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Beile L Neklametsil 1.50 Mk., Onertgebiibr 25 Pfg. O

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g1»»« KL AmMches Organ für ElaSl- «ub Landkrers Sano«

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Nr. 221 WsMKg den 22. September

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Schrecker- für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz : für Anzeigen und

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Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Sanaa Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

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1919

Würde in der Zwangslage.

3« der deutschen Note in der Berfaffnngsfrage.

Nunmehr ist das Schlußwort in der durch das ungeheuerliche Ultimatum Clemenceaus zur Erörtemng gestellten Frage der zwangsweisen Abänderung der deutschen Verfassung von uns ausgespwchen worden. Die soeben von dem deutschen Vertreter in Versailles überreichte Antwort auf die Ententenote vom 11. Septem­ber entspricht in ihrer Haltung, wie zu erwar­ten war, durchaus der ersten deutschen Note auf das Ultimatum vom 5. September. Dort war bekanntlich den Forderungen Clemenceaus be­reits in vollem Umfange Genüge geschehen, aber man hatte diese Zugeständnisse auf der anderen Seite dennoch nicht für ganz ausreichend erach­tet und war in der letzten Note insofern noch weiter gegangen, als man nunmehr verlangte, daß 'nicht nur der § 61,2, sondern überhaupt alle Bestimmungen der deutschen Verfassung, die mit dem Friedensvertrag in Widerspruch stehen könnten, str null und nichtig zu erklären seien. Das war zwar weiter nichts als Wortglauberei und 'Lust des Herrn Clemenceau, an dem Schwächeren sein Mütchen zu kühlen, aber nach Lage der Dinge mußte man darauf noch einmal des näheren eingehen. Nunmehr wird also zum endgültig letzten Male erklärt, daß der Artikel 81,2 für kraftlos erklärt wird, so lange nicht der Völkerbundrat einer entsprechenden Aende­rung der internationalen Lage Oesterreichs zu- gestiimnt hat. Dieses Zugeständnis konnte um so eher gemacht werden, als auch die deutsche Regierung durchaus der Ansicht ist, daß gemäß internationaler Gepflogenheit Bestimmungen landesgesetzlicher Verfassung und Gesetzgebung, die mit internationalen Abmachungen kollidie- M hinter diesen zurückzutreten haben. Eine WS=^^ bezieht sich dann weiter in treffenden Bemerkun- zm auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker, auf das ja dieser ganze Notenwechsel den blu- ügstm Hohn darstellt. Im Schlußpaffus schließ- uch legt die deutsche Regierung einen nachdrück- üchen Protest gegen den ironischen und über- hebllchen Ton der letzten Note Clemenceaus mn. Es sei internationale Gepflogenheit, feier- hche Erklärungen einer Regierung in der ent­brechenden angemessenen Weise zu behandeln, vnr Clemenceau habe augenscheinlich die Ab- W gehabt, das unterlegene Deutschland zu verletzen. Vielleicht wäre es genug gewesen, vmn man Herrn Clemenceau nur auf die Takt- wfigkeit seines Verhaltens hingewiesen und nicht Mgegeben hätte, daß er uns etwa beleidigen «me. Diese Möglichkeit muß nach Lage der Dinge ausgeschloffen erscheinen, und sie war oaher wohl besser überhaupt nicht zu erwähnen. Andererseits kann man allerdings auch unge- W ermessen, was die Reichsregierung mit

besonderen Hinweis im einzelnen be- ^Me. Jedenfalls wird Freiherr von Lersner dieser Verwahrung aber eine gewisse Er- entnehmen, und Herr Clemenceau Mu eine gerechte Belehrung darüber, daß der Schwächere gegenüber der Ueberheb- des Stärkeren nicht ohne jede Waffe ist.

Geftmgenesmbiransporl aus England.

DDP. Berlin, 22. Septbr. «7* den Abtransport der Gefangenen aus ^Ed zu beschleunigen, hat die Admiralität ^Dampfer für Fahrten zwischen englischen deutschen Häfen bereitgestellt. Es handelt sich, h F*'616 größeren Dampfer bereits abgegeben uw mittlere und kleinere Seedampfec mit ia ^600—1000 Tonnen Fassungsvermögen. Es geschehen, um durch zweckmäßige AuS- enft?^ der Dampfer den Gefangenen den Auf- ^ ^vrd so behaglich wie möglich zu p^.T8- Vermutlich fahren die ersten Dampfer im ^uf- der nächsten Woche.

Die Fx-ge h^x LsradsetzunZ der Dienstzeit.

. _ WR. Versailles, 22. Septbr. toefen "^..T^mtskommisfion für das Heeres- Mll^kD^urte Senator Doumer gestern, die fesi» t Dienstzeit in Frankreich könne ohne

auf ein Jahr herabgesetzt werden.

Das Ministerium MM.

No^." DDP- Lugans, 22. Septbr. bes w; Äffchen Pressestimmen gilt die Stellung NaleV'Ä^^s Nitti als erschüttert. „Keor- benhou-a a , öenchtet über Meinungsversch e-

Mischen Nitti und Tittoni, der die Beben ~-^ der Nitti gegen d'Annuncio vor- kochte, verurteilt

[ ersten Zeit des Krieges unterschlägt außerdem auch die dringlichen Vorstellungen Berlins, die eindeutig dahin gingen, den Greyschen Vorschlag ' anzunehmen! Schon aus diesen kurzen Mittei- : lungen ersieht man die ganze Bedeutung der = neuesten Wiener Veröffentlichungen. Die Theorie ' von der Schuld des Berliner Kabinetts am Kriege ’ ist erledigt. Die Staatsmänner der Entente können = über dieses sensationelle Material nicht zur Ta- - gesordnung übergehen, sie werden im Gegenteil 1 zu ihm Stellung nehmen müssen. Die Wienec Re- 1 gierung verfolgt mit der Veröffentlichung den 1 Plan, zur wahrhaften Dölkerversöhnung beizu- ’ tragen und die Notwendigkeit einer Revision des ° Friedens zu betonen. Es besteht die dringende ■ Hoffnung, daß die öffentliche Meinung der Welt 1 sich der hier gebotenen neuen Tatsachen bemäch- 1 tigt und sie im Interesse der Heraufführung des ' wahren Friedens nützt.

! ♦

Stimme» der Presse«

: Berlin, 21. Septbr.

i Die Blätter bemerken zu der Veröffentlichung : von Dr. Gooß über das Wiener Kabinett und die : Entstehung des Weltkrieges, sie bedeute eine Ent- ; laftung Deutschlands und werde das Urteil in der : Schuldfrage wesentlich beeinflussen. — Der „Vor- - wärts" urteilt: Dar Buch erbringe den dokumen- : tarischen Beweis, daß der Krieg vom österreichi­schen Kabinett und seinem Führer Grafen Berch­told absichtlich herbeigefühtt wurde. — Das „Berl.

. Tageblatt" schreibt: Die Veröffentlichung genüge ; für die Erkenntnis, daß der Anteil der Schuld ■ Oesterreichs größer sei, als man bisher angenom- : men habe. — Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Man sei versucht, von einer Reihe für

: Sadowa zu sprechen, welche die Leiter der Habs- I burgischen Politik nahmen, als sie Deutschland in - ^.n<W -

meint: Er werde durch die Veröffentlichung ge- : zeigt, daß die deutsche Polittk vollständig von den österreichischen Ministern ins Schlepptau genom­men war. — Die „Kreuzzeitung" sagt: Die Ver­suche, die kaiserliche Regierung als kriegshetzend hinzustellen, fallen durch diese Enthüllungen völlig zusammen. — Die „Tägliche Rundschau" hält die politischen Wirkungen der Veröffentlichung für unabsehbar. — In einem von ihm „Blutbuch" ge­nannten Artikel bespttcht Georg Bernhard in der „Voffffchen Zeitung" die österreichische Veröffent­lichung über die Enfftehung der Weltkrieges und schreibt darin u. a.: Man kann er nur bedauern, daß nicht gleichzeitig mit der Veröffentlichung der österreichischen Dokumente auch die Akten der Ber­liner Archive der Oeffentlichkeit übergeben worden sind. Vielleicht daß sich aus ihnen noch mildernde Umstände oder eine Rechtfertigung der Berliner Politik ergeben. Aber wenn diese Hoffnung sich nicht erfüllt, so wird man auch Bethmann Holl­weg und den früheren Staatssekretär von Jagow anklagen müssen, und zwar müßte eine solche An- flagt vor dem deutschen Staatsgerichtshof zur Austragung kommen.

Die Beherrscher des LeSerrs- MMelmarkZes in Amerika.

DDP. Kopenhagen, 22. Septbr.

Die amerikanischen Behörden haben sich, wie die „Voff. Ztg." berichtet, in wochenlangen Untersuchungen damit beschäftigt festzustellen, auf welche Ursachen die Höhe dèr Lebensmittel­preise zurückzuführen ist. Das Ergebnis der .Untersuchung liegt jetzt vor und zwar in Gestalt einer Anklage gegen fünf Besitzer der größten Schlächtereien und Fleischkonservenfabriken in Chicago. Diese haben sich zusammengeschloffen, um nicht nur den Fleischmattt, sondem überhaupt den Lebensmittelmartt zu beherrschen. Es ist festgestellt worden, daß diese fünf Männer nicht nur 70 vom Hundert aller Fleischvorräte kon­trollieren, sondern auch 40 Prozent des gesamten Eiermarktes, eine gleiche Menge Butter und einen großen Teil der Käse- und Reisvorräte. Außerdem liegt ein bedeutender Teil des Ge­samthandels mit Kolonialwaren in ihren Händen. Den Verkehr mit Obstkonserven beherrschen sie völlig. Der amettkanische Generalstaatsanwalt erklätt, wie „Politiken" meldet, daß nicht nur Amenka, sondem die ganze Welt erstaunt und entsetzt sein werde, wenn die Einzelheiten der Untersuchung besannt werden. Kein Gericht der Welt würde es wagen dürfen, diese fünf großen Verbrecher gegen das Antttmstgesetz frei zu sprechen.

Dir WefetzÄkrg der Bheirrlanöe.

wn. London, 22. Septbr. (Reuter.)

Die „Moming Post" meldet: Es wurde be- i schlossen, neben der im Rheinland als Garnison 1 befindlichen Brigade noch eine britische Division i daselbst zu belassen. i

Anffshenerregende Enthüllungen über dis SMslehung des Wellkriegss.

In Wien ist soeben ein Rotbuch über die Vor­gänge unmittelbar vor Ausbruch deS großen Krie­ges erschienen, das eine außerordentlich bedeut­same Ergänzung erfährt durch eine Veröffent­lichung des Wiener Historikers Roderich Gooß, die soeben unter dem Titel „DaS Wiener Kabi­nett und die Entstehung des Weltkrieges" in den Handel gelangt. Auf dem (Streifbanb heißt es ausdrücklich und mit Recht: die hier mitgeteilten Ergebnisse aus den Originaldokumenten müssen überall, bei Freund und Feind, das größte Auf­sehen erregen und die Revision deS Friedens vor­bereiten. Das ist auch der eingestandene Zweck sowohlHes RotbucheS wie auch der Arbeit von Dr. Gooß, und um die Hauptsache gleich vorweg zu nehmen: es ergibt sich aus beiden Dokumenten­sammlungen aus zahlreichen bisher noch völlig unbekannt gebliebenen Tatsachen, daß eS die Dinge vollständig auf den Kopf stellen hieß, wenn bisher von den Ententeregierungen die Ansicht vertreten wurde, daß das Berliner Kabinett durch seine Haltung und seine Politik den Krieg unver­meidbar gemacht und hcrbeigesührt habe. Zu die­sem Schluß kommt man nicht auf Grund der in dem Buche von Dr. Gooß zum erstenmale wort- getteu wiedergegebenen Dokumente aus der Zeit vom Frühjahr 1914 bis zum Ausbruch der Welt- katasttophe. Die Wiedergabe der geschichtlichen Schriftstücke wird aber dadurch erst zur völligen Bedeutung gebracht, daß nicht nur die -Randbe­merkungen und Korrekturen der zur Bearbeitung des Materials bestellten Staatsmänner, sondern auch — gewisse, außerordentlich wichtige Strei­chungen und Auslassungen verzeichnet werden. Aus der beinahe 'unübersehbaren Fülle der Ein­zelheiten sei als eine der wichttgsten Tatsachen z»»»è4ftttett-hter vt^-nrWep-ÄMMchlet, DaKine Entente und mit ihr die Welt von der falschen Voraussetzung und Behauptung ausging, der Krieg sei in dem berühmten nie stattgefundenen Potsdamer Kronrat beschlossen worden. Tatsäch­lich fiel die verhängnisvolle Entscheidung in einem gemeinsamen Ministercat in Wien am 7. Juli. Die Beschlüsse auf eine tunlichst rasche Entschei­dung des Streitfalles mit Serbien wurden mit Einmütigkeit gefaßt, und sie wiesen der weiteren Entwickelung der österreichisch-ungarischen Kon­fliktes den Weg. Ein zweiter, erst jetzt der völligen Klärung durch Dr. Gooß zugeführter Punkt be­trifft die Frage, ob und inwieweit die deutsche Regierung an dem, den Krieg unvermeidlich machenden Ultimatum an Serbien beteiligt war. Wir erfahren darüber, daß der Text am 19. Juli in Wien von dem Referenten für südslawische Fragen von Musolin abgefaßt und am 20. Juli aügesandt worden. Die deutsche Regierung war über die Anfassung weder unterrichtet noch hat sie sie gar herb ei geführt, sie hat im Gegenteil auf Grund der ausdrücklichen Willens des Grafen Berchtold und des Wiener Kabinett» erst am 22. von dem Ultimatum erfahren. Der Kurier mit dem Wortlaut war am 21. nachmittags in Berlin eingetroffen und hatte sie dem Grafen Szögyenh übergeben. Dieser setzte sich sofort hin und ließ nach Wien sagen, angesichts der vollkommen loya­len Haltung dec Berliner Instanzen sei ihm die Geheimhaltung außerordentlich peinlich. Außer­dem hatte Staatssekretär v. Jagow ihm bereits angedeutet, daß man in Berlin darauf rechne, vor Belgrad, London und Patts unterrichtet zu wer­den. Graf Becchtold befand sich zu diesem Zeit­punkt in Ischl beim Kaiser, und in seiner Ab­wesenheit erging an Szögyeny noch einmal er­neute Weisung zum Stillschweigen. Es kennzeich­net die Haltung des Grafen Berchtold, daß er am 21. Juli mittags aus Ischl nach Wien telegra­phiert, Kaiser Franz Joseph habe soeben das Ultimatum genehmigt, das inzwischen hinter dem Rücken des Monarchen längst abgeschickt worden war! Eine noch dunklere Angelegenheit fällt in die allerwichtigste Frage der Weltkrise: das Schick­sal deS englischen Vermittelungsvorschlages vom 29. Juli. Das von Dr. Gooß veröffentlichte Akten­material ergibt die erstaunliche Tatsache, daß Graf Berchtold einen dem 74jährigen Grafen Szögyeny unterlaufenen Irrtum benutzte, um , diesen, wie jetzt feststeht, außerordentlich ernst ge- ' meinten Konferenzvorschlag Sir Edward Greys । ausweichend zu behandeln. Grey hatte durch Lich- ; nowsky um schleunigste Behandlung bitten lassen, ; in Berlin fragte Sir Geschen, der englische Bot- । schafter immer un^immer nach dem Bescheid, und ; da er im Berliner Auswärtigen Amt in steter Wiederholung die Auskunft erhielt, daß keine ' Auskunft erteilt werden könne, da man aus Wien nichts gehört habe, gewann man in London den Eindruck, daß das Berliner Kabinett den Vor­schlag zum Scheitern bttngen suche. Diese Be­hauptung ist immer wieder aufgetaucht, und hat i

[ Die Berliner Metallindustrie.

DDP. Berlin, 22. Septbr.

Zum drohenden Streit in der Metallindustrie ; schreibt die „Berl. Morgenpost": Bis jetzt sirch ; Teilstr»kks bei etwa 14 Firmen der Metallindustrie , zu verzeichnen. Ueberall sind Heine Gruppen her, ' ausgezogen worden, um die Fabriken zu hindern, ; ihre vorliegenden Aufträge auszuführen. Am : Samstag nachmittag fanden in «fast allen Der- s Uner Betrieben Versammlungen der Arbeiterschaft s statt, in denen die Funktionäre über den Stand ; der Verhandlungen berichteten. In einigen b6 ‘ sonders wichtigen Werken sprachen bekannte Füh- ; rer der Metallarbeiter. Die Redner wiesen darauf ; hin, daß die Massen unbedingt die heutigen Be» ; schlüsse der Generalversammlung gutheißen müß- ’ ten. Wenn der Verband den allgemeinen Str etil für alle Betriebe beschließe, müsse der Aufforde, rung unbedingt Folge geleistet werden. DaS Blatt sagt weiter: Wenn nicht in letzter Stunde durchs ein Eingreifen des Reichsarbeitsministeriums diq Aufnahme neuer Verhandlungen ermöglicht wird, ! ist kaum zweifelhaft, daß der allgemeine Streik t» : der Metallindustrie zu erwarten ist.

Defchleunigle Erledigung der Anlrüge K«f EiN" und AnsfuhrbeWilligung.

Bekanntlich richtete der Hansabund an den : Reichskommissar für Ein- und Ausfuhrbewilligur» : gen kürzlich ein Telegramm, in welchem unter Darlegung dec wirtschaftlichen Benachteiligung : interessierter Industrie- und Handelskreise um möglichste Beschleunigung der Erledigung gestell­ter Anträge gebeten wurde. Inzwischen jedoch mehrten sich die beim Hansabund einlaufende» Beschwerden über den außerordentlich schleppen- : den Gang dec Geschäftserledigung im Reichs­kommissariat in einem solchen Umfange, daß es ge» .hateir exjchft.n. die vom Herrn ReichsloniznisstT» : etwa zu treffenden Maßnahmen nicht abzuwarten, sondern aus eigener Jnitiattve an diesen mH Vorschlägen heranzutreten, die den dringendsten Wünschen der beteiligten Kreise wenigstens eint« gemässen gerecht werden dürften. In der zu di»- sem Zwecke bei dem Herrn Reichskommissar statt- gefundenen Besprechung am 13. d. Mts. wurde» folgende Vorschläge gemacht:

1. dem Antragsteller wird noch am Tage deS Eingangs seines Anttages ein Vorbescheid erteilt,

2. der Vorbescheid muß den Namen und die Wohnstraße der Reichsstelle enthalten, oh welche der Antrag weitergegeben ist,

3. dem Vorbescheide werden sogleich die nö­tigen Formulare und sonst nötig erschei­nenden Anweisungen beigelegt.

Der Herr Reichskommissar akzeptierte diese Vorschläge mit der geringen Abweichung, daß der Vorbescheid am zweiten Tage nach dem Eingang» deS Antrages hinausgeben solle, da die Expedition am Tage des Einganges selbst technisch nicht zu ermöglichen sei. Wie dieser Grund, so mußten leider auch noch andere Gesichtspuntte, die der Herr ReichSkommissar zur Erflärung der zum min­destens nachlässigen Abwicklung dec Geschäfte an­führte, anerkannt werden. — An den beteiligten Hanhelskreisen liegt er, auf Grund der möglichst genau ausgefüllten und an die zuständige Stelle gerichteten Formulare in jedem Einzelfall auf Innehaltung obiger Grundsätze zu bestehen; der Hansa-Bund erklärt sich nach wie vor bereit, etwaige Beschwerden entgegenzunehmen und die berechtigten Interessen der Antragst61er an ge­eigneter Stelle zu vertreten.

Kleine Nachrichten.

Rückgabe deutsche« Eigentum» in Südafrika. Nach einer TimeSmeldung au» Kapstadt erHarti Justizminister Dewet, daß die Union 12^ Millia- nen Pfund feindlichen Besitzer in Verwaltung habe. Die Regierung beabsichtigt, den Deutschen, die bei AuSbruch deS Krieges in der Union am« • säffig waren, sobald wie möglich ihre Besitzungen mrückzugeben; diese betragen etwa 1K Million Pfund. Dann sollen gewisse Forderungen, di< alliierte Untertanen in der Union an deutsche Un- ectanen haben, bezahlt werden. Der Maximal- betrag hierfür wird auf 1 Million Pfund fest, gelegt. Ueber die übrigen 10 Millionen, die iw Deutschland ansässigen Deutschen gehören, soll das Parlament beschließen. Dewet meinte, der Friedensverttag sei in diesem Puntte nicht fe deutlich, wie man hätte wünschen können. Sie Thomas Smat wies darauf hin, daß die Union noch viele Forderungen an die deutsche Regi», cung wegen ungesetzlicher Taten habe, die zu Lande und zur See vollzogen wurden, besonder» wegen der Torpedierung der Dampfers „Gowah Castle". Bi» diese Forderungen beglichen seien, müßten die 10 Millionen Pfund deutsches Eigen­tum beschlagnahmt bleiben.