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AstationSdnrck und Verlag: WaismbauZ-Buchdruckerei und -Buchhandlung in Hanau.

OtW für Stadt- und fenWrtis Sanaa.

Verantwortlicher Redakteur: Gustav GchreS««»

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit Unterhaltungsbeilage, für Anzeigen «.Reklame«: August Drodt, beide in Ha««.

Kr. 89 »«"Ä. Dienstag den 15. April

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Fernlprechanlchlvh

Hebaftton fM9 Erpedition 239

1919

Deutschland und der Friedensvertrag.

Die VorfrieDenshedinqunsien.

WB. Paris, 14. April.

Nach Vlättermeldumgen erklärt eine hochstehende ame­rikanische Persönlichkeit in derChicago Tribune", in ^iner bei Wilson aLgehaltenen Sitzung sei beschlossen porden, dâtz die Deutschen die Vorfriedensbedin­gung e n am 25. April erhalten sollen. Sämtliche wesent­lichen Fragen seien praktisch geregelt. Das Trentino- und Das Ldria-Prellem werden heute erörtert und man stimmt an, daß Wilson bei dieser Gelegenheit unumwun­den von den im Verlaufe der Vesprechungen zutage ge­tretenen Hindernissen sprechen wird. Er will versuchen, das wahrscheinliche Datum des Friedensschlusses anzu- aeigen. Da Wilson Frankreich zu Anfang des nächsten Mo- chats zu verlassen beabsichtigt, wird in gewissen Entente- streifen vermutet, daß er den Deutschen von den Bestim­mungen des endgültigen Friedensvertrages Mitteilung machte und daß die Regierung Ebert-Scheidemann den jAlliierten die Zusicherung gegeben hat, daß die Bedingun­gen ungesäumt angenommen würden.

Das Saarbecken.

' WB. Paris, 15. April.

Die Frage des Saarbeckens wurde im Viererrat jo geregelt, daß die Verawerke auf einige Zeit an Frank­reich kommen. Teutschland wird für die Einwohner des Landes.verantwortlich bleiben. Frankreich wird das Polizeiwefem ausüben. Die politische Souveränität des Landes untersteht einem Direktorium, das vom Völker- än^fccr^

Saarbeckens sein, wehrend drei von der Konferenz festge­setzt werden. Die Einwohner des Caarbeckens verfügen ftiber alle bisherigen Rechte, werden aber keinen Abgeord­neten in das deutsche Parlament senden. Dieser Zustand dauert fünfzehn Jahre. Nachher wird eine Volksabstim­mung über die Zugehörigkeit des Landes vorgeno-mmen. Sollte eine solch« zu Gunsten Deutschlands ausfallen, so Dird dieses die Gruben von Frankreich nach ihrem Schätzungswert zuruckkaufen müßen und die Kausiumme i1n EM zu begleichen haben. Sodann wurde ein weiteres Problem in der Entfchädiavngsfrage gelöst. Wie bereits gemeldet, soll Deutschland 125 Milliarden Entschädigungen bezahlens wovon 55 Prozent Frankreich zufallen werden. jBtefe Summe ist in jährlichen Raten zahlbar. Die Frage ^der Carantien, die Frankreich gegenüber weiteren An­rissen erhalten soll, ist noch nicht geregelt. Der Vierer- rat ist hier für eine Neutralisierung des linken Rheinusers und das Verbot für Deutschland, dort Befestigungen, Gar­nisonen oder strategisch« Unternehmungen zu unterhalten, während er die Unversehrtheit der deutschen Souveränität betont. Die Pesktzung des linken Rheinufers wird von Frankreich allein durchgefuhrt werden. Zudem bleibt eine Neutrale Zone von 50 Kilometer Tiefe bestehen. Der Ver­trag siebt auch die Einschränkung der Rüstungen Deutsch­lands vor. Der Eindruck dieser Abmachungen in Frank­reich ist ein äußerst günstiger, und man glaubt, daß Aen­derungen nicht mehr möglich sein werden. Die Westgrenze Deutschlands ist nun gezogen., Ebenso ist die Ostgrenze Nahezu erledigt. Es gilt nur noch, die Frage der Staaten­grenzen auf der Balkan HM imsel und gegen Ungarn zu regeln. Die Vorarbeiten dazu sind erlediat. Der Vierer- rat dürfte nur noch die italienisch-südslawische Grenze und die syrische Frage zu regeln haben,

EinNein"!

Berlin, 15. April. (Privattelegramm.)

Unter der UeberschriftNein!" schreibt derVor- jwarts" zu den im diplomotisben Havas-B?richt mitge- steilien Bedingungen, die Deutschland im Friedens, vertrage auferlegt werden sollen, folgendes : Die Entente rt im Irrtum, wenn sie glaubt, daß es irgend eine deutsche Regierung gebe,»die solche Friedensbedin- gungen unterschreiben könnte.- Wollen die gegenwärtigen Machtbaber von drüben sie durch Lhren, so werden sie die Sache selber in die Hand nehmen müssen und sehen, wie sie mit der Bevölkerung des Saargebietes fertig werden, die deutsch ist ünb es bleiben will und sie möge selber erfahren, daß die in Vorschlag llebrachten Entschädign ngen von uns nicht herein zu bekommen sind, selbst wenn man uns das letzte zerrissene Bettuch und die letzten ®Uen Stiesel von den Füßen zieht.

Zn derVoss. Ztg." wird ausgeführt: Es bedarf «tor »â «»«hriirnWn Fällallu»«. hak hie MH hem.

Havas.Bericht skizierten Friedensfordsrungen für Deutsch­land unannehmbar sind. Sie entsprechen nicht den Grundsätzen des Rechtsfriedens und ein Völkerbund, der auf solchen Bedingungen aufgebaut wäre, würde keiner sein.

DerLokalanzeiger'* meint: Eine schäm losere Verhöhnung der von Wil on in seinen 14 Punkten festgelegten Grundsätzen als die durch Havas angekündigte Lösung der West fra ge läßt sich wohl nicht vor­stellen. Für jetzt ergebe sich für das deutsche Reich nur dar eine, die Unterschrift unter ein solches Friedens­dokument rundweg zu verweigern.

Wiederum die Auslieferung verlangt.

WB London, 15. April. (Reuter).

Im Unterlaufe frönte Lyke, ob die alliierten Regierungen die Absicht härten, von Holland die Auslieferung des früheren Deutschen Kaisers zu verlangen. Senar Law antwortete: Dir von der Friedensforneren; ernannte Komm ssion . Hat ihren Bericht erstattet, ich kann aber jetzt keine Erklärung über den Gegenstand abgeben. Ly'e fragte ferner, ob Bonar L^w rotffe, daß in England eine sehr starke Strömung dafür vorhanden sei, daß der Erzverbrecher von Europa bestraft werde. Bs-mr Law antworleie, er sei sich dieser Stimmung wähl bewußt; die englische Regierung teile sie.

Eine polnische Volksuniversitat in Danzig.

....... ^vr^r. in gn< /Tele^romm.)

WsMnzUMWUlM?Die deutsche Stadt Danzig wird demnächst eine polnischeVolksuniversität erhalten. Zn amtlichen deutschen Meldungen wird Hin­denburg wieder Zabrze und Hcchensalzn Jrrowrazlaw ge­nannt.

Ein Ultimatum der Bremer Kommunisten-

= Bremen, 15. April.

Ueber ein Ultimatum der Bremer Kommunisten wird berichtet: Tie Unabhängigen und Kommunisten haben gestern der Regierung ihre Forderungen auf Aufhebung des Belagerungszustandes und Einführung des Räte­systems in Form eines Ultimatums überreicht. Letzteres läuft heute um 3 Uhr ab.' Bei Nichterfüllung der Forde­rungen soll sofort der Generalstreik proklamiert werden.

Die Regierungsmaßnahmen in Dresden.

Dresden, 15. April. (Telegramm.)

Aus Dresden wird derDeutschen Allgemeinen Zei­tung" berichtet: Sämtliche Gebäude sind außerordentlich stark gesichert und mit unbedingt ergebenen Truppen be­legt, sodaß ähnliche entsetzlichen Ereignisse, wie die vor- gefallenen neuerdings ausgeschlossen erscheinen. In­zwischen eingetroffene Erenzschutzabteilungen und Reichs- truppem geben den Regierungematznahmen den notwen­digen Nachdruck.

Aus Magdeburg verschwunden.

---- Berlin, 15. April.

DerffoManv-get* meldet: Der unabhängige So nah bemofrat Albert Baier, der als teifätli^er Leiter deS Maz- deburger Poli;eiprâsidiums die Berha tung und Verschleppung des Ministers Dr. Landsberg veranlaßt hatte, ist ans Mag­deburg ver'chwundtn. Wie von mkhrheit«so;'alistiicher Seite feftgefledt w rd, bat sich Vater, um ferne Sicherheit bedacht, nach Braunstroeia beg ben, wohin er damals Landsberz hatte bringen lassen wollen.

Mexiko.

= Basel, 15. April.

DieBasler Nachri^ten" melden xius Mexiko: Der frühere Kriegsminister des Präsidenten Huerta, General Vlanquet/ ist in Mexiko gelandet. Er will sich mit feinen Streitkräften den 40 COO Mann des Generals Diaz an- schlicßen. Sie suchen gemeinsam in einer Revolution den jetzigen Präsidenten General Carranza zu stürzen und durch eine Regierung zu ersetzen, welche die liberale Ver­fassung von 1857 wieder herstellt. Die neue Regierung soll

>«-«s-krliindlich umbau. ,

Die Lage in Bayern.

= Berlin, 15. April.

Aus Nürnberg wird einer hiesigen fojialbemstrattftber Korrespondenz gemeldet: In Nord, und Südbayern ist alle» in bester Ordnung. In München steht der weitaus größte Teil der Truppen auf Seiten der Regierung Hoffmann, fite Kommunisten haben eine größere Zahl von Arbeitslosen bc# wâffiiet. Es finden noch Kämpfe zwischen ihnen und bett Negierungstrnvpen statt, jedoch beherrschen die fJtegitrungi» truppen vollkommen die Lage.

In München.

WB. Augsburg, 14. April. .

DieAugsburger Neuesten Nachrichten" melden über die letzten Vorgänge in München: Am Sonntag nach­mittag fand eine Demonstration der kommunistischen Ar­beiter und Eâaten auf der Therefienwiese statt Zn den späten Nachmittagsstunden unternahmen die Spardakisten einen Angriff auf den Bahnhof, der von einer Abtei­lung der republikanischen Schutztruppe besetzt war. Auf den drei Stadlseiten des Bahnhofs hatten sich allmählich bewaffnete Mairnscha-sten der Roten Armee und andere Truppenteile angrsarnmelt, die fortwährend Zuzug er­hielten. Die Beschießung des Bahnhofs erfolgte zunächst mit Gewehren und Maschinengewehren, wobei es zahl­reiche Tote und Verwundete gab, inâfcndere da­durch, daß die Pasianten des Vahnhofsplatzes von der Schießerei völlig überrascht wurden. Das Publikum stob in wahnsinniger Hast auseinander und suchte in den Häu­sern Schutz. Als der Angriff mit Maschinengewehren keinen Erfolg versprach, wurden drei Minenwerfer aufgesahrem. Da den Verteidigern des Bahnhofs nur Ma­schinengewehre und Handgranaten zur Verfügung standen, war ihre Lage durch die Tätigkeit der Minenwerfer aus» MM% M £W - & greisem gelang, in den Bahnhof ein'udringen. Die Vs- fatzuvg, die unter der Beschießung schwer gelitten hatte, mutzte sich e r g e b e N. Zm Triun^lhzug wurde her, Bahn- hofskcmmandc'nt Aschenbrenner die Nerhau serstra^e hin-- aufgesübat, um angeblich erschossen zu werden. In der Nacht wurden in kurzer Folge die Stadtkomman­dant u r, das Hauptquartier der republikanischen Schutz- truppe, genommen, sowie die anderen öffentlichen Gebäude Münchens und die Kasernen der republikanischen Schutz­truppe. Ganz München war heute früh in den Han- den der Spartakisten. Der -General st reik wurde er­klärt. Der Bahnhofsplatz war von Mannßchaftvn der Roten Armee gesperrt. Von Verwüstungen ist jedoch am Bahn­hof selbst, außer den zerschossenen Fenstern, wenig zu sehen. Zn der Stadt herrscht verhältnismäßige Ruhe. Der Zug­verkehr bleibt eingestellt.

Aussilmdsbewegung.

--- Berlin, 15. Apri'. (Telegramm.)

In einer gestern abgehalt-uen Versammlung der Obleute bet 3Inoefteöt'nnu§i4üffe Groß-Berl'utz wurde beschloffm, für den Fall der Ablebnung deS Mi'bestimmunqsrecht» durch b>e Reg erung in den Generalstreik einzntreten. Dieser soll, wenn d e Betriebsversammlungen dem Besch ihrer Obleute zustimmen, bereits morgen beginnen. Gestern a"end fanden in Weimar Besprechungen bet Reichsardeitsmimster» mit der Abordnung der streikenden Bankbeamten in Berlin statt. Die Ve Handlungen dauerten bis zum Abend, sie führten zu ke.nem Ergebnis und sollen heute fort­gesetzt werden.

Dem Vernehmen derVo fischen Zeitung" «ach babe« die Leipziger Bankbeamten im. Hinb'ick auf den am SamStag v rhângten Belagerungszustand beschlosseu, bk Arbeit heute wieder aufzunehmen.

Zu Schiffers Rücktritt.

= Berlin, 14. Sprit.

Don zuständiger Stelle wird dem W. T. B. mitgeteilt: Ein Berliner Blatt behauptet, das Ausscheiden Schiffers hinge mit seiner Weigerung, im die Auszahlung größerer Pensionen für gewisse, nach kurzer Zeit ausgeschieden« Unterstaatssekretöre der Revolutionszeit einzuwilligen, zusammen. Diese Behauptung ist unrichtig. Von niemet^ im Kabinett ist ein solches Ansinnen gestellt worden. Die Frage, ob ein Beamter, welche Stellung er auch eingenom­men hat, peusior'sberechtigt ist oder nicht, wird durcb^- nach den Grundsätzen beantwortet, die vor der Revolution m Geltung waren.

Nicht genehmigt.

Berlin, 15. April.

LautLokalanzeiger" hat Kultusminister Hänisch für Westpreutzen die Einführung der polnischer!. Sprache w J^jiytsiaiteiäâ^