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Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

Geschäftsstelle und Redaktion: Hammerstratze Nr. 9

Donnerstag den 7. August

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1919

Das Schicksal der besetzten Gebiete.

Es war vorauSzusehrn, daß das Diktat der Entente über die Be­setzung der Rheinland« nicht ohne weiteres die Grundlage für die tatsächliche« Verhältnisse sein konnte. Er zeigte sich deshalb schon falb, daß Verhandlungen über dar Abkommen nötig waren, und die Entente hat sich denn auch bereit «Mären müssen, Aenderungen oder gewisse Erleichterungen zuzugestehen. Immerhin sind noch längst nicht alle Sinzelsragen so geklärt wie es für die Zukunft der be­setzte« Gebiete notwendig ist. AuS diesem Grunde werden am Donnerstag in Versailles die Verhandlungen über die besetzten Ge­biete zwischen den: Minister Loucheur und dem UnterstaatSsckretär Lewald erneut anfgrnommen. Die Reichs-Zentralstellen haben die Hauptpunkt« formuliert, i« denen eine Aenderung notwendig ist, und auch der parlamentarische Beirat in Köln hat dem deutschen Unter- Händler gegenüber seine Wünsche geäußert. Während die Wünsche der parlamentarischen Beirats sich mit speziellen rheinischen Fragen wohl größtenteils ibentifiaieren werden, hat da» Reichs-Finanz- Mnisterium seine Bedenken über die vorgesehenen zoll» und finanz. Mischen Maßnahme» geäußert. ES ist bereits zum Ausdruck gr- dmcht worden, daß die jetzigen Verhältnisse auf zollpolitischem Gebiet eine schwere Gefahr für die Finanzwirtschaft des gesamten Reiches darstellen. ES kann nicht länger geduldet werden, daß in der Zoll- mmer ein großes Loch vorhanden ist, durch das ungehindert Warm vwerzollt ins Inland kommen, und das andererseits den Steuer- drückebergern Gelegenheft gibt, ihre Kapitalien auf leichtem Wege in» ilurland $8 bringen. Er muß aber auch verhindert werden, daß die Vesctzungktruppeu unter Umständen in die Lage versetzt werden, einen Zollschmuggel große» Stil» zu treiben. DaS Reichsfinanzministerium Wetter darauf bestehen, daß die Effeftivstärke der Truppen im be­setzte» Gebiet mitgeteilt wird, denn wir müssen die Truppen unterhalten, mb zur Aufstellung einer geordneten Hanrhaltplanes ist es unbe» dwH notwendig zu wissen, welch« Summen wir in den einzelnen â« zu Wien sauern «tut.

Vugckgenheit ist bisher lediglich in der Werfe erfolgt, daß aus dem Abkommen, das am 10. Juni zwischen Wilson, Clemenceau und Lloyd George geschloffen wurde, hervorgeht, daß die Gesamtsumme, die Deutschland für die Unterhaltung des BesatznngShecre» aukzugeben hat 240 Millionen Goldmark nicht übersteigen soll. Dieses vom Temps soeben veröffentlichte Abkommen ist aber weiterhin dadurch noch inte- rcssaut, well in ihm gesagt wird, daß, wenn Deutschland zu einem früheren Termin den Beweis seines guten Willens und die erforder­lichen Garautâu gegeben hat, die alliierten und assozierten Mächte bcreit sind, unter sich ein Abkommen z» treffen, um der BefatzungS- Hrriode ein Ende zu machen. Man braucht nun nicht gerade dieses Abkomme» als ein Zugeständnis aufzufassen, da» die Alliierten ge« ächt haben, nur UM ihren guten Herzen Lust zu geben. Er kann al» politisches Lockmittel gewertet werden, wahrscheinlich ist aber, Mi e8 aus dem Zwange der Verhältnisse entstanden ist. Die Eng- lifaber und Amerikaner haben wenig Neigung, ihre Truppen 15 Jahre tag am Rhein stehen zu lassen, die Besetzung der Gebeite würde also krößtenteUs den Franzosen zur Last fallen. Wir find bereit, alle überkommenen Verpflichtungen zu erfüllen, soweit eS in unseren Kräften Mit Wen» daher die Alliiert«» bereit sind, die besetzten Gebiete !Eher zu räumen, so kann uns das nur recht sein; er ist aber jetzt aoch nicht an der Zeit, an dieses Abkommen übermäßige Hoffnungen Pi taufen.

Die neue Verfassung.

DDF. Weimar, 6. August.

D« Verkündung der Verfassung soll am nächsten SamStag statt-

Sie tritt dann sofort in Kraft. Man nimmt in maßgeben- Kreisen an, daß in den nächsten Tagen der Nationalversammlung M mehrere unaufschiebbare Gesetzentwürfe zugehen werden. Es tritt $ M mit der Veröffentlichung der Verfassung sofort anstelle des taatenaurschusseS der ReichSrat. Man befürchtet nun, daß eine Art acuum entstehen könne. Nach der Verfassung soll die Nationalver- Itttmlung als Reichstag weiter bestehen bleiben. Man hat es jedoch ^erlassen, für den Staatcnmisschuß eine ähnliche Bestimmung ein«

sodaß dieser mit dem Tage deS Inkrafttretens der Verfassung °ufhört zu bestehen. Daher muß ein Reichsrat zusammengesetzt wer- tn' Das dürfte aber immerhin einige Zeit in Anspruch nehmen.

WB. Berlin, 7. August.

n $'c Stellung der einzelstaatlicheu Kriegsunnister ist durch Au- ohme der neuen Reichsverfassung eine andere geworden. Die Heeres- ^kivaltung geht nunmehr auf das Reich über. Für Preußen tritt

*e Stelle einer solchen Reichswehr-Befehlsstelle der bisherige ^^sminister Reinhardt, in Bayern Generalleutnant Burghardt, in achsen Generalmajor v. Oldershausen und in Württemberg Oberst- ^nant Willwarth.

Eine ftanzösische Amnestie.

WB. Versailles, 6. August.

ein A Äustizkommission der französischen Kammer nahm gestern fM^estiegesetz an, das bestimmt, daß auch der ehemalige $UrJter. des Innern Malsy in die Amnestie einbezogen wird. Etob-r6^ gestern unterzeichnetes Dekret wurde der Präfekt 6 ^"'.der wegen der deutschfeindlichen Demonstrationen am Men J11 bßi der Abreise eines Teiles der deutschen Friedens- Lmt ^: n seines Amtes enthoben würbe, wieder in sein «reicht.

Das Schicksal unserer Kriegsgefangenen.

WB. Versailles, 6. August.

DieHumanste" behauptet, daß vor etwa vier Wochen die französische Regierung den deutschen Kriegsgefangenen habe mitteilen lassen, sie würden nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Einige Tage später liess man sie wissen, der Rücktransport könne erst nach der Ratifizierung des Friedensvertrages be- gumen. Die Ratifizierung durch Deutschland sei nunmehr er­folgt, die Rückbeförderung aber noch nicht in Angriff genommen. Das Blatt fragt, warum man warte und das gegebene Ver­sprechen nicht halte. Es handle sich hier um eine humanitäre Angelegenheit, die erledigt werden müsse.

DDF. Genf, 6. August.

Im französischen Kammerausschuß teilte Pichon nach einer Journal-Meldung gestern mit, daß die Heimbesörderung der deutschen Kriegsgefangenen frühesten» Mitte September beginnen werde.

Die russischen Kriegsgefangenen in Deutschland.

WB. Amsterdam, 6. August.

DemAlgemeen Handelsblad" zufolge meldet dieTimes" aus Paris: Die Frage der noch in Deutschland befindlichen Kriegsgefangenen, deren Zahl auf ungefähr 200000 Mann ge­schätzt wird, beschäftigt seit einiger Zeit den Obersten Rat der Alliierten. Obwohl ihre Rückkehr nach Russland die Armee der Bolschewisten verstärken wird, beschloss der Oberste Rat, Deutschland mitzuteilen, dass ihrer Rückkehr in die Heimat nichts mehr in den Weg gelegt werde.

Ludendorff gegen das Weißbuch.

WB. Berlin, 6. August.

In einem Aussatz des Generals Ludendorff imLokal- anzeiger" gegen das Weißbuch wird weiter hervorgehobeu, dass auch Material, das die Reich oder von ihr herrührt, noch fehlt. Dass Ludendorff am 9. Oktober gesagt habe, die Oberste Heeresleitung hätte anfangs September eine neutrale Friedensvermittlung angeregt, ist unrichtig. Die Anregung zu einer neutralen Friedens- oermittlung wurde bereits am 13. und 14. August in Spa geplant. Die Dokumente enthalten auch andere Unrichtigkeiten. Die Angabe, der Reichskanzler Prinz Max von Baden hätte am 1. Oktober eine Besprechung mit Hindenburg gehabt, stimmt nicht, da der Generalfeldmarschall sich auf der Fahrt von Spa nach Berlin befand. Ludendorff stellt ausdrücklich fest, dass bereits in dieser einfachen Tatsache sich die Ereignisse für den Prinzen Max in seiner Erinnerung um einige Tage verschoben. Ferner erklärt Ludendorff, sein Vorschlag für die erste Note sei erheblich weniger als der Wortlaut der Rote selbst. Die Unterstellung, er hätte zur bedingungslosen Kapitulation getrieben und von einer Katastrophe gesprochen, weist er zurück. Seine Voraussicht, die er am 12. März dem Ministerpräsidenten Scheidemann ausgesprochen habe, dass die Denkschrift eine objektive und lückenlose Darstellung aller Vor­gänge nicht geben werde, auf die das deutsche Volk Anspruch hat, sei durch das Weissbuch bestätigt worden.

Französische Friedenskritik.

Paris, 6. August.

Die Friedenskommiffion hörte gestern den Hauptbericht Barthous an. Dieser Bericht spricht den Unterhändlern, die von dem Wunsch beseelt sind, mit den Methoden» nach welchen die früheren Verträge geschlossen wurden, zu brechen und unter der Aegide der internationalen Demokratie den durch den Sieg befreiten Ratioân ein neues Zeitalter zu schaffen, große Anerkennung aus. Er bedauert jedoch, dass die ab­schließenden Parteien nicht von Anfang an die völlige Ver­nichtung des Werkes Bismarcks in Aussicht genommen hatten, indem sie, statt ein zentralisiertes Deutschland bestehen zu lassen, dasselbe in seine Einzelstaaten auflösten. An Hand verschiedener Dokumente zeigt er dann, daß im Juli 1914 alle Parteien zur Vermittlung bereit waren, Frankreich sogar bis an die Grenze dessen, was die Klugheit erforderte. Der deutsche Kaiser aber sei zum Kriege entschlossen gewesen. Er verlangt dringend Sankttonen und bemerft, daß der inter­nationalen Moral nicht Genüge getan werde, wenn die Schul­digen nicht büßen müßten. Barthou geht darauf zur Frage des Völkerbundes über. Er beansprucht für Frankreich die Ehre, schon seit alten Zeiten für das Völkerrecht eingetreten zu sein und findet für den Präsidenten der Vereinigten Staaten Motte hoher Anerkennung. Barthou weist darauf hin, dass der Völkerbundsvertrag die sichere Garantie für den Welt­frieden biete. Dabei bedauert er, dass Frankreich im Schoß des Völkerbundes nicht die bedeutende Rolle und der ihni gebührende Einfluß, auf welchen es durch seine Opfer Anspruch erheben müßte, eingeräumt worden seien. Barthou beweist mit Hilfe einer Interpretation der Texte und unter Hinweis auf die von der Koonntssion gemachten Zusätze, daß wirk­samere Sanftionen an die Aktion des Völkerbundes geknüpft werden könnten. Wenn in ferner Zukunft der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund angenommen wird, erklärte er, so könne das nicht geschehen, bevor es alle seine Ver- pflichtungerl erfüllt habe. Der Berichterstatter fährt in seinem Bericht mit der Prüfung der wittschaftlrchen und finanziellen Bedingungen fort u. a. diejenigen, welche die Wiedergut- mackung betreffen und prüfte dann schließlich die militärischen Klauseln über die graue des linken Rheinufers. Ferner

erklärte Batthou, dass die ftanzösische Regierung bis gut« 17. März 1917, an welchem Tage eine Verständigung mit den Alliietten zustande kam, auf verschiedene Schutzsystems gedrungen hat und kam dann auf die beiden freiwillig von Amerika und England angebotenen Garantier»ertrüge zu sprechen. Bei den allgemeinen Schlussfolgerungen angekommen, erstatte Barthou, mit Rücksicht auf die von Frankreich gebrachten Opfer und die enge Union mit seinen Alliietten, daß Frankreich in Treue an der Grenze der Freiheit für das Recht Schildwach« stehen müsse. Er erflärte, daß es nicht möglich sei, daß der Frieden Frankreich ruiniere. Es sei unmöglich, daß das ruhmreiche Frankreich ohne die Hilfe bleibe, die es selbst den alliierten unb assoziierten Völkern so machtvoll geleistet habe^ Der Bericht wurde mit allen gegen 32 Stimmen angenommen.

Französische Stimme zum Brief des Prinzen Heinrich.

DDF. Zürich, 6. August.

Homme Libre" greift in seinem gestrigen Leitartikel den Prinzen Heinrich von Preußen heftig an wegen seines Briefes an den König von England. Dieser Brief habe in der Sammlung der preußischen Schändlichkeüen gerade noch gefehlt. Es bieße die Tatsachen einfach auf den Kopf stellen, wenn man glaube, daß England die Schuld am Kriege trage. Aber der Deutsche fei nun einmal ein Weister in solchen Verdrehungskünsten. Deutschland werde seine Schultz, nicht einmal einsehen, auch wenn der Kaiser gehenkt wird.

Die Vorgänge in Ungarn.

Wien, 6. August.

Die Blätter melden aus Budapest: In Budapest herrscht Volk, kommene Ruhe. Heute früh wurde unter Trommelschlag verkündet, daß innerhalb zweier Stunden alle Waffen abgeliefett werden müßten. Die Besetzung wurde vorläufig durch drei Divisionen bergenommen. DieUngarische Post" meldet: Die Gerüchte über Ausschreitungen des rumänischen Militär» bewahrheften sich. Die rumänischen Sol­daten verübten in den Vororten von Budapest Gewalttaten und ge-

i VLtJUuyicH ^^i "^i^ k -^3^ einem von Ärbefternoewohnken Viertel, sperrke^rumänisckeZ MMkr um 8 Uhr abends die Hauptstraße ab. Arbeiter, die um diese Zeitz aus den Fabriken nach Hause gehen wollten, wurden nicht dnrchge« = lassen. Als einige Arbeiter versuchten, die Hauptstraße zu über­schreiten, wurden sie durch Gewehrsalven getötet. Die Zahl der Toten konnte nicht fesigestellt werden, da die Rumänen ntemaiib $« m Leichen ließen.

Der Leiter der SBiener italienischen Mission, Prinz Borghese, ver» handefte mit Vertretern der ungarischen Regierung; zunächst mit dem Minister des Aeußern Agoston, dann mit dem Kticgsminister Hau­brichs, sowie mit dem Minister des Innern Peyer. Anch der eng­lische General Gordon, der heute früh in Budapest eintraf, wurde zu diesen Verhandllmgen zugezogen. Der Oberstadtharlptmann Dietz er­klärte: Zurzeit wird die öffentliche Sicherheit bloß durch die in der Stadt zirkulierenden rumänischcu Patrouillen aufrecht erhalten. Wer nach der Sperrstunde auf der Straße augetroffen wird, wird ver­haftet. Der Oberstadthauptmann hofft, in einigen Tagen wieder Polizei zur Erhaltung der Ordnung und Ruhe zur Verfügung zu haben*

DDF. Wien, 6. August.

Die amerikanische Regierung ist beim rumänischen Armeeober­kommando wegen Zurückziehung der den Ungarn auferlegten Waffen­stillstandsbedingungen eingeschritten und hat mit der Sistierung aller Zufuhren nach Rumänien gedroht. Die ungarische Regierung stellt sich auf den Standpuntt der passiven Resistenz, da sie die praktische Durchführung für gänzlich unmöglich hält. Sowohl die Demontierung der Maschinen, als auch die Wegfühiuug der Ernte scheitern an dem vollständigen Mangel an Kohlen. Auch die Ingo-Slawen und die Tschecho-Slowakeii soSen dagegen protestiert haben, daß da» gesamte Bolksvermögcn Ungarns den Runiänen zufallt. Die beiden Nationen haben ebenfalls ihre Ansprüche auf Ent­schädigung durch Ungarn bei den Ententemissiontn geltend -gemacht. In der Kommisfio« der vier Generale, di- die Entente zur Duichführuug des Waffenstillstandes und zu den Verhandlungen mit den Rumänen nach Budapest schickte, werden die Amerikaner eine führende Rolle spielen, da die Oeffnung des DonarlwegcS sowie die Transporte großer Lebensmittelmengen aus dem B«nat und den anderen fruchtbaren Gebieten des ehemaligen Süd-Ungarn von größter Wichtigkeit für das Ernährun,sproblem Europas sind und die Amerikaner in ier EruährnngSfrage die füllende Macht darstellen. Dieser wirt- schaftliche Gesichtspnnkt wird anch bei der Lösung der politischen Fragen von großer Bedeutung sein.

Pogrome in der Ukraine.

Amsterdam, 6. August.

LautTelegraaf" meldet der Korrespondent derTimes" in Warschau furchig:e Einzelheiten über große Judenpogrome in der Ukraine. Die gegen die kominunistischen Kommissare erbitterte Menge nahm den Umstand, daß eine Anzahl bei Kommissare Juden sind, zum Anlass, um unter der jüdischen Bevölkerung zu morden und zu plündern. Die Täter tragen Binden mit der Aufschrift:Tod den Juden! Rettet Rußland!" In Schitomir sollen 1200 Juden, in Kasatin 600, in Felß- tin 900, in Faftow und Berditschew 2000 Juden ermordet worden sein.

Kleine Nachrichten.

Die Minenfelder in den Dardanellen sollen durch deutsche Kttegsschisfe beseitigt werden. Die in der Kieler Germania- werft im Umbau liegenden früheren LinienschiffeWittelsbach" unbSchwaben" sollen diese Arbeiten, die sechs Monats dauern werden, aus führen.