Einzelbild herunterladen
 

anauer

Anzeiger

Mckunss gebüh r: Die8gespaltene Kolonel- oder deren Raum 40 Ma., die ^gespaltene

Zeile i. RÄlmneteil 1.50 Mk., OffertâebÄhr 25 Ms. Bezugspreis: Vierteljährlich 4.20 Ml., monat- A-LLklM^«^ Postscheck-Konto Nr. 26659, Frankfurt a. M.

GsMral-Anzeiger

AAWches Orga« sät AM- MS Lau-Kreis Kanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

Verlagslertung: Ad. Jndermühl«.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen

Teil G. Sihrecker -für lokaler

Teil sowie SvortWMoritz; lu^ «,-»-._____ Reklamen A. Brodt. alle tn Hanau a. M.

Rotatèonsdruckd.Waisenhausbuchoruckerei Hana»

Fernsprechanschlüste Nr. 1237 und 1238

ÄÄ»

Nr. 218

Donnerstag den 18. September

1919

Die Enttäuschung der Franzusen im Elsaß.

Höchst sonderbare Erfahrungen mit dem durch Wo» Friedensschluß angeblich in seinen Wur- geknickten Militarismus macht man in Elsaß- Lochringen. Dort sollen die jungen Leute der Jahrgänge 1898/99, die schon in der deutschen Armee gchient hatten, nun nochmals in die fran- Mche eingestellt werden. Diese Zumutung hat im ganzen Lande die stärkste Erbitterung erregt. Wir erfahren von ihr aus einer Entschließung der Malistischen Partei Lothringens, aber die Em­pörung beschränkt sich nicht nur auf diese, sondern ist besonders stark in der ländlichen Bevölkerung, die schwer unter Arbeitermangel leidet. Nun Mey diese jungen Männer nochmals eingestellt werden. Frankreich braucht bei herannahendem Water Erstch für die Marokkaner-und Neger, die in Miseren Grenzprovinzen ihre freche Sieg es - stimmung zur Schau tragen. Selbstverständlich würde man diese Elsässer nicht in das Besatzungs­gebiet schicken, sie müßten vielmehr im Innern Frankreichs andere Truppen ablösen. Und dort werden fle sich von der Wertschätzung überzeugen Ermen, die der Elsässer im französischen Volke taffächlich. genießt. Sein ganzes derbes Wesen ist dem Franzosen widerwärtig. Nur w« so zum Wohlstand gelangt war, daß er sich den Luxus französischer Verfeinerung lefften konnte, wurde vom Pariser, der ja stets im Namen Frankreichs . spricht, annehmbar-gefunden. Das waren die No­tabel« unseligen Angedenkens. Der Elsässer Bauer, und das Elsrch ist ein Land des kleinen Grundbesitzes, ist urdeuksch. Das müssen die Fran zosen selbst zugeben, und untereinander trösten sie sich über die Tatsache durch den dreisten Schwindel hinweg: vor 50 Jahren sei noch alles EMsch gewesen, aber indes yave die deutsche SchM mit Erfolg die deutsche Sprache verbreitet. Wenn sie den Wert der deutschen Schule aner­kennen, so haben sie allerdings recht, der Lehrer war das Gegenstück zu den französischen Notabeln und zu den, wen auch meist dem Bauernstand entsprossenen, doch im Seminar erfolgreich mit französischem Geist erfüllten Geistlichen. Aber selbst diese Geglichen werden jetzt unruhig. Die Trennung von Kirche und Staat, die dem etn- zeknW Geistlichen jede wirtschaftliche Sicherheit nimmt, droht auch für das Äsaß, wenn die Ver­einigung mit Frankreich erst einmal durchgeführt ist. Ende vorigen Jahres konnte ein Schweizer Blatt schreibe«:Will man glückliche Menschen sehen, so reise man ins Elsaß". Das ist heute reine Hohn. Die Elsässer hatten französischen Versprechungen ebenso hemmungslos vertraut wie biele Deutsche den Phrasen Wilsons, wie über­haupt noch nie die Phrase eine so schwerwiegende Macht gewesen ist wie in diesem Kriege, wo die von der ungeheuren Wucht der Ereignisse aus dem selischen Gleichgewicht gebrachten Menschen sich jede Hoffnung klammerten. Auch der Elsässer hatte auf das von Wilson verkündete Selbstbe- pimmungsrecht der Völker vertraut. Er wollte MM die Folgerungen aus feinen Erfahrungen der letzten 50 Jahre ziehen. Die Elsässer, weder Deutsche noch Franzosen, sondern ein Volk für Mb zwischen beiden stehend, sie mußten erleben Zaß de« Franzosen das Land selbst ganz gleich- Mtig ist, sein Verlust war die schmerzlichste Kränkung derGloire" gewesen, und die Glorie verlangte seine unbedingte Angliederung an Frankreich. Nun muß das Elsaß unter dem Druck brutalen Militärdiktatur den Kampf gegen gewaltsame Französierung aufnehmen und geht dabei in der ganzen Welt allein, denn die auch ihre Lage «ur aus der von Paris und Laudon aus gelenkte« Presse. Wir in Deutschland gver empfinden vor allen: die Tatsache, daß einer £ M^en Artikel des Schmachfriedens schon Vâter des Gewaltvertrages bitter enttäuscht * h 1 $___

Auslieferung des Kaisers.

--- Berlin, 18. Septbr. (Telegr.) tf,?* »Lokal-Anzeiger" wird aus Genf be- ^Met, daß nach bem PariserJournal Lloyd R-^Se eine Aufforderung der Entente an W M ^ Auslieferung des Kaisers durchge-

Schwache Wahlbeteiligung.

----- Weimar, 18. Septbr.

zirka - »Lokal-Anzeiger" erhielten bei den Be- Tiiiiâ^bs.chustwahlen im Staat Weimar der g^!s?^k!lsche Bauernbund (Deutsch - Nationale Dew^^ und Bund der Landwirte) 24 Sitze, bimn; ^ 4j Sozialdemokraten 15, Unab- 3 Kib Sozialdemokraten 3 und Zentrum auch sÄni^^ ^^ Wahlbeteiligung betrug durch- $^> 20-25 vomMndert der WaMerâ

Eine Mark = 15 Pfennige.

ValutaSesprechunzen im Reichsfinanz­ministerium.

Die Entwertung der Mark im Auslande und die entsprechende Steigerung der Preise für ausländische Zahlungsmittel schreitet von Tag zu Tag fort. Wenn man den gestrigen Kurs von 1150,75 für 100 holländische Gulden an der Berliner Börse vergleicht mit den Goldwerten von Mark und Gulden, so bedeutet das, daß die Mark nicht einmal mehr den Wert von 15 Pfennigen am Weltmarkt darstellt. Man ist sich in Deutschland der katastrophalen Bedeutung dieser Entwertung noch immer nicht in dem Maße bewußt, wie es notwendig wäre. Es muß immer wieder darauf hingewiesen werden, daß jede weitere Entwertung der Mark neue Steige­rung der Preise für alle eingeführten oder vom Weltmarkt beeinflußten Preise bedeutet.

In einer Besprechung, die unter dem Vorsitz Erzbergers im Reichsfinanzministerium gestern stattfand, wurden die Valutasorgen eingehend erörtert. Es wurde in der Hauptsache darauf hingewiesen, daß eine der wichtigsten Voraus­setzungen für die Hemmung des ständigen Ab­sturzes die Errichtung fester Zollgrenzen im Westen ist, durch die es allein ermöglicht wird, die jetzt nahezu schrankenlose Einfuhr wieder zu zügeln. Es muß aufs nachdrücklichste betont werden, daß auf die Dauer auch die Länder, die die Besetzung im Westen ausüben, ein Interesse daran haben, die Wiederherstellung fester deut­scher Zollgrenzen zu ermöglichen, wenn sie sich in Deutschland einen zahlungsfähigen Schuldner für seine Verpflichtungen erhalten wollen. Reben der Errichtung der Zollgrenze kann nur an­gespannte und planmäßige Arbeit, auf der sich M^MsE« J^f^

uns helfen. Arbeitswille, Ordnung und ziel­bewußte wirtschaftliche Regelung sind aber auch die Voraussetzung dafür, daß wir im Ausland Kredite erhalten, die uns über die schlimmste Zeit himveghelfen und die der Entwertung der Mark entgegenwirken können. Deshalb muß immer wiederholt werden: die Bewegung des Markkurses ist nicht eine Angelegenheit, die kleine Fachkreise angeht, sondern sie ist ein Warnungssignal für alle Deuffchen. Aufbauende Arbeit ist die einzige Rettung.

SWrmische Vorgänge.

--- Berlin, 18. Septbr. (Telegr.)

Während die Demonstrationsversammlung der Berliner Lebensmittelhändler in der Phil- tz arnrouie einen ruhigen Verlauf nahm, kam es bei den Versammlungen in den Germaniasälen und im Lehrervereinshaus zu stürmischen Szenen, die das Einschreiten von militärischer Hilfe not­wendig machten.

SchMerstreik.

--- Dessau, 18. Septbr.

LautBerliner Tageblatt" trat die Ober­tertia des Gymnasiums in Dessau in den Streik wegen der Entfernung der Fürstenbilder, und weil ihnen die Aufhängung eines neuen Kaiser­bildes verboten wurde.

Eine Bespitzelung seiner Kameraden.

DDP. Berlin, 18. Septbr.

Gegenüber der Meldung desVorwärts" über die Erlebnisse eines republikanischen Offi­ziers in Potsdam stellt derLokal-Anzeiger" fest, daß es sich bei dem Leutnant Vieweg von der K. Fachabteilung nach seinem eigenen Ge­ständnis um eine Bespitzelung der Kameraden gehandelt habe. Anter der Maske des Reak­tionärs habe Vieweg Notizen über Kasino- Aeußerungen gemacht und sie dann in der Ver­sammlung als Anträge gegen seine Kameraden vorgelesen. Vieweg betonte demonstrativ seine radikal-reaktionäre Gesinnung gelegentlich einer dienstlichen Offiziersbesprechung und die Mög­lichkeit eines Beitritts zum R. F. B. (Republi­kanischer Führer-Bund). Vieweg erklärte dem Vorgesetzten, es sei ihm unmöglich, diesem Bund beizutreten. Auf die Aeußerung des Vorgesetz­ten, daß nach seiner Meinung, jeder, es mit seinem Gewissen vereinbaren könne, beizutreten, sofern er nicht monarchistische Putschgedanken habe, erwiderte Vieweg: Ich habe monarchisti- iche Putschgedanken. Er wurde von seinem Vorgesetzten dahin zurecht gewiesen, daß es ei­nem ehrlichen Menschen mit solchen Absichten unmöglich sei, in der Reichswehr Dienst tun zu können, und daß sein Gebühren kindisch sei. Auch hat Vieweg, wie derLokal-Anzeiger" feststellt, wüste Drohungen gegen Minister Erzberger aus- Moben.

Tage der Schwach.

In einem Buche Arndts findet sich eine Stelle, welche in tiefergreifender Weise den Kum­mer dieses für sein Volk so heiß empfindenden echt deutschen Mannes über den Geist der Zeit ausspricht, der vor mehr als 110 Jahren zum Sturze Preußens, zur Schmach Deutschland? und zur Fremdherrschaft des Franzosenkaisers geführt hat. Je inniger der Leser in den Schriften Arndts die glühende Liebe zum Vaterland« mitempfindet, desto schmerzlicher muß ihn auch die Herbheit und Bitterkeit berühren, mit der sich der Dichter von seinem so inbrünstig geliebten Volke lossagt für den Fall, daß es die Schmach des Vaterlandes gleichgültig ertragen und gegenüber aller war­nenden Stimmen taub sein würde. Die folgenden Sätze Arndts treffen für unser heutiges Geschlecht fast so zu, wie vor 100 Jahren. Möge des Dich­ters treue Liebe auch jetzt wie einst die Herzen des Volkes erwärmen, damit ihrer recht viele wahrhaft deutsch fühlen, denken und schaffen lernen. Arndt sagt (Geist der Zeit"):Und ihr Deutschen, geliebte Landsleute und Brüder, bei deren Erinnerung mein Herz mit Stolz sich erhob, jetzt in Wehmut versinkt, zu euch spreche ich ein ernstes und letztes Wort, das Testament meines brechenden Herzens, die letzte Stimme einer un- endllchen Liebe. Der Hoh« der Sieger, die Ver­achtung der Fremden, der Vorwurf der Feigheit und Nichtswürdigkeit, die Anklage der tiefsten Ehrlosigkeit, selbst unserer eigenen Männer und Schriftsteller Verdammung, die ich so oft mit Verzweiflung vernehmen muß, zerreißen mir das wunde Herz. Ihr seid nicht mehr die Alten, nicht mehr die Gewaltigen, auch euch hat die allmäch­tige Zeit zum Nichtigen abgeschliffen; aber ihr

aus der Not emporheben, begeistern und zu un­sterblichen Mühen für das zerfleischte Vaterland führen könnte. Daß kein gemeinschaftliches Ge­fühl, keine tiefe Liebe für das Vaterland, kein Verein der Stärke und Begeisterung unter euch ist; daß ihr eure eigenen Brüder in Schlachten mordete; daß ihr nach Indien und Aftika ver­kauft wurdet, daran wäret ihr unschuldig. Aber die Zeit 'ist gekommen, wo ihr begreifen lernen müßt, was ihr wäret, was ihr nicht mehr sein dürst, und was ihr künftig sein sollt. Ist euer Ohr taub für die warnende Stimme der Zeit, für das Jammergeschrei eures zerrissenen Vaterlandes, für die Klage der Freiheit, welche Sklaverei fürch­tet, so verachte ich euch auf das tiefste und werde mich selbst und eure Sprache und die Stelle, wo ich geboren bin, zu vergessen suchen."

Die preußische Landesversammrung nimmt heute um 2 Nhr nachm. ihre Sitzung wieder auf. Außer 10 kleinen Anfragen steht die 2. Beratung des Staatshaushaltes auf der Tagesordnung. Diese beginnt bei dem neuen Ministerium für Volkswohlfahrt, das bisher staatsrechtlich in der Lust schwebte. Eine Reihe von Anftagen erwartet bereits den neuen Leiter dieses Amtes. Außer dem Etat wird die Tagung die neuen Verfassungspläne und die Vorberei­tung für die Neuwahlen zu erledigen haben. Anfang Oftober will dann der Geschästsansschuß die neue Geschäftsordnung entgültig feststellen.

In Elsaß-Lothringen.

--- Berlin, IS. Scpt. (Telegr.)

Wie derKerwärtS" berichtet, nimmt trotz starten Einschreitens der Militärbehörde in Elsaß-Lethringen die Volksbewegung gegen die Einberufung zweier Jghrgängc täglich zu. Die angekündigte« Lersamm- lungeu wurden verbeten.

DDF Berlin, 18. Sept.

Hiesigen Blättern zufolge ist am Dienstag über Metz abermals der verschärfte Nelazerunjszustand »er­hängt worden.

Kleine Nachrichle».

Erste Auslandsreise eines deutschen Kriegs­schiffes. Als erstes Schiff wird nach dem Kriege der kleine Sireu^er Regensburg eine Auslands­reise antreten. Das Schiff wird jetzt in Stand gesetzt und soll in der nächsten Woche bereit sein, um nach Südamerika zu fahren. Dort soll zunächst festgestellt werden, ob alle Internierten von deut­schen Handelsschiffen wieder in Froiheit gesetzt sind, und weiter sollen wohl Handelsbeziehungen mit dem Ausland wieder angeknüpft werde«.

Nach links orientiert. Redakteur Matthes, früher an derAschaffenburger Zeitung", zuletzt in Passau, ist aus der demokratischen Partei ausgetreten und zur sozialdemokratischen Partei übergegangen. Ihm ist die Redaktion des unter­fränkischen Organs der sozialdemokratischen Partei, derAschcchenburger Bolkszârrg", über­tragen worden.

Die Kriegsabgabe

vom Dermögenszuwachs.

Von Kurt Fen «er.

Aus dem nunmehr von der Nationalversamm- lung beschlossenen Gesetz über die Kriegsabgabe vom Vermögenszuwach? sei folgendes mitgeteilty

Die wichtigste Aenderung gegenüber dem Ent­wurf ist die Festsetzung de? Stichtages auf den 30. Juni 1919. Ferner hat der Tarif eine nicht un­beträchtliche Verschärfung erfahren, sodaß jeder über 172 000 Mk. hinausgehende Dermögenszu­wachs weggesteuert wird. Als abgebepflichtiger VermSgenszuwachs gilt im allgemeinen der Un­terschied zwischen dem bei der WehrbeitragS-Ver- anlagung feftgeft eilten und dem nach dem Stand« vom 30. Juni 1919 (nach den Vorschriften des, Besitzsteuergesetzes) zu berechnenden Vermögen.

Für Gewerbetreibende ist hierbei folgendes von Bedeutung: Für Betriebe, bei denen regel­mäßige jährliche Abschlüsse stattfinden, konnte der Vermögensstand am Schlüsse des letzten Wirt­schafts- oder Rechnungsjahres zugrunde gelegt werden. (Par. 28, Abs. 2 des Besitzsteuergesetzes.) Diese Bestimmung findet keine Anwendung mehr, dem Abgebepflichtigen steht es aber frei, (an Stelle des nach dem Stande vom 30. Juni 1919 durch Zwischenbilanz besonders festzustellende«, Vermögensstandes) den Abschluß des Wirtschafts- oder Rechnungsjahres zugrunde zu legen, das in der Zeit zwischen dem 31. März 1919 und dem 29. Februar 1920 endigt.

Die Bestimmungen de? Entwurfes über die Mzugsfähigkeit von Erbanfällen, Kapitalauszah­lungen aus Versicherungen, erhaltenen Geschen-

men für das Rechnungsjahr 1918 und die (noch z,» veranlagende) Kriegsabgabe vom Mehreinkom-. men für das Rechnungsjahr 1919 vom Endver­mögen abgezogen wird,, ebenso die für das Rech­nungsjahr 1918 oder frühere Jahre etwa noch ge­schuldete Staats-, Gemeinde-, Kirchen-, Amsatz- und Besitzsteuer und die für das Rechnungsjahr 1919 zu entrichtenden, auf das Einkommen ent­fallenden Staats-, Gemeinde-, Kirchen- und Ge­werbesteuern.

Jeder Abgabepflichtige, dessen Endvermögen sein Anfangsvermögen um mindestens 6000 Mk. übersteigt, hat eine Steuererklärung abzugeben, ebenso jeder, der vom Steueramt hierzu besonders aufgefordert wird. Hierüber werden erst noch be­sondere Bestimmungen durch den Reichssrat er­lassen.

Die Kriegsabgabe ist zur Hälfte Binnen drei Monaten, zu einem Viertel binnen 6 Monaten und mit dem letzten Viertel binnen 9 Monaten nach Zustellung des Kriegsabgabebescheides zu entrichten. In Fällen besonderer Härte kann Stundung bis zu 20 Jahren gewährt werden. Sie muß bewilligt werden, wenn zu besorgen ist, daß ohne sie die Einstellung oder wesentliche Ein­schränkung eines Betriebes erfolgen würde.

Bei unrichtiger oder unvollständiger Angabe in den Erllärungen tritt Geldstrafe vom einfachen bis zum fünffachen Betrage der gefährdeten Ab­gabe ein, daneben kann auf Gefängnis und Ver­lust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden.

Auf den 30. Juni 1919 werden neue Steuer« ütfe und Steuerwerke fest gestellt.

Die Abgabe wird nur erhoben, wenn das End­vermögen 10 000 Mark übersteigt. Abgabepflich- ig ist nur der den Betrag von 5000 M. über­leigende Vermögenszuwachs.

Die !?riegsabgabe beträgt nach dem Tarif bei einem abgabepflichtigen VermögenSzuwachs von

10 000

Mk.

1000 M.

20 000

Mk.

2 500 Mk.

30 000

Mk.

4 500 Mk.

40 000

Mk.

7 500 Mk.

50 000

Mk.

10500 Mk.

100 000

Mk.

30 500 Mk.

150 000

Mk.

55 500 Mk.

200 000

Mk.

83 000 Mk.

250 000

Mk.

113 000 Mk.

300 000

Mk.

148 000 M.

350 000

Mk.

188 000 Mk.

375 000

Mk.

208 000 Mk.

400 000

Mk.

233 000 Mk.

500 000

Mk.

333 000 Mk.

1000 000 Mk.

833 000 Mk.

10 000 000 M.

9 833 000 Mk.

Ob die «ach dem Stande botn 31. Dezember 1918 ausgestellten VermögensverMchnisse mjch. eingefordert werden, ist fraglich*