®{«rücknnssgebühr: Die8gespalteneKolonel- seile oder deren Raum 40 Pfg., die 4gespaltene Zeile i. Reklameteil 1.50 Mk.. Ossertgebühr 25 Pfg. Bezugspreis: Vierteljährlich 4.20 Mk., monatlich 1.40 Mk., für Postbezug vierteljährlich 4.20 E, monatlich 1.40 Mk. Die Nummer 10 Pfg. Postscheck-Konto Nr. 26659, Frankfurt a. M.
General-Anzeiger
AmMches Organ für Stadl- und Landkreis Kanâ«
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Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdrucksrei Hamm I Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238
Nr. 213
Freilag den 12. September
1919
Die Lehre einer Denkschrift.
Die in der Presse angekündigte Denkschrift des Neichsfinanzministers Erzberger über die Kosten her Arbeiter- und Soldatenräte liegt nunmehr vor. Man entsinnt sich, daß seinerzeit in den radikalen Kreisen regelmäßig außerordentliche Entrüstung herrschte, wenn da und dort Stimmen laut wurden, die auf die außerordentlich hohen Ausgaben für die A.- und S.-Räte hinwiefen. Es kam denn auch dazu, daß einzelne Provinzstädte sich weigerten, die übermäßige Belastung des Stadt- säckels weiter zu verantworten, und für dieses Bestreben fanden sich im Verlauf der weiteren Entwickelung häufig gerade in Arbeiterkreisen recht lebhafte Befürworter. Wenn eine Stadt z. B. einen Ausgabeetat von vielleicht 150 000 Mark im Jahre aufzuweisen gehabt hatte und jetzt allein für die A.- und S.-Räte Beträge in Höhe von 50 000 bis 60 000 Mark aus werfen sollte, so war das in der Tat ein Mißverhältnis, das sich durch nichts begründen ließ. Aber so schlecht wie die wirtschaftliche Lage einzelner Kommunalverwaltungen war und ist auch die des Reiches, und es erregt daher recht wenig erfreuliche Empfindungen, wenn man aus der erwähnten Denkschrift entnehmen muß, daß in knappen fünf Monaten dem deutschen Volke die A.- und S.-Errungenschaft 92 Millionen Mark gekostet hat. Aber noch viel weniger Begeisterung erregt das nähere Studium der Denkschrift, die darüber Aufschluß bringt, tvie- diese Riesenunkosten im einzelnen entstanden sind. Selbst wenn man zugeben will, daß in der ersten Zeit nach der Revolution nicht alles immer in bester Ordnung vor sich ging, dann bleibt es mehr als unerfreulich, daß noch im Februar Arbeiterund Soldatenräte mit Gewalt Gelder aus den Reichsbankstellen entnahmen. Ueberhaupt fehlen zumeist für entnommene Beträge alle Belege und HMttHilbiHißCli^ |p* ^^^
sein wird, völlig genau festzustellen, wie hoch"sE die Millionenausgaben der A.- und S.-Räte tatsächlich belaufen. Und so ergibt sich denn aus dieser Denkschrift eine ernste Lehre für die Zukunft: es hat sich hier deutlich gezeigt, daß aus der Erde gestampfte Regierungen wirt- schaftspolitisch den Ruin bedeuten.
Noch keine Entscheiknng.
WR. Versailles, 11. Septbr.
^n Bezug auf die Antwort des Obersten Rates der Alliierten auf die deutsche Rote betr. Abänderung der Reichsverfassung sagt Saint Bnce im „Journal", diesmal springe die U n= einigtest in die Augen, selbst nach der fünf-
Beratung, die gestern in St. Germain statt- sand konnte der Oberste Rat noch keine Ent- scherdung treffen.
Die italienische Vreffe znm Wer- lrage von Sk. Germam.
DDP. Basel, 12. Sept.
Mit Ausnahme der Giolittanischen und sozialistischen Pfesse verzeichnet, laut „Voss. Ztg.", die übrige italic- udche Presie die Unterzeichnung des FriedenSvertrageS E Oesterreich mit Jubel. „Von jetzt ab ist der Brenner die Grenze mit Italien 1", das ist das Leit- aller Artikel. Nur die irredentistische Presse gibt m) auch nach der Vereinigung mit dem Trentino und , glicht zufrieden. Sie hebt hervor, daß noch Mnier italienische Wünsche iinerfüKt seien. Diese An- uplelung bezieht sich auf Finmr. In Rom fanden be- ünsterte Kundgebungen statt.
Wahlgesetze.
. DDP. Berlin, 12. Sept.
k’e „Morgenpost" an maßgebender Stelle er- hängt die Vornahrne der Wahl des Reichspräsi ^e diejenige von Reichstag von der Verab- mediuig besonderer Wahlgesetze ab, die so schnell wie , J ^ de? Nationalversammlung unterbreitet werden ' Sowohl für die Wahl der Reichspräsidenten Lin'^ ^ die Wahl des Reichstages ist in erster imt t Wahlverfahren zu regeln. Bei der Reichs- .a^ wird es sich barmn handeln, »b man zu beut Wahlverfahren des alten Reichstagswahl-
kür v Mähren oder das VerhältniSwahlrecht, das verfassungsgebend« Nationalversammlung ein- sichtlck worden war, beibehalten oder was die vorauS- fiiv '^ Lösung sein wird, eine Kombination zwischen Cu Wahlsystemen vorgeschlagen wird.
WulnSnien unS Angarn.
WB. Versailles, 12. Sept, enff ^05 Rumänische Pressebureau mitteilt, mit ,e das Gerücht, Rumänien unterhandele statin r9attt über einen Sonderfrieden nicht den
Scheibemann spricht
WB. Cassel, 11. Septbr.
Der frühere Ministerpräsident Scheidemann hielt heute abend hier vor eintet gewaltigen Menschenmenge eine große politische Rede, in der er einleitend in persönlichen Bemerkungen die gegen ihn gerichteten bösartigen Verleumdungen energisch zurückwies, und sagte dann: In wenigen Wochen wird sich ein Jahr vollenden, daß die Sozialdemokratie in die Regierung eingetreten ist. Erst in der Stunde der Verzweiflung ist sie an das Sterbebett des alten Deutschland geholt worden, nachdem man vier Jahre lang ihren Rat mißachtete. Die Revolution verlieh uns dann eine führende Stellung. Die Januarwahlen haben uns dann zwar nicht die Mehrheit gegeben, zeigten aber, daß es ohne die Sozialdemokratie nicht geht. Die folgende Zeit hat dies nur bekräftigt. Die gegenwärtige Stellung der Sozialdemokratie ist nicht das Ergebnis von Zufälligkeiten und taktischen Schachzügen, sondern das Resultat einer entwickelungsgeschichtlichen Notwendigkeit selbst. Ebensogut wie die heutige aus Sozialdemokraten und Zentrum bestehende Regierung könne man sich auch eine Regierung nur aus Sozialdemokraten und Demokraten denken. Eine Regierung aber, in der die Sozialdemokratie fehlt, können sich nur die rücksichtslosesten Katastrophenpolitiker denken. Tatsächlich würde eine solche Regierung eine Katastrophe für unser unglückliches Land bedeuten. Sowohl eine Regierung von rechts, die die Monarchie, wie eine solche von links, die die Rätediktatur bedeutet, wären ohne schwere innere Kämvfe nicht denkbar und würden Experimente darstellen, die mit dem Zusammenbruch enden müßten. Ich verlange von den Monarchisten, daß sie sich nicht im Gegensatz stellen zu den lebendigen Interessen des Volkes und daß sie ment neue «men WEUsvMworen, die unser erschüttertes Volk nicht mehr ertragt. Die republikanische Staatssorm ist überall im Vordringen und beherrscht ganz Amerika, den größten Teil von Europa und Slfien. Von den Pyrenäen bis zum Stillen Ozean steht kein Thron mehr. Könige gibt es nur noch im Lager der Sieger und in den im Krieg neutral gebliebenen Ländern, mit der einzigen Ausnahme des kleinen Bulgarien. Man erlebt heute das sonderbare Bild, daß die monarchistische Gefahr von der Ententeseite kommt. Ich wünsche den Sozialisten der West- staateu die Macht, zu verhindern, daß — nach dem fehlgeschlagenen Versuch in Ungarn — in Rußland mit der Wiedereinführung der Monarchie der Anfang gemacht wird. Die Gefahr ist groß und ernst! Was aber auch immer in Rußland kommen mag, Deutschland soll eine Republik bleiben. In' diesem Punkte ist sich die ganze Arbeiterschaft und ein großer Teil des Bürgertums einig. Jene aber, die dennoch mit dem Feuer der Gegenrevolution spielen, seien gewarnt. Scheidemann kam dann auf die irreführende Meldung der Presse zu sprechen, daß dem früheren Kaiser Wilhelm aufgrund von Vereinbarungen über die Verrechnung seines Privatbesitzes bezw. als Abfindung die Summe von 170 Millionen Mark ausgezahlt werden solle. Diese Mitteilung, die auch der Finanzminister Südekum bestritten hat, muß falsch sein. Es wäre unerhört, wenn eine Regierung sich bereit finden würde, dem Manne eine solche Riesensumme auszu zahlen, in dem Millionen und Abermillionen den Hauptschuldigen an dem Kriege und dem daraus hervorgegangenen Elend sehen. Eine solche Regierung konnte sich keinen einzigen Tag halten. Die deutschnationale Partei hat sich auf ihrem Parteitag zur monarchistischen Staatsform bekannt. Sie bekundet damit, daß sie die bestehende Staatsform und die bestehenden Gesetze nicht zu respektieren gewillt ist, sondern darauf lauert, sich mit Gewalt barüber hinwegzusetzen. Kein Staat kann den Rechtsbruch ungeahndet lassen. Eine Regierung aber, die ihn begünstigen würde, würde sich an ihm mitschuldig machen,. Ich werde nicht versäumen, soweit mein Einfluß geht, die Regierung auf die Wichtigkeit dieser Aufgabe aufmerksam zu machen. Der Redner erörtert darauf den Fall Reinhart. Oberst Reinhart, der vielfach mit dem loyalen Kriegsminister Oberst Reinhart verwechselt werde, ist öffentlich der Vorwurf gemacht worden, daß er der Monarchie vorarbeite. Er soll gesagt haben: Erzberger kst ein Lump. Die Regierung ist Gesindel. In einem Briefe an den „Vorwärts" hat er dies auch zugegeben. Es ist ein unmöglicher Zustand, daß Oberst Reinhart bis zum heutigen Tage sein Kommando führt. Hat die Regierung nicht die Macht, diesen Mann von seinem Posten zu entfernen? Dann wäre tatsächlich Herr Reinhart der NoLke, der über die militärische Macht verfügt, Noske aber nur der Inhaber einer pa- piernen Vollmacht.
In den Kasernen wird offen monarchistische Propaganda betrieben und in Judenhetze gemacht. Die reaktionären Drahtzieher werden dann mit den auf den antisemitischen Leimruten gefangenen Anhängern ihre Pläne zu verwirklichen suchen. Hier heißt es: Widerstehe den Anfängen! So wie eine Regierung von rechts die Monarchie und damit den Bürgerkrieg bedeutet, so bedeutet eine Regierung von links die sogenannte Rätediktatur und damit ebenfalls den Bürgerkrieg. Ich sage ausdrücklich: die sogenannte Rätediktatur, denn Rußland wird nicht von gewählten Vertretern der Arbeiterklasse regiert, sondern es herrscht die nackte Despotie einiger Parteiführer, die weder durch die Volksregierung noch durch die Presse kontrolliert wird. Ein solches System ließe sich die deutsche Arbeiterschaft keine 14 Tage lang gefallen. Die Einführung des Räteshstems in Deutschland lehnen alle Parteien ab. Selbst die Unabhängigen sind in dieser Frage gespalten. Scheideman bespricht dann in längeren Ausführungen das Verhältnis zwischen den Sozialdemokraten und den Unabhängigen. Die Unabhängigen hätten die Frage der Einheit des Proletariats als eine Frage der Führer hingestellt.- Nachdem aber Landsberg und er ihre Aemter niedergelegt hätten, sei sein Nachfolger Bauer noch viel schlimmer von den Unabhängigen behandelt worden. Gewissermaßen könne man sagen, er sei bei den Unabhängigen verhältnismäßig beliebt gewesen. Man mag an Bauers, Eberts und Noskes Stelle einen anderen Sozialdemokraten stellen, er heiße wie er wolle, immer wieder wird man an das Geschrei von der niederträchtigen, arbeiterverräterischen Regierung hören. Keine Regierung kann ein geschlagenes, durch einen entsetzlichen Krieg körperlich und seelisch zerrüttetes VoU mit einem Schlage zu einer Schar von Glücklichen und Zufriedenen machen. Wiederaufrichtung und Wie-
■ Sozkali
und JäUzèhntèn voWW
mus kann nur allmählich helfen und muß schrittweise vorgehen. Pferdekuren darf er nicht veranstalten. Es ist eine Schmach und Schande, wenn die Arbeiter immer wieder auf die Agitation der Kommunisten und Unabhängigen hineinfallen. Was die Unabhängigen predigen, ist nicht Sozialismus, sondern Aberglaube, mit dem sie hausieren gehen im Vertrauen auf die Unwissenheit der Massen.
Die Frage der Unterzeichnung der Friedensbedingungen war vielleicht nicht weniger verhängnisvoll als die Frage der Bewilligung der Kriegskredite..Ein Teil der Fraktion, zu dem ich gehörte, war der Meinung, daß dieser Vertrag nicht unterzeichnet werden dürste und er hoffte — auf Grund sehr wichtiger Berichte aus dem Auslande — daß einige Wochen der Weigerung genügen würden, um eine gründliche Revision des Friedensvertrages herbeizuführen. Der Friedensvertrag hat uns zu einem Sklavenvolke gemacht. Er hat uns Pflichten auferlegt, die kein Deutscher für erfüllbar hält und hat uns im eigenen Lande rechtlos gemacht. Einen solchen Vertrag wollte ich nicht unterzeichnen. Der andere Teil der Partei war anderer Meinung und wir Gegner der Unterzeichnung blieben in der Minderheit. Wir haben daraus die demokratischen Konsequenzen gezogen und uns der Mehrheit gefügt. Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen, erkläre ich: Ich selbst hätte den Vertrag nimmermehr unterschrieben, nachdem er aber unterzeichnet worden ist, müssen wir bemüht sein, die eingegangenen Bedingungen zu erfüllen.
An die Arbeiter richte ich die Aufforderung, den Genossen in der Regierung ihr Amt nicht noch schwerer z« machen, als es ist. Dies bedeutet keineswegs einen Verzicht auf das Recht der Kritik. Ich sebe z. B. nicht ohne Sorge, wie sich die parlamentarische Grundlage der Regierung durch das Ausscheiden der Demokraten verengert hat. Die gegenwärtige Parteikonstellation halte ich weder für glücklich noch dauerhaft. Wenn wir schon nicht allein regieren können, ist es besser, daß zwei bürgerliche Parteien in der Regierung sind, die sich die Wagschale halten. Den Tod des Abg. Naumann bedauern wir tief, da Naumann viel dazu beigetragen hat, das Zusammenarbeiten der beiden Parteien zu erleichtern. Unser Ideal ist aber: Die Einigkeit der Arbeiterklasse unter den Fahnen des Sozialismus und der Demokratie! Diese Aufgabe ist des Schweißes der Besten wert. Ich glaube an eine bessere Zukunft unseres Volkes und daß unserer Partei die Aufgabe zugefallen ist, es dieser besseren Zukunft näher zu bringen. Arbeiten und nicht verzweifeln, ausharren und weiterkämpfen! Dann werden die kommenden Geschlechter uns Dank wissen. Arbeiterklasse, Sozialismus und Demokratie, diese Dreiheit wird uns aus dem Elend der Jetztzeit wieder in eine hellere mch bessere Zeit führen«
Zu den Wiederaufbauarbetten.
DDP. Zürich, 12. Sept.
Nach Pariser Meldungen der Europa Preß haben laut „Berliner Lokalanzeiger" die Verhandlungen, die in Versailles zwischen Silberschmidt für Deutschland und Loucheur für Frankreich über den Wiederaufbau der verwüsteten Gegenden stattgefunden haben, zu einem Uebereinkommen in zwei wichtigen Punkten geführt.' 1. Es kommen die deutschen Arbeiter nicht als Arbeitsbataillone sondern als freie Arbeiter mit einem Vertrag und nach deutschen Sitten. 2. Die Wiederaufbauarbeiten werden der deutschen Regierung anvertraut, und diese darf, wenn sie es für gut befindet, mit Unternehmern verhandeln. Loucheur hat dabei bemertt, daß das französisch e Recht berücksichtigt werden muß. Der Wiederaufbau der Bergwerke soll einer Kommission übertragen werden. Eine Unterkommission soll in Versailles die Mittel zur Beschleunigung des Beginns der Arbeiten prüfen.
Die Teschner Frage.
WB. Prag, 10. Septbr.
Abends 11 Uhr ist in der Prager Burg eine Depesche des Ministers des Asutzern Benesch aus Paris angelangt, derzufolge die Teschner Frage zu llngmiiten der Tschechen entschieden worden ist. Noch heute soll bie endgültige Fassung des Schiedsspruches des Obersten Rates redigiert werden. Die Pariser Delegation hat die Anweisung erhalten den Vertrag, der Teschen den Polen ausliefert, nicht zu unterschreiben, sondern sofort abzureisen. Aus dem Teschner Gebiet laufen Alarmnachrichten ein. daß die tschechischen Bergarbeiter auf eigene Faust Widerstand leisten wollen.
Kleine Nschrichèen.
Ein Bündnis der russischen Randstuate«? Die „Tägl. Rundschau" meldet: In den nächsten Ta-
estnischen und letnscyen Kriegs- und Außenminister statt. Den Hauptgegenstand der Verhandlungen wird der Plan des lettischen Ministerpra- fiedenten bilden, ein Bündnis aller ehemals russischen Randstaaten herbeizuführen. Das Bündnis soll den Zweck haben, eine Gemeinschaftlichkeit, gegenüber deutschen und r«fsrsche« Einmischungen, zu begründen.
Paris—Prag—Warschau. Das „Petit Journal" kündigt die Einführung eines internationalen Zuges Paris—Prag—Warschau über Straßburg und Nürnberg ab 20. September an. Die Konvention wurde am 5. September zwischen den Alliierten und den interessierten Ländern unterzeichnet, ebenso die Abänderung der Konvention über den internationalen Frachtbrief. Es ist also nicht gelungen, Deutschland aus diesem Verkehr auszuschallen.
Die Propaganda für den Rheinlandbund. Der kürzlich in Köln gegründete Rheinlandbund, bet sich nach der Ankündigung aus Mitgliedern off« Parteien zusammensetzt, gibt von heute ab eine zweinml wöchentlich erscheinende Zeitung „Rheinische Republik" heraus. Ein Straßenanschlsg, der zur Bildung einer rheinischen Republik im Namen des Rheinlandbundes auffordert, und der seit Wochen im beschien britischen Gebiet verboten war, wird nun mit Erlaubnis der Franzosen in dem von ihnen beschien Gebiet erscheine«. Der Vorsitzende des Bundes, der Unabhängige Smeets, ist nach Bekanntwerde« seiner Agitatiim aus der Partei der N. S. P. ausgeschlossen worden
Vorschußzahlungen an prenßische Beamte. Die preußische Staatsregierung hat sich, wie das W. T. B. von zuständiger Seite erfährt, veranlaßt gesehen, den zahlreichen in lchter Zeit an sie gerichteten dringenden Bitten und Anträgen auf Gewährung einer Vorschußzahlung auf daS nächst- fällig werdend« Gehalt der Beamten stattzug^b««^ Demenffprechend sind die einzelnen Behörde« von den übergeordneten Ministerien ermächtigt worden, auf Antrag der planmäßigen Beamten auf die am 1. Oktober ds. Js. fälligen Dienstbezüga einen Vorschuß in Höhe eines Monatsbetrages, mindestens aber 500 Mark, und den außervla«- mäßigen Beamten und Lohnangestellten höhere Ordnung die am 1. Oktober oder am 30. September ds. Js. fälligen Diensibesäg« schon jetzt zu
zahlen.
Die Lage in Oberschleste«. Auf Grund des Berichtes der Militärkommission der Entente, die vor kurzem Oberschlesien besucht hat, ist von den Ententeregierungen eine Note an die deut- " “ ‘ 'chtet worden, die baß deut
sche Regierung gerichtet worden, me das deutliche Bestreben zeigt, die Verhältnisse objcfho zu beurteilen, und die nicht auf bevorstehende Gewaltmaßnahmen schließen läßt.
Der Martturs sinkt unaufhörlich. Der deutsche Markkurs in der Schweiz sinkt immer tief* Gestern früh lauteten die Nofierungen 21,5 GekS,