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Die Pläne der Reichsregierung.
»erlitt, °. August.
Da Hauptawrschuß der preußische« Landesversaimulung beschLf- st^t sich gester» unter Hinzuziehung der FraktionSfâhrer mit den PLa« der RerchSregi-erung, die Verwaltung der direkt« Steuern auf das Reich z« âberuehmen. Der von mehrer« Patteiführern «Hoden« Forderung her Einberufung der LandeSversammlung für da 11 August wurde von dem Bettreter des ReichSfinanzmimsteriumS attgegengehettten, daß man nicht bi» nächste Woche watten könne. Der Fühâr bes Deutsch-national« DolkSpattei machte für feine Person, »hu« seine Fraktio« M bind«, Bedmk« und Vorschläge geltend, stach langer Debatte ergab sich Einstimmigkeit darüber, daß die Vertreter Pvmße»» im Staat«au»schyß bex Plan« der Regierung nur beta zustimm«, wenn in bat Steuergesetz« Sicherung« dafür bot» hand« sind, daß die " Saaten und Gemeind« nicht durch Manzel an Mitteln ihre» .. r» beraubt werden.
Besetzungsperiode und Wiedergutmachung.
' WB. Berlin, 4. August.
Der „Demps* veröffentlicht den Text einer am 16, Juni stoischen Wilson, Clemenceau und Lloyd George getroffenen Abmachung, die wörtlich wie folgt lautet: Die alliierten und soziierten Mächte haben noch nicht darauf bestanden zu er- llären, daß die Besetznngspettode bis zur vollständigen Erfüllung der Wiedergutmachungsklauseln dauere, well sie glaubten, daß Deutschland oerpfüchtet werden müßte, alle Beweise seines guten Willens und alle notwendigen Garantien vor der Beendigung der Periode von 15 Jahren zu geben. Da die mich die Besetzung notwendigen Ausgaben eine entsprechende Lerminderung der für die Wiedergutmachung zur Verfügung üâffden Summe nach sich ziehen muffen, haben die alliierten Maffoziietten Regierungen durch den Artikel 481 des Friedensvertrags festgesetzt, daß, wenn bei Beendigung der 15 Jahre Deutschland den Verpflichtungen nachgekommen ist, die ihm im Fttedensvettrag auferlegten Besetzungstruppen sofort zurückgezogen werden würden. Wenn Deutschland zu einem früheren Termin den Beweis seines guten Willens und die erforderlich« Garantien gegeben hat, um die Ausführung dieser Verpflichtung sicherzustellen, werden die daran interessierten alliierten und assoziierten Mächte bereit sein, unter sich ein Abkommen zu treffen, um der Besetzungsperiode früher ein Ende zu machen. Für jetzt und in Zuüinft find die Mächte bereit zuzugestehen, um die Lasten für die Wiedergutmachung zu vermindem, daß, sobald sie davon überzeugt werden, die Summe, die Deutschland für die Unterhaltung des Besatzungsheeres auszugeben hat, die Summe von 240 Millionen Goldmark nicht übersteigen wird. Dieses Abkommen kann modifiziett werden, sobald die Mett« und affoziiett« Regierungen der Ansicht sind, daß eine derarttge Abänderung notwendig ist
Das Schicksal der besetzten Gebiete.
WB. Köln, 4. August.
Der parlamentarische Beirat des Reichskommiffars für die ^fitzten rheinischevCebiete tagte heute unter dem Vorsitz des llnlerstaatssekretärs Dr. Lewald und im Beisein des Reichs- ^mmiffars v. Starck, sowie Vertretern der Regierungen Preu- ^ns, Bayerns, Badens und Reifens. Die Antwort der alliieren und assoziierten Mächte wurde von den Anwesenden ein» Scknb erörtert. Von den Mttgliedern des Beirats wurden zahlreiche Wünsche zur VerückfichtiWug für die in den nächsten Tagen beginnenden weiteren Verhandlungen in Versailles empfohlen. Allgemein bestwnd der Wünsch, dass das Reichs- ^Wifiariat und die alliierte Vorkommffsion sobald wie mög» M ihre Tätigkeit aufnehmen möchten.
Eine ostdeutsche Einheitspartei.
WB. Dirschau, 4. Augnst.
Die Bildung einer deutschen Partei für die abzutretenden Gebiete Posens und Westpreusiens ist von den Landesverbänden der Deutschnationalen Volkspartei, der Deutschen äolkspattei, den deutschen Volksräten der abzutretenden «ile dieser Provinzen und der deutschen Vereinigung Bromberg beschlossen worden. Ein Aufruf zum Eintritt P die neue Partei wird heute in der Presse ver- ?flantlicht. Die neue deutsche Partei will _ alle Deutschen ? den abzutretenden Teilen Posens und Westpreusiens ohne verschied der Zugehörigkeit zu den bisherigen deutschen Mtteien zu denmZwecke zusammenfassen, bas Deutschtum in en an Polen gelangenden Teilen dieser beiden Provinzen r tthalten und die Interessen aller Deutschen zu wahren. Die v^ptgeschästsstellen befinden sich in Bronrüerg und Graudenz.
Der Abtransport der Deutsch?!! aus Kurland.
. Am 2. August fand eine neue Besprechung über den Ab- pisport der deutschen Truppen aus Kurland statt. General ^ugh forderte, daß der Abtransport der deutschen Truppen ./ zum 20. August beendet sein müsse. Die deutschen futurischen Stellen wiesen darauf hin, daß die Durchführung ^ vieler kurzen Zett technisch unmöglich sei.
Verschärfung der Reichseinkommensteuer.
Wie der „SerL Bövsemztg." aus Weimar gemeldet wird, wird die Reichsemkommenisieuer erst im Herbst in der Natio- nalnerfammluny emgebrocht werden. Die Aufstellumg des Entwurfs scheint erhebliche Schwierigkeiten zu machen, denn um das Ein kommen vollständig zu erfassen und jede Möglichkeit von SteuerhinterziehvMen abzuschneiden, soll das Einkommen an der Quelle erfaßt werben, also das Gehalt bei den Arbeitgebern, das Kapitalvermögen bei den Banken und der Reichs- fchuldenvevwaltung. Für diese vorweg gezahlte Steuer erhält der Steuerpflichtige einen Boards, der dann bei den betreffendem Steueronfprüche» in Zahlung gegeben wird. Die Gin» kommensteuer soll das Eigentum bis an die Grenze der äußersten Leistungsfähigkeit belast« und nach Grundsätzen erhoben werden, daß alle Deutschen vollständig unabhängig von ihrem Wohnsitz gleiche Steuern bezahlen. Um dies zu erreichen, wird das Reich die Steuerverwaltung in feine Hand nehmen und durch Finanzämter die Veranlagung ausführ« lassen. Diese Landesfinanzämter umfassen große Bezirke von 3 Millionen Einwohnern. Im ganzen sollen etwa zwanzig Land-esfinanz- änvter errichtet werden. An der Spitze steht ein Präsident, bet drei Direktoren unter sich hat als Letter je einer Abteilung für Zoll- und Verbrauchsabgaben, für direkte Steuern und für dis
Verwaltung des Reichsvermögens.
Die Franzosen und die Saarindustrie.
Einem Bettchterstatter des „Matin" erklätte der ftanzösische Kommandant des Saargebiets General Andlauer in Saarbrücken, Frankreich kontrolliere die Kohlengruben des Saargebiets vollständig. Es wäre absurd, wenn es nicht den Versuch mach« würde, auch in metallurgischen Unternehmungen Linfluß zu gewinnen. Wenn man diesen Fabttken Kohlen liefere, kö- gang ausüben. Die Jndustttell« müßten deshalb bedenken, daß es in ihrem Interesse liege, wenn sie sich frcmzösisches Kapital angliedetten. General Andlauer meinte weiter, wenn man die Industrie in der Hand habe, sei es wohl leicht, auf die Einwohner einzuwirken, damit sie von dem Recht der Naturalisation Gebrauch machten.
Der französische Botschafter für Bertin.
Marcel Huttn bettchtet im ,,Echo de Patts", daß als ftanzösischer Botschafter in Berlin der Generalsekretär der Fttedenskonferenz und bishenge Botschafter in Bern, Paul Dutasta, ausersehen sei.
Meutereien in Posen.
Berlin, 5. August.
Ueber Meutereien in Posen läßt sich der „Vorwärts" ausführlich auS. Die Unzufriedenheit der Soldaten über das russische System nehme immer weiter zu. Die polnischen Volksbeglücker glaubten, mit Strafverfolgung, Unterdrückung der öffentlichen Meinung usw. da» Volk zur Raison zu bringen. In Posen werde jede sozialistische Propaganda mit dem Tode bestraft.
Die Vorgänge in Ungarn.
Wß. Budapest, 4. August.
Nach dem Sturz der Budapester Räteregiemng haben sich die bishettgen Führer beeilt, über die Grenze zu kommen. Die gestürzten Volksbeauftragten Bela Khun, Tibor Szamuely, Landler und Vago wandten sich nach Deutsch-Oesterreich. Bei der Grenzüberschreitung wurde Szamuely von Gendarmen erkannt und festgenommen. Er hat sich darauf durch einen Kopfschuß selbst getötet. Die Leiche wurde nach der Wiener- Neustadt gebracht. Ueber das Schicksal der übrigen Flüchtlinge verlautet, daß die Volksbeauftragten Bela Khun, Eugen Landler und Vago von Wien nach einem ihnen bestimmten Aufenthaltsort im Wiener Wald abgereist sind.
Budapest, 4. August.
Die rumänischen Truppen drangen bis zur Gemarkung Budapests vor. Hier erschienen der Kriegsminister Haubrich und der Bürgermeister Harrer, welche mit dem Kommandanten der rumänischen Truppen, General Ruresen, in Verhandlungen eintraten. Letzterer erklärte, er habe Befehl, den Vormarsch nur bis zur Grenze des Budapester Stadtgebietes fortzusetzen. Zur Besetzung der Stadt habe er keinen Befehl erhalten. In die Angelegenheit der Aufrechterhaltung der Ordnung Budapests werde er sich nicht einmischen; dies sei Aufgabe der ungarischen Regierung. Bezüglich der Ginquartierung der bis Budapest voraedrungenen rumänischen Truppen wurde oereinbart, daß die Regierung nicht auf Grund der Besetzung, sondern auf Grund des Eastrechts den rumänischen Soldaten die an der Pettpherie der Hauptstadt gelegene Kavalleriekaserne zur Verfügung stelle. — Eine Havas-Depesche meldet: Das rumänische Hauptquartier erklärt, daß es zum Schutze des Bürgertums und der fnedlichen werttätigen Bevölkerung in Budapest eingerückt sei. Weitere runränische Truppen seien nach Budapest unterwegs. An der Theisfront haben die Rumänen die Leichen von 60 Gutsbesitzern vorgesunden, die von der Roten 2lrmee ermordet worden sind. Die Leichen sind nach Halas gebracht worden, wo ^ie von einer EutenLelomnâa^ besichtigt werben
Folgen des Kohlenmangels.
Rach km ,»erL Solalanidger* P bet Schleppbttrit» «f Nordostsee-Kanal wegen KohlerrmanseL seil de» 1 Au^st W
WB. Amsterdam, 4. Augusts
Das „Mgemeen Handelsblad" meldet aus Paris, daß um» der Ansicht ist, daß Tittoni eine vollkommene Uebereinstinrimmg^ mit der französischen Delegation über alle Italien betreffenden Angelegenheiten erzielt hat. Italien soll die Stadt Fiume erhalten und den Freihafen, der aber unter die Aufsicht des Völkerbundes gestellt wird. Es sieht von einem wichtig« Teil seiner Ansprüche in Dalmatien ab. Was Kleinasien anbelangt, so hängt alles von dem Entschluß Amerikas bezüglich der Türkei ab. Tittoni will bald nach London gehen, um das Abkommen Lloyd George zur Steigung zu unterbreiten.
Die amerikanischen Streitkräfte. .
Washington, 5. Sug^
Das Kriezrdepartemmt berichtet, daß nach der Demobilisierung der amerikanischen Streitkräfte jetzt noch 612000 Ma»n unter den Waffen feien sowie 6000 Mann der amerikanischen Expeditionshr.ereM
Aus HauauStadtund £an&
Hanau? 5. August. ^
Goldfchieber bei der „Arbeit" überrascht.
Durch eine List ist der hiesigen Knminalpolizei ein guter! Fang geglückt. Der Polizei war nicht unbekannt geblieben^
B0Ä ^èWD^"iMlMM M
eine Gesellschaft zufannnentrak. deren Spezialität es war; Goldstücke zu verschieben. Um die Eoldschieber auf frischer Tat abzufassen, setzte sich der Leiter der hiesigen Kriminalabteilung mit der Frankfurter Kriminalpolizei in Verbindung. Am Samstag stellten sich daraufhin einige Frankfutter Beamten in der Wohnung des Kaufmanns als' Liebhaber von Goldmünzen und Käufer von solchen! vor. Während man gerade dabei war, 600 Eold-i münzen auf den Tisch zu zählen, wurde die Zimmertür.geJ öffnet und herein traten zum nicht geringen Schrecken der Schieber die hiesigen Kriminalbeamten, von denen die Goldstücke beschlagnahmt und alle bei der Verschiebung derselben Be" teiligten zwecks Feststellung ihrer Personalien und Aufklärung des Sachverhalts mit zur Polizeiwache genommen wurden.' Verhaftungen sind in der Angelegenheit nicht erfolgt. Die Schieber mutzten chren Lieferanten für das Goldstück bis zu 80 Mk. bezahlen. Für 83 Mk. hatten sie die Stücke den als Käufer auftretenden Frankfutter Kriminalbeamten angebotew
* Die Neichsbekleidungsstelle stellt für Kriegsbeschädigte Kriegshinterbliebene, rückkehrende Krieger, Beamte, Privat- angestellte, kinderreiche Familien usw. den Kommunalverbänden Stoffe durch Vermittlung des ortsansässigen Kleinhandels zur Verfügung. .Diese Textilien können aus Grund von Berechn tigungsscheinen bezogen werden, deren Ausstellung beim zu^ ständigen Kommunalverband zu beantragen ist.
* Juftizperssyalicn. Lan^gerichtsdirektor Dr. Held» M a il n in Frankfurt a. M. (früher in Hanau) ist zum Senats» Präsidenten bei Um Oberlandesgericht daselbst ernannt worden.
Hk Zur Leipziger Mustermesse, 3l. August bis 6. September 1919, können die informatorischen Drucksachen unentgeltlich von berj Handelskammer zu Hanau bezaaen werden.
* $ GT.cn: er Vepschonerungkverein. Skiern abemb hab de» Hanauer Verschön er ungsvere in leine ordentliche Jahres-, Hauptversammlung abgèhalten. Nach der Abnahme der Jah-i resrechnuwg wurde der Tätiglattsbericht entgegengenommew und dabei mit Schauern hervorgehobem, daß der Zerstörungs-s wüt leider auch manche Anlagen zum Opfer gefallen sind, bi es der Verein mit großer Mühe errichtet hat. Von einer Wiedsr-! Herstellung soll vorläufig Abstand genommen worden, da MLiy die Hoffnung hegt, daß später doch Einsicht wieder eimbehre-w wird. Möge auch das Publikum mit dazu beitragen, daß demq Un-fuge, dem Vernichtungswillen gesteuert werde. Mir die Be--i streitung Ler Kcfi.cn zu den in nicht zu ferner Zeit erforderlich! wertenden Erneuerungsarbeiten am Kimgigsteg int der BiulauH ist ein Fonds gebildet worden, dem wiederum ein angemessene» Beitrag überwiesen werden konnte. Auch dem Devei-n der Aquarien- und Terrarienfreunde in Hancni» der im sogen. MAlMeld einen mit Siete und Sorgfalt gepflegten Naiturfchntz-s park errichtet hat, wurde ein Beitrag überwichen. In der bis^ Urigen Zusammensetzung des Vorstandes ist eine Veränderung nicht eingelrchen. -
♦ Zum Metallarbeiterstreik. Die gellern gepflogenen Verhandlungen haben zu einer Einigung nicht gefShrt. In der mittag»; im GewerkschaitShauS stattgcfundcnen Versammlung wurde eine Kommission bestimmt, die heute mit dem Demobilmachungskommissar in Cassel über die strittige» Punkte verhandeln und versuchen soll, zu einem beide Teile befriedigenden Resultat zu gelangen. Einem breiten Raum in der Versammlung nahm die Frage der Beteiligung der Lehrlinge am Streik ein. Es wurde beschlossen, daß diejenige» Lehrlinge, bereit Eltern wegen Vertragsbruch regreßpflichtig gemacht werden, rönnen,.die Arbeit i»ieb.cr,,aÄfpiFchwi:.|«6eu,3' ^ ^^