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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit Unterhaltungsbeilage.

Dez«ssprer»r

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Vierteljährlich 3.75 Mk., monatlich 1L5 M., fitr Post»- bezug vierteljährlich 8.75 Mk^ monatlich 1.» M. ^ Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg,

Verantwortlich für die Redaktion: Gustav Lchreckey. für Anzeigen u. Reklamen: Aug. Stobt, beide in Hana» S

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ylU lÄv Geschäftsstelle und Redaktion: Hammerstraße Nr. 9

Somstoi; den 24. Mai

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1919

Der dM« MM M Sriebensoerttag

Eine Wendung in der Verbandstaktik?

Wenn man sich nachträglich noch einmal den unglaub-

I sichen Ton vergegenwärtigt, in dem die erste Note I Llemenceaus mit der Aufforderung zur Entsendung Be- I auftragtet der deutschen Regierung zur Entgegennahme Ides fertiggestellten Textes des Friedensvertrages" ge- I halten war und ihr die letzte Note Clemenceaus vom 21. Mai entgegenhält, worin das Ersuchen um eine Frist- I Verlängerung im entgegenkommenden Sinne erfüllt wird, so wird man immerhin einen, wenn auch nur schwachen, 11» doch sichtbaren Umschwung zum Besseren feststellen dürfen. Es ist vielleicht nicht zuviel gesagt, wenn man kühnlich behauptet, man sei sich in den letzten Wochen I in Versailles doch schon etwas näher gekommen. Ein ! nicht geringes Teil wird dazu wohl auch die ebenso ein- > miitige wie unmißverständliche Ablehnung beigetragen ! haben, mit der die unerhörten Eewaltforderungen der I Entente in der ganzen Welt und nicht zuletzt auch bei j ihren eigenen Völkern gefunden haben. Gewiß darf man dieses mißtönige Echo in seiner Bedeutung und Wirkung ; keineswegs überschätzen, aber dennoch bleibt bestehen, daß der Himmel über Versailles die ersten Spuren einer leisen Aufklärung zeigt. In dieser Richtung liegt auch die Meldung der LondonerDaily News", derzufolge einflußreiche Mitglieder der britischen und der amerika­nischen Friedensdelegation aus offene Verhandlungen mit den deutschen Delegierten hindrängten. Sie sollen darauf hingewiesen haben, daß eine Weigerung $ _ mündlichen Verhandlungen unberechtigt sein würde. Das Blatt erkärt dann»WM«r, es Mu»» als feststehend betrachtet werden, daß die Alliierten zewiffe Konzessionen machen würden, und zwar wird be- merkenswerterweise gerade auf die besonders im Argen liegende Frage des Saarbeckens hingewiesen. Auch hier wird man sich natürlich vor jeder Ueberschätzung hüten muffen, aber dennoch ist es vielleicht angebracht, darauf hinzuweisen, daß man besonders im neutralen Auslande Wilsons Haltung in der Friedensfrage nicht entfernt so beurteilt wie bei uns. Auch dort gibt man zu, daß er m großen und ganzen überstimmt worden sei, aber dessen

ungeachtet steht man auf dem Standpunkt, daß der Friede noch wesentlich schlechter aussehen würde, wenn er nicht als Bremsklotz gewirkt hätte. Der Ministerpräsident hat in seiner Rede vom Mittwoch nun,, auf die Bedeutung des Völkerbundes für die Befriedung der Welt hinge- wiesen. Vor ihm hat das bei uns schon Staatssekretär Dernburg getan, Tatsache bleibt, daß man sowohl im neu­tralen wielm feindlichen Lager der Meinung ist, daß die be­rechtigten Beschwerden und Verwahrungen Deutschlands in ausschlaggebender Weise Berücksichtigung finden würden und könnten, sobald Deutschland erst in den Völkerbund als Mitglied ausgenommen worden wäre. Sn diesem vinne begrüßen wir es, daß auch die deutsche Regierung

Völkerbundgedanken jetzt wieder mehr in den Vorder­grund rückt, aber auch hier gelangen wir wieder zu dem alles entscheidenden Ausgangspunkt, daß es wirklich zu vrn oben angedeuteten Verhandlungen kommt.

R.

DDP. Spa, 23. Mai.

Ueber die Verhandlungen zwischen den deutschen ünedensdelegierten und den Vertretern der Reichs- ^Uerung wird gemeldet: Die Verhandlungen haben der Gierung Gelegenheit gegeben, sich mit den Delegierten " deutschen Friedenskommission über die wichtigsten Fragen, die zur Zeit das gesamte deutsche Volk bewegen und die für die Zukunft der Nation von bestimmendem sind, eingehend zu unterhalten. Die Verhand- ?.^n, die mit kurzer Unterbrechung bis abends gegen Uhr dauerten, hatten das Ergebnis, daß die besprochenen Punkte restlos geklärt worden sind. Es kann als un- ^eifelhaft gelten, daß unter den Anwesenden völlige ^Ulgkeit in der Austastung der Lage und der dem Friedens- q^urf gegenüber einzunehmende Haltung erzielt wurde, le verlautet, würde den Alliierten nunmehr eine Be- reilnug des Friedensvertragsentwurfs vom deutschen andpuiikt übergeben werden, der einen neuen Anhalts- P nkt dafür biete, bis zu welcher Grenze das deutsche ° £ 8« geben gewillt ist. Finanzminister Dernburg We in anbetracht der Wichtigkeit der finanziellen !o^^ ^e deutsche Erwiderung endgültig zusammenstellen, ton d" deutsche Antwort in etwa 3 Tagen erfolgen

Berlin, 24. Mai. (Telsgrcrmm.j

Leber die Zusammenkunft der deutschen Delegation der Friedenslonferenz mit den Vertretern der Neichsregierung wird noch berichtet: Die Berliner Herren verliehen Spa gestern abend um X9 Ahr in ihrem Sonderzug; der Versailler führte die deutschen Delegierten um %10 Uhr zurück. Reichsminister Dernburg blieb mit den Sachverf-ändigen für finanzielle Fru- MN zur Leiteren Beratung in Spa zurück.

Mildere Stimmung in Paris.

DDP. Haag, 24. Mai.

Het Vaderland stellt Deutschland gegenüber eine mildere Stimmung fest. Man habe in Paris den Eindruck, daß die in Berlin ausgegebene Parole, nicht zu unterzeichnen, ernst gemeint war. Die Aussichten auf einen Vergleich seien entschieden gestiegen.

Die Iren und der Friedensvertrag.

DDP. Amsterdam, 24. Mai.

Nach dem Allgemeen Handelsblad berichtet die Times aus Paris, die irische Delegation habe der Friedens­konferenz mitgeteilt, daß Irland keinen von der Konferenz unterzeichneten Friedensvertrag als bindend betrachte« werde.

Die neutrale Ausfuhr nach Deutschland.

DDP. Haag, 24. Mai.

Deutschland au»zufiitzrenden Lebensmitteln auch ' Kaffee, Kakao und Schokolade gehöre. Inwieweit die Ausfuhr dieser ArtU« gestattet werden kann, hängt vom Inlands­bedarf <*.

Spanien erkennt die Unabhängigkeit Polens an.

DDP. Madrid, 24. Mai.

Die spanische Regierung hat die Unabhängigkeit und die Regierung Polens annerkannt.

Antipolnische Kundgebungen in New-Bork.

DDP. Amsterdam, 24. Mai.

In New-York fanden laut einer Radiomeldung anti­polnische Kundgebungen statt, die sich dagegen wendeten, die Polen in den Bund der freien Völker aufzunehmen, wenn die polnische Regierung nicht die Pogrome verhin­dere und den Juden volle Entwicklungsfreiheit gebe. Viele jüdische Organisationen durchzogen die Straßen New-Yorks, um gegen die Pogrome zu demonstrieren.

Die Einnahme Rigas.

= Berlin, 24. MaL

lieber die Einnahme Riyas wird demBerl. Lokalanzeiger" noch Liigeteilt: Der baltische Stoßtrupp hat am 22. Mai in einem tiihnem Vorstoß hinter den fliehenden Sowjettruppeir her die Hauptstadt Lettlands aus bei Händen der bolschewistischen Würger befreit. Die aus Libau gemeldet wird, ist der Führer der ballifden Stoßtruppen beim Einmarsch in Riga gefallen. Es handelt ^itm ben Baron Manteuffel.

Kleine Nachrichten.

Protest g»gen das Urteil im Ltebkuechtprozetz. Berlin, 23. Mai. TerVorwärts" berichtet: Die Hamburger Arbeiter­schaft protestierte gestern gegen däs Urteil im Liebknechtprozeh und forderte die Einigung des Proletariats. Die Kommunisten tagtn zur gleichen Zeit und lehnten unter Proklamierung der Diktatur des Proletariats die Einigungs best rebun gen ab.

Legen die Zwavoomirtschaft. 6 r f u r t, 23. Mai. Die heutige Dersan n lung des Bundes der Landwirte nahm eine Entschlie­ßung gegen die Lwnnoswirtsüaft, die Kriegsge^llschafte« und Mr unsere Kriegsgefangenen an.

Die Flucht des Lberleutpant« ®egeL Berlin, 23. Mai. DerVorwärts" beharptet, daß der entflohene Oberleutnant Vogel sehr gute Beziehungen zur Paßstelle des Polizeipräst- diun e gehabt habe und wohl schon im Auslande weile.

Ai« Herren der Landesktrch«. B e r l i n , 23. Mai. Die Rechte des Königs von Preußen als Herr der Landeskirche sind laut Berliner Tkrscnzeituny" aus die 83. it «lieber Oeser, SLdetum und feine übertragen worden.

Aus ^anau Stadt und Land.

Hana«, 24. Mai.

t Kahlgrunstbahn. Als letzter Zug Sonntags abends ver­kehrt nun wieder der Zug ab Schöllkrippen 7.15 Uhw Derselbe hat Anschluß in der Richtumtz Hanau und Frankfurt a. M.

* Sonntags geschlossen. Entgegen anders lautenden Ge­rüchten, bleiben laut TaiifaLmachung sörntliche Herren- und Samen friJevTfefd äste Sonntags geschloffen.

* Eentralthevtrr. Ab heute gelaunt wiederum eine FDm» Sensation mit Erfangsemlagen bis einschließlich Montag zu« Dersühruny.Liebesw'irren, Lgche Narr . . . .!", ein neui artiges Schauspiel von saus Gans geht hier über die Lein­wand und in packenden Handlungen wird hier das Schicksah eines unehelichen Menschenkindes in Bild und Worte geschildert.^ In den Hauptrollen sind rertreten Friedrich Belnif, eine ge­feierte Dühnengröße, sowie Eharlâtte Böcklin, die noch in besten Erinnerung stehen dürfte vonDer Weg, der zur Verdammnis führt". Den pefanglichen Teil hat Frl. Else Grämlich vorn Metzer Stadttheater übernommen, am Flügel begleitet Herr Otto Bauer, der auch? wieder iN bekannter Güte das Konzert- Pre.M0MM M dam PrachtfilM übernommen hat. So ist alles Film, Cefang und Musik wiedermal in einer Klaffe für sich ver­treten. Die Eintrittspreise sind die Wich«», darum ist ein Besuch besonders empfehlenswert.

* Für Saugesfreunde. (Eiagef.) Die am 20. ds. Mts. im Re» stourant zur Stadt Bremen tagende gutbesuchte Versammlung beschloß einstimmig mit großem Peifall die Gründung eines ans moderner Grundlage errichteten Gesangvereins. Der Anlaß zu dieser Reu^ründuug wurde von dem provisorisch gewählten! Vorstand in längerer Ausführungen dar gelegt. In erster State trug dazu das Verhalten des Arbeitergesaugoereins Vorwärts bei, ganz besonders seine einseitige parteiische (Stellungnahme zur diesjähriyen Maifeier. Es wurde beschloffen, dem neuew Verein den NamenGesangverein Männerchor Hanau" zu geben und steht zu erwarten, da die Gründer des Vereins fast ausnahmslos ältere erfahrene Sänger sind, daß demselben ein gutes, sicheres Fortschreiten gewährleistet wird. Als Dirigent wurde der in Sängerkreifen durch feine hervorragenden Eigen» schäften auf dem Gebiete des Gesamges bekannte'Herr Heinrich Ruth, Langendiebach, gewonnen. Darum wert« Sangesfreunbe

untre stritten werden von Amtlichen M'tM sowie in bet; jeden R ittwoch abend stattlindenden SinMund« und an den- jeden Montag abend 8 Uhr stattfindenden Vereinsabenden ent- gegen'genomwen. Vereinslokal: Restaurant Mm goldenen Stab.1

* Schwedische Krone. Laut heutiger Anzeige finden auch Sonntag von 4 Uhr an Variete-Dorstellungen und im Saals Tanzmusik statt.

* Bett den ^etbefen ist morgen Sonntag die Löwen - Apotheke geöffnet. Dieselbe versiebt auch von heute abend 7 Ö 6 r ab den Nachtdienst bis zum Mittwoch abend 7 Mr.

Stadtdidliothek Sana». Die Dtadtbibliethek isi geöffnet: Ment«, «nd Mittwoch von Wl'M Uhr, Samstag von 24 un» jeden 1. und 3. Sonnt«, tot Monat Ben ViltrM Ubr.

Sichtspieltdeate«. Spiclpla» »om 24.30. Mai t .Weine nicht, Mutter!" Ein Lebensbild in 4 Akten, verfaßt von Erich Moerf in der Hauptrolle Frl. Hella Mej«.

* Buchberg. Bei schönem Wetter täglich geöffnet. Für da, Hanauer Publikum besonders günstiger SonntegS-AusflugSort. Der Sommerfahrolan der Hanauer Kleinbabn enthält v«ffende Zugvcr- bindnng. Ab Hanau: mittags 12.45, ab Langenselbold i ahenbl 6.80. Nach angenehmer Wanderung durch den schönen Buchbergw«ld und herrlicher Fernsicht von dem Turm nimmt der für-orgliche Luchberg­wirt die miibtn Wanderer auf und sorgt für die nötige Restaurierung ihre» leiblichen Wohls. Ein Besuch dieses SlusflusorteS kann daher empfohlen werden.

* Kon^rthaus Wiener $bitte. Heute SamStag abend. 8 Uhr sowie Sonntag findet große Vorstellung statt. Großer Lachersolg.» (Nähere« siehe Anzeige).

* Kellgen-mmen. Der bei der am 19. Februar ans dem Paradevlatze ststtgefnndenen Schießerei beteiligt gewesene und seit dieier Zeit flüchtige Jean S e r g n? a n n, ein Bruder der erschossenen Georg Bergmann, ist gestern hier feftgenommen und in das Pand- gerichtsgefäugnis eingeliefert worden.

Schietzcrei. In der Nacht von AonnerStag auf Freitag wurde auf die Posten der Bürgerwehr von der Krämer-, Frankfurter- und Römerstraße aus geschossen. Als die Leute die Verfolgung auf« nahmen, wurde noch an der Pumpstation aus der Nußallee mit einem Gewehr geschossen. In der Dunkelheit sind die Täter entkommen.

Herrenlose Lchußc. Bei der Kruninalpolizei, Zimmer 6, lagern noch mehrere Paare Schuhe, die bei dem Schuhmacher Witzel hier in Reparatur gegeben waren. Es ergeht nochmals die Auf­forderung, daß sich bie Eigentümer zwecks Empfangnahme ihrer Schuh« melden.

* Jitgendbund desD. D. H.- Morgen Sonntag de» 25. Mar Ausflug nach' dem Bnchberg. Abmarsch *,,2 Ubr von Ma­schinenfabrik Wilhelm, Leipzigerftraße, aus. Rückfahrt 9.18 abends ab Langenselbold. Montag den 26. Mai VereinSadend tm Restaurant Mohr.

* Das Hahrrenkammheus ist Sonntags geöffnet, in bet Woche auf vorherige Besteüüarg.

Ravolzhausen bei Hanau, 23. Mai. (Selbstmord.) Die Leiâe des 55jährigen Landwirts Friedrich Tay von hier, der fd am 16. L ai von seiner Familie entfernte, ist in der Kinzig (E en orlr i g Langendiebach) aufgefunden worden. Tag hatte durch bdn Krieg einen Schwiegersohn und Bräutigam einer Tochter verloren, ein Sohn starb in russischer Gefangen- schakt und eine du icpcrtcdter fiel dem Typhus jum Opfer. Diese schweren Schichsalsschläge waren der Grund zum Selbstmord.

OrffentllNer Wetterbericht.

Bc«b»cht«ns de« Ptz-si!»lischcu Bertini grextfurt *. M.

»orau-stchtlich« «littet**« für bie Zeit ** Ado»» Mi 24. Mai »is in** »Ichfte» «».

Leiter. triefen, wärmer, nordöstliche Winde.