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Hanauer i

nzeiger

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General-Anzeiger

Amtliches Organ für SiM- mS Landkreis Sam«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- Md Feiertage

Verlaasleitung: Ad. Indermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Test G. Schrecker-für lokalen und provinziellen Teil sowie Svort W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a. M.

Rotationsdruck d.Waisenhausbuchdruckerei Hamm Fernsorechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

Nr. 203

Montag den 1. September

1919

In neuem Gewände steM sich heute der Hanauer Anzeiger seinen Freunden und Lesern vor.

Neuer Leben breitet sich überall aus und âgt in stillem, unerbittlichen Kampfe um Vor- «âkommen, um Erweiterung. Das neue Leben schreitet fort über Verdorrtes, Stehengebliebenes, Veraltetes. Wer vorwärts strebt, kommt mit der Zeit auch vorwärts. Und da darf sich auch der Hanauer Anzeiger rühmen, vorwärts gekommen zu sein. Viele neue Leser haben sich dem alten, treuen Abonnentenstamm« beigesellt. Nicht zu­letzt ist dieser Aufschwung verursacht worden durch den großen Eifer, den mffere M i t a r b e i- ter für den Ausbau und die Ausbreitung unse­rs Anzeigers an vielen Orten an den Tag gelegt haben. Unser besonderer Dank sei dafür ihnen allen. Unablässig wollen wir weiterbaum, denn Fortschreiten ist ja unser Prinzip.

Me bis Ijeute, so auch in Zukunft wird der Hanauer Anzeiger nach Vervollkommnung streben. Sein Bemühen geht dahin, seine Leser von allen politischen Ereignissen durch interessante Stim- mungsbilder, wichtige Nottzen, verläßliche Be- richte, größtenteils auf Grurrd von Drahtnach­richtm bearbeitet, stets auf dem Laufenden zu halten, in sachlicher, nicht zu breiter Form. Neben einer sicheren und raschen Bericht­erstattung aus nah und fern wird er alle Gebiete menschlichen Wissens und Denkens zu «Mikmmnen lassen. Ueberhaupt geht unser gan- O Strebm dahin, stets mehr und nur Gutes mserem Leserkreis zugänglich zu machen.

Jeder deutsche Zeitungsleser kann sein Teil )azu beitragen, der zweifellos in ganz Deutsch­land bestehenden Pressenot zu steuern, indem er seinem Blatt auch in der gegenwärtigen schweren und äußerst ernsten Zett die Treue hält und indem er sich bemüht, ihm neue Freunde zu werben. Er soll dies umso mehr tun, wenn er von der betreffenden Zeitung erwartet, daß sie die auch von ihm vertretenen Ansichten mit Eifer und Kraft verficht.

Der Hanauer Anzeiger war während der lan­gen Kriegszeit stets bemüht fern von jeder Sen- sation täglich ein möglichst klares und sachliches Bild zu geben von all dm großen Ereignissen, die tie ganze Welt erschütterten.

Auch in der kommenden Zeit wollen wtt be- »Eht sein, dm Forderungen, die die Oeffentlichkeit and die jeder einzelne Leser an uns stellt, nach den oben bar gelegten Grundsätzen, soweit in un­serer Kraft steht, gerecht zu werden. Von unseren ^esem aber erhoffen und erbitten wtt, daß sie aus, wie in der bis jetzt verflossenen Zeit, so auch in Zukunft, die Treue halten mögen!

Verlag und Redaktion.

Die Stellung der deutschen VoMs- partei.

--- Berlin, 1. Sept. (Telegramm.)

3n einer Versammlung in seinem Wahlkreise Osnabrück kennzeichnete Dr. Stresemann die btellmg der Deutschen Volkspartei dahin, daß sich gegenüber rechts und links als entschie- M liberale Partei ihre Selbstständigkeit "^wahren werde. Wenn sich die demokra- sche Partei mit ihr auf den Boden der Zu- amwensassung der liberalen Kräfte zusammen- s^ueßen wolle, so sei sie willkommen, da die

stets die Einigung des Liberalismus ^strebt habe, aber eine scharfe Scheidelinie ge- ?en ^-wopolische Demokratie ziehe. Gegenüber möglichen wirtschaftlichen Katastrophe des Utters und ihrer Folgen müßte die Partei- ® uit zurücktreten und eine Sammlung aller ^wnenen (Elemente von den Sozialdemokraten »o ^ Echten erfolgen, um das Schlimmste ^tschlaud abzuwenden.

Der AHZrsuSpDrl der deutschen Kriegsgefangenen. ^

Nach einer Reutermeldung hat die britische Regierung angeordnet, daß die sich in englischen Händen befinden­den Kriegsgefangenen in Frantteich sofort heinige- schickt werden. Nach der Pariser Ausgabe desNew Jork Herold" beschlossen Amerika und England im Laufe der nächsten Woche täglich zweitausend deutsche Kriegsgefangene abzutransportiere«. Augenblicklich be­fänden sich 48 000 deutsche Kriegsgefangene unter amerikanischer Bewachung. Das Blatt sagt wörtlich: Die französische Negierung will die unter ihrer Be­wachung befindlichen Gefangenen zurückbehalten, bis der Friedensvertrag ratifiziert worden ist."

W. Amsterdam, 1. Septr.

Der erste Transport von 1000 deutschen Kriegsgefangenen hat gestern Frankreich verlassen. Das ist die höchste Zahl, für die die deutsche Regierung Vor­bereitungen zu treffen vermochte. Die Entente ist in der Lage, täglich 3000 Mann abzusenden, und kann die Zahl ans 6000 steigern, falls die deutschen Be­hörden die notwendigen Eisenbahnwagen zur Verfügung stellen. Die Heimsendung der deutschen Kriegsgefange- nen ans Großbritannien hängt von dem Seetran S- port, den Deutschland nach dem Friedensvertrag zu stellen gezwungen ist, ab. Sowie Deutschland ge­nügend Schiffe zur Verfügung stellt, kaun der Abtransport beginnen.

Italien macht den Anfang.

* DDP. Basel, 1. Septr.

Aus Mailand erfahren dieBaseler Nachrichten": Durch ihre Abordnung ließ die italienische Regierung der Friedenskonferenz mitteilen, daß Italien als erste Macht die feindlichen Kriegsgefangenen sofort heim­

lenden würde, ohne die, formelle RMifizierung des FriedenSverttageS abzuwarten.

Ebert und Asske in DarMfladt.

WB. Darmstadt, 30. August.

Heute früh 9 Uhr 50 Minuten trafen Reichs­präsident Ebert Md Reichswehrminister Roske mit größerem Gefolge zum Besuche der hessischen Regierung in Darmstadt ein. Sie wurden am Bahnhöfe vom Ministerpräsidenten Ulrich, den Ministern und Präsidenten der Landesämter, sowie dem preußischen Geschäftsträger begrüßt und nach dem Hotel zur Traube geleitet, wo sie absttegen. Um 11 Uhr fand im Staatsministe- rium offizieller Empfang statt, zu dem außer den Mitgliedern des Gesamtministeriums und den zurzeit in Darmstadt anwesenden Staatsräten und Ministerialräten die Mitglieder der hessischen Volkskammer eingeladSn waren, ferner der preu­ßische Geschäftsträger, der Direktor der Oberpoft­direktton, der Oberbürgermeister von Darmstadt mit einer Abordnung der Stadttierordneten­versammlung und der Polizeidirektor, weiter der Kommandeur des Reichswehrschützenregiments Nr. 35 u. a. Ministerpräsident Ulrich begrüßte den Reichspräsidenten mit folgender Ansprache:

en

Seien Sie herzlich willkommen hier im Kreise der Vertreter und Beauftragten des hessisch Volkes. Es gereicht uns zur großen Ehre und Genugtuung, Sie begrüßen zu können, denn dieser Besuch legt Zeugnis ab davon, daß das furchtbare Erleben der letzten Jahre ruhigeren Zeiten zu weichen beginnt. Das ist aber auch mehr als je nötig, wenn nicht das deutsche Volk zugrunde gehen soll. Gerade Hessen gehört zu den Ländern des Reiches, die infolge des entsetzlichen Zusammenbruchs verhältnismäßig hart zu leiden haben. Nahezu ein Drittel unseres Landes ist feindlich besetzt. Welche Schwierigkeiten Las für die Landes­verwaltung mit sich bringt und insbesondere wie'» schmerzlich die Unterbrechung der alt­gewohnten Verbindungen uns trifft, liegt ans der Hand. Dazu kommt die Gefahr, die durch eigene Volksgenossen droht, denen das Ver­ständnis, ja selbst das Gefühl für die Not des Vaterlandes so völlig abhanden gekommen ist, daß sie sich nicht scheuen, ihr eigenes Volk zu verraten. Das ist eine gefährliche Situation für das Deutsche Reich und für Hessen. Ihrer Herr zu werden, ist die Hauptaufgabe des Reiches und der Länder, die in unerschütter­licher Treue zu einander stehen und alles tun müssen, was geeignet ist, die Einheit Deutsch­lands zu wahren. Der heutige Besuch unserer obersten Reichsleitung soll als Zeichen des eisenen Willens, in dieser Richtung zu wirken, gelten. Möge es vollauf gelingen.

Vorgestern ist Fttedrich Naumann zu Grabe getragen worden. In der Königin-Luise-Ee- dächtnis-Kirche in Schöneberg in der Nähe des Hauses, in dem er die Jahre seines besten Schaffens verlebt hat, sammelte sich der große Kreis der näheren Freunde und Parteigenossen, ' trotz der ungünstigen Jahreszett die Mög- feit gefunden hatten, dem Verstorbenen das ieste Lebewohl zu sagen.

Orgelklänge eröffneten die Feier. Dann sprach Adolf Deißmann, der Berliner Theologie, von Friedrich Naumanns Verdiensten um den evan- ______ _____ ___________ ... ...... Mischen Geist und die Evangelische Kirche. Er längeren Rede, in der er das Verständnis der ging von dem Wort des Johannis-Evangeliums

Reichspräsident Ebert antwortete in einer

Reichsleitung für die durch die Besetzung wich­tiger Landesteile in Hessen besonders schwere Not betonte und versprach, seinerseits alles zu tun, um die große Not des Volkes zu steuern. Das köMte jedoch nur dann geschehen, wenn alle Berufenen daran arbeiteten, daß im ganzen Volk bis zum letzten Arbeiter das Verständnis für die gesamte Not und für die Notwendigkeit unbe­dingten Zusammenhaltens aller Kreise gewähr­leistet würde. Einzelne Vollsteile tonnten wohl unter der drückenden Not vorübergehend von Deutschland gelöst werden. Sowie aber die größte Not behoben ist, würden sich, das sei seine feste Ueberzeugung, alle Angehöttgen des deutschen Volkes wieder auf ihr Deutschtum und auf die Notwendigkeit festen Zusammenhaltens besinnen. Deutschland werde nie untergehen. Mit einem besonders herzlichen Glück- und Wohl- ergehungswunsch für Hessen schloß der Präsident.

Nach der Begrüßung fanden interne Besprech­ungen innerhalb der Regierung statt.

Siman von Sanders in Berlin.

DDP. Berlin, L Septr.

Gestern abend ist Marschall Liman von Sanders aus der Gefangenschaft in Berlin eingetroffen. Auf dem Bahnhof waren Mr Begrüßung Generalmajor von Steffel und vom Kriegsministerium der frühere Chef des Generalstabes des Marschalls Major Srigge. Von den Angehörigen konnte« die beide« Töchter ihm nach achtmonatiger Trennung die Heimatgrüße über­bringen.

Neues Schutzbündnis gegen Deutschland.

DDP. Genf, 1. Septr.

Nach Prüsseler Meldungen soll zwischen Belgien einerseits und England und den Vereinigten Staaten andererseits ein ähnlicher Schutzverband gegenüber un- provozierten Angriffen Deutschlands abgeschlossen wer­den, wie er zwischen den angelsächsischen Großmächten und Frankreich abgeschlossen wurde.

Das Suhnegeld für den Sergeanten Mannheim.

DDP. Bern, 1. Sept.

In Ausführung der von Frankreich für die Er­mordung des Sergeanten Mannheim geforderten Sühne hat Deutschland die 100 000 Mark an die Familie des Ermordete« schon vor einiger Zeit gezahlt und nun­mehr auch die weiter verlangte eine Million in Gold an die französische Regierung abgeführt. Frankreich wird das Geld dem internationalen Roten Kreuz über­weisen, damit es'von dort an die verschiedenen Gesell­schaften gegeben werden kann, die sich mit der Hilft Verwundeter befassen.

Eisenbahnerforderungen.

. DDP Berlin, 1. Septbr.

Die außerordentlich/Versammlung des Hauptver- ei«S Berlin II des allgemeinen Ei fenbahnervcrbandeS forderte die Lohnstaffelung, die bisher in zehn Gruppen unterteilt war, auf drei Stufen zu reduzieren Es fei letzt festgestellt worden, daß drei Organisationen, nämlich der Allgemeine EifenSabncrverbcucb, der Deutsche und der Elberfelder Eifenbahnerverband als Kontrahenten für Verhandlungen und Tarifabschlüsse gegenüber der Eisenbahnverwaltunz in Frage kommen. DaS Ministerium der öffentlichen Arbesten habe kürz­lich die Organisationsvertreter zusannuenberufen, um ihnen einen Vorschlag über die Ausgestaltung des Mitbestiurmungsrechtes M unterbreiten. Hiernach sollen 14 Fachsanderausschüffe gebildet werde«, a«» denen wiederum ftchs »rdeiter als ständige Mitberater in dar Ministerium übernommen werden sollen. Zu­künftig wird der Kampf der Verbände geschlossen ge­führt werde«.

Friedrich Naumanns Beisetzung.

Aus Berlin wird berichtet:

seines besten sich der große Parteigenossen,

aus:Er war ein brennendes und leuchtendes Licht." Stets blieb Friedrich Naumann eins Werdender. Mit den Ueberlieferungen tiefrouti zelnder Frömmigkeit verschmolz er die Gedanken- reihen, die von Darwin, Karl Marx und dest modernen Bibelkrttik herrühren, zu einem mo­dernen evangelischen Ethos. (Einen Teil seiner jetzigen Kraft widmete er dem Aufbau ein^t evangelischen Volkskirche.Er war ein bren- nendes und leuchtendes Licht." Er war es tmb er bleibt es.

Für die Demokrattsche Partei sprach der Vor», sitzende der Fraktion der Nationalversammlung Reichsfinanzminister a. D. Schiffer. Seine Ge­denkrede galt dem politischen Kämpfer, der in die Politik seine reiche Menschlichkett und fein künstlerisches Empfinden hineintrug. Nicht ein Handwerk war sie ihm, sondem eine adelig« Kunst. Weltenfern war ihm alles Banausentum.' Engherzigm Leuten schien er zu phantasievoll, während er ja doch nur ewig jungen Geistes kommenden Dingen offen stand. Drei Leitstern« bezeichneten sein Wirken: er liebte sein Volhj nicht bttnd, aber mit dem stolzen Streben, es zur höchsten Höhe im Rahmen der Menschheit zu heben, er liebte die Freiheit, weil er die Erfüllung dieses Strebens nur von der Entbin­dung aller aufbauenden Kräfte erwartete, und er hatte das wärmste Empfinden für di» materielle und geistige Not der Erblosem Er war national, demokratisch und sozial. Als Redner war er von einem unvergleich­lichen Reichtum. In seiner Hand wurde auch der Kiesel, den er vom Boden aufhob, zum farbensprühenden Diamanten. Er war mehr als ein polittsches Talent, er war ein politischer Charatter. Die Jugend fühlte, daß er mit ihr war, und auch die Frauen liebten ihn. Die Fahne ist Fttedttch Naumann aus den Hände» Mallen. Der Kämpfer ist gegange^ Ler Ks-npf dauert fort. Bevor wir sie wieder entrollen, senken wir sie zum letzten Gruß vor unserem großen Führer und unserem lieben Freund.

Unter den Klängen des Beethoven'schen Trauermarsches wurde der Sarg zu dem nahen Grabe auf dem Friedhof der Zwölf-Apostel- Gemeinde getragen. Strömender Regen hin­derte nicht, daß die große Zahl der Leidtragen­den ausharrte, bis über dem Sarg der Sand der kargen märkischen Erde ausgerüstet war. Lic. Schneemelcher sprach die letzten Worte des Gedenkens.

Die Gefährdung der Eisenindustrie.

Unter den Industriezweigen, die von den Folgen des schon herrschenden und angesichts des kommen­den Winters in erhöhtem Ausmaße drobsriben Kohlenmangels betroffen werden, ist die deutsch» Stahl- und Gifeninbuftrie besonders schwer gefährdet, Da Deutschland seine besten Eisenerzgebiete an Frantteich abtreten mußte, stehen znni Teil nur geringwertige Erze für die Verarbeitung zur Ver­fügung. Dieser Mangel kann nur ausgeglichen werden durch eine regelmäßige Beschickung der Hoch­öfen mit Koks. Diese aber steht und fällt mit der Frage der Kohlenförderung. Ist nicht ausreichend Koks vorhanden, so erhält man aus den Hochöfen häufig derart minderwerte Eisen, daß der Um» schmelzsngsprozeß noch einmal vorgenommen wer­den muß mit einem erneuten Aufwand an Kohlen und Koks. Das Gas, das die Hochöfen erzeugen und das zur Speisung der Energiezenttale bient, ist bei nicht ausreichender Beschickung des Ofens minder brauchbar. Der Betrieb unb die von der Zentrale abhängenden Stahl- und Walzwerke kom­men ins Stocken. Da der Stahl im Verlauf der Fabrikation in einer bestimmten Hitze gehalten wer­den muß, müssen die durch den Ausfall des Gases verursachten Temperaturverluste durch Wärmeöfe« roieber ausgeglichen werden, zu deren Herstellung wiederum Brennstoff erforderlich ist Unregelmäßiger Eingang der Zuschläge, wie z. B. des Stahlwerks­kalkes, der ebenfalls mittels Kohle hergestellt wird, bewirkt Stillstände, die das Drachliegen von Ar­beitskräften Hervorrufen und Betriebsstörungen, wie Einstörzen von Öfen, Gasexplosionen usw., herbei« führen. Di« Reparaturen nehmen nicht nur Zeit, sondern auch erneut Kohle in Anspruch, sodaß auch hier eine völlig unnütze und unwirtschaftliche Äohlee* Vergeudung Platz greift. Einer der weitverbrettests« Irrtümer ist ferner der, daß man glaubt, daß die Hüttenwerke bei halber Belieferung mit Kehle mit halber Kraft arbeiten können, ohne einen unnS^en Mehraufwand von Kohle. Jedes Hüttenwerk ist für eine bestimmte Leistungsfähigkeit erbaut, dem Bauplan ist eine bestimmte Wirtschaftlichkeit zu Grunde gelegt. Müßte der zum Verbrauch bet Hütten bereitgefteHte Teil der Kohle weiter hench» gesetzt werden, so wird man sich früher oder später vor der Notwendigkeit sehen, einen Teil der Hütten­werke ganz still zu lege«, um wenigstens die übrige» voll beschäftigen pnd so wirtschaftlich, arbeiten zu können. Es besteht also die große Gefahr umfang» reicher Arbeiterentlassungen. Dazu kommt, daß die verarbeitende Industrie, die ihre Rohstoffe aus der Eisen- und Stahlindustrie bezog, nicht mehr in dem Umfange wie bisher beliefert werben lärmte^