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Äeneml-Auzeiger

Amilichts Grgsa fit StiM- und fiMikttis Hamit.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- ».Feiertage, mit Unterhaltungsbeilage.

Verantwortlich: für politischen und allgeme»« Teil G. Schrecker; für lokalen und provinziell« Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeig« nab Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M.

Verlag: Das vereinigte evangelische Waisenhaus m Hanau a. M. Rotationsdruck der Waifenhan»- buchdruckerei in Hanau a. M.

K. 199

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Mittwoch den 27. Anglist

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1919

Qm Baltikum.

W. Mitau, 26. August.

Ueber die Gehorsamsverweigerung deutscher im Baltikum sichender Truppenteile wird folgendes gemeldet: Die lett- lândische Regierung hatte im Baltikum den im Kampfe gegen den Bolschewismus stehenden Truppen das Bürgerrecht zwecks Ansiedelung versprochen. Dieses Versprechen wurde gebrochen. Die deutsche Regierung hat gegenüber dieser Stellungnahme der lettläèischen Regierung die Zurückziehung der Truppen angeordnet. Der Kommission, die die Truppen im Jntereffe ihrer Forderung auf Siedelung zur Regierung gesandt haben, wurde wohlwollende Erwägung zugesagt. Die Truppe, die aus dem Bericht der Kommission und der Tatsache der fort­laufenden Abbeförderung von Truppen anerkannte, daß ihr Streben nach Aufrechterhaltung ihrer Rechte und die Be­kämpfung des Bolschewismus ausserhalb der Grenzen Deutsch­lands keine Unterstützung fand, will sich nicht auflösen lassen Md hat durch ihre Vertreter am Sonntag folgenden Beschluß gefaßt:

Wir sämtliche in Kurland stehende Truppen sind fest ent­schloßen, unter efie't Umständen unsere mit unserem Blute Nohlerworbenen, durch Vertrag verbrieften Rechte auf Bür- eerrecht und Siedelung in Lettland aufrechtzuerhalten. In felsenfestem Vertrauen zu unseren Führern bitten wir diese, mit uns auszuhurren und nicht zuzulassen, daß wir um unsere Ankunft bet regeln werden. Mir bitten einstimmig Herrn Major Bischof, diese unsere Bitte unserem Oberbefehlshaber Herrn Grafen von der Goltz vorzutragen. Im Namen der De- legiertenverfammlurg. gez. Pionier Engell, 2. Pionier-Komp, der Eisernen Division.

In Ausführung dieses Beschlusses wurden folgende Tele- Mmme abgesandt: i

An Oberpräsident Winni g. 1

SaMtlü

Oute in

iche reichsdeutsche Truppen durch ihre Abgeordneten Mitau vertreten, hüben beschlossen, hier im Lande .....N bleiben. Sie wollen die Erfüllung des Versprechens des Mrgerrechts und der AnfiedetiMig, haben ihre Führer um. Unterstützung gebeten und sind bereit, weiter als Vorposten die Heimat, besonders Ostpreußen, vor dem Bolschewismus zu schützen. Wir bitten weiterhin, wie früher, als Reichs- kommisiar unsere Rechte zu vertreten und unsere Zukunft auf eigener Scholle im Valtenlande sicherstellen zu helfen. Für die Delegiertenrersammlung: gez. Pionier Engell.

An den Reichspräsidenten Ebert, den Reichskanzler Bauer, die Nationalversammlung und Reich sweh rmiaPer Noske.

Sämtlich« reâchsdeutsche Truppen, durch ihre Abgeordne­ten heute hier in Sitton vertreten, haben beschlossen, hier im Lande zu bleiben. Sie wollen die Erfüllung des Versprechens des Bürgerrechts und der Ansiedelung, haben thue Führer um Unterstützung gebeten und sind bereit, weiter als Vorposten die Heimat, besonders Ostpreußen, vor dem Bolschewismus zu schützen. Wir bitten und erwarten, daß die Regierung von den Erwartungen mb Erörterungen, die unserer Kom- diisston in Aussicht gestellt sind, unverzüglich zur Wahrung unserer Rechte übergeht und durch die Tat beweist, daß ihr die versprochene Eeßhastmvchung des Soldaten auf eigener Scholle ernst M. Für die Delegiertenversammlung: gez. Pionier Engell.

Die Führer haben in Erkenntnis der (Stimmung der Trup­ps. und der Berechtigung ihrer Forderungen die vorgesetzten militärischen Dienststellen gebeten, die Interessen der Soldaten »oll zu wahren. Alle treibt vor allem die schwere Sorge, daß nach der Räumung Lettlands die Heimat ganz unmittel­bar von dem Einbruch des Bolschewismus bedroht wird.

Hierzu wird uns von zuständiger Seite gemeldet: Die -aeichsregierung hat noch vor kurzem, als der lettische Ge­sandte Schreiner sein Beglaubigungsschreiben überreichte, die lettische Regierung auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die Entstehen könnten, wenn die im Baltikum stehenden Truppen «ein Befehl der Regierung entgegen jene Gegenden nicht ver­fassen wollten, in denen sie sich anzusiedeln hofften, weil ihnen burch Vertrag vom 29. 12. 1918 das lettische Einbürgerungs- bocht versprochen war. Damit hat die deutsche Regierung ihr ârsprechen erfüllt, das sie den Truppendeputationen gegeben hatte, welche in Weimar vorstellig geworden waren und die Stimmung der Truppen schilderten. Im übrigen ist die -NElchsregierung verpflichtet, den Friedensvertrag zu erfüllen, um sie mutz deshalb mit allem Nachdruck darauf bestehen olewen, daß die Räumung des Baltikums schleunigst erfolgt.

Schutz Ostpreußens gegen etwaige Einfälle bolschewisti- w Banden hat an der Reichsgrenze zu gesä e en. Hierfür «ttö in der nötigen Weise Vorsorge getroffen werden. Im dusammmhang mit der Räumung des Baltikums war auch Rückverlegung des 6. Reservekorps angeordnet worden, um der Kommandierende dieses Korps, Graf von der Goltz, den Befehl, nicht mehr nach Mitau zurückzukehren.

Stets von der Goltz am 24. Dezember von der Gehorsams- uerweigerung eines Teils der Truppen erfuhr, hielt er sich M verpflichtet, auf eigene Verantwortung nach Mitau zurück- jukehren, um seinen Einfluß auf die Truppen geltend zu machen, infolge Unruhen kam es leider in Mitau auch zu Zusammen- 7«en mit lettischem Militär, wobei zwei lettische Kompagnien utwaffnet und die lettische Kommandantur geplündert wurde.

von der Goltz hat in einem Schreiben an den lettischen verbefehlshaber dies gemißbilligt und sein Bedauern aus- »Mochen, eine eingehende Untersuchung versprochen und an- »Eordnet, daß die weggenommenen Waffen wieder zusammen- L?racht würden. Graf von der Goltz hat weiter einen ^bbpsbefehl an die Truppen erlassen, in den: die Wiedersetzung , / . Druppen gegen den Befehl der Regierung gemißbilligt J®- Die Regierung hat Verständnis für die Mißstimmung, * unter den Freiwilligen herrscht, die sich nur deshalb an­

werben ließen, weil sie auf eine Ansiedelung im Baltikum hofften, aber sie hat nicht die Machtmittel, die Wünsche der Truppen zu erfüllen. Die Regierung erwartet aber von den im Baltikum kommandierenden Truppenführern, daß sie die Truppen über die verhängnisvollen Folgen ihrer Disziplin­losigkeit aufflären und zum Gehorsam zurückbringen werden.

Rotes Kreuz und Kriegsgefangene.

W. Genf, 27. August.

Schweizerische Depeschenagentur. Das internationale Ko­mitee vom Roten Kreuz verwendet sich in einem Briefe vom 22. August beim interallierten Obersten Rat für die möglichst rasche Heimbeförderung der Kriegsgefangenen aus den Entenie­ländern. Trotz des formellen Grundes, daß der Friedens­vertrag immer noch nicht von drei Großmächten der Alliierten unterzeichnet ist, sollte der darin vorgesehenen Heimschaffung der Kriegsgefangenen nun doch nichts mehr im Wege stehen, und man muß schon j^t Mittel und Wege dafür prüfen. Das heute vorliegende Problem erscheine infolge der großen Zahl der Kriegsgefangenen in den Ententeländern, die sich auf die verschiedensten Gegenden auch außerhalb Europas verteilen, verwickelter als seinerzeit die Heimschaffung der alliierten Kriegsgefangenen aus den Zentralstaaten. Wenn die Heimschaffung der beträchtlichen Menschenmassen sofort nach Inkrafttreten des Vertrages beginnen würde, würde sie schon vor Eintritt des Winters beendet sein. Deshalb wün­sche das Komitee dringend, daß die in Artikel 215 vorgesehene Sonderkommission in Stand gesetzt wird, die Arbeiten sofort zu beginnen, und ferner gleichzeitig Kommissionen eingesetzt werden, um mit der österreichischen Delegation zu beraten. Diese Maßnahmen würden beweisen, daß die Entente die Kriegsgefangenen nicht einer weiteren Winterkriegsgesangen­schaft aussetzen und Anordnungen treffen wollen, die rasche Durchführung einer der Hauptbestimmungen des Friedensver­trages zu ermöglichen.

Die Lage m OberfchLeM^

Aufhebung des verschärfte» Belagerungszust-rndtK.

W. Breslau, 26. Aug.

Nachdem in dem oberschlesischen Industriegebiet wieder Ruhe und Ordnung eingekehrt und die Arbeit in den Gruben und Hüttenwerken zum großen Teil wieder ausgenommen ist und nunmehr keine Gefahr mehr besteht, daß die Arbeitswilligen durch terroristische Akte von der Arbeit abgehalten werden, hat der Reichs- und Staatskommissar für Schlesien und Westposen im Einvernehmen mit dem Kommandierenden General des 6. Armeekorps den am 18. August verkündeten ver­schärften Belagerungszustand aufgehoben, der über Oberschlesien mit Ausnahme der Kreise Leobschütz, Neustadt, Neiße, Grottkau und Falkenberg verhängt war. Es treten somit wieder die Bestimmungen des Belagerungszustandes in Kraft, die vor dem 18. August bestanden

haben.

W. Kattowitz, 26. Aug.

Die Pressestelle des Staatskommissariates schreibt: Ueber die Streik­lage ist mitzuteilen: Das Rybniker Revier ist voll eingefahren. 3m Messer Revier arbeiten auf der Emanuel-Segengrube 70 bis 80 Prozent, auf den anderen kleinerer: Gruben nur 20 bis 30 Prozent. Auf den staatlichen Bergwerken arbeiten die Berginspektion 1 und 2 voll, auf der Berginspcktion 3 65 Prozent, im Zentralrevier 75 bis 80 Proz. Der Arbeitsstand aller oberschlesischen Belegschaften ist etwa 75 Proz. Auf den Antonien-Hüttengruben arbeiten heute nur 20 Prozent. Die Verwaltung beschloß die Grube stillzulegen, da der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich ist.

Die Bankbeamtenbewegung.

DDP. Dresden, 27. August.

Die Dresdener Bankbeamten haben gestern abend beschlossen, am 1. September die Arbeit niederzulegen, nachdem die Bank­leitungen es abgelehnt haben, einen Tarifabschluß bis zum 30. ds. Mts. zu unterzeichnen. In der Versammlung wurde mitgeteilt, die Bankleitungen seien auf Weisung ihrer Berliner Zentralen genötigt gewesen, den Tarifvertrag abzulehnen.

Das deutsche Papiergeld.

WB. Berlin, 27. August.

Zu der Frage des Notenumtausches gibt das Reichsfinanz­ministerium amtlich bekannt: Ueber die Durchführung des Gesetzes gegen die Kapitalflucht haben in den letzten Tagen Besprechungen mit einem großen Kreis von Sachverständigen stattgefunden. Nach dem Ergebnis dieser Beratungen beab­sichtigt der Reichsminister der Finanzen nicht, den Umtausch des deutschen Papiergeldes vorzuschreiben. Eine Abstempelung der Banknoten usw. ist überhaupt nie in Frage gekommen.

Die Abgabe von Gas in Berlin.

=« Berlin, 27, August.

Infolge Kohlenmangels hat, den Morgenblättern zufolge, in Berlin die Abgabe und Entnahme von Gas von 3st,12 Uhr bar« mittags und von 27 Uhr nachmittags zu unterbleiben. Nach 107s Uhr abends wird der Gasdruck soweit herabgesetzt werden, als cs sich mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Beleuchtung verträgt. Die Abgabe von Warm»asser darf künftig nur noch ant 1. und 3. Freitag jeden Monats von 3 Uhr nachmittags bis znm darauf folgenden Sonntag, 3 Uhr nachmittags, erfolgen. Die Maßnahmen treten bereits heute in Kraft.

Die Abstimmung in der Nordmark.

Ein Aufruf an alle Schleswiger Deutsche».

Sämtliche Parteien Schleswigs haben folgenden Aufruf et» lassen: Deutsche Männer und Frauen der ersten Zone! Alle Teutschen der unterzeichneten Organisationen Nordschleswigs haben einmütig beschloßen, zur Stimmabgabe auszurufen. Die Beteiligung an der Abstimmung bedeutet nicht ein Aufgeben des bisher vertretenen Proteststandpunktes. Das gesamte Deutschtum erhebt nach wie vor schäiflten Einspruch gegen die brutale Vergewaltigung der ersten Zone durch die Enblok-Ab- stimmung und die jeder gesündern Auffaßung des Selbstbestim- mungsrechtes Hohn sprechenden Formen, unter denen diese Ab­stimmung stattfinden soll. In voller Uebereinstimmung mit der Entschließung der Rendsburger ßanbesneifammlung und den Kundgebungen der gesamten schleswig-holsteinischen Wgeord- neten erklären wir feierliche, daß wir das Ergebnis dieser er­zwungenen Abstimmung niemals als zu Recht bestehend aner­kennen und nie die Hoffnung auf eine gerechte Lösung bei schleswigschen Nationalitätenfrage aufgeben werden.

An Euch Deutschen der ersten Sone ist es nun, zu beweisen, daß hier wirklich ein starkes Deutschtum vorhanden ist. Wir fordern alle wahlberechtigten deutschen Männer und Frauen auf, der gemeinsamen Parole zu folgen, und sich geschloffen an> der Abstimmung zu beteiligen. Kein Deutscher darf zu Hause bleiben. Die deutsche Ehre, das Schicksal der Deutschen Nord. schleswigs und düs ihrer Kinder sortiert von jedem einzelnen, sein Deutschtum am Tage der Abstimmung zur Geltung zu bringen. Die llebermacht der Gegner mag Euch den Sieg un­möglich machen. Gewalt aber ist kein Recht. Euer Reckst, zu er­langen, mutz Euer und Eurer Kinder heilige Aufgabe sein. ,

Tretet einmütig beton an die Wahlurne. Läßt Eure Stim­men zum Ausdruck bringen, daß trotz der Ertrechtung tausender hier ansässiger Deutschen, eine starke deutsche Minderheit vor­handen ist, die Anspruch auf Achtung und Schutz ihrer, natio­nalen Eigenart und Kultur erheben kann. Ihr seid bis, jetzt isivlz darauf gewiesen, Deutsche zu sein. Vewwhrt Euch diesen Stolz für alle Zukunft. Eure engere Heimat Schleswig-Hol­stein, Euer weiters Vaterland Deutschland werden Euch die Treue halten. Haltet auch Ihr sie ihnen. Beweitzt sie, indem Ihr alle am Tage der AbstimmungEure Pflicht, erfüllt. Dann wird auch Euch und Euren lUtibCTn Ml^

tagen. Die Deutsckv vemokratWe Pärter. Dke'ftS-rolds-morra- tische Partei. Die deutschnatisnale Partei. Die deutsche Volks- partei. Die schleswig-holsteiniicke Lvndespartei. Der deutsch« Aussckutz für das Herzogtum Schleswig.

Ueber die Formalien der Abstimmung teilt der deutsche Aus. Schutz für Schleswig folgendes mit: Die bei den Geschäftsstellen des Teutschen Ausschusses für Schleswig einlaufenden zahl­reichen Duldungen zur Erntragung in die Stimmliste laßen erkennen, wie rege das Jntereffe an der Abstimmung ist. Kern stimmlerechtioier Schleswiger darf fehlen. Auf die Ausrunfts- stellen des Deutschen Ausschusses in Flensbutg, Norderhof- enden 20, und in Berlin C. 2, Burgstraße 30, Fernsprecher Norden 9027, wird besonders hingewiesen. Jedem, der sich recht­zeitig meldet, ist freie Reise zugesichert. Daß die Behörden den Beamten den zu den Reisen erforderlichen Urlaub bewilligen werden, wird als selbstverständlich unterstellt,, da die Betei­ligung an der Wahl im allgemeinen Interesse liegt Sobald die Mstimmuugstage bekannt sind, werden die Beamten entspre­chende Urlaubsgesuche bei ihren Vorgesetzten einzurecchen haben. Aber auch die Privatvnoesielltcn und Arbeiter werden vom ihren Arbeitgebern zu dicken Reisen billigerweise Urlaub be­anspruchen. Es wird eine Ehrensache für die Arbeitgeber seia, den ArbeitnehMern für die Zeit dieser Reise den Lohn unver­kürzt zu zahlen. Lider zur Abstimmung refft, darf in seinem Verdienst nickt schlechter stehen, als der, welcher sich der Muhs einer solchen Reise nicht zu unterziehen braucht Es werd ange­nommen, daß es keines weiteren Appells an ine Arbeitgeber in dieser Lez-ehung bedach

Gegen Sowjet-Rußland.

DDP. Basel, 27, Aug.

.Daily Mail" meldet aus Paris: Der Oberste Rat hat am Sonn­abend die militärischen Maßnahmen gegen Sowjet-Rußlan» festgelegt. Sie lassen den Sturz der Moskauer Räteregierung noch in dies««

Jahr erhoffen.

Ernste Zwistigkeiten?

DDP. Amsterdam, 27. Aug.

Der Sonderberichterstatter de,Allgemeen Handelsblad" erklärt von gut unterrichteter Seite erfahren zu haben, daß in der jüngsten lleit ernste Zwistigkeiten zwischen England und Frankreich über die Besetzung des linken Rh-ingebietS und wegen der von Frankreich fort- während befürworteten Begründung einer rheinisch« RepudllS ent« stauben sind England nimmt eine entschieden ablehnende Haltung dagegen ein und regt sich insbesondere über die gehässige Form der französichen Agitation auf. England hat die Franzosen w,ssm lassen, daß die Ausdehnung dieser Bewegung auf da, von den Engländern besetzte Rheingebiet entschieden abgelehnt werden wird' und hat toeiter die Auslieferung Dr. Dorten» veranlaßt, sowie die Veröffentlichung eine» britischen Befehls, daß keinerlei Aenderungen in der Verwaltung des'Rheingebiet» ohne vorherige Genehmigung stattfinden dürfe.

Die Italiener in Nordtirol.

DDP. Berlin, 27. Aug.

Wie derVossischen Zeitung" auS Wien berichtet wird, ist für Sep­tember eine bedeutende Vermmderung der italienischen Besatzung», truppen in Nordtirol beabsichtigt. Gegenwärtig steht Innsbruck unter General Sandi, dem Komandanten des 3. Korps. Besonders sind es die in Nordtirol und im Grenzbezirk stehenden 30 000 Mann, welche sehr erheblich verringert werden sollen. Bedenken erregt die Nachricht, j daß die Südbahn auch fernerhin unter italienischer Bewachung bleibe» ' soll und zwar bis Kufstein.