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* Anderweitige Siegelung der Ledettsm-ttelt-rrtcilung. Bekanntlich ist der Landkreis Hanau von dem Abkommen znrückge- treten, da? er mit der Stadt Hanau wegen der gemeinsamen Ver­sorgung mit Lebensmitteln für die beiden Kommunalverbände getroffen batte. Dieser Umstand und ein kürzlich ergangener Erlaß der ReichSer- nährungsamteS, nach welchem sich die Konsumgeschäftennd Großhändler wieder an dem Einkauf derLebenSmittel beteiligen sollen, erforderten, einen anderweitigem Modus zu suchen, nachdem für die Folge die Lebens­mittelversorgung, soweit sie noch von der Rationierung abhängig ist (in der Hauptsache Zucker und Mühlenfabrikate) gehandhabt werden soll. Die Nststandkkommissiou hat nach eingehender Aussprache in ihrer gestrigen Sitzung damit die hiesigen Großhändler und den Kon­sumverein betraut. Die Stadt stößt dadurch lediglich den rein ge­schäftlichen Teil ab, während die Preis- und Marken-Kontrolle usw. nach wie vor durch sie bezw. ihre berufenen Organe ausgcfnhrt wird. Das Verfahren, das bisher bei dem Verkauf von Fett- und Fleisch­waren und Kartoffeln beobachtet wurde, bleibt vorläufig bestehen.

* Großhandel mit Gemüse und Obst. Die für den Groß­handel mit Gemüse, Obst und Südfrüchten vorgeschriebene be- soudeve Gettehmigun-g (§ 9 der Verordnung vom 3. April 1917 R.-G.-BI. S. 307) ist durch Verordnung vom 28. Juli 1919 aufgehoben worden. Zur Vermeidung von Irrtümern werden aber die Interessenten darauf hingewiesen, daß die Geneh­migung-pflicht nach der Verordnung über den Handel mit Lebens- und Futtermitteln und zur Bekämpfung des Ketten­handels vom 24. Juni 1910 auch weiterhin Besteuern bleibt.

* Ein Prefseftreil. In der jüngsten Sitzung des Heidelberger Mirgerarrsschnffes nahm die Aussprache eine so große Aus­dehnung an, daß die Vertreter der Press« dagegen Stellung nahmen. Die Vertreter sämtlicher Heidelberger Blätter hatten um 7 Uhr dem Vorsitzenden mitgeberlt, daß sie ab 8 Uhr die Berichterstattlmy einstcbrn würden. Da ym 8 Uhr ein Der- lagmngsamtraig des Ob-orbürgermeisters nicht durchging, traten die Pressevertreter in den Streik.

* Gedächtnisfeier. Der GesangvereinTonblüte" hatte am Sonntag dein 3. August zu Ehren feiner gefallenem Mitglieder eine Gedächtnisfeier im DereinslâlZur Stadt Bremen" arrangiert, zu der alle Angehörigen der gefallenen Sanges- brüder sowie Mitglieder und deren Angehörige nebst Freunden herzlichst eingebaden waren. Ei regel eitet wurde die Feier durch den ChorDie Hymne", wÄche von den Sängern unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Musikdiweltor Hch. Appunn klang­voll zu Gehör gebracht wurde. Anschüießsnd hieran wurde von dem allseits beliebten Verein sm itglied Herrn Joan Bock ein Prolog vorgeSragen, dessen Inhalt zu der schlichten Feier alle Herzen tief gerührt hatte, und wofür ihm herzlicher Dank sei, besonders für das selbstlose -und opferwillige Sichindisnststellen. Es wurde sodann die Ehrentafel enthüllt, welche in der Kunst- geMerblichen Ziselier-Werllsrätte des Herrn Max Peteler an-ge- sertigt wurde, vom zweiten Vorsitzenden, Herrn Adolf Gräbe­nei, mit einigen herzlichen Wdvten an den erstem Vorsitzenden, Herrn Justin Gensler übergeben. Herr Eensler hat es verstanden, mit seinen Ausführungen der gefallenen Sanges- brüder würdig zu gedenken. Die ernste Feier schloß mit dem ChorStumm schläft der Sänger", der würdig zu Gehör ge­bracht, noch lange in aller Herzen Nachklang. Die Ehrentafel «ist im Vljumpngeischäst vom Gatt mm sei, Krämerstvaße, aus­gestellt.

* Der Metavarbeitttsirarr. Die Arbeitgeber haben die in den Ausstand getretenen Arbeiter ihrer Betriebe benachrich­tigt, daß, falls bis morgen Donnerstag 7 Uhr früh die Arbeit nicht wieder ausgenommen wird, das Arbeitsvebhältnis als gelöst zu betrachten ist. In einer darauf von der StreiAeit-ung einberufenen Versammlung haben die Ausständigen beschlossen, aus den gestellten Forderungen und damit im Ausstand zu be­harren, jedenfalls aber den Entscheid des Demobilmachungs- Kommissars in Cassel abzuwarten.

* Sommerfest. Am nächsten Sonntag veranstaltet. im Kai-sech of" der GÄamgvevoinTy p o graphia" (V. d. Prersfchietzen, Kegeln und Quadräteln aufweist. Solbstver- ftändlich kann auch dem Tanz in ausgiebiger Weise gehuldigt werden, ebenso sollen die Kinder nicht leer ausgehen. Wer sich am Sonntag in ungezwungener Weise unterhalten und amüsieren will, der verlebe den Nachmittaklm Kreise der Buch­drucker imKaiferhos".

* Hanauer Kriegerverein. Wir machen auch an dieser Stelle auf die tm Inseratenteil d-r gestrigen Ausgabe des Anz. an« gekündigte Monatsversammlung am Atittwoch den 6. August abends ß/« Uhr in der. Centralhalle aufmerksam. Der Verein will eine Sammelstätte aller gedienten Leute, sowie aller derjenigen sein, die im nun beendeten Weltkriege in irgend einer Art dem Vaterland« Dienste geleistet haben, sei eS mit der Waffe, bei der Feldpost, der Feldeisenbahn, dem Sanitätskorps usw. Voraussetzung ist nur Liebe kum deutschen Volke und Vaterlande. Politik wird nicht getrieben. Monatsversammlungen und gesellige Zusammenkünfte geben reichlich Gelegenheit zu vielseitigem regen Gedankenaustausch. Es sei darauf hmgcwiesen, daß der Verein während der Kriegszeit an Angebörige seiner Mitglieder über 20000 Mk. Familienunterstützung gezahlt hat. Auch kann den Hinterbliebenen verstorbener Kameradcn ein Sterbe- gelb bis zu 150 Mk. gezahlt werden. In Rechtsfragen wird bereit­willigst Auskunft erteilt. Möge gerade jetzt in Zeiten des wirtschaft­lichen Niedergangs der Verein aus den Kreisen der in unserer Stadt so zahlreich vorhandenen Kriegsteilnehmer und insbesondere der Kriegsteilnehmer, deren Nöte in jeder Beziehung dort eine Stätte hilfsbereiter Linderung finden, frische Zufuhr erhalten, damit ein hoffnungsfroher Geist auf eine bessere Zukunft unseres Volkes neue Nahrung erhalte zum Segen unseres geliebten Vaterlandes. * An­meldungen zum Verein werden von allen Mitgliedern «ntgeacn- genommen.

* Goldschär bei der âbeit" überrascht. Zu dem unter der vorstehenden Stichmarke in der gestrigen Nummer d. Bl. veröffentlichten Bericht schreibt uns ein Beteiligter: Bei den 600 Goldmünzen handelt ei sich um Napoleons (französische 20 Francs)- Stücke, die an der Börse in Frankfurt gehandelt werden und die mit einem Aufschlag von 1 Mk. pro Stück Weiterverkauf! werden sollten. Da nach demReichSblatt' vom 23. Juli laut Mitteilung derFrankfurter Zeitung' und desHanauer Anzeigers' der Gold- Höchstpreis aufgehoben wurde, wird abzuwarten sein, »b die Beschlag­nahm« zu Recht erfolgt«.

* Ein Mittaz Gin Abend in Wien. Die Vorarbeiteu für den Stil-AbendEin Mittag Ein Abend in Wien' sind vol­lendet, und kann man dem 10. August in der Centralhalle mit In­teresse entgegensetzen. Mit großen Unkosten ist el dem Komitee ge­lungen, ein Programm zu entfalten, das zu den seltensten hier zählen dürfte. Eröffnet wird der Spielplan durch ein vollbesetzter Streich­orchester, der theatraliche Teil liegt in den Händen eines gut «ingc- führten Theaterensembles unter der Regie von Herrn M. Haas. Ter­zette ans bestirnten Operetten, sowie Gesangseinlagen wechseln mit einem auf* beste inszenierten Singspiel, sogar die Artistik ist in bester Weise vertreten. GesangSchöre bietet in bekannter Güte der Gesangverein Melomania' Hanau. So ist jedem Geschmack Rechnung getragen Ab 8 Uhr werde» die Pforten eines gemütlichen Kabaretts im unteren «aale eröffnet, auch hier produziert sich eine Kette bester Kunstkräfte sowie eine ungar. Künstlerkapclle. Eine Schießhalle sorgt da­für, daß auch ein gutzielcnder Schütze auf seine Kosten kommt. Tanz- gelegenheit ist ab 8 Uhr in zwei Sälen bei großem Orchester. Karten sind nur noch in geringer Anzahl vorhanden und sind dieselben in den bekannten Vorverkaufrstellen zu haben.

* Wohltätigkeits-Fußballspiel. Wir messen nochmals auf das heute abend pünktlich um 6 Uhr auf dem Vik-toriafportplatz stattfiüocnd« Wettspiel hin. Es hat heute jeder Sportanhänger Gelegenheit, ebn Sicherstem zur Verbessernng der unglücklichen Lage unserer firlegsgefangenen beantragen.

Turu«es«llschaft Hanau gegr. 1881. Der Turner August Eckhardt errang bei dem Rhönturnftst «uf der Wasserkuppe am L. August im Vierkampf mit 67 Punkten den 7. Preis. Außer den gestern veröffentlichten Siegern beim Gauturnfest in Bieber errang jw* 4er Turner LouiS H a « den 85, Preis mit 83 Punkten,

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* Einbruch. Diebe drangen in der vergangenen Nacht in das an der Brauerei Dörr stehende WafferbänSchcn ein und entwendeten einige Gegenstände von unbedeutendem Wert.

s. Niederrodenbach, 5. Aug. In Verfolg der kürzlich in einer Sitzung der Gcmcindevcrtrtung beschlossenen Aufbringung eine? Fonds zugunstcu unserer jetzt bald heimkchrendcn Kriegsgefangenen hatte der gewähltè Ausschuß inzwischen Fthlung mit sämtlichen hiesigen Ver­einen genommen und deren volle? Einverständnis und tatkräftige Mit­wirkung ;itgefidiert bekommen. Da die Zahl der noch in Feindesland schmachtenden Ortsaugehörigen im Verhältnis zu anderen Ortschaften hoch ist, muß naturgemäß auch eine hohe Summe aufgebracht werden. Es soll daher zunächst von dem Ausschuß, der durch Zuwahl aus den einzelnen Vereinen verstärkt wurde, am kommenden Sonntag, den 10. August eine Haussammluug abgehalten werden, bei der man in An­betracht der schon oft bewiesenen Opferfteudigkeit unserer Einwohner­schaft einen schönen Ertrag zu erreichen hofft. Am Sonntag den 1. September soll ein Volksfest abgchaltcn werden, zu dem alle Vereine ihre Mitwirkung zugesichert haben. Um auch die edle Kunst der Musik in den Dienst der guten Sache zu stellen, soll ein Kirchenkonzert die Reihe der Verauftaltimgen krönen. Näheres wird noch zu gegebener Zeit bekanntgegeben werden.

Vereine, Versammlungen.

* Turnvcreiu Hanart t. V. aegr. 1860. Spielabtei- lung: Heute abend 8 Uhr Spiclersitzung. Da sehr wichtige Be­sprechung stattsindet, bitten wir um vollzähliges Erscheinen. G e - sanzsabteilung: Heute abend 8 Uhr findet im Vereinslokal die erste Singstunde statt. Gleichzeitig möchten wir die Sänger bitten, doch diese Singstunde nicht zu versäumen und recht pünktlich zur Stelle zu sein.

* Reserve - Bürgerwehe. Am Donnerstag den 7. August, von nachm. 5 Uhr ab, Schießen für den 2. ZugMilitärschießstände Lamboystraßc".

-* GesellschaftHwmor.' Am Sonntag den 10. d. Mts. ver­anstaltet borgen. Verein einen Ausflug nach KeffelstadtZum Schwanen', verbunden mit Unterhaltung und Tanz. Kartenvorverkauf findet bei Friseur Fr. Bierwirth, im VereinslokalZum Nordend' vor der Kinzigbrücke, sowie bei sämtlichen Vereinsmitgliedern statt.

* 1. Kessclstädter F«ßdatt-Clttb 1004, Mttwoch abend Vi9 Uhr Monatsversammlung.

* Kansm. Verband für weibliche Nngefiellt« E. D. (Ortsgruppe Hanau). Donnerstag, 7. Aug. Wanderabend. Treff­punkt 7 Uhr Straßenbahndepot. Bei Regenwctter Zusammenkunft im Verbandslokal.

* Marian. Junsfrauen-Kongregatio« und Jngcnb» abteilung. Hente, Mittwoch, abends sieben Uhr findet am Sport­platz Probe statt. Diejenigen Akitglieder, die die Stabübungen mit­machen, wollen sich pünftlich einfinden. Um 8 Uhr ist im Jugend­heim Liederprobe, ferner Ausgabe der Eintrittskarten zum Sport- unb Kirchweihfest am 17. August.

* Marian. Jnngl.-Konsresation. Heute abend 8 Uhr werden sämtliche turnerische Uebungen auf dem Sportplatz geprobt. Die Versammlung im Sälchen fällt deshalb aus. Die Mitglieder werden gebeten sich auf den Sportplatz zu begeben. Morgen abend J/i9 Uhr ist Vorstandssitzung.

* Mar. Jünglings-Kongregation. Heute abend um 7 Uhr ist am Sportplatz Prob« für das Sportfest. Beâ schlech-tem Wetter Versammlun-g um %9 Uhr im P-sirrrsülchen.

* Theater-Abteilung M. I. K. Morgen abeüd muß die Der- fammluny ausnahmsweise aussallen.

Der Hanauer Kommunistenprozeß.

w. Marburg, 5. August.

Die betennnien Vorgänge, bite sich anfangs dieses Jahres «n HarâabMÄten und die voruüergehenb ü. a. das dortige Landratsamt sowohl wie auch den Hanauer Sin geiget in andere Hände brachten, dürften von heute an mehrere Tage lang die Feriedtammer des hiesigen Landgerichts beschäftigen. Die Angelegenheit ist bekanntlich aus verschiedenen Gründen nach hier verwiesen worden. Etwa 80 Personen sind als Zeu­gen geloben. Wegen der Enge des Eerichtssaales ist der Zu­tritt zum Zuhorerraum laut Gerichtsbeschluß nur gegen Karte gestattet.

Den Vorsitz der Behandlung führt Deh. Rat Landgerichts­rat Tilemann, die öffentliche Anklage vertritt Staatsanwalt­schaftsrat Spatz aus Cassel. Als Verteidiger sind anwosend Rechtsanwalt Dr. Külz von hier und zwei auswärtige An­wälte, darunter Dr. Rosenfeld ans Berlin.

Die Angeklagten find der prakiüche Arzt Dr. Georg Wag­ner, geboren 1867 in MAitsch, der Buchhändler und Partei­sekretär Fridrich Schnellbächer, geboren 1884 in Hanau, der Kaufmann Wilhelm Schwind, geboren 1895 in Hanau, und der Redakteur Gustav Hermann Hammer, geboren 1887 im Merse­burg. Ihnen werden insgesamt neun strafbare Handlungen zur Last gelegt. So sollen Schwind und Hammer wjiderrecht­lich in ein Kaufmanns- und in ein Fabrikgeschäft eingebrungen und die Inhaber bedrccht und beleidigt haben. Ferner sollen Wagner, Schnellbacher und Schwind die Lotung desHanauer Anzeiger" mit Gewalt übernommen und den Redakteur Schrecker veranlaßt haben, seinen Posten zu verlassen und dem Redakteur Hammer zu übertragen. Schnellbacher und Schwind haben ferner, so heißt es in der Anklageschrift, denHanauer AnzeitZer", die Frankfurter Nachrichten" und dieBolks- fttmme widerrechtlich zur Aufnahme amtlicher Anzeigen ge­nötigt, Wagner und Schnellbächer den Bürgermeister Ritter -in Langenselbold der Freiheit beraubt, Wagner sich wabefugt ein Amt, das des Landrats, angeeiWe-t und schließlich sollen Wagner. Schnellbächer und Schwind bewMn-ete Haufen ge­bildet und andere Leute zum Widerstand gereizt haben.

Di« Verhandlung, zu der auch Oberstaatsanwalt Eanslandt aus Cassel erßhienen war, nahm pünktlich um 10 Uhr ihren Anfang. Der Vorsitzende teilte mit, daß einige Zeugen, u. a. Dr. Breitfcheid und Feld, verhindert seien. Bei Feststellung der Personalien der Angeklagten ergab sich, daß Schwind in 1917 sich aus dem MAitärdiercst entfernte und am 15. November vorigen. Jahres aus Holland nach Deutschland zurückkehrte.

Nach Verlesung des Erösfnungsbeschlusses gab zu::ächst Dr. W rer Mitteilungon über die Vorgänge bei der Revolution, bi. ~ Übung des Soldatenxats usw. am 8. November und an den folgernden Tagen. Um die öffentliche Sicherheit zu gowähr- leisten, hätte ihn der Landrat Reg.-Rat Schmid zur Bildung eines Soldatenrats aufgefordert. Dieser Aufforderung sei er auch nachgekomman. Das Amt des provisorischen Landrats fest ihm vom A.- und S.-Rat übertragen worden. Er machte dann längere Mitteilungen über die gemeinsame Führung der Ver­waltung usw. Gegen eine Regierungsverfügung, daß er und di« anderen die Geschäfte nicht mehr führen sollten, sei sofort Einspruch erhoben worden. Der seitherige Landrat Schmid ist -dann, wie weiter mitgeteilt wurde, nach Frankfurt ü berge­siedelt, Wagner sagte, er habe sein Amt am 16. Januar freie

willig nieder gelegt. Um ihn zu ^entlasten, sei die DernehinM des Ministers Dr. Dveitscherd seiner Ansicht nach nZffg, auch vom Verteidiger begründet wurde. Die AngeAag^ Hütten nach bestimmten RichtliUisn der Regierung Hamdestr n^ auf jede Reaktion achten müssen. Der Angeklagte mochte Mitteilungen über die Uebernahme des amtlichenHanm«, Anzeigers", feie auf Anordnung des S.-Rates erfolgt sei.

Die Mißhelligkeiten mit Bürgermeister Dr. Ritter sch^ wegen der Lebensmittelversorgung erfoTigt. Bezüglich der M düng von bewaffneten Haufen sei Hm die Anklage «w allq, wnbcgreiflichsteU. Es sei ihm gemeldet worden, auf Paradeplatz fei Spektakel. Um die Leute zu beruhigon, habe e sich an Ott und Stelle begeben, nicht aber, um Zum Kmnpß gegen die Regierungstruppeca usw- aufMsdtdern.' f .

Aus Mah und Fern.

Fra,tkfurt a. M., 5. Aug. Der seit einigen Tagen wâhrech Kellnerstreik wurde heute mittag auf Beschluß einer starkbefuchten Va- sammlung der Gaschausangestellte« für beenbet erllärt. Die arbeit, geber haben zugesagt, bis zum 1. September einen Tarif unter Fon fall der Trinkgelder und Gcwähmng einer TcurrungSzulage von Ä Prozent mit den Angestellten abzuschließen.

Schmalkalden, 5. August. Ein Unglücksfall mit fobG^eii Ausgang trug sich am Bahnhof Reiherstor-Schmalkalden A Der Nachmittagszug hatte sich schon in Bewegung gesetzt, als die 15jährige Tochter des Kreissekretärs Hartmann noch aus springen wollte. Das Mädchen kam dabei zu Fall, geriet unter die Räder des Zuges und wurde tödlich verletzt.

Geisa, 5. Äugust. Die sittliche und moralische Verrohung, die eine Folge der Kriegszeit ist, hat auch in unserem stiller Rhönviertel zu einer entsetzlichen Bluttat geführt. Der Sch des Willsau in Bremen bei Geisa unterhielt mit einem Mädch« aus diesem Dorfe namens Bernhardt ein Verhalnis. Mills« hat nun aus bisher unbekannten Gründen am Sonntag v« mittag das Mädchen auf, der Landstraße von Geisa naf Bremen durch zwei Schüsse töÄich getroffen. Dann hat« sich selbst erschossen. Die beiden wurden zusammen im Sinti aufgefunden. W. war tot. Das Mädchen gab noch Sebens, Zeichen von sich. Es wurde im Auto ins Krankenhaus nai Geisa gebracht, wo es gleichfalls starb.

Eisenach, 5. August. Ueber die wahnsinnige Tat einet Lustschaukelbesitzers wird aus Tiefenort gemeldet: Am Samstzz abend gerieten einige Jungen aus Kieselbach mit dem Lust schaukelbesitzer Caspari aus Kloster bei Salzungen, wegen zi schnellen Schaukelns in Streit, in welchen sich auch hiesig! Burschen mischten. Sn der Hitze des Streites holte CaspN seinen Revolver und gab mehrere Schüsse ab. Drei abseits stehende Personen wurden getroffen. Ein 19jähriges blühende; Mädchen namens Rodegast von hier war nach einigen Minute, tot. Der 25jährige Bursche Staub aus Oberrohn starb nach einigen Stunden. Ein dritter Verletzter namens Ziller va« hier hatte einen Bmstftreifschuß bekommen. Wäre die Polizei nicht gleich zur Stelle gewesen, so wäre Caspari vom an. wesenden Publikum gelyncht worden. Seine Schaukeln uni Orgeln fielen der Wut der Menge zum Opfer.

Nieder-Moldau i. Odenw., 4. August. Nach einer gest« abend stattgehabten Reiberei zwischen jungen Leuten verfolg» der 16 Jahre alte E. C. Nahr aus Nieder-Moldau einen bei der Reichswehr stehenden 17 Jahre alten Burickau aus Erâ MWWWWVWWWWWMMVWasie.' w faßte seinen Gegner an, worauf dieser mit seinem Seiten gewehr dem Nahr verschiedene Stiche in die Brust beibrachk und dann nach Hause lief. Nahr ist an der Verblutzu» gestorben. Der Täter wurde festgenommen.

Aus Mer Welt.

Herrenlos« Güterwagen. Eine große Sendung Speck ist M der Lichtenberger Kriminalpolizei beschlagnahmt worden. Auf hm Nnmmelsburger Güterbahnhof beobachtete ein Kriminalbeamter, d«! mehrere Personen sich an einem Wagen zu schaffen machten, und auS fein» Innern Speckieiten heransholten. Der Beamte nahm zunächst an, bafté sich um einen Transportwegen der Lichtenberger LebenSmittelverteilung«' stelle handle und veranlaßte die militärische Wache des Vahnho'ck einen Posten vor die beiden Eisenbahnwaggons zu stellen. Eine frage beim Magistrat Lichtenberg ergab jedoch, daß dort von ein1 solchen Meldung nichts bekannt sei. Die Kriminalpolizei stellte W bei der Direktion des Lichtenberger Güterbahnhofes Nachforschung!» an und verlangte die Frachtbriesc für die beiden Waggons, die i fammen 400 Zentner Speck int Werte von mindestens 400 000 Man enthielten. Trotz eifrigen Suchens konnten die Papiere, die über d« Herkunft, Inhalt und Bestimmungsort der Wagen Aufschluß geb« sollten, nicht gefunden werden. Dagegen stellte Polizei fest, daß die beiden Waggons mit Speck 0111 Tage zuvor mit einem auS Siegen in W; falen eiiigetroffeiien Zuge angekommen und in Lichtenberg abgeW worden waren. Die Waggons wurden zur Rampe geschoben und d« sollte der Speck, der in Kisten verpackt war auègeladen »erbet Merkwürdigerweise will niemand voll der Ankunft der WagM' etwas gewußt haben. Auch der Auftrag, die beiden Wagen M hängen und an die Güterrampe zu schieben, ist von der Leitung de- Güterbahnhofes nicht erteilt worden. Die Polizei nimmt an, bat» sich hier um eine groß angelegte Schiebung handelt.

Vilzvergrft,»«gen. Kaum sind infolge der großen F«ucht>!I' keit der Bodens die ersten Pilze auf dem Erdboden zu entdecken, I6 werden auch schon durch die Zeitungen die ersten Fälle von PiW° giftung gemeldet. In Moers ist dieser Fall jetzt wieder am fraifefl® und zwar ganz katastrophal ausgetreten. Dott hatte der Arzt M Dzubinski Pilze zum Abendessen gesammelt. Wegeu Nacht erträn­kte ganze Familie, drei Kinder und die Mutter starben bereits Nachmittag und bald darauf starb auch der Vater. Damit ist 61 ganze Familie das Opfer einer Pilzvergiftung geworden. .., Eine Großft.brik ringe äschert. Großfeuer zerftörte »unr E teti Teil feie Chlorkalrumfobrik Crughittt« der Ninnsfeldischs» Gewerkschaft. Auch gewaltige Mvngèn Teer und Dachpappe ff' wie tausende von Säcken verbrannten. Der Schaden, der Versicherung gedeckt ist, beträgt martere MMionen-

Oeffentlicher Wetterbericht.

NeobachttlUg bei Phhstkalischr» Her««» freetfnrt « M.

»sran-fichttich« Witt««««« f»r >te Seit v-m «d»«>

6. Siufluft »ts z«m «t-st«» »»««». .

Wolkig bis heiter, trocken, zunehmende Erwärmung, schwach« l beioegung.

Wagener ^t Schlotei

Frankfurt a. M. Ooeihestr. 911

aus guten und praktischen Stoffen, neue Form solide Verarbeitung, Mk. 288353, 480635 »^