichs-
schatznuülstâluL, dessen Entwurf in der Reichs-1 Domänènvcrwattung begonnen, aber noch nicht
eine besondere Rolle die Summen, die für die Unterbringung und Verpflegung der Truppen, Behörden und Kommissionen der Entente gefordert werden. So sind für die Genecallommission der alliierten und assoziierten Mächte über die besetzten Gebiete für das halbe Jahr von Oktober bis April 5 Millionen Mark eingesetzt, ein Betrag, der aber kaum ausreichen wird. Weitere 5 Millionen Mark werden für die Unterbringung der Ueberwachungskommissionen für Heer, Marine und Luftfahrt verlangt. Es sollen eine Haupt- übecwachungskommission in Berlin und Unterkommissionen in zehn anderen deutschen Großstädten gebildet werden. Für die Unterbringung der Kommission für Heer und Marine soll das Hote Kaiserhof mit 165 Zimmern, für Geschäftsräume das Haus Wilhelmstcaße 66a mit 40 Zimmern, für Mannschaften und Automobile die Kaserne in der Karlstraße bereitgestellt werden. Die Kommission ist jedoch damit noch nicht zufrieden und fordert noch weitere Geschäftsräume. Die Luftfahrtkommission erhält für Wohnzwecke dreier Offiziere das Hotel Eden, für Geschäftsräume die militärtechnische Akademie. Für den Unterhalt der Besatzungsbehörden in den Rheinlanden werden 210 Millionen Mark gefordert. Auch dieser Betrag reicht bei weitem nicht aus. Es muß mit mindestens 300 Millionen gerechnet werden. Bisher sind in rund zehn Monaten hierfür von der Entente 892 287 000 Mk. in Anspruch genommen worden. Irgendwelche Rechnungslegung war bisher trotz mehrerer Noten nicht zu erreichen. Für Grundstückserwerbungen, Neubauten und größere Umbauten zwecks Unterbringung der Besatzungsbehörden im Rheinland werden weitere 20 Millionen verlangt. Dieser Betrag wird ebenfalls überschritten werden. Endlich werden 40 Millionen gefordert für die Verschaffung von Ver-
âLUvgsvorräten durch die Reichsverpflegungs- ämter des besetzten Rheingebietes. Auch hierfür ist die Endsumme noch nicht zu übersehen.
Der Kohlenmangel. Aus Ludwigshafen a. Rh. wird berichtet: Infolge Kohlenmangels ruht feit gestern der gesamte Verkehr der städtischen Straßenbahn einschließlich her zwischen Ludwigshafen und Dürkheim verkehrenden Rhein-Haardt-Dahn. Die Abgabe von Elektttzitätsenergie für industrielle Betriebszwecke ist zurzeit gänzlich eingestellt und kann erst wieder erfolgen, wenn die erforderlichen Kohlenmengen eintreffen. Alle an die pfälzische Ueberlandzentrale angeschlossenen Städte und Dörfer sind ohne elektrischem Strom.
Interpellation über die offene Westgrenze. Die Deutschnationale Volkspattei und die Deutsche Volkspattei haben in der Nationalversammlung folgende Interpellation eingebracht: „Nachdem das Gesetz über die Zahlung der Einfuhrzölle in Gold in den besetzten Gebieten nicht zur Durchfiihrung gebracht werden konnte, if eine unerttägliche Lage für den gesamten Handel im übrigen Deutschland entstanden, indem die Goldzahlung die einzuführende Ware derart verteuert, daß die Einfuhr nur noch über das besetzte linksrheinische Gebiet möglich ist. Bei längerer Dauer dieses Zustandes ist der deutsche Handel der Gefahr ausgesetzt, dem völligen Ruin überantwortet zu werden. Insbesondere werden die deutschen Seestädte bedroht, die letzten Daseinsbedingungen völlig zu verlieren, während der Schleichhandel neue Gelegenheit findet, den legitimen Handel zu verdrängen, ins Ungemessene auszuwachsen und obendrein die geregelte Bahnverbindung und Kohlenversorgung vom Westen her aufs äußerste zu belasten und zu gefährden. Was gedentt die Reichsregieruug zu tun, um diesen unhaltbaren Zuständen schleunigst ein Ende zu bereiten?"
Der Haushaltsausschuß der preußischen Landesversammlung erledigte in seiner Sitzung am Montag zunächst den Haushalt der Forstverwaltung. Angenommen wurde ein Antrag, die Bäckereien rechtzeitig mit Holz aus staatlichen Waldungen zu versorgen, ferner ein Antrag, der die Freigabe dec Weideplätze in den Hochwäldern verlangt. Sodann wurde ein vom Zenttum, den Demokraten, Doztaldemokraten und Unabhängigen gemeinsam gestellter Antrag einstimmig angenommen, in welchem die Staatsregierung ersucht wird, erstens in Erwägung zu ziehen, ob und in wie weit bei der nächsten Regelung dec Besoldungsverhältnisse der Staatsbeamten den Wünschen der Förster-Anwärter auf frühzeitigere Ernennung zu Forstern ohne Revier, dec Forstgehilfon und Hilfsförster auf Gewährung von Dienstaufwandsentschädigungen, auf Erstattung von Umzugskosten und Mietsentschädigungen Rechnung getragen werden kann, zweitens auf möglichste Beschleu
nigung von Dienstwohnungsbauten für die verheirateten Forftanwärtec Bedacht zu nehmen. Hierauf wurde die Beratung des Haushalts der
Das „Loch im Westen". Die „V. Z." meldet, daß die Erzberger angekündigte Konferenz mit den Ententevertretern, die den Zweck haben sollte, das „Loch im Westen" zu verstopfen, in Versailles stattfindet. Die deutsche Abordnung unter Führung des Unterstaatssekretärs Bergmann vom Reichsfinanzministerium ist gestern in Versailles eingetroffen. Für Frankreich werden die Verhandlungen vom Wiederausbauminister Loucheur geleitet.
Der Krrltrrrroert der Militär- Kapellen.
Die Verminderung des deutschen Heeres auf einen Bruchteil seiner früheren Friedensstärke bedeutet auch das Ende für den größten Teil der Militärkapellen, die sich mit Recht in weitesten Kreisen des deutschen Volles großer Beliebtheit erfreut haben. Waren sie doch keineswegs nur Vertreter und Ausfluß des „Militarismus", sondern stellten einen nicht gering einzuschätzenden Kultursaktor dar. In der „Deutschen Militär-Muflkev- zeitung" beschäftigt sich A. Pfannenstiel ausführlich mit dem Kulturwert der Militäckapellen. Wir entnehmen dem Aufsatz folgende Stellen:
Es ist an dxr Zeit, einmal auf die Stimme des Volles zu hören, welche das Weiterbestehen der deutschen Militättapellen und ihre in ständigem Aufstieg begriffene künstlerische Entwickelung vom kulturellen wie musikalischen Standpunkte aus als einen Segen bezeichnet. Wir hören die Stimme des Volles aus den dem Verlage unseres Blattes im Jahre 1913 zugegangenen Mitteilungen von Magistraten und Musikvereinsvorständen, der Zahl nach 181 Stimmen, von denen 37 auf Konservatorien, Musikvereine, Professoren der Musik, königl. Musikdirektoren usw. entfallen. Alle sind sich darin einig, daß die Erhaltung der ge-
Gründen ein Bedürfnis, eine dringende Notwen- ■ digkeit, ja eine Pflicht zeger- das Volk sei, das die deutschen Militärkapellen schön wegen ihrer unbestreitbaren rhythmischen Vorzüge liebt und schätzt. Auf fast jedem Gebiete, durch unentgeltliche Platz- . und Promenadenkonzerte, durch wohlfeile Gartens und Vollskonzerte, durch Mitwirkung bei kirch- - lichen und weltlichen Chorkonzerten, durch die : Teilnahme an bühnenmäßigen Aufführungen von • Oper und Operette, endlich durch die Veranstal- i tung von Sinfoniekonzerten und Kammermusik- abenden, haben die deutschen Militärkapellen unter der Leitung ihrer durch abgeschlossene musik- ' akademische Bildung ausgezeichneten Dirigenten : das Musiköedürfnis des deutschen Volles in hohem
Grade bisher zu befriedigen vermocht. Würde den ; Militärkapellen die Möglichkeit des gewerblichen : Spielens genommen, so würden eine ganze Reihe deutscher Städte, ja ganze Landschaften, „ohne Musik" sein. Unersetzlichen Verlust aber würden die breiten Schichten des Mittelstandes der Be- völkerung erleiden. Waren es doch gerade die Militärkapellen, die dem musikliebenden Publikum die gesamte Literatur dec vorklassischen, der klassischen, der romantischen und der modernen Zeit, die unvergänglichen Sinfonien eines Haydn, Mozart, Beetehoven, Schubert, Mendelssohn, Schumann, Brahms bis zu den neuzeitlichen Werken eines Bruckner und Mahler, nicht minder die gewaltige Menge dec übrigen musikalischen Schöpfungen der letzten zwei Jahrhunderte, Ouvertüren, Orchestersuiten, Romanzen, Rhapsodien, Fantasien, Konzerte für Soloinstrumente mit Orchesterbegleitung usw. usw. vermittelten. Es ist unbestritten, daß die Popularisierung dec Meisterwerke Richard Wagners zum großen Teile der Konzerttätigkeit der Militärkapellen zu danken ist. Da sich ebenso die Militärkapellen der Neuerscheinungen auf dem Musikalienmarkte mit großem Eifer anzunehmen pflegten, so würde, wie von den ersten Musikalienhändlern Deutschlands bestätigt wird, auch der deutsche Musikverlag schwer geschädigt werden und der Mustkalienverkauf allgemein zurückgehem Nicht minder hart würde die deutsche Musikinstru- mentömndustrie, die jährlich große Lieferungen an die Militärkapellen hatte, betroffen; mancher kleine Fabrikant würde brotlos werden. Wie hoch der Kunstwert der Militärkapellen im allgemeinen ein* geschätzt wird, geht daraus hervor, daß hervorragende Virtuosen der Gesangs- und Jnstrumen- tallunst nicht verschmäht haben, in Konzerten von Militärkapellen solistisch mitzuwirken. Nicht selten haben sich auch Dirigenten und Musiker von namhafter Bedeutung, wie Johannes Brahms, Richard Strauß, Professor Xaver Scharwenka und manche andere an die Spitze von Militärorchestern gestellt, um gastweise Konzerte zu dirigieren. Die deutschen Militärkapellen und ihre Dirigenten sind also als erfolgreiche Förderer unserer Volks- kultur anzusprechen, und das Voll selbst muß das größte Interesse an ihrer GrhÄltmrg und weiteren fattaifflniM Mem