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Verlag: Das bereinigte evangelische Waisenhaus in Hanau a. W. Rotationsdruck der WaisenhanS- bnchdruckerec in Hanau a. M.

Nr. 201 Geschäftsstelle unb Redaktion: Hammerstraße Nr. 9 Freitag den 29. August Eeschä^sstelle mrd Redaktion: Hammerstraßs Nr. 9 1919

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Der Müttärkonflikt in Lettland.

Wer nur einigermaßen die lettischen Verhältnisse beobachtet hat, wußte, daß über Ärz oder lang ein Konflitt der deutschen Truppen mit der jetzigen lettischen Regierung Ullmanes nicht m vermeiden war. Was fo vorauszusehen war, ist nun Tatsache geworden. Die in Kurland stehenden Truppen haben in einer großen Versammlung, die in Mitau stattfand, be­schlossen, im Lande zu bleiben, bis die lettische Regierung das Versprechen, das fie den deutschen Truppen seinerzett bei der Anwerbung gegeben hat, voll erfüllt. Durch den An- werbungsverttag find den deutschen Truppen Rechte auf Bürgerrecht und Siedelung in Lettland verliehen worden, die ste nun durchsetzen wollen. Dazu steht im Gegensatz die von der deutschen Regierung übernommene Verpflichtung, das Land so schnell wie möglich zu räumen. Es handelt sich also tStsächlich um einen Att der Gehorsamsverweigerung, den die deutschen Truppen ausüben, wenn sie jetzt den Befehlen der deutschen Regienmg nicht nachkommen. Wir besitzen kein Machtmittel, um uns gegen irgendwelche überspannten For­derungen der Entente zu wehren, wir besitzen aber auch kein Machtmittel mehr, diese Truppen mit Gewalt aus Lettland Mückzuholen. Trotz aller Tatsachen kann man aber die Mißstimmung, die unter den deutschen Truppen in Lettland herrscht, vollcmf verstehen. Die meisten unter ihnen haben sich überhaupt nur anwerben lassen, um auf Grund der ver- spwchenen Rechte eine Zukunftsmöglichkeit zu haben. Es ist «ar keine Frage, daß die lettische Regierung einen schmählichen Wortbruch dadurch begangen hat, daß sie dieses Versprechen lâcht erfüllt und daß sie sich jetzt auf die Entente beruft, die die Durchführung dieser Versprechen unmöglich machen soll. Dieses Berufen auf oie Entente ist nichts weiter als eine Buffordemng der lettländischen Regierung an die Alliierten, den begangenen Rechtsbruch zu decken. Von gewisser Seite wird den deutschen Truppen jetzt immer vorgeworfen, daß sie Söldner seien und daher auch wie Söldner behandelt werden müßten. Wir sind der Meinung, daß eine solche Eharaktettstik

.zwischen den Söldnern und Aornteurern, wie man sie früher in solchem Heere fand und Mischen den deutschen Truppen, besteht ein gewalttger Unter­schied. Sie wollten eben so schnell wie möglich das Gewehr mit dem Pfluge Umtauschen. Dies aber macht ihnen die lettische Regienmg unmöglich.. Für uns bleiben jene Truppen bi erster Linie Deutsche. Wir mißbilligen ihr Verhalten, wie mir jeden Wortbruch mißbilligen, aber wir können diese Tat derstehen, die erst erwachsen ist aus dem Wort- und Rechtsbruch der lettischen Regierung.

Französischer Starrsinn.

DDP. Lugano, 29. August.

Carriere della Sera" geißelt den ftanzösischen Starrsinn, Wn jeden Preis die unsinnige Idee des Donaubundes als Cchutzwall gegen Deutschland verwirklichen zu wollen. Frank­reich sollte doch bedenken, daß die Weltgeschichte vor Karten­mauern kein Halt mache, wie die Erregung des Wiener Kon­gresses lehre. Dabei könnte der Fall eintreten, daß Frank­reich seine einzige Rettung in der Hilfe Italiens erblicken werde.

Der Friedensvertrag im amerikanischen Senat.

BDP. Zürich, 29. August.

».NeZüricher Zeitung" erfährt aus Amerika, daß die Be­stätigung des Friedensvertrages feststeht. Der Senat wird redoch sein Votum mit bedeutenden Klauseln versehen.

Die Kämpfe in Rußland.

W. Amsterdam, 28. August.

NeTimes" meldet aus Helsingfors vom 25.: Die Offen- der Bolschewisten auf Pskow hat sich mit großer Heftig- seit und Schnelligkeit entwickelt. Rach starker Artillerievor- oereiüing warfen die Bolschewisten vier Regimenter über den welikaja-Fluß südlich Pskow. Die* Bolschewisten haben, wie mr ersichtlich ist, die erwarteten Verstärkungen von der Kolt- chakfwnt erhalten. Man schätzt die Zahl der bolschewisti- Truppen, die am Angriff auf Pskow beteiligt sind, auf mehr als 20 000. Der Vormarsch des Generals Balakowitsch m zum Stehen gebracht worden. DerTimes"-Korrespondent ^Ewet, im Hinblick auf die augenblickliche Lage an der Front s s ? Offensive der Bolschewisten müsse man auf alles ge- fern. Ein weiteres Telegramm meldet die Einnahme von Pskow durch die Bolschewisten. DerTemps" berich- aus Helsingfors: Nach militärischerseits bestätigten Rach- ncyten wurde Kronstadt unter Feuer genommen. Auf der wisten m $aie^en begann eine Offensive gegen die Bolsche-

Die Wahlen in Bulgarien.

Berlin, 29. Aug. (Telegr.)

s derDeutschen Daigeszeitung" meldetDaily Harald" ^r^die Wahlen in Bulgarien, Latz die Sozialisten dort einen 'eg davongetragen haben, wie in keinem anderen Lande Eu- kopas. Die Komurunisten errangen statt bei bisherigen 10 Sitze 7 ^ die gemäßigten Sozialisten statt der bisherigen 59 Sitze 4. Während bisher die Hälfte des bulgarischen Parlaments ^den Händen der LcilitÄrpartet war, verfügt diese jetzt nur

Aber einen einzigen Sitz.

Reichspräsident Ebert in Stuttgart.

WB. Stuttgart, 28. Aug.

Bei der heutigen Mittagstafel begrüßte anstelle des erkrankten Ministerpräsidenten Blos der Minister des Innern L ind em ann den Reichspräsidesten Ebert und gab dabei insbesondere der Freude der Süddeutschen darüber AuSdrnck, daß gerade ein Süddeutscher der erste Reichspräsident des demokratischen Deutschlands ist, da Süd- dentschland, auch wenn die Mainlinie läng? verschwunden ist, sich doch als süddeutsch fühle. In dieser Wahl sehen wir, sagte der Minister u. a., nicht nur den Ausdruck der Machtverhältnisse her politischen Parteien, die den Führer der stärksten Partei an die Spitze des Reiches stellten, sondern auch die Anerkennung für alles das, was Sie in der Revolutionszeit geleistet haben. Die schwere Zeit des Waffenstill­standes und der Demobilmachung liegt hinter «rrs, btt nicht weniger schwere Zeit der ersten Friebensjahre st e h t 'v o r u n s. Die zerstörende Arbeit eines Häufleins verblen­deter Männer hat Deutschland an den Rand des wirtschaftlichen Unter- gangs gebracht und der Süden, vor allem auch unser 8anb,_ tu dem wir bisher im großen und ganzen Ruhe und Ordnung aufrecht er­halten haben, ist dazu verdammt, unter den Folgen unsinniger Streiks, wahnwitziger Arbeitsverweigerung vor allem zu leiden. Kohlen unb Eisen von ihrer Zukunft werde eS abhängen, ob die württem- bcrgische Industrie weiter 'arbeiten, ob Rube und Ordnung aufrecht erhalten bleiben oder ob gehäufte Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend zu Unruhen und Bedrohungen unseres Staatslebens führen werden. Als zweiten Punkt, der dem Minister besonders am Herzen liegt, führt er an, daß die deutschen Staaten nach dem Vorbild der fran­zösischen Revolution von 1789 zu Provinzen innerhalb des deutschen Einheitsstaates herabgedrückt werden sollen. Ohne Autonomie,, ohne eigene Finanzverwaltüng könne selbst die kleinste Gemeinde kein eigenes Leben führen, vielweniger ein politischer Körper, ein Staat. Man habe die alten Wurzeln der Kraft des Deutschen Reiches zu durch- Hasen begonnen, ohne die Bildung neuer abgewartet zu haben.. Zu­dem habe die Geschichte des ungeheuren Kriege? den Beweis geliefert, daß es unmöglich ist, auch unter Anwendung aller Gewaltmittel das Deutsche Reich von einer Stelle aus zu verwalten, sein wirtschaft­liches und politische? Leben zu meistern. Einigkeit und Einheit sei nicht gleichbedeutend mit zeiittalistischer Gleichmacherei. Was . in Jahrhunderte langer Geschichte langsam entstanden ist und tiefe Wurzeln im Leben eines Volkes geschlagen habe, lasse sich «nht vom grünen Tisch aus und fei es von dem auch einer gesetzgebenden Ver­sammlung wegbeEretteren. Denn :cy geute, sagre MMWltL, schweren Sorgen über die innerpolitsche Entwicklung unseres Volkes hier vortrage, so darf ich das tun, weil Württemberg niemals in emgem Partikularismus fein Gedeihen vor das Ganze gestellt,, viel­mehr von jeher treuester Kämpfer für den Reichsgedanken gewesen ist.

Es ist die erhabene Aufgabe des Reichspräsidenten, über den Tagesstreit der Parteien hinaus die großen Richtlinien vaterländischer Politik zu weisen und ihnen im wechselvollen Kampf Geltung zu ver­schaffen. Möge es, schloß Lindemann, nuferem verehrten Gast ver­gönnt seht, ihm in den kommenden schweren Jahren die volle Kraft des Geiste? unb Charakters zu widmen und sie in dem Geiste zu er­füllen, der die Größe des Reiches in der Blüte seiner Glieder findet. Darauf brachte der Minister ein Hoch auf den Reichspräsidenten aus.

Reichspräsident Ebert dankte dem Minister für feine freundlichen Worte der Bewillkommnung und gedachte zunächst des erkrankten Ministerpräsidenten Blos. Als Badener, dem Schwabenland kein Fremder, fühle und denke ich mit Ihnen und habe Verständnis für d.e Sorgen meines Vorredners. Aber es muß doch eines berücksichtigt werden: Wir find an die Schaffung der Verfassung gegangen nach einem furchtbaren Krieg, nach einem Zusammenbruch auf wirtschaft­lichem und politischem Gebiet, wie ihn noch kein Volk erlebt hat. Dazu sind uns Friedensbedingungen aufgepoungeu worden von eminenter wirtschaftlicher unb politischer Tragweite. Das machte es notwendig, die vorhandenen Kräfte des Reiches möglichst zusammen­zufassen in eine einheitliche geschlossene Organisation. Das zwang uns, auch manchem in den Weg zu treten, was vielleicht gerade dem Süden lieb und wert war. Aber ich darf Sie versichern, wir haben bei dem Bestreben nach einheitlicher Zujammeufassung gleichfalls nie verkannt, das für den Fortbestand des Reiches unerläßlich ist: die Wahrung der Eigenheit unserer deutschen Stämme und die Wahrung des politischen staatlichen Eigenlebens der Einzelstaate«. Die Ver­einheitlichung des Reiches und die Wahrung der Staatseigenschafte« lassen sich sehr gut vereinigen. Die Tatsache, daß Herr Haußmann, ein Württemberger und Süddeutscher von echtem Schrot und Stern, Vorsitzender des Verfassungsansschusses war, und daß alle wichtigen und entscheidenden Fragen fast in Uebereinstimmung entschieden worden sind, darf Jbnen bte Versicherung geben, daß nach der Richtung hin von der Reichsleitung alles geschehen ist, um die Eigenart der Süd­deutschen unb Württembergs zu schützen. Zur auswärtigen Politik äußerte sich der Präsident u. a.: Unsere Stellung zum Aus­land ist so ungeheuer schwierig und unglücklich, tote sich nur denken läßt, und wenn wir dem Ausland gegenüber die Stellung uns wieder­erobern und erarbeiten wollen, die wir brauchen, um leben gu tonnen, baun ist es notwendig, daß wir ohne Unterschied der «stammeseigen- schaften Schulter an Schulter uns fest zusaiumenschlicße« und eine einheitliche Front gegenüber bent Ausland bilden. Dementsprechend

mußte auch die auswärtige Politik ganz in die Hand der Reichs- leitung gelegt werden. Tann waren wir gezwungen, unser Militär zu vereinheitlichen. Es blieb leider herzlich wenig an Soldaten übrig. Was lag da näher, als unsere verschiedenen militärischen Kräfte üt eine Hand zu legen und sie einheitlich zu organisieren, nm sie unge= hemmt int ganzen Reich verwenden zu können. Wir befanden uns da in Uebereinstimmung mit allen militärischen Stellen, und ich glaube, dafür bürgt mein Freund Stosse, daß die Führung der mili­tärischen Geschäfte so erfolgt, daß darin Komplikationen zwischen Nord und Süd nicht entstehen werden. Auf wirtschaftlichem Gebiet: Die Eisenbahnen waren ja ein Stolz der Staaten. Die Zeiten find vorüber und doch bilden fi: die Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Darum halten wir es für wichtig, sie ebenfalls unter einheitliche Leitung zn bringen; doch dürfen sie versichert sein, daß auch hierbei die Interessen der süddeutschen Staate« gewahrt werden. Die Steuer- frage bildet ein bitterböses Kapitel. Ein vielfaches von dem, was früher ausreichte, unser Reich, unsere Gliedstaate» und unsere Ge­meinden zu finanziere», das muß heute unseren ©egnerit Angeführt werden. Das können wir nicht, wen« wir keine Möglichkeft haben, die Finanzen des Reiches einheitlich auf die Leistungen einzustellen. Das sind die wichtigsten Gebiete, die nach der neuen Verfassung »er- cinheirücht worden sind. Im übrigen ist Der Charakter des Forderativ- I staates vollauf gewahrt. Sie dürfen versicherc fein, das die Reichs- leituiig und ich alles getan haben, um zu vermeiden, daß bei der -- Durchführung der Verfassung Komplilc^ onai z wffche» bat etttädnenfur die Besucher aus dem Norden vercmMtteu.

Bolkstümern entstehen. Ich glaube, daß Sie alle mit 9er neuen Grundlage für unser Staatswesen zufrieden sein werden und wünsche, daß auf dieser Grundlage das neue Deutschland, die neue deutsche Republik sich festigen und glänzend' entfalten werde zu neuem Glück und zur neuen Freude des deutschen Volles.

Noch ein Wort über unsere wirtschaftlichen Sorgen, Die Verfassung ist aufgebaut auf der Grundlage der Demokratie« Jeder hat das Recht der freien Meinungsäußerung und der freien politische« Betätigung. Aber Freiheit ohne Zügel und Schranken ist Anarchie. Solchen Weg machen wir nicht mit. Jeder hat neben seinen Rechten im Staate auch Pflichten und nachdem nun von bet durch das freieste Wahlrecht der Welt gewählte Nationalversammlung die Verfassung des Reiches festgestellt worden ist, verlangen wir von jedem, mag er stehen wo er will, daß er diese Verfassung respektiert. ES wird unsere Aufgabe sein, ihr den notwendigen Respekt zu ver­schaffen. Das gilt auch für die Pflichten des einzelnen gegenüber^ unserem gemeinsamen Wirtschaftsleben. Mr können nicht zulassen, daß in wahnsinniger Verblendung die Grundlagen unseres Nährboden- systematisch zerstört werden durch sinnlose Streiks. Ich kenne di« Sorge um die Kohlenversorgung. Was vom Reiche geschehen kann, um die Kohlenversorgung ficherzustellen und berechtigte Ansprüche zu befriedigen, das wird geschehen mit allen möglichen Mitteln, die wir besitzen. Schließlich gedachte der Präsident der Kriegsgefangenen und gab die Verficherimg, daß alles, was in den Kräften der Regierung stand, getan wurde, um unsere kriegsgefangenen Brüder so bald wie möglich in die Heimat zurückführen zn können. Leider werde der, Durchführung der englischen Bereitwilligkeit, jeden Tag etwa 9000 deutsche Kriegsgefangene zurückzuführen, im Großen Rat : in Paris neuerlich Schwierigkeiten gemacht. Ich benutze, fuhr der Präsident fort, biefe Gelegenheit, um an alle Menschenfreunde der Welt den dringenden Appell zu richten, uns in diesem Kampf um die Befreiung^ unserer Brüder beizustehen. Es gibt kein Menschenwerk, das edler ist,1 als die Befreiung unserer «»schuldigenen Kriegsgefangenen in Frank­reich und in England. (Bravo.) In diesem Sinne, meine Herren, möchte ich schließen und Sie bitten, mit mir das Glas zu erheben, daß es unserer gemeinsamen Arbeit gelingen möge, ein einheitlich zusammengeschlosienes Reich und ein unzertrennbares Zusammenstehen aller Vollsstämme herbeizuführen und daß so in gemeinsamer Arbeit die neue deutsche Republik blühe und gedeihe zum Glück unseres Volkes. Unser geliebtes deutsches Vaterland, er lebe hoch!

Ein neuer Putschversuch der Landauer

Hochverräter in der Pfalz. /

Mannheim, 29. August.

Der seit einigen Tagen erwartete und bereits früher augekündigte

Putschversuch der Landauer Hochverräter scheint heute nacht in der Pfalz in Szene gesetzt worden zu sein. Nach den bis jetzt vorliegen­den Nachrichten «achte« nach 12 Uhr nachts eine Anzahl von Haafisten den Versuch, die Hauptpost zu stürmen, welcher Versuch zu­nächst an dem Widerstand der freien Beamten scheiterte. Gegen 4 Uhr aber wurde der Versuch erneuert, bei dem die Hochverräter mit Handgranaten warfen. ES sollen auch ftanzösische Soldaten ant Kampf teilgenoimncn haben. Die Beamten leisteten wiederum hei« tigen Widerstand, wurden aber übermältigt. Der Vorsteher beS Hauptpostamts sowie ein Unterbeamter, deren Namen noch nicht fest» gestillt werde« konnten, wurden im Kampf getötet. Heute «acht ist die Hauptpost vo« ftanzösischen Soldaten besetzt worden, die jeden Enttritt verbieten. Plakate im Hauptpostamt künden die Prokla­mierung der Pfälzische« Republik an.

Leere Kassen.

DDP. Wien, 29. August.

Einer Abordnung der streikenden Landesbeamten erwidette der Landeshauptmann, die Kassen seien leer und die Banken geben keinen Kredtt. Deshalb müsse die Auszahlung der beanspruchten Bezüge auf einen späteren Zeitpuntt verschoben werden.

Skandinavien auf der Leipziger Messe.

DerBerl. Abendpost" wird aus Kopenhagen berichtet" Das Interesse für die diesjährige Leipziger Herbstmesse ist größer als alle Jahre zuvor. Während sonst aus Dänemark zur Herbstmesse etwa 150 bis 200 Interessenten reisten, haben sich bisher schon 350 Teilnehmer angemeldet. Von Warne­münde aus werden die Messebesucher aus Dänemark im Extta- züa direkt nach Leipzig fahren. Von Interesse dürfte es sein, daß an der Reise zum ersten Male drei Amerikaner teil*

Die Mchrzahl der Besucher gehört der Beleuchtung s-, der Eisen- und Kurzroarenbranche, der Bijouterie-, Keramik- und Porzellanindustrie an. Daß diese letzteren Branchen verhält- nismäßig stark vertreten find, mutz besonders hervorgehoben werden, da sich auf diesen: Gebiet im Laufe des Krieges starke schwedische und amerikanische Konkurrenz bemerkbar machte, die also die deutschen Waren bisher nicht hat verdrängen können. Als wesentlichstes Hindernis für die Behauptung der deutschen Waren wird die bedauerliche Tatsache ange­führt, Mb das deutsche Geschäft stark unter der Unzuoerläsfig- keit der deutschen Lieferungen leidet.

Auch in Norwegen ist der Zustrom von Interessenten zur Messe gewachsen. Reben Galanterie- und Kurzwarenhändlern melden sich besonders Abnehmer für Porzellan, Autoräder, Baumaterial und andere technische Artikel. Außer den alten Meßbesuchern haben sich bisher schon ungefähr 50 neu ange­meldet, deren Zahl noch täglich wächst. In diesen beiden Ländern darf man also schon jetzt von einem Rekorderfolg der Leipziger Messe sprechen, Uebrigens will, wie ich höre, die Metzleitung zum ersten Male einen skandinavischen Abend