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Nr. 197

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Montag den 25. August

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1919!

Aus schweren Tagen.

-edaxken über die Probleme der Gegenwart Vox einem Balten.

. , . Nicht von außen her, sondern von innen heraus kann mir die eigentliche Heilung erfolgen. Dazu gehört aber, daßv die Gesamtheit, Reiche wie Arme, das Bewußtsein der un- geheuren Tragweite ihrer sittlichen Aufgaben und ihrer Verantwortlichkeit vor Gott und Menschen wiedergewinnen. Dazu gehött, daß die heute so verworrenen Begriffe von Staat, Gesellschaft und persönlicher Freiheit sich zu der in Fleisch und Blut jedes einzelnen übergehenden Empfindung ab klären, daß der einzelne Mensch nur ein Teilchen ist an dem Eesamtorganismus der Menschheit, der in unendlicher Mannigfaltigkeit und Gliederung sich durch Jahrtausende fortentwickelt und jedem seiner Organe und Teile die Stelle und den Umkreis seiner freiwillig zu übernehmenden Aufgaben zuweist. Von der Familie beginnend, durch Stand und Beruf, Heimat, Staat und Nation hindurch bis zur allgemeinen Menschheitsidee find es konzentrische Kreise der Zugehörigkeit und des organischen Verbundenseins, die den einzelnen Menschen umgeben und er vermag nicht, in den weitesten und äußersten Kreis zu treten und in ihm recht zu wirken, ohne vorerst im engeren und nächstliegenden das Seine zu tun. 'Es kann kein guter Staatsbürger sein, der nicht ein rechter Familien­vater zu sein versteht, denn wie sollte der im weiteren Kreise die Interessen seiner Berufsgenossen, der Kommune und des Staates wahrzunehmen wissen, der im nächsten Umkreise der Seinen mit dem Eigenen nicht zu walten weiß; es kann kein rechter Weltbürger sein, der ein schlechter Staatsbürger ist und es vermag niemand den fremden Nattonen und ihrem Werte gerecht zu werden, der die eigene verleugnet . . .

Anspruch Deutsch-Oesterreichs auf Lebens- Möglichkeit.

WB. Wien, 24. August.

DieNeue Freie Presse« veröffentlicht Aeußerungen von authentischer Seite über die Neuorientierung in der Außen- polttik des Staatskanzlers Renner. Es heißt dann: Es ist ) wohl begreiflich, daß die unbedingten Anhänger des Anschluß- ^aedcmkens an Deuschland durch die Erklärung Munera, Say Deutsch-Oesterreich im Vertrauen auf den Völkerbund allein durchzukommen versuchen wolle, sich beunruhigt fühlten. Es handelt sich hier vielleicht nicht allein um eine Frage der Auffassung, sondern um eine Frage des Vertrauens. Renner hat die Annäherung an die Westmächte vollzogen und unser Schicksal in ihre Hand gelegt. Von der Entente und dem Völkerbund wird es abhängen, ob Deutsch-Osterreich imstande ficht wird, die ihm im Friedensvertrag als Bedingung auf- ettegte staatsrechttiche und wirtschaftliche Unabhängigkeit aufrechttuerhalten, ja überhaupt als Staat fortzuexistieren. Was aber die Idee der Donauförderation betrifft, gegen die hierzulande so viel schwere Bedenken bestehen, so ist klar, daß zwischen ihr und der von Renner empfohlenen Völkerbund- politik keineswegs ein unmittelbarer oder notwendiger Zu­sammenhang besteht. Der Staatskanzler hat in der gleichen Aeußerung, mit der er die Völkerbundpolitik als richtung­gebenden Gedanken unserer Einstigen auswärtigen Politik begründete, deutlich ausgesprochen, daß Deutsch-Oesterreich keine Nachbarschaftspolittk zu treiben habe. Das Verhalten unserer Nachbarn, die sich zur Stunde wieder als unsere Widersacher erweisen, liefert für diesen Standpunkt Renners hinreichende Begründung. Renner hat aber für diesen Stand- punkt auch noch einen anderen einleuchtenden Grund angegeben. Deutsch-Oesterreich muß trachten, von allen Verwickelungen des neuen Balkans, der seine Grenzen weit nach Mitteleuropa vorgeschoben hat, sich freizuhalten. Mit einem Wort: unsere Einstige Politik ist geleitet von dem Vettrauen auf den Völkerbmw, der die moralische Verpflichtung hat, unserem Volke das Leben zu ermöglichen.

Die Lage in Oberschlesien.

DDP. Kattowitz, 25. August.

Ein neuer Angriff auf das Postamt wurde in Laurahütte oerübt. Die vor der Post 'patrouillierenden Posten wurden beschaffen und das Postgebäude unter Feuer gehalten. Der Angriff wurde aber abgewehrt. Zu weiteren Störungen ist es in Laurahütte nicht mehr gekommen. Wie die Blätter melden hat eine Kommission bestehend aus einem deutschen Offizier und einem deutschen Arzt sich nach Kattowitz bege­ben, um in Sachen der schleunigen Herausgabe der von den polnischen Insurgenten nach Polen verschleppten deutschen Einwohner zu unterhandeln. Die verschleppten deutschen Einwohner sind sämtlich nach Warschau gebracht worden.

WB. Beuthen, 25. August.

Die 32; Reichswehr - Brigade meldet: Südlich Godow- âzisk versuchten im Laufe der Nacht polnische Banden die Grenze zu überschreiten. Sie wurden durch Maschinengewehr- feuer vertrieben. Zwischen Birkenchal und Wohlau erfolgten an mehreren Stellen auf unsere Feldwachen Angriffe burd) ' polnische Banden. Hierbei wurde ein Unteroffizier, der leicht verwundet wurde, heimtückisch ermordet. Sonst verlief die Nacht ruhig. Eine weitere Meldung der 32. Reichswehr- Vrigade besagt: In der Gegend südlich Goldmannsdorf, Kreis Rybnik, überschritt eine polnische Patrouille regulärer Truppen die Grenze. Sie wurde vom Grenzschutz zurückge- ttieben. Dabei fiel ein Pole verwundet in unsere Hand. Er gehött dem Grenzschutz Beuthen an, der aus oberschlestschen Ueberläufern gebildet wurde. Bei Hohenlohehütte wurde ein noch verbliebenes Änfurgeutevnest gesäubert. Sonst verlief Tag ruhis.

Die gesetzliche Einführung des Achtstundentages.

Der Entwurf über Einführung des Achtstundentages, der im ReichsarbeitSministerium ausgestellt ist, gilt für die gewerblichen Arbeiter in den gewerblichen Betrieben (einschließlich Bergbau), den landwirtschaftlichen Nebenb .'trieben gewerblicher Art und den zur Warenerzeugung dienenden Betrieben des Reichs, der Staaten, der Gemeinden und der Gemcindeverbäude, auch wenn sie nicht zur Erzielung von Gewinn betrieben . werden. Ans den Bestimmungen ist heroorzuheben, daß als Arbeitszeit auch die zum Besuche der Fortbildungsschule verwendete Zeit gilt. In den Betrieben mit regelmäßiger Tag- und Nachtschicht, die auch an Sonn- und Festtagen arbeiten dürfen, können, um den Schichtwechsel herbeizu- fübren, männliche, über 16 Jahre alte Arbeiter innerhalb eines Zeitraums von 3 Wochen einmal über die festgesetzte Dauer hinaus bis zu höchstens 16 Stunden cinschl. Pausen beschäftigt werden, sofern ihnen in diesen 3 Wochen zweimal eine ununterbrochene Ruhezeit von je 24 Stunden gewährt wird. Den jugendlichen Arbeitern müssen an jedem Arbeitstage, an dem sie länger als vier Stunden beschäftigt werden, innerhalb der Arbeitszeit regelmäßige Pausen gewährt werden. Werden sie nicht länger als 6 Stunden beschäftigt, so muß ihnen min­destens mittags eine «inständige, sowie vor- und nachmittags je eine halb­stündige Panse gewährt werden. Uebersteigt die Dauer ^er vansen- losen Arbeitszeit am Vor- und Nachmittage nicht 4 Stunden, so braucht eine Vor- und Nachmittagsvanse nickt gewährt zu werden. Arbeiterinnen dürfen an den Vorabenden der Sonn- und Festtage nicht nach 3 Uhr nachmittags beschäftigt werden. An jedem Tage, an dem sie länger als 4 Stunden arbeiten, muß ihnen eine mindestens halbstündige Panse innerhalb der Arbeitsstunden zugebilligt werden.

Ende der emzelstaatlichen Kriegsministerien.

Reichspräsident Ebett hatte in einem Erlaß bekanntgegeben, daß mit dem Inkrafttreten der Verfassung alle Teile der Wehrkraft des Reiches seinem Oberbefehl unterstellt sind. Die Ausübung des Oberbefehls wurde dem Reichswehrminister Roske übertragen. Vom 1. Oktober werden daher bie einzel- staatlichen Kriegsministerien in Befehlsstellen umformiert. Chef der Reichswehrbefehlsstelle Preußen wurde der bishige Kriegs- minister Oberst Reinhard, Chef der Reichswehrbefehlsstelle Bayern der Generalleutnant Burkhardt, Chef der Reichswehr- der KjrchhM,

Chef der Reichswehrbefehsstslle Württemberg der Oberst­leutnant Wöllwarth.

Das Vorgehen in der Pfalz â im Saarrevier.

DDF. Ludwigshafen/, 25. Aug.

Auf Befehl des Mnr-chaSs Foch ordnete der Befehlshaber der Be- satzungsarmee an, daß in den pfälzischen Stabten eine Anzahl Haus­suchungen vorgenommen wurden, um nach Gegenständen zu forschen, die während des Krieges durch die deutschen Soldaten aus Frankreich entwendet wurden und die zur Zeit in der Rheinpfalz verborgen sind. Bei dieser Gelegenheit wurden viele Bürger rücksichtslos und un­schuldig verhaftet, was unter der pfälzischen Bevölkerung böses Blut macht.

DDP. Saarbrücken, 25. Aug.

Der Militärbefehlshaber des Saargebiets, General Andlauer, ver­fügte die sofortige Auflösung, aller Arbeiter- und Angestettten-Aus- schüsse im Saargebiet, welche gemäß der Verordnung der deutschen Regierung vom 23. 12. 18 gewählt worden waren. Die Maßnahme wird damit begründet, daß laut Befehl des Marschalls Foch die Ge setze und Verordnungen der deutschen Regierung nach dem 9. 11. 18 im besetzten Gebiet keine Anwendung finden.

Mexiko Amerèko.

DDP. Rotterdam, 24. Aug.

Nach einer Rcutermclduug aus Washington, glaubt man in maß­gebenden Kreisen dort nicht an eine Intervention der Vereinigten Staaten in Mexiko in großem Stile, wenn nicht das Spielen mit dem Feuer zu einer unerwarteten plötzlichen Explosion führt. Es sei Grund zur Annahme vorhanden, daß man Carranza weiter in Ruhe lassen werde, wenn er fein Versprechen, Ordnung zu halten, erfüllt. Immerhin hat er jetzt verlangt, daß die amerikanischen Truppen zu­rückgezogen werden und das ist für die Vereinigten Staaten eine rur- angenehme Sache.

Die Gärung in aller Welt.

Die Chicago Tribune schreibt, daß es überall in der Webt zu gören drohe. Italien werde sich vielleicht gemaUfant zum Herrn von Fiume wachen. Die Griechen bereiten' sich zur Be­setzung Thraziens vor, Belgien will Holland planmässig zu den verlangten Zugeständnissen zwingen, die Serben haben gleich­falls ein Heer gebildet, um ihre nationalen Bestrebungen, wenn nötig, gewaltsam zu verteidigen. Die Tschecho-Slowaben, Pol^n und Ukrainer hetzen untereinander wegen der Festlegung der Grenzen. Die Türkei bereitet einen Angriff zur Wicdersrobe- rung des verlorenen Reiches vor. So geht es überall st der spielt. Es liegen weiter Anzeicl-en über Konflikte in Südame­rika vor. Hier sind Peru und Chile im Begriff, zu Feindchelig- keiten zu kommen. Die beiden Staaten haben ihren Gesandten in Paris den Auftrag erteilt, die europäischen Großmächte auf die Gefahren hinzuweisen, wenn es zwischen beiden zu einem Kriege kommen sollte. Hierin würde wahrscheinlich ganz Sibd- anerika verwickelt sein, da sowohl Peru als euch Chile über zahlreiche Bundesgenossen unter den süd-amerikanischer Staaten verfügen. Weiter besteht die Gefahr eines amerikanisch-mexi­kanischen Konflikts. Diesem Kous litt, meint die Chicago Tri- 1 bune, müsse Sinter ilia verbeuge«, UdeM esRuhe Mh Orbuung Mexilss WiâârsMt",.

Noskes drei Punkte.

Reichswehrmflnisier Noske hat einem Kavespondenten Hess ,Matin" eine Unterredung gewährt, in der er drei Puaktej besonders hervorhob. Er sagte: Gestattet un, unser Heer lang» sam und im Verhältnis Mr Notwendigkeit der Zett M vsrntv^ dern; fschiâ unsere Kriegsgefangeiaen zurück und verlangt iKchL die Auslieferung unserer Offiziere. Tut ihr das nicht, so nrachjl Ihr es unserer Regierung unnwglich, sich M halben.

Kleine Nachrichten.

Der Beginn unserer Handelsschiffahrt. Die Owenburg- Portugiesische Dampffchiffreederei A.-G. in Hamburg und die Deutsche Dampffchiffahttsgesellschaft Hansa in Bremen eröffn nen bei hinreichendem Landungsangebot wieder üjren gemein« samen Schiffahttsdienst mit portugiesischen Häfen. Mitte und und Ende September werden unter der erwähnten Voraus^ setzung je ein Dampfer von Hamburg nach Opotto ab gefer­tigt. Die Reedereien verfügen für diesen Zweck noch über eigne Dampfer. In Betracht kommen für die ersten Fahtten der Dampfer Owenburg der Owenburg-Pottugiesischen Reede­rei und der Dampfer Soneck der Hansalmie, Schiffe von 1316 und 1121 Bruttoregistettonneu.

Deutsche Marrneverlufte. An der Haud von authentischem Material können wir einigBAngabe über die Verluste des Per­sonals der deutschen Flotte im Kriege machen. Nach diesem be-s tragen die Verluste an Toren und Vermisten: für die Offiziere 13,6 v. H für die Unteroffiziere 10,03 v. H. und für die Mann­schaften 8,8 v. H. In diesen Verlustangaben sind jene für die ehemalige Kiautschoubesatzung nicht enthalten, ebensowenig jene, die im Verlaufe des Krieges an Krankheit gestorben sind. Die Gesamtverluste der Marine einschließlich der Besatzung des Kiaut- schougebietes und der durch Krankheit Verstorbenen lassen sich auf ungefähr 9 v. H. des Eesamtversonalbestandes der Marius berechnen.

Die Heimkehr der Armee Mackensen. Freitag traf in Wien der erste Transpott der Armee Mackensen ein. In den

ten Tagen sollen weitere Transpotte folgen. Im ganzen es 50000 Mann, Vie durch Wien nag- LechMtkUtS-^iS» kehren werden.

Dr. Fnsdrich Naumann, der Führer der Deutschen. Demokrattschen Pattei, ist in Travemünde, wohin er sich aU kurzem Kuraufenthalt begeben hatte, einem Schlaganfall erlegen.,

Die Erregung in Belgien über die Haltung, die die> holländische Regierung gegenüber den Fordemngen Belgiens« bei den Verhandlungen in Patts eingenommen haben soll, soll, wie demTemps" aus Brüssel berichtet wird, sehr statt sein, namentlich deshalb, weil Holland nichts für die Ver­teidigung der Grenze von Limburg tun wollte, die es nach seinen Angaben nicht schützen könne. In gewißen Kreisen in Brüssel erwäge man deshalb, ob man nicht bester die Dele­gierten abberufe und die Angelegenheit dem Völkerbund überweise, damit eine Volksabstimmung in Limburg vor­genommen werden könne. Dirett mit Holland, wie dieses es zu wünschen scheine, könne man nicht mehr verhandeln.

Der englische Minister Churchill sagte in der englischem Armee-Handelsschule in Köln, die Engländer müßten alles, Mögliche tun, um mit der deutschen Organisation Schritt z» halten, wenn sie ihren Platz im Handel behaupten wollten.'

Vereitelte Waffenschiebung. Ueber eine große Waffen- schiebung in Minden werden derB. Z." folgende Einzel-, heiten mitgeteilt : Seit einigen Tagen hielten sich in Minden fremde Herren auf, die hier großzügig lebten. Sie schienen sich in Verhältmsten zu befinden, die jedes luxuriöse Leben, gestatteten. In der Nacht zum Mittwoch traf noch ein; Fremder im Hotel ein, der zu den anderen in Bezichung stehen mußte. Er stellte an den Witt das Ansumen, ihm einen Betrag von einer balben Million^aufzubewahren. Der Witt wollte diesem Wunsche begreiflicherweise nicht willfah­ren. Am Donnerstag brach dann das Verhängnis über ine dunklen Elemente herein. Berliner Kriminalbeamte tm Ver. ein mit der Mindener Knminalpolizei vollzogen das schwie­rige Wett. Die Fremden wurden eingeladen, den Vettauf der gewünschten 60 000 Gewehre abzuschließen. Ahnungslos fanden sich die Fremden ein. Alles schien glatt vonstattem zu gehen. Der Käufer zahlte die Summe von einer halben Million Matt auf den Tisch. Als das Geld hingezählt da- laq zog der angebliche Käufer bezw. Vermittler des Ge­schäfts seine Legitimation als Berliner Kriminalist aus bet Tasche. Zur Bekräftigung dieses Ausweises nahm der Be­amte einen Revolver in Schußbereitschaft. Die Anwesenden wurden als verhaftet ettlätt. Aus dieser Lage gab es kein Entrinnen mchr, um so weniger, als jetzt auch Mindener Polizeibcanrte im Raume erschienen und eine unbewegliche Uebermacht darstellten. Die Verhafteten wurden sofort ab-, geführt. Außerdem soll im Mindener Attillettedepot noch eine im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit stehende Persönlicheit verhaftet worden sein. Sicher wird diese Ent­deckung noch weitere Kreise ziehen. Wie es nach der Min­dener Zeitung heißt, sind die zum Verkauf in Aussicht ge­nommenen Gewehre im Mindener Attillettedepot gesammelt worben. Sie sollten aufgekauft und an Polen verkauft we^ den. Die Summe hierfür wurde auf 68 Millionen Matt angegeben. Wäre das Geschäft geglückt, so batte jeder der drei verhafteten Unterhändler rund 700 000 i>xart verbient Ob nicht schon in den letzten Wochen geheime Vettaufe dop gekommen sind, konnte man noch nicht feststellen. Jedenfalls dürfte jetzt diesem umfangreichen unlauteren Treiben ein festers Siegel vorgeschoben fein.