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Samstag ben 13. Septem-«
Ke. 2fl
Blätter des Sanaaer Sladttheaters.
Der Letter unseres Stadttheaters Herr Direktor Spannuth-Bodenstedt und der Verlagsletter der Waisenhaus-Buchdruckerei Herr Adoff Jndermühle warten zu Beginn der Spietzeit mit einem Unternehmen auf, das die Aufmerksamkett weitester Kreise des Publikums verdient, es sind die neugegründeten „Blätter des Hanauer Stadtthvaters".
Ueber ihren Zweck Hart das Geleitwort auf. Sie wollen die Verbindung zwischen Bühne und Publikum herstellen, wollen den Leser bekannt machen mit der erzieherischen Bedeutung der Bühne, der Art des künstlerischen Wirkens, mit den Ideen neuer Stücke und Autoren. Fürwahr, ein hochgestecktes Ziel, eine schwere Aufgabe! Gilt es doch einen Kampf gegen alle die falschen Ansichten und Vorurteile, die sich in allen Schichten der Bevölkerung gegen die Bühne und ihre Künstler finden.
Wir wünschen Bühnenleitung und dem Verlag viel Glück zu ihrem Unternehmen, wünschen besonders auch, daß sich diese Blätter recht bald zu der angekündigten ltterarischen Zeitschrift auswachsen möchten.
Die Blätter werden in der WaisenhauS-Buch- druckerei hergestellt und erscheinen in äußerst sauberer und netter Aufmachung. Die Auflage ist auf 45 000 Exemplare festgesetzt und sollen etwa 15 Hefte zu je 3000 Exemplaren mit jeweils neuem T^te erscheinen. Den Heften wird auf gesondert gedrucktem Einzelblatt das Personen- verzetchniS für die jeweiligen Vorstellungen bei- gelegt; einzeln wird das letztere nicht abgegeben. Schrift, Einfassung und die Zierstütke find nach Entwürfen eines bedeutenden Schriftkünstlers an- gefertigt und der Akzidenzabteilung der Waisenhaus-Buch drmkerei einverleibt worden.
In unserer Zett der hohen Löhne und hohen Materialpreise bedeuten die Blätter eine anerkennenswerte Leistung des Verlags. §§
Das Sanaaer Volksschulwefen.
Von dem BezirkSlehrerverein in Gemeinschaft mit dem Lehrennnonverein bearbeitet, ist soeben eine Denkschrift über das Dolksschulwesen der Stadt Hanau im Buchhandel erschienen, die Antwort auf die Frage gibt: Wie arbeitet die Schule, an welchen Mißständen krankt sie und was muß geschehen, wenn sie bei der in Aussicht genommenen gefehfi^en Neugestaltung des gesamten SchnKvesens die ihr als Grundschule zugewiesene Aufgabe erfüllen will?
In den einzelnen Kapiteln wird zunächst an einem mit großer Sorgfalt zusammengestellten stattsNschen Zahlenmaterial nachgewiesen, wie es um die Leistungsfähigkeit der Hanauer Volks-
und aus wMèn Enden fineRM? von Kindern nicht an das Schulziel gelangten, dann Witt» eingehend der verhängnisvollste Uebelstand der Schule, der unregelmäßige Schulbesuch und seine Ursachen behandelt, ein Nachweis über die Verwahrlosung der Schuljugend und ihre kriminellen Folgen im allgemeinen geführt und gegen die hohe Klaffenstärke Front gemacht, die mit der Neberalterung der Klaffen gleich verhängnisvoll für die Erziehung der Kinder wie für die Leistungsfähigkeit der Schule und für die Kraft der Lehrenden ist
Eine weitere Abhandlung gibt die Richt- Vnien an, die einzuschlagen finh, um zur Ein- Heits- bezw. Grundschule zu gelangen. Als solche werden die F ö r d e rk l a s s e n für alle Sitzenge
Der blaue Anker.
Roman von Elfriede Schulz.
W. Fortsetzung. (Nachdr. Verb.)
Mit einem unterbrächen Seufzer stand die Freifrau auf und verschwand mit der Haushäl- terht. Mademoiselle und Eva gingen an die Schularbeit. Susanne sah, den Kopf in die Hand gestützt, träumend in den grünen Park.
„An wen denkst du, Susel?" fragte Waldmiar.
„Ich grüble hi« und her, wer es sein kann. Bekannte von Onkel Lothar? Wer sollte es sonst in Berlin sein?"
„Sag' mal, Sufi, wie kommt dir denn Papa auf einmal vor? Ich bin beinahe sprachlos. Waren wir hier nicht in einem richtige» Trappisten- klofter?"
„Ja, es ist sonderbar. Der ganze Ton des Brieses — ich kenn« Papa nicht wieder. Du lieber Gott, ich kann es kaum glauben, daß er nun endlich einmal anders werden soll auf Bronin. Seit Pqm den Schlaganfall hatte — damals —"
„Sprich nicht davon, ich bitte dich. Wir wallen daran nicht rühren. Man könnte von neuem verrückt werden. Kopf hoch, Susell Also zur Sache. Lotte — Ilse — Trude? Die drei Grazien von der Spree. Wir wollen ihnen zeigen, was auf Bronin los sein kann, wenn man nur will! Hand ans Werk!"
Aber ein neuer Hustenanfall warf den jungen Mann in den Stuhl zurück. Müde klagte er:
„Mit mir ist gar nichts mehr los."
Susanne trat an den Bruder heran und streichelte ihm zärtlich das dünn« braune Haar.
„Und jetzt sage ich dir: „Kopf hoch!" Dir ist dieser Winter in Meran nicht gut bekommen. Bei uns wirst du schon gesund werden. Komm, Waldt, jetzt gehen wir hübsch gemütlich in den Stall und hatten ein bißchen Musterung. Die Kleine bekommt einen von Evas Ponies, de» artigen Grauen. Und meine Füchse — doch komm. So — ßE dich hübsch ein,*
bliebenen oder mehrjährig Zurückgestellten gefordert. Mit den Förderklaffen wird für F a ch - Versetzung eingetreten, damit Kinder, die nur in einzelnen Fächern, z. B. im Rechnen zurück sind, an dem Unterricht in denjenigen Klassen teilnehmen können, der ihrem Stande in den einzelnen Fächern entspricht. Abschlußklassen werden für alle Kinder verlangt, die die erste Klaffe nicht erreicht haben. Zwecks Durchführung des Aufstiegs der Begabten werden Ueber- gangsklassen nach Mittel- und höheren Schulen, sowie Begabtenklassen für Kinder vorgeschlagen, deren Begabung erst spater (etwa im 12. Jahr) zur Entwicklung kam. Zur völligen Ausbildung der gegebenen Kräfte wird die Einrichtung von Fachklassen und weil die Auswahl der Begabten genaue Kenntnis der Schüler voraussetzt, stufenweise Durchführung der Klaffen durch dieselbe Lehrperson verlangt. Die Denkschrift weist ferner auf die Notwendigkeit besonderer Sorgfalt für die Mädchen- tz olksschule hin, der eine obligatorische Fortbildungsschule anzugliedern ist und resümiert:
„Außerordentliches muß geschehen, wollen wir die Vottsschule zu einem brauchbaren Unterbau für die Einheitsschule machen. Ueber eins müssen wir uns Har sein: Das Einheitsschulgesetz kann nur die äußere Organisation der neuen Schule bringen. Zur Hebung des Bildungswesens gehört aber auch noch die Umgestaltung des inneren Schuflebens. Die heutige Vottsschule sucht ein fast lückenloses Wissen zu vermitteln. Das führt zu einer Stoffülle, ja Ueberfülle im Lehrplan, die sich nur durch einseitige Inanspruchnahme von Verstand und Gedächtnis bewältigen läßt. Die Hetze durch eine Stoffmenge von oft zweifelhaftem Erziehungswerte läßt nicht genügend Zeit zur Gewöhnung und Uebung, den Grundlagen der Willens- und Charakterbildung. Es läßt sich darum verstehen, wenn unsere Schube trotz aufrichtigen Bemühens und Strebens nach Herbarts Ideal „Charakterstärke der Sittlichkeit" in der Erziehung so sehr versagt. Es gibt eben keine Erziehung durch Belehrung. Nur was man sich selbst erarbeitet hat, besitzt Bildungswert, also müssen wir fordern, daß unseren Kindern Gelegenheit gegeben wird, ihr Wissen selbstätig zu erwerben. Wir halten die „Eigentätigkeit" des Schülers, die auf eine allseitige Uebung nicht nur seiner intellektuellen Fähigkeiten, sondern auch der Gemüts- und Willenskräfte hinzielt, für weit wichtiger, als die Vermittlung eines lückenlosen Wissens, für dessen dauerndes Behalten die Schule doch keine Gewähr übernehmen kann. Darum halten wir eine Auswahl des Lehrstoffes der Vottsschule unter Beachtung seines wirklichen Bildungswertes und der Möglichkeit seines selbsttätigen Erwerbs für notwen
dig. Sind die Kräfte geweckt und geübt, so wird
sich Fehlendes später im Bedarfsfälle leicht selbst ihrem Namen unterzeichnet haben, wendet sich in Lifte zur Einzeichnuna unseren tesèn Tägèn mit dem dringenden Appell an dies Freunden zu reger Benutzung.
zur Selbständigkeit" muß der Leitsatz der kommenden Schule lauten und so ein frohes,
freies Bekennen zum Arbeitsschulgedanken darstelle», der in Gaudig, Kerschensteiner u. a. begeisterte Vorkämpfer gefunden hat. Gleichzeitig mit der Schulung der geistigen Kräfte hat eine Schulung der manuellen Fähigkeiten zu erfolgen, nicht nur weil sie von Vorteil für das praktische Leben, sondern auch von großer Bedeutung für die körperliche und geistige Entwicklung ist. Darum müssen wir für die Volksschule sowohl eine den gesamten Unterricht durchsetzende Werktätigkeit, als auch obligatorischen Han^ertigkeitsunterricht als Fach fordern. Auch die Heimat soll in der neuen
Sie schritten langsam die Parttreppe hinab am Springbrunnen vorbei zum Wirtschaftshof und machten Pläne!
10. Kapitel.
Der alte Oberinspektor Tschammer stand bei den Knechten vor den Kuhställen, wo Grünfutter abgeladen wurde, und löste seinen Aerger über die schlecht gestapelten Fuhren mit einer Handvoll wlnischer Flüche. Das machte die Luft beben, tat aber nicht weh, denn er war im Grunde ein Gemütsmensch. Da bat ihn das Stubenmädchen, die schwarze Janka, zur gnädigen Frau. Er ließ sich am Futterkasten den Staub von den langschäf- tigen Stiefeln wischen und stampfte um den alten Klebrigen Schloßbau herum in den Park. Unter der hundertjährigen Weißbuche hinter dem Springbrunnen scch er die Freifrau sitzen.
„Wüsche wohl geruht zu haben, gnädige Frau."
Ohne Umstände zog er einen Gartenstuhl heran und setzte sich ihr gegenüber. Sie hielt einen Brief in der Hand.
„Guten Morgen, mein lieber Tschammer! Das schrttbt mein Mann. Ich möchte Sie darum sprechen. Bitte lesen Sie!"
Er zog die Brille aus dem Futteral, putzte sie bedächtig und las den Brief langsam durch.
„Der Herr Baron bringt den Baumeister gleich mit? — Hm — da wird es jetzt also wirklich Ernst?"
„Nein, das meine ich nicht. Hier, die letzte Sette — lesen Sie das doch noch einmal."
Tschammer las es noch einmal, Zeile für Zeile.
„Hm — tja — das finde ich schließlich ganz vernünftig, gnädige Frau. Ein bißchen gebildeter Radau hier hinten kann uns wirklich nichts schaden."
Aber dann kam ihm ein besonderer Gedanke. Er sah Frau Nataly prüfend an, nahm sein Shagpfeifchen und stopfte es.
„Sie erlauben? — Das muß ich mir berauchen."
Er sah den bläulichen Wölkchen nach und
Schule weit mehr, als es der alte Lehrplan tat, zum Mittelpunkt und zur Grundlage allen Unterrichts gemacht werden. Wir hoffen, durch die Ausgestaltung der Vottsschule zur Arbeitsschule nicht nur alle leiblichen und seelischen Anlagen zu entfalten, sondern auch die Kräfte des Verstandes, Gemüts und Willens zu beleben und die Kinder dadurch zu wahrem, sittlichen Ern ste, Genügsamkeit und starkem Arbeitswillen zu führen, sie zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft mit hohem Derant- wortlichkeitsgefühl gegen die Gesamtheit zu machen. Wir hoffen, die Arbeitsschule wird uns den Weg zur E r z i e.h u n g s s ch u l e finden lassen."
Hinsichtlich der Lehrmittelsammlungen wird nachgewiesen, daß dieselben gerade in den Volksschulen, im Gegensatz zu anderen Schulgattungen, völlig unzureichend sind.
Bei der Betonung der Notwendigkett auch der körperlichen Erziehung unserer Jugend sprechen die Zahlen der Schuluntauglichkeit eine beredte Sprache: das Bild wird vielleicht noch tragischer werden, wenn in den nächsten Jahren die unterernährten Kriegskinder von der Schulpflicht erfaßt werden sollen. Als einzig praktische Folgerung aus diesen Untersuchungen schlägt die Lehrerschaft vor, den Schulbeginn wenigstens für die Industriestädte in das 7. Lebensjahr zu legen. In dieses Kapitel gehört auch die Lösung der Wohnungsfrage. Kampf gegen Attohol und Geschlech^fiankheiten, Schulspeisungen, Schülerwanderungen, Bäder jeder Art, Heilpädagogik, z. B. für Stotterer; daraus folgt die Forderung eines Schularztes im Hauptamts, für den das Recht des Behandlungszwanges gefordert wird, die Einrichtung einer Schulklinik und Schulzahnklinik. Die Denkschrift stellt weiter fest, daß sich bezüglich der Reinigung der Schulen an einzelnen Schulen Zustande herausgebildet haben, die weder der Gesundheit von Schülern und Lehrern zuttäglich, noch einem städtischen Verwaliungs- Wesen würdig sind.
Mögen die Anregungen der Verfasser nicht ungehört verhallen und allen, denen das Wohl unserer Dottsschuttinder am Herzen liegt, Anlaß geben, sich mit den in der Schrift behandelten Aufgaben auf das Nachhaltigste zu befassen.
. ♦ Opfert für die Rückwanderer! Die große Notlage unserer aus dem fernen Auslande und den Grenzmarken vertriebenen Landsleute, die Hilfe suchend unter uns weilen, hat 15 große Wohlfahrtsverbände zur Begründung einer VolKspende „Rückwandererhilfe" E. V., Berlin W 50, Tauentzinstratze 66, veranlaßt. Sie arbeitet zusammen mit der Flüchtlingsfürsorge. Dieses gemeinsame Liebeswerk, dessen Aufruf unsere bedeutendsten Männer und Führer mit
Öffentlichkeit, Gaben zur Linderung der Not und
zum Wiederaufbau unseres Wirtschaftslebens für dieses Werk zu spenden. Besonders wird gebeten, die Opfertage am 13. und 14. dieses Monats zu benutzen, um unseren hilfsbedürftigen Stammesbrüdern durch die Tat zu zeigen, daß Deutsche ein Herz für Deutsche haben. Beiträge werden entgegengenommen von der Reichsbank, der Deutschen Bank und vom Postscheckamt auf Nr. 49 023. Ebenso ist jede ehrenamtliche Mitarbeit von Herzen willkommen.
* Mifitärgottesdienst findet nächsten Sonntag nicht statt. Die Angehörigen der Militärge- meinde sind eingeladen, am Gottesdienst in der Marienfirche (Beginn 2410 Uhr) teilzunehmen.
zwinkerte mit den Augen. Darauf rückte er den Stuhl näher heran.
„Pfeift da etwa ein neuer Wind?"
„Ja — das ist es. Sehen Sie, das wollte ich Sie fragen*, fiel die Freifrau lebhaft ein, daß sich die feinen, blassen Wangen leicht röteten. „Trauen Sie das meinem Manne wirklich zu?"
Tschammer zögerte. Das Thema wurde ihm sichtlich unbequem. Nach einer Heinen Pause rückte er sich zurecht.
„Man sollte ja am besten darüber nicht sprechen, Frau Baronin. Und wir haben es ja auch die ganzen Jahre so gehalten. Aber es ist doch gut, wenn man sich endlich einmal alles von der Leber herunterreden kann. Denn das ist doch klar — so gehts auf Bronin nicht weiter. Damals —"
Er stockte. Die Freifrau nickte und sagte tonlos:
„Damals — ja damals —"
„Gnädige Frau, als ich den Herrn Baron das letzte Mal vorhatte, es war am Neujahrstage — das war eine verdammt ernste Gratulation — ja, weiß Gott, verdammt ernst und trifte — da habe ich ihm offen gesagt: „Herr Baron, wir wollen im neuen Jahr ein neues Leben anfangen. Auf Bronin hört man bloß noch den Turmhahn kreischen. Das ist die ganze Musik für die, die drinnen wohnen. Das ist ja zum Sterben. Fangen Sie an, Herr Baron, und mit meinen sechzig Jahren mache ich alle Schandtaten mit, wenn's sein muß. Sie haben zwei Mädel, Herr Baron, die so sachte herangewachsen sind." Da hat er sich umgedreht und ans Fenster gelehnt. Ich habe es wohl bemerkt, wie es in seinen Schultern zuckte. Dann kehrte er sich plötzlich um und klopfte mir auf die Schulter. „Sie haben recht, alter Freund. Tschammer, es muß anders werden, anders — anders!" — Das war alles. Und anders ist es auch nicht geworden. Hm — hm — mach er was!"
Frau Nataly hatte die Hände gefaltet und sah starr auf den gelben, glitzernden Gartenkies. Der Inspektor paffte vor sich hin.
„Unsereins — ja, sehen Sie, gnädige Frau, unsereins kann sich draußen austoben. Das macht
* Stadttheater. Die diesjährige Spielzeit be. ginnt morgen Sonntag mit Karl Gutzkows er. greifendem Trauerspiel „U r i e l A c o st a*. Di« Titelrolle verkörpert Herr Direktor Spannuth- Bodenstedt, während als „Judith" Frl. Elaste Pabst von Baden-Baden zum 1. Male hier auf, tritt. In die übrigen Haupttollen teilen sich bis Herren Poetsch, Schwarz, Lang, Pasquale, Jetten, Schuchardt, Biondino, Jensen usw. Die Vorstellung beginnt um 7 Uhr. — Die Operettenposse „Die tolle Komteß" wird Montaz abend 7 Uhr mit Frl. Margarete Lanner in ber Titelrolle aufgeführt. Weiter sind beschäftigt di« Damen: Frl. Ballin, Schwarz und die Herre» du Mesnil, Badewitz, Schuchardt, Schwarz, U, ondino und Pasquale. Als 1. Vorstellung im Dienstag-Abonnement wird der überaus heitere Schwank „Familie Hannemann" von Reimann und Schwartz nerreinstudirrt gegeben — Mittwoch abend wird „Uriel Aeofia" im Mittwoch-Abonnement wiederholt.
* „Hof und Garten". Immer wieder stößt man auf die Frage, was es mit der Ausstellung „Hof und Garten" für eine Bewandtnis habe. Mancherlei zwar ist über sie geschrieben worden, aber noch immer bestehen Zweifel und Unklarheit, was sie eigentlich bieten soll und könne. Nun, es ist recht vielerlei, und wenn auch nur im kleinen recht Wichttges, was sie zeigen wird. Da findet man auf ihr umfassende Darbietungen des Kleingattenwesens und der Kleintterzuchh praktische Beispiele für kleingättnerische Dauep anlagen und saubere Kleintterhöfe, fachwissen- schaftliche Abteilungen, Statistik, Lehrmittel ulw. Die Ausstellungsleitung hat aber auch besonderen Wert darauf gelegt, das Ihre dazu betzw trage«, die Erkenntnis vom Wesen der schönen Form im Kleingarten zu erweitern und zu vertiefen. Mit besonderer Freude darf es vermerkt werden, daß durch UntsrMtzung des Frankfurter Bildhauervereins Hof und Gatten eine Ausstellung von Plastiken zu bieten haben wird, deren Gruppierung unter dem Gesichtswinkel der Anwendung von Skulpturen usw. im Garte» erfolgt. Auch die Bedeutung der Kleinarchitch tur für den Gatten soll an Beispielen borgest« werden. Die Ausstellung, deren Ferügstellmg unter Anspannung aller Kräfte betrieben wird, eröffnet ihre Tore am 13. September auf dem Fefthallengelmche in Frankfutt a. M. und bau» ett bis zum 21. September d. 2.
» Mâhriges Stiftungsfest. Der Spessart- Touristen-Verei«, gegründet am 11. September 1879, begeht sein 40jähriges Bestehen am 27. September d. M. in den Sälen der „SentrÄ- Halle" in ‘infacEjer würdiger Wttse im Kreise seiner Famflien, gleichgesinnten geladen« Vereinen, Behörden und geladenen Wcmderfteunden. Die Feier verspricht, de« Vorbereitungen zufolge, eine in jeder Beziehung unterhaltende zu werd«!
...... ... u . .„ Benutzung. Kindern unter 14 Jahren kann der Zutritt nicht gestattet W den, da eine Ueb erffiKung vermieden werden soll. Die Unterhaltung, die in den Händen der Garnisonkapelle sowie Mitgliedern des Stadttheaters und sonstigen bewährten Kräften liegt, sorgt für Amüsement der verschiedensten Art und wird « vorgerückter Stunde der übliche Tanz auch in seine Rechte treten. — Die Liste wird bei nirgend er Einzeichnung vorher geschlossen uw können an der Abendkasse Eintrittskarten nur m beschränkter Anzahl ausgegeben werden. Bestellungen auf Eintrittskarten Wunen Varstand^ Mitglieder vermitteln, eventl. nimmt das Mitglied Wißner (Gasthaus zu den drei Rinder«) die
selben an.
leichter. Und der Baron — hm — er tttebs auf seine Weise ebenso. Jedes Jahr ein neues Gut dazu gekauft, mit neuen Sorgen mrd neuen Plänen. Drauflos gebaut wurde in Bronin uw den Vorwerken, bald hier, bald da, das sine Jaft eine Dampfmühle, das andre eine Waffermülleret oder eine Stärkefabrik, die große Zuckersieder«. Dann holte er sich Saar. Da ging's noch mal von vorne los. Alles umgekrempett, alles durch«»- ander. Zuerst habe ich große Reden gehalten- bann war mir schon ein Kopfschütteln zu viel, schließlich habe ich vor mich hin gemault, sage ich schon gar nichts mehr. Eine Temperatur auf Bronin wie in einer Fieberstube. Auf Felde zwischen den Ochsengespannen, da wurde mir immer erst wohl. Hm — hm — mach er was:
Er sah die Gutsherrin noch immer still sich. Da dämpfte er feine Stimme, durch die es zuletzt wie unterdrückter Unwillen gelungen hatte.
,„Und wen« man nur wüßte, woran uw” eigentlich ist. — Das ist es ja gerade, dies schreck- liche Tappen im Dunkeln. Unser behäbiger Saw- tätsrat — wozu ist der den eigentlich Dmtott Wenn ich an einem kranken Pferd zwei TE Herumkuriere, hol' mich der Fuchs, dann weiß Bescheid. Was ist sein drittes Wott? Wie sagt« doch? - „Eine Gemütsdepression!" - DE kann man gar nichts anfangen. Seitdem bin w noch dümmer geworden, und der Sanität®1® wohl auch nicht flüger. Wie es vor — na, w> lange ist das her? — Drei, vier Jahre? — es dann mit der Politik anfing — diese tagswahl gegen die Polen — da kam der Dokto«' „Jetzt wendet sich das Blatt! Passen Sie aus. Wir haben aufgepaßt. Na und? — was hat gewendet? Den ganzen Winter in Berlin -7 “ ‘ Sie waren ja die beiden ersten Male mit, gnw' ü Frau — schlimmer ist's geworden. In jeder Mission saß der Varon, zuschanden gearbeitet 1 er immer nach Bronin zurück. — Hm — ^ . Sie mir bitte den Brief noch einmal her, » Baronin." ,
Er las ihn zum brüten Male durch. Sein sicht hellte sich auf. Gottl, i^