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Verantwortlicher Redakteur: Gustav Schrecker, für Anzeigen u.Reklamen: August Bro dt, beide in Hanau.

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Die deutsche Familie nach dem Kriege.

Einst barg die BezeichnungDeutsche Familie" den Begriff Innerer und äußerer, auf Liebe und Treue gegründeter Zusam- mengehorigkeit in sich, den Begriff anheimelnden, trauten Be­hagens «ind gegenseitiger liebevoller Fürsorge. Das deutsche Gemüt hatte sich in dem Familienleben- ein Reich geschaffen, Die es kein anderes Tolk kannte. Hier glühte in stets unver­minderter Kraft ein heiliges Feuer, das allen leuchtet« und alle warnte. Jahrhunderte hindurch trat das deutsche Familien­leben der Gleiß unserer Kultur und das höchst« Cut des deut­schen Mannes, für das er ohne Zögern sein Leben einsetzts. Leider begannen sich seit dem Ende des letzten Jahrhunderts in manchen Kreisen, und gerade demjenigen, die sich fürtonan­gebend" ansehen, die Lande mehr und mehr zu lockern. Nicht nur, daß zahlreiche Familien ihre Familienfeste in die Oeffent- (14teil verlegten, selbst Nachmittagstees der Bequemlichkeit halber in einem Casthof gaben, das neue Jahr nicht still in der Familie erwarteten, sondern den Silvesterabend im Theater zu- brachten und vom dort zum Abendesien in ein Restaurant fuhren, in dem man natürlich nicht auf das Celäute der Glocken achtete, tièdt an den Ernst der EtunLe dachte. Die Häuslichkeit war überhaupt vielfach nur noch der Treffpunkt der Familie bei den Mahlzeiten. Nicht nur die Söhne, auch die Töchter des Hauses eilten dem Erwerbe nach. Selbst in Familien, die die nötigen Mittel hatten, den Kindern des Haufes die Jugend sonnig zu gestalten, verbehen die Mütter gleich nach Tisch das Haus wie­der, um sich sozial im der Lefsentlichleit zu betätigen, zu Kon- gvesien zu pchen oder dergl. Oder sie setzten sich auch wohl an den Gdieiltifd. und wünschten ungestört zu bleiben, da sie so viel über Kindererziehung und Muttcrpsl.chtem zu schreiben hatten, daß sie unmöglich die Zeit erübrigen konnten, diese selbst vuszuüben.

MLer in der Familie dieser Kreise ging mehr oder weniger seine eigene Wege, hatte seine eigenen Interessen, die ihn für die allgemeinen Ler Häuslichkeit weniger empfänglich machten. Damit droht auf die Dauer selbst im Mittelstände, der bis dahin bet Hauptträger des deutschen Familiengedankens war, der Verfall des deutschen Familienlebens. Freilich wirkten verschie­dene bn stände n it, nicht zum wenigsten Lie Forderungen des Tages, die leibet auch in diesen Kreisen die Haustöchter viel­fach in das Erwerbsleben treten ließen, um die Pfeiler tränten zu machen, auf denen sich das deutsche Haus aufgebaut. Doll Sorge und Kummer beobachteten das viele. Lehrt doch die Ge­schichte, daß dem Lerfall der Familie stets ein völkischer Abstieg, ein Zertrümmern des Stavtslebens gefolgt ist, daß die Zer­setzung der wichtigsten Lebensgemeinschaften immer den Boden für den Reichsniedercang vorbereitet und die Grundmauern der völkischen Cinf, eitehast fast restlos zerstört hat. So drohte auch Deutschland mit dem Beifall der Familie der Setfall der Lolkskraft.

Tas Staatswesen ist zertrümmert! Soll nun auch die Volkslrast sch winden? Gibt es kein Mittel, das Familien­leben wieder zu einem Hort des Glückes und der Behaglichkeit zu gestalten, den Familiensinn zu wecken und zu stärken? Gewiß gibt es noch ein Mittel. Stenn alle die Kreise, in denen sich die schweren äußeren Verhältnisse noch Nicht dadurch bemerkbar wachen, daß sie die inneren Lerbindungen zu lockern drohen, wieder mehr «in der Häuslichkeit" bebe. Wenn in 'den andern Kreisen die L ütter ihresozialen Pflichten" zuerst im eigenen Heim suchen und den ii?s Leben ziehenden Söhnen und Töchtern du'der trauten Heimat die Quelle ihrer Kraft schaffen, aus der diese in n er aufs neue Mut und Streben schöpfen, wenn alles in den L irren des Lebens zu versinken scheint. Menn alle Fa- milienan gehörigen zuerst jenes große Sittengesetz befolgen, das einst Christus der L elf gab: Liebet euch untereinander! Di« Liebe zu Client ünd Kindern, zu den Ceschwistern, sie wird jedem einzelnen lehren, nicht nur für sich und seine Arbeit das Interesse der andern zu beanspruchen, sondern sie wird das Wohl der andern bedenken und auch den häuslichen Angelegen­heiten Teilnahme schenken. Wo es die Mittel erlauben, sollten die Eltern ihren Kindern, diese den Eltern das Leben licht und onnig gestalten, sollten alle des Wortes eingedenk bleiben:

In des Hauses heimlich trauter Stille Soll deines Herzens liebste Heimat sein.

Es gibt kein größeres Glück, als das in der Familie. Wenn einer für alle, alle für einen' stehen, dann sind die Grundmauern Nnerfchütterlichj auf denendas deutsche Haus" aufgebant würd«. Tonn wird die Wohlfahrt und bie Zufriedenheit gs- .deihen, und das deutsche Familienleben wieder las werden und fein, was es einst war, der Hort trauten Friedens. R.

Wilson und der deutsche Standpunkt.

Dem »Berliner Sägeblatt" wird aus Bern berichtet: Die Pariser Ansqabe der stets sehr gut über auierckanisHe Auffassung n unter» richtcien »Chicago Tribune' vom 81. Mür« teilt mit, daß < ibon die Berechtigung t e$ demschen Standpunktes in der Sim tiger Stage t **u «wlkenne. ' Dw Truppen würden daher in anderen Hafen tauben. '

Englischer Sümmungsumschwung.

DDP. Bern, 31. März. In den Pariser Berichten der letzten Tage ist vielfach von einem Stimmungsumschwung der Engländer in der Entschädignnzkfrage die Red«. Dieser Umschwung wird damit gekennzeichnet, daß jetzt maßgebende Mitglieder der englischen Friedensabordnung offen schärfste Kritik an der Tatsache üben, daß die englische Regierung selbst die sinnlos überspannten Erwartungen dem Franzosen auf die deutsche Kriegsent­schädigung hervorgerufen und gewährt hat. Die englische Taktik jetzt, nachdem man den Franzosen erst ernsthafte Hoffnung auf Hunderte von Milliarden Kriegsentschädigungen gemacht hatte, dazu übergegangen, die phantastischen Zukunftshoffnungen zu dämpfen und die Wiederausrichtung der deutschen Industrie als notwendig zu be­zeichnen. Damit verfolgen die Engländer den doppelten Zweck, erstens dem Franzosen ihre Bereitwilligkeit bewiesen zu haben, au« Deutsch­land soviel als möglich herauszuholen, zweiten« aber dem Deutschen zu geigen, daß es die Engländer waren, die im letzten Augenblick für Schonung Deutschlands eingetreten sind.

Angeblicher Offensiven der Bolschewisten gegen Deutschland.

IMD. Bosen, 31. März. Der russisch-asiatische Bolschewismus nähert sich, der polnischen Presse zufolge, mit furchtbarer Gewalt, und die Polen sind nicht imstande, ihn auszuhalten. Agitatoren sind be­reit« bis Snwalki vorgedrmigen. Bolschewistische Zentralen bestehen ix Wilna und Minsk. In Warschau ist der Generalstreik nur durch roo Verballungen und die Beschlagnahme aller Waffen verhindert worden. In der Grrnzstadt Kalten ist der Generalstreik nur infolge eine« blutigen Zusammenstöße« der Bolschewisten mit der Bevölkerung für den Augenblick gescheitert. Die Bolschewisten arbeiten angeblich mit Riesemummen. Die Sowjetregierung will den Generalstab mit der Ausarbeitung eines Planes für eine bolschewistische Offensive durch Polen und Kurland nach Deutschland zur Unterstützung der beut dien Spartakisten beauftragt haben. Wie es beißt, wird sich die russische Boiichewuienarmce, angeblich in Stärke von 150 üOO Murm, im April in Lrwegung setze».

Aus Oèsel.

WB. Berlin, 29. März. Aus einem Bericht des Beauftrag­ten des deutschen Gesandten für das Gouvernement O«fel seien folgende Ei-nz<lheit«n über die Vorgänge entnommen, bei denen, wie schon seinerzeit kurz gemeldet, im Dienst« der deutschen Re- gierirg stehende, sowie andere T"utschbalte.r von bolschewisti­schen Landen ermordet wurden. Im Anschluß an die Einbe­rufung nehrerer Jahrgänge durch die estnische Regierung kam es auf der Insel Moon zu Aufständen, bei denen ein Raubzug über die Inseln nach Arensburg (Hauptstadt der Insel Leset) beschlossen wurde.

Als erstes Lpfer", heißt es in dem Bericht,fielen den Auf­ständischen n ein Kurier, Herr Cs lat Rahr, ein Deutschbalte aus Areneburg, und mein neuer Sekretär, Herr Krupp und Frau, in di« Hände. Sie fuhren am 16. Februar, zwischen 12 und 1 Uhr nachmittags aus Gut Werder mit Schlitten aus, um nach Kui- vast auf Moon zu gelangen. Da es bisher erforderlich war, sich bei der Wache auszuweifen, gingen die Herren Krupp und Rahr zum Machtloial, während Frau Krupp mir dem Kutscher und Gepäck auf dem Eise wartete. Die Machtposten holten jedoch auch sie heran, nachdem die beiden Herren erschossen worden waren. Dann erschoß man Frau Krupp, während man den Kutscher drei Tage in Haft behielt, damit er jedenfalls keine Nachricht auf dem Festlands von dem Vorfälle geben konnte. Die Leichen zog man zum Landungssteg und versenkte sie unter das Eis.

Landmarschall v. Buxhoeveden und sein Bruder Arthur waren schon auf der Fahrt über den Sund, als sie plötzlich bei der Insel Palernoister von einem Machtposten angehalten wur­den. Sie wurden nach Kuivast gebracht und dort erschossen, die Leichen ebenfalls unter Las Eis versenkt. Die £eid)e des Herrn Arthur v. Luxhoereden wies eine schwere Kopfwunde auf, die durch ein Duin.-Dum-Eeschoß verursacht war und die ganze linke Cesichtshälfte zerriß. Sowohl den Herren Rahr und Krupp, als auch bem L andn erschall und seinem Bruder nahm man alle Sachen ad. linterbefen rückten die Aufständischen weiter vor. Die Telephonstationen besetzten sie sofort oder unterbanden alle Leitungen. Auf Cut Tan sal ermordeten sie den Besitzer, Herrn Wesderg, außerdem noch verschiedene Larernwirte. Im Osten und Norden der Insel Lesel schloffen sich ihren weitere Ge­meinden an, z. L. Laieberg und Peude. In der Nähe des Gutes Rannalüll ein ortete man auf bestialische Weise Satan Wiktor v. Pohlen und sein« Gattin, Geborene v. Lettinnen. Die Leichen sind bis jetzt noch nicht gefunden. Es schloffen sich immer weiter« C«m einden an. Bian hatte in großer Zahl Gewehre und Patronen, ferner Handgranaten. Bei Gut Hohenholm, an der £ st liste Lesels, ein «bete man den Kaufmann Holl und seine Nickte Frorlein Truuert, feiner die Dienstmagd. ,

Der T erick t Mert sodann eingehend die fast dreitägige Belagerung von Arensburg durch die etwa 10001500 Köâ starten Auffiändischen, deren Programm mar;in der Stadt alles zu ermorden, vornehmlich die Reichsdeutschen, die Deutschbalten und ans.ändige besitzende Esten. Ein von der Einwochnerstiast Arenslurgs ausgestellter schwacher Selbstschutz wehrte die ersten Angriffe ab. Doch zogen die Lolschewistenbai'den einen immer engeren freie um die Stadt, deren Untergang unvermeidlich beroizrsehen fdien, als in letzter Stunde estnische Kavallerie und S. tarir eir.iarterie Ler an rückten, bie die Stadt entsetzten und die Ll'srilrer reih ielen. $ ie sich noch trägtich hervusstellt«, uorcn i rr viele Sauernu hie ermordet worden.

Die Streikbewegung.

Aus dem Ruhrgebiet.

WB Gffen, 31. März. Wie bie Neuner-Kommission mitteilt, beschloß die gestern von ihr unberufene Delegierten-Konferenz der Bergarbeiter des RuhrgebieteS den Generalstreik, der am 1. April be­ginnen und solange dauern soll, bis die nachstehende« Forderunge» bewilligt sind:

1. Sofortige Einführung der Sechrstundm-Schicht mit Ein- und Ausfahrt und für die Untertagearbeiter unter Beibehaltung des bis­her für die Länge dec Schichtdauer gezahlten Lohnes; 2. 25prozentige Lohnerhöhung; 3. Regelung dcr Knavp'chastIsragen; 4. Anerkennung des RätcsystemS; 5. Sofortige Durchführung der Hamburger Punkte betr. die Kommandogewalt; 6. Sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen; 7. Sofortige Bildung einer revolutionären Arbeiterwehr p 8. Sofortige Auflösung aller Freiwilligen-Korps; 9. Sofortige An­knüpfung aller politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit dec russischen Sowjet-Regierung; 10. Entwaffnung der Polizei int In­dustriegebiet und im Reich; 11. Bezahlung der Streikschichten.

VB. Cf-en, 29. März. Es kann nicht oft genug und nicht nachdrücklich genug auf ben erschreckenden Tiefstand hingewiesen treti en, den bie KcHlenförLerung im Ruhrbezirk zur Zeit er- rei4-t hat. Dährend sie sich im Durchschnitt in den Monaten^ JuliLktvber vorigen Jahres auf 8,45 Millionen Tonnen stellte, ging si« im November auf 614 und im Dezember auf 5% Millionen Tonnen zurück. Im Januar ist eine kleine Erhöhung auf 6% Millionen Tonnen eingetreten, der jedoch im Februar wieder ein Abfall auf 5,4 Millionen Tonnen folgte. Der Rück­gang im November nrarAUm Teil durch Li« Verminderung der Belegschaft infolge der Entlaffung der Kriegsgefangenen be­dingt. Im Dezember nahm Lie Belegschaft zu unL setzte ihre aiiffieigeT.be Entwicklung im Januar und Februar fort, sodaß sie im letzten B anat mit 430 000 nur um 15 000 Mann gleich 3,48 Prozent hinter dem Stand im Oktober zurückblieb. Da­gegen war Las Förderungsergebnis um 3 Millionen Tonnen gleich 35 Prozent kleiner als im Oktober. Damit wird die För­derung nidt einn al ihren Tje^iant) erreicht haben, wenn bie Bewegung der Einführung bei Sechsstundenschicht die auf eint» gen Zecken im westlichen Teil des Bergbaubezirks bereits er«^ jungen worden ist, weiter um sich greift. Eins Sechssturden- fchicht «inschli«ßlich Ein- und Ausfahrt, wie gefordert, hätte eine Verkürzung der Kohlenförderung um annähernd mi Drit­tel zu bebeuten und müßte daher auf Ler FörLerergebnis einem geradezu katastrophalen Einfluß aus üben. Wie sehr auch bet Bedarf des eigenen Wirtschaftslebens an Kohle zurückgegangen ist, so würbe alsdann nicht einmal die zur Deckung erforderliche Menge zur Verfügung stehen, geschweige denn, daß wir Kohlen für ben Lersand ins Ausland frei hätten. Die uaheilvolle Rück­wirkung der Lerhältniffe auf die Versorgung mit Lebensmitteln liegt auf der Hand. Eine weitere Lertürzung der Arbeitszeit hätte auch eine entsprechend« Erhöhung der Selbstkosien zu be­deuten. Der Verbraucher bekam« bte Wirkung durch eine Gr» Höhung der Kohlenpreise am eigenen Leibe zu verbürgn, und die Wettbewerbsschickeit auf dem Weltmarkt würde aufs schwerste dadurch beeinträchtigt werben.

L<?agerm^5Ustand über das Ruhrrevker.

WR. »ft in, 31. März. Die RcichSreg^eruxg hat znf«mmca' mit der preußichen Regierung beschlosst:

Ueber da« Ruhrrcvier wird der Bclagerungrznsiand herbängt.

Die Reaierungstruppen rücken in das Revier ein, am die Arbeiter und die BetricbSaniagcn vor dem Terrorismus zu schützen.

Der Reich«crni>hrministcr wird eiitivrechend den Brüsseler- Fordcnmgen der Alliierten in daS Streikgebiet kein Pfund von den eingeführtcn Leben-mitteln einliefern lassen.

Der ReicbsarbeitSminister wird keinerlei Bezabftmg für Streif» schichten gewähren. Dagegen soll den Arbeitern der Zechen, aus denen nach der 7'» Skundenschicht gefördert wird, eine besondere Schwerst- arbeiterznlage, steigend mit dem Förderquantum, gewährt werden.

Die Reichrrcgicrnng muß unser Volk am Leben erhalten. Sie darf die Republik nicht dem Terr»r durch eine Provinz und einen Stand ausliefern. Alles für den, der jcpt arbeitet, nichts für den, der jetzt streikt. Sonst gibt es für Deutschland keine Rettung mehr.

Kleine Nachrichten.

51 SoziaNsierungkgesetze in Bayern. Der Leiter bes baye­rischen Zentralw irtsck aftsamtes, Dr. isteurath, hat in Sachsen im Auftrage bes dortigen Zeutialrates für bie gesetzgeberische lätigieiit nicht weniger als 21 verschiedene Gesetze vorgeschlagen, welche die Scziahisieruug des geawten Wirtschasts- und Ver­kehrs lebens betreffen. Aus diesen Gesetzentwürfen werden in Baoern vor allem die Vorschläge über bie Enteignung des länd­lichen Erund und Lodens und des privaten Waldbesitzes Inter­est« beanspruchen können. '

DDF. Terror. Augsburg, 31. März. In bet Augsburger Textilindustrie hat seit einigen Tagen eine Lergewalttgung der diifilfd) organisierten Arbeiter eingesetzt. In einer Ver­sammlung des sozialdemokratischen Textilarbeiterverbandes wurde beschlossen, die Mitglieder des christlichen Textilarbetter- verbandes zu zwingen, aus ihren Organisationen auszutreten und in die Sozialdemokratie einzutreten. Ferner drohte man ihnen mit der Brotlosn achung Kurz darauf fetzte der Terror in d«W Augsburger Textilbetrieben ein. Di« Leute waren vor Zben Grtfd Irß gestellt, entweder dem sozialdemokrattschen Auf- nalnefdcin zu unterschreiben ober sofort entlasten zu werden. Von den christlich organisierten Textilarbeitern wurde nunmehr ein fd aif« P rötest beim Biinifteiium für soziale Fürsorge in München eingereicht.

FTPdr ebffd es Urteil über -<n Freispruch von Ja«,es Blöttcr. Die Freispreckung rvn saures Mörder wird in der fd.nebi den Presse aufs schärfste verurteilt.Stockholms Tkd» ningen meint, dis Freisprechung zeug« für eine Rechtsanschau- ung, neide der im nkrdlicken Europa horrschondon so absolut juu'iberleufe, deß man em besten von allen Kommentaren Ab- fianb nehme.Socialdemokraten" schreibt: Ein schlimmerer Schimpf konnte der sozial ist tsâxn Bewegung niemals zu^efügt werden. Ter Gdlag trifft auch Frankreich; denn daszenige Frankreich, das n ehr als irgend ein anderes van der Molt geliebt utto geachtet war, war das Volk von saures, das Frank­reich das sein Höchstes darin erblick:«, der Menschheit zu bienen. Der Freiipruch habe die Ehre Frankreichs sehr bejleÄ,