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Gcntral-Auzeiger

Amtlicher GrM fit Stadt- ard KaadKreis Ino.

' . B-Mg-Plâ - ^ ^^^^ Vierteljährlich XIS «L, monatlich LOS W sie »> dezug vierteljährlich 2.70 ML, monatlich 90 )^ y veranttvorMcher Redakteur: Gustav SchueMvP

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- undFeiertage, mit Unterhaltungsbeilage. strSlnzeige« «.Reklame«: Wagest®f»M,8dbe m Ham«.'

Ur. 75

FernsprechansLli| Redaktion 646 Trpedltto« 886

Samstag den 29. März

Fernsprechanschintz

«edaktion 646 Trpeditt-m 2»

1919

Die Geldverhättniffe des Reiches.

Die Verhandlungen über den NacktragSetat und den Notetat fden der Nationalversammlung soeben Anlaß, sich in außerordentlich fènkenrwerter Weile mit der finanziellen Lage des Reiche» zu be­lästigen. Wir wissen alle, haß er darum sehr schlecht steht, und wir festen zugleich, daß wir diele« Umstand schleunigst abhelfen müssen, knn wie ein guter Kaufmann gut geführte Bücher al» da» Kenn- pichen einer soliden Geschäftsführung entsteht, so muß auch ein Staat lltl Gewicht darauf legen, seine finanziellen Verhältnisse stet» klar Nid einwandrsrei vor aller Augen darlegen zu können. Während kl striegel war die Reichsfinanzverwaltung dazu außerstande. Die lufitellung der Etats litt unter dem Zwang der Verhältnisse. Die Imitaten für Heer und Marine fehlten im Etat ganz und wurden plondert geführt. Aber gleichzeitig war r» notwendig, den Einzel- reffort» die Möglichkeit zur Weiterfübrung ihrer Arbeit dadurch offen« Mltrn, daß man überhaupt AuSgaben-Posttionen aneinanderreibte. Dobel geschah eS z. B., daß die Zolleinnahmen in voller Frieden L- pb« anfgelühxt wurden, während doch durch den Krieg diese Ein­nahmen annulliert waren. ReichSfinanzminister Schiffer hat sich kril bet in der Nationalversammlung am Donnerstag in außer, «deutlich aufschlußreicher Weise geäußert, und e» war besonder» zu laden, daß er für die allernächste Zukunft schon eine desentlichc Besserung in Aussicht stellen konnte. Der schon viel» dicht in Wochenfrist zu erwartende neue Etat soll ein .ordentlicher Etat" inannähcrendem* FriedenSfinne sein, «sofern er nach der glaubhaften Versicherung bei Reichsfinanzministers M solche Positionen enthalten wird, mit denen man in der angegebene» Höhe rechnen darf. Aber zur Wiedergeburt einer einwandsfreien slmmzielren Geschäst»gebarung bei Staate» sind ruhige und von Störungen freie innere Verhältnisse nötig. Wir wollen in der unter« Urbaren Hoffnung leben, daß Deutschland und das deutsche Volk Iber gegenwärtige schwarze Stunden wieder in lichtere» Land lammen wird. R.

Angebliches Bündnisangebot Lenins an Deutschland.

vv?. »enb»w, 28. März.Daily Chronicle*, da» Organ k.'-^d George» Hring4.-«n "leitender Stelle eine Meldung seines Genfer MMiiterS, daß die russische Sowjet-Regierung vor kurzem der Berfiuer Regierung durch einen Führer der Unabhängigen Vorschlag« lmacht und versprochen habe, Deutschland seine früheren Grenzen « Osten und im Westen wieder herzustellen, wenn die deutsche Re- Jierun« sich einverstanden erklären würde, den Spartakisten ernste Mi!»« Zugeständnisse in ' machen und ein Bündni» mit Rußland D schließen. Die Meldung enthält so starke Unmöglichkeiten und diderspricht so schreibt dazu dieVossische Zeitung" der ganzen Kolitis Lenin» so sehr, daß st« den Stempel der Unrichtigkeit von dornherein trägt, sie ist aber bezeichnend dafür, wie in der Entente- fnsse die Angliederungrversuche an die Bolschewisten, die nicht etwa M »on der Unabhängigen Partei, sondern auch von anderen Stellen

Deutschland gemacht werden, ««»genützt werden können.

DDP. »er«, 29. März. Dem .Daily Telegraph" zufolge dürfte str Aorflitde vorerst mit Deutschland allein geschlossen werden Mitte 8bril würde der deutschen FriedenSabordnung di: bereit» bekannten wafftnstillstandrbtdingungen und der Entwurf bei Völkerbundes vor» Ktegt werden. Für die Beratung und Genehmigung der ersten zwei «llräg« werde der deutschen Nationalversammlung in Weimar ein bestimmter Zeitraum gewährt werden. Der Völkerbund-Entwnrf solle «izfich von Deutschland zur Kenntnis genommen werden.

Um Danzig.

BrrN», 29. März. (Privattelegramm.) Die deutsche Protest, f^r bürste gestern nachmittag in Spaa überreicht worden sein. Wie kl .B. L' erfährt, soll von feiten der Eniente nach Entgrgen» daioie der Antwort ein« Zwischenfrage gestellt worden sein. Au» ^bon will dasselbe Blatt meld«« können, daß die britische Kammer, sich mit der Frage von Danzig beschäftigt, zu km Beschluß ge- ^UMÜ ist, daß Danzig deutsch bleiben müsse.

Die Grenzen Schleswigs.

,WB. v*ri#, 29. Mârz. Hava» meldet: Die Vertreter der W Großmächte setzten heute vormittag die Prüfung kf Festsetzung £ 9rtti«n SchleStdig« und wahrscheinlich die der Verproviantierung ^tsch-Oesterreich« fort. In Bezug auf die Blockade Deutsch, vestttreichs wurde beschlossen, alle Beschränkungen der Handel« mit Mut Aea/nden ausrubeben. sobald Maßnahmen getroffen sind, nm

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Gegenden aufzuheben, sobald Maßnahmen getroffen find, * Schindern, daß Lebensmittel nach Deutschlnnd wei.ter besä

befördert

Frei^egebene Lebensmittel.

- n^l Umftervam, 29. März. WieAllg. Haudelsblaad* au» fWkrbew meldet, beginnt heute der Transport der bereit» in Rotter. , liegenden Lebensmittel aus assoziierten Ländern nach Deutsch.

E« sind bereits 2500 Kisten kondensierte Milch und 6000 bi» 2° Tonnen Fett' abtransportiert. - Wie der Parlament»ber:cht. «Utter derDailly dbronitle" erfährt, hat die englische Leben». Mlkommission beschlossen, außer den 100000 Tonnen Kartoffeln, bereit» unterweg» sind, noch 200 000 Tonnen Kartoff« In nach ^tßhland zu schicken. Die auSgelieferten deutschen Frachtdampfer mm Transport der Kartoffeln verwendet werden.

Odessas Verteidigung.

vv?. Amsterdam, 28. März. Einer Reuter-Meldung infolge

bet Befehlshaber der Alliierten in Odessa, General Deuselme, Proklamation erlasse«, in der er mitteilt, daß Odessa bi» zum Mann gehalten würde.

^in Tankdampser in die Luft geflogen.

U ?*»«/ 29. März. Au« Venedig wird k« .L.-A." oemeTbet', »er italienisch« TankdampferSt. Spiridion" bei der Au»fadrt 7 d>t Lust geflogen. Der Damvfer hatte Benzin geladen, kl in : t#*b geriet. E» folgte eine heftige Srplosion, durch die der Dampfer I Lfw' gerissen und nahe gelegene Gebäude beschädigt wurden. Mn | m » befanden sich 250 Person«». Vi»her wurden etwa 50 Tote und I Verwundete geborgen. 100 Personen werden vermißt.

Zur Ausstandsbewegung.

WB. Estin, 29. März. Die.AySstandrbeweguog hat sich heute weiter ausgedehnt. Die Ausständigen zählten in der gestrigen Mittag- und Nachtichicht und - in der heutigen Morgenschicht 31 600 Mann, gegen 32 000 Mann gestern.

WB. Magdeburg, 29. März. Hier streike« die Hilf»arbeiter in de« ZeitungSbetrieben und da» übrige technische Personal, sodaß die Zeitungen nicht erscheinen können.

WB. Wi««, 29. März. Der Streik da Eisenbahn« ist nach Lahandlungen mit ber Regierung beigelegt worden.

Die Sozialisterung in Luxemburg.

DDP. r«r«mburg, 2& März. (Havar-Reuta.) Die Sopa- fisten haben die Regierung aufgeforbert, sich mit kr Arage da Sozialisieruug aller Industriell mit mehr all 500 Arbeiter« zu be­

fasse».

Nationalversammlung.

Weimar, 28. MSrJ.

Der Relch-s««hrmimister No «le lrringt das Gesetz auf Schaffung einer tun läufigen Reichsmarine ein. Der (Ertttourf lehnt sich eng an das Gesetz über die »«läufige Reichswehr an. für deren Ausstellung die Ardotten übrigens weit vorgeschritten

find. Er führt aus:

Wir brawchen Schiffe zur Sicherung der Ledensmitite l-Trarrs. porte, zur SL^räumUng der Minen und zum Schutze der Fischerei ' ""' r e n (T«u1schmrt.): Die Vorlage, bte wir

Illen der Regierung, sich ein gewisses

begrüßen, beweist den Villen der Regierung, sich «im gewisses M-atz von See^ektung micht nehmen zu lassen. Die Demoruli, fierunig in der Marine, ist geradezu furchtbmr. Zum Wiederauf­bau sind die tüchtigsten Kröste aus dem Offiziellorps und aus dem technischen Personal notwendig. Was wird aus Kiel und Wilheltrshaven, wenn es feine deutsche Fbotbe mehr geben sollte? Die Gegenwart für die Marine ist trübe, aber wir »e®. trauen trotz allem auf die Zukunft.

Abg. Graf zu Dohna (Deuüsche SJoHs^.): Auch wir we®. den für das Gesetz llim«> «»-<-» wir tun es mit dem tzbquhi tiefer Beschämung, die angesichts einer solchen Flottenvorlaye jeden beschleichen muß, der noch ein Eefühb hat für vatevlä in­dischen Stolz und «atwuväe SE<iM. Man darf nicht der gesam­ten Marine die Schandtaten aufs Konto schreiben, die vor und während der Revolution von Marinoleuten begangen würbe fi- Unter den bescheidenen Aufgaben, die unserer künftigen Marine in erster Linie obliegen werden-, $t die der Seepolizei.

Abg. Bruehl sUnabh.): Daß die vorläufige Reichsmarine wirklich auf demokratischer Grundlage gebildet wird, können wir nicht glauben, nachdem Herr Noste systematisch und erfolg» reich bemüht gewesen ist, die Arbeiterräte wieder zu beseitigen. Im Gegensatz zam Grafen Dohna sprechen wir den Marire. feiten, die als erste Revolutionskümpfer ausgetreten sind, von dieser Stelle unseren heißen Dank aus. Wir lehnen die Lov-

lage ab.

Abg. E i ebel (Sog.): Die Aufhebung oder erhebliche Eiw- fchräntuna der großen Reichswersste« würbe schwere wirtschaft­lich« EckèigunMn der Arbeiter und Angestellten, ja der ganze» Hafenstadt« bedeuten. Ich frage den Reichswehrmiaister, ob er nicht beabsichtigt, diese Wersten zu ProduAionsfiätt«« für be» Friedensbedarf umzuwandeln.

Reichswehvmimljter Noske: Wir wollen »ermetben, dich Archeite-r der Seeuesbetriebe in Kiel. Wilhelmshaven und Danzig Hals üebr Kopf entlassen werden. Soweit Arbeitsge­legenheit herange^afft werden tam^ werben wir damit auch die reiäseigenen Betriebe versehe».

Die Bottaae wird in erster und zweiter Lesung im wesent­lichen unvovLndevt gegen die Stimmen der blaabhängige« au» genâmen. ,,

Abg. Schm idthalr (Dent.) erstattet hierauf Wn Bericht des Ho-ushaltsauLschusses »bet die Sicherung der Acker- und Gartenbest« lluug. Der Ausschuß will das Aufsichtsrecht auch da­raus erstrecken, mit welchen Früchten die Weder bestellt werde«. Gr beantragt außerdem mit Rücksicht auf die Berhältnisse in ber Ostmark, daß bei Verweisung eines Betriebes infolge auf« tübrerifd-er oder feindlicher Handlungen die Berwaltungsbe- hörden für die BewirtschaMug der Betriebe zu sorgen haben sollen.

Abg. Blum (Zemtr.): Die Verordnung angesichts unserer kritischen ErnShrungslage von hoher Bedeutung. Sie sollte oben kürzer gefaßt werde«.

Abg. F e l d m a.n « (Coz.): Die Verordnung ist notwendig, denn jetzt muß jedes Fleckchen Erde dem Ackerbau -»geführt wer» den. Die Berottmung trifft nur dte Gsotzgnmdbefitzer. Die fi* neu Bauern haben sich mit ihren Betrieben rmmer nur den Ja- teteffen der Allgemeinheit an gepatzt.

Ein deutsch,nationaler Antrag verba»gt Me Streichung der Bestimmung, daß dem Landwirt da« Nutzungsrecht bei mangel» bester Bestellung im letzten Wirtfch>ast«sah»e und wenn zu er» warten ist, daß die neue Bestellung ebenso mangelhaft ausge. führt wirb, eittzogen werden soll.

Abg. Kreft (Deulschmtt.) : Unser Antrag ist im Interesse bet kleineren Londwirbe geteilt. Diese waren während des Krieges oft nicht in der Lage, ihren Besitz fachgemäß zu bewirt. Matten. Wenn die Rgaierung etwas zur Förderung der Pro- duttion tun w-ill, so möge fie vor allen Di tgen den Arbeit«, unb EolbatenrSten auf bie Finger Nopfen, sie möge endlich da- für sorgen, daß bie Verhetzung der Arbeiter aufhött.

Abg. Dusch« (Deutsch« Bolksp.): Ich glaube, bte Beturb« nuna wirb im großen und ganzen auf dem Papier Heben blei« Ben dsoibem sind wir mit ihr einverstanden, wünschen aller­dings bie Anuahm« des Snttages des Abg. Arnstadt.

Abg Wurm (U. E.): Wir lehnen ben Antrag Arnstadt ab weil et eine Abschwächung bei Veranttvottung bedeutet. Durch Ne Revolution ist zwar die Sage bet Landarbeiter ver­bessert worden, aber noch immer nicht genügend. Diese Berord- nuira richtet sich nur gegen die BöswUMgen.

Der Antrag Arnstadt wird angenommmr.

Sodann wir der Ausschußantrag mit biefer Benbenrirg «ät 151 w«n 115 Stimmen angenommen.

Mchst« Sitzung Samstag 10 Uhr: Beantteninterpellatiou, Notetcch kleine ftömmijstonsverordägsn,

Schluß 6% Ubr.

Aus^anau Stadt und Land.

Die Mehl- und Vrehschiebwgea im Stabt» unb ßenbfteie -cm«.

IN Stammet 22 der in Hanau erscheinenden ZeittMst ..Freiheit- befindet sich enter der Überschrift ^Offene sichtlicher Schwindel" eie Artikel, dessen tatsächliche L» gaben mit der Wirklichkeit in vollem Widerspruch stehen.

Von zuständiger Stelle erhalten mir hierzu folgenve- Mitteilungen mit der Bitte um Veröffentlichung:

Zunächst ist bte Behauptung, daß in der ^Mehk- nutz Viehschieberäffäre Walther und Genossen^ abstchMchs verlchleppungdurch die preußische Justizbehörde" vor­lieg«, frei erfunden. Daß eine Gerichtsverhand­lung' noch nicht stattgefunden hatte, lag einzig und allein an der Fülle be« zu bewältigenden Material» Handelte es sich doch um etwa 100 Aktenbände. Die Anklage, die sich gegen 21 Personen richtete, betrug allein 87 engbedruckte Seiten. Im Oktober 1918 ernt bie Anklage mit den Akten an die Strafkammer |*r Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrem» gegeben worden. Die Verzögerung bis in den Februar d. Is. war dadurch bedingt, daß nach den Bestimmungen der Strafprozeßordnung nunmehr -unLchst bet 22 Au» geklagten bezw. ihre« Verteidigern, die «l den ver­schiedensten Orten Deutschlands ihren Wohnsitz hatten, Akteneinsicht zur Erklärung auf die Anklage gewährt werden mußte. Einige Verteidiger haben die Akten wochenlang bei" sich gehabt. Erst dann konnte über die Eröffnung des Hauptverfahren» entschieden werden. Weitere Ver­zögerungen ergaben sich durch die verschiedenen Ende des vorigen Jahres erlassenen Amnestien. Auch nach dieser Richtung^ hin mußten umfangreiche Ermitielungen unb Prüfungen erfolgen. Daß alle diese Schwierigkeiten nicht in kurzer Frist behoben werden konnten, muß jede« einsichtigen klar sein. Für die Redaktion derFreiheit­wäre es bei einigem guten Willen ein leichtes gewesen^ sich durch Nachfrage an amtlicher Stelle, w* der ihr gern Auskunft erteilt worden wäre, oder durch Befragen bei einem der Verteidiger von der Nichtigkeit der an­gegebenen Tatsachen zu überzeugen. Daß sie «nicht getan und in unverantwortlich leichtfertiger Werf« den beanstandete« Artikel gebracht hat, läßt den tieferen, klar zu Tage tretenden Gruud bes ganze« Artikel» erkennen.

Gerade grotesk müssen aber die weiteren Behaup­tungen bes Artikelschreiber» wirken. Rach ihnen sollen bei dem Aufruhr vom 18. Februar 1919 ^gerade nur- .bte Akten gegen Walther und Genesen sonst keine- »erbrnnnt sein und hierzu sollen- non^bem ßanbrat SchmidZigeuner" gedungen worden fein, die ihrerseits lichtscheue Elemente bestochen und ge. morden haben feßen, um die Gefangenen zu befreien und bie Akten zu vernichten? Zunächst sind nicht allein die Akten gegen Walther und Genosse« verbrannt, son­dern wie halb Hanau gesehen hat außer diesen Akten noch hundert« weiterer Akten, Register,. Formular«, Tische, Stühle unb andere Gegenstände, so­daß bas Feuer vor dem Sandger icht an 2 Stellen stundenlang gebrannt hat. Datz

Zigtuuer die Befreiung und Verbrennung .gemalt» haben, ergibt sich schon aus der Tatsache, daß bie drei in Frage kommenden Zigeuner fetup erst von der Menge aus dem Gesäügnis befwt worden find. Das ist etwa um 5 oder *M Uhr

geschehen, also zu einer Zeit, wo die Menschenmenge längst in da» Gerichtsgebäude eingedrungen war und bre^ Akten schon lange Zeit brannten. Wer die wrrklr^» Täter find, dafür hat die bisher geführte gerMIwh« Untersuchung ein genügendes Bild ergeben. Dre Festgenommenen, die der Artikelschrerber als Lumpenproletariat- zu bezeichnen beliebt, stno feine Zigeuner, sondern sie gehören, wie ö- D- Bergmann, Kloha, Kuhn, Schad, Meyer und mele «n^re! zum großen Teil der ehem. HanauerRoten Schutzweyr-^ unb demRoten Soldatenbund« an. Keine bet vielen vorgenannten Personen, kein einziger der Berhasretrn hat auch nur andeutungsweise behauptet, von Zigeunern zur Tat vrranlaßt zu sein. Sowohl in der Wohnung bes Ersten Staatsanwalt» als auch im Gefangn« Nbeu vielmehr die Rädelsführer erklärt,Spartakus« oerlange die Herausgabe der Gefangenen. Auch dre bekanute Führerin der U. 6. P. Frau Gimbel hat sich eifrig an bet Gefangenenbefreiung beteiligt. Soll etwa Landrat Schmid gerade diese Personen gedungen haben, um sie für seinenverbrecherischen- Plan der Aktenvernrchtnn« in der Mehlschieb,raffäre v. laut zu verweuden l heißt doch allzuviel Leichtgläubigkeit vo» .der einfichts-^ vollen Hannuer Arbeiterschaft verlangen, wenn die Re­daktion berFreiheit" bei diesen Tatsachen ihren Leser« bas Märchen von den bestochenen Zigeunern bss Laub rat» Schmid anjtiM.