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Aus ^anauAtadt und Land.
Hana«, 25. Juni.
* Berufkamt und Sehrftellennachwris beim Kreksarbeitsarrt ßanau. Nachdem der beim hiesigen Kreisarbeitsamt bereits ^iü seligerem eingerichtete Lehrstellennachtveis lebhaft in An- Ipruch gen omni« worden ist, ist nunmehr die Einrichtung eines tienufsamies und Lehrst ellennachweises für den Landkreis Hanau zu einer selbständigen Geschäftsstelle ausgebaut worden. Vic GefchäfftvrLnmrg des Berufsambes ist im heutigen amtlichen Anzeigenteil veröffentlicht. Die Unsicherheit der wirtschaftlichen Verhältnisse wird noch für längere Zeit di« Frage der Berufswahl recht schwierig gestalten. Hier will das Be- lufsamt den Eltern und den Jugendlichen beim Verlassen der Lchule völlig kostenlos mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dem Lerufsamt ist ein „Verrat" angegliedert, der paritätisch aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzt ist und dessen llütglieder allen in Betracht kommenden Erwerbsständen ent- zvmmen sind. Desgleichen ist eine enge Fühlungnahme mit allen Fach-organisationen, Handels-, Handwerkskammern, Ge- werkschaftev usw. vorgesehen, sodaß eine restlose Erfassung aller Lehrstellen gewährleistet erscheint und die wirtschaftlichen Aussichten des einzelnen Berufes fachmännisch festgestellt werden können. Auf der totbeten Seite soll die Mitwirkung der Schule eihe sorgfältige Kenntnis der körperlichen und geistigen Eigen- schasten des Jugendlichen ermöglichen, damit er dem Beruf zu- -eführt werden kann, der seinen Anlagen entspricht und in dem er spät« mit Lust und Liebe arbeiten wird.
* Kranken- und Sterbekd sie der Metallarbeiter Hanau a. M. Km 15. Juni d. J. fand wiederum eine Mitgliederversammlung in der „Karthaune" statt, welche gut besucht war. Im Versaufe des Krieges hatte die Kaste etwas gelitten, aber jetzt ist Dieselbe wieder auf dem Wege bet Besserung, nachdem die fehlenden Mitglieder wieder aus dem Felde zurückgekommen, «ltzerdern auch Neuaufnahmen erfolgt sind. Die Kaste besteht zurzeit aus der Hauptfiliale Hanau a. M. und 7 auswärtigen Filialen mit nahezu 400 Mitgliedern. Die Kaste ist in 4 Klasten ungeteilt, nämlich die 1. Klaffe für Nichtversicherungspflichtige mit einem Wochen bei trag von 1.20 Mt. und freie Behandlung, die anderen drei Klaffen für Dersicherungspflichtige. Alles höhere ist aus den Plakaten zu ersehen, welche in den Lokalen «ufgehängt find. Der Kastenahend ist in der „Karthaune", jeden Samstag abend von %8—8 Uhr, woselbst auch Krankem - zeld gezahlt wird. Außerdem finden noch Aufnahmen der Mitglieder bei dem Bevollmächtigten C. Nader, Lan^tr. 58, und den Ächterer M. Minh old, Fallbachstraße 6a, statt, wo «ich nähere Auskunft erteitt wird.
* Zweckverdand. Die s. Zt. beabsichtigte Bildung eines Zweckverbandes der Gemeinden Bergen-Enkheim, Bischofsheim, Fechenheim, Dörnigheim und Hochstadt ist zur Wirklichkeit geworden. Am 24. d. Mts. haben in einer genminsamen Zusammenkunft in Bischofsheim die Gem eindekörperschaften die Der- bandsLildung formell einstimmig Leschlosten. Außerdem wurde der vorxelegt« Entwurf einer Satzung mit eiligen Aenderungen angenommen. Der Verband erlangt Rechtsgültigkeit, sobald et nebst Len Satzungen durch den Kreisausschutz G«neh- Verbandes ist bereits früher berichtet worden, «ine Erweiterung derselben hat statt gefunden, namentlich ist hervorzuheben gemeinsame Förderung der Eemevrdeinteressen bei der Uèber- feituna der kommunalen Verhältniste in den geordneten Frie- denszustand, Erfüllung sozialpolitischer Aufgaben, Lebens- , mitteleinkauf im Großen, Nach- und Nach-Aufhebung der sZmangsLewlrtschaftung, Errichtung gemeinsamer Be- und Ent- ladestativnen am Main. Zum vorläufigen Perbandsvorsitzenden ist Bürgermeister Hübner in Bergen bestimmt worden.
♦ PrLfunsSkonzert. Wie bereits bekannt gegeben, findet am nächsten Freitag abend 7 Uhr in der Centralhalle das erste diesjährige PrüfungSkonzert der Mufik-Mademie statt. Er werden dabei ausschließlich Schüler und Schülerinnen der Mittel» und Oberstufe zu Worte kommen. Das stilvoll zusammengestellte Programm verzeichnet in abwechrlungrvoüem Aufbau durchweg edle, klassische Musik, wie er nicht anders zu erwarten ist bei einem Institute von dem Ruse und dem künstlerischen Schaffen der Musik-Akademie. Dabei ist andererseits darauf Bedacht genommen, daß die Hörer nicht etwa vor solche Programmnummern gestellt werden, welche nicht allgemeinem Ser» stâudms begegneten. Auch in dieser Beziehung ist die Auswahl der Konzertstücke glücklich getroffen und wird ohne Zweifel allgemeinen Beifall finden. Wir bringen nachfolgend im einzelnen die Vortrags» »rdnung: Mozart: Sonate für Klavier in A-dar 1. Satz (Frl. Mar- tarete Stübing). — Beethoven: Romanze für Violine in F-dar (Frl, lose Berger). — Schubert: Impromptu für Klavier in As-dur (Frl. Maria Krauß). — Goltermann: Duo für Cello und Klavier 1. und S. Satz (Herr Karl Peter FueS und Frl. Elisabeth Appunn). — Schubert: „Du bist die Ruh" und Mozart: „Das Veilchen", 2 Ge- sangSsoli (Frl. Ilona Busse). — Bsriot: Konzert Nr. 7 für Violine in G-der, 1. Satz (Herr Willy Röll). — Schumann: Novelette in F-dar und Chopin: Walzer in cis- moll (Herr Werner Lennemann). Mozart: Konzert für Violine in A-dur, 1. Satz (Herr Albert Knauer). — Berthov«: Variationen für Klavier in C-moll (Frl. Elisabeth Appunn). — Vieuxtemp«: Ballade und Polonaise für Violine (Herr Ernst Winter). — Eintrittskarten sind in den hiesigen Musikalienhandlungen zu haben und zwar z»m Einheitspreis von 2 Mk. für jeden Platz.
• „Die Königin ber Luft". Au« dem Geschäftsbüro der .Komödien-Verrinsgung" wird uns mit,«teilt: Die Proben für »Die Königin der Luft" sind im vollen Ganze, sodaß man der am Sa«»- tag bex 28. Juni ix dar ,6entral>«le* stattfindenden Aufführung mit Jntereffe »rgegensehe» kann. Wie dem verehrlichen Theater» Publikum vielleicht noch bekannt sein darf, wurde das Stück am hiesigen Stadttheater unter der vorzüglichen Leitu«, d«r Herr» Direktor Adalbert «irisier mehrmals mit großem Erfolg „(geführt. Die .Komödien-Vereinigung" hat alle» daran gefitzt um da» Stück ix bester Vollendung zur Darstellung »u bringea. Den B«s»cher» p«he» somit ix jeder Hinsicht einige geuugreichr «tunbex bevor. Die Eintrittspreise betragen 1. Platz (numeriert) Mk. 3.50, X Platz (»uuume- riert) Mk. 2.50, an der Abendkaffe 50 Pfg. Anffchlag und sind Karten im Vvrverkanf in der .Ceutralhall«", sowie Mxig’8 Hofbuchhandlu«« am Marktplatz erhültlich. (Siehe heutige« Inserat).
• Gesang-abteil««- der Turngemeinde. Heute abend */i9 Uhr Suigituude. Um dringende« Erschein«» wird gebeten.
* Vom Schwurgericht. Wie bereit» mitgeteilt, beginnen übermorgen Freitag die Verhandlungen über jene Vorgänge, die am 18. und 1». Februar d. I». zu bedauerlichen AuSschrcitungcx in unserer Stadt geführt haben. Neben dem Schloffir Karl Wilhelm Meyer vsn Hainstadt und dem Arbeiter Friedrich Wilhelm Schad von hier, über die am Freitag und Samstag dieser Woche abgeurteilt werden soll, sind für die kommende Woche folgende Strafsachen in derselbe» Angelegen lieft auf die TermmSroll« gesetzt worden: Am Montag wird gegen den Arbeiter Isidor M a r t i n, am Dienstag gegen Karl Rempel, am Mittwoch gegen Frau Gimbel, am Donnerstag gegen die Arbeiter Kurz und K l o h a und am Freitag gegen Ritter und Bergmann verhandelt werden. Die Anklage gegen sämtliche Angeschuldigten die bi« auf Nii ter sich in Unter» juchimgNaft besahen, lautet auf Landfriedensbruch.
I* Max Alberti f. Im Alter von 71 Jahren ist der Verlags- buchbändler Herr Max Alberti, der auch lange Jahre hindurch dem Magistrat der Stadt Hanau angehört hat, gestorben. Seine Verlag»» tätigkeit Hat sich vornehmlich auf Werke für den Schulunterricht er» streckt, von denen viele in mehreren Auflagen erschienen sind. Für alles Schöne und Gute empfänglich und begeistert, bat er mit voller Kraft sich allen Bestrebungen angeschloffen, die in diesem Sinne ^u wirken berufen waren. Durch das Vertrauen der Körperschaften in da» Magistratskollegium berufen, hat er in diesem gleichfalls fegen«» reidi und zum Besten unserer Stadt gewirkt, sodaß sein Andenken hoch in Ehren bleiben wird.
* Theater am Markt. In den nächsten Tagen kommt zur Aufführung: „Die Reise um die Erde in 80 Tagen". Dieser bekannte Roman Jules Verne» ist für den Film bearbeitet und dürften die abwechslungsreichen Bilder das ungeteilteste Jntereffe finden.
Vereine, Versammlungen.
* S»a«g. Kasino Hana« a. M. Stute abend 8 Uhr fixbet di« außerordentliche Eeueralversammlu»« im Restaurant Krieg, ©anbei« dam», statt.
* Kathol. Ktrchtnchoe. Morgen abend 7 Uhr Singstunde.
♦ Kirchenchor Keffelstaht. Heute «be»d 8'/, Uhr: Gesang. st»nde.
• Jttn-mâbchenbnnd (ehe«. Schülerinnen der Mädchen- Mittelschule). Alle Mitglieder werd«» gehrten, vollzählig und pünktlich Donnerstag 71/* Uhr sich in der Turnhalle der Lyzeum» einju« finden.
* Mar. Jsingl. - Kongregatis«. Heute abend 8 Uhr ist Andacht mit Prozession, an der wir uns vollzählig beteiligen wolen. Im Anschluß an diese Andacht ist Versammlung im Sälche«. Die Mitglieder, welche noch Trommeln «nd Pfeifen von der Kongregation haben, werben gebeten, diese möglichst bald abjugeber.
Sereins» re. Kalender
für Mittwoch den 25. Juni.
Stenographen»Verein (Babelsberger von 1860: (Lokal: Rauf« mt»»ische Fottrild»ng«schule, Gärtnerstraße 671): Abende von 7—8 Uhr: WiederholungNursuS (bir 60 Gilben); von 8—9 Uhr: 80—100 Silben; Diktat: 140—160 Silben.
T»r»gcmei»de: *’A Uhr Turnen der Mâbchc», 5'/, Uhr der Knaben, 6*A Uhr der Turnerin»«», 8 Uhr Fechte» und Singstunbe d«r Gcsa»gSahteilung.
Gesangverein .Tonblüte': Abend» ‘/»8 Uhr: Singstunde in der „Stadt Bremen'.
Kaufmännischrr Verein Hanan, Krei»»ercin d-S Verbände» deutsch«! Handlungs-Schilfen, Leipzig: Atend» 7»9 Uhr: Zusammenkunft im Restaurant Mohr.
Futbalverein Phönix 1918 (E. B.) H«nau: Abend» 8 Uhr: Ser» eul»abc»b in der .Stadt Bremen'.
Verein der Hochspeffartfccunde .R»th«nb»ch': Verein»abend im ver- eixllolal „z»r Sonne".
Gesangverria .Germania': Abend» S Uhr: Sirrgstundr.
Gteiger-Korp» : Berernsahend in der »Brauerei Orschler'.
Erst,r tzauau«r Fußballklub 1868 « B.: Abend» 8'/, Uhrr CertinS» abend in her »Großen Krone'.
Wattbnrgverei» Hanau a. R.: Abend» 8 Uhr: Aeltere Abtrilung.
Schwurgericht Hanau.
Hana», den 25. Juni.
Heute hat sich der am 11. Juni 1893 in Fulda geborene Fuhrmann Ferdinand Feller wegen r a u b ä h n l i ch e n D i e b st a h l S vor den Geschworenen zu verantworten.
Der Angeschuldigte hat am 8. Januar d. Js. von einem Fuhrwerk, das für den Militärfiskus He» von der Bahn nach dem bei Lehner» gelegenen Leipzigerhof gefahren, einen 140—160 Psü. schweren Ballen Pretzhen entwendet und auf feinem Wagen, mit dem er in den Wald fahren wollte nm Holz zu holen, mitgenommen. Nach der Entdeckung de» Diebstahls eilten mehrere Arbeiter dem Gesâhrt nach, um das Heu zurückzufordern. Hierbei soll Feller einen der Arbeiter vor die Brust gestoßen und ihm mit erhobener Axt die Worte zugerufen haben: „Ich schlage dir den Schädel ein'.
Die Geschworenenbank wird aus folgenden Herren gebildet: Hohmann, Johann) Landwirt in Asfenan ; Manteufel, Gustav, Rentner in Fulda ; Euler, Heinrich, Bäcker in Steinau ; Henrich, Otto, Maschinenfabrikant in Hanau ; Kämmerer, August, Landkranken« haiiSdircltor a. D. in Hanau ; Dr. Klingcmau«, Felix, Chemiker in Fechenheim : Kehl, Rudolf, Kaufmann in Hanau ; Lerch, Georg, Kaufmann in Meerholz; Körbel/ Karl, Kaufmann in Hanau; Schweitzer, Eduard, Dekorationschef in Schlierbach ; Dressing, Josef, Betriebsleiter in Wirtheim; Meerbott, Pierre, Buchdruckereibesitzer in Hanau.
Zu der VcrhlUidlung sind 7 Zeugen geloben; die Anklage wird durch Herrn Assessor Fließ, der Angeschuldigte durch Herrn Justizrat Dr. MalkmuS vertreten.
Die Strafsache war zunächst vor dem Schöffengericht in Fulda zur Aburteilung vorgesehen, da sich während der Verhandlung aber herauSstellte, daß ein Tiebstahl im Sinne der 5 252 St.-G.--B. vorliegt, erklärte sich dieser für unzuständig unb verwiest die Sache vor daè hiesige Schwurgericht.
„Anzeiger"-Sport.
^Germania" • Rückingen : „Melitta" - Hana«.
(Verband-spiel Klasse AI).
Als letzte» Gegner in de» Verband»spielen empfingt »Germania'. Rückinge», kommende» Sonnt«, die erste Elf der .Melitta' - Hanau. Letztgenaunfir verein hat ix den letzten Spielen bewiesen, daß seine Mannschaft von Spiel zu Spiel besser wiro, und wird auch nächsten Sonntag ix kompletter Aufstellung axtreten, um ein ehrenvolle» Resultat gu erzielen. Diese» Spiel ist für »Germania' -Räckingen von ieeittr«gexbet öebeutxxg, btxn kaun sich.Germania" «ächste» Sonntag die beiden wettvollc» Punkte sicher», so steht sie mit ßsngen« diebach 1906 bei gleicher Punktzahl an erster Stelle, und wird dann wohl gwed« Feststellung bei Meister» ein Entscheid»», »spiel zwischen bex le^tgenxieta Vereine» stattfinbex. (Nähere» s. «emitag).
Sprechsaat.
Schloßgarte«.
Est kommt wiederholt vor, daß da» Publikum, trotz der Warnung»- täfel, mxtwiaig mit Papier usw. bex Park verunreinigt, el ist doch jeberwauxl Pflicht, darauf gu achte» und derartig«» gu vermeiden, auf daß unser schöner Park feix Ansehen behält.
Der Hilf»a»fseher.
Aus Nah und Fern.
e. Aue dem Kreise Schlüchtern, 24. Juni. Di« Heuernte ist im beste,1 Gange. Qualitativ befriedigt sie, quantitativ jedoch nicht, es fehlte" zu sehr an Regen. Wie groß her Futtermangel hier trat, geht daraus hervor, daß die Pferd«, ben Kühen gleich, auf die Weid« geführt wurden, eine Erscheinung, die sonst hier ganz fremd ist. — Die Akademiker des Kreises haben sich organisiert. Die Lerein'gung zählt bereits etliche dreiß-G Mtt- tzlirder. € dir. Hide Fakultäten sind vertreten. — Die letzten Reste der 63. Artillerie haben den Kreis verlaffen. — Die Jagden sind wenig ergiebig. Das starke Mildern macht sich sehr bemerkbar. — Bon den beiden städtischen Polizeibeamten bekam der eine den Titel „Oberwachtmeister". Ohne „Ober" geht es nicht in dem einst stramm konservativen, jetzt demokratischen Schlüchterrn
— Fulda, 23. Juni. Auf dem letzten Schweinemarkt standen
90 Ferkel und 8 Läufer zum Berkauf. Für Ferkel wurden 200, 225 und 250 Mark, für Läufer 280 und 300 Mark das Stück bezahlt.
— Bad Homburg v. d. H., 22. Juni. Bei den Abbr»ch,< arbeiten am S«albau stürzte am ©amStag eine Mauer ein und b u grub »wei Maurer unter sich. Trotz rascher Hilfe, die Feuerwehr unb SanitätsfoIoMxe leisteten, konnte her eine Maurer nur tte Leiche unter den Gcsteintmaffen hervovgcholt Werbex. Der zweite Maurer erlitt einen mehrfachen Schädelbr»ch und kam in hoffnungslosem Z ist« k i i8 Kr«nkenhau».
- . Dl'^yöchstadt, 23. Juni. Kinder, die mit einem Handwagen die steil« Dorfstraß« hinabfuhren, verloren über das Gefährt die G«w«lt und fausten gegen eine Wand. Hierbei drang einem 12* jährigen Mädchen die Deichsel in ben Seib ; el mußte i« sterbende» Zustande vom Platze getragen werden.
... Badenheim, 23. Juni. Vier Senegalneger von der französischen Bes«tzu»g sprangen auf den fahrenden Zug. Ei» Soldat stürzte' dabei ab, kam unter die Räder unb wurde tödlich »erletzt.
Neustadt, 23. 3xxL Auf Veranlassung des Bürgermeister» Linker traf hier ein Waggon mit Ferkeln ein; sie wurden bat Pfu»!> mit 5.50 Mk. verkauft. E» waren schöne Tiere von durchschnittlich 22-25 Sfb. Gewicht.
- Wiesbaden, 23. Juni. Die kürzlich aufgehobene Zwangs- bewirtschaftllng der Hühnereier im besetzten Teil bei Regierungsbezirk» Wiesbaderi wurde auf Anordnung der französischen Besatzungsbehürde» durch den Regierungspräsidenten wieder eingeführt.
= Koblenz, 23. Juni. Die Frau eines hiesigen Arztes, die sich über die Amerikaner „umhöflich" ausgesprochen hatte, wurde dazu verurteilt, täglich einen Monat lang zwei Stunden m der Feldküche Kartoffeln zu schälen.
= Worms, 23. Juni. Die französische Ueberwachwag hat iy der letzten Woche für nahezu 100 000 Mark Schmuggelware beschlagnahmt, die für das unbesetzte Gebiet bestimmt war. Di« SchMuggler wurden größtentette festgeuommea und sehen nur ihrer schweren Bestrafung entgegen.
— Lengfeld, 23. Juni. Zwei Schwindler, die sich als Kri- .minalsSutzleute aus gaben, beschlagnahmten hier bei einem Ar, heiter ein junges Schrvâ im Gewichte vor 60 Pfund und bedrohten den Echwarzschlächter noch mit 200 Mt. Geldstrafe. Ein hiesiger wackerer Bürger, der von der Sache Kenntnis be« fianit glaubte den Schwindel nicht '"ib fuhr den Leiden Gau, neun mit dem Rade nach. Er stellte sie zur Rede und nahm ifjiien den Rucksack mit Inhalt wieder ab.
= Duderftadt, 23. Juni. Der 10jährige Sohn des Land, wirts Ignaz Schmidt in Bevushausem stürzte beim Laubho'er von einem Saturne auf ein Staket, dessen Pfähle ihm in des Leib drangen, sodaß der Tod eintrat.
— Eschwtge, 24. 3uxL Einen großen Schabt« hat ein Eistw baßxschlosser erlitten, ber von hier n«ch Nordhausen versetzt wordci ist. Beim Umzug «ach Nordhausen ist ihm auf ber Eisenbahn bv «rößt« Teil ber Möbel grstohle« worbe«.
Arnstein, 22. Juni. Der bei ber GutSbesttzerSwitwe Rotb beschäftigte Dienstknecht Paul Schneider stürzte beim Futterholen vom Scheunenbode» ab in die Tenne. Er erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
• « Montabaur, 22. Juni. Von hier ttnrb gemeldet, daß Mi einigen Tagen ein amerikanischtr Zahlmeister mit 486 000 Mark verschwand. Man vermutet, daß er in» unbesetzt« Gebiet gefleht« ist.
— Nürnberg, 23- Juni. Der diesigen Kriminalpolizei ist el gelungen, einen Eisenbahndieb, der als Arbeiter bei der Gepäckabfertigung beschäftigt war, feftj anehnten. Er soll Expreßpakete im Werte von insgesamt 15 000 Mark im Laufe der Zeit entwendet haben.
= München, 23. Juni. Der Schleichhandel mit Fleisch übersteigt in letzter Zeit alle Grenzen. Mit Möbelwagen werden große Fleischmengen nach München gebracht. So wurden in ben letzten Tagen in einem Wagen, der von der Mühldorfer Gegend kam, zwölf Lmtmr Fleisch b-rchl^nohutt. iowi^ LL lebmdt
Aus aller Welt.
Ein gräfliches Hochstaplerpaar. Ein Schwindler- unb Hoch«! staplerehepaar wurde in Rositz vom Gead armeriewachtmeister im Casthose re rieftet unb in das Amtsgerichtsgefängnis in Altenburg eingeliefert. Das Paar nannte sich „Graf von Glenin", hatte Auswcispapiere auf verschiedene Namen und gefälschte Wechsel über hohe Beträge bei sich. Es scheint sich um diejenigen Personen zu handeln, die in Altenburg, Leipzig, Berlin, Frankfurt, Zwickau und anderen Orten verschiedene Diebstähle in Gasthäusern ausgeführt unb dabei insbesondere Bettwäsche mitgenommen hatten. Das Paar ist nicht verheiratet Die Frauensperson hatte bereits einen größeren Gelddiebstahl im Rositzer Gasthofe ausgeführt.
Gleiches Recht für alle — auch bei Tanzsergnü.qunge«. dem Orte Nièst«dt habe«: die dortigen Burschen Plakate mit folgendem Inhalt anschlagen lassen: Die Revolution hat uns gleiche Rechte für Mann und Frau gebracht. Allgem«in fordern, wir die Jugend von Riestedt unb Umgegend auf, die Damen in Zukunft nicht mehr freizuhalten. Wenn die werten Damen gewillt sind, sich Sonntags mit uns zu amüsieren, dann sollen die Kosten M gleichen Teilen getragen werden. 1
Großes Schadenfeuer. Im Mexainderhafen zu Liverpool hat ein Brand einen Schaden von 20 Millionen Mark angerichter, Es sind große Mengen Lebensmittel, u. a- Speck, Gefrierfleisch Gemüse, ferner Ackergerätschaften und Waggon« nemiditet worden. Ein amerikanischer Dampfer, der schwer mit Hoh und Eisenbahnschienen beladen war, ist ebenfalls ausgebranm und im Eingang des Hafens teilweise gesunken.
Drei Frauen bei einem Bootsuuslück ertrunte#« ®in schweres BooiSunglSck ereignete sich am Sonntag in der Nähe von Grünau. Der Bootseigner Heinrich aus Karolinenhof machte nm seiner Jolle eine Segelpartie nach dem Seddinsee. Beim WernSdorfer Kanal kenterte plötzlich das mit neun Personen besetzt« Boot infolge einer stark ernsetzenden Böe, als sich gerade mehrere ber Insassen um die Bergung einer über Bord gegangenen Mütze bemühten. Ver- schiedcne Segelboote eilten sofort jur Rettung der Verunglückten herbei. Er gelang auch, sechs von den Insassen der Jolle in die Boote zu ziehen. Drei Frauen ertranken, darunter die Frau de» Heinrich,
Erentttlun- der obenschlefische« Mistiauenrüuber. Die Banditen, die ben Geldtransport in Borsigwerk überfiele» und 1160 000 Mark erbeuteten, sind ermittelt. Zwei von den Räubern die Arbeiter Hofrichter an« Hindenburg und Konietzko aus Vobw wurden dem Kriegsgericht' Glerwitz zugefühtt. Die Verhaftung bei übrigen Räuber steht bevor. Ueber den Verbleib der gestohlen« Eumine fehlen noch jede Anhaltspunkt«.
Ein UMaufetflârter Mor» i* Gotha. Zwischen ben One» Haina und Ebenheim, unweit der Bleymühle, wurde am 25.. 3Jlai an Leiche eine« unbekannten Mannet aufgefitnben, der, wie die Untersuchung ergab, in der vorhergegangenen Nacht ermordet worden ist. Nunmehr ist feftgefteUt, daß der Ermordete der East- und Laxowm Johann Gottfried Dreißigacker au» Wetzet« bei WalldorfM der seit dem 22. Mai auS seinem Wohnort verschwunden war. UW den Mörder und seine Beweggründe fehlt jedoch noch jeder Anhalt. Sonderbarerweise ist eS der fünfte Mord, bet innerhalb 30 Z^bre aa fast derselben Stelle verübt wurde, und auch die ersten vier sind b” jetzt nicht aufgeklärt worden.
Oeffentlicher Wetterbericht.
St«b«*txxg bet Physikalische« »ertixl Frankfurt a M. »orax-fichtlich« »Hterww» für bit Seit N»m W»«n> 25. Juni -i- zum Mt*A<w «»«»-.
Gtarke Bewölkung, vorwie-end tractex, kühl, westliche SSixk.