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General-Anzeiger

AmMches Organ für Slaöl- MS Landkreis Kanaa

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle. Verantmortllch: für politischen und allgemein«» Teil G. Schrecker- rur lokalen und vrovinziellea , Terl sowie Sport W.M o r i tz; für Anzeigen und , Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a. M.

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Sr. 297

Freitag den 5. September

1919

Ein schwedisches Arkerl.

Anleitender Stelle" stehende Politiker, Füh­rer und Volssövertreter überbieten sich förmlich in Anklagm und Schimpfreden gegen das alte Deutschland. Das Wort des früheren Vertreters der alten Reichsstadt Nordhausen im Reichstage: ,Der Krieg ist in Deutschland ausgeheckt worden" sat nicht Tausende, sondern Millionen verblende­ter Nachbeter nicht etwa in England oder Frank­reich, sondern bei uns gefunden. Es ist ein un­sagbar abstoßendes Schauspiel, mit erleben zu müssen, daßDeutsche" die Rolle von Totengrä- bem deutscher Macht und Würde spielen. Wendet man sich von dem eigenen Vaterland« hinweg zum neutralen Auslande, so hört man andere Stimmen.

Da hat sich z. B. der schwedische Oberstleut­nant Ludwig von Petersens, Kommandant von Boden, der nördlichsten Festung Europas, für unser Vaterland in die Bresche geworfen und mit eigenen pekuniären Opfern in Schweden zu Tau­senden eine von ihm verfaßte SchriftNach dem Frieden" (Ester Freden) verbreiten lassen. Ein ßrengeS, aber gerechtes Urteil wird über die Ent- entepolitkk gefällt. Die Engländer wagen es, so ruft der schwedische Offizier aus, Deutschland den Durchmarsch durch Belgien vorzuwerfen, diese Engländer, die unter ftechster Verhöhnung alles internationalen Rechts 1801 und 1807 Dänemark brutal vergewaltigten, 1882 Aegypten kurzerhand besetzten, den dem internationalen Verkehr dienen- ben Suezkanal ohne weiteres beschlagnahmten. Deutschlmrd war durch furchtbare Not dazu ge­trieben, am 4. August in Belgien einzurücken, für England lag dagegen keinerlei zwingende Not­wendigkeit vor, die oben erwähnten Gewalttaten (und noch viele andere dazu so sei an Gibral­tar, Aden, Hongkong erinnert!) zu begehen.

Und weiter! Die Engländer wagen eS, ÄMLL-nh die schlechte Behandlung der Kriegs- Mngenen vorzuwerfen? Nun da kann der wackere schwedische Artillerieoffizier aus eigener Anschauung urteilen: er hat im Herbst 1914 das Gefangenenlager in Ruhleben besucht und zieht treffende Parallelen zwischen der wohlwollenden, Mtmütigeck Behandlung, die dort den Engländern zuteil wurde, und den Scheußlichkeiten, die schon M derselben Zeit (also lange vor dem U-Boot- kriege) sich die Briten gegenüber deutschen Zivil- gefangenen nach zuverlässigsten Berichten geleistet haben . , . Man kann sich denken, wie der Schwede den sogenannten Frieden beurteilt, und wie er wit denjenigen seiner Landsleute, wie z. B. Bran- äng, ins Gericht geht, die noch immer wähnen, daß aus diesem Bunds zwischen der angelsächsi­schen Plutokratie und der westeuropäischen Demo- tratie Segen für die Welt erwachsen könne.

Hier kann nur ein kleiner Ausschnitt aus der Petersensschen Schrift geboten werden. Hoffent- sich erscheint die Schrift des schwedischen Oberst­leutnants bald in deutscher Ausgabe, was dem Verfasser sicher große Freude bereiten würde, der ssch so ritterlich der deutschen Sache annimmt, im ^lprtl und MR d. Js. Tausenden von deutschen Andern in Schweden eine so rührend gütige Aufnahme hat bereiten helfen und noch kürzlich °urch Niederlegung eines schönen Kranzes vor Grabdenkmal deutscher Soldatm in Hapa- ^auda bewiesen hat, daß er in Deutschland trotz was im November 1918 geschah, den Vor- germanischer Kultur erblickt.

Die ZreèmfchKffung -er Krregs- gefaugeuen.

WB. Berlin, 4. Septbr.

^chszentralstelle ^r Kriegs- und Zivil- «M'gene teilt mit: Heute traf der vierte Trans- Gefangenen aus englischer Hand von 6 ankcerch in Köln t/rn mb ist nach dem Durch- ^gsWer Wetzlar weitergeleitet worden.

Der Dank Km-enburgs.

DDP. Berlin, 5. Septbr.

-Ow Blätter veröffentlichen folgendes Dank- ^ Stamm des Eeneralfeldmarschalls o. Hinden- *8! Gelegentlich des Erinnerungstages von ^^euberg sind mir von alleil Seiten zahlreiche chweise friedlichen Meingedenkens zuteil ge- 8)r. So sehr sie mich erfreut haben, so bin ich doch zu meinem Bedauern in der ^ He einzeln zu beantworten. Ich bitte . teuren herzlichsten Dank hiermit allge- 111 arrssprechen zu dürfen.

Aoske über die Lage im Baltikum

WB. Berlin, 4. September.

Noske machte einem Vertreter derDeutschen Allgemeinen Zeitung" u. a. folgende Mitteilung über die Lage im Baltikum: Die Lage in Lett­land kann nicht mit Befehlen gelöst werden. Nicht mit Unrecht ist die Truppe aufgeregt, weil sie sich in dem betrogen sieht, was die lettische Regierung ihr versprochen hat. Nur von der persönlichen Einwirkung des Generals v. d. Goltz verspreche man sich Erfolg. Die Lage im Baltikum ist außer­ordentlich unsicher. Infolge der Haltung der En­tente gegenüber der Armee Judenitsch' und des Geistes bei den rein lettischen Truppen, ist mit einem weiteren Vordringen der Bolschewiki zu rechnen, was nach einer Räumung durch die deut­schen Truppen stets in einer Gefährdung des deutschen Bodens gipfelt. Werden also die deut­schen Truppen zurückgezogen, so muß in Ostpreu­ßen ein neues Verteidigungssystem geschaffen werden. Die Letten und die Engländer würden es bald einsehen, was sie mit der vorzeitigen Aus­schaltung des deutschen Elementes erreicht haben. Da im kommenden Winter infolge der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit Unruhen zu rechnen ist, so erklärte der Minister weiter, müsse man im Voraus diesen vorbeugen. Me uns be­lassene Truppenstärke reiche aber nicht dazu aus. Es stehe zu erwarten, daß die Arbeiten der neuen militärischen Kontrollkommission der Entente sich dem deutschen Volke bald recht fühlbar machen werden. Wenn man sich überlegt, daß 60 Offi­ziere des Verbandes ständig über das Reich ver- teilt sein werden, und hört, daß jetzt schon Uebungsschießen deutscher Truppen, wie in Darmstadt, von einem Ententeoffizier kontrolliert werden, dann bedürfe es keiner Erklärung dafür, daß die Reichsregierung gegen diese Auslegung des Vertrages sofort Einspruch erhoben hat.

Mrstteferung

-er -rutschen Tankschiffe?

DDP. Rotterdam, 4. September.

Aus Paris wird berichtet, daß der Petroleum­ausschuß der Friedenskonferenz vorgeschlagen hat, von Deutschland die Auslieferung der in Hamburg liegenden Tankdampfer an Frankreich zu verlangen.

Ultimatum an Rumänien.

WB. Amsterdam, 5: Septbr.

Rach einer Reutermeldung haben die Alliier- ten der 'rumänischen Regierung ein befristetes Ultimatum durch einen Abgesandten (Envoye überreichen lassen. Sollte Rumänien sich wei­gern, die Bedingungen des Ultimatums in der angegebenen Frist zu erfüllen, werden die diplo­matischen Beziehungen zwischen den Alliierten und Assozierten einerseits und Rumäniens an­dererseits aufgehoben. In dem Ultimatum wird u. a. verlangt, daß Rumänien Ungarn räumt und alles requirierte Eigentum au die Alliierten zur Verteilung unter die Gläubiger Ungarns ausliefert.

AfrikaexpeSikron

-es Herzogs -er Abbruzzen.

DDP. Lugano, 5. September.

Wie dasJournal d'Italia" meldet, hat der Herzog der Abbruzzen sein Rücktrittsgesuch als Admiral eingereicht, um die Vorbereitungen zu seiner zweiten Afrikaexpedition zu treffen, die diesmal,der Erforschung des Oberlaufes des Uebi Shebemi gelten soll.

Malka macht Bankrott!

DDP. Haag, 5. September.

Die Insel Malta ist dem Bankrott nahe. Oberst Amry, der der Kohlen- und Unterstaats- sskretär, ist gestern dort eingetroffen, um die Finanzlage zu untersuchen.

Brücke über den kl. Sun-.

DDP. Berlin, 5. Septbr.

MeVossische Zeitung" meldet aus Kopen­hagen: Der dänische Verkehrsminister wich zu Beginn der neuen Reichstagsperiode einen Ge­setzentwurf zum Bau einer Eisenbahnbrücke über den kleinen Sund einbringen. Me Briicke soll 42 Meter hoch werden, sodaß auch die höchsten Schiffe drunter durchfahren können.

Dsuffche Aulett-e inArgenttnien?

DDP. Haag, 5. September.

DerTemps" weiß zu melden, daß die deutsche Regierung sich mit der argentinischen Regierung in Unterhandlungen befindet, wegen Gewährung einer Anleihe, zum Ankauf argentinischer Erzeug- Lni& für Deuüchlmtd.

Die Äerrische Arrtworknoke gegen den Gewaltakt der Entente.

WB. Berlin, 4. September.

Die deutsche Regierung ließ heute Clemenceau eine Antwortnote auf die von der Entente gefor­derte Abänderung der Reichsverfassung über­geben. In dieser wird u. a. gesagt:

Me deutsche Friedensdelegation in Versailles habe bei der Erörterung des Artikels 80 des Frie­densvertrages darauf hingewiesen, daß Deutsch­land niemals die Absicht gehabt habe, noch haben werde, die deutsch-österreichische Grenze gewaltsam zu verschieben. Es könne aber nicht die Verpflichtung überneh­men, sich dem Wunsch der österreichischen Bevölke­rung auf Zusammenschluß mit dem Deutschen Reich zu widersetzen. Die alliierten und assoziier- ten Regierungen erwiderten in ihrer Note vom 16. Juni 1919 darauf, daß sie von dem Verzicht Deutschlands auf gewaltsame Verschiebung der deutsch-österreichischen Grenze Kenntnis genom­men haben. Deutscherseits sei hiernach angenom­men worden, daß eine Vereinigung Deutschlands mit Deutsch-Oesterreich auf dem Wege des Selbstbestimmungsrechtes der Völ­ker dem Friedensvertrage nicht widerspreche. Diese Auffassung der alliierten und1 assoziierten Mächte ließ sich aus der Auslegung des Artikels 80 des Friedensvertrages erkennen, die von der deutscherseits bisher vertretenen Ansicht aber ab­weicht. Deutschland sieht sich gegenüber der Note der alliierten und assoziierten Mächte vom 2. Sep­tember nicht in der Lage, seinen bisherigen Standpunkt in dieser Frage aufrechtzuerhalten. Dadurch werde jedoch eine Abänderung des Wort­lautes der Reichsverfassung nicht notwendig, denn in Artikel 178 der Verfassung wird vorgeschrieben, daß die Bedingungen des Friedensvertrags durch

.nickt. werden, Der Lor- behalt dieses Artikels erstrecke sich auf alle Vor­schriften der Verfassung, also auch auf Artikel 61 Abs. 2. Da dieser Artikel nun mit den Friedens- bedingnngen im Widerspruch stehe, erklärt die deutsche Regierung, daß die Vorschriften des Ar­tikels 61 Abs. 2 der Verfassung solange kraftlos bleibt, als nicht der Rat des Völkerbundes der Abänderung der staatsrechtlichen Verhältnisse Deutsch-Oesterreichs zustimmt. Zum Schluß legt die deutsche Regierung gegen den schroffen Ton der Entente, in dem sie Aufklärung verlangt habe, Verwahrung ein. Im Frie­densvertrag wäre nicht von einer Besetzung weite­rer Landesteile Deutschlands im Falle der Nicht­erfüllung gesprochen, sondern nur von einer Ver­längerung. Für derartige Forderungen biete der Friedensvertr^ keine Stütze, zumal er von den alliierten und assoziierten Mächten noch nicht rati­fiziert fei. Die deutsche Regierung könne daher in der Androhung derartiger Maßnahmen nur einen tiefbedauerlichen Gewaltakt sehen.

Gehaltsvorschuß für Beamte.

Nachdem bekanntlich kürzlich die Reichsregie- rung zugesagt hat, den Beamten des Reichs und der Einzelstaaten eine Beschaffungszulage in Höhe von 1000 Mk. und ferner Kinderzulagen von 200 Mk. für jedes Kind zu gewähren, die in 2 Raten im September und Dezember aus­zuzahlen ist, haben Verhandlungen zwischen dem Gewerkschaftsbund deutscher Eisenbahnbeamten" und dem preußischen Finanzminister Dr. Süde- kum stattgefunden, mit dem Zweck, die preußi­sche Staatsregierung zu veranlassen, den Be­amten einen Vorschuß bereits jetzt zu zahlen. Der Finanzminister hat in Aussicht gestellt, daß die Vorbereitungen für die Zahlung eines Ge­haltsvorschusses unverzüglich getroffen werden sollen. Möglicherweise wird der Vorschuß be­reits in der nächsten Woche den Beamten aus­bezahlt werden.

Die Eisenbahner.

DDP. Berlin, 5. September. (Telegramm.)

2m Laufe der nächsten Woche soll, wie das Berl. Tagebl." meldet, unter dem Vorsitz des Eisenbahnministers Oeser, eine Kommission zu- sammentretèn, welche sich mit den Zulagen für die Eisenbahnarbeiter zu befassen hat. Wenn gemäß den Versprechungen der Regierung, sowohl an die Arbeiter wie Beamten eine Beihilfe ge­zahlt werden soll, so würde sich der Betrag auf 809 Millionen Mark belaufen. Ob diese Be­sprechungen bei dem Minister Oeser zu einer alle Teile befriedigenden Lösung kommen werden, bleibt dahingestellt.

Oesterreichs Vergewaltigung.

WB. St. Germain, 4. September.

Das am gestrigen Mittwoch dem Staats« kanzler Dr. Renner überreichte Begleit» schreiben des Präsidenten der Friedenskonfe« renz Clemenceau weist zu Beginn die Einwen­dung der deutsch-österreichischen Delegation, daß Deutsch-Oesterreich nicht als feindlicher Staat be­trachtet werden dürste, mit der Begründung zu­rück, daß das österreichische Volk die Politik seiner Machthaber, welche durch das Ultimatum an Ser­bien und die Nichtaunahme der Genugtuung sei­tens dieses Staates geradezu den Weg ein­schlugen, der zum Weltkriege führte, nicht nur. nicht bekämpft, sondern diesen. Krieg stürmisch be­grüßt habe. Angesichts so vieler offenkundiger Beweise müsse das österreichische Voll gezwungen werden, feinen vollen Anteil an den Verantwort­lichkeiten auf sich zu nehmen. Das Begleitschrei­ben weist sodann darauf hin, daß die Politik der ehemaligen Habsburger die Hegemonie des deut­schen und magyarischen Volles über die Mehrheit der Einwohner der österreichisch-ungarischen Mo­narchie aufrecht erhalten sollte. Auf den Einwand der Delegation gegen die Bestimmungen, die die Beziehungen Oesterreichs zu den neugegründeten Staaten auf den Gebieten der alten Monarchie regeln, betont der Begleitbrief, daß die Schwäche, worunter Oesterreich zu leiden haben wird, nicht die Folge der Bestimmungen des Vertrages ist, sondern vielmehr der Politik der Vorherrschaft entspricht, die das österreichische Voll gegenüber den anderen Nationen eingehalten hat. Der Be­gleitbrief hebt sodann hexvor, daß die alliierten und assoziierten Mächte keineswegs den Wunsch haben, die unglückliche Lage Oesterreichs zu er­schweren, weist auf die Aenderung der wirtschaft­lichen Bestimmungen hin, macht Mitteilung von der Zulassung der Reparationskommission, die in Kien urgcrr A und befaßt sich sodann nur der Bestimmung der Grenzen, wobei über Tirol fol­gendes ausgeführt wird:

Die alliierten und associerten Mächte waren von der Tatsache durchdrungen, daß während langer Jahre das italienische Voll absichtlich einer gegen sein Leben gerichteten Bedrohung ausgesetzt war. Diese Bedrohung ergab sich da­raus, daß Oesterreich-Ungarn im Besitze vorge­schobener, die italienische Ebene beherrschender Stellungen war. Die alliierten und assoziierten Mächte betrachten es als die beste Lösung, Ita­lien die natürliche Alpengrenze zuzugestehen, die es seit so langer Zeit gefordert hat. Schließlich wird betont, daß der Friedensvertrag in dieser Form ^unabänderlich ist und daß die alliierten und assoziierten Mächte von der österreichischen Delegation innerhalb von fünf Tagen eine Er- flärung erwarten, ob sie bereit ist, den Vertrag zu unterzeichnen. Wenn eine solche Erklärung inner­halb der oben bezeichneten Frist nicht erfolgt, wird der am 3. November 1918 abgeschlossene Waffenstillstand als beendet betrachtet und die alliierten und assoziierten Mächte werden alle Maßnahmen treffen, die sie für notwendig halten, um ihre Bedingungen zwangsweise durchzusetzen.

WB. Wien, 4. Septbr. Die Blätter veröffent­lichen Aeußerungen des Staatskanzlers Renner, die er in St. Germain prwaten Berichterstattern machte. Renner erkennt an, daß aus jeder Seite des Vertrages das sorgfältige Bemühen spricht, die verworrenen Verhältnisse Halbwegs zu ordnen. Trotzdem habe sie, was nicht verwunderlich sei, die innersten wirtschaftlichen Zusammenhänge nicht vollständig ersassen, noch die Lasten, die der Krieg zurückließ, auf die Nachfolgestaaten gerecht verteilen können. Politisch und national, so fuhr der Staatskanzler fort, sind wir schwer getroffen. Unser Staat ist beschränkt auf die deutschen Alpenländer. Die vierhundertjährige Gemein- bürgschast der Alpendeutschm und der Sudeten­deutschen ist zerrissen, und auch von den deutsche» Siedlungsgebieten in den Alpen sind uns wesent­liche Stücke vorenthalten. Das urdeutsche Mar­burg, dessen deutschen Charcckter die Antwortnote selbst hervorhebt, soll künftig seine Vertreter nach Belgrad schicken. Feldberg und Gmunden-Bahn­hof bleiben verlorm. Me Nationalversammlung wird darüber entscheiden müssen, ob trotz dieser Opfer der Vertrag unterzeichnet werden kann. Jy, nationaler Hinsicht büßte unsere RepubUk ihr« Handlungsfreiheit ein. Me mit elementarer Ge. valt in den Novembertagen hervorgctretene« An- chlußbestrebungen sind auf den schwierigen Weg >er Verhandlungen mit dem Völkerbund ver­wiesen. Wir erhalten eine politische Souvcrimi» tät, von der wir kaum Gebrauch machen Mts«* und werden dazu der vollständigen ökvnomische«, Oberhoheit der alliierten Großmächte unterwov, fen,. bie in der RârationslommMon veriörver^