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General-Auzeiger

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Dienstag den 19. Anglist Geschäktsstel?« mid Redaktion: Hammerstraße Nr. 9

1919

Unser Vormarsch durch Belgien.

Wem sind nicht noch aus jenen unvergeßlich großen Tagen bet ersten Zeit des Weltkrieges die Schlag auf Schlag ein- treffenden herrlichen Siegesbotschaften in Erinnerung? Kein Name war damals im deutschen Volke populärer als der des Unterzeichners dieser Nachrichten, des Eeneralquartiermeisters mb späteren Kriegsministers von Stein. General von Stein 5^511 mit in die vorderste Reihe jener hochverdienten Männer, bie all ihr reiches Wißen und Können daran gesetzt haben, um Deutschland zum Siege zu führen. Daß es schließlich nicht S, liegt nicht an ihnen. Dem Urteil seiner Helden und

: im Weltkriege legen alle Gutgesinnten im deutschen nach wie vor autoritative Bedeutung bei. Mit leb­hafter Freude ist deshalb zu begrüßen, daß jüngst auch General von Stein seine Denkwürdigkeiten*) veröffentlicht hat. Die Viehischen Denkwürdigkeiten gehören nicht zu jenen Büchern, die, wie es jetzt üblich ist, zu der Frage von Schuld und Fehle im Weltkriege urkundliches Material beizubringen bemüht find, sondern sind lose aneinander gereihte Eindrücke mb Betrachtungen. Was ihnen aber ihren unvergänglichen Zauber und Schmelz verleiht, ist dies, daß sie in jeder Zeile ben Stempel der Unmittelbarkeit und Frische an sich tragen

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enes wiedergeben.

!Das Buch des Generals von Stein verdient es, der Haus- bücherei jedes Deutschen einverleibt zu werden. Wir wollen unseren Lesern aus seinem reichen Inhalte einmal dasjenige vorfiihren, was der Verfasser zu unserem'vielerörterten Durch­züge durch Belgien zu sagen hat.

Für General von Stein steht die militärische Notwendigkeit »es deutschen Vormarsches durch Belgien unerschütterlich fest, kr geht dabei historisch zu Werke und läßt die einzelnen wenerafftabschefs der Reihe nach mit ihren Ansichten auf­

marschieren. Der große alte Moltke neigte nach 1871 zur Verteidigung, aber die Verteidigung sollte keine starre sein und war nicht Selbstzweck, sondern blieb mit dem Angriffs- Gedanken verbunden. Das deutsche Heer sollte in Lothringen «âarscSier-m und den französischen Angriff erwarten. Ging ÄtÄääÄW die feindliche Flanke angegriffen werden.

Als Graf Waldersee von 1888 bis 1891 Generalstabschef ffte bereits mit dem Zweifrontenkrieg gegen Frankreich md Ruf' ~ ' ' ' "

Franzosen

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war, mußte bereits mit dem Zweifrontenkrieg gegen Frankre find Rußland gerechnet werden. Zugleich hatten sich die Franzosen ein starkes Sperrfortssystem gegenüber der West- grenze Deutschlands geschaffen. Graf Waldersee beschäftig ßch daher wieder mit dem Angriff. Es galt, ein Mittel z Men, die Sperrforts schnell zu brechen. Dazu wurde die schwere Artillerie desFeldheeres geschaffen und Graf Waldersee fand den richtigen Mann für diese Schöpfung in dem Haupt- mcmn Deines, dem späteren General der Artillerie von Deines.

Dann kam Graf Schlieffen. Dieser hochgeniale Mann hat Len Posten eines Generalstabschefs der deutschen.Armee bis 1906 bekleidet. Inzwischen hatte das ftanzösische Sperrforts­system einen gewaltigen Grad des Umfanges und der Stärke «»eicht. So versprach ein Vorgehen gegen die ftanzösische Front keinen Erfolg mehr. Verdun, die Maasforts, das Festungssystem Toul-Nancy, Epinal und die Moselforts bil- 'V. .... _____... Eine Umfassung links wurde durch Spinal, die Moselforts, die Vogesen und Belfort erschwert. Eine Umfassung durch Belgien bot weniger Schwierigkeiten, wem Lüttich bald unschädlich gemacht werden konnte.Schlieffen hat viel über den Operationsplan nachgedacht und manchen entworfen, der Belgien ausschloß. Er war aber nicht zufrieden damit." Unter allen Umständen aber glaubte Schlieffen, die Melle Entscheidung über einen Gegner heckeiführen zu müßen. »Rußland konnte es nicht sein, da sich die Rußen nie gescheut haben würden, in ihrem weiten Lande zurückzugehen, um einer Entscheidung auszuweichen, bis die Verbündeten wirksam werden tonnten. Blieb also nur Frankreich und der Vormarsch durch «elgien." Dieser Idee Schlieffens entsprechend hat dann der Mgere Moltke bei Ausbruch des Weltkrieges tatsächlich ge­handelt. Uebrigens verdient als interessante Tatsache in diesem Zusammenhang erwähnt zu werden, daß nach Schlieffens sigenem Berichte es ein Amerikaner gewesen ist, der zuerst M die Notwendigkeit des deutschen Vormarsches durch Belgien Angewiesen hat.

Man mag daher über das formale Umecht, das wir Belgien âugefügt haben sollen, denken, wie man will, das eine ist fest sichern der Durchmarsch war für uns eine militärische Notwendigkeit. Es bedurfte daher zu unserer Rechtfertigung gar nicht erst der nachträglichen Feststellung von dem Areüs vorher erfolgten Bruche der belgischen Neutralität °urch Belgien selber, diese Rechtfertigung war vielmehr von vornherein mit der selbstverständlichen moralischen Pflicht Irländischer Notwehr gegeben. Zur Befestigung und Ver- Mtung dieser Ueberzeugung vermag auch das prächtige Buch oos Generals von Stein ein gut Teil beizutragen.

m *) Erlebnisse und Betrachtungen aus der Zeit des Weltkrieges von General von Stein. Leipzig 1919. & F. Kochl«, Verlag. Preis Mk. 10-, ged. Mk. 14.50.

Die Streiklaqe.

. Kattowitz, 18. August.

. Die Obleute der oberschlesischen Gruben und Hütten nahmen eine Entschließung an, worin gegen die Behauptung, die Komunisten den Streik hervorriefen, Verwahrung etn= W wird. Der Streik brach infolge der Nichterfüllung Lügender Wünsche der Arbeiter aus. Die Arbeiterschaft ^rschlesiens sei fest entschloßen, nicht eher die Arbeit auf- Amebmen. als bis ihre Forderungen berücksichtigt seien.

Die Abstempelung der Banknoten beschlossen

Die Nationalversammlung hatte am Samstag einen Tag sächlicher Arbeit, der rasch und reiLmayslas verlief und eine Reihe von wichtigen Steuer- und Finanzfragen durch das Ziel brachte. Von großer Tragweite war darunter die Annahme des Gesetzes gegen die Kapitalflucht. Auf Antrag der Kommissionen ist darin ein neuer Paragraph (9a) ausgenommen worden, der von ganz außerordentlicher Tragweite P. Der Paragraph be-

Der Reichsminister der Finalen ist ermächtigt, durch Ver­ordnung Maßnahmen zur neuerlichen Erfassung geflüchteten oder versteckten Vermögens zu treffen, insbesondere auch in AL- weichm.ig von der Vorschrift des § 6 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 (Reichsgefetzbl. S. 177) den Aufruf und die Ein­ziehung der umlaufenden Banknoten und Darlehnskaßensch eine zum Zwecke des Umtausches anzuordnen, Zuwiderhandlungen gegen seine Anordnungen mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mark und mit Gefängnis bis zu 2 Jahren oder mit einer dieser Strafen, sowie mit der Derfallerklärung des verheimlichten Vermögens zugunsten des Reiches zu bedrohen. Der Reichs- miaisier ist ferner ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Reichswirüchaftsmimster durch Verordnung Vorschriften über den Geschäftsbetrieb der Danken zu erlassen und Banken, die keine Gewähr für die Innehaltung dieser Vorschriften bieten, den Geschäftsbetrieb zu untersagen."

Dieser neue Paragraph bedeutet die Ermächtigung zu dem viel umstrittenen Notenumtausch, verbunden mit einer Kon- zeßionierungspflicht der Banken unter Aufsicht eines ivglied- rigen Ausschußes der Nationalversammlung. Die Dauer des Gesetzes ist auf ein Jahr, bis zum 1. Oktober 1920, begrenzt.

Reichsfinanzminister Erzberger erklärte Lei der Beratung in der Nationalversammlung, daß das Ministerium die Aus­führung dieser weitgehenden Vollmacht in en^r Fühlung mit den Banken, vor allem mit dem Zentralverband des Bankier- gewerbes, anzuwenden gedenkt. Die Notwendigkeit des Noten- umtausches begründete der Neichsfinanzminister zunächst mit der gewaltigen täglich zunehmenden Zahl von Fälschungen; vor allem aber handelt es sich darum, der Kapitalflucht entgegenzu­wirken, aus politischen Gründen, weil sonst das deutsche Volk die Steuerzahlung verweigern werde, wenn es nicht die Ee- wißheit habe, daß mit allen Mitteln der Fahnenflucht des Kapi- W LüLALiâ Mün-,

den, weil nur durch restlose Erfaßuna der versteckten Geldmittel die notwendigen Summen aufgebracht werden können. Erfreu- licherwtzise besteht die Aussicht, die gefährliche Lücke im okku­pierten Gebiet geschloßen zu sehen. Von französischer Seite ist die Bereitwilligkeit ausgesprochen worden, die Zollgrenze vom 1. August 1914 wieder Herzust eilen. Dadurch bekommen wir das linksrheinische Gebiet wieder fest in unsere Hand, und eine breite Tür für die Kapitalflucht wird dadurch zugeschlagen.

Die Annahme des Gesetzes in der Auchchußfaßung erfolgte ohne weitere Diskussion, nachdem zuvor die Abgeordneten Raschig (Dem.), Dr. Becker (D. Vp.) und Dr. Braun-Franken (Svz.) ihre Zustimmung erklärt hatten.

Ohne Debatte wurden die Gesetze über die außerordentliche Kriegsabgabe für das Rechnungsjahr 1919 und über eine Krieg sabgabs vom Vermägenszuwachs in dritter Lesung verab­schiedet. Einen Prioritätsstreit gab es bei der Schlußberatung des Grunderwerbsteuergefetzes, dem auf Antrag der Dembkraten, Sozialdemokraten und des Zentrums ein Paragraph 7a einge­fügt wurde, wonach die Steuer nur zur Hälfte erhoben wird, wenn der steuerpflichtige Betrag bei bebauten Grundstücken 20 000 Mark, bei unbebauten Grundstücken 5000 Mark nicht über­steigt. Es handelt sich hier um eine Erleichterung für ste Sied- lungswesen, von dem, wie der AVg. Falk sagte, so viel gesprochen wird und für das bisher nur lo wenig getan werden konnte.

Zum Schluß wurde das Zündwaren- und Spielkartensteuer­gesetz in dritter Lesung in der Ausschußfaßung angenommen. Das ZündwarenMsetz bringt bekanntlich ein Reichsmonopol.

Die Umwälzung in Ungarn.

DDP. Zürich, 19 August.

Die letzten aus Moskau eingetroffenen Nachrichten besagen, daß der Umsturz in Ungarn die innerpolitische Entwickelung in Rußland entscheident beeinflußt hat. Das Sowjetsystem gilt als abgewirtschaftet, weil die in der Hoffnung auf die Weltrevolution liegende Suggestionskpast ihre Wirkung auf die Maßen vollkommen verloren hat. Lenin will angesichts der Lage einlenken und die Räteregierung allmählich in ein sozialistisches Konzentrationsministerium umbilden. Seine Verhandlungen mit den Sozialrevolutionären und Menschiwicki melen auf eine Verständigung mit diesen beiden Parteien ab. Die radikalen Elemente innechalb der Eowjetregiemng wider­setzen sich jedoch einer Fühlungnahme mit den gemäßigten Parteien Ueber Helsingfors wird gemeldet, daß Lenin zum Rücktritt entschlossen sei, falls es ihm nicht gelingt, durch Mitwirkung der Sozialisten die dann unvermeidliche Reaktion zu verhindern.

BritischeGeftäßigkeit".

DDP. Haag, 19. August.

Hollmrdsch Riewue Büro meldet aus London: Zu dem Abkommen zwischen Großbritannien und Persien verlautet, daß Offiziere zur Ausbildung des persischen Heeres, die gleichfalls für die Aufrechterhaltung der Ordnung sorgen sollen, nach Persien entsandt werden. F, er soll Persien den Anleihe­kredit von zwei Akilliünen P.^nd Sterling zu 7 Prozent zur Anlegung von Eisenbahnen erhalten. Eine gemischte Kommission soll die Einfuhrzölle, die teilweise für die Anleihe bürgen sollen, einer Prüfung unterziehen.

DDP. Lugano, 19. August.

Der anglo-perfische Vertrag erweckt in Frankreich und Italien wachsendes Unbehagen. Der Pariser Korrespondent des Popolo d'Jtalia drahtet, in Paris sei man empört. Der Vertrag sei nicht nur ein Attentat gegen den Völkerbund,

er verletze auch die im Petersburger Vertrag von 1907 klar festgelegten russischen Rechte. Die britische Geftäßigkeit wecke immer unerträglicher. Die bittere Sprache der Pansen Preße wick in London sehr ungnädig vermerkt.

Im oberschlesischen Aufftandsgebiet.

W. Kattowitz, 18. August.

Die Preßestelle des Staatskommißariats teilt mit: 2m Laufe des vormittags hat sich die Lage im oberschlesischen Aufftandsgebiet wesentlich gefiedert. Das Militär ist voll­kommen Herr der Lage. Es besteht die begründete Hoffnung, daß im Laufe des nachmittags noch sämtliche Jnsurgenten- nester gesäubert werden können. Soweit sich die Lage bis jetzt überblicken läßt, handelt es sich weniger um polnisch« Legionäre, d. h. reguläre polnische Truppen, als um polnische Bänden. Die Verluste im Beuthener Bezirk betrugen auf deuscher Seite 15 Tote und 30 bis 40 Verwundete.

Kleine Nachrichten. *

9 MMiakdèn-Anleihekvedit. Drr Nrtionalversammlun- ist der Entwurf eines Gesetzes ietreffenb einen Anleibekredit für das Rechnungsjahr 1919 zugeLingen, wonach der Reichsminister der Finanzen ermächtigt wird, zur Bestreitung einmaliger ^außer­ordentlicher Ausgaben die Summe von 9 Milliarden Mark im Wege des Kredits flüssig zu machen, bex einzelnen Reichs- Verwaltungen die aus Anlaß des Krieges unb der Demobilmachung erforderlichen Teilbeträge bis zur Höhe von 7 Milliarden Mark zu überweisen, sowie 2 Milliarden Mark für Leistungen aus dem Frie- densvertrage zu verwende». Begründet wird der Entwurf mit da Notwendigkeit wegen der unmittelbar bevorstehenden Erschöpf»«g bei AnlechekreditS der Reichsregierung weitere außerordentliche Leckungs- mittel bereit zu stellen.

Die Rsuroahle« z« den Prooinziallandtaae«. Das non der preußischen Landesversammlung am 16, Juli d. I., verab­schiedete Gesetz über die Neuwahl der Provinziallandtage wick in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Vom Ministerium des Innern ist hierzu bereits eine Ausführunngsanweisung den Oberpräsidentenzu gegangen. DieWahlen sollen mit Beschleunigung durchgeführt werden. Sie werden in den Stadtkreisen von den neuen Stadtverordneierroersammlunsen, in den LauüMiie» vos den Kreistagen ans der Grundlage der Verhältniswahl vorge- genommen. Nach dem Gesetz sollen die Wahlen bis zum 1 September durchgesMrt sein.

Deutfcke NAtmnalversammlung.

Zu Beginn der Sitzung der Nationalversammlung tam es bei der ersten Beratung des Gefetzentwmrfes über den Anleihe­kredit für 1919 zu einer reckst lebhaften Geschäftsordnung?- bettaitte, die durch einen deutsch-nationalen Antrag auf Ab­setzung dieser Vorlage hervorgerufen wurde. Der Deutsch-Natio­nale Dr. H u g e n b e r g wandte sich mit scharfen Worten gegen die Oberflächlichkeit, womit in letzter Zeit wichtige Gesetze er­ledigt werden, und gegen die Lberftürzte Art der Vorlegung von Gesetzentwürfen, wodurch die Gründlichkeit der Behandlung seiner Ansicht nach vermieden werden solle. Im Laufe der teil­weise recht erregten Aussprache ergriff Reichsfinanzminister Erzberger mehrere Male das Wort, um auf Erledigung der ersten Lesung der Anleihevorlage zu dringen, weil sonst der Staatsbankerott unausbleiblich wäre. Sozialdeinokraten wie Demokraten betonten unter dem Beifall der Linken und unter dem heftigsten Widerspruch der rechten Seite des Hauses, daß die Rechte hier ganz einfach einen Versuch zur Störung der Ge­schäfte manche. Schließlich wurde der Antrag der Deutsch-Ratio­nalen gegen die Stimmen der Rechten und der Unabhängigen abgelöhnt und der Anleihekredit nach einer kurzen Begründung ErKergers an den Ausschuß verwiesen. Eine längere Debatte rief die zweite Neratimg des Offiziersentschädigungsgesetzes hervor. Hier erklärte nach Aeußerungen des Deutsch-Nationalen v. Gräfe der Neichzwehrminister Noske, daß sich eine An­zahl von Offizieren und Kapitulanten tatsächlich in einer trost­losen Lage befänden, daß dies aber lediglich die Folge des Frie­densvertrages sei, der von der Regierung trotz aller entgegen­gesetzten Gerüchte ehrlich und loyal durchgeführt würde. Noske wandte sich dann scharf namentlich gegen die Unabhängigen, durch deren falsche Behariptungen in Frankreich große Sorge hervorgernsen werde, sodaß Frankreich sich nicht entschließen tarnt, uns die deutschen Kriegsgesan-geuen zuriickzugsbcn, weil man befürchtet, sie könnten eine Vermehrung der deutschen Heeresmacht herbeiführen. Reichsfinanzminister Erzberger bestät-igt dann noch die Ausführungen des Reichswehrministers, daß die Regierung in warmherzigster Weise von der Berech­tigung Geb-rarah machen werde, zur^Linderung hsrvortretender Mängel alles Zweckdienliche zu veranlaßen. Die Besprechung des Gesetzes wird in einer Abendsitzung fortgesetzt.

Sitzungsbericht.

Als 1. Punkt steht auf der Tagesordnung die erste und zweit» Beratung des Anleihegesetzes für 1919.

Wo. Hugenberg (D.Nat.) zur Geschäftsordnung: Ms rot® der heutigen Tagesordnung am Samstag zustimmtèn, mußte» wir annehmen, daß sich damals die Vorlage bereits in unserer Hand be-saad. Der Irrtum ist entschuldbar, da es unmöglich ist zu wißen, welche Gesetzesvorlagen dem Hause zugegangen sind. (Lebh. Widerspruch.) Die Vorlage ist uns erst Sonntag morgen" angegangen. Sie konnte also gemäß § 18 heute nicht zur Be­ratung gestellt werden. In der letzten Zeit sind ja manche Ge­setze »râf einer Oberflächlichkeit beraten worden, die der SWrde dieses Hauses eigentlich nicht entspricht. Wenn die Mehrheit dieses Verfahren mit ihrer Würde vereinbaren kann, dann sollte sie wenigstens beschlußfähig hier vertreten sein. Das ist in den letzten Tagen dauernd nicht der Fall gewesen. Das können wir nicht Mehr mitmache» und beantragen Wsetzumg dieser Vorlage.

ReichsfinanMknister Erzberger: Wenn Sie dem Am trage stattgeben, mad)cit sie es dem Finanzministerium unmüg- ch, o-rdnuaskmüßig Geld«! ausßu geleit. Wir geraten dadurch