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General-Anzeiger

Amtliches Organ fit Stadt- mL Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- u.Feiertage, mit Unterhaltmtssdeilage.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil G. Schrecker; für lokalen und provmzirllm Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen aal Reklamen A. Brodt, alle in Hana» a. M.

Verlag: Das vereinigte evangelische Waisenhaus in Hanan a. M. Rotationsdruck der Waisenhaus» bnchdruckerei in Hanau a. M.

A. 193 Geschäftsstelle und Redaktion: Hammerstraße Nr. 9 Mittwoch den 20.. Stapft Geschäftsstelle unb Redaktion: Hammerstraße Nr. 9 19b

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DerVater des Weltkrieges" gestorben!

Wenn die öffentliche Meinung der Welt die Macht hätte, eine wahrhaft objektive Untersuchung der Frage der Schuld am Weltkriege von 1914/1918 durchzusetzen, dann würde sich sicherlich ergeben, daß Alexander Iswolski, der einstige lang­jährige russische Minister des Aeußeren unb. spätere Vertreter des Zarenreiches in Paris, der dort jetzt «gestorben ist, einer der Hauptschuldigen an dieser gigantischen Katastrophe gewesen ist. Aber obgleich ein solches Untersuchungsverfahren Traum bleiben wird, weiß man doch, daß er sich des ungeheuren Ver­brechens schuldig gemacht hat, auf diesen Zusammenbruch der europäischen Kultur mit allen, auch den verwerflichsten Mitteln, hingearbeitet zu haben. Den höchsten Triumpf seines Lebens erlebte er in den ersten Augusttagen von 1914, als die fran­zösische Regierung mit Poincars an der Spitze mit wünschens- wertester Bereitwilligkeit die Konsequenzen aus der Rechnung zog, die Iswolski ihr aufgemacht hatte. Der Umweg von seiner ersten diplomatischen Stellung beim Vatikan über Belorad ins Ministerium des Auswärtigen in Petersburg hatte feiner Politik frühzeitig die Wege gewiesen, auf denen er dann als Vertreter seines Landes in der französischen Hauptstadt an das erstrebte Ziel gelangte. Hier wie in Petersburg war er der erste Vorkämpfer für die Ideen des Panslawismus» und in beiden Stellungen war sein Sinnen und Trachten gewesen, den Zustrom der ftanzösischen MMarden nach Rußland zu lenken» wo mit ihnen Festungsforts gebaut und die Armeekoftis ausgestellt und unterhalten wurden» die dann, nachdem mit der sorgfältig vorbereiteten Mobilmachung des gesamten Heeres, auf dem mit demselben ftanzösischen Gelde erbauten strategischen Eisenbahnnetz an die deutsche und österreichisch-ungarische Grenze geworfen wurden. Man sagt, die entscheidende Richtung habe seine Politik im Jahre 1908 erfahren, als der österreichische Minister des Auswärtigen ihn mit der Annexion Bosniens überraschend vor eine vollendete Tatsache stellte. Das mag zutreffen oder nicht, heute ftoissen LLdssß dis Politik Iswolskis letzten Endes erst möglich Mwe, nachdem die deutsche auswärtige Politik sich für Plane entschieden hatte, die sie in Gegensatz zu England bringen mußten. Aber vielleicht dürste Iswolski mit einigem Recht auf die alles übertreffende Bedeutung der Dardanellenftage für Rußland als Erklärung für seine Politik hinweisen, seine eigentliche Schuld liegt auf ganz anderem Gebiete. Sie ist darin zu suchen, daß er die furchtbaren Konsequenzen seiner diplomatischen Wühlarbeit absichtlich übersah, weil er von der einzigen Hoffnung beherrscht war, Rußland durch einen siegreichen Krieg vor der Revolution zu retten. Tatsächlich aber hat er diese erst heraufgeführt und außer ganz Europa vor allem sein unglückliches Heimatland der Vernichtung an­heimgegeben, denn Rußland war das erste Opfer, was auf dem Altare des Weltbrandes gebracht wurde.

Fmanzfragen.

WB. Weimar, 20. August.

Der Haushaltsansfchnß der Nationalversammlung hielt gestern tun längere Sitzung ab, in der zunächst der Reichsfinanzminister die Vorlage der neuen Reichranleihe von 9 Milliarden begründete. Der ^eg der Aufbringung wurde dabei sehr eingehend behandelt. Von km« freien Reichsanleihe soll im gegenwärtigen Augenblick abgesehen ^den, ebenso von einer ZwangSanIeihe, da bei einer solchen die Verhältnisse der Einzelnen nicht genügend berücksichtigt werden könnten. Vach den Vorschlägen einer Anzahl von Bankdirektoren soll die Prämienanleihe in Stücken zu 1000 Mark mit Abschnitten zu 100 Karf und 2 Prozent Zinsen auSgegeben werden. 100 Mark sollen Kit 110 Mark zurückbezahlt und die Anleihe in 30 Jahren getilgt Men. Die Stücke der Prämienanleihe sollen steuerlich begünstigt Men, damit so ein besonderer Vorzug und Reiz für die neue An- geschaffen werde. Erzberger wünschte weiter die Genehmigung Mittel für die in Aussicht genommene Beamtenentschuldung (1000 für Verheiratete, 600 Mark für Unverheiratete) und besprach ^ter Hilfsmaßnahmen für die Ausländsdeutschen. Der Wiederauf- der Handelsflotte durch die Needervereinigung soll gefördert Mw. Das Gesetz über den Wiederaufbau der Handelsflotte werde hinfällig.

HelfferichErzberger.

... Berlin, 20. August. (Telegramin.)

Die Morgenpost meldet: Nachdem alle 'seine Versuche, von Erz- ^'Ser verklagt zu werden, mißlungen find, hat Helfferich jetzt in einem schreibe« an den Reichspräsidenten die Einleitung des gerichtlichen T^reR« gegen sich wegen feiner schweren Anklagen gegen Erz- verlangt.

Ungarn gegen Deutsch-Oesterreich.

--- Wen, 20. August.

Das rumänische Pressebureau meldet: Gestern nachmittag flldüen in Budapest mehrere Versammlungen statt, in denen die Besetzung Westungarns durch Deutsch-Oesterreich protestiert würbe. Ministerpräsident Friedrich richtete an das Manische Platzkommando die Bitte um schleunige Besetzung Mtuugarns durch rumänische Truppen, um einer ungerecht- TOigten und voreiligen Besetzung seitens Deutsch-Oesterreich , Warzuksurmen. In ungarischen Regierungskreisen hegt man Ke Absicht, einer Besetzung Westungarns durch Deutsch- ^«xxeidL mit WafftzNüLwaft entaegei izutrete«.

Die Verkehrslage im Ruhrrevier.

W. Esten, 20. August.

Die Wagengestellung für den Abtransport der Brennstoffe betrug vergangene Woche werktäglich 16300, die Fehlziffer 4400 Wagen Anfänglich war die Gestellung etwas günstiger, hauptsächlich, well am vorauSgehenden Sonntag den 10. August die Bedienung der Zechen­anschlüffe in vollem Umfange durchgeführt war. Vom 13. August ab erreichten die Fehlziffern aber wieder die Höhe von 4500 bis 5200 Wagen pro Tag. Trotz der Bemühungen der Eisenbahnverwaltung, von den infolge deS Bergarbeiterstreiks in Oberschlesien frei werdenden Wagen einen Teil nach dem hiesigen Bezirk zu leiten, ist also eine Besserung in der Wagengestellung nicht eingetreten und auch nicht zu erwarten, da für die Ausfälle durch den oberschlefischen Streik di« Belieferungen seitens der hiesigen Zechen übernommen werden müssen, die durchweg längere Streckenläufe bedingen. Die Kipperleistung in dem Duisburg-Ruhrorter Hafen ist mit durchschnittlich 13700 Tonnen pro Tag im Vergleich zur Vorwoche etwa die gleiche geblieben. Seit einigen Tagen werden außer diesen Mengen neuerdings wieder, znr Entlastung der linksrheinischen Häfen Wesseling und Reuß, täglich etwa 600 bis 700 Tonnen Braunkohle zum Versand nach rechts­rheinischen Stationen, namentlich in Süddeutschland, umgeschlagen. Der Versand der Kanalzechen hat entsprechend der günstiger gewordenen Leerraumverhältnisse wieder etwas zugenommen. Der Gesamtmuschlag belief sich auf 25300 Tonnen täglich.

Zusammenstöße in Thorn.

DDP. Thor«, 20. Aug.

Nachdem el bereits am Sonntag infolge von Streitigkeiten zwischen polnischen Bürgern und Grenzschutzsoldaten zu Zusammex- stößen gekommen war, bei betten fünf Eoldate» verletzt wurden», rotteten sich 'gestern nachmittag zahlreiche Arbeitslose zusammen und plünderten ein Zigarrengeschäft und ein großes Herrenkonfektionsge­schäft völlig aus. Die Garnison wurde alarmiert. Auf dem Markt sind Maschinengewehre ausgestellt. Der deutsche und der polnische Dolksrat und der Gouverneur mahnten die Bevölkerung zur Ruhe und warnen vor Ausschreitungen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen.

DerArbeitszwÄNg" in Oberschlesien und im Westen.

--- Breslau, 20. August.

Meldungen der Breslauer Zeitung besagen: Inwieweit die Ein­führung des Arbeitszwanges bereits erfolgt ist, ist noch nicht bekannt. Vorbereitende Maßnahmen zur Wiederaufnahme der Arbeit sind ge­troffen. In den oberschlesische« Lichtwerken haben bis jetzt 20 Prozent der Aufforderung, die Arbeit wieder sufzunehmen, Folge geleistet. Von der Laurahütte sollen 0070 Prozent der Belegschaft bereit sein, einzufahren. Der Eisenbahnverkehr und -die Beleuchtung sind wieder in Betrieb. Nach weiteren Nachrichten ist die Lage im Katto- witzer Revier nach wie vor ernst, da sich ein großer Teil des Bezirkes noch in den Händen der Insurgenten befindet.

DDP Duisburg, 20. August.

Unter dem Drucke der Besatzungsbehörde sind gestern morgen die streikenden Arbeiter der Zeche Rheinpreußen auf dem linken Rhein- ufer wieder zur Arbeit erschienen. Die Belgier hatten mit der Ver­schickung der Streikenden, die auch die siebenstündize Schicht verlangt hatten, gedroht. Der Aufenthalt der verhafteten Führer ist bisher noch unbekannt. Die als Kommunisten bekannten wurden auf das rechte Rheinufer abgeschoben.

Der Friedensvertrag mit Ungarn.

--- Wien, 20. August. (Telegramm.)

Wie das Achtuhr-Absndblatt erfährt, soll der Friedens­vertrag mit Ungarn so gut wie fertiggestellt sein. Es bedarf nur noch einer Schlußredaktion. Was die Finatlzfrage an. belangt, wird Ungarn im allgemeinen dieselben Bedingungen erhalten wie Deutsch-Oesterreich.

Eine förmliche Seeschlacht.

«* Kopenhagen, 20. Aug.

In der finnischen Bucht ist es gestern zu eiuer förmlichen See­schlacht zwischen englischen und bolschewistischen Schiffen gekommen. Soweit bisher bekannt ist, sollen die Engländer zwei russische Schlacht­schiffe, ein Hilfsschiff für Unterseeboote, ferner ein Transport und ein Machtschiff versenkt haben, Die britischen Seestreitkräfte verloren nur drei Motorboote, wobei acht Offiziere und drei Mann umkame«. Die beiden Schlachtschiffe hatten einen Tonnengehalt von 23 400 und 18 300.

Deutsche Nationalversammlung.

Sitzung «ml 19. August 1919.

Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen.

Abg. Dr. Mittelmann (D. Vp.) wiederholt feine An­frage vom 11. Juli über den Vorgang in Berlin, im französische Soldaten auf offener Straft« die Stenge durch verächtliches Ge­lächter und Verhähuuug geneigt haben, und fragt schließlich zur Ergänzung: Ist die Regierung bereit, dm der französischen Regierung die Bestrafung dieser Frechlinge zu »erlangen? Geheimrat Fuhr. v. Welfer: Ich glaube, wer die gcgenjwiir. tigen politischen Verhältnisse auch nur eiiftgermaßen überblickt, weiß, daß wir leiber nicht in der Lage sind, so aufzutreteu, wie es gegenüber diesen Vorgängen gebührte. (Lärm und erregte Zurufe bei den Unabh. Sozialisten.) Es folgt die erste Be­ratung des Gesetzes betreffend die Ausführung des Friedens- vert Mi Les. Reichsminister des Aeußern Müller: Die in dem Gesetzentwürfen vorgesehenen Enteignungen sollen "»der Reich svepfassung entsprechend Lesen ammmeSene LntbLZHurwru»

erfolgen. Tie Regierung soll während der Vertagung den Nationalversammlung ermächtigt sein, weitere gesetzgebsriffchtz Maßnahmen, die dringlich find, anzuorduen. Die Eesetzenb würfe bekunden das Bestreben des deutschen Volkes, bett Frie» densvertrag loyal und gewissenhaft zur Ausführung zu bringen. -- Damit schbießt die Beratung. Die Vorlagen gehen cm bett Haushaltüngsousschuß. Es folgt die Mette Beratung der Ge­setze über die Postgebühren und Aenderung des Pvftfcheck- gffetzes und betreffend die Telegraphen- und Fernsprechgebüh­ren. Zu § 4 (Zeftungsgebühren) beantragt Abg. Mumm (D.-Nat.) einen Zusatz, wonach für Zeitungen und Zeitschriften, die unter KreuzLand verschickt werden, die Defreiung von der Reichsabgabe, also ermäßigtes Druäsachenporto, bestehen blei­ben soll. Der Antrag wird abgebehnt und das Gesetz unver­ändert angenommen. Unaenommen wird auch eine vom Aus- schich vorgeschbagene Enffchlietzung: 1. bis zum 1. Januar 1920 die Einführung des 1-Kilvpaketes unter gleichartiger Hsvab- fetzung der Gewichtshcchstgrenze von Drucksachen und Effchäfts- papieren auf 500 Er. vorzunehmen, 2. alsbald einen Eesetz«wt- wMrf vorzulegen, durch den alle Porto- und Eebührenfreiheite« aufgehoben werden und das Portoablösungsverfahven beseitigt wird. Das Gesetz wird nach kurzer Debatte in dritter Lâug angenâmen. Die Gesetzentwürfe betreffend Aenderung des Pchischeckgesetzes und die Telegraphen- und Fernsprechgebühren werden ohne Erörtertorg in zweiter und dritter Lesung ange­nommen. Das Gesetz über Wochenhilfe und Wochsnfüftorge wird nach im allgemeinen zustimmenden Erklärungen mit ge­ringfügigen Aenderungen in zweiter und dritter Lesung mit großer Mehrheit angenommen. Hierauf schlägt der Präsident vor, die Strang abzubrechen. Zu einer Erklärung nimmt so- bamrt dvs Wort Reichskanzler Bauer: Während in Berlin zwischen Preußen und P-ölen über eine schiedlich-fried­liche Nachbarschaft verhandelt wird, haben in Oberschlefien pol- S Agitatoren einen gewalffauven bewaffneten AUfstaNd èzuführen versucht. Al meiner Freude kann ich mitteilen, daß die Nachrichten wesentlich übertrieben flad. Es ist Nm 12 Uhr miLtags die Nachricht eirraegangen, daß das General­kommando Herr der Lage P. Wo polnische Bewaffnete ein- gedrungen sind, sind sie zurüchgetrieben oder festgsnommen wor­den. Nur im Gebiete östlich der Linie BeutheN-Tarnowrtz halten sich noch polnische Bewaffnete, die noch nicht gefaßt worden sind. Reguläre polnische Truppen sind auf deutschem Boden nicht angerrofte» worden. Mx^ad .,ipftWM-âM. «nu-. iM dieser, Putsche Herr zu werden. Es gibt eben Narivnakpolen in Over- schlesien, die befürchten, daß die Volksabftimmtrug gu ihren Un­gunsten ausfällt, und die deshalb unter allen UmsiLuiden jetzt schon eine feststehende Tatsache schaffen wollen. Unsere Auf­gabe wird es sein, solche Bestrebdngen zu verhindern und da­für zu sorgen, daß dem FriedensvertraM gemäß eine wirklich ungehinderte uisd unparteiische Entscheidung in Oberschlesien erfolgen wird. Es gereicht uns zur Freude, daß die polnische Regierung bieten Diirgen sernsteht, und daß poluisä-e Truppen sich nicht beteiligt haben. Hierauf wird um X£ Uhr dU Sitzung auf 4 Uhr nachmittags*vertagt.

Um 4 Uhr 20 Minuten wird die Sitzung vom Prissidentea Fehrenbach wieder eröffnet. Es folgt die dritte Beratung des Tabaksteuerglssetzes. Abg. Arnstadt (D--Nat.): Ein wesentlicher Teil meiner Freunde kann sich nicht entschließen, dem «Gesetzentwurf, wie et jetzt »erliegt, zuzustimme«. Ein Teil unb ich selbst werden unsere Bedenken, so schwerwmgienL sie auch sind, in Anbetracht der ungünstigen FinanAage zuriick- steUeu und dem Gesetz Anstimmen. Das Gesetz wird hieraus mit einigen âerheblichen Abänderungen gegen die Etiminen eines Teiles der Teutfchnationalen und der Unabhängiger cm- genon men. Es folgen Wahlprüftrngen. Die Wahlen im 7. Wahlkreis und die Rachbcruftmgen im 26. und 35. Wahlkreis werden den Ausschrchanträgen entsprechend jür gültig erklärt. Es folgt die zweier Beratung des Gesetzes über die Reichs- finanzverwaltnng. Berirlfterftatt«: Abg. Bürlage (Ztr.) stellt fest, daß auch im Ausschntz die Auffassung, daß die Erhâmg der Steuer von den Landesbehörden voazu,rahmen fei. vertreten wurde. Der Ausschuß habe «bet mit großer Mehrheit anders entschieden. Abg. Dr. B r^a u n - Franken (Svz.) : Das Reich denkt gar nicht daran, die Länder oder Ge­meinden verkümmern zu lassen. Wir haben aber der Auf­fassung der Regierung begründete Achtung gezollt und werde« ihrem Wuni ch« Rechnung tragen. Bbg. Dr. Becker- Hessen (D. Dp.) : Die Einzelsraaten verli-ereu taffachlich durch die Neu­organisation die GruddlüM ihrer Existenz und leben nur, so­weit ihnen das Seid) entsprechende Zuwendungen überleb Damit geht auch ein Teil der Hoheitsrechte der Einzefftaatev verloren. ReichsfinanMinister Erzberger: Die Gründe des Vorredners sind hinfällig. Mit der Vorlage ist ein großer Schri« zu einem Einheitsstaat getan worden, nicht ans poli­tischen, sondern aus staatlichen Gründen. Avg. Dr. Slhnd fDeni) tritt für die Vorlage ein. Preuß. Geheimrat Schwarz: Die preußische Regierung bittet, den Antrag auf Streichung der Paragraphen abFulehnea und entsprechend den Anttag Herold die Bestimmung wi^erherzustellen, wonach eine AenÄevung des § 46 nur auf dem Wege der Verfassung var- aenou.men werden kann. Preußen mürbe sich sonst vorbchaltdn u>ässen, auf Grund des Art. 74 der Verfassung Einspruch an ST-iRsrat â erheben. Nach weiteren Ausführungen der Ab- M^dnÄen M i r t h (Ztr.). ».Delbrück (D.-Nat.) und Wurm (Unabh. Soz.) fichließt die Generaldebatte. Ohne wäre Erörtera^ng wird hiernach das Gesetz im ganzen mit aroßer Mchâit angenommen. Hierauf trift Dertagung eim NbMte Sitzu-ng Mlttwoch 9 Uhr: Zweite Beratung des Erb- sckastffienevgpfttM. Anlechekredite für 1919 «. a. Schluß 914 Uhr.

Kleine Nachrichten.

Gegen die Knpitslflucht. Entsprechend seiner in der Nationalversammlung gemachten Versprechung will der Reichs- finanzminister lautD. Allg. Ztg." zur Klärung der durch das Gesetz gegen die Kapitalflucht entstandenen Fragen (Notenumtausch, Abstempelung der Wertpapiere) eine Sach- verftändigen-Komrmfsion einsetzen, die die gesamten Unterlagen des Gesetzes, inbesöndere auch die Devisenfrage, einer Nach- tMöüuHfl unterziehen soll.