Einzelbild herunterladen
 

EiurücknngSgebühr:

jbie 8gefpaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg.

1 M« Lgèfpalttne Zeile im Reklameteil 1.50 Mark

Offertmgebühr 25 Pfg.

Bezug-preis:

«erichährlich 4.20 Mk^ monatlich 1.40 Mk für Post- beptg vierteljährlich 4.20 Mk., monatlich 1.40 Mk. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

General-Auzkister

Amililhcs Organ fit $tüt- vnd Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- ».Feiertage, mit Unterhaltungsbeilage.

Verantwortlich: für politischen und allgemein« Teil G. Schrecker; für lokalen und provinziell« Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen m* Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a. M.

Verlag: Das vereinigte evangelische Waisenhaus in Hanau a. M. Rotationsdruck der Waisenhaus« buchdruckerei in Hanau a, M.

1ÄF> Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238 MftNtlM hftt 7 QMt Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238 101 Q

1*7*7 Geschäftsstelle und Redaktion: Hammerstraße Nr. 8 /»Vi-vuUii, Geschäftsstelle und Redaktion: Hammerstraße Nr. 8 Iviy

Der Eisenbahnerstreik abgebrochen.

Die Entente der Entente.

Nachdem im Spicgelsaal zu Versailles der Frie'sensver- itrag unterschrieben war, begaben sich Wilson, Clemenceau vnd Lloyd George in ein anschließendes Gemach, um hier noch einen Sandervertrag zu unberschreiben, übe? den man sich anfangs vorsichligerweise aussckuviog, der »6er nichtsdesto­weniger die Absichten unserer bisherigen Gegner in das helle Licht des Tages stellt. Es galt nicht mehr und nicht weniger «II die Verewigung der Entente, es galt eine Entente in der Entente zu gründen und nichts Snd"i an dieser Tatsache die BezeichnungGarantievertrag", hie man der neuen Koalition beilegte. Frankreich hat zweifellos auf diesem Vertrag be­standen, weil seine Forderungen über das linke Rheinufer so weitgehend waren, daß sie von den alliierten und assozierten Mächten nicht angenommen werden konnten. Clemenceau hielt auch diesen Vertrag für eine der Sicherungen, von denen wir nnn bereits genügend kennen gelernt haben. Es ist eigentlich sehr ehrenvoll für uns, daß Clemenceau an Dch?- run-en gar nicht genug schaffen kann. Aber in Wi-kiichkeil liegt ja die Sache viel tiefer, in Wirkltchkest bedeutet eben dieser Vertrag die neue völkerbundsfeindliche Koalition. Es ist ein blutiger Hohn, .daß Wilson, der sich doch so oft gegen irgendwelche Koalitionen im Völkerbund awZgesprochsn hat, all erster an dieser neuen politischen Konstellation der Mächte vlitwtrkt. Aber nachdem er doch so offensichtlich von seinen übrigen Grundsätzen abgewichen oder ebweichen mußte, "MA 06m £m* sr^wHia seiner Anschauung ja auch nicht »iek Sorgen gemacht haben, anders denkt man >remcy User die Sache in Amerika selbst, denn durch diesen Vertrag ist Amerika immer an das Schicksal Europas geketttet, eine An­gelegenheit, für die man sich in den Vereinigten Staaten bisher immer bedankt hat. Es ist noch nicht abzusehen- ob die Schar derer, die in Amerika Gegner dieses Friedens­vertrages sind, nicht an dem Bündniffe so entscheidend An­stoß nehmen, daß sie den Frieden-vertrag, der ja gleichzeitig mit diesem Garantievertrag rältst fiert werden soll, doch noch abkchnen. Man wird zwar als Trostmittel anführen, daß ein solcher Vertrag mit der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund vielleicht sein Ende finden würde, aber man muß diese Hoffnung doch mit einem großen Fragezeichen versehen. Nach der HavasveröfftMichung soll al3 feindlicher Akt schon geltm, wenn Deutschland nach der Ansicht der Alliierten, die sich auf die Rheinlande beziehenden Vertragsbestimmungen »trieft Schon daraus ersehen wir, daß es sich nicht um einen Garantievertrag handeln kann, sondem um einen Ver­trag, der als neues politisches Macht- und Druckmittel au8« genützt werden soll. Nach diesem Vertrag ist der Frieden nichts weiter, als die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. E.

Die Abstimmungen der N^Lioualversamm- lung über den Frieden.

Nach dem jetzt vorliegenden kurzschrfftlichen amtlichen Be­richt stimmten bei der Abstimmung über den Antrag Schulz (Ostpreußen)-Gvöberdir Nationalversamminug ist mH der Unterzeichnung des Frkedensvorschlags einoeMauden," mit »Ja* 237 Abgeordnete, mitRem" 138, während 5 sich der Abstimmung enchieAe«.

Die Mehrheit setzte ßch znsâmen aus den beiden sozial- bemokrattschm FraAronrn, dem Zentrum und ben Demokraten Hermann (Württemberg), Moistvsr, von Paper, Schneider (Sachsen), Frhr. v. Nichchofen, A-wshoseu und Zöphel.

Die Minderheit bestand aus der Deutschnationalen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei, den drei Welfen, der Mehrzahl der Demokratischen Partei, ferner acht Mitgliedern des Zentrums (Bitta, Herschel, Koßmann, Ollmert, Frau Schmitz, Schneider-Franken, Schlummer und Szczeponiek) sowie dem Sozialdemokraten Schäfer.

Es enthielten sich der Stimme Dr. Heim und Irl «um Zentrum, sowie drei Vertreter des Bayerischen Bauernbundes.

Für den zweiten von denselben Abgeordneten ge­stellten Antrag,die Nationalversammlung spricht der Negierung ihr Vertrauen aus", stimmten 285 Ab­geordnete, dagegen 89, während sich 69 der Stimme ent­hielten. Die Mehrheit bestand aus Mehrheitssozial- bemokraten und Zentrum sowie den Welfen. Die Minder­heit aus der Deutschnationalen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei, sowie den Demokraten Quidde und Thomsen.

Mitglieder der Demokratischen Partei enthielten sich er Abstimmung, ferner drei Bauernbündler, die Abg. , Heim, Olmert und Schneider (Franken) vom Zentrum, towre der Sozialdemokrat Minister Schlicke.

Um dm ehemaligen deutschen Kaiser.

W Haag, 6. Juli.

Het Vaterland" schreibt zur Frage der Auslieferung des Exkaisers:Unsere Minister haben eine schwere Zeit vor sich. Wir wünschen nur, daß sie mit kühlem Kopf und mutigem Heczen tun, was die Ehre und Würde un eres Landes erfordert, und alles verweigern, was diese Ehre und Würde verbietet!"

Mit Angsbst der Kaisetzföhrie.

Wie dieDeutsche Tageszeitung" meldet, hat Prinz Eitel Friedrich an den König von England folgendes Tele­gramm gerichtet:

Seiner Majestät dem König von Großbritannien und Irland.

In Ausübung selbstverständlicher SohneS- und Offi­zierspflicht stelle ich mich mit meinen vier jüngeren Brü­dern Ew. Majestät an Stelle m ines kaiserlichen Herrn Vaters für den Fall seiner Auslieferung zur Verfügung, um ihm durch unser Opfer den entehrenden Gang zu ersparen.

Im Namen der Prinzen Adalbert, August, Wilhelm, Oskar und Joachim von Preußen

Eitel Friedrich von Preußen.

Die Aitslisferung von 71 deuLsch-n Offizieren gefordert.

_ Der parlamentarische Korrespondent derTimes" schreibt: Dte britische Admiralität hm eine Liste voll M oeulfchen Ma­rine- oder anderen Offizieren, darunter viele Unterseeboots« kommandanien eingereicht, die besonderer barbarischer Taten beschuldigt werden. Unter anderem wird ihnen das Bom­bardieren offener Hafenstädte an der englischen Küste und das Legen von Minen unter ungesetzlichen Umständen vor« geworfen. Einige der auf der Liste genannten Personen be­finden sich augenblicklich in den Händen der Engländer. Alle alitierten Regierungen haben eine eigene Liste von Personen, die ausgeliefert werben müssen, ausgestellt. Die vollständige Liste wird der deutschen Regierung innerhalb eines Monats nach Inkrafttreten des Frieden-vertrages mitgeteilt werden.

Des englische Hochmut.

Der schamlose Hochmut, mit dem England die deutsche Volkswürde mit Füßen, tritt, äußert sich in den englischen Pressestimmen über die Aburteilung des Kaisers. Die öffentliche Anklage des aus fünf Richtern bestehenden Gerichtshofes"soll Sir Gordon-Heward als Generalstaats- anwalt führen. Der Kaiser soll durch einen deutschen und einen britischen Rechtsanwalt verteidigt werden. Die Times" bemerken dazu, daß dar Verfahren gegen den Kaiser seit Maria Stuart der erste Fall ist, daß ein fremder Souverän auf englischem Boden abgeurteilt wird.

Die amerèkant schon Delegierte,» sinderstaunt".

= Berlin, 7. Juli. (Telegramm.)

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" läßt sich zur Aus- lieferunßiffrage aus dem Haag melden: Nach den amerikani­schen Meldungen hat die Mitteilung Lloyd Georges, daß der Kaiser in London vor ein Gericht gestellt werden soll, die ameetkUftschen delegierten in Erstaunen gesetzt. Sie hätten davon Ächt- gehört, daß Wilfs« diesem Beschluß zugestimmt habe; jedenfalls habe er vergessen, die Delegierten bauen in Kenntnis zu setzen. Auch wegen der auszuliefernden Offi­ziere sei noch nichts getan worden und Präsident Wilson habe noch am Tage vor seiner Abreise sich dahin susgedrucki, daß noch kein bestaunter Beschluß gefaßt sei in Bezug auf die MSfühnmg der Strafbestimmungen.

Der beendigte Eisenbahnerstreik.

--- Barlin, 7. Juli (Telegramm).

Die aufreizenden Plakate der Kommunisten, die während des Eisenbahnerstreiks verbreitet wurden, sind in besonderen Lager« von der Polizei beschlagnahmt worden. Dabei wur­de» Schriftstücke aufgefunden, die erkennen lassen, wie viel die Kommunisten für die Vorbereitung des Streiks ausge­geben haben. Aus Sneffcltaften und Belegen wurde festge­stellt, daß allein 600 000 Mark hierzu aus ungariicher Quelle flossen. In der ,,Morgenpost" heißt es über die Beendigung der Sireiks in Fraukfnn a. M.: Die Genug- tuuug über den Abbruch des Frankfurter Streiks kann durch die maßlose und phraseureiche Drahtung der ©tretfleitung kaum beeinträchtigt werde«. Sie dient in der Hauptsache nur dem Zweck, vir der eigenen Anhingerschasi die Niederlage zu verschleiern, mit der dieser gewisseuloje und voreilig aus- gerufete Streik glücklicherweise geeuMt hat.

Der Groß-Berliner Verkehrsstreik.

Berlin, 7. Juli. (Telegramm.)

Die Lage im Groß-Berliner Verkehrsstreik hat sich noch nicht gebessert. Die Ausständigen sagen, wie bet Berl. Lokalanzeiger" schreibt, man könne von ihney nach den Verhandlungen nicht verlangen, daß sie nach« geben sollen. Auf Seiten der Verkehrsgesellschaften wird erklärt, daß man zu neuen Verhandlungen nicht ehe, Veranlaffung habe, ehe die Streikenden nicht ihre, Kontraktbruch einsähen und die Arbeit wieder aufnähmen

Treue zur alten Heimat.

= Berlin, 7. Juli. (Telegramm.)

Wie demBerl. Lokakanzeiger* berichtet wird, haben am Sonntag ben 18. Mai auf Veranlassung des Deutschen Volks« bundeS in allen Städten und Ortschaften der argentinischen Republik, wo Deutsche in größerer Zahl beisammen wohnen, Versammlungeu stattgefunden, in denen Tausende von Deutschen und Deutschsreunden flammenden Protest gegen die ungeheuer- lichen Frieden-bedingungen erheben. Zugleich erneuerten sie auch den Schwur der Liebe und Anhänglichkeit zur alten Heimat.

Die neue Städteordnung.

= Berlin, 7. Juli. (Telegramm.)

DerVorwärts" teilt mit, daß die neue Städteordnung fertiggestevt sei.

Emonts Braut verhaftet.

Berlin, 7. Juli (Telegra mm).

Wie dasBerl. Tagebl." erfährt, ist in Siegburg die Braut des entflohenen Bankbeamten EmontS verhaftet worden. Emonts hatte sich mit der Dame, welche die Tochter eines höheren Offiziers ist, vor einiger Zeit verlobt und die Be« Hörden behaupten, daß der bekannte Briefwechsel durch die Vermittlung seiner Verlobten vonstatten gegangen ist.

Kleine Nachrichten.

Lie grotze Setmögensabgabe. Dem Vernehmen nach soll der Stichtag für die große Vermögensabgabe der 1, Dezember 1919 sein.

AnfheSnng der Fleischkarte? Die zuständigen Reichs» stellen erwägen den Plan, die Rationierung von Fleisch in absehbarer Zeit aufznheben.

Der preußischen Landesversammlung ist ein Gesetz­entwurf über die Abänderung der Zusammensetzung der Schuldeputationcn, Schulvorstände und Schulkammisstoucn zu- gegangen.

Er»«nsvrSche gege« den vrrKorbeuen Prinren Luit. po!d von B«yer«. Wie derVoss. Ztß." aus Bamberg gedrahtet wird, hatte sich der EingabrnairSschud der bayerischen Landtages mit einer Feststellung deS Erbrechts der Schmiedegrdilstnebefrau Monika Rekum geb. Thöma, zu beschäftigen^ Sie erklärte, die uneheliche Tochter de« Prinzen Luitvotd und Stiefschwester deS früheren Erz­bischofs Thoma zu sein, der ebenfalls ein unehelicher Sohn des Prrnz» regemen gewesen sei. Frau Rekum verlangt den Nachlah der Erz­bischofs Thowa, den er dem Domkapitel und dem FirkuS hinterlassen habe. In der Besprechung erklärte der Nbg. Fehle, beb bei früheren Aersttchen der Retum, geb. Thoma, ihr Recht zu erlangen, die Host Pfarrei in Nymphenburg Fälschungen in den Kirchenbüchern Vvrge- nowmen habe.

e*He$uttg de- Bades Taljdr««» ? Auf Anodrnung bei LonbratS in Waldenburg wird, wie aus Salzbrunn gemeldet wird, das große FremdenheimSchlesischer .Haf" morgen geschlossen. In Salzbruun geht sogar das Gerücht, daß Fürst von Pleß infolge dieser durch den Arbeiterrat veranlaßten Maßnahme beabsichtige, das ganz« Bad zu schließen.

Kreiaav« der Wege im Thüringev Wald. Die bisher von den einzelnen Landesfürsten wegen ihrer angrenzenden Jagdgebiet, veranlaßten Wegeverbote im Thüringer Wald wurden aufgehoben. Für Touristen und Einheimische war es immer ärgerlich, daß gerade die schönsten Wege abgesperrt waren.

Henelel-Donnersmark und die Amerikaner. Der fürstlich K«nciel-Donr ersinarlscheu DermögensverwaltuiM ist, wie die Leipz. Neueste Nachrichten" wissen wollen, für ihre oberschlesi- schen Gruben von fetten eines anieridanischen Konsortiums ein Kan fangebot gemacht worden. Die Kaufsumme sollte eins Million betragen. Das Angebot ist abgelehnt worden.

rZaBalificrung" von Grundeigentum. Aus Eisenach wird gemeldet: Dor dem Schloß des Herrn von Boyneburgk bei Wich­mannshausen zogen am Sonntag 60 bewaffnete Leute und verlangten Abtretung eines Stück Landes. Ms v. B. sich zur Hergabe von 50 Morgen Land willig zeigte, Zogon sich die Un­zufriedenen zurück und gaben aus einiger Entfernung Gewehr­schüsse auf das Schloß ab. Hierdurch gezwungen, erklärte sich der Schloßbesttcr bereit, 400 Morgen zur Aufteilung herzugeben.

Man hänge den Minister!Man hänge den Minister, bet von Länder-Zession spricht, und handle kräftig, mutig, uner­schütterlich gegen das Geschrei der Intriganten, die herrschen wollen, der Egoisten, die nicht ,pchlen wollen, der Schafskäpfe, die ihre Stellen nicht verlieren wollen." (Freiherr vom Stein, als er 1810 von dem Plane der Aorretuna <Schl«ii«s ctfrfe) ,