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Freitag den 13. Juni

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1919

In Erwartung bei atiomlversamMlMg und Antwort der Entente.

Berlin, 13. Juni. Telegramm.

Aus Weimar Wirr» gemeldet: Die Nationalversamm­lung wird, wie der Vorsitzende des sozialdemokratischen Parteitages Löbe in der gestrigen Sitzung mitteilte, am Montag zusammentreten, um auf die Antwort der En- jtnte auf unsere Gegenvorschläge Stellung zu nehmen.

Vor der Entscheidung.

Ein diplomatischer Situationsbericht.

Die Agence Havas veröffentlicht folgenden diplo- sietischen Situationsbericht:

Psris, 12. Juni.

Der gestrige Tag war durch zufriedenstellende Fort- itte gekennzeichnet. Die Regierungen haben die meisten htigen Punkte zu einer Lösung gebracht. Man denkt, daß Antwort der Alliierten auf die deutschen Gegenvovqchläge itag nachmittag überreicht werden kann, spätestens aber Eamstag. Die Ueüergabe wird ohne irgendwelche Feier­lichkeit in der gleichen Art geschehen wie bei der Ritteilung der Antworten auf die früheren Roten Krockdorff-Rantzaus. Was die Enfchädigungen betrifft, jat der Viererrat beschloßen, in den ursprünglichen Be­dingungen keine grundlegende Aenderungen eintreten zu lassen. Auch in der Klassifikation der Schäden wird leine Aenderung eintreten. Der französische Vorschlag ton den Deutschen zu zahlenden Entschädigungen nrcht ofort festgesetzt werden. Die Deutschen werden nur die Möglichkeit haben, ihre Vorschläge über die Höhe der intschädigungen, die sie jährlich zahlen können, zu machen, sine starre Zahl wird im Vertrag nicht figurieren. Las Oberschlesien betrifft, wurde die Vornahme einer liöstimmung trotz Opposition Clemencaus angenommen. Immerhin wurde auf Veranlassung der französischen Delegation ein ernsthaft ins Gewicht fallender Kusatz- ilttrcg angenommen. Es werden für die festgesetzte first für die Abstimmung Ausführungsgarantien erlaßen. Die Modalitäten der Zulassung Deutschlands in den Völkerbund wurden nicht bestimmt. Die französischen Delegierten werden Entwürfe vorbringen, die sich einem pnverzüglichen oder befristeten Eintreten Deutschlands In den Völkerbund widersetzen. Der Vertrag sieht keine Etappen vor. Sobald Deutschland Mitglied des Bundes sein wird, wird es »die gleichen wirtschaftlichen Vorteile bezüglich der Rohstoffe usw. genießen wie die anderen Mitglieder. Deutschland wird eine Frist von Jl bis 8 ^agen erhalten, um seinen endgültigen Entschluß be­kannt zu geben. In dieser Frist sind die für die Kündigung des Waffenstillstandes nötigen drei Tage ent­halten. Wenn die deutsche Regierung die Unterzeichnung bes Vertrages verweigern würde, würden die Truppen 8°chs gleich am Tage nach Ablauf der Frist ihren Vor­marsch beginnen.

Die hauptsächlichsten Aenderungen.

Amsterdam, 12. Juni.

LautAlgemeen Handelsblad" meldet dieDaily âews" aus Paris, es werde angenommen, daß die hauptsächlichsten Aenderungen im Friedensvertrag folgende M werden:

1. Saarbecken: Keine Aenderung der Bestimmung, "^zufolge dieses Gebiet während eines Zeitraumes von 15 Jahren der Verwaltung des Völkerbundes unterstellt Mild. Es wurde jedoch eine Bestimmung eingefügt, die larstellt, daß, wenn Deutschland es versäumt, am Ende ^ses Zeitraumes die Bergwerke in Gold zurüâzukaufen, ^s dem Rechte der Einwohner, unter die deutsche bmatsobrigkeit zurückzukehren, wenn dies durch Volks- Kimmung beschloßen wird, seinen Abbruch tut.

2. Oberschlesien: Es besteht ernster Grund zu fragen, w die Einwohner dieses Gebietes, selbst wenn sie aus N Mehrzahl aus Polen bestehen, die polnische Souveränität der deutschen vorziehen. Es soll daher "ue Volksabstimmung unter der Aufsicht der Alliierten ^gehalten werden. Zugleich erhält Deutschland das ^cht, genügend Kohle zu omgemeßenen Preisen aus Wn Gebieten zu beziehen und zwar unabhängig davon, °o die Volksabstimmung zu Gunsten Deutschlands aus- latzt ober nicht. Dieses Recht kann auf den Zeitpunkt schränkt werden, während dessen Deutschland der Er- "Ugniße des Saarkohlenbeckens beraubt sein wird.

. 3. Linkes Rheinufer: Die Lösung dieser Frage hängt oavon ab, daß Deutschland seine Verpflichtungen loyal Wt Der Zeitraum der Besetzung wirb wahrtet nltÈ

Entente-Antwort. verkürzt werden. Zugleich wird dieses Gebiet, soweit die Alliierten dafür verantwortlich sind, so gut wie sicher einer bürgerlichen und nicht einer militärischen Ver­waltung unterstellt werden.

4. Entschädigungen: Ueber diese Frage gehen die An­sichten weit mehr auseinander als über irgend eine andere Frage. Man ist daher noch zu keiner Ent­scheidung gelangt. Es ist wahrscheinlich, daß der ameri­kanische Vorschlag, daß ein endgültiger Betrag festgesetzt werden solle, zu Gunsten einer Regelung geopfert worden ist, nach der die Aschätzung der Entschädigungssumme in den verschiedenen Hauptteilen, welche im Vertrage näher bezeichnet oder angedeutet sind, zusammengefaßt wird und Deutschland Gelegenheit geboten werden soll, ent­weder eine eigene Abschätzung vorzulegen oder in jedem Falle Bemerkungen zur Berechnung der alliierten Kommission zu machen. Es besteht die Absicht, Vor­kehrungen zu treffen, daß dieses Verfahren bis Ende dieses Jahres erledigt ist, statt sich bis 1921 hinzu- ziehen, wie in dem ursprünglichen Vertkag vorge­sehen war.

5. Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund : Hiergegen sträubt sich Frankreich energisch, obgleich der französische Vertreter in der Kommission für den Völker­bund, abgesehen von einem bedeutungslosen Vorbehalt, den sehr liberalen Vorschlägen, die diese Kommission dem Vierer-Rat übermittelte, zustimmte. Es ist wahr­scheinlich, daß keine diesbezügliche Bestimmung in den Vertrag ausgenommen wird. Die Neigung, Deutschland

Kurzfristig!

Veâ, 13. Juni. (PrivaMkegraMm.)

Aus Notiertem wird gemeldet: DemNieuwe Rotterdamr- {d/en Courant" zufolge wird der Antwortnote der Alliiertem ans die deutschen Gegenvorschläge die Mitteilung boigefügt werden, daß die Unterhanvlungem^ mm beendet sind und daß die Deutschen innerhalb einer festgesetzten Frist, die bestimmt nicht länger und vielleicht sogar kürzer sei als eine Woche, Mit­teilen müßen, ob sie unterzeichnen wollen oder nicht. Das Blatt meldet ferner, daß der Wert rag, den Vrockdorff-Rantzau zurück- erh»kten werde, nicht der Beitrag fti, wie er ihn wünscht, oder der, auf den die Liberalen in de« alliierten Ländern gedrungen habe«.

Erleichterungen im Saargebiet.

DDP. Berlin, 13. Juni.

DiePost" weiß zu berichten, daß alle militärischen Maßnahmen, wie sie in der Pfalz und im Rheinland bestehen, für das Saargebiet aufgehoben find. In Saar­brücken und in Saargemünd ist sogar die nächtliche Straßensperre aufgehoben. Im Saargebiet sind Lebens­mittel in so großen Mengen vorhanden, daß sich die Bevölkerung zu verhältnismäßig geringen Preissn mit allem Notwendigen versehen kann.

Die Antwort der Entente.

. DDP. Berlin, 12. Juni.

Von zuständiger Seite wird erklärt, daß entgegen anders lautenden Meldungen das Kabinett-noch keinen Enschluß über seine Stellung zu den zu erwartenden Ententevorschlägen gefaßt habe. Die Regierung habe sich dafür entschieden, eine derartige Beschlußfassung zu vertagen, bis die Ententeantwort vorliege. Ueber die ursprünglichen Ententevorschläge urteilt die Regierung heute wie zuvor.

Kuliffenpolitik.

DDP. Versailles, 12. Juni.

Die Delegierten Leinert und Melchior find heute früh nach Versailles zurückgekshrt und werden noch am Vor­mittag dem Grafen Brockdorff über die Eindrücke Bericht erstatten, die sie während ihres Aufenthaltes in Deutsch­land empfangen haben. In den Kreisen der Delegation rechnet man mit der Wahrscheinlichkeit, daß die Antwort der Entente morgen Freitag nachmittag übergeben wird und glaubt, daß sie sich ungefähr in den Grenzen halten könnte, die heute von den französischen Zeitungen bezeich­net werden. Es scheinen im Haag Persönlichkeiten anwesend zu sein, die mit deutschen Politikern aus den Kreisen Erzbergers Fühlung haben und auf diese Weise nach England und Deutschland Anschauungen verbreiten, die mit den Anschauungen der deutschen Frisdensdsie- gation wenig gemein haben. Diese Kulissenpolitik kann in jedem Fall nur schaden, selbst wenn sie wohlgemeint sein sollte und -bars von dem deutschen Volke, um dessen Zukunft es aebtt nicht beackt-t werden.

Polen im Kriegszustand mit Deutschland!

WB. Berlin, 12. Juni.

Eine ganze Reihe höchst beunruhigender Meldungen üb« die Verschärfung der Lage der deutsch-pol­nischen Demarkationslinie haben Reichsminister Erzberger veranlaßt, heute folgendes Schreiben an den General Dupont zu richten, den Chef der französische« Mililärmission in Berlin, dem zugleich die Verbindung mit der interalliierten Kommission in Warschau obliegt:

Herr General!

Der Reichsregierung ist folgender polnischer Do­se h l zur Kenntnis gebracht:

Armee Haller, Teile der f r a n z i s l s 4 e n Arm«, We in der Mehrzahl auS deutschen und österreichischen kriegs­gefangenen Polen besteht, also Landsleuten deS jetzigen pol- Nischen Reiche«, werden jetzt der polnischen Armee zsgetnlt. Die Republik Polen befindet sich imKriegS» z u st a n b mit Deutschland. Sie hat auch daS Recht, die Armee Haller gegen Deutschland zu »erwrnben. Auf, Veranlassung des Kriegs Ministeriums vom 8. Juni IS wer­den zwei Divisionen der Haller-Armee in den nächsten Tagen nach Posen abtransportiert und 'dann sofort auflder- ganzen Front verteilt

Unterschrift: Generalstab Posen Jonrn.-Rr. 378-MSM 19.i <gez.) Dombrows ki, Generalmajor.

8. Juni 19. . j

Ferner gehen nach abgehörten Gesprächen bei L l'sts n^bie Leerzüge der Haller-Transporte nicht mehr zurück "^wdl erfolgen Ansladtmgen gegen Deutschland, da B e f e h l^z u m Angriff in den nächsten Tagen erwartet wird.

Außerdem sind folgende Telephongtspr â che- zwischen Posen und Kankel bekannt geworden:

.keiue-LeeMae mehr Ma hrrauszu»

Die letzten Haller - Züge werden spätestens über­morgen kommen.

b) 1.12 Min. kommt "Haller-Züg. . ®rwirb inr^kankel ausgeladen. Sämtliche Haller-Züge, die noch kommen, werden in Krstoschin, Bogutschin, Punitz und Kankel ausgeladev.

> Endlich nmVbe in den testen Tagen gemeldet:

a) Rach mehrfachen Aussagen von Ueber! äufern fatb aus Hallersche« Trapp enteilen in Warschau Mannschaften^ herausgezogen, in Abteilungen von mehreren hundert Mann zusammengestellt und nach Posen befördert worden.

b) In einem Funksprnch vom 7. Juni, französischer Klar­text von Polen an Eiffrllurm, an das Kriegsministeriumi Paris, unterschrieben von General Dombor-Musnicki, wirdl gebeten, vier Eisenbahnwagen mit Pneumatiks und Material zur Busbeßcrung, die sich auf dem Wege über St. Didier durch Deutschland nach Posen befinden, u m3 u lei t em, d a sich die Lage verschärft habe.

Diese polnischen Maßnahmen würden, falls ste zutreffen, den Vereinbarungen des Waffenstillstandes und auch den mündlich gegebenen Zusicherungen Fochs widersprechen. Es ist bei den örtlichen Behörden durch diese Maßnahmen eine starke Erregung entstanden, wodurch unerwünschte Kon­flikte hervorgerufen werden können. Ich bitte daher um unverzügliche Klärung und Abstellung für den Fall, daß die Nachrichten den Tatsachen entsprechen sollte«, da die Reichsregierung sonst zu der sofortigen Ein­stellung der Haller - Transporie gezwungen wäre. Mit Rücksicht auf die Dringllchkcit der Angelegenheit darf ich der, Antwort im Laufe des morgigen Ta-geS ergebenfl mtgegeeftehen.

Die Antwort Remers.

DDP. Rotterdam, 13. Juni.

DerNieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt: Di^ Antwort, die der österreichische Staatskanzler Renner Clemenceau überreichen ließ, ist ein vortreffliches Doku­ment; es kämpft für das Fortbestehen des österreichischen Volkes, die darin enthaltenen Argumente seien größten- teils nicht zu widerlegen.

Die Bemühungen der Unabhängigen.

DDP. Berlin, 13. Sunt

Zu den Verhandlungen des ehemaligen Volksbeauf­tragten B a r t H mit der Garde-Kavallerieschützen-Division wird der Morgenpost von unterrichteter Seile mitgeteilt; daß Emil Barth nicht das einzige Mitglied der Partei­leitung der Unabhängigen gewesen ist, das die Verhand­lungen mit dem Freiwilligen-Korps geführt hat. Her­vorragend beteiligt ist dabei zum Beispiel auch Dr. Breit­scheidt gewesen. Bei diesen Besprechungen ist von den Führern der Unabhängigen kein Zweifel daran gelaßen worden, daß auch die anderen Mitglieder der Partei­leitung mit dem Schritt einverstanden seien. Es ist be- . sonders darauf hingewiesen worden, daß auch Däumi^ die Unterhandlungen, die nicht von militärischer Seite, sondern von den Unabhängigen angereLt worben ßn^) billiae.