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geile oder deren Raum 40 P>ü., die 4gesvalte«e Teile L Reklameteil 1.50 Mk., Ojrertgebühr 25 Psg. Bezugspreis: Vierteljährlich 4.20 Mk., monal- 1.40 Mk., für Postbezug vierteljährlich 4.20

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i Teil E. Schrecker- für lokalen und vrovinziellen

NmMches Organ für Elabt-««- Landkreis Sa«« l^M&^ '

, _ , , I Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

Erscheint Mgtrch mit Ausnahme der Som- und Feiertags v----------------------------------------->

Är. 211

Mittwoch Sen 1®. September 1919

Die 375-MMar-e«-AoröLruW an Deuffchland.

In der französischen Abgeordnetenkammer hat der Finanzminister Klotz den Schleier gelüftet, der bisher die finanziellen Forderungen unserer Feinde Deutschland gegenüber verhüllte. Herr Klotz meinte, Deutschland werdeinsgesamt* 375 Milliarden bezahlen können, das heißt selbst­verständlich: Deutschland soll diese ungeheuer­liche Summe bezahlen.- Wie man auf diese fabel­hafte Forderung gekommen ist, läßt sich allerdings leicht erraten. Es ist genau die Zahl, die man des öfteren als den Gesamtbetrag des deutschen Nationalvermögens geschätzt hat. Die alliierten md assoziierten Menschenfreunde wollen also das deutsche Dofl nicht nur bis aufs Hemd, sondern bis auf die nackte Haut ausrauben. Damit aber «och nicht genug! Das Finanzgenie Klotz berech­net den auf Frankreich entfallenden Anteil der Beute in geradezu raffinierter Weise noch erheb­lich höher: Deutschland soll zur Abtragung seiner .Schuld*, wie die Erpresser ihre Forderung

nennen, 36 Jahre Zeit haben, während der bei­den ersten Jahre soll es 100 Milliarden entrichten und nachher 13,6 Milliarden, und es soll die noch utsstehenden Beträge mit 5 v. H. verzinse«. Auf diese Weise soll die von Deuffchland allein an Frankreich zu zahlende Summe nach 36 Jahren auf 463 Milliarden angeschwollen sein, also die obigeGesamffumme* sehr weit übersteigen, ob­wohl Frankreich nach den Beschlüssen der Verbün­deten nur auf 60 v. H. derselben Anspruch hat. Minister Klotz zeigte, wie es in dem Pariser Be­richt heißt,die Vorzüge dieses Systems gegen­über demjenigen, das die Deutschen vorschlugen, als sie des Anerbieten machten, auf einmal 100 Milliarden zu zahlen*. Die Vorzüge für die ^ein= de, «mal für das rache- und MMMW^^M» reich, liegen allerdings so auf flacher Hand, daß toit gar nicht erst Erzbergers Beschönigungsrede abzuwarten brauchen; die Franzosen erhalten auf diese Weise viel mehr, dazu die ungeheuren Zins­summen, und Deutschland bleibt über ein Men­schenalter finanziell völlig in ihrer Gewalt, so daß ft beliebig neue Erpressungen vornehmen können. Denn daß Deutschland diese Forderungen nicht rrWen kann, ist schon heute ganz klar. Man nimmt uns unser gesamtes Nationalvermögen fort und legt uns obendrein eine unmenschliche Zinsenlast auf, die wir, gänzlich aller Betriebs­mittel beraubt, einfach nicht aufbringen können. Das auf obige 375 Milliarden geschätzte deutsche Nationalvermögen umfaßt ja alles, was wir haben, Fabriken, Werkstätten, Grundbesitz, Ge­bäude, Vorräte, Staatseigentum, Forsten, Berg- ivflke, Verkehrsmittel usw. Mes das also sollen d>n, in bar umgesetzt, alsSchuld* hergeben; wie Mir dabei produzieren sollen, darüber hat sich der ssmizosische Sadismus den Kopf wohl überhaupt Mt zerbrochen. Der Bien muß! Denn Klotz fügt hUlzu:Wir werden gegenüber Deutschland eine Mkrâstige Politik führen.* Also mit weiterem Anmarsch, Vergewaltigungen und dergleichen Heldentaten gegen die wehrlose Bevölkerung ^kutzchlands drangsalierend vorgehen, ganz A "^s deutsche Untier* darüber zugrunde

Oder sollte nicht doch bei verständigen Leu- auch an der Seine der Gedanke zum Durch­such kommen, daß Frankreich sich selbst ins eigene L^M schneidet, wenn es Deuffchland nicht witt- am Leben läßt. Die Zustande in Frank- T *7 seM sind doch derart, daß der Ruin Deutsch- ands das Ausbleiben unserer Milliarden für das 1 Musische Volk kaum zu verwinden wäre.

Angchchts dieser Klotzschen Zahlen denke man u' ^rück an 1871! Wie haben sich die Franzosen entrüstet, M Deutschland die 5 Milliar- cv^/W^ Da tat man, als müßte das reiche dkr^ Ä °" dieser Forderung zugrunde gehe«, 'r? 6 sich doch dann so schnell entledigte. Da- jjs,., !?^erten die französischen Unterhändler 7^'smarcks Härte und suchten auf jede Weise o® do» der Summe abzuzwacken. Und in der S^ ^Jt selbst in Deutschland erhoben sich Qnrn 7' di« eS unmenschlich fanden, daß eine der andern einen solche« Aderlaß als r.i ^Wiarden! Jetzt will Frankreich «Hein toirf' Raubanteil 463 Milliarden aus dem rin- c ' ^ vernichteten Deutschland erpressen, sta deren wirkliche Höhe bei dem Tief- schâ^ 'wserer Geldverhältnifle gar nicht zu

^ $oJ9«k -er Chemnitzer Unruhen.

m W. Berti«, 10. Sept.

CbJ^. ?^, Lokal-Anzeiger sind aus Anlaß der »euet ^M ^1^1 bisher gegen 40 Personen ^oide» Ä^^^"ä' Mißhandlung usw. verhaftet ^2 werden imnwr neue Fälle angezeigt.

DerKrregsge?K«gsue« KeiMkehr

w. Bern, 10. Septbr.

Zu den in der deutschen Presse verbreiteten Meldungen, daß die "deutschen Kttegsgefangenen in Frankreich erst nach der Ratifikation des Fttedens zurückgeschafft würden, erfahren wir von besonderer Seite, daß es sich selbstverständ­lich nicht um die allgemeine Ratifikation, son­dern um die Ratifikation durch Frankreich han­delt. Zusammenfaffend kann über die Heim­schaffung der deutschen Kttegsgefangenen folgen­des gesagt werden: England und Amerika ha­ben die sofortige Entlassung ihrer in Frankreich befindlichen Kriegsgefangenen beschlossen. Die Rückkehr der in England untergebrachten Kttegs­gefangenen hängt von den Transportverhält­nissen ab. Die deutschen Zivilinternietten in Frankreich werden ebenfalls sofort entlassen, die Kttegsgefangenen jedoch erst nach der Rattfika­tion " des Fttedens. Hierbei muß allerdings ständig darauf hingewiesen werden, daß die Pläne und Vorbereitungen für den Rücktrans­pott usw. geraume Zeit in Anspruch nehmen roerben.

Die scharfe Raffung verwarfS«.

WB. Berlin, 10. Septbr.

Nach einer Meldung desLokalanzeigers" aus Lugano hat in der gestrigen Sitzung der Oberste Rat über die an Deutschland zu rich­tende Antwort, wieEorttere della Sera" aus Patts berichtet, Frankreich eine sehr energische Fassung vorgeschlagen, die aber von der ameri- kanischen Delegation verworfen ist.

Eineâlöigrmgsfahrk".

w. Saarbrücken, 10. Sept.

Sa die bei

M-WMWM

hatten sich auch drei Mitglieder der S ordnetenversammlung von Saarlouis dort ein­gefunden, um dem Präsidenten der französischen

waren

Militärverwaltung zum kommissattschen Bürger­meister gewählte Dr. med. Hector sowie die Beigeordneten Kaufmann Hetzler und Oberzahl­meister a. D. Kreisrechnungsrevisor Fourmann. In ihrer Begleitung befand sich der Vorsitzende des Vereins der Elsaß-Lothttnger in Saarlouis, Kinobesitzer Fribourg, der seit dem Einzuge der Franzosen in Saarlouis bezw. der Zeit, als diese ihre annexionifttschen Absichten zu erlernten gaben, als deren besonders eifriger Patteigänger auftrat. Es braucht wohl nicht besonders her­vorgehoben zu werden, daß die Bevölkerung des Kreises Saarlouis ebenso wie die von Saar­brücken mit dieser von französischer militättscher Seite angeregten Huldigungsfahtt keineswegs einverstanden war, sondern sie im Gegenteil entschieden mihbMgte.

Die Verwaltung -er -euffche« Ozean-ampser.

WB. Amsterdam, 10. Sept.

Aus Lloyds neuem Register ist ersichtlich, daß 16 große deuffche Ozeandampfer von dem amsri- kachschen Schiffahttsamt, 9 vom bttttschen Schiff- fahttskontrolleur, 6 von Italien, 2 von Brasilien und einer von Chile verwaltet werden. Die von Anrettka übernommenen Schisse erhielten andere Namen, was darauf schließen läßt, daß sie als amerikanische Schiffe angesehen werden. Darunter befinden sich:Vaterland",Kaiser Wilhelm II.,Kronprinzessin Cäcilie* und Ainettka".

WerMätiger Arbeitsschutz.

WB. Berlin, 10. Septbr.

Ueber die Organisation der technischen Hilfs- truppeu zum Schutze lebenswichtiger Betriebe wie Gas-, Wasser- und Elektttzitäts- werke infolge von politischen Streiks, erfähtt die «Vossische Zeitung" von unterrichteter Stelle u. a., das die über das ganze Reich sich er­streckende Organisation den NamenWerktätiger Arbeitsschutz" führen und von der Berliner Zentrale aus geleitet werden wird. Das ganze Reich wird in 19 Kreise eingeteilt; in jedem von diesen wird eine besondere techmsche Hilfs­truppe von fteiwilligen Technikern, Ingenieuren, Fach- und ungelernten Arbeitern gebildet wer­den. Die Freiwilligen werdeil in drei Kate­gorien eingeteilt, in solche, die sich zur Ver­wendung für das ganze Reich zur Verfügung stellen, in solche die sich nur im Kresse verwen­den lassen und andere die nur am Orte tätig sein wollen. Eine erhebliche Anzahl von Frei­willigen hat sich bereits gemeldet. Nach einer ungefähren Schätzung würden im Reiche 80000, darunter für Berlin 0000 Freiwillige nötig sein.

Eine Stimme der Vernunft.

W. London, 10. Sept.

Daily News" schreibt in einem Leitartikel, der Streit zwischen den Alliietten und der deutschen Regierung über die Beziehungen Deutschlands zn Deutsch-Oesterreich sei in jeder Hinsicht zu bedauern. Das Veto der Alliietten gegen den fteiwilligen Zusammenschluß zwischen Deutschland und Oesterreich sei vollständig un- berechttgt. Es vergewalttge jeden Grundsatz der Selbstbestimmung und sei auch aus Gründen der Zwsckmäfiigkett eine Torheit, da der An­schluß Deutsch-Oesterreichs an den Deutschen Bund ein ansehnliches Gegengewicht gegen die Vorherrschaft Preußens bildm würde. Deutsch­land sei vollauf berechttgt, Vorsorge für den künftigen Zusammenschluß mit Oesterreich zu treffen, besorrders wenn es annehme, daß der VölkerburÄ diesen Plan wahffcheinlich biMgen werde.

Republik Birkensel-.

Berlin, 10. Sept.

Rach demLokal-Anzeiger" erläßt dieRe­gierung" der Republik Bittenfeld eine Kund­

machung, wonach di selb des Freistaates

irovinz Birken-

von

em !er-

lossagt und als selbständige Republik bände des Deutschen Reiches erklätt. Die Re­gierung setzt sich zusammen aus Ludwig Zöller

als Präsident, sowie aus Hubett Eifel und Wilhelm Haut. Die bishettge Staatseinrichtung bleibt bestehen, die Beamten bleiben im Amt. Ueber die Zeitungen ist Vorzensur verhängt worden.

Die Karr-slsbezrehurrgen m!l Amerika

DDP. Kopenhagen, 10. Sept.

Aus New York wird gemeldet, daß in den

rüber---------------, auf den man so große Hoffnungen gesetzt habe, immer noch durch die Valutaschwiettgkeiten ge- hindett wird. Man drängt die amettkanische Regierung, Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Hindernis aus dem Wege zu schaffen.

Die Amerikaner è« keiner mili- Lärffchen Arrlerksmmrssion.

DDP. Berlin, 10. Septbr.

DieVossische Zeitung" wird von unterrich­teter Seite auf die sehr beachtenswette Tatsache aufmettsam gemacht, doch die Vereinigten Staa­ten von Anrettka in keiner der militättschen Unter­kommission vettreten sind. In Washington hält man sich aus Gründen, die noch nicht ganz klar

find, die aber vermutlich mit der wachsenden

Gegnerschaft gegen die Einmischung Amerikas,,zurückzuweisen, und daß sie bereits ihre zu dikiie- in militärische Angelegenheiten Europas ihren ftenden Ziffern vorbereitet hat. Aber ist es denk­

Grund haben, von jeder Beteifigung in solchen Kommissionen fern. Aus dieser Haltung der Amettkaner ergibt sich für Deutschland die be- rechttgte Frage, ob die Beschlüsse dieser Rumpf- kommissionen dem Friedensvertrag zufolge, irgendwelche tatkräftige Gülttgkeit und Verbind­lichkett haben. In Washington scheint man der Ansicht zu sein, daß dies nicht der Fall sei.

KoNmröffch-delg. Verhau-lunge«

--- BrSssek, 10. Septbr. (Reuter.)

Der Minister des Auslandes ist zur Teil­nahme an den holländisch-belgischen Verhand­lungen abgereist.

For-erunge« -er Bergarbeiter AMerikas.

-^-^Cleveland (Ohio), 10. Septbr.

Heute wird ein Kongreß der Bergarbeiter der Vereinigten Staaten nnb von Kanada eröffnet. Es verlautet, daß die Bergarbeiter folgende Forderungen stellen: Sftiinbiger Arbeitstag, 5 tätige Arbeitswoche, Lohnerhöhungen von 25 bis 40 pEt.

Der größte Angestelltenverban-.

WB. Weimar, 10. Septbr.

Die zwischen dem Verband der Handlungs­gehilfen und dem Verband der deutschen Ver- sichenmgsbeamteil geführten Verhandlungen führten auf der Tagung am 8. und 9. Septem­ber in Weimar zu der Vereinigung zum Zentral­verband der Angestellten. Somit ist die frei- gewerkschaftliche Einheitsorggnisation für alle tin Handel, Verkehr, Industrie," Gewerbe und Landwirtschaft tätigen Handlungsgehilfeu, Bu- rcauanacstettten, sowie für die in der Sozial- und Privatoersicherung, bei Bchörden und Rechts­anwälten besänftigten Angestellten geschaffen. Der Verband steht beschlußgemäß auf dem Bo­den strengster parteipolitischer Neutralität und ist mit über 350 000 Mitgliedern der größte Angestelltenverband der Welt.

Die Ziffer« -es Kerr« Klotz.

Der ftanzösische Finanzminister Klotz hat hf der Ratifikationsdebatte der französischen Kam­mer die finanziellen Bestimmungen des Fttedms- Vertrages in einer längeren Rede verteidigt. Er soll dabei, nach dem Havas-Auszug, gesagt haben, Deutschland werdeinsgesamt* 375 Milliarden innerhalb von 36 Jahren zu zahlen haben, es werde 100 Milliarden in den ersten zwei Jahren, und dann jährlich 13,6 Milliarden zahlen müssen. Mit 5 Prozent Zinsen werden diese Zahlungen nach 36 Jahren einen Endwert von 469 Milliar­den darstellen. Dieses Endresultat sei viel gün­stiger als das deutsche Angebot, 100 Milliarden auf einmal* zu zahlen.

Jedes zweite Wort dieses HavaS-DerichteS und fast jede Ziffer darin find unverständlich. Deuffchland hat niemals angeboten, 100 Milliar­den auf einmal zu zahlen. Es hatte vielmehr an­geboten, insgesamt 100 Milliarden Mark ohne Zinsen binnen 4050 Jahren zu zahlen. Aus dem Havas-Bericht ist nicht ohne weiteres zu er­sehen, ob Herr Klotz Franken oder Mark meinte. Aus der Bezugnahme auf das deutsche Angebot kann man schließen, daß er in Mark gerechnet hat. Aber rechnete er in Goldmark oder in heutigen Papiermark? Die Entente hatte ursprünglich 100 Milliarden Goldwert mit Zinsen (aber nicht als endgültige Summe) gefordert. DaS deuffche Gegenangebot, das dahinter zurückblieb, hatte sie abgelehnt, aber es ist ganz undenkbar, daß sie jetzt ihre Erwartungen einfach vervierfacht hat. Es ist ganz sicher so, daß Herr Klotz die im ersten Friedensvertrag unterstellten Ziffern nach dem heutigen Markkurs umgerechnet hat--damit es pompöser klingt. Aber es ist trotzdem noch un­verständlich, daß Herr Klotz erklärt haben soll, Deutschland werde soundsoviel und in der oder

lich heißt, Deuffchland habe das Recht, zunächst selber einen Zahlungsvorschlag an die Enffchâdi- gungskommission (commission des reparations) zu erstatten. Bis jetzt ist ja natürlich noch nicht ein­mal die Kommission ernannt, denn der Friede ist noch nicht in Kraft. Unseren Vorschlaa muß die Entente also zunächst abwarten. Erst wenn dieser Vorschlag als unannehmbar befunden würde, kann die Kommission (nicht Herr Klotz) von sich aus die Ziffern der Zahlungen festsetzen. Ist es also überhaupt möglich, daß Herr Klotz so ge­sprochen haben soll, wie Havas meldet? Es ist natürlich denkbar, daß auch dasRecht des ersten Vorschlages* Deutschland nur als Scheinrecht eingeräumt wurde, daß die Entente von vorn­herein entschlossen war, Deutschlands Vorschläge

bar, daß Herr Klotz eine solche Unaufrichtigkeit,

um kein richtigeres Wort zu gebrauchen, voreilig auf der Kammertribüne verrät?

Wahrscheinlich war dieses ganze Ziffernspiel, das von Havas noch entstellt und verdunkelt wor­den sein mag, wieder einmal zur Beruhigung der schweren Geldsorgen des französischen Volkes ver­anstaltet. Herr Klotz nannte auch die Ziffer der Gesamtkoften des Weltkrieges: 1005 Milliarden Franken, zum Parikurs gerechnet. Zwei Drittel dieser Summe sind aus der Ententekasse geflossen, also ungefähr 650 Milliarden. Das ist,das Defizit der Entente. Diesem Defizit wollte Herr Klotz eine einigermaßen tröstlich klingende deutsche Zahlungsziffer entgegensetzen, z. B. 400 Milliar­den. Diese Ziffer brachte er schillernd, bengalisch beleuchtet hervor, mit einem kleinen Taschen­spielertrick: er verschwieg dem Lande, daß auf der Sollseite 650 Milliarden Parifranken, auf der Habenseitemögliche* 400 Milliarden heutig» deutsche Papiermark stehen!

Kleine Nachrichten.

Wegen (Entfernung der Kaiserbilder sind die oberen Klassen des staatlichen Gymnasiums iw Hirschberg in Schlesien in den Streik getreten.

Wegen der stark gesteigerten Einfuhr «uS Deutschland soll, wie aus Stockholm gemeldet wird, eine besondere Güterfähre Saßnitz-Trclle- borg in Verkehr gesetzt werden.

Eine wohlverdiente Tracht Prügel. Der frü­here Reichstagsabgeordnete Pfarrer Delsor iw Marlentheim (Unterelsaß), der sofort nach Aus­bruch der Revolution einer der (Eifrigsten im Dienste dermere pattie* war, geriet in Straß­burg bei Streikkrawallen in die erbitterten Ar- beitermaffen hinein. Er titulierte die elsässischen ArbeiterBoches* und erhielt dafür als Gegen­gabe eine solche Tracht Prügel, daß er jetzt im Krankenhause liegt. Die Wirklichkeit im Elsaß sieht also doch etwas anders aus, als Herr Dclso^ sich träumen ließ.