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General-Mzeiger

AMiches Srgs» für SisSl- und Landkreis Sanas

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

Verlagsleitung: Td. JndermLhl«. Verantmsrtlich : für volitiichen und allgemeinen Teil E. Schrecker -für lokalen und vrovinziellen Teil sowie Svort W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, aSe in HanaN a. M. Rotationsdruck d. WLisslchausbuchdruckerei Sana»' FernsprechanscAMe Nr. 1237 und 1238

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Nr. 228

Dienstag den ZA. September

1919

Ueber bis Umbildung des Kabinetts.

DDP. Berlin, 30. Septbr.

Mit der Umbildung des Kabinetts befaßte sich eine Besprechung der Parteiführer der Mehrh eitsparteien mit dem Reichskanzler, die heute nachmittag stattfand und bis in den späten Abend hinein dauerte. Die letzte Ent­scheidung liegt indessen bei den Fraktionen, die bisher noch nicht beraten konnten, vielmehr erst heute vormittag im Reichstag zusammentreten werden. Erst danach wirb die endgültige Be­setzung der Aemter veröffentlicht werben. Wie aus Kiel gemeldet wird, verursacht inner­halb der schleswig-holsteinischen Demokraten gwße Erregung darüber, daß Erzberger auch beim Wiedereintritt der Demokraten in das Kabinett in der Regierung verbleiben soll.

Der Seemannsstreèk.

WB. Berlin, 29. Septbr.

Nach Berliner Blättermeldungen über den Eeemannsstreik ist in Brake und Nordenham der Setrieb in vollem Umfange wieder ausgenom­men worden. Die Seeleute der oldenburgischen Weserhäfen haben eine Beteiligung am Streik abgelehnt. In Lübeck führte der Streik zu schweren Gewalttätigkeiten. Streikende Seeleute stürmten nachts die in Lübeck ankommenden Skiffe und holten die Besatzungen herunter. Das Feuer wurde aus den Kesseln gerissen, um die Dampfer an der Ausfahrt zu verhindern. Die Lübecker Einwohnerwehr besetzte die Schiffe und die Brücken. Der Schiffsverkehr ist lahm­gelegt.

Am Fmms.

DDP, Lugano, 29. Septbr.

-?"b Rom wird gemeldet, daß die jugosla- wWe Truppenkonzentration sich nun doch be- hQugt und von den Fliegern d'Annunzios ein- wandfrer festgestellt wurde. Die Bevölkerung der um Fiume liegenden Ortschaften begrüßte dre lugoslawischen Soldaten mit unbeschreib- ucqem pützel. In Fiume ist eine große Abtei- troffen^s ionischen Roten- Kreuzes einge-

WB. Rom, 29. Septbr.

Sj1 Rom fanden gestern große.Demonstratio- E der Sozialisten gegen das Abenteuer von Urne tatt. Besonders heftige Dsmonstratio- waren gegen dasEiornale b3talia ge- nchtet.

WB. Rom, 30. Septbr.

Isolierung von Fiume ist jetzt vollstän- q^i ^aultliche Verbindungen sind unterbrochen, schloßen ®ren3en liegen Kroatien sind ge-

^EEelallarbeèkerstrerk in Beeün

DOL Berlin, 30. Sept.

JI ^weik der Berliner Metallarbeiter hat gestern Jm ^ fine Wendung erfahren. Da eine Ver- , ^"^ ötvlschen Arbeitnehmer und Arbeitgeber von

^^, Vorläufig nicht möglich erschien, bat zu I'^^^weister Wermilth Vertreter beider Parteien sik d 3 ^br nachmittags fand unter dem Vor- * Oberbürgermeisters eine Sitzung statt, an der der Mr ^^^^^^ von Siemens und vom Verbände der Vr iner ^^tallindnstricllen sowie die Vertreter Ärbcitnehmer teilnahmen. Die Verhandlungen h-ut "â^ndlich für beide Teile. Im Laufe des bci^I,^eS dürften weitere Besprechungen zwischen Parteien stattfinden.

DDP. Berlin, 30. Septbr.

er D-.etallarbritcr-Verband macht große Anstrengun- schastr» ^ Metallarbeiterstrcik auch ans andere wirt- M,, .F^ fi^eige auszudehnen. In den Kreisen der 8iinè ^Eiter herrscht keine KampfeSstinimung mxd die llnt ^"emmission muß bereits zuallerleiMittelchen greifen könn le Schließung eines Betriebs durchdrücken zu ft: 011 ®te Auflehnung einzelner Abteilungen der oc tn' ^ Streikbesehl erhalten haben, wird immer der Kt 7" 5$e ^^ »Berl. Lskalanzsiser" meldet, hat

,I'k im Laufe des gestrigen nachmittags keine Wthfy Aesdernng erfahren.

DerUchlsrunösnkSA in SchWeden.

DDP. Berlin, 30. Septbr.

®ie ber Stockholmer Berichterstatter des K^,Iwarts" meldet, hat die Zweite schwedische °»I"wr mit 126 gegen 64 Stimmen denEesetz- R^rf her Regierung über die Einführung der witunbtgen Arbeitszeit anaenommen.

Vsm BaMkum.

Die Ententenote.

General Nudant hat lautFranks. Zeitung" dem Vertreter der deutschen Waffenstillstandskom- mission in Düsseldorf folgende Note überreicht:

Paris, 27. Septbr. 1919.

Nach dem Wortlaut des Artikels 12 des Waf- fenstillstandsvertcages vom 11. November 1918 hat Deutschland folgende Verpflichtung übernommen: Sämtliche deutsche Truppen, die augenblicklich auf Gebieten stehen, b'ie vor dem Kriege zu Oester­reich-Ungarn, Rumänien ^vder der Türkei gehör­ten, müssen unverzüglich hinter die Grenze Deutschlands vom 1. August 1914 zurückgezogen werden. Sämtliche Truppen, die sich gegenwärtig auf Gebieten befinden, die vor dem Shriege zu Rußland gehörten, müssen gleichfalls hinter die oben beschriebene Grenze Deutschlands zurückge­nommen werden, und zwar sobald die Alliierten es verlangen. Marschall Foch, Oberbeschlshabec der alliierten Truppen, hat unter dem 27. August wissen lassen, daß für Deutschland der Zeitpunkt zur Räumung der genannten Gebiete gekommen sei. Er hat die deutsche Regierung durch seine Note vom 3. September zur Erfüllung aller Ver­bindlichkeiten angehatten. Die deutsche Regierung versucht, sich obiger Verpflichtung zu entziehen durch einen Bericht, der Gründe anführt, die die alliierten Mächte nicht als stichhaltig anerkennen können. Die alliierten Regierungen lehnen es insbesondere ab, zuzulassen, daß die deutsche Re­gierung sich der ihr zufallenden Verantwortung dadurch entzieht, daß sie vorgibt, nicht die Macht zu haben, die im Baltikum stehenden Truppen zum Gehorsam zu zwingen. Sie ersuchen demgemäß die deutsche Regierung, unverzüglich die Zurück­ziehung sämtlicher tot^R

Dienststellen, die sich in den baltischen Provinzen noch befinden, in Angriff zu nehmen. Desgleichen hat die deutsche Regierung unverzüglich die er­forderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um alle Deutschen, die nach der Demobilisation Dienste in den russischen Formationen, die in der genannten baltischen Provinz gebildet sind, angenommen haben, hinter die oben befindliche Grenze zurück­zuziehen. Sie hat sich ferner jeder Ermächtigung zum Eintritt in solche Dienste zu enthalten und die Annahme solcher Dienste aufs Strengste zu verbieten. Die Räumung muß unverzüglich in Angriff genommen und ohne Unterbrechung durch­geführt werden. Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären, daß sie bis zu dem Zeit- puntt, wo sie sestgestellt haben, daß ihrem Er­suchen voll entsprychen wird, keinerlei ihnen von dec deutschen Regierung unterbreitete Anträge be­züglich der Versorgung Deutschlands mit Lebens­mitteln und Rohstoffen in Betracht ziehen werden. Sie haben infolgedessen Anweisung gegeben, kei­nem dieser Anträge stattzugeben. Im Uebrigen werden die alliierten Regierungen alle finanziellen Erleichterungen, die die deutsche Regierung'gegen­wärtig genießt, oder die die deutsche Regierung bei den alliierten Regierungen oder deren Ange­hörigen zu erlangen sucht, ablehnen. Wenn die deutsche Regierung weiterhin ihren Verpflichtun­gen nicht nachkommt, werden die alliierten Mächte alle ihnen erforderlich scheinenden Maßnahmen er­greifen, um dick Ausführung der genannten Be­stimmungen des Waffenstillstandsvertrages sicher­zustellen."

Von zuständiger Seite wird zu der Note der Entente mitgeteilt, daß binnen Kurzem eine deutsche Antwort erfolgen wird und es wird wei-. ter hervorgehoben, daß die deutsche Negierung nach Kräften bemüht gewesen sei, die Truppen aus dem Baltikum zurückzubringen. Die Löhnung ist den Truppen gesperrt, die Versorgungsanspcuche sind den Truppen entzogen worden. Außerdem ist jeder Munitions-, Waffen- und Lebensmitiel- ttansport nach dem Baltikum eingestellt. Der General v. d. Goltz hatte zugesagt, durch seinen Einfluß die Truppen zum Gehorsam zu bringen und sie in die Heimat zurückzuführen. Nachdem der erwartete Erfolg aus geblieben ist. ist die defi­nitive Abberufung des Generals V. d. Goltz aus dem Baltikum ausgesprochen worden.

TirM-ErrrmErrmMn.

DDP. Berlin, 30. September.

Die Germania beschäftigt sich im heutigen Leitartikel mit den morgen im Verlag von K. F. Köhler in Leipzig erscheinendenErinnerungen" des Großadmirals von Tirpitz und ist der An­sicht, daß das Buch mir wegen der Stellung, die Tirpitz in dein letzten Jahre eingenommen habe, Aufmerksamkeit beanspruchen könne, da schon sehr viel bekannt geworden sei. Das Blatt schreibt: lieber die Hauptsache, die am meisten interessiert, nämlich ob wir 1916 über genügend U-Boote verfügten, schweißt

Tirpitz. Die ganze Schrift des Großadmirals v. Tirpitz durchzieht wie ein roter Faden feine Gegnerschaft zu Bethmann-Hollweg und dessen Politik, die auch den Rücktritt Tirpitz veranlaßt und in der Gründung der Vaterlandsportei ihre Auswirkung gefunden hat. Tirpitz erklärt in feinem Buche, als er am 27. Juli 1914 in Berlin eingetroffen sei, habe, soweit er die Lage habe überblicken können, noch eine knappe Möglichkeit bestanden, das Friedensschiff an den Klippen vorbeizubringen. Zum Schluß resümiert die Germania ihren Eindruck von dem Buch in den Worten: So gibt es in Tirpitz' Erinnerungen gewiß eine Reihe von interessanten Einzelheiten aber der Eindruck ist doch der, daß es dieser Schrift nicht viel besser ergehen wird wie der des Generals Ludendorff. Mit großer Reklame in die Welt gesetzt, wird man sich einige Tage dafür interessieren, aber dann ist das Buch bald in Vergessenheit geraten.

Belgien und wèr.

Eindrücke aus dem heutigen Belgien.

Von unserem Sonderberichterstatter.

Gent, Mitte September.

Seit elf Monaten fristen die ehemaligen deutschen Berichterstatter in Belgien ein Eini- grantendasein auf holländischen Boden. Was sie bort aus den Spalten belgischer und hollän­discher Zeitungen über die Zustände im heuttgen Belgien herauslesen und nach Deutschland mel­den, trägt nur selten den wirklichen Tatsachen Rechnung. So kann man zuweilen lesen, als ob es nur noch weniger Wochen Zeit bedürfe, um mit Belgien wieder in die alten engen Ee- schästsbeziehungen treten zu können. Diesen tLsenroten, Stunmungsberichten kann nicht ernst genug widersprochen werden. Auch dann, wenn die Auslassungen des belgischen Königs sie noch besonders zu bekräftigen scheinen. Wer mit offenen Augen im heuttgen Belgien herumreist, wird so recht gewahr, wie das bort ehedem so seßhafte Deutschtum mit Stumpf und Sttel aus­gerottet worden ist. Hunderttausende, die einst als Kinder der Mittelmächte zur Welt gekom­men sind und nicht nur Jahrzehnte, sondern oft über ein halbes Jahrhundert lang in Belgien ge­wohnt und dem Lande als Arbeiter, Techniker, Gewerbetreibender, Kaufmann oder Industrieller gedient haben, sind nacheinander rücksichtslos über die Grenze gesetzt worden. Sie.alle hoffen vergebens, daß ihnen die Beendigung des Kriegs- zustandes die Rückkehr nach Belgien ermöglichen wird. Der Haß, der in diesem Lande gegen alles Deutsche großgezüchtet worden ist und noch dauernd mit allen Mitteln genährt wird, ist grenzenlos. So wie Belgien heute haßt, hat es selbst Frankreich nie gekannt. Der Deutsche, der sich heute in den Straßen Belgiens, der Wallonie oder Flanderns, blicken läßt, wird vom Pöbel totgeschlagen.

So find die Zustände, die selbst dem größten Optimisten keine Gründe geben, um an eine rasche wittschaftliche Wiederannäherung Belgiens an Deutschland zu glauben. Einzig und allein die Not vermag hier bindend zu wirken. Und Belgien befindet sich in furchbarer Not. Seine Industrie, sein Handel und Wandel sind noch immer lahm­gelegt. Maschinen und Rohstoffe fehlen überall, mehr denn in Deutschland! Der Wiederaufbau der ehemaligen flandrischen Kampfzone hat bis heute noch keine nennenswerten Fortschritte gezeitigt. Nur die wichtigsten Eisenbahnlinien und Straßen sind leidlich wiederhergestellt. Deutsche Kttegsgefangene haben dabei die Haupt­arbeiten geleistet. Für den Wiederaufbau von Bperir und Umgegend hatten die Belgier von ihren vergötterten Franzosen Tonkinesen und Chinesen überwiesen erhalten. Aber die Gelberi betrachteten die ihnen zugedachten Aufräumungs­arbeiten nur als eine Gelegenheit zum Plündern. Sie arbeiteten bald gar nicht mehr, sondern taten sich zu Räuberbanden zusammen, die nicht nur Bauernhöfe, sondern auch Eisenbahnzüge überfallen.

Amerika, das von Antwerpen her das Land mit Lebensmitteln überschwemmt, hat sich im flandrischen Wiederaufbaugebiet große Aufträge gesichecl. Vor allem liefert es Wohnbaracken, die inmitten der Trümmerfelder ausgestellt werden. Ferner wird er ganze Dörfer und Städte in Be­tonbauten wieder erstehen lassen. Es hat dazu ein besonderes Verfahren in Aussicht genommen, das demjenigen ähnelt, das eine bekannte Berliner .Firma in nordfranzösischen Wiederaufbaugebiet in Anwendung bringen will. Die belgischen Bau­unternehmer, denen zurzeit genug einheimische Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, denen aber die Baumaterialien fehlen, stehen dieser ameri­kanischen Konkurrenz mit dem größten Uebel­wollen gegenüber. Gar zu gerne möchten sie ihr

mit deutscher Hilfe zuvorkommen. Aber die öfsent- llche Meinung steht ihren Wünschen entgegen.

Auch die Interessenten der flandrischen See­bäder haben inzwischen erkannt, daß sie offne die Deutschen nicht bestehen können. Man hat ihnen weisgemacht, daß die Engländer, Amerikaner und die ganzen übrigen Alliietten in hellen Scharen zu ihnen kommen würden, um ihr Geld in Ostende, Blankenberghe, Heist und Knocke loszuwerden. Ostende, das diesem faulen Zauber gaUz besonders traute, ist mit seiner diesjährigenSaison" übet hereingefallen. Es hatte keine Kosten gescheut, um die schöne Badestadt wieder rasch wohnlich und amüsant zu machen, und die gesamte belgische Presse hatte weidlich die Reklametrommel gerührt. Es war vergebens. Die alliierten Millionäre und Kriegsgewinnler, denen mit dem Zaunpfahl nach Ostende gewintt worden war, blieben aus. Eine Riesenpleite war das Ergebnis.

Die Reeder von Antwerpen sind die einzigen-, dir den Mut aufgebracht haben, schon heute öffent­lich zu erklären, daß Belgien die Mtarbeit der Deutschen brauche. Sie sagen rund heraus, daß der Hafen von Antwerpen dem Ruin ausgeliefert ist, wenn deutsche Schiffe nicht wieder zugelassen werden. Sie sind auch die einzigen gewesen, bi» ihre Stimme freilich vergebens dagegen er­hoben haben, daß die Landungsplätze dec deut­schen Schiffahttsgesellschaften an Reedereien der Ententestaaten abgegeben worden sind.

Der AntwerpenerMattn", der von ftanzâ- sischem Gelde lebt, und dem darum die Existenz- Möglichkeit des belgischen Hafens gleichgültig ist, führt heute noch das große Wort. Mit den schäm, losesten Mtteln hetzt er noch immer unentwegt weiter gegen alles, was deutsch oder deutschfteund, lich ist. Aber feine Einflußsphären werden lang, jam kleiner. DerNeptun", der die Interessen der Antwerpener Reeder vecttilt, ist allein zu klein, um die Macht seines Wortes gewichttg ge­nug in die Wagschale der belgischen Außenpolittk werfen zu können. Mehr und mehr treten jetzt aber die flämischen Blätter aus ihrer seither be­obachteten Zurückhaltung heraus und sagen, was nottut. So wird, wenn es auch noch jahrelang dauert, es doch wieder tagen, und die Stimme derer, die schon heute eine wirtschafÜiche Wieder­annäherung an Deutschland verlangen, nicht län­ger ungehört in der Wüste des furchtbaren Deut­schenhasses verhallen.

Gut Ding will W»ils haben!"

Heinrich Wandt.

Meine Machrichren.

Neuer RegieruugSprâsideut. Die preußische (Staatsregierung hat OberregicrunqSrat Springormn- WiesSaden zum Regierungspräsidenten in Cassel er­nannt, itacbbem Regierungspräsident Gras v. Bernstorff am 1. Oktober d. I. in den Ruhestand tritt.

Zur Gleich >èe«ttua der Leprer in Stadt und Land schreibt der demokratische Ndgeerdnete itimpel, daß die Mtteilung '»sn deutschnatisnaler Seite in der Treffe, alle Versuche, die Verabschiedung des Antrags Herrmann im UnterrichtSansschusse der Landtsversammlung noch vor den langen Parlaments- Ferien zu erwirken, an dem Wiederftande der anderen Parteien gescheitert seien, nicht der Wahrheit ent­spreche.

Wir ivoHen Ruhe int Laude". 2500 im Durchgangslager Altengrabow befindliche zuräckgekchrte deutsche Kriegsgefangene erlassen eine Kundgebung, in der sie sich gegen die Bestrebungen von ffommuniften und Monarchisten wenden und betonen, daß durch neue Unruhen die Heims-ndung der in Frankreich gefangen gedbltenen Kameraden gefährdet sei. Am Schluff« heißt es: Wir wollen Ruhe im Lande. Wenn nötig, werden wir die Regierung mit allen Kräftm nntcrstützm.

Nâumanns Bescheidenheit. Ueber Nau­manns Auferrthalt und Tod in Travemünde werden jetzt Einzelheiten bekannt, die ein Bild von der bescheidenen Einfachheit geben, mit bet der demokratische Führer seine Person umklei­dete. Naumann starb nämlich in Travemünde als ein völlig Unbekannter. Weder sein Wirt noch sonst ein'Mensch im Hause wußte es, daß der Pttvatmann Naumann mit dem Parlamentarier» identisch war. Die Travemünder Ortspolizei ver­suchte zunächst vergeblich, einen Menschen zu entdecken, der den verstorbenen Pttvaüer Nau­mann aus Berlin r^sgnoszieren könne. End­lich fand man einen Herrn, mit dem noch am Tage vor feinem Tode Herr Naumann einen Spaziergang gemacht hatte. Dieser es war der mchrheitssozialisttsche Minister des Frei­staates Sachsen-Weimar, Taubert gab dann die überraschende Erklärung ab, daß der bis dahin unbekannte Tote der Herausgeber der Hilfe", Friedrich Naumann, fei. Erst dann konnte die Gattin des so plötzlich Verstorbenen, die wenige Tage zuvor noch ihren Gatten be­sucht hatte, von dem Todesfall benachttchttgt werden.