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a-i«rS ckun6sgeb ü b r: Die Sgesvaltene Kolonel« »tile oder deren Raum 40 Pfg^ die ^gespaltene hèile i. Reklameteil 1.50 Mk^ Offertgebühr 25 Pfg. Bezugspreis: Vierteljährlich 4.20 Mk., monat- gMo Mk., für Postbezug vierteljährlich 4.20 monatlich 1.40 Mk. Die Nummer 10 Pfg.

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General-Anzeiger

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Kr. ZNS

Mittwoch Sen 3. September

1919

SS

Die 14 Punkte o-err ein W§- I gröbnis in Schmach un- Schmrös.

Trotz aller Enttäuschungen, die uns die Nie- I Verlage Wilsons in Paris und der Gewaltfriede I von Versailles mit der ganzen übrigen Kulturwelt I bereitet haben, war in uns noch immer ein kleines I Stückchen Glauben, daß der große Völkermoralist I Wilson nur den überlegenen Diplomatenkünsten I der Clemenceau und Lloyd George zum Opfer ge­worden sei und bis zum äußersten für seine be- I rühmten 14 Punkte gekämpft habe. Wir hatten diese stille Ueberzeugung nicht zuletzt auch des­halb, weil sie von der gesamten öffentlichen Mei­nung in Amerika noch bis heute mit so großem Nachdruck vertreten zu werden schien. Nur aus diesem Grunde erklärten wir uns nämlich im wesentlichen die Widerstände, die von Hervor- f ragenden amerikanischen Politikern gegen die Ra- I tifizierung des Friedens geleistet wurden, denn in Amerika hatte man gar zu großen Stolz da­rauf bewiesen, daß die Union ihre überwältigende ; finanzielle und wirtschaftliche Macht zur Been­digung des Krieges in die Wagschale geworfen hatte. Das wurde wenigstens in allen Tonarten in der amerikanischen Preffe versichert, die immer wieder hervorhob, daß Amerika die einzige aller kriegführenden Mächte sei, die keinerlei Gewinn aus dem Siege anstrebe. Erst heute aber wissen wir um einen der Hauptgründe, die den in den letzten Wochen mit so großer Energie geführten .Kampf gegen Wilson" erklärlich erscheinen lassen. Am 6. August wurde der erste Assistent Wilsons, der Staatssekretär des Auswärtigen, Lansing, vom Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten einem eingehenden Kreuzverhör unterworfen, und dabei spielte sich eine erstaun­liche Szene ab. Senator Johnson fragte Lansing, der Verhandlungen in Paris der Simulierung oer JtoMHWWM Bungen tn der diplomatischen Geheimkammer die 14 Punkte des Präsidenten zur Sprache gekom­men seien. Darauf antwortete Lansing lächelnd: »Ich glaube es nicht." Herr Johnson ging nun weiter und stellte die Ergänzungsfrage, ob es sich denn überhaupt jemals darum gehandelt hätte, daß man auf den 14 Punkten bestehen müsse. Und Lansing lächelte wiederum:Nicht daß ich mich erinnere." Was soll man dazu sagen? Soll inan sich entrüsten? Es lohnt nicht mehr der Mühe. Soll man sich bemühen, den Gedankengängen des Herrn Lansing nachzuspüren es wäre vergeb­liche Arbeit. Nur eins ist möglich: man muß über einen derartigen Zynismus staunen, der es Vagt, der öffentlichen Meinung gerade in einem Staate wie Amerika so etwas zu bieten. Präsi­dent Wilson hat ungezählte Male auch während des Krieges erklärt, daß er nichts als das ausfüh- ,rmds Organ des Willens des amerikanischen Vol- les sei, ohne dessen Zustimmung seine Macht gleich wäre. Wilson und die Seinen haben dem JJi^müfdjen Volke zu allen Zeiten versichert, daß die Union nur deshalb in ben Krieg eintrete, eine neue Epoche der Kulturmenschheit her- vifzuführen, Präsident Wilson hat alle Opposition den Krieg mit der Beschwörungsformel niedergeschlagen: Gewalt, Gewalt bis zum eußersten gegen den deutschen Militarismus! M deutsche Volk wurde von ihm als der aäein ^huldige an der großen Katastrophe eingestellt, Zur Klarstellung zu unseren Gunsten an- Wihrt wurde, war gleich dem Hauch im Winde. ?nie wird der amerikanischen Bevölkerung von

Senator Knox nahegelegt, die Unterschrift Er den Versailler Friedensvertrag zu verwei- da seine harten und grausamen Bedingun- Deutschland Strafen auferlege, die gegen die ie«s^I-^auale Moral verstießen. Heute weist man Ozeans auf die großen Verdienste grtA die die amerikanischen Untertanen deutscher den Vereinigten Staaten geleistet .Heute erst kommt jenes höhere Recht wie- lick^^Ibr Geltung, daß bisher in so fürchter- ^eise verleugnet wurde und heute ist ^J 'M. Der Friede ist fertig und wird zur werden, auch wenn die Unterschrift der diblowvu Er ihm fehlt. Die ftanzösische Geheim- ber es vermocht, zu verhindern, daß

Widerstand sich rechtzeitig angemeldet war eine Frage bleibt trotzdem offen: » J;ß. das große amerikanische Volk dazu, daß ! eine solche Weise irregeführt worden ist?

Zurücksetzung -es englische« LustschiffprogramMs.

ddp. Berlin, 3. Septbr.

"Berliner Lokalanzeiger" berichtet aus die britische Regierung habe aus

Sine wirftchaftspsLitische Rede.

WB. Leipzig, 3. September.

Der Reichspräsident besichtigte im Laufe des gestrigen Vormittags in Gemeinschaft mit dem Reichswirtschaftsminister sowie dem sächsischen Minister des Innern, dem Oberbürgermeister von Leipzig, den Aufsichtsratsmitgliedern und dem Vorstand des Messeamtes die Messeausstellungs- Halle am Markte, den Handelshof, den Meßpalast, den Speckshof und im Gebäude der Dresdener Bank die dort veranstalteten Musterausstellungen der Porzellanfabrik PH. Rosenthal & Co., Salb in Bayern, der Wiererwerkstätte, der Theresienthaler Kristallglasfabrik und der Firma Johann Oertel & Co. in Haida: Zum Mittagessen vereinigten sich die erwähnten Herren auf Einladung des Meßamtes in der Harmonie. Hier begrüßte Ober- bürgermeister Dr. Rothe den Reichspräsidenten und die Vertreter der Behörden und betonte, daß die an der Spitze der Reichsregierung stehenden Männer von dem ernsten Willen beseelt seien, die politische Zerklüftung im Innern zu beseitigen und Deutschland wieder zu einem achtunggebie­tenden Staat zu machen. Wir wollen die Regie­rung unterstützen, so fuhr der Redner fort. Wer die Messe besucht hat, so schloß der Oberbürger­meister seine Ausführungen, der wird keine Stätte für Pessimismus gefunden haben. Daraus kann der Schluß gezogen werden, daß die deutsche Kaufmannschaft an der Zukunft unseres Landes nicht verzweifelt. Da­rauf ergriff der Reichswirtschastsminister das Wort zu einer bemerkenswerten Wirtschafts­pol i t i s ch e n R e d e. Der Minister führte etwa folgendes aus: Ich will mit ein paar Wor­ten von den Eindrücken sprechen, die ich auf der Leipziger Messe gewonnen habe. Zunächst sage ich Dank für die freundlichen Worte des Ober- folgt, um die Wahrnehmung darüber anzustellen- wie sich der Handel von neuem regt Der Minister wies sodann auf die Jahrhunderte alte Handels­geschichte der Stadt Leipzig hin und fuhr fort: Es schien, als ob die Messe sterben müsse, nachdem der alte Warenhandel andere Wege gegangen war. Die Messe hat es bisher verstanden, sich den mo­dernen Verhältnissen anzupassen. Sie ist zu neuem Leben gebracht worden. Wo könnte sie eine bessere Stätte, haben, als in dem industriereichen Sach­sen mit seinen tausenden von Arbeitern, seiner modernen Technik und der hochentwickelten Orga­nisation seines Handels und Verkehrs, als in Leipzig, wo alles sich zur Arbeit vereinigt! Diese Stätte ist berufen, auch der Träger der neuen Handels- und Verkehrsreform zu sein. Der Han­del hat in den vier Kriegsjahren schwere Zeiten durchgemacht. Er ist um Jahre zurückgeworfen worden. Ich brauche bloß an den Verlust der deutschen Handelsflotte zu denken. Und wenn man die Stätte betrachtet, an welcher einst die stolzen Kauffahrteischiffe ihre Wege über das Meer antraten, so beschleicht uns Wehmut und Bitterkeit, und wir können Mut und Vertrauen nur finden, wenn wir uns zu dem festen Vorsatz bekennen, das Verlorene in freubiger Arbeit wie­der zu gewinnen. Wir kranken an zwei großen Uebeln; an dem Mangel von Rohstoffen und an dem Mangel von Brennstoffen. Bei meinem Be­suche der Messehäuser hörte ich an den verschiede­nen Stellen bei den großen und kleinen Fabri­kanten klagen über das Fehlen der Kohle. Wir haben Arbeitskräfte und Aufträge in Hülle und Fülle. Wir können Millionen, ja Milliarden von Aufträgen hereinbekommen. Frage ich aber den einzelnen Aussteller, warum er denn die Aufträge nicht annehme, so wiederholt sich die Antwort, mir fehlen nur Roh- und Brennstoffe. Merdings wird von verschiedenen Seiten und mit allen Mitteln versucht, Deutschland zurückzudrängen, v'cht auf dem üblichen Wege des Wettbewerbs, sondern durch politischen Druck. Der deutsche Handel wird sich aber selbst die Wege im Welt­handel bahnen; denn keine Macht kann verhin­dern, daß der Warenhunger da gestillt wird, wo der Bedarf vorteilhaft gedeckt werden kann. Man macht uns zum Vorwurf, daß wir bereits wieder mit dem Dumpingssystem arbeiten. Diesen Vor­wurf verdienen wir nicht. Ich muß ihn aus das Schärfste zurückweisen. Das mag in vereinzelten Fällen in früheren Jahrzehnten vorgekommen sein. Die deutsche Konkurrenz ist keine unsolide, sie stützt sich auf die Leistungen der Industrie, die uns die Wege freimachem Ich habe die Hoff­nung, ,daß wir allen Hindernissen zum Trotz wenn Arbeit und Schaffenskraft wieder voll ein­sehen, wenn Rohstoffe und Kohlen uns in ge­nügender Menge zur Verfügung stehen, schnell zu einer neuen geachteten Stellung emporsteigen müssen. Ich schätze den deutschen Unternehmungs- Leist, Auch die Schaffensfreudigkeit und Ar­

Eine Äansa-Duuds-Partei?

In der Presse werden Mittellungen über di« Gründung einer besonderen Hansa-Bund-Partei nerbreitet Diese Mitteilungen find, wie wir von der Leitung des Hansa-Bundes hören, nicht zutreffend. Angefichts der gegenwärtigen wirt» schaftspolischen Verhältnisse, angesichts der an» gestrebten Sozialisierung und Kommunalisierung führt der Hansa-Bund neuerdings einen beson­ders energischen und lebhaften Kampf für die Schaltung des selbständigen Unternehmers und Erwerbstätigen, in Handwerk, Gewerbe, Handek und Industrie. Er ist bemüht, alle diese Kreise nach wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten zu­sammenzuschließen und chnen eine ihrer Bedeu­tung entsprechende weit zahlreichere Vertretung als bisher in den Parlamenten zu verschaffe» und damit eine geforderte direkte Beeinflussung der Gesetzgebung zu ermöglichen. Der Hansa- Bund rechnet dabei auf die Unterstützung aller politischen Parteien, die gleich ihm in der Ver- wirklichung der Pläne der gegenwärtigen Re­gierung den Untergang unseres gesamten Wirt­schaftslebens schen. Wenn es ihm darüber hinaus gelingen sollte, die unser wirtschaftliches Leben betreffenden Fragen den ParteWmpfe» zu entziehen, so würde er dies als einen be­sonders wertvollen Arbellserfolg erbllcken. Die Gründung einer selbständigen Partei, die der Läng des Hansa-Bundes wiederholt und aus; den verschiedensten Tellen des Reiches nahege­legt worden ist, ist bisher nicht berücksicht wor­den, solange zu hoffen ist, daß die bestehenden Parteien bei den kommenden Wahlvorbereitun­gen die berechtigten Wünsche nach Kandidat«! aus Handwell, Handel und Industrie zu er­füllen bereit sind.

Der Abtransport -er Kriegs­gefangenen. è Belli», 3. Septbr.

Die Reichszentralstelle für die deutschen Kriegs­und Zivilgefangenen gibt bekannt, daß der Ätz­transpoll der deutschen Kriegs- und Zivilge­fangenen aus englischer Hand in Frankreich nunmehr begonnen hat. Es find in den letzten drei Tagen täglich 1000 Mann übernommen worden. Von morgen ab werden voraussicht, lich täglich 3000 Mann über Köln eintreffen. Die Angehöllgen von Kriegsgefangenen, die sich in englischer Hand' in Frankreich befinden, tun gut, ihre Paket- und Geldsendungen ern- zustellen.

Frankfurt wteSermal besetzt?

DDP. Berlin, 3. Septbr.

Nach einer Meldung desBerliner Lokalan­zeigers" aus Zünch beabsichtigt die Entente, für den Fall, daß die von den Alliiellen ver­langte Aufhebung des Allllel 61 der Reichs­verfassung nicht erfolgt, weitere Gebiete am Rhein zu besetzen, falls dieser Aufforderung nicht innerhalb 15 Tagen Folge gegeben wird. In einer Meldung desBerliner Tageblattes" heißt es, wenn die deutsche Regierung sich wei­gern sollte, würde eine größere deutsche Stadt, wahrscheinlich Frankfurt a. M. besetzt werden.

Der Kerzog von Gocha gegen den.Dolksflaat Koburg-Gocha,

DDP. Berlin, 3. September.

Zu der Frage der Nichtabfindung des Herzogs Karl Eduard von Koburg-Gotha und zu dessen Prozeß gegen den Volksstaat Gotha schreiben dieP. P. N.": Die Volksbeauftragten von Gotha hätten im Einverständnis mit der Landes­versammlung dem Herzog einen Vergleich auf der Basis von 15 Millionen Mall angeboten. Der Herzog habe auf das Angebot überhaupt nicht geantwortet, weder erhielten die Volks- beaustragten einen ablehnenden Bescheid noch einen Gegenvorschlag. Da die Gefahr bestand, daß die Güter des Herzogs von ihm verschöbe» werden konnten die Volksbeauftragten hatte» jieriu ganz bestimmte Anhaltspunkte glaubte» re fest zugreifen zu müssen. Sie haben aber nicht die Absicht, irgendwelche Verfügung über die Güter zu treffen, ehe keine Entscheidung «! dem anhängigen Prozeß erfolgt ist.

Die bayrische Verfassung.

DDP. München, 2. September.

Die VeröffenMichuna und gesetzliche Bellündmrg der vom bayrischen Landtag in Bamberg ange­nommenen Verfassung wird in den nächsten Tage« erfolgen. Die Staatsregierung hat vorgeschlagen^ eine große Anzahl von Exemplaren zu drucken, welche künftig den Schüler« der öffentlichen Lehranstalten beim Verlassen der Schulen uw gehändigt werden sollen.

beitskraft bei unseren Arbeitern werden wieder zu Tage treten. Wirbrauchenden W.e l t- markt. Dann wird auch der Druck vom In­lands weichen und das Ausland uns Kredit ge­währen. So muß es von unserem ernsten Willen wieder hochzukommen, überzeugt sein. Wer die Messe besuchte, muß von der Schaffensfreudigkeit unserer Industrie überrascht sein und zu der Ueberzeugung gelangen: Dieses Volk ist wirt­schaftlich nicht totzuschlagen. Dadurch, daß die Messe diesen Eindruck hervorrust, bringt sie dem deutschen Wirtschaftsleben einen ungeheuren Nutzen. Sie zeigt dem Fremden, daß unsere Zu­kunft nicht auf schlechtem Boden steht; wenn sich alle Kräfte regen, so bin ich der Hoffnung, wir find nicht am Ende, sondern das deutsche Volk wird auch diese trüben Tage überwinden. Es wird eine Zeit des frohen Beginnens kommen. Ich baue auf die nie verzagende Schaffenskraft unse­rer Industrie, unserer Technik, Kunst und Wissen­schaft. Durch die Mitarbeit der Angestellten und Arbeiter werden wir wieder vorwärts kommen. Dank gebührt dem Meßamt für seine aufopfe­rungsvolle Tätigkeit, die e8 für die deutsche In­dustrie und den deutschen Handel leistete. Möchte der Erfolg immer auf Seiten des Meßamtes stehen. Die Arbeit unseres Meßamtes soll weiter gefördert werden. Der Minister schloß mit einem Hoch auf die Leitung und Mitarbeiter des Meß­amtes.

Britischer Botschafter nach Berlin.

ddp. Berlin, 3. September.

Nach demVerl. Tagebl." meldet die.Pariser Ausgabe desNew-Poll Herald": Großbritan­nien beabsichtige, gleich nach Inkrafttreten des Friedensvertrages nicht einen einfachen Geschäfts­träger, sondern einen Botschafter nach Berlin zu entsenden. Frankreich würde dasselbe tun.

Die Befchaffmrgsbethilfe.

W. Berlin, 2. Septbr.

In den Kreisen preußischer Staatsbeamter herrscht noch vielfach Unklarheit über den Stand der Frage der einmaligen Beschaffungsbeihilfe, die, wie bereits mifgeteitt, in Höhe von 500 Mk. für Ledige, 1000 Mk. für kinderlos Verheiratete und 200 Mk. für jedes zu berücksichtigende Kind geplant ist. Die Reichsfinanz­verwaltung w«r, da die Nationalversammlung «och- tagte, in der Lage, sofort die Zustimmung der Haus- Haltrausschusses zu dieser Hilfsmaßnahme einzuholeu. Es wird daher die Auszahlung an die Neichsbeamten voraussichtlich um Stifte September erfolgen können. Für die preußischen Beamten wird stch die Zahlung anschließen, sobald die Zustimmung der Landesver­sammlung vorliegt. Die Volksvertretung wird sich unmittelbar nach ihrem für Mitte September in Aus­sicht genommenen Zusammcntreten mit einer entsprechen­den Vorlage der preußischen Staatsregierung zu be­fassen haben.

Die Kohlenversorgung Breslaus.

DDP. Berlin, 3. September.

Nach derVossifchen Zeitung" hielten heute vormittag sämtliche Arbeiter- und Betriebsräte des Waldenburger Bezirks eine Konferenz ab, die sich mit der Linderung der Kohlennot in Schlesien, insbesondere in Breslau beschäftigte. Mit Rücksicht auf die Notlage der Provinz Schlesien wurde beschlossen, von jedem Streik- versuch vorläufig abzusehen und mit allen Kräften die Kohlenproduktion zu fördern. Mit Rücksicht darauf, daß die Arbeiterschaft und die gesamte minderbemittelte Bevölkerung Breslaus am schwersten betroffen werden, verpflichteten sich die Anwesenden danach zu trachten, daß trotz des Streiks in Oberschlefien, die Waldenburger Gebiete Kohlen für Breslau und die übrigen Städte der PrvviiH in genügendem Umfange schaffe» werden.

Much eine polmsche Austiefe- rrmgsliste.

DDP. Berlin, 3. Septbr.

Wie demBerliner Lokalanzeiger" gemeldet wird, hat das polnische Kriegsminifterium den Befehl erteilt, daß nach Artikel 238 des Frie­densvertrages alle deutschen Militär- und Zivil­beamten, Offiziere, Soldaten und Mitglieder der Okkupationsregierung für Berbrechen, die sie an polnischen Bürgern oder auf polnischem Gebiete begangen haben, zur Verantwortung gezogen werden können. Das Verzeichnis der Personen, welche derartige Verbrechen dem polni­schen Volk gegenüber begangen haben, wird d mnächst zusammengesiellt und im Laufe eines Monats nach der Ratifizierung des Friedens- oertraaes fertiggestellt fein.