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General-Anzeiger

AmMches Organ für StaSl- und LanSKreis Sana»

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

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Teil G. Schrecker -für lokalen und provinziellen;, Teil sowie Sport W.Moritz: Mr Anzeigen und

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Nr. 219

Freikag den 19. September

1919

KM

Be-eMlèche MachenschLfZer?.

W Millionen Mark meistbietend zu verkaufen.

Eine merkwürdige Annonce steht in der Kopen- ^tgetter Tageszeitung Börsen. Dort werden in einem Chifftsinseral nicht weniger als 110 Mill, deutsche Währung an den Meistbietenden zum Ver­kauf ângeboten. Man weiß nicht recht, wie man sich dieses Inserat erklären soll. Entweder han­delt eS sich um ein Konsortium von Spekulanten, die in der Hoffnung auf ein baldiges Steigen dec fBalirta deutsche Mark aufgehäuft haben und jetzt bei dem rapiden Sturz des Kurses um ihre Werte ängstlich geworden find, oder aber es handelt sich um Leute, die ihr Vermögen aus Deutschland über die Grenze gebracht hatten und jetzt ebenfalls in Angst um ihre irdischen Schätze find. Die dritte Md wahrscheinlichste Möglichkeit dürste die sein, daß der Verkauf von einer Seite aus erfolgt, die wegen großer Bestellungen in Deutschland ein In­teresse daran hat, durch ein solches Riesenangebot in deutschen Mark den Kurs in spekulativer Hin­sicht noch weiter hecabzudrücken. Man hat ähnliche Borfälle während des Krieges wiederholt beobach­tet. Dann wurde jedesmal ein Posten von mehre­ren Millionen Mar? auf einmal an den neutralen Börsenplätzen angeboten. Der Erfolg war immer ein Abbröckeln des Mackkurses um mehrere Pro­zent. Diesmal ist diese Erwartung nicht etnge- troffen, denn der Markkurs ging gestern ein wenig, von 15,75 auf 18 hinauf,

DnkermMsnale Regelung näendig l

DDP. Genf, 19. Sept.

Das dauernde Neigen der fremden Wechselkurse an der Pariser Börse beunruhigt die Presse lebhaft, und man beginnt, dieRotwendigkeit einer inter- «^»n «*5 «Myi^

Blatter sprechen zwar nur von einet interalliierten Regelung, andere aber sind weitsichtig genug, um zu begreifen, daß alle Länder, auch die bisher feindlichen, in diese Regelmrg einbezogen werden müßten, wenn sie wirksam sein soll. Vielfach gwt man den eng­lischen Blättern recht, die sagen, daß das Sinken der sranzösischeu^Frarekeu und der Mark für diese Länder eixe Lehre seien, daß nur eine Steigrrnng der Pro­duktion und der Ausfuhr die lEettung bringen könne. Aber immer wieder wird in der französischen Presse an die Verbündete« appelliert, die durch langfristige Kredite Frankreich zu Hilfe kommen.

Der preutzilche âèegsmmister.

DDP Berlin, 19. Sept.

Der preußische Kriegsminister Oberst Reinhard hat, ivie derBerl. L.-A." erfährt, an den Präsidenten der Landesversamnckung Lenert die Bitte gerichtet, ihn feiner Amtes zu entheben, da die einzel- siaatlichen Kriegsnnnrsterien ihren Daseinsziveck ver- torcn haben. In feinem Schreiben sagt er u. a er scheide von seinem Ehrenposten bestärft in der Ueber- ieugung, daß preußische Kraft und Tüchtigkeit die siärksie Stütze audj des neuen Deutschland bleiben Verde. Der Kriegsminister hat sich dem Reichspräsi­denten zur weiteren Mitarbeit zur Verfügung gestellt.

DerEnlentelseösrrmg zugestrmml

DDP. Berlin, 19. Septbr.

Der Ausschuß der Rationaloersamm- für auswärtige Angelegenheiten hat der Forderung der Entente nach Unterzeichnung des Protokolls für die Nichtigkeitserklärung des 61 der Reichsoerfassung zugestimmt.

Die deutsche Antwort.

--- Berlin, 19. Septbr. (Telegramm.)

®* demLokal-Anzeiger" berichtet wird, ist die ntuort der deutschen Regierung an die Entente wegen " Verfassungsänderung heute abgegangen. Sic '«rfte heute veröffentlicht werden.

Keimholuug deutscher Kriegsgefangener.

DDP. Berlin, 19. Septbr.

e$eT »Berliner Lokal-Anzeiger" meldet aus vawburg: I« ben nächsten Tagen werden mehrere Dampfer nach England fahren, um dort Kriegs- °,;s^^siene abzuholen. Der erste Dampfer ^^stag früh den Hamburger Hafen »er« tJ'^- . Die Marineschiffsbesichtigungskommission J» Tageszeitungen der letzten Tage M illustrierte Blätter in möglichst großen Kn^" »ur Verfügung zu stellen, damit die ll^.>?^^Mnen deutsche Zeitungen auf den top-*1161«,00^ Propaqandasthriften irgend- ^cher.Art werden abgelehnt.

Das Arten im Geifelmsrdprozetz.

WB. München, 19. Septbr.

Im Geiselmordprozeß wurde gestern Don­nerstag nachmittag das Urteil gefällt. Die An­geklagten Fritz Seidl und Schickelhofer wurden wegen zweier'Verbrechens des Mordes zweimal zum Tods verurteilt, die Angeklagten Widl, Pürzel, Fehmer und Josef Seidl wegen Ver­brechen des Mordes zum Tode, die Angeklagten Kick, Esell, Hessemann, Lermer, Hannes, Georg Huber und Riethmaier wegen Verbrechens der Beihilfe zum Morde zu 15 Jahren Zuchthaus, sämtlich mit den entsprechenden Ehrenstrafen. Die Strafverfolgung Petermeiers wurde als unzulässig bezeichnet. Die Angeklagten Völkl und Schmittele wurden auf freien Fust gesetzt. Die Angeklagten nahmen das Urteil, an das sich eine längere Begründung anschloß, voll­ständig ruhig auf. Im Justizpalast waren gestern besonders strenge militärische Vorkehrungsmaß­nahmen getroffen. Der Abtransport der Ge­fangenen erfolgte in geschlossenen Autos zwischen militärisch stark besetzten Lastwagen.

In der B e g r ü n d u n g der Urteils wurde nach derFrkf. Ztg." u. «. auSgeführt: Das Luit- psldgymnasium galt unter Seidls Krmmando als fester Stützpunkt der Räteherrschaft, weshalb wegen der für die Räteregrerung unsicher gestorbenen politischen und militärischen Lage der Rest des Bollzuzss«§sckMes, bestehend aus Levin, Levins-Rissen und anderen Machthabern seinen Sitz au» dem Wittekrbacher Pa­lais Ende April darthin verlegte. Die Urteilsbegrün­dung erörtert die Schuld des Hemptangeklagten Fritz Seidl, der als Kommandant des Luitpold-Gymnasiums über das Schicksal der dort untergebrachten Gefangenen und Geiseln frei verfügte. In verschiedenen Fällen hat er die Gefangenen maßlos beschimpft und mit dem entsicherten und geladenen Revolver bedroht. Er hat Schutzscheine der Räteregierung nicht anerkannt imd den Gefangenen in Aussicht gestellt, sie ohn« Re­volutionstribunal erschießen zu lassen. In den letzten Tagetes -«DrÄeÄWU« M-MM *W los M einen fensterlosen, feuchten mit Schmutz be­deckten Keller sperren. Dort hatten einmal 22 Men­schen ihren Aufenthalt. Allgemein war im Gymna­sium der Befehl bekannt gegeben, wenn Gefahr von Seiten der Regierungstriippen dem Gymnasium die Geiseln zu erschießen oder Handgranaten unter sie zu werfen. Die Urteilsbegründung geht dann im Einzelnen auf die Behandlung dec Geiseln und die Schuld der verschiedenen Angeklagten ein. Fritz Seidl und Schicklhofer waren nach Ueberzeugung des Gerichts innerlich unb äußerlich auf die Tötung der Geiseln vorbereitet. Bei der Einlieferung der Gefangenen kam dies wiederholt zum Ausdruck. Der Entschluß, sie bei gegebener Gelegenheit lmiznbringen, verdichtete sich zum Tötungsvorsatz, als beide am Vormittag und Nach­mittag des 30. April einen ErschießungSbefehl Egl- höfers erhielten, der bezweckte, den kampfunlustigen Soldaten der Roten Armee ein blutiger Schauspiel zu bieten, sie zur Blutgier zu reizen und dadurch die schwankende Herrschaft der Räteregierung zu stützen, was auch ihren eigenen Interessen entsprach. Beide setzten die im Levien, Levinë-Nisscn nnd Eglhofer ge­billigten Erschießungen mit Ueberlegnng ins Werk und führten sie besonnen und mit Vorbedacht aus, ohne sich durch Vorstellungen und Emmischimgen Dritter, Bitten der Opfer und Weigerungen nicht völlig gefühl­loser Soldaten abhalten zu lassen. Wenn auch beein­flußt durch ihre hochgestellten Hintermänner, benutzten die kleineren Machthaber Seidl und Schicklhofer die Hmschlachklugen zur Beftiedigung ihrer eigenen Herr- schasts- und Rachegelüste. Widl und Josef Seidl waren bei der Tötung der Husaren, Fehmer und Pürzer bei der Geiselerschicßung am Nachmittag mit voller Ueier- legimg dabei. Widl und Josef Seidl haben nach den Opfern gesielt. Die Tötung der 10 Geiseln hatte ouch nicht den Schein eures Rechtes für sich. Ohne Urteil, ohne Verhör, ja unter Verachtung der im Rechtsstaat und sogar unter der Räteregierung sonst üblichen Form vollzog sie sicht Da jeder der Ange- kiagien das wußte, könn sich keiner von ibnen, auch soweit sie Unterorgaue waren, auf mangelndes Be­wußtsein der Rechtsroidrigkeit oder drSziplinäre Unter= ordnug berufen. Nur Herrschsucht, Rachgier unb Mordlust beseelten die Täter. Daher war, wie schon gemeldet, Fritz Seidl und Schicklhofer wegen je zweier Verbrechen des Mordes, Widl, Josef «eidl, Fehmer und Pürzer wegen je enics Verbrechens des Morde» zum Tode zu verurteilen. Die Begründung führt weiter aus, daß die wegen Beihilfe zu 15 Jahren ßuchtbaus verurteilten Mitangeklagten, Kick, Gsell, Hesselmann, Lermer, Hannes, Huber und Riethmeier die Ermordung der 8 Geiseln wesentlich gefördert haben, indem sie auf die Schützen physisch enuötrtten. Das Urteil wurde durch einstimmigen Beschluß gefällt. Die Angeklagten nahmen das Urteil und feine Bc- gründung mit voller Ruhe entgegen. *

Man darf wohl sagen, daß die unerfreuliche L-ktüre von Gerichtsberichten noch niemals den Leser mit so tiefein Entsetzen und Abscheu er­füllt haben dürfte,, wie in deii letzten Tagen, wo der schmale Raum der deutschen Zeitungen mit spaltenlangen Berichten über die Verhand­lungen gegen die Mülichener Eeiselmorder in Anspruch genommen worden ist. Die Schmach, die die Urheber des fürchterlichen Massenmordes in der bayerischen Hauptstadt für alle Zeiten über den deutschen Namen gebracht haben, ist

durch ihre Vernehmung, ihre Aussagen und ihre unfreiwilligen Geständnisse in entsetzlicher Weise besiegelt worden. Mit tiefftein Schaudern er­lebte man die unmenschlichen Qualen noch ein­mal im Innern mit, die die bedauerlichen Opfer des Blutrausches dieser mordsüchtigen Leute er­dulden mußten. Immer aufs neue packte einem das Grauen, wenn man hören mußte, mit wel­cher Gefühlslofigkeit man vorgegangen war. Man wußte nicht, welche dieser Graufigkeiten die Palme beanspruchen durfte, die geradezu unvorstellbare Tragödie der armen Gräfin Westarp oder den blutigen Szenen des letzten Aftes. Das Gericht hat jetzt gesprochen, denn wir leben noch ,in einem Rechtsstaats, in dem jede Schuld ihre Sühne finden muß.

Vor allen Dingen arbeiten!

Berlin, 19. Septbr. (Telegr.)

Ueber die Lage der preußischen Fi­nanzen sprach fich Minister Südekum einem Vertreter desBerl. Lok.-Anz." dahingehend aus, daß die schweren finanziellen Sorgen Preußens eine Lösung finden dürften, die auch ängstlich« Gemüter beruhigen könne. Natürlich hänge letzten Endes auch das Wiederhochkommm Preußens von der- Gesundung des Reiches ab. Vor allen, Dingen sei aber Arbeit nötig.

Richt so gefährlich!

r^Berlin, 19. Septbr. (Telegr.)

Zur Lage in^Pommern läßt sich darD. T. berichten, daß, wenn diese nicht gerade 'cuhig ge­nannt werden könne, sie doch nicht so gefährlich erscheine, wie gewisse Kreise sie hinstellen möchten. Die Unruhen in Köslin standen in keinerlei Zu­sammenhang mit der Landarbeiterbewegung.

Die Vutze

für Sen 69er$eaiiieiz,Äim^^

Wie erinnerlich, hat die Rcichsregierung seinerzeit die Buße für die Tötung des ftanzösischen Sergeanten Manheim mit 1 Million Goldmark ans einer von un­bekannter Seite gemschten Stiftung bezahlt. Der dentschnationale Abgeordnete Gräfe hat dazu folgende Kleine Anftage in der Nationalversammlung emgebracht:

1. Ist das Reich direkt ober indirekt an der Hergabe dieser Geldes beteiligt. 2. Wenn nicht: Ist die Regie- rung bereit, über den Ursprung des Geldes irgendwelche die herrschenden Zweifel unzweideutig auftlärende SUH« kuLst zu geben? 3. Hält cs die Regierung für ver­antwortlich, deutsche Werte von einer »lülion Goldmark in diesem Augenblick an das Ausland zu vermitteln für Zwecke, deren Berechtigung sie selbst abgestritten hat, bezw. ist sie gewillt, eine solche VerschteNderung deutschen Kapitals an das Ausland zu v«rhindcrn?

Die Stellung der DeMvkralen.

DDP. Berlin, 19. Septbr.

Die demokratische Fraktion der Nationalver­sammlung wird sich in den nächsten Tagen mit dem Wiedereintritt in die Regienmg beschäf-, tigen.

Kleine Nachrichten.

Ratifizierung des Friedensveetrages. Aus Paris wird gemeldet: In parlamentarischen Kreisen versichert man, daß die Kammer am Freitag oder Samstag den Friedensvertrag ratifizieren werde. Clemenceau werde heute eine große Kammerrede halten.

Vergewaltigung des Deutschtums. Die fren= zösische Regierung hat in der letzte» Woche völktz- unerwartet 120 Profeffvrsn von aSe« höhere« Lehranstalten Elsaß-Lothringens gleichzeitig nach dem JnnernKrankreich 8 versetzt. Vir- se Maßnahme erregt den größten Un misten in allen intellektuellen Kreisen des Landes. Unter dem Protektorat des »bersten Verwalters des Saargebiets, General Andlauer, wird am 1. Ok­tober in ben Räumen der OEerreaffchule ix Saar­brücken eine Lehranstalt für Kinder französisch« Familien eröffnet. Das Lchrperso»al besteht aus­schließlich aus Franzosen. Später wird diese Schule auch den Einheiinischen des Saargebiets für alle ftanzvsischen Fächer angängig gemacht.

Der Aeltestenausschuß der Landcsversaurm- lung hielt anr Donnerstag vor Beginn der Vollsitzung eine Besprechung ab. Die Staats- regierung stellte der Landesversammlung das Gebäude des früheren Herrenhauses zur Ver- fügitng. Was den Arbeitsplan anbetrifft, so soll zunächst die Etatsberatung fortgesetzt werden. Sonntag und Montag aber sollen die Sitzungen ausfallen. Die Beratung der Teuerungs­zulage soll Mittwoch oder Donnerstag be­gonnen werden.

Ausschreitungen der Polen. Aus Katto- witz wird gedrahtet: Fortgesetzt laufen Mit­teilungen von aintlichen Stellen über die Miß­handlung Deutscher seitens der Polen ein. So wurde in letzter Zeit der Gendarmeriewacht­

meister Walter in Wohlau (Kreis Pletz) von den Polen verschleppt und mitzhandekt, ferner wurde der Sohn des Amtmannes Rimmeler in Tischau durch Kolbenhiebe verletzt und ein Unteroffizier derartig mit Flltzeu getreten, daß er starb.

Durch Magistratsbeamten gesprengt. Aus Stettin wird berichtet: Die gestrige Stadtoer, ordnetenoersammlung wurde von Magistrats» beamten, die die Tribüne des Sitzungssaales besetzt hatten, gesprengt. Bei der Debatte über die Gehaltsforderungen dieser Beamten kam es zu lärmenden Auseinandersetzungen, sodaß die Sitzung geschlossen werden mutzte.

Prsutzè^che Lan-esVersaMMlüsg.

WB. Berlin, 18. Sept.

Der dem W,. Lichtenstein (UnoLH. Soz.) in der letzten Sitzu»- erteilte Ordnungsruf (der Abgeordnete hatte den Minister Heine einen Schieber genannt) wird gegen die Stimme« der Unabhängigen vom Hause für ge­rechtfertigt erklärt. Auf eine Frage des Abg. Dr. Leidig (D. Vollsp.) erklärt die Regierung, daß sie sich für verpflichtet halte, die von der Landestzersammlnas angenovnaeneN Gesetze ss sditteö zu verkünden, als es irzendime nach dem Geschäftsgänge möglich sei. . Darauf wird die zweite EtcULberatusg beim Etatde s Wi»isteriums für Volkrwohlfahri fort- gesetzt. \

Nbg. Eber-Schach (D.^afl.) empfiehlt einsn An- tra« zur Fördern«g des KleinwvhnmrgSbanes dnrch Beliefernng der Ziegeleien mit den erforderlichen Kohlen und durch Bevorzugung der gemeinnützigen Bau- und SiedlmrgSgenofscnschcrftcn bei bei Verteilung der^Bau- stoffe. , >

Abg. Dr. Weyl (Nnabh. Soz.) befürwortete bett Antrag der Ausschusses für DevölkerunMn-lftÄ aus Schaffung einer Reichrwohlfahrtsamtes und eine» Jugendamtes. Z

Abg. Lukassowitz (D.-n-M) richtet a« 6u Re» zierung - die formelle Anftage, welche Maflnahme sie ergreifen werde, um dem jetzigen großen Wohnm'.gS- mangel erfolgreich entgegenzrrwrrkm. DaS ganze Volk y^g ^^ l^ ^ ^^^5 ^t^r fy^jpg^» ^jfi^^i ^yy^t,

Abg. Brandenburg <Soz.): Mit der Einrrch' Lung des Wohlfahrtsminsiteriunis ist eine alte gorbe« rung meiner Partei erfüllt worden. Seme erste laib wichtigste Ausssbe wird die Bekämpfung her Tuber­kulose sein mäfs ex, die durch die Unterenflihrnng sehr gefördert worden ist. Auch der Ausbreitung ber Ge­schlechtskrankheit,« muß es energisch eutgcgenwcrreu. In engstem Zusamwenbcura mit der Bolksgesvndh«t steht die zu lösende verstärkte W»ÄrnngSfkr>org«. An­gesichts der Woh«ungsnot kaun der Wohnung rlu^ttz ber begüterten Familien m^t länger geduldet werden. Die Magistrate machen leider von ihren emMLg»K-:o Zwangrbefugmpcu keinen ernstlichen Gedravch. (Hort, hört!) Sie sollten von der Regierung dazu ungehalten werden. Zur Errichtung von Lururvauten und Ber-. guügungsstätten find immer noch Brustosse vorimndeui ivährend e» zum Bau von einfachen WohnnngSsÄlseric daran fehlt. Die Baugeiiossenschäften vertu encn bie ausgiebigste Förderung. Die Jugendpflege bedarf;bec Verbesserung, ebenso die SäugliugSfürsorge. Sie kann durch die Einrichtung vsn MütterörratsugSstelle« be­hoben werde«. ,

Abg. Frau Heßberger (Ztr.).: Durch Surt^ führunsdergr-tzeilAu-'gabendrsWohlfahrtSministcrimnst wird et erheblicher Rittel bebürfen. In der Wochnrrqs- frage sind wir so schon an der Grenze der Erträglich»« aitgelangt. (Sehr richtig.) Es ist kut Wunder. Seit Ueber 5 Jahren ist kein Neubau dnrchgefühct wordene Schleunigste Abhils« ist als» notioexbig «nd es fit zu begrüßen, daß auch da» Reich hierzu 150 Mllioi«« Mark beifieurrt. ? 4 ,..; . t .,

Wz. Dr. Schloßmann (D«m.>:, Gerade weck wir arm geivoeden sind, müssen wir für bk Wohlfahrt das D»vp«lte zu leiste« juchen. Das Mrmsterm« fün bte Volkstvoblfahrt ist das geeisuetr Instrument »re AnSführnng dieser Arbeit-». Dir Ansbreftims W TuberkG»se erfüllt uns mk süMerster Sorge. Es ist gar nicht möglich, auch mir einen Bruchteil der Krarcksa an den Kranke,ihäitfern mw Heilstätte« unterzubra»^«. Das Frktdnmmische Tuberkulofimfttei bebarf no» der aründuchsten -bsektivni Prüfung. Ich erinnere d<rr«y daß der jetzig Minister Hänisch sich 1917 als W orbntter scharf gegen dieser Mittel a»4g«sprochr« hat. Den Hebammen muß man ans irgend eine Art dl« Beamteneigenschaft beilegen. Wir missen volle Geio«^ dafür haben, daß nur gut vörgebildcte Frauen mit diesem wichtigen Amte betraut werden. Auch das Halte« kinderwesen schreit nach Slbhilfe. Man darfdctom nicht auf bat Bsrgehen des Reiches wart«; Al' \

Wohlfahrtsminister Stegcrwald: ®k «n^ regunge« ber Redner werde« sor^altige Prüfung ftuoen; Zur Regelung des Hebamm««- und HaltekmderwcM» wird eine Sachverflä»d<gtnkonfc««z znsammeutreten, zn der Parlamentarier, Aerzte »nd Hebamme« zu«- zogen werden sollen. Die Einnchtnmi meines M« nifterüim» hat mit wesentlichen äußeren Kchimertst, feiten zu kämpfen. Er handelt sich um die Kinttchtimg von drei Abteilungen: 1. RshlsahrtSvstegc und ^cuge^w- sürsorg«, 2. Wohnungswesen, 3. Medizinal«»^«. , 64 ist n»ch nicht gelungen, ein in sich adgeiLl»ifcu«S. QU< baute für diesen großen .Betrieb zu Nbau , M< Wohnungsabteilung ist jetzt im Mittelbau bet früheren Herrenhauses unteraedracht. Der Wohnungsnot werden mir erst dann mit Erfolg begegnen fonnmt, wen« big Koblenfrage gelöst fei« wird. Wir werden mbao Wohlfahrts- und Jugendpflege nur Schritt für Schritt geben lönneu. Aber üâeimößcge StzarsMkeit wMt^ dabei nicht öbe« lassen.