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il?r. 78 Ä'-^ÄHi!» Mittwoch den 2. April
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Die neue Ausstandsbewegung.
Verbrecher am Reich.'
An ei"er Verdle-'dung sondergleichen werden immer neu- 64'’+^ der beniicheu Ar^eiierichgst die Arbeit hin, während sie deutschen Nnterbän' ler sich ru bm letzten Verhandlungen hber b’e Festlegung be* Frieden« rüsten. An di-len Frieden, der den Wied?ro>i>ban des Vaiersande« er m3 l'chen soll, dringen wir gl« einiges Aktivum unsere Ar^eit<^äh!gkeit mit. Unsere L'g'r sind leer, ste müssen m:t Robsissie i an gesüßt werden, die wie nur vom AuSlande beziehen kö -neu, unser (Reib Ist entwer et, die Ma»k ist kaum die Hüllte des .rüheren Petrae« we>t. ffoMen, Eali, lassen Hnb eR, nvt denen wir d'e Neoenmer'e und damit die Demhlung ,der ungeheu'tn Finhtbr an Lebensmitteln wie an Material für die nach Arbeit leckend? Andustr^e einih und allein «»^''bringen rer« möam. Kok'en, G«ßn und ssali mosten aber gelF dert, wollen versandt und gebrauchsfähig gemacht werden. ^a,u aber gekürt al« erste« und al« IrMe? die beharrliche zi-lbe- ,muhte Arbeit ast-r Beteiligten. O'ne ste rett-t un« nicht« von dem Bankrott, obne sie blechen mir w e ein rohluna«» iw^fn-ier Gläubiger, d-m der Schuldner bald genug den setzten Kredit und die letzte Lieferung rerm rert. Wie ist k« überbannt möftich, bah diele elementarst' Voraussetzung für den Wiederaufbau innerer ^nfimft, ja für untere ganw Weite:exjstenz als Vo'k und als Staat nach immer von den Arbeiter» nicht begiisten wird. Nun wieder st»d in den großen Zecheng bieten im Westen die Berg, und Stahlarbeiter drauf und dran, in den astg-meinen Ausstand in treten. G« D«èn N'cht au^t« 7ein, al« hast, wie tchou i» n i, auch bie»* was Wübler an der Arbeit stud, deren einnge« stiel b'r hm Wart ist und denen zur „Beft iung" Deutschland« erst d'- Hernorrnluna de« OibnoS nach ruistschem Muster für tzö ig erscheint. Die Kurikichtigkeit mancher Arbeiter kommt Riesen V> ovokateuren auf halbem Weae entaegen. G« genügt, wenn sie ihm die Ernelung wieder böh»rer Löbue für einen peiten Streik in Aussicht stellen, und er gebt mit ihnen, ohne an die Folgen zu denken, durch dick und dünn. Selbst der Unabhängige Rauh bat einmal vernvt'stnng«vost den Arbeitern eine« großen Werke«, die durch den Streik e« zu tu1 nieten drohten, zugerusen ; Ahr somit Banknoten doch nicht srefftu I In der Tat, jeder neue Streik entwertet automa« tisch d e durch ibn erzielte Aufbesserung de« Lohne«. Wie viel mehr muß da« geschehen, wenn durch AnSstâude, wie sie jetzt im Ruhrgebiet sich immer rascher folgen, der Volkswirtschaft nie webet gut zu machende Schäden zugefügt werden ! Am sinnfälligsten ist da« bei dem jetzt w'eder au-gebrochenen Streik bei dem E sen- und Stahlwerk Hoesch, wo bereits einer der Hochösen wegen Unterbrechung der Beschickung gebrochen ist und wo in wenigen Tagen bei einem Andauern he« AuSstandeS einer Reihe von weiteren Hochöfen da« gleiche Schicksal droht. Ein Hochofen, der einmal geborsten ist, kann in absehbarer Zeit nicht wieder in Betrieb gesetzt werden. Seine Wiederhelstellnng dauert 8 bis 10 Monate. Da« aber bedeutet wie>erum die Lahmlegung der Arbeit und damit bet Produktion für mindesten« den gleichen steitraum. Veruunst wird Unsinn, Wohltat Plage. — An der Tat, alle Mühsal aufbanender Arbeit ist vergebens, alle Wohltat der Gesetzlichkeit wird Plage, wenn Vernunft zum Unsinn wird. R.
Im Nuhrrevier.
Der Ausstand gewinnt an Ausdehnung.
W. Bochum, 1. April. Die Streikbewegung hat an Ausdehnung gewonnen. Folgende Zechen sind noch in den Streik getreten: „Friedrich der Erotze", „von der Heydt", „Julia" und „Alma". Infolge der Gassperre konnten die Volksküchen in Bochum heute Mittag kein Essen mehr verabfolgen. Wenn der Streik auf der Zeche ^Hiberni" noch anhült, wird Bochum in den nächsten Tagen auch ohne elektrisches Licht sein, da das Elektrizitätswerk West', ulen ru „Hibernia" mit Licht und Kraft versorgt wird.
W. Essen ’v^’-r^ Nach den aus den einzelnen Verg- rrvicrcn urikt.vrren Meldungen ist gegen den gestrigen Tag, an dem der Aue.sland fast nur auf den Dortmunder, Wittener und Bochumer Bezirk beschränkt war, nur eine geringe Zunahme der Streikenden zu verzeichn^. Die Gesamtzahl der Streikenden hat sich heute auf 56 000 gegen 53 CGO gestern erhöht. ,
Ein Kenner der Berhiiltnisse.
8 Essen, 2. April. Ueber die Ursachen der Be- w e g u n g tmNuhrrevier wird der „Verl. Morgenpost" von einem Kenner der Verhältnisie geschrieben: Akan kann unter der Arbeiterschaft drei Schichten unterscheiden. Im Mittelpunkt sieht der eingesessene Arbeitcrstand, der im Deutschen Bergarbeiterverband und dem Christlichen
Gewerkrereln organisiert rst. Um die Veherrchung dieser Masse bemühen sich die Sp-artakisten, die an sich unter den Rvhrkergleuten nur eine geringe Anhängerschaft hatten, und die deshalb sich unter Hinzuziehung von Reserven aus ihren Hoclburgen im Reich entsprechend verstärkt haben. Diese herangezogenen Verstärkungen sind keine Bergarbeiter. Es ist ihnen aber gelungen, aus der dritten Schicht der Ruhrbergleute, aus den Indifferenten, Zuzug zu erhalten. Der Terror der Spartakisten macht sich überall geltend. Sie sprengen Versammlungen, die der Aufklärung der Arbeiter gelten sollen, stürmen Rathäuser und setzen dort die mehrheitssozialistischen Arbeiterräte ab.
Generalstreik.
Stuttgart, 2. April. (Privattslegramm.) Ueber den bisherigen Verlauf des Generalstreiks erfahren wir von zuständiger Stelle folgendes: Am 31. März erfolgte die Aufforderung zum Generalstreik; es gab zahlreiche Demonstrationen und zahlreiche Versammlungen in der Stadt, entgegen dem Verbot der Regierung. Auffallend groß war der Zuzug von auswärtigen Spartakisten nach Stuttgart. Im Laufe des gestrigen Tages wurden auch Unruhen aus Eßlingen, Göppingen, Friedrichshafen und Gemünd gemeldet. Zu Zusammenstößen kam es aber nur in Göppingen, wo sich die Spartakisten mit Gewalt in den Besitz von Waffen uiib Kraftwagen fetzen wollten. .Durch Verhandlungen mit der Streikleitung wurde die Uebergabe der Waffen erreicht. Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Preßverordnung wurde eine Druckerei des Spartakusbundes geschlosien. Trotz des Belagerungszustandes gab es am 1. April Versammlungen der Streikenden. Die Versammelten wurden von den Sicherheitstruppen zerstreut. Einige SMrtakisten wurden verhaftet. In der Moltke-Kaserne versuchten die Elemente die Herausgabe von Kraftwagen und Waffen zu erzwingen. Bei einer anderen Gelegenheit wurde eine Zivilperson getötet. Im Ganzen sind die Truppen Herr der Lage. Die Truppen haben befehlsgemäß große Zurückhaltung ausgeübt. In Eßlingen wurde eine antretende Sicherheitskompagnie mit Handgranaten angegriffen, es sind dort mehrere Tote und Verwundete zu beklagen.
Das Rätesystem.
§ Berlin, 2. April. Zur Frage der Durchführung des Rätesystems teilt die „Vosi. Zig." aus Weimar mit, daß zwischen Mitgliedern der Mehrheitsparteien und der Regierung in den letzten Tagen eingehende Besprechungen stattgefunden haben, die zu einer Entschließung über den einguschlagenden Weg führten. Schon in den allernächsten Tagen wird von der Regierung ein neuer Artikel der Verfassung eingebracht werden, der die Verankerung enthalte. Man nehme an, daß dieser Vorschlag die Zustimmung der • überwiegenden Mehrheit der Nationalversammlung finden werde.
Verhandlungen in Compiegne.
DDP. Haag, 1. April. Die erste Versammlung 5er Finanzkommission der F r i ed e n s k o n f e r e n z mit den deutschen Vertretern wird am Donnerstag in Com- p i eg n e stattfinden, wo für bestimmte Zeit Sitzungen ab- gehalten werden sollen, um den Umtausch von deutschen ; Wertpapieren für die Lebensmittel zu regeln. Außer der | Kommission in Compiegne wird eine Kommission in Köln für die Versügung über die Rohmaterialien tätig sein.
Die sibirische ^ront gegen den Bolschewismus.
DDP. Haag, 1. April. „Hollandsch Niewebureau" mel- det, daß eine Abteilung sibirischer Truppen, die auf Schneeschuhen 80 Meilen nördlich von Perm ausgerückt waren, eine 5 etbinbuna mit den alliierten und russischen Trup- Den, die bei Archangelsk gegen die Bolschewisten operierten, erzielt haben. Bereits vor einigen Tagen wurde gemeldet, daß eine Verbindung zwischen den beiden Truppen erzielt worden iei. aber jetzt ist die Verbindung der- artig, daß man an die Einführung einer Einheitsfront denken kann.
Fernjprechanfchlvtz N-daktten 64» — Ervedttten ttl
Marine-Reichswehr.
(Von unserem Mitarbeiter in Weimar.)
Das Parlament der Paulskirche von 1848 sich mit deutschen Traum eräugen hinaus auf die weite See. Man wollte wieder das alte Hansavolk werden. Kaum eine Sitzung verging, ohne daß der Präsident immer wieder von freiwilligen Gaben hätte berichten können, die zum Aufbau einer deutschen Flotte eingegangen seien. Private, Vereine, Schulen wetteiferten darin; es war so, wie am die 60 Jahre später mit der deutschen Zeppelin-Spende. Die Kanonenboote von damals kamen freilich wieder unter den Hammer. Einige Jahre später aber wehte die preußische Kriegeflagge auf der Nordsee, und dann, noch ein Menschenalter später, ward alles Erträumte zur Wahrheit: Deutschland war zu einer gewaltigen Seemacht gewogen.
Ohne dieses Werk wäre der Weltkrieg schon 1914 mit der Beschießung und Zertrümmerung von Hamburg und Bremen, mit der Landung des Feindes in Holstein und Pommern zu Ende gegangen; mit diesem Werke in unseren Händen aber waren wir noch 1918 so furchtbar, daß man uns keinen Unterdrückungsfrieden anzubieten wagte, sondern daß die Feinde bestenfalls eine Wilson-Verständigung erhofften, und auch das nur, wenn wir uns zermürben ließen. Vor dem Marineausschuß des nordamerikanische« Repräsentantenhauses hat der Flottenchef der Vereinigten Staaten, Admiral Rodmann, dienstlich erklärt: Hätte der Krieg sechs Monate länger gedauert, so wären die Deutschen Sieger geblieben.
Was nie, seit es eine Weltgeschichte gibt, geschehen ist, geschah hier. Eine unbesiegte Kriegsflotte, die zweitstärkste der Welt, lief einige Wochen später aus, um kampflos auf 70 mächtigen Kriegsfahrzeugen die Flagge zu streichen und sie dem Feinde auszuliefern. Von allen Meeren der Welt sind wir gescheucht. Unsere geistig und körperlich, wiffen« schaftlich und militärisch beispiellos ausgebildeten Seeoffiziere können sich heute einen anderen Beruf suchen, nachdem sie unerhörte Taten vollbracht und vor dem Skagerrak die an Zahl überlegenen Engländer geschlagen habem Wir können nur versuchen, einiges von dem Erarbeiteten für spätere Generationen hinüberzuretten, aber wir haben kein Material mehr, um auch weiterhin die Taktik zur 6e* fortzubilden.. >
Die Nationalversammlung hat eine vorläufige Marine- Reichswehr beschloßen. Das ist nur noch eine Art Gendarmerie. Wir werden damit allenfalls in der Nähe unserer Küsten unsere Fischerfahrzeuge vor Seeräuberuk schützen können. Mer scbon Haiti und Venezuela können hohnlachend jeden Deutschen vergewaltigen, weil wir ihnen nicht mehr ein paar Kriegsschiffe auf den Hals schicken können. Und wenn die Bolschewiki eine Landung in Pommern vorhätten, vermöchten wir sie kaum daran zu verhindern.
Und doch war die Vorlage, die jetzt angenommen ist, nötig, denn sie bedeutet die Sammlung der Bruchteile der Marine.
Die Entente lenkt ein.
Aus Paris wird berichtet, daß die Ententebefehlshaber es nicht als eine Verletzung des Waffenstillstandes ansehen, wenn die deutschen Behörden für die Landung statt Danzig einen anderen Hafen vorschlagen.
Keine amerikan. Truppen für Mitteleuropa.
DDP. Basel, 1. April. Nach einer Meldung der Agence Radio aus Paris erklärte Wilson einer in Paris eingetroffenen amerikanischen Abordnung, die Vereinigten Staaten würben in keinem Fall nach Mitteleuropa Truppen senden. Amerika werde auch die in Rußland stehenden Truppen zurückziehen, sobald es die Lage gestatte.
Der ukrainische Vormarsch.
8 Berliu, 2. April. (P r i v a t te le g r a m m.) Nach einer Meldung des „Berl. Lok.-Anz." meldet das ukrai- Nische Oberkommando: Ukrainische National- truppen unter Führung Petlejuras stehen 40 Km. vor Kiew. Der ukrainische T^rmarsch geht aus dem Raum Korostenj-Cchitomir vor sich. Eine zweite ukrainische Ko. könne befindet sich bei Borditschew. Auf diese Weise be. finden sich die Ukrainer im Rücken der bolschewistische« Truppen.